Bahvricha Upanishad
Die Bahvricha Upanishad (Sanskrit: बह्वृचोपनिषत्, bahvṛcopaniṣat) gehört zur Gruppe der Shakta Upanishad und wird in der Muktika-Liste dem Rigveda zugeordnet. Im Mittelpunkt steht die eine Devi als Ursprung, Welt und nichtduales Brahman. Ihr Sanskrittext ist in unterschiedlichen Handschriften und Druckausgaben nicht immer gleich gegliedert; die folgende Ausgabe folgt der vollständig überlieferten Sanskrit-Documents-Fassung und nennt die verwendete Textgrundlage.
Inhaltlich behandelt die Schrift vor allem Göttin vor der Schöpfung; Entfaltung der Wesen aus ihr; Erkenntnis der Devi als eigenes Selbst. Sie verbindet die Autorität der Upanishaden mit dem jeweiligen geistigen Milieu ihrer Überlieferung. Darum sollte sie zugleich aufmerksam, traditionssensibel und mit philosophischem Unterscheidungsvermögen gelesen werden.

Für heutige Übende ist entscheidend, dass Yoga hier nicht auf Körperübungen verkürzt wird. Studium, ethische Läuterung, Meditation, Hingabe und Selbsterkenntnis bilden einen Zusammenhang. Historische Ritualvorschriften oder außergewöhnliche Wirkungsbehauptungen werden in diesem Artikel als Quelleninhalt erklärt; sie sind nicht automatisch moderne Übungs- oder Heilversprechen.
Bahvricha Upanishad – Sanskrit (IAST), Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung
Die Bahvricha Upanishad besteht aus neun Versen beziehungsweise kurzen Prosaversen. Sie identifiziert Devi und Shakti ausdrücklich mit Atman und höchstem Brahman. Die tantrischen Namen und Shri-Vidya-Begriffe werden quellengetreu belassen und in der Worterklärung knapp eingeordnet.
Shanti Mantra Bahvricha Upanishad
oṃ vāṅme manasi pratiṣṭhitā | mano me vāci pratiṣṭhitam |
āvirāvīrma edhi | vedasya ma āṇīsthaḥ | śrutaṃ me mā prahāsīḥ |
anenādhītenāhorātrānsandadhāmi | ṛtaṃ vadiṣyāmi |
satyaṃ vadiṣyāmi | tanmāmavatu | tadvaktāramavatu | avatu mām |
avatu vaktāram | avatu vaktāram |
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
Om. Möge meine Rede im Geist gegründet sein und mein Geist in der Rede. O Selbstleuchtendes, offenbare dich mir. Möge das Gehörte mich nicht verlassen. Durch dieses Studium verbinde ich Tag und Nacht. Ich werde das Rechte und das Wahre sprechen. Möge Brahman mich und den Lehrenden schützen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Wort-für-Wort-Erläuterung: vāk me manasi pratiṣṭhitā – meine Rede sei im Geist gegründet; manaḥ me vāci pratiṣṭhitam – mein Geist sei in der Rede gegründet; āviḥ edhi – werde offenbar; śrutam me mā prahāsīḥ – möge das Gehörte mich nicht verlassen; ṛtam vadiṣyāmi – ich werde das kosmisch Rechte sprechen; satyam vadiṣyāmi – ich werde Wahrheit sprechen; avatu – möge schützen; śāntiḥ – Frieden.
Traditioneller Eröffnungsvers Bahvricha Upanishad
bahvṛcākhyabrahmavidyāmahākhaṇḍārthavaibhavam |
akhaṇḍānandasāmrājyaṃ rāmacandrapadaṃ bhaje ||
hariḥ oṃ ||
Ich verehre den Zustand Ramas als das Reich ungeteilter Glückseligkeit und als die Herrlichkeit jener großen ungeteilten Brahmavidya, die Bahvricha genannt wird. Hari Om.
