Bhuvaneshvari Hrim Japa und neun Blütengaben
Bhuvaneshvari Hrim Japa und neun Blütengaben verbindet die innere Verehrung der Herrin der Welten mit neun Blütengaben an ihre Kräfte. Die wiederholte Keimsilbe Hrim sammelt die Aufmerksamkeit in der Gegenwart der Göttin; die Gaben bringen Dankbarkeit für tragende, nährende und schützende Kräfte des Lebens zum Ausdruck.

Umfang: Neun namentliche Blütengaben, stille Betrachtung und 108 Wiederholungen von Hrim.
Anlass, Voraussetzungen und Material
Für Praktizierende, die in den Bhuvaneshvari-Mantra unterwiesen sind. Benötigt werden neun Blüten, ein Teller, eine Gabenschale, ein sauberer Sitz und eine Mala. Ein Bild kann die Sammlung unterstützen. Plane etwa 15 bis 20 Minuten ein.
Zur Vertiefung passen Devi Puja, Devi Archanam, Kameshvari Puja. Alle für die hier beschriebene Sitzung erforderlichen Schritte sind unten ausgeschrieben.
1. Vorbereitung und Sankalpa
Lege neun Blüten auf einen Teller und stelle eine leere Gabenschale an den vorbereiteten Altarplatz. Wenn du ein Bild der Göttin verwendest, steht es dahinter. Setze dich aufrecht. Richte dich still darauf aus, die Welt und das eigene Leben als von göttlicher Gegenwart durchdrungen zu betrachten.
2. Bhuvaneshvari vergegenwärtigen
Betrachte Bhuvaneshvari still in der folgenden Gestalt nach dem Dhyana des Brihat Tantrasara: Sie leuchtet wie die aufgehende Sonne, trägt den Mond als Krone und hat drei Augen. Ihr Gesicht lächelt. Ihre vier Hände halten Elefantenstachel und Schlinge oder zeigen die Gesten des Segens und der Furchtlosigkeit. Ihre Gestalt ist die einer vollbrüstigen göttlichen Mutter. Hier wird diese Beschreibung innerlich betrachtet; ein Sanskrit-Dhyana wird nicht rezitiert.
3. Die neun Kräfte mit Blüten ehren
Sprich jede der folgenden Anrufungen einmal und lege jeweils eine Blüte in die Gabenschale. Die neun Kräfte werden gemeinsam als Entfaltungen der Göttin verehrt.
| Gabe | Vollständige Anrufung | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1. Blüte | oṃ jayāyai namaḥ | Om. Verehrung Jaya, der Sieghaften. |
| 2. Blüte | oṃ vijayāyai namaḥ | Om. Verehrung Vijaya, der Siegreichen. |
| 3. Blüte | oṃ ajitāyai namaḥ | Om. Verehrung Ajita, der Unbesiegten. |
| 4. Blüte | oṃ aparājitāyai namaḥ | Om. Verehrung Aparajita, der Unüberwindlichen. |
| 5. Blüte | oṃ nityāyai namaḥ | Om. Verehrung Nitya, der Ewigen. |
| 6. Blüte | oṃ vilāsinyai namaḥ | Om. Verehrung Vilasini, der spielerisch Strahlenden. |
| 7. Blüte | oṃ dogdhryai namaḥ | Om. Verehrung Dogdhri, der Nährenden und Milch Spendenden. |
| 8. Blüte | oṃ aghorāyai namaḥ | Om. Verehrung Aghora, der Nichtschrecklichen. |
| 9. Blüte | oṃ maṅgalāyai namaḥ | Om. Verehrung Mangala, der Glückverheißenden. |
4. Den Hrim Mantra wiederholen
Rezitiere die folgende vollständige Formel 108-mal leise oder im Geist:
hrīṃ
Hrīṃ ist hier die Keimsilbe Bhuvaneshvaris. Der Text entfaltet sie aus ha, ra, langem ī und dem Nasalpunkt. Als Bija ist sie eine Anrufung der Göttin und kein gewöhnliches übersetzbares Wort.
Eine ganze Formel zählt als eine Wiederholung. Bewege danach eine Perle der Mala weiter; die Meru-Perle zählt nicht mit. Atme während der Rezitation natürlich und bleibe bei der Bedeutung der Anrufung.
5. Das Japa darbringen
Stelle dir die Frucht deiner Rezitation als Gabe in der linken Hand der Göttin vor. Sprich einmal:
guhyātiguhyagoptrī tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me devi tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||
Du bist die Hüterin des Geheimsten. Nimm unsere Rezitation an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.
Falte die Hände vor dem Herzen, neige den Kopf und bleibe einen Augenblick still. Lass die bildhafte Betrachtung im Herzen zur Ruhe kommen. Damit ist diese Sitzung abgeschlossen.
Vertiefung
Yoga-Vidya-Vortrag zum Ablauf einer Puja; ergänzende Einführung in die Ritualhaltung. Das Video ist eine thematische Ergänzung; der konkrete Ablauf richtet sich nach dieser Anleitung.
Siehe auch
- Devi Puja
- Devi Archanam
- Kameshvari Puja
- Shrichakra Sadhanam – Ritualhandbuch
- Puja
- Japa
- Mantra
- Dhyana
- Bhakti
- Tantra
Seminare
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Quellen und redaktionelle Hinweise
Brihat Tantrasara von Kṛṣṇānanda Āgamavāgīśa, Sanskrit-IAST-Projektfassung, Teil 1, nach dem elektronischen Text M00013 auf Grundlage des Drucks Calcutta 1896. Die Versnummern gelten innerhalb des jeweils genannten Abschnitts. Bhuvaneshvari-Abschnitt, Verse 23–35: die Bija-Bildung wird in 23 ausdrücklich aufgelöst; die neun Pitha-Shaktis stehen in 25 und erneut im Puja-Zusammenhang von 35, der Dhyana in 33. Die weiblichen Dative der Namen sind regulär ausgeschrieben; insbesondere dogdhryai gehört zur in Vers 25 gegebenen Namensform dogdhrī und berichtigt die abweichende elektronische Schreibung dogghryai in 35. Der in der elektronischen Fassung fehlerhaft angeschlossene Dhyana wird als deutsche Betrachtung wiedergegeben. Die Zusammenstellung als neun Blütengaben mit anschließendem Japa ist redaktionell; sie beansprucht nicht die vollständige Pitha- oder Avarana-Puja.
Die Sitzung mit 108 Wiederholungen ist eine redaktionell begrenzte Praxisform. Ihr allgemeiner Japa-Rahmen folgt Mantramahodadhi 21.166–170, besonders 21.169; das Darbringungsgebet folgt 22.151–152. Die weibliche Form des Gebets ist auch im Brihat Tantrasara, allgemeine Puja-Paddhati, Vers 6, belegt. Die größere Purashcharana und die äußeren Avarana-Pujas des jeweiligen Gottheitenkapitels sind nicht Bestandteil dieser Sitzung.