Tägliches Mantra Japa nach dem Brihat Tantrasara
Tägliches Mantra Japa nach dem Brihat Tantrasara erschließt eine einzelne Ritualform aus dem Brihat Tantrasara. Diese Anleitung dient dazu, das eigene Mantra mit Sammlung, richtiger Rezitation und bewusster Hingabe regelmäßig zu wiederholen.
Die äußere Handlung und die innere Hinwendung gehören zusammen: Jede bewusst dargebrachte Gabe kann Aufmerksamkeit, Dankbarkeit und die Erinnerung an das Göttliche vertiefen. Die historischen Wirkungsangaben des Werkes bleiben als Aussagen der Überlieferung kenntlich.
Zweck und Voraussetzungen
Die Anleitung setzt Vertrautheit mit Puja, Sanskritaussprache und den hier ausdrücklich genannten Nyasa- und Mudra-Verfahren voraus. Besondere Mantraformen werden innerhalb ihrer Überlieferung praktiziert.
Gewählte Form: Tägliches Mantra Japa. Andere Grundmantras sind eigenständige Formen; sie werden nicht zusätzlich in diese Durchführung eingefügt.
Vorbereitung und Materialien
Der empfangene Mantra; bei Fingermala die beschriebenen Fingerpositionen, bei Buchstabenmala die Lautfolge, sonst die für diesen Mantra bestimmte Gebetskette.
Vorsatz: Formuliere vor Beginn bewusst die Absicht dieser Durchführung. Ein kurzer deutscher Vorsatz genügt als redaktionelle Orientierung: Du vollziehst dieses Ritual in Hingabe an die genannte Gottheit beziehungsweise zur beschriebenen Weihe. Eine traditionelle Sanskrit-Sankalpa-Formel wird nur dort rezitiert, wo sie in der eigenen Überlieferung vollständig bestimmt ist.
Durchführung
Diese Anleitung gilt der täglichen Sitzung mit dem eigenen empfangenen Mantra. Die nachstehenden Purascharana-Angaben erläutern einen gesonderten Vollendungszyklus und bestimmen nicht die tägliche Wiederholungszahl.
Setze dich gesammelt hin, erinnere dich an Guru und Gottheit und wiederhole genau die empfangene Mantraform. Zähle mit der hier beschriebenen Methode und bringe die vollzogene Rezitation am Ende innerlich dar.
Handlungen, Gaben und Abschluss
Handlung und Bedeutung (P1-0397):
Nun die Bestimmung des Japa: Japa ist die Wiederholung der Silben, geistig, leise oder hörbar. Wenn man mit dem Denken die aus Lauten, Vokalen beziehungsweise Tonakzenten und Wörtern bestehende Silbenfolge unter Hinwendung zu ihrer Bedeutung ausspricht, gilt dies als geistiges Japa.
Sanskrit zur Handlung:
atha japanirūpaṇam :
japaḥ syādakṣarāvṛttirmānasopāṃśuvācikaiḥ | dhiyā
yadakṣaraśreṇīṃ varṇasvarapadātmikām | uccaredarthamuddiśya
mānasaḥ sa japaḥ smṛtaḥ
|| 99 ||
Handlung und Bedeutung (P1-0398):
Wenn man Zunge und Lippen leicht bewegt, den Geist auf die Gottheit richtet und der Laut gerade noch hörbar ist, gilt dies als leises Japa.
Sanskrit zur Handlung:
jihvoṣṭhau
cālayetkiñciddevatāgatamānasaḥ | kiñcitśravaṇayogyaḥ
syādupāṃśuḥ sa japaḥ smṛtaḥ
|| 100 ||
Handlung und Bedeutung (P1-0399):
Im Viśuddheśvaratantra: Was dem eigenen Ohr nicht zugänglich ist, gilt als geistiges Japa; was dem eigenen Ohr zugänglich ist, wird leises Japa genannt.
Sanskrit zur Handlung:
viśuddheśvaratantre : nijakarṇāgocaro'yaṃ sa japo mānasaḥ
smṛtaḥ | upāṃśurnijakarṇasya gocaraḥ parikīrtitaḥ
|| 1 ||
Mantra und seine Anwendung
Handlung und Bedeutung (P1-0400):
Wenn man den Mantra mit der Stimme ausspricht, heißt dies hörbares Japa. Leises Japa übertrifft lautes um das Zehnfache.
Sanskrit zur Handlung:
mantramuccārayedvācā sa japo vācikaḥ smṛtaḥ |
uccairjapādviśiṣṭaḥ syādupāṃśurdaśabhirguṇaiḥ
|| 2 ||
Handlungen, Gaben und Abschluss
Handlung und Bedeutung (P1-0401):
Zungen-Japa wirkt hundertfach, geistiges tausendfach.
Sanskrit zur Handlung:
jihvājapaḥ śataguṇaḥ sahasro mānasaḥ smṛtaḥ
|| 3 ||
Handlung und Bedeutung (P1-0402):
In einem anderen Tantra: Lautes Japa gilt als das niedrigste, leises als das mittlere, geistiges als das höchste, o Göttin. So sind drei Arten beschrieben. Zungen-Japa ist von den Verständigen als allein mit der Zunge ausgeführtes zu verstehen. Zu kurze Rezitation verursacht Krankheit, zu lange Vermögensverlust. Silbe an Silbe gereiht rezitiere man wie eine Perlenkette. [Die Originalzählung überspringt 4.]
Sanskrit zur Handlung:
tantrāntare : uccairjapo'dhamaḥ prokta upāṃśurmadhyamaḥ
smṛtaḥ | uttamo mānaso devi ! trividhaḥ kathito japaḥ | jihvājapaḥ
savijñeyaḥ kevalaṃ jihvayā budhaiḥ | atihrasvo vyādhiheturatidīrgho
vasukṣayaḥ | akṣarākṣara saṃyuktaṃ japenmauktikahāravat
|| 5 ||
Mantra und seine Anwendung
Handlung und Bedeutung (P1-0403):
Wenn man ein Stotra im Geist vergegenwärtigt oder einen Mantra mit der Stimme vergegenwärtigt, geht beides fruchtlos verloren, wie Wasser aus einem zerbrochenen Gefäß. [Dieser Quellensatz steht in Spannung zu den unmittelbar vorher anerkannten Japa-Arten; er wird nicht still zu einer anderen Vorschrift umformuliert.]
Sanskrit zur Handlung:
manasā yatsmaretstotraṃ vacasā vā manuṃ smaret | ubhayaṃ
niṣphalaṃ yāti bhinnabhāṇḍodakaṃ yathā
|| 6 ||
Handlung und Bedeutung (P1-0404):
Im Gautamīya: Mantras im Paśu-Zustand sind lediglich Buchstaben. Auf dem Weg der Suṣumṇā ausgesprochen, erlangen sie Wirkmacht.
Sanskrit zur Handlung:
gautamīye : paśubhāve sthitā mantrāḥ proktā varṇāstu
kevalāḥ | sauṣumnadhvanyuccaritā prabhutvaṃ prāpnuvanti te
|| 7 ||
Besonderer Praxisumfang und Darbringungen
Handlung und Bedeutung (P1-0405):
Man vergegenwärtige die Mantrasilben als in die Bewusstseinskraft eingereiht. Diese [Kraft beziehungsweise der so belebte Mantra] offenbart im höchsten Raum, der vom höchsten Glück erfüllt ist, die wahre Gegenwart des Selbst, auch ohne Verehrung, Feueropfer und Ähnliches. [Das Bezugswort tameva ist im Satz nicht eindeutig.]
Sanskrit zur Handlung:
mantrākṣarāṇi citśaktau protāni paribhāvayet | tameva
paramavyomni paramānandavṛṃhite | darśayatyātmasadbhāvaṃ
pūjāhomādibhirvinā
|| 8 ||
Handlungen, Gaben und Abschluss
Handlung und Bedeutung (P1-0406):
Im Zehnsilben-Abschnitt des Gautamīya: Den Grundmantra am Wurzelort der Suṣumṇā als Lebenskraft verstehend, meditiere man immer wieder über seine Bedeutung, sein Bewusstsein und seine Lebensgegenwart. [Der Satz ist grammatisch verkürzt.]
Sanskrit zur Handlung:
gautamīye daśākṣarapaṭale : mūlamantraṃ prāṇabuddhyā
suṣumnāmūladeśake | mantrārthaṃ tasya caitanyaṃ jīvaṃ
dhyātvā punaḥ punaḥ
|| 9 ||
Besonderer Praxisumfang und Darbringungen
Handlung und Bedeutung (P1-0434):
Auch im Nārāyaṇakalpa: Der acht-silbige große Mantra hat für Śūdras und Frauen sieben Silben. Ein mit Praṇava beginnender Mantra wird für Frauen und Śūdras nicht gepriesen. So werden Frauen überall wie Śūdras behandelt. Einige meinen jedoch, auch ein Śūdra dürfe selbst das Feueropfer vollziehen.
Sanskrit zur Handlung:
tathā nārāyaṇakalpe'pi : aṣṭākṣaro mahāmantraḥ
saptārṇaḥ śūdrayoṣitoḥ | praṇavādiśca yo mantro na strīśūdre
praśasyate | iti sarvatra strīṇāṃ śūdravadvyavahāraḥ | śūdrasyāpi
svakarttṛkahoma iti kecit
|| 37 ||
Handlung und Bedeutung (P1-0435):
So im Vārāhītantra: Wenn auch ein Śūdra ein wunschbezogenes Feueropfer ausführen will, soll er die „Gemahlin des Feuers“, also svāhā, weglassen und mit der Herz-Endung, also namaḥ, opfern.
Sanskrit zur Handlung:
tathā ca vārāhītantre : yadi kāmī bhavatyatra śūdro'pi
homamarmaṇi | vahnijāyāṃ parityajya hṛdayāntena homayet
|| 38 ||
Handlungen, Gaben und Abschluss
Handlung und Bedeutung (P1-0436):
Für alle gilt die doppelte Japa-Zahl. So bei Vasiṣṭha: Für jeden ausfallenden Bestandteil soll derjenige, der ihn nicht ausführen kann, hingebungsvoll die doppelte Anzahl als Japa ausführen, um diesen Bestandteil zu ersetzen. [Die Originalnummer 38 ist hier doppelt vorhanden.]
Sanskrit zur Handlung:
sarveṣāṃ dviguṇajapaḥ ||
tathā ca vasiṣṭhe : yadyadaṅgaṃ vihīyeta tatsaṃyādviguṇo
japaḥ | karttavyaścāṅgasiddhārthaṃ tadaśaktena bhaktitaḥ
|| 38 ||
Handlung und Bedeutung (P1-0437):
Wenn kein Bestandteil fehlt, erlangt man eine besondere Frucht. Schon durch Brahmanenspeisung wird eine unvollständige Handlung gewiss vollständig. Was ein Zweimalgeborener unmittelbar isst, das isst Hari selbst.
Sanskrit zur Handlung:
na
cedaṅgaṃ vhīyeta tadviśiṣṭamavāpnuyāt | viprabhojanamātreṇa
vyaṅgaṃ sāṅgaṃ bhaveddhruvam | yadyadbhuṅkte dvijaḥ
sākṣāttatadbhuṅktehariḥ svayam
|| 40 ||
Besonderer Praxisumfang und Darbringungen
Handlung und Bedeutung (P1-0438):
Ebenso in der Agastyasaṃhitā: Ist man zu Feueropfer, Verehrung oder Wassersättigung nicht imstande, wird Puraścaraṇa, o Edler, allein durch Japa in der entsprechenden Zahl und die Ehrung der Brahmanen, also durch diese beiden Bestandteile, vollzogen.
Sanskrit zur Handlung:
tathāgastyasaṃhitāyām : yadi home'pyaśaktaḥ
syātpūjāyāṃ tarpaṇe'pi vā tāvatsaṃkhyājapenaiva
brāhmaṇārādhanena ca | bhavedaṅgadvayenaiva puraścaraṇamārya
vai
|| 41 ||
Nyasa und Mantra-Zuordnungen
Handlung und Bedeutung (P1-0439):
Im Vīrātantra: Die Regeln gelten für Männer, keineswegs für Frauen. Für Frauen gibt es hier weder Nyāsa, Meditation noch Verehrung als notwendige Bedingung; allein durch Japa werden ihre Mantras vollendet. Nach Auffassung des Lehrers besteht auch bei der Brahmanenspeisung eine Ersatzmöglichkeit.
Sanskrit zur Handlung:
vīrātantre : niyamaḥ puruṣe jñeyā na yoṣitsu kathañcacana |
nyāso yoṣitāmatra na dhyānaṃ na ca pūjanam |
kevalaṃjapamātreṇa mantrāḥ sidhyanti yoṣitām | ācāryamate
viprabhojane'pyanukalpaḥ
|| 42 ||
Handlungen, Gaben und Abschluss
Handlung und Bedeutung (P1-0440):
So im Muṇḍamālā: Wenn man wegen mangelnder Mittel nicht zu Verehrung und anderen Handlungen imstande ist, o Schöne, wird Puraścaryā allein durch Japa vorgeschrieben. Hier ist Brahmanenspeisung jedoch unbedingt erforderlich: Unter allen Umständen soll man Zweimalgeborene speisen, damit der gefasste Vorsatz gelingt. Schon durch die Ehrung der Brahmanen wird Unvollständiges gewiss vollständig.
Sanskrit zur Handlung:
tathā ca muṇḍamālāyām : yadi
pūjādyaśaktaśceddravyabhāvena sundari | kevalaṃ japamātreṇa
puraścaryā vidhīyate | atra brāhmaṇabhojanamāvaśyakameva |
sarthathā bhojayeddvijānkṛtasaṅkalpasiddhaye |
viprārādhanamātreṇa vyaṅgaṃ sāṅgaṃ bhaveddhruvam
|| 43 ||
Handlung und Bedeutung (P1-0441):
Im Kulārṇava: Wer in seinem Haus uneingeweihte Paśus speist, geht in einundzwanzig Höllen ein, o höchste Herrin.
Sanskrit zur Handlung:
kulārṇave : dīkṣāhīnānpaśūnyastu bhojayedvā svamandire |
sa yāti parameśāni narakānekaviṃśatim
|| 44 ||
Besonderer Praxisumfang und Darbringungen
Handlung und Bedeutung (P1-0442):
Wer auf diese Weise Puraścaraṇa vollzieht, o Göttin, o Geliebte, wird von allen Sünden frei und erlangt das Einssein mit der Göttin.
Sanskrit zur Handlung:
evaṃ yaḥ kurute devi
! puraścaraṇakaṃ priye | sarvapāpavinirmukto devīsāyujyamāpnuyāt
|| 45 ||
Handlungen, Gaben und Abschluss
Handlung und Bedeutung (P1-0443):
Ferner: Mit einem Zehntel dieser Zahl speise man Kaula-Brahmanen mit Milchspeisen, Zucker und anderen Speisen, begleitet von großer Hochachtung.
Sanskrit zur Handlung:
tathā : taddaśāṃśena viprāṃśca kaulikānatha bhojayet |
kṣīrakhaṇḍādya bhojyaiśca bahumānapuraḥsaram
|| 46 ||
Mantra und seine Anwendung
Handlung und Bedeutung (P1-0444):
Danach gebe man dem Guru eine Ehrengabe, Speisen, Kleidung und Ähnliches. Allein durch die Zufriedenstellung des Gurus wird der Mantra gewiss vollendet. Ist der Guru abwesend, gebe man es seinem Sohn oder seiner Frau; fehlen auch diese, o Herrin der Götter, gebe man es Brahmanen.
Sanskrit zur Handlung:
tataśca : guruve dakṣiṇāndadyādbhojanācchādanādibhiḥ |
gurusantoṣamātreṇa mantrasiddhirbhaveddhruvam | gurorabhāve
tatputrāya tatpatnyai vā nivedayet | tayorabhāve deveśi
brāhmaṇebhyo nivedayet
|| 47 ||
Handlung und Bedeutung (P1-0445):
Für den, dessen einer Mantra durch die fünfgliedrige Verehrung richtig vollendet ist, werden durch dessen Gnade auch alle anderen Mantras vollendet, o Herrin des Kula.
Sanskrit zur Handlung:
samyak siddhaikamantrasya
pañcāṅgopāsanena ca | sarve mantrāśca sidyanti tatprasādāt
kuleśvari
|| 48 ||
Handlung und Bedeutung (P1-0446):
Die Tantra-Kundigen sagen, all dies wurzele im Guru. Wohnt man im selben Dorf, soll man täglich zu ihm gehen und sich verneigen. Der Guru ist das höchste Brahman; darum verehre man ihn zuerst. Am Ende vollziehe der beste Übende eine große Verehrung. Er schmücke eine verheiratete Frau und ein Mädchen auch mit Schmuckstücken, bereite reichlich süße Speisen und esse zusammen mit den Verwandten. So verwirkliche der Mantrapraktizierende mit vollendetem Mantra alle gewünschten Ziele.
Sanskrit zur Handlung:
gurumūlamidaṃ sarvamityāhustantravedinaḥ |
ekagrāme sthito nityaṃ gatvā vandeta vai gurum | gurureva paraṃ
brahma tasmādau tamarcayet | tadante mahatīṃ pūjāṃ
kuryāsādhakasattamaḥ | suvāsinīṃ kumārīñca bhuṣaṇairapi
bhūṣayet | miṣṭhānnaṃ bahuśaṃ kāryaṃ bhuñjīta bandhubhiḥ
saha | evaṃ siddhamanurmantrī sādhayetsakalepsitān
|| 49 ||
Besonderer Praxisumfang und Darbringungen
Handlung und Bedeutung (P1-0447):
Puraścaraṇa nach einer anderen Auffassung. Im Tantra: Nun wird eine andere Art beschrieben. Bei einer Sonnen- oder Mondfinsternis sei man rein und habe zuvor gefastet. In einem ins Meer fließenden Fluss stehe man in Wasser bis zum Nabel und rezitiere mit ungeteilter Aufmerksamkeit vom ersten Kontakt bis zum Ende der Finsternis.
Sanskrit zur Handlung:
matāntare puraścaraṇavidhiḥ
tantre : athavānyaprakāreṇa puraścaraṇamucyate |
grahaṇe'rkasya cendorvā śuciḥ pūrvomupositaḥ | nadyāṃ
samudragāminyāṃ nābhimātrodake sthitaḥ |
sparśādvimuktiparyantaṃ japenmantramananyadhīḥ
|| 50 ||
Handlungen, Gaben und Abschluss
Handlung und Bedeutung (P1-0448):
Ist der Fluss durch Krokodile oder andere Gefahren beeinträchtigt, nennt das Rudrayāmala das Vorgehen: Man bade auch in reinem Wasser und rezitiere dann gesammelt an einem reinen Ort mit ungeteilter Aufmerksamkeit vom Verschlungenwerden [Beginn der Finsternis] bis zur Freigabe. Wer dies tut, erlangt ohne Zweifel die Frucht des Japa.
Sanskrit zur Handlung:
yadi nakrādidūṣitā nadī bhavati tadā yatkarttavyaṃ tadāha
rudrayāmale : api śuddhodake snātvā śucau deśe samāhitaḥ |
grāsādvimuktiparyantaṃ japenmantramananyadhīḥ | iti kṛtvā na
sandeho japasya phalabhāgbhavet
|| 51 ||
Handlung und Bedeutung (P1-0449):
Fehlt ein Fluss: Oder man bade in heiligem Wasser, sei rein und habe zuvor gefastet; dann rezitiere man gesammelt vom Beginn bis zum Ende der Finsternis.
Sanskrit zur Handlung:
nadyabhāve : yadvā puṇyodake snātvā śuciḥ
pūrvamupoṣitaḥ | grahaṇā divimokṣāntaṃ japenmantraṃ
samāhitaḥ
|| 52 ||
Abschluss
Beende die im gewählten Verfahren vorgeschriebene letzte Handlung, sammle dich und verneige dich innerlich vor Guru und Gottheit. Wo der Quellentext eine besondere Übergabe, Entlassung oder Abschlussformel nennt, ist diese maßgeblich. Der kurze Moment stiller Dankbarkeit ist eine redaktionelle Praxisanregung.
Quellenwortlaut in IAST und deutscher Übersetzung
Die folgenden Belege gehören ausschließlich zur bezeichneten Ritualform oder zu ausdrücklich benannten gemeinsamen Vorhandlungen. Die Kennungen P1/P2/P3/P6 mit vierstelliger Nummer sind redaktionelle Fundstellen der vorhandenen Werkfassung, keine neu erfundenen Versnummern. Die überlieferte Originalnummer steht jeweils daneben. Sanskritanweisungen beschreiben Handlungen; sie werden nicht insgesamt als Mantra rezitiert.
P1-0387 · Originalnummer 89
atha japaphalam :
śivadharme : japaniṣṭho dvijaśreṣṭho'khilayajñaphalaṃ labhet
| sarveṣāmeva yajñānāṃ jāyate'sau mahāphalaḥ
|| 89 ||
Nun die Frucht des Japa. Im Śivadharma: Der beste Zweimalgeborene, der im Japa beständig ist, erlangt die Frucht sämtlicher Opfer; von allen Opfern bringt dieses die große Frucht.
P1-0388 · Originalnummer 90
japena
devatā nityaṃ stūyamānā prasīdati | prasannā vipulān kāmān
dadyānmuktiñca śāśvatīm
|| 90 ||
Durch Japa beständig gepriesen, wird die Gottheit gnädig. Wohlgesinnt gewährt sie große Wunscherfüllungen und ewige Befreiung.
P1-0389 · Originalnummer 91
yakṣarakṣaḥ piśācāśca
grahāḥ sarpāśca bhīṣaṇāḥ | jalpinaṃ nopasarpanti bhayabhītāḥ
samantataḥ
|| 91 ||
Yakṣas, Rākṣasas, Piśācas, besitzergreifende Mächte und furchtbare Schlangen nähern sich dem Rezitierenden nicht; sie fürchten ihn von allen Seiten.
P1-0390 · Originalnummer 92
padmanāradoyayoḥ : yāvantaḥ karmayajñāḥ syuḥ
pratiṣṭhāditapāṃsi ca | sarve te japayajñasya kalāṃ nārhanti
ṣoḍaśīm
|| 92 ||
Im Padma und Nāradīya: Alle rituellen Opfer, Einsetzungen und asketischen Übungen zusammen erreichen nicht einmal den sechzehnten Teil des Japa-Opfers.
P1-0391 · Originalnummer 93
māhātmyaṃ vācikasyaitajjapayajñasya kīrtitam |
tasmācchataguṇopāṃśuḥ sahasro mānasaḥ smṛtaḥ
|| 93 ||
Diese Größe wurde vom hörbar gesprochenen Japa-Opfer verkündet. Leises Japa gilt als hundertmal, geistiges als tausendmal wirksamer.
P1-0392 · Originalnummer 94
mānasaḥ
siddhakāmānāṃ puṣṭikāmairupāṃśukaḥ | vāciko māraṇe caiva
praśasto japa īritaḥ
|| 94 ||
Geistiges Japa wird für diejenigen gepriesen, die Vollendung begehren, leises für diejenigen, die Gedeihen wünschen, und hörbares für Tötungsrituale.
P1-0393 · Originalnummer 95
gautamīye : śaktyā triṣavarṇa snānamaśakto dviḥ sakṛcca vā
| trisandhyaṃ prajapenmantraṃ pūjanañca samaṃ bhavet |
sandhyātraye pūjāṅgatvātjapamaṣṭottaraśatamityarthaḥ
|| 95 ||
Im Gautamīya: Nach Möglichkeit bade man dreimal täglich, bei Unvermögen zweimal oder einmal. Zu den drei Tagesübergängen rezitiere man den Mantra und vollziehe ebenso oft die Verehrung. Gemeint ist Japa von 108 Wiederholungen als Bestandteil der Verehrung zu den drei Tagesübergängen.
P1-0394 · Originalnummer 96
ekadā vā bhavetpūjā japettatpūjanaṃ vinā | japānte vā
bhavetpūjā pūjānte vā japenmanum
|| 96 ||
Oder die Verehrung finde einmal täglich statt; dann rezitiere man [zu den übrigen Zeiten] ohne sie. Die Verehrung kann am Ende des Japa stattfinden oder der Mantra-Japa am Ende der Verehrung.
P1-0395 · Originalnummer 97
prātaḥkāle samārabhya
japenmadhyandināvadhi | (madhyandināvadhīti na niyamaparaṃ
kintvadhikakāla vyavacchedaparam | anyathā tatsamayajapaniyame
kadācitjihvāyā jāḍyājāḍyena pratiniyatajapasaṃkhyāyā
apūrṇatve adhikatve vā niyamabhaṅgaḥ syāt)
|| 97 ||
Man beginne am Morgen und rezitiere bis zum Mittag. [Kommentar der Quelle:] „Bis zum Mittag“ ist keine starre Vorschrift, sondern grenzt eine übermäßig lange Zeit aus. Wäre die Rezitation genau an diese Zeit gebunden, könnte bei gelegentlicher Trägheit oder Beweglichkeit der Zunge die festgelegte Anzahl unvollständig bleiben oder überschritten werden und die Regel verletzt werden.
P1-0396 · Originalnummer 98
manaḥ
saṃhṛtya viṣayānmantrārthagatamānasaḥ | na drutaṃ na vilambañca
japenmauktikahāravat
|| 98 ||
Man ziehe den Geist von den Sinnesgegenständen zurück und richte ihn auf die Mantrabedeutung. Weder schnell noch schleppend rezitiere man, gleich einer Perlenkette.
P1-0397 · Originalnummer 99
atha japanirūpaṇam :
japaḥ syādakṣarāvṛttirmānasopāṃśuvācikaiḥ | dhiyā
yadakṣaraśreṇīṃ varṇasvarapadātmikām | uccaredarthamuddiśya
mānasaḥ sa japaḥ smṛtaḥ
|| 99 ||
Nun die Bestimmung des Japa: Japa ist die Wiederholung der Silben, geistig, leise oder hörbar. Wenn man mit dem Denken die aus Lauten, Vokalen beziehungsweise Tonakzenten und Wörtern bestehende Silbenfolge unter Hinwendung zu ihrer Bedeutung ausspricht, gilt dies als geistiges Japa.
P1-0398 · Originalnummer 100
jihvoṣṭhau
cālayetkiñciddevatāgatamānasaḥ | kiñcitśravaṇayogyaḥ
syādupāṃśuḥ sa japaḥ smṛtaḥ
|| 100 ||
Wenn man Zunge und Lippen leicht bewegt, den Geist auf die Gottheit richtet und der Laut gerade noch hörbar ist, gilt dies als leises Japa.
P1-0399 · Originalnummer 1
viśuddheśvaratantre : nijakarṇāgocaro'yaṃ sa japo mānasaḥ
smṛtaḥ | upāṃśurnijakarṇasya gocaraḥ parikīrtitaḥ
|| 1 ||
Im Viśuddheśvaratantra: Was dem eigenen Ohr nicht zugänglich ist, gilt als geistiges Japa; was dem eigenen Ohr zugänglich ist, wird leises Japa genannt.
P1-0400 · Originalnummer 2
mantramuccārayedvācā sa japo vācikaḥ smṛtaḥ |
uccairjapādviśiṣṭaḥ syādupāṃśurdaśabhirguṇaiḥ
|| 2 ||
Wenn man den Mantra mit der Stimme ausspricht, heißt dies hörbares Japa. Leises Japa übertrifft lautes um das Zehnfache.
P1-0401 · Originalnummer 3
jihvājapaḥ śataguṇaḥ sahasro mānasaḥ smṛtaḥ
|| 3 ||
Zungen-Japa wirkt hundertfach, geistiges tausendfach.
P1-0402 · Originalnummer 5
tantrāntare : uccairjapo'dhamaḥ prokta upāṃśurmadhyamaḥ
smṛtaḥ | uttamo mānaso devi ! trividhaḥ kathito japaḥ | jihvājapaḥ
savijñeyaḥ kevalaṃ jihvayā budhaiḥ | atihrasvo vyādhiheturatidīrgho
vasukṣayaḥ | akṣarākṣara saṃyuktaṃ japenmauktikahāravat
|| 5 ||
In einem anderen Tantra: Lautes Japa gilt als das niedrigste, leises als das mittlere, geistiges als das höchste, o Göttin. So sind drei Arten beschrieben. Zungen-Japa ist von den Verständigen als allein mit der Zunge ausgeführtes zu verstehen. Zu kurze Rezitation verursacht Krankheit, zu lange Vermögensverlust. Silbe an Silbe gereiht rezitiere man wie eine Perlenkette. [Die Originalzählung überspringt 4.]
P1-0403 · Originalnummer 6
manasā yatsmaretstotraṃ vacasā vā manuṃ smaret | ubhayaṃ
niṣphalaṃ yāti bhinnabhāṇḍodakaṃ yathā
|| 6 ||
Wenn man ein Stotra im Geist vergegenwärtigt oder einen Mantra mit der Stimme vergegenwärtigt, geht beides fruchtlos verloren, wie Wasser aus einem zerbrochenen Gefäß. [Dieser Quellensatz steht in Spannung zu den unmittelbar vorher anerkannten Japa-Arten; er wird nicht still zu einer anderen Vorschrift umformuliert.]
P1-0404 · Originalnummer 7
gautamīye : paśubhāve sthitā mantrāḥ proktā varṇāstu
kevalāḥ | sauṣumnadhvanyuccaritā prabhutvaṃ prāpnuvanti te
|| 7 ||
Im Gautamīya: Mantras im Paśu-Zustand sind lediglich Buchstaben. Auf dem Weg der Suṣumṇā ausgesprochen, erlangen sie Wirkmacht.
P1-0405 · Originalnummer 8
mantrākṣarāṇi citśaktau protāni paribhāvayet | tameva
paramavyomni paramānandavṛṃhite | darśayatyātmasadbhāvaṃ
pūjāhomādibhirvinā
|| 8 ||
Man vergegenwärtige die Mantrasilben als in die Bewusstseinskraft eingereiht. Diese [Kraft beziehungsweise der so belebte Mantra] offenbart im höchsten Raum, der vom höchsten Glück erfüllt ist, die wahre Gegenwart des Selbst, auch ohne Verehrung, Feueropfer und Ähnliches. [Das Bezugswort tameva ist im Satz nicht eindeutig.]
P1-0406 · Originalnummer 9
gautamīye daśākṣarapaṭale : mūlamantraṃ prāṇabuddhyā
suṣumnāmūladeśake | mantrārthaṃ tasya caitanyaṃ jīvaṃ
dhyātvā punaḥ punaḥ
|| 9 ||
Im Zehnsilben-Abschnitt des Gautamīya: Den Grundmantra am Wurzelort der Suṣumṇā als Lebenskraft verstehend, meditiere man immer wieder über seine Bedeutung, sein Bewusstsein und seine Lebensgegenwart. [Der Satz ist grammatisch verkürzt.]
P1-0407 · Originalnummer 10
kulārṇave'pi : mano'nyatra śivo'nyatra śaktiranyatra
mārutaḥ | na sidhyati varārohe kalpakoṭiśatairapi
|| 10 ||
Auch im Kulārṇava: Wenn der Geist anderswo ist, Śiva anderswo, Śakti und Atem wiederum anderswo, entsteht selbst in hunderten Millionen Kalpas keine Vollendung, o Schönhüftige.
P1-0408 · Originalnummer 11
jātasūtakamādau syādante ca mṛtasūtakam | sūtakadvayasaṃyukto
yo mantraḥ sa na sidhyati
|| 11 ||
Am Anfang besteht Geburtsunreinheit, am Ende Todesunreinheit. Ein mit beiden Unreinheiten verbundener Mantra wird nicht wirksam.
P1-0409 · Originalnummer 12
gurostadrahitaṃ kṛtvā mantraṃ
yāvajjapeddhiyā | sūtakadvayanirmuktaḥ sa mantraḥ sarvasiddhidaḥ
|| 12 ||
Nachdem man ihn durch den Guru von diesen befreit hat, rezitiere man ihn im Geist. Von beiden Unreinheiten frei gewährt der Mantra sämtliche Vollendungen. [Die Worttrennung am Anfang ist nicht sicher.]
P1-0410 · Originalnummer 13
tatraiva : tasmāddevi ! prayatnena dhruveṇa puṭitaṃ manum |
aṣṭottaraśataṃ vāpi saptavāraṃ japāditaḥ | japānte ca tato
japyāccaturvargaphalāptaye | brahmabījaṃ manordattvā cādyante
parameśvari | saptavāraṃ japenmantraṃ sūtakadvayamuktaye
|| 13 ||
Ebendort: Darum soll man, o Göttin, den Mantra sorgfältig mit Dhruva umhüllen und vor dem Japa sowie am Ende 108-mal oder siebenmal wiederholen, um die Früchte der vier Lebensziele zu erlangen. Man setze das Brahma-Bīja an Anfang und Ende des Mantras, o höchste Herrin, und rezitiere ihn siebenmal zur Befreiung von beiden Unreinheiten. [Dhruva und Brahma-Bīja bezeichnen hier verschlüsselt den Praṇava.]
P1-0411 · Originalnummer 14
mantrārthaṃ mantracaitanyaṃ yonimudrāṃ na vetti yaḥ | śatakoṭi
japenāpi tasya siddhirna jāyate
|| 14 ||
Wer die Bedeutung des Mantras, sein lebendiges Bewusstsein und die Yoni-Mudrā nicht kennt, für den entsteht selbst durch hundertmal zehn Millionen Wiederholungen keine Vollendung.
P1-0412 · Originalnummer 15
luptabījāśca ye mantrā na
sāsyanti phalaṃ priye | mantrāścaitanyasahitāḥ sarvasiddhikarāḥ
smṛtāḥ
|| 15 ||
Mantras mit verlorenen Bījas tragen keine Frucht, o Geliebte. Mit Bewusstsein verbundene Mantras gelten als sämtliche Vollendungen bewirkend.
P1-0413 · Originalnummer 16
caitavya rahitā mantrāḥ proktā varṇāstu kevalāḥ |
phalaṃ naiva prayacchanti lakṣakoṭi śataṃrapi
|| 16 ||
Mantras ohne Bewusstsein sind lediglich Buchstaben; sie tragen selbst bei Hunderttausenden, Millionen und hunderten Millionen Wiederholungen keine Frucht.
P1-0414 · Originalnummer 17
mantroccāre kṛte
yādṛk svarūpaṃ prathamaṃ bhavet | śate sahasre lakṣe vā koṭijāpe
na tatpalam
|| 17 ||
Die Gestalt beziehungsweise Erfahrung, die beim ersten bewussten Aussprechen des Mantras entsteht, [erlangt man] nicht als solche Frucht durch hundert, tausend, hunderttausend oder zehn Millionen [mechanische] Wiederholungen. [Der Vergleichssatz ist verkürzt; die Ergänzungen erläutern den Gegensatz im Zusammenhang.]
P1-0415 · Originalnummer 18
hṛdaye granthibhedaḥ syātsarvāvayavavarddhanam |
ānandāśruṇi pulako dehāveśaḥ kuleśvari | gadgadoktaśca sahasā
jāyate nātra saṃśayaḥ
|| 18 ||
Im Herzen wird der Knoten durchbrochen, alle Körperglieder erstarken; Freudentränen, Haarsträuben, Ergriffenheit des Körpers und plötzlich stockende Rede entstehen, o Herrin des Kula. Daran besteht kein Zweifel.
P1-0416 · Originalnummer 19
sakṛduccariteṣpyevaṃ mantre
caitavyasaṃyute | dṛśyante pratyayā yatra pārasparyaṃ taducyate
|| 19 ||
Wenn diese Zeichen bereits beim einmaligen Aussprechen eines mit Bewusstsein verbundenen Mantras sichtbar werden, heißt dies Pārasparya, wechselseitige Entsprechung. [Die Bezeichnung ist als überlieferter Fachausdruck bewahrt.]
P1-0417 · Originalnummer 20
māsamātraṃ japenmantraṃ bhūtalipyādi saṃyutam |
kramotkramātsahasrastu tasya siddho bhavenmanuḥ
|| 20 ||
Man rezitiere einen Monat lang den Mantra zusammen mit der Bhūtalipi und anderen Lautfolgen, aufsteigend und absteigend tausendmal; dann wird sein Mantra vollendet.
P1-0418 · Originalnummer 21
tatra bhūtalipiḥ : pañcahrasvāḥ sandhivarṇā
vyomerāgnijalandharāḥ | antyamādyaṃ dvitīyañca caturthaṃ
madhyamaṃ kramāt
|| 21 ||
Die Bhūtalipi lautet: die fünf kurzen Vokale, die Verbindungsvokale, die [durch] Raum, Feuer, Wasser und Erde [bezeichneten Laute]; dann der letzte, erste, zweite, vierte und mittlere Laut der Reihe nach … [Vyomerāgni ist beschädigt; die genaue Bīja-Folge ist nicht zuverlässig erschließbar.]
P1-0419 · Originalnummer 22
pañcavargākṣarāṇi
tasā0 3
syurdhāstaśvetendubhiḥ saha | eṣā bhūtalipiḥ
dvicatvāriṃśadakṣaraiḥ | evaṃ japaṃ purā kṛtvā tejorūpaṃ
samarpayet | devasya dakṣiṇe haste kuśapuṣpārghyavāribhiḥ
|| 22 ||
… die Buchstaben der fünf Lautgruppen zusammen mit „dhāstaśvetendu“ [beschädigte Lautumschreibung]. Diese Bhūtalipi umfasst zweiundvierzig Zeichen. Nach solchem Japa übergebe man ihn, als Lichtkraft vergegenwärtigt, mit Kuśa, Blumen und Arghya-Wasser in die rechte Hand der Gottheit. [„tasā0 3“ ist ein Druck- oder Seitenvermerk.]
P1-0420 · Originalnummer 23
saphalaṃ tadvibhāvyaivaṃ prāṇāyāmaṃ samācaret
|| 23 ||
Nachdem man ihn auf diese Weise als fruchttragend vergegenwärtigt hat, vollziehe man Prāṇāyāma.
P1-0421 · Originalnummer 24
japasyādau japānte ca tritayaṃ tritayañcaret
|| 24 ||
Am Anfang und am Ende des Japa vollziehe man jeweils drei [Prāṇāyāmas].
P1-0422 · Originalnummer 25
śaktiviṣaye devyā
vāmahaste |
tathā ca : evaṃ japaṃ purā kṛtvā gandhākṣatakṛśodakaiḥ |
japaṃ samarpayeddevyā vāmahaste vicakṣaṇaḥ
|| 25 ||
Bei Śakti [übergibt man] in die linke Hand der Göttin. So heißt es: Nachdem man Japa ausgeführt hat, soll der Verständige ihn mit Duftstoff, ungebrochenen Reiskörnern und Wasser in die linke Hand der Göttin übergeben. [Kṛśodaka ist beschädigt.]
P1-0423 · Originalnummer 26
japānte
pratyahaṃ devi homayettaddaśāṃśataḥ | tarpaṇañcābhiṣekañca
tattaddaśāṃśato mune | pratyahaṃ bhojayedviprān
nyūnādhikyapraśāntaye | athavā sarvasampūrṇe
homādikamathācaret
|| 26 ||
Jeden Tag nach dem Japa, o Göttin, opfere man ein Zehntel seiner Zahl im Feuer. Wassersättigung und Besprengung erfolgen jeweils mit einem Zehntel der vorangehenden Zahl, o Weiser. Jeden Tag speise man Brahmanen, um Mängel durch zu geringe oder übermäßige Ausführung zu besänftigen. Oder man vollziehe Feueropfer und die übrigen Handlungen nach Abschluss der gesamten Rezitation.
P1-0424 · Originalnummer 27
muṇḍamālāyām : yasya yāvān japaḥ proktastaddaśāṃśa
japaḥ kramāt | tattaddravyairjapasyānte homaṃ kuryāddine dine |
athavā lakṣasaṃkhyāyāṃ pūrṇāyāṃ homamācaret
|| 27 ||
Im Muṇḍamālā: Für welche Japa-Zahl auch immer die Vorschrift gilt, [folge] der Reihe nach ein Zehntel dieser Zahl. Am Ende des täglichen Japa vollziehe man mit den jeweils genannten Stoffen das Feueropfer. Oder man vollziehe es nach Abschluss der Zahl von hunderttausend. [Die Vorlage hat taddaśāṃśa japaḥ statt eines eindeutigen Bezugs auf die Opferzahl.]
P1-0425 · Originalnummer 28
tathā homādyaśaktau ca sanatkumāratantre : yadyadaṅgaṃ
bhavedbhaṅgaṃ tatsaṃkhyādviguṇo japaḥ | homābhāve japaḥ
kāryo homasaṃkhyācaturguṇaḥ
|| 28 ||
Bei Unvermögen zu Feueropfer und anderen Handlungen heißt es im Sanatkumāratantra: Für jeden ausfallenden Bestandteil gilt die doppelte entsprechende Japa-Zahl. Fehlt das Feueropfer, soll Japa mit der vierfachen Opferzahl ausgeführt werden.
P1-0426 · Originalnummer 29
viprāṇāṃ kṣatriyāṇāñca
rasasaṃkhyāguṇaḥ smṛtaḥ | vaiśyānāṃ vasusaṃkhyākameṣāṃ
strīṇāmayaṃ vidhiḥ
|| 29 ||
Für Brahmanen und Kṣatriyas gilt die durch „Geschmacksarten“ bezeichnete, also sechsfache Zahl; für Vaiśyas die durch Vasus bezeichnete, also achtfache. Dies ist auch die Regel für die Frauen dieser Gruppen. [Der Wortlaut ordnet die Gruppen nicht widerspruchsfrei der zuvor genannten Vierfachregel zu.]
P1-0427 · Originalnummer 30
yaṃ varṇamāśritaḥ śūdraḥ sa ca tasya
vidhiñcaret | anāśritasya śūdrasya diksaṃkhyākaḥ samīritaḥ
|| 30 ||
Ein Śūdra soll die Vorschrift jener sozialen Klasse befolgen, der er sich angeschlossen hat. Für einen keiner Klasse angeschlossenen Śūdra gilt die durch die Richtungen bezeichnete, also zehnfache Zahl.
P1-0428 · Originalnummer 31
śūdrasya viprabhabhaktasya tatpatnyāḥ sadṛśo japaḥ
|| 31 ||
Für einen einem Brahmanen ergebenen Śūdra gilt die gleiche Japa-Zahl wie für dessen Frau.
P1-0429 · Originalnummer 32
yoginīhṛdaye : homakarmaṇyaśaktānāṃ viprāṇāṃ dviguṇo
japaḥ | ita reṣāntu varṇānāṃ sarveṣāṃ triguṇādiḥ samīritaḥ |
triguṇa iti triguṇādirhomasaṃkhyātriguṇajapaḥ kṣatriyeṇa kāryaḥ |
vaiśyena caturguṇaḥ śūdreṇa pañcaguṇaḥ
|| 32 ||
Im Yoginīhṛdaya: Für Brahmanen, die zum Feueropfer nicht imstande sind, gilt die doppelte Japa-Zahl; für die übrigen Klassen die dreifache und weitere. „Dreifach“ bedeutet: Ein Kṣatriya soll die dreifache Opferzahl als Japa ausführen, ein Vaiśya die vierfache und ein Śūdra die fünffache.
P1-0430 · Originalnummer 33
taduktaṃ kulaprakāśe : yadyadaṅgaṃ vihīnaṃ
syāttatsaṃkhyādviguṇo japaḥ | kurvīta tricatuḥpañca
yathāsaṃkhyaṃ dvijātayaḥ | etena strīśūdrāṇāṃ
homādhikāraḥ
|| 33 ||
So im Kulaprakāśa: Für jeden fehlenden Bestandteil gilt die doppelte entsprechende Japa-Zahl; die Zweimalgeborenen sollen entsprechend drei-, vier- und fünffach ausführen. Daraus ergibt sich eine Befugnis zum Feueropfer auch für Frauen und Śūdras. [Die Gruppenangabe dvijātayaḥ passt nicht eindeutig zur folgenden Folgerung; die Vorlage wird in ihrer Argumentation bewahrt.]
P1-0431 · Originalnummer 34
tathā ca śūdrāṇāṃ tryasramīritamiti
kuṇḍaprakaraṇe śāradayāma strīṇāṃ homādhikāraśca |
tatraiva : lājaistrimadhuropetairhomaṃ kanyā pracacchati | anena
vidhinā kanyā varamāpnoti vāñchitam | ata eva strīṇāṃ
homādhikāraḥ sa ca brāhmaṇadvārā
|| 34 ||
Im Abschnitt über die Opfergrube des Śāradā heißt es: „Für Śūdras wird eine dreieckige [Grube] gelehrt.“ Auch die Feueropferbefugnis von Frauen wird ebendort genannt: Ein Mädchen opfert geröstete Körner mit den drei süßen Stoffen; durch dieses Verfahren erlangt sie den gewünschten Gatten. Daher besteht die Feueropferbefugnis von Frauen, und zwar durch Vermittlung eines Brahmanen.
P1-0432 · Originalnummer 35
tathā ca tantrāntare :
oṃkāroccāraṇāddhomātśālagrāmaśilārcanāt |
brāhmaṇīgamanāñcaiva śūdraścāṇḍālatāṃ vrajet | iti
sākṣānniṣedhāt ||
tathā : strīṇāmapi sarvatravaidikakarmasu
śūdratulyatvapratipādanāt |
strīśūdrakarasaṃsparśo vajrapāto mamopari iti bhagavadvacanāt
|| 35 ||
Denn in einem anderen Tantra heißt es: Durch Aussprechen von oṃ, Feueropfer, Verehrung eines Śālagrāma-Steins und Verkehr mit einer Brahmanin wird ein Śūdra zum Caṇḍāla. Dies ist ein ausdrückliches Verbot der unmittelbaren Ausführung. Ferner werden Frauen bei sämtlichen vedischen Handlungen den Śūdras gleichgestellt. Als Wort des Erhabenen wird angeführt: „Die Berührung durch die Hand einer Frau oder eines Śūdras ist ein Blitzschlag auf mich.“
P1-0433 · Originalnummer 36
nṛsiṃhatāpanoye'pi : sāvitrīṃ praṇavaṃ yajurlakṣmīṃ
strīśūdrayornecchanti sa mṛto'dhogacchati necchantīti paryantaṃ
parāśarabhāṣye'pi govindabhaṭṭa dhṛtam |
svāhāpraṇavasaṃyuktaṃ śūdre mantraṃ dadadvijaḥ | śūdro
nirayamāpnoti brāhmaṇo yātyadhogatim | yajurvedaḥ | lakṣmīḥ
śrībījamityarthaḥ
|| 36 ||
Auch im Nṛsiṃhatāpanīya: „Sāvitrī, Praṇava, Yajus und Lakṣmī wollen sie für Frauen und Śūdras nicht [zulassen]; wer [sie verwendet], geht nach dem Tod abwärts.“ Bis zu „wollen sie nicht“ wird der Satz auch von Govindabhaṭṭa im Parāśara-Kommentar angeführt. Wenn ein Zweimalgeborener einem Śūdra einen mit Svāhā und Praṇava verbundenen Mantra gibt, gerät der Śūdra in die Hölle und der Brahmane geht abwärts. Yajus bedeutet Yajurveda, Lakṣmī das Śrī-Bīja. [Der Zitatanfang ist syntaktisch beschädigt.]
P1-0434 · Originalnummer 37
tathā nārāyaṇakalpe'pi : aṣṭākṣaro mahāmantraḥ
saptārṇaḥ śūdrayoṣitoḥ | praṇavādiśca yo mantro na strīśūdre
praśasyate | iti sarvatra strīṇāṃ śūdravadvyavahāraḥ | śūdrasyāpi
svakarttṛkahoma iti kecit
|| 37 ||
Auch im Nārāyaṇakalpa: Der acht-silbige große Mantra hat für Śūdras und Frauen sieben Silben. Ein mit Praṇava beginnender Mantra wird für Frauen und Śūdras nicht gepriesen. So werden Frauen überall wie Śūdras behandelt. Einige meinen jedoch, auch ein Śūdra dürfe selbst das Feueropfer vollziehen.
P1-0435 · Originalnummer 38
tathā ca vārāhītantre : yadi kāmī bhavatyatra śūdro'pi
homamarmaṇi | vahnijāyāṃ parityajya hṛdayāntena homayet
|| 38 ||
So im Vārāhītantra: Wenn auch ein Śūdra ein wunschbezogenes Feueropfer ausführen will, soll er die „Gemahlin des Feuers“, also svāhā, weglassen und mit der Herz-Endung, also namaḥ, opfern.
P1-0436 · Originalnummer 38
sarveṣāṃ dviguṇajapaḥ ||
tathā ca vasiṣṭhe : yadyadaṅgaṃ vihīyeta tatsaṃyādviguṇo
japaḥ | karttavyaścāṅgasiddhārthaṃ tadaśaktena bhaktitaḥ
|| 38 ||
Für alle gilt die doppelte Japa-Zahl. So bei Vasiṣṭha: Für jeden ausfallenden Bestandteil soll derjenige, der ihn nicht ausführen kann, hingebungsvoll die doppelte Anzahl als Japa ausführen, um diesen Bestandteil zu ersetzen. [Die Originalnummer 38 ist hier doppelt vorhanden.]
P1-0437 · Originalnummer 40
na
cedaṅgaṃ vhīyeta tadviśiṣṭamavāpnuyāt | viprabhojanamātreṇa
vyaṅgaṃ sāṅgaṃ bhaveddhruvam | yadyadbhuṅkte dvijaḥ
sākṣāttatadbhuṅktehariḥ svayam
|| 40 ||
Wenn kein Bestandteil fehlt, erlangt man eine besondere Frucht. Schon durch Brahmanenspeisung wird eine unvollständige Handlung gewiss vollständig. Was ein Zweimalgeborener unmittelbar isst, das isst Hari selbst.
P1-0438 · Originalnummer 41
tathāgastyasaṃhitāyām : yadi home'pyaśaktaḥ
syātpūjāyāṃ tarpaṇe'pi vā tāvatsaṃkhyājapenaiva
brāhmaṇārādhanena ca | bhavedaṅgadvayenaiva puraścaraṇamārya
vai
|| 41 ||
Ebenso in der Agastyasaṃhitā: Ist man zu Feueropfer, Verehrung oder Wassersättigung nicht imstande, wird Puraścaraṇa, o Edler, allein durch Japa in der entsprechenden Zahl und die Ehrung der Brahmanen, also durch diese beiden Bestandteile, vollzogen.
P1-0439 · Originalnummer 42
vīrātantre : niyamaḥ puruṣe jñeyā na yoṣitsu kathañcacana |
nyāso yoṣitāmatra na dhyānaṃ na ca pūjanam |
kevalaṃjapamātreṇa mantrāḥ sidhyanti yoṣitām | ācāryamate
viprabhojane'pyanukalpaḥ
|| 42 ||
Im Vīrātantra: Die Regeln gelten für Männer, keineswegs für Frauen. Für Frauen gibt es hier weder Nyāsa, Meditation noch Verehrung als notwendige Bedingung; allein durch Japa werden ihre Mantras vollendet. Nach Auffassung des Lehrers besteht auch bei der Brahmanenspeisung eine Ersatzmöglichkeit.
P1-0440 · Originalnummer 43
tathā ca muṇḍamālāyām : yadi
pūjādyaśaktaśceddravyabhāvena sundari | kevalaṃ japamātreṇa
puraścaryā vidhīyate | atra brāhmaṇabhojanamāvaśyakameva |
sarthathā bhojayeddvijānkṛtasaṅkalpasiddhaye |
viprārādhanamātreṇa vyaṅgaṃ sāṅgaṃ bhaveddhruvam
|| 43 ||
So im Muṇḍamālā: Wenn man wegen mangelnder Mittel nicht zu Verehrung und anderen Handlungen imstande ist, o Schöne, wird Puraścaryā allein durch Japa vorgeschrieben. Hier ist Brahmanenspeisung jedoch unbedingt erforderlich: Unter allen Umständen soll man Zweimalgeborene speisen, damit der gefasste Vorsatz gelingt. Schon durch die Ehrung der Brahmanen wird Unvollständiges gewiss vollständig.
P1-0441 · Originalnummer 44
kulārṇave : dīkṣāhīnānpaśūnyastu bhojayedvā svamandire |
sa yāti parameśāni narakānekaviṃśatim
|| 44 ||
Im Kulārṇava: Wer in seinem Haus uneingeweihte Paśus speist, geht in einundzwanzig Höllen ein, o höchste Herrin.
P1-0442 · Originalnummer 45
evaṃ yaḥ kurute devi
! puraścaraṇakaṃ priye | sarvapāpavinirmukto devīsāyujyamāpnuyāt
|| 45 ||
Wer auf diese Weise Puraścaraṇa vollzieht, o Göttin, o Geliebte, wird von allen Sünden frei und erlangt das Einssein mit der Göttin.
P1-0443 · Originalnummer 46
tathā : taddaśāṃśena viprāṃśca kaulikānatha bhojayet |
kṣīrakhaṇḍādya bhojyaiśca bahumānapuraḥsaram
|| 46 ||
Ferner: Mit einem Zehntel dieser Zahl speise man Kaula-Brahmanen mit Milchspeisen, Zucker und anderen Speisen, begleitet von großer Hochachtung.
P1-0444 · Originalnummer 47
tataśca : guruve dakṣiṇāndadyādbhojanācchādanādibhiḥ |
gurusantoṣamātreṇa mantrasiddhirbhaveddhruvam | gurorabhāve
tatputrāya tatpatnyai vā nivedayet | tayorabhāve deveśi
brāhmaṇebhyo nivedayet
|| 47 ||
Danach gebe man dem Guru eine Ehrengabe, Speisen, Kleidung und Ähnliches. Allein durch die Zufriedenstellung des Gurus wird der Mantra gewiss vollendet. Ist der Guru abwesend, gebe man es seinem Sohn oder seiner Frau; fehlen auch diese, o Herrin der Götter, gebe man es Brahmanen.
P1-0445 · Originalnummer 48
samyak siddhaikamantrasya
pañcāṅgopāsanena ca | sarve mantrāśca sidyanti tatprasādāt
kuleśvari
|| 48 ||
Für den, dessen einer Mantra durch die fünfgliedrige Verehrung richtig vollendet ist, werden durch dessen Gnade auch alle anderen Mantras vollendet, o Herrin des Kula.
P1-0446 · Originalnummer 49
gurumūlamidaṃ sarvamityāhustantravedinaḥ |
ekagrāme sthito nityaṃ gatvā vandeta vai gurum | gurureva paraṃ
brahma tasmādau tamarcayet | tadante mahatīṃ pūjāṃ
kuryāsādhakasattamaḥ | suvāsinīṃ kumārīñca bhuṣaṇairapi
bhūṣayet | miṣṭhānnaṃ bahuśaṃ kāryaṃ bhuñjīta bandhubhiḥ
saha | evaṃ siddhamanurmantrī sādhayetsakalepsitān
|| 49 ||
Die Tantra-Kundigen sagen, all dies wurzele im Guru. Wohnt man im selben Dorf, soll man täglich zu ihm gehen und sich verneigen. Der Guru ist das höchste Brahman; darum verehre man ihn zuerst. Am Ende vollziehe der beste Übende eine große Verehrung. Er schmücke eine verheiratete Frau und ein Mädchen auch mit Schmuckstücken, bereite reichlich süße Speisen und esse zusammen mit den Verwandten. So verwirkliche der Mantrapraktizierende mit vollendetem Mantra alle gewünschten Ziele.
P1-0447 · Originalnummer 50
matāntare puraścaraṇavidhiḥ
tantre : athavānyaprakāreṇa puraścaraṇamucyate |
grahaṇe'rkasya cendorvā śuciḥ pūrvomupositaḥ | nadyāṃ
samudragāminyāṃ nābhimātrodake sthitaḥ |
sparśādvimuktiparyantaṃ japenmantramananyadhīḥ
|| 50 ||
Puraścaraṇa nach einer anderen Auffassung. Im Tantra: Nun wird eine andere Art beschrieben. Bei einer Sonnen- oder Mondfinsternis sei man rein und habe zuvor gefastet. In einem ins Meer fließenden Fluss stehe man in Wasser bis zum Nabel und rezitiere mit ungeteilter Aufmerksamkeit vom ersten Kontakt bis zum Ende der Finsternis.
P1-0448 · Originalnummer 51
yadi nakrādidūṣitā nadī bhavati tadā yatkarttavyaṃ tadāha
rudrayāmale : api śuddhodake snātvā śucau deśe samāhitaḥ |
grāsādvimuktiparyantaṃ japenmantramananyadhīḥ | iti kṛtvā na
sandeho japasya phalabhāgbhavet
|| 51 ||
Ist der Fluss durch Krokodile oder andere Gefahren beeinträchtigt, nennt das Rudrayāmala das Vorgehen: Man bade auch in reinem Wasser und rezitiere dann gesammelt an einem reinen Ort mit ungeteilter Aufmerksamkeit vom Verschlungenwerden [Beginn der Finsternis] bis zur Freigabe. Wer dies tut, erlangt ohne Zweifel die Frucht des Japa.
P1-0449 · Originalnummer 52
nadyabhāve : yadvā puṇyodake snātvā śuciḥ
pūrvamupoṣitaḥ | grahaṇā divimokṣāntaṃ japenmantraṃ
samāhitaḥ
|| 52 ||
Fehlt ein Fluss: Oder man bade in heiligem Wasser, sei rein und habe zuvor gefastet; dann rezitiere man gesammelt vom Beginn bis zum Ende der Finsternis.
Sanskrit in Devanagari
Die Schriftfassung stammt aus der gesicherten Vorlage und ist aus IAST abgeleitet. Sie ist kein unabhängiger Textzeuge. Ritualgrenzen innerhalb einer Einheit wurden in beiden Schriftfassungen an derselben Einleitungsformel getrennt; der ungeteilte Beleg bleibt im Quellenarchiv erhalten.
P1-0387
अथ जपफलम् :
शिवधर्मे : जपनिष्ठो द्विजश्रेष्ठोऽखिलयज्ञफलं लभेत्
। सर्वेषामेव यज्ञानां जायतेऽसौ महाफलः
॥ ८९ ॥
P1-0388
जपेन
देवता नित्यं स्तूयमाना प्रसीदति । प्रसन्ना विपुलान् कामान्
दद्यान्मुक्तिञ्च शाश्वतीम्
॥ ९० ॥
P1-0389
यक्षरक्षः पिशाचाश्च
ग्रहाः सर्पाश्च भीषणाः । जल्पिनं नोपसर्पन्ति भयभीताः
समन्ततः
॥ ९१ ॥
P1-0390
पद्मनारदोययोः : यावन्तः कर्मयज्ञाः स्युः
प्रतिष्ठादितपांसि च । सर्वे ते जपयज्ञस्य कलां नार्हन्ति
षोडशीम्
॥ ९२ ॥
P1-0391
माहात्म्यं वाचिकस्यैतज्जपयज्ञस्य कीर्तितम् ।
तस्माच्छतगुणोपांशुः सहस्रो मानसः स्मृतः
॥ ९३ ॥
P1-0392
मानसः
सिद्धकामानां पुष्टिकामैरुपांशुकः । वाचिको मारणे चैव
प्रशस्तो जप ईरितः
॥ ९४ ॥
P1-0393
गौतमीये : शक्त्या त्रिषवर्ण स्नानमशक्तो द्विः सकृच्च वा
। त्रिसन्ध्यं प्रजपेन्मन्त्रं पूजनञ्च समं भवेत् ।
सन्ध्यात्रये पूजाङ्गत्वात्जपमष्टोत्तरशतमित्यर्थः
॥ ९५ ॥
P1-0394
एकदा वा भवेत्पूजा जपेत्तत्पूजनं विना । जपान्ते वा
भवेत्पूजा पूजान्ते वा जपेन्मनुम्
॥ ९६ ॥
P1-0395
प्रातःकाले समारभ्य
जपेन्मध्यन्दिनावधि । (मध्यन्दिनावधीति न नियमपरं
किन्त्वधिककाल व्यवच्छेदपरम् । अन्यथा तत्समयजपनियमे
कदाचित्जिह्वाया जाड्याजाड्येन प्रतिनियतजपसंख्याया
अपूर्णत्वे अधिकत्वे वा नियमभङ्गः स्यात्)
॥ ९७ ॥
P1-0396
मनः
संहृत्य विषयान्मन्त्रार्थगतमानसः । न द्रुतं न विलम्बञ्च
जपेन्मौक्तिकहारवत्
॥ ९८ ॥
P1-0397
अथ जपनिरूपणम् :
जपः स्यादक्षरावृत्तिर्मानसोपांशुवाचिकैः । धिया
यदक्षरश्रेणीं वर्णस्वरपदात्मिकाम् । उच्चरेदर्थमुद्दिश्य
मानसः स जपः स्मृतः
॥ ९९ ॥
P1-0398
जिह्वोष्ठौ
चालयेत्किञ्चिद्देवतागतमानसः । किञ्चित्श्रवणयोग्यः
स्यादुपांशुः स जपः स्मृतः
॥ १०० ॥
P1-0399
विशुद्धेश्वरतन्त्रे : निजकर्णागोचरोऽयं स जपो मानसः
स्मृतः । उपांशुर्निजकर्णस्य गोचरः परिकीर्तितः
॥ १ ॥
P1-0400
मन्त्रमुच्चारयेद्वाचा स जपो वाचिकः स्मृतः ।
उच्चैर्जपाद्विशिष्टः स्यादुपांशुर्दशभिर्गुणैः
॥ २ ॥
P1-0401
जिह्वाजपः शतगुणः सहस्रो मानसः स्मृतः
॥ ३ ॥
P1-0402
तन्त्रान्तरे : उच्चैर्जपोऽधमः प्रोक्त उपांशुर्मध्यमः
स्मृतः । उत्तमो मानसो देवि ! त्रिविधः कथितो जपः । जिह्वाजपः
सविज्ञेयः केवलं जिह्वया बुधैः । अतिह्रस्वो व्याधिहेतुरतिदीर्घो
वसुक्षयः । अक्षराक्षर संयुक्तं जपेन्मौक्तिकहारवत्
॥ ५ ॥
P1-0403
मनसा यत्स्मरेत्स्तोत्रं वचसा वा मनुं स्मरेत् । उभयं
निष्फलं याति भिन्नभाण्डोदकं यथा
॥ ६ ॥
P1-0404
गौतमीये : पशुभावे स्थिता मन्त्राः प्रोक्ता वर्णास्तु
केवलाः । सौषुम्नध्वन्युच्चरिता प्रभुत्वं प्राप्नुवन्ति ते
॥ ७ ॥
P1-0405
मन्त्राक्षराणि चित्शक्तौ प्रोतानि परिभावयेत् । तमेव
परमव्योम्नि परमानन्दवृंहिते । दर्शयत्यात्मसद्भावं
पूजाहोमादिभिर्विना
॥ ८ ॥
P1-0406
गौतमीये दशाक्षरपटले : मूलमन्त्रं प्राणबुद्ध्या
सुषुम्नामूलदेशके । मन्त्रार्थं तस्य चैतन्यं जीवं
ध्यात्वा पुनः पुनः
॥ ९ ॥
P1-0407
कुलार्णवेऽपि : मनोऽन्यत्र शिवोऽन्यत्र शक्तिरन्यत्र
मारुतः । न सिध्यति वरारोहे कल्पकोटिशतैरपि
॥ १० ॥
P1-0408
जातसूतकमादौ स्यादन्ते च मृतसूतकम् । सूतकद्वयसंयुक्तो
यो मन्त्रः स न सिध्यति
॥ ११ ॥
P1-0409
गुरोस्तद्रहितं कृत्वा मन्त्रं
यावज्जपेद्धिया । सूतकद्वयनिर्मुक्तः स मन्त्रः सर्वसिद्धिदः
॥ १२ ॥
P1-0410
तत्रैव : तस्माद्देवि ! प्रयत्नेन ध्रुवेण पुटितं मनुम् ।
अष्टोत्तरशतं वापि सप्तवारं जपादितः । जपान्ते च ततो
जप्याच्चतुर्वर्गफलाप्तये । ब्रह्मबीजं मनोर्दत्त्वा चाद्यन्ते
परमेश्वरि । सप्तवारं जपेन्मन्त्रं सूतकद्वयमुक्तये
॥ १३ ॥
P1-0411
मन्त्रार्थं मन्त्रचैतन्यं योनिमुद्रां न वेत्ति यः । शतकोटि
जपेनापि तस्य सिद्धिर्न जायते
॥ १४ ॥
P1-0412
लुप्तबीजाश्च ये मन्त्रा न
सास्यन्ति फलं प्रिये । मन्त्राश्चैतन्यसहिताः सर्वसिद्धिकराः
स्मृताः
॥ १५ ॥
P1-0413
चैतव्य रहिता मन्त्राः प्रोक्ता वर्णास्तु केवलाः ।
फलं नैव प्रयच्छन्ति लक्षकोटि शतंरपि
॥ १६ ॥
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मन्त्रोच्चारे कृते
यादृक् स्वरूपं प्रथमं भवेत् । शते सहस्रे लक्षे वा कोटिजापे
न तत्पलम्
॥ १७ ॥
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हृदये ग्रन्थिभेदः स्यात्सर्वावयववर्द्धनम् ।
आनन्दाश्रुणि पुलको देहावेशः कुलेश्वरि । गद्गदोक्तश्च सहसा
जायते नात्र संशयः
॥ १८ ॥
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सकृदुच्चरितेष्प्येवं मन्त्रे
चैतव्यसंयुते । दृश्यन्ते प्रत्यया यत्र पारस्पर्यं तदुच्यते
॥ १९ ॥
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मासमात्रं जपेन्मन्त्रं भूतलिप्यादि संयुतम् ।
क्रमोत्क्रमात्सहस्रस्तु तस्य सिद्धो भवेन्मनुः
॥ २० ॥
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तत्र भूतलिपिः : पञ्चह्रस्वाः सन्धिवर्णा
व्योमेराग्निजलन्धराः । अन्त्यमाद्यं द्वितीयञ्च चतुर्थं
मध्यमं क्रमात्
॥ २१ ॥
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पञ्चवर्गाक्षराणि
तसा० ३
स्युर्धास्तश्वेतेन्दुभिः सह । एषा भूतलिपिः
द्विचत्वारिंशदक्षरैः । एवं जपं पुरा कृत्वा तेजोरूपं
समर्पयेत् । देवस्य दक्षिणे हस्ते कुशपुष्पार्घ्यवारिभिः
॥ २२ ॥
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सफलं तद्विभाव्यैवं प्राणायामं समाचरेत्
॥ २३ ॥
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जपस्यादौ जपान्ते च त्रितयं त्रितयञ्चरेत्
॥ २४ ॥
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शक्तिविषये देव्या
वामहस्ते ।
तथा च : एवं जपं पुरा कृत्वा गन्धाक्षतकृशोदकैः ।
जपं समर्पयेद्देव्या वामहस्ते विचक्षणः
॥ २५ ॥
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जपान्ते
प्रत्यहं देवि होमयेत्तद्दशांशतः । तर्पणञ्चाभिषेकञ्च
तत्तद्दशांशतो मुने । प्रत्यहं भोजयेद्विप्रान्
न्यूनाधिक्यप्रशान्तये । अथवा सर्वसम्पूर्णे
होमादिकमथाचरेत्
॥ २६ ॥
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मुण्डमालायाम् : यस्य यावान् जपः प्रोक्तस्तद्दशांश
जपः क्रमात् । तत्तद्द्रव्यैर्जपस्यान्ते होमं कुर्याद्दिने दिने ।
अथवा लक्षसंख्यायां पूर्णायां होममाचरेत्
॥ २७ ॥
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तथा होमाद्यशक्तौ च सनत्कुमारतन्त्रे : यद्यदङ्गं
भवेद्भङ्गं तत्संख्याद्विगुणो जपः । होमाभावे जपः
कार्यो होमसंख्याचतुर्गुणः
॥ २८ ॥
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विप्राणां क्षत्रियाणाञ्च
रससंख्यागुणः स्मृतः । वैश्यानां वसुसंख्याकमेषां
स्त्रीणामयं विधिः
॥ २९ ॥
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यं वर्णमाश्रितः शूद्रः स च तस्य
विधिञ्चरेत् । अनाश्रितस्य शूद्रस्य दिक्संख्याकः समीरितः
॥ ३० ॥
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शूद्रस्य विप्रभभक्तस्य तत्पत्न्याः सदृशो जपः
॥ ३१ ॥
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योगिनीहृदये : होमकर्मण्यशक्तानां विप्राणां द्विगुणो
जपः । इत रेषान्तु वर्णानां सर्वेषां त्रिगुणादिः समीरितः ।
त्रिगुण इति त्रिगुणादिर्होमसंख्यात्रिगुणजपः क्षत्रियेण कार्यः ।
वैश्येन चतुर्गुणः शूद्रेण पञ्चगुणः
॥ ३२ ॥
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तदुक्तं कुलप्रकाशे : यद्यदङ्गं विहीनं
स्यात्तत्संख्याद्विगुणो जपः । कुर्वीत त्रिचतुःपञ्च
यथासंख्यं द्विजातयः । एतेन स्त्रीशूद्राणां
होमाधिकारः
॥ ३३ ॥
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तथा च शूद्राणां त्र्यस्रमीरितमिति
कुण्डप्रकरणे शारदयाम स्त्रीणां होमाधिकारश्च ।
तत्रैव : लाजैस्त्रिमधुरोपेतैर्होमं कन्या प्रचच्छति । अनेन
विधिना कन्या वरमाप्नोति वाञ्छितम् । अत एव स्त्रीणां
होमाधिकारः स च ब्राह्मणद्वारा
॥ ३४ ॥
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तथा च तन्त्रान्तरे :
ओंकारोच्चारणाद्धोमात्शालग्रामशिलार्चनात् ।
ब्राह्मणीगमनाञ्चैव शूद्रश्चाण्डालतां व्रजेत् । इति
साक्षान्निषेधात् ॥
तथा : स्त्रीणामपि सर्वत्रवैदिककर्मसु
शूद्रतुल्यत्वप्रतिपादनात् ।
स्त्रीशूद्रकरसंस्पर्शो वज्रपातो ममोपरि इति भगवद्वचनात्
॥ ३५ ॥
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नृसिंहतापनोयेऽपि : सावित्रीं प्रणवं यजुर्लक्ष्मीं
स्त्रीशूद्रयोर्नेच्छन्ति स मृतोऽधोगच्छति नेच्छन्तीति पर्यन्तं
पराशरभाष्येऽपि गोविन्दभट्ट धृतम् ।
स्वाहाप्रणवसंयुक्तं शूद्रे मन्त्रं ददद्विजः । शूद्रो
निरयमाप्नोति ब्राह्मणो यात्यधोगतिम् । यजुर्वेदः । लक्ष्मीः
श्रीबीजमित्यर्थः
॥ ३६ ॥
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तथा नारायणकल्पेऽपि : अष्टाक्षरो महामन्त्रः
सप्तार्णः शूद्रयोषितोः । प्रणवादिश्च यो मन्त्रो न स्त्रीशूद्रे
प्रशस्यते । इति सर्वत्र स्त्रीणां शूद्रवद्व्यवहारः । शूद्रस्यापि
स्वकर्त्तृकहोम इति केचित्
॥ ३७ ॥
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तथा च वाराहीतन्त्रे : यदि कामी भवत्यत्र शूद्रोऽपि
होममर्मणि । वह्निजायां परित्यज्य हृदयान्तेन होमयेत्
॥ ३८ ॥
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सर्वेषां द्विगुणजपः ॥
तथा च वसिष्ठे : यद्यदङ्गं विहीयेत तत्संयाद्विगुणो
जपः । कर्त्तव्यश्चाङ्गसिद्धार्थं तदशक्तेन भक्तितः
॥ ३८ ॥
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न
चेदङ्गं व्हीयेत तद्विशिष्टमवाप्नुयात् । विप्रभोजनमात्रेण
व्यङ्गं साङ्गं भवेद्ध्रुवम् । यद्यद्भुङ्क्ते द्विजः
साक्षात्ततद्भुङ्क्तेहरिः स्वयम्
॥ ४० ॥
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तथागस्त्यसंहितायाम् : यदि होमेऽप्यशक्तः
स्यात्पूजायां तर्पणेऽपि वा तावत्संख्याजपेनैव
ब्राह्मणाराधनेन च । भवेदङ्गद्वयेनैव पुरश्चरणमार्य
वै
॥ ४१ ॥
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वीरातन्त्रे : नियमः पुरुषे ज्ञेया न योषित्सु कथञ्चचन ।
न्यासो योषितामत्र न ध्यानं न च पूजनम् ।
केवलंजपमात्रेण मन्त्राः सिध्यन्ति योषिताम् । आचार्यमते
विप्रभोजनेऽप्यनुकल्पः
॥ ४२ ॥
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तथा च मुण्डमालायाम् : यदि
पूजाद्यशक्तश्चेद्द्रव्यभावेन सुन्दरि । केवलं जपमात्रेण
पुरश्चर्या विधीयते । अत्र ब्राह्मणभोजनमावश्यकमेव ।
सर्थथा भोजयेद्द्विजान्कृतसङ्कल्पसिद्धये ।
विप्राराधनमात्रेण व्यङ्गं साङ्गं भवेद्ध्रुवम्
॥ ४३ ॥
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कुलार्णवे : दीक्षाहीनान्पशून्यस्तु भोजयेद्वा स्वमन्दिरे ।
स याति परमेशानि नरकानेकविंशतिम्
॥ ४४ ॥
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एवं यः कुरुते देवि
! पुरश्चरणकं प्रिये । सर्वपापविनिर्मुक्तो देवीसायुज्यमाप्नुयात्
॥ ४५ ॥
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तथा : तद्दशांशेन विप्रांश्च कौलिकानथ भोजयेत् ।
क्षीरखण्डाद्य भोज्यैश्च बहुमानपुरःसरम्
॥ ४६ ॥
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ततश्च : गुरुवे दक्षिणान्दद्याद्भोजनाच्छादनादिभिः ।
गुरुसन्तोषमात्रेण मन्त्रसिद्धिर्भवेद्ध्रुवम् । गुरोरभावे
तत्पुत्राय तत्पत्न्यै वा निवेदयेत् । तयोरभावे देवेशि
ब्राह्मणेभ्यो निवेदयेत्
॥ ४७ ॥
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सम्यक् सिद्धैकमन्त्रस्य
पञ्चाङ्गोपासनेन च । सर्वे मन्त्राश्च सिद्यन्ति तत्प्रसादात्
कुलेश्वरि
॥ ४८ ॥
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गुरुमूलमिदं सर्वमित्याहुस्तन्त्रवेदिनः ।
एकग्रामे स्थितो नित्यं गत्वा वन्देत वै गुरुम् । गुरुरेव परं
ब्रह्म तस्मादौ तमर्चयेत् । तदन्ते महतीं पूजां
कुर्यासाधकसत्तमः । सुवासिनीं कुमारीञ्च भुषणैरपि
भूषयेत् । मिष्ठान्नं बहुशं कार्यं भुञ्जीत बन्धुभिः
सह । एवं सिद्धमनुर्मन्त्री साधयेत्सकलेप्सितान्
॥ ४९ ॥
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मतान्तरे पुरश्चरणविधिः
तन्त्रे : अथवान्यप्रकारेण पुरश्चरणमुच्यते ।
ग्रहणेऽर्कस्य चेन्दोर्वा शुचिः पूर्वोमुपोसितः । नद्यां
समुद्रगामिन्यां नाभिमात्रोदके स्थितः ।
स्पर्शाद्विमुक्तिपर्यन्तं जपेन्मन्त्रमनन्यधीः
॥ ५० ॥
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यदि नक्रादिदूषिता नदी भवति तदा यत्कर्त्तव्यं तदाह
रुद्रयामले : अपि शुद्धोदके स्नात्वा शुचौ देशे समाहितः ।
ग्रासाद्विमुक्तिपर्यन्तं जपेन्मन्त्रमनन्यधीः । इति कृत्वा न
सन्देहो जपस्य फलभाग्भवेत्
॥ ५१ ॥
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नद्यभावे : यद्वा पुण्योदके स्नात्वा शुचिः
पूर्वमुपोषितः । ग्रहणा दिविमोक्षान्तं जपेन्मन्त्रं
समाहितः
॥ ५२ ॥
Deutsche Übersetzung des Ritualabschnitts
P1-0387
Nun die Frucht des Japa. Im Śivadharma: Der beste Zweimalgeborene, der im Japa beständig ist, erlangt die Frucht sämtlicher Opfer; von allen Opfern bringt dieses die große Frucht.
P1-0388
Durch Japa beständig gepriesen, wird die Gottheit gnädig. Wohlgesinnt gewährt sie große Wunscherfüllungen und ewige Befreiung.
P1-0389
Yakṣas, Rākṣasas, Piśācas, besitzergreifende Mächte und furchtbare Schlangen nähern sich dem Rezitierenden nicht; sie fürchten ihn von allen Seiten.
P1-0390
Im Padma und Nāradīya: Alle rituellen Opfer, Einsetzungen und asketischen Übungen zusammen erreichen nicht einmal den sechzehnten Teil des Japa-Opfers.
P1-0391
Diese Größe wurde vom hörbar gesprochenen Japa-Opfer verkündet. Leises Japa gilt als hundertmal, geistiges als tausendmal wirksamer.
P1-0392
Geistiges Japa wird für diejenigen gepriesen, die Vollendung begehren, leises für diejenigen, die Gedeihen wünschen, und hörbares für Tötungsrituale.
P1-0393
Im Gautamīya: Nach Möglichkeit bade man dreimal täglich, bei Unvermögen zweimal oder einmal. Zu den drei Tagesübergängen rezitiere man den Mantra und vollziehe ebenso oft die Verehrung. Gemeint ist Japa von 108 Wiederholungen als Bestandteil der Verehrung zu den drei Tagesübergängen.
P1-0394
Oder die Verehrung finde einmal täglich statt; dann rezitiere man [zu den übrigen Zeiten] ohne sie. Die Verehrung kann am Ende des Japa stattfinden oder der Mantra-Japa am Ende der Verehrung.
P1-0395
Man beginne am Morgen und rezitiere bis zum Mittag. [Kommentar der Quelle:] „Bis zum Mittag“ ist keine starre Vorschrift, sondern grenzt eine übermäßig lange Zeit aus. Wäre die Rezitation genau an diese Zeit gebunden, könnte bei gelegentlicher Trägheit oder Beweglichkeit der Zunge die festgelegte Anzahl unvollständig bleiben oder überschritten werden und die Regel verletzt werden.
P1-0396
Man ziehe den Geist von den Sinnesgegenständen zurück und richte ihn auf die Mantrabedeutung. Weder schnell noch schleppend rezitiere man, gleich einer Perlenkette.
P1-0397
Nun die Bestimmung des Japa: Japa ist die Wiederholung der Silben, geistig, leise oder hörbar. Wenn man mit dem Denken die aus Lauten, Vokalen beziehungsweise Tonakzenten und Wörtern bestehende Silbenfolge unter Hinwendung zu ihrer Bedeutung ausspricht, gilt dies als geistiges Japa.
P1-0398
Wenn man Zunge und Lippen leicht bewegt, den Geist auf die Gottheit richtet und der Laut gerade noch hörbar ist, gilt dies als leises Japa.
P1-0399
Im Viśuddheśvaratantra: Was dem eigenen Ohr nicht zugänglich ist, gilt als geistiges Japa; was dem eigenen Ohr zugänglich ist, wird leises Japa genannt.
P1-0400
Wenn man den Mantra mit der Stimme ausspricht, heißt dies hörbares Japa. Leises Japa übertrifft lautes um das Zehnfache.
P1-0401
Zungen-Japa wirkt hundertfach, geistiges tausendfach.
P1-0402
In einem anderen Tantra: Lautes Japa gilt als das niedrigste, leises als das mittlere, geistiges als das höchste, o Göttin. So sind drei Arten beschrieben. Zungen-Japa ist von den Verständigen als allein mit der Zunge ausgeführtes zu verstehen. Zu kurze Rezitation verursacht Krankheit, zu lange Vermögensverlust. Silbe an Silbe gereiht rezitiere man wie eine Perlenkette. [Die Originalzählung überspringt 4.]
P1-0403
Wenn man ein Stotra im Geist vergegenwärtigt oder einen Mantra mit der Stimme vergegenwärtigt, geht beides fruchtlos verloren, wie Wasser aus einem zerbrochenen Gefäß. [Dieser Quellensatz steht in Spannung zu den unmittelbar vorher anerkannten Japa-Arten; er wird nicht still zu einer anderen Vorschrift umformuliert.]
P1-0404
Im Gautamīya: Mantras im Paśu-Zustand sind lediglich Buchstaben. Auf dem Weg der Suṣumṇā ausgesprochen, erlangen sie Wirkmacht.
P1-0405
Man vergegenwärtige die Mantrasilben als in die Bewusstseinskraft eingereiht. Diese [Kraft beziehungsweise der so belebte Mantra] offenbart im höchsten Raum, der vom höchsten Glück erfüllt ist, die wahre Gegenwart des Selbst, auch ohne Verehrung, Feueropfer und Ähnliches. [Das Bezugswort tameva ist im Satz nicht eindeutig.]
P1-0406
Im Zehnsilben-Abschnitt des Gautamīya: Den Grundmantra am Wurzelort der Suṣumṇā als Lebenskraft verstehend, meditiere man immer wieder über seine Bedeutung, sein Bewusstsein und seine Lebensgegenwart. [Der Satz ist grammatisch verkürzt.]
P1-0407
Auch im Kulārṇava: Wenn der Geist anderswo ist, Śiva anderswo, Śakti und Atem wiederum anderswo, entsteht selbst in hunderten Millionen Kalpas keine Vollendung, o Schönhüftige.
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Am Anfang besteht Geburtsunreinheit, am Ende Todesunreinheit. Ein mit beiden Unreinheiten verbundener Mantra wird nicht wirksam.
P1-0409
Nachdem man ihn durch den Guru von diesen befreit hat, rezitiere man ihn im Geist. Von beiden Unreinheiten frei gewährt der Mantra sämtliche Vollendungen. [Die Worttrennung am Anfang ist nicht sicher.]
P1-0410
Ebendort: Darum soll man, o Göttin, den Mantra sorgfältig mit Dhruva umhüllen und vor dem Japa sowie am Ende 108-mal oder siebenmal wiederholen, um die Früchte der vier Lebensziele zu erlangen. Man setze das Brahma-Bīja an Anfang und Ende des Mantras, o höchste Herrin, und rezitiere ihn siebenmal zur Befreiung von beiden Unreinheiten. [Dhruva und Brahma-Bīja bezeichnen hier verschlüsselt den Praṇava.]
P1-0411
Wer die Bedeutung des Mantras, sein lebendiges Bewusstsein und die Yoni-Mudrā nicht kennt, für den entsteht selbst durch hundertmal zehn Millionen Wiederholungen keine Vollendung.
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Mantras mit verlorenen Bījas tragen keine Frucht, o Geliebte. Mit Bewusstsein verbundene Mantras gelten als sämtliche Vollendungen bewirkend.
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Mantras ohne Bewusstsein sind lediglich Buchstaben; sie tragen selbst bei Hunderttausenden, Millionen und hunderten Millionen Wiederholungen keine Frucht.
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Die Gestalt beziehungsweise Erfahrung, die beim ersten bewussten Aussprechen des Mantras entsteht, [erlangt man] nicht als solche Frucht durch hundert, tausend, hunderttausend oder zehn Millionen [mechanische] Wiederholungen. [Der Vergleichssatz ist verkürzt; die Ergänzungen erläutern den Gegensatz im Zusammenhang.]
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Im Herzen wird der Knoten durchbrochen, alle Körperglieder erstarken; Freudentränen, Haarsträuben, Ergriffenheit des Körpers und plötzlich stockende Rede entstehen, o Herrin des Kula. Daran besteht kein Zweifel.
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Wenn diese Zeichen bereits beim einmaligen Aussprechen eines mit Bewusstsein verbundenen Mantras sichtbar werden, heißt dies Pārasparya, wechselseitige Entsprechung. [Die Bezeichnung ist als überlieferter Fachausdruck bewahrt.]
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Man rezitiere einen Monat lang den Mantra zusammen mit der Bhūtalipi und anderen Lautfolgen, aufsteigend und absteigend tausendmal; dann wird sein Mantra vollendet.
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Die Bhūtalipi lautet: die fünf kurzen Vokale, die Verbindungsvokale, die [durch] Raum, Feuer, Wasser und Erde [bezeichneten Laute]; dann der letzte, erste, zweite, vierte und mittlere Laut der Reihe nach … [Vyomerāgni ist beschädigt; die genaue Bīja-Folge ist nicht zuverlässig erschließbar.]
P1-0419
… die Buchstaben der fünf Lautgruppen zusammen mit „dhāstaśvetendu“ [beschädigte Lautumschreibung]. Diese Bhūtalipi umfasst zweiundvierzig Zeichen. Nach solchem Japa übergebe man ihn, als Lichtkraft vergegenwärtigt, mit Kuśa, Blumen und Arghya-Wasser in die rechte Hand der Gottheit. [„tasā0 3“ ist ein Druck- oder Seitenvermerk.]
P1-0420
Nachdem man ihn auf diese Weise als fruchttragend vergegenwärtigt hat, vollziehe man Prāṇāyāma.
P1-0421
Am Anfang und am Ende des Japa vollziehe man jeweils drei [Prāṇāyāmas].
P1-0422
Bei Śakti [übergibt man] in die linke Hand der Göttin. So heißt es: Nachdem man Japa ausgeführt hat, soll der Verständige ihn mit Duftstoff, ungebrochenen Reiskörnern und Wasser in die linke Hand der Göttin übergeben. [Kṛśodaka ist beschädigt.]
P1-0423
Jeden Tag nach dem Japa, o Göttin, opfere man ein Zehntel seiner Zahl im Feuer. Wassersättigung und Besprengung erfolgen jeweils mit einem Zehntel der vorangehenden Zahl, o Weiser. Jeden Tag speise man Brahmanen, um Mängel durch zu geringe oder übermäßige Ausführung zu besänftigen. Oder man vollziehe Feueropfer und die übrigen Handlungen nach Abschluss der gesamten Rezitation.
P1-0424
Im Muṇḍamālā: Für welche Japa-Zahl auch immer die Vorschrift gilt, [folge] der Reihe nach ein Zehntel dieser Zahl. Am Ende des täglichen Japa vollziehe man mit den jeweils genannten Stoffen das Feueropfer. Oder man vollziehe es nach Abschluss der Zahl von hunderttausend. [Die Vorlage hat taddaśāṃśa japaḥ statt eines eindeutigen Bezugs auf die Opferzahl.]
P1-0425
Bei Unvermögen zu Feueropfer und anderen Handlungen heißt es im Sanatkumāratantra: Für jeden ausfallenden Bestandteil gilt die doppelte entsprechende Japa-Zahl. Fehlt das Feueropfer, soll Japa mit der vierfachen Opferzahl ausgeführt werden.
P1-0426
Für Brahmanen und Kṣatriyas gilt die durch „Geschmacksarten“ bezeichnete, also sechsfache Zahl; für Vaiśyas die durch Vasus bezeichnete, also achtfache. Dies ist auch die Regel für die Frauen dieser Gruppen. [Der Wortlaut ordnet die Gruppen nicht widerspruchsfrei der zuvor genannten Vierfachregel zu.]
P1-0427
Ein Śūdra soll die Vorschrift jener sozialen Klasse befolgen, der er sich angeschlossen hat. Für einen keiner Klasse angeschlossenen Śūdra gilt die durch die Richtungen bezeichnete, also zehnfache Zahl.
P1-0428
Für einen einem Brahmanen ergebenen Śūdra gilt die gleiche Japa-Zahl wie für dessen Frau.
P1-0429
Im Yoginīhṛdaya: Für Brahmanen, die zum Feueropfer nicht imstande sind, gilt die doppelte Japa-Zahl; für die übrigen Klassen die dreifache und weitere. „Dreifach“ bedeutet: Ein Kṣatriya soll die dreifache Opferzahl als Japa ausführen, ein Vaiśya die vierfache und ein Śūdra die fünffache.
P1-0430
So im Kulaprakāśa: Für jeden fehlenden Bestandteil gilt die doppelte entsprechende Japa-Zahl; die Zweimalgeborenen sollen entsprechend drei-, vier- und fünffach ausführen. Daraus ergibt sich eine Befugnis zum Feueropfer auch für Frauen und Śūdras. [Die Gruppenangabe dvijātayaḥ passt nicht eindeutig zur folgenden Folgerung; die Vorlage wird in ihrer Argumentation bewahrt.]
P1-0431
Im Abschnitt über die Opfergrube des Śāradā heißt es: „Für Śūdras wird eine dreieckige [Grube] gelehrt.“ Auch die Feueropferbefugnis von Frauen wird ebendort genannt: Ein Mädchen opfert geröstete Körner mit den drei süßen Stoffen; durch dieses Verfahren erlangt sie den gewünschten Gatten. Daher besteht die Feueropferbefugnis von Frauen, und zwar durch Vermittlung eines Brahmanen.
P1-0432
Denn in einem anderen Tantra heißt es: Durch Aussprechen von oṃ, Feueropfer, Verehrung eines Śālagrāma-Steins und Verkehr mit einer Brahmanin wird ein Śūdra zum Caṇḍāla. Dies ist ein ausdrückliches Verbot der unmittelbaren Ausführung. Ferner werden Frauen bei sämtlichen vedischen Handlungen den Śūdras gleichgestellt. Als Wort des Erhabenen wird angeführt: „Die Berührung durch die Hand einer Frau oder eines Śūdras ist ein Blitzschlag auf mich.“
P1-0433
Auch im Nṛsiṃhatāpanīya: „Sāvitrī, Praṇava, Yajus und Lakṣmī wollen sie für Frauen und Śūdras nicht [zulassen]; wer [sie verwendet], geht nach dem Tod abwärts.“ Bis zu „wollen sie nicht“ wird der Satz auch von Govindabhaṭṭa im Parāśara-Kommentar angeführt. Wenn ein Zweimalgeborener einem Śūdra einen mit Svāhā und Praṇava verbundenen Mantra gibt, gerät der Śūdra in die Hölle und der Brahmane geht abwärts. Yajus bedeutet Yajurveda, Lakṣmī das Śrī-Bīja. [Der Zitatanfang ist syntaktisch beschädigt.]
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Auch im Nārāyaṇakalpa: Der acht-silbige große Mantra hat für Śūdras und Frauen sieben Silben. Ein mit Praṇava beginnender Mantra wird für Frauen und Śūdras nicht gepriesen. So werden Frauen überall wie Śūdras behandelt. Einige meinen jedoch, auch ein Śūdra dürfe selbst das Feueropfer vollziehen.
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So im Vārāhītantra: Wenn auch ein Śūdra ein wunschbezogenes Feueropfer ausführen will, soll er die „Gemahlin des Feuers“, also svāhā, weglassen und mit der Herz-Endung, also namaḥ, opfern.
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Für alle gilt die doppelte Japa-Zahl. So bei Vasiṣṭha: Für jeden ausfallenden Bestandteil soll derjenige, der ihn nicht ausführen kann, hingebungsvoll die doppelte Anzahl als Japa ausführen, um diesen Bestandteil zu ersetzen. [Die Originalnummer 38 ist hier doppelt vorhanden.]
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Wenn kein Bestandteil fehlt, erlangt man eine besondere Frucht. Schon durch Brahmanenspeisung wird eine unvollständige Handlung gewiss vollständig. Was ein Zweimalgeborener unmittelbar isst, das isst Hari selbst.
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Ebenso in der Agastyasaṃhitā: Ist man zu Feueropfer, Verehrung oder Wassersättigung nicht imstande, wird Puraścaraṇa, o Edler, allein durch Japa in der entsprechenden Zahl und die Ehrung der Brahmanen, also durch diese beiden Bestandteile, vollzogen.
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Im Vīrātantra: Die Regeln gelten für Männer, keineswegs für Frauen. Für Frauen gibt es hier weder Nyāsa, Meditation noch Verehrung als notwendige Bedingung; allein durch Japa werden ihre Mantras vollendet. Nach Auffassung des Lehrers besteht auch bei der Brahmanenspeisung eine Ersatzmöglichkeit.
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So im Muṇḍamālā: Wenn man wegen mangelnder Mittel nicht zu Verehrung und anderen Handlungen imstande ist, o Schöne, wird Puraścaryā allein durch Japa vorgeschrieben. Hier ist Brahmanenspeisung jedoch unbedingt erforderlich: Unter allen Umständen soll man Zweimalgeborene speisen, damit der gefasste Vorsatz gelingt. Schon durch die Ehrung der Brahmanen wird Unvollständiges gewiss vollständig.
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Im Kulārṇava: Wer in seinem Haus uneingeweihte Paśus speist, geht in einundzwanzig Höllen ein, o höchste Herrin.
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Wer auf diese Weise Puraścaraṇa vollzieht, o Göttin, o Geliebte, wird von allen Sünden frei und erlangt das Einssein mit der Göttin.
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Ferner: Mit einem Zehntel dieser Zahl speise man Kaula-Brahmanen mit Milchspeisen, Zucker und anderen Speisen, begleitet von großer Hochachtung.
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Danach gebe man dem Guru eine Ehrengabe, Speisen, Kleidung und Ähnliches. Allein durch die Zufriedenstellung des Gurus wird der Mantra gewiss vollendet. Ist der Guru abwesend, gebe man es seinem Sohn oder seiner Frau; fehlen auch diese, o Herrin der Götter, gebe man es Brahmanen.
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Für den, dessen einer Mantra durch die fünfgliedrige Verehrung richtig vollendet ist, werden durch dessen Gnade auch alle anderen Mantras vollendet, o Herrin des Kula.
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Die Tantra-Kundigen sagen, all dies wurzele im Guru. Wohnt man im selben Dorf, soll man täglich zu ihm gehen und sich verneigen. Der Guru ist das höchste Brahman; darum verehre man ihn zuerst. Am Ende vollziehe der beste Übende eine große Verehrung. Er schmücke eine verheiratete Frau und ein Mädchen auch mit Schmuckstücken, bereite reichlich süße Speisen und esse zusammen mit den Verwandten. So verwirkliche der Mantrapraktizierende mit vollendetem Mantra alle gewünschten Ziele.
P1-0447
Puraścaraṇa nach einer anderen Auffassung. Im Tantra: Nun wird eine andere Art beschrieben. Bei einer Sonnen- oder Mondfinsternis sei man rein und habe zuvor gefastet. In einem ins Meer fließenden Fluss stehe man in Wasser bis zum Nabel und rezitiere mit ungeteilter Aufmerksamkeit vom ersten Kontakt bis zum Ende der Finsternis.
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Ist der Fluss durch Krokodile oder andere Gefahren beeinträchtigt, nennt das Rudrayāmala das Vorgehen: Man bade auch in reinem Wasser und rezitiere dann gesammelt an einem reinen Ort mit ungeteilter Aufmerksamkeit vom Verschlungenwerden [Beginn der Finsternis] bis zur Freigabe. Wer dies tut, erlangt ohne Zweifel die Frucht des Japa.
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Fehlt ein Fluss: Oder man bade in heiligem Wasser, sei rein und habe zuvor gefastet; dann rezitiere man gesammelt vom Beginn bis zum Ende der Finsternis.
Verwandte Rituale
Diese bereits im Yoga-Vidya-Wiki verzeichneten Rituale vertiefen verwandte Formen der Verehrung:
- Große Yoga Vidya Puja
- Panchayatana Puja
- Shiva Manasa Puja
- Ganesha Puja
- Krishna Puja
- Durga Puja
- Pushpanjali
- Arati
Weitere Einzelanleitungen dieser Ausgabe:
- Japa mit der Fingermala nach dem Brihat Tantrasara
- Japa mit der Buchstabenmala nach dem Brihat Tantrasara
- Mala Weihe mit den fünf Shiva-Mantras nach dem Brihat Tantrasara
Quellen und redaktionelle Einordnung
Textgrundlage ist der in dieser Ausgabe gesicherte Ritualauszug des Brihat Tantrasara von Krishnananda Agamavagisha. Sanskrit und deutsche Übersetzung wurden aus der vorhandenen Fassung übernommen und der einzelnen Ritualform zugeordnet. Die praktische Gliederung und die ausdrücklich genannten Durchführungshilfen sind redaktionelle Ergänzungen. Eine neue unabhängige Kollation sämtlicher Sanskritlesungen wurde nicht vorgenommen.
Die allgemeinen Darbringungs- und Abschlussbelege stammen aus P1-0536–0540 sowie P2-0100–0120. Sie werden nur in dem dort bezeichneten Umfang herangezogen. Besondere Mantravorschriften, Gaben, Zahlen und Rückverweise der jeweiligen Gottheit haben Vorrang.
Die Querverweise zu bereits vorhandenen Ritualseiten wurden mit der Kategorie Puja und den daraus erreichbaren Seiten abgeglichen. Tantra Rituale bietet die ergänzende Übersicht.
Die Verehrung im Alltag weitertragen
Nimm die Erinnerung an die verehrte Gegenwart mit in dein Handeln. Die Gabe einer Blüte, die Wiederholung eines Mantras und eine bewusste Verneigung können daran erinnern, auch im Umgang mit anderen aufmerksam, wahrhaftig und gütig zu sein. Diese Anregung begleitet die überlieferte Praxis; sie ist kein zusätzliches Ritual.