Wort-für-Wort-Erläuterung: bahvṛca-ākhyā – Bahvricha genannt; brahma-vidyā – Erkenntnis Brahmans; akhaṇḍa-artha – ungeteilte Bedeutung/Wirklichkeit; akhaṇḍa-ānanda – ungeteilte Glückseligkeit; sāmrājyam – Reich, Souveränität; bhaje – ich verehre.
1. Vers Bahvricha Upanishad – Die Göttin vor der Schöpfung
devī hyekāgra evāsīt | saiva jagadaṇḍamasṛjat |
kāmakaleti vijñāyate | śṛṃgārakaleti vijñāyate || 1 ||
Am Anfang war allein die Devi, die Göttin. Sie selbst brachte das Welten-Ei hervor. Sie wird als Kama-Kala, die schöpferische Kraft des Begehrens beziehungsweise der Liebe, und als Shringara-Kala, die Kraft der Schönheit und liebenden Entfaltung, erkannt.
Wort-für-Wort-Erläuterung: devī – die Göttin; hi – wahrlich; eka agre eva āsīt – allein war sie am Anfang; sā eva – sie selbst; jagat-aṇḍam – Welten-Ei, kosmisches Ei; asṛjat – erschuf, brachte hervor; kāma-kalā – schöpferische Kraft des Begehrens/der Liebe; śṛṅgāra-kalā – Kraft der Schönheit, Liebe und Entfaltung; vijñāyate – wird erkannt/genannt.
2. Vers Bahvricha Upanishad – Alle Wesen gehen aus Devi hervor
tasyā eva brahmā ajījanat | viṣṇurajījanat |
rudro'jījanat | sarve marudgaṇā ajījanat |
gandharvāpsarasaḥ kinnarā vāditravādinaḥ samantādajījanat |
bhogyamajījanat| sarvamajījanat | sarvaṃ śāktamajījanat |
aṇḍajaṃ svedajamudbhijjaṃ jarāyujam yatkiṃcaitat prāṇi
sthāvarajaṃgamaṃ manuṣyamajījanat || 2 ||
Aus ihr allein gingen Brahma, Vishnu und Rudra hervor, ebenso die Maruts, Gandharvas, Apsaras, Kinnaras und Musiker. Sie brachte die Welt der Erfahrung und alles Seiende hervor; alle Kraft ist aus ihr. Aus ihr stammen nach der traditionellen Einteilung die aus Eiern, Feuchtigkeit, Sprossen und Mutterleib geborenen Wesen, alles Bewegliche und Unbewegliche und die Menschen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tasyāḥ eva – aus ihr allein; brahmā, viṣṇuḥ, rudraḥ ajījanat – Brahma, Vishnu und Rudra gingen hervor; marut-gaṇāḥ – Scharen der Maruts; gandharva-apsarasaḥ-kinnarāḥ – Gandharvas, Apsaras und Kinnaras; bhogyam – das Erfahrbare/Genießbare; sarvam – alles; śāktam – von Shakti erfüllt, aus Kraft bestehend; aṇḍajam – aus dem Ei geboren; svedajam – aus Feuchtigkeit entstanden, traditionelle Kategorie; udbhijjam – hervorsprießend; jarāyujam – aus dem Mutterleib geboren; sthāvara-jaṅgamam – unbeweglich und beweglich.
3. Vers Bahvricha Upanishad – Die höchste Shakti und Shri Vidya
saiṣā parā śaktiḥ | saiṣā śāṃbhavīvidyā
kādividyeti vā hādividyeti vā sādividyeti vā |
rahasyamomoṃ vāci pratiṣṭhā || 3 ||
Sie ist die höchste Shakti. Sie ist die Shambhavi-Vidya und wird in der Shri-Vidya-Tradition als Kadi-, Hadi- oder Sadi-Vidya bezeichnet. Das Geheimnis wird mit Om verbunden, das in der heiligen Rede gegründet ist.
Wort-für-Wort-Erläuterung: sā eṣā parā śaktiḥ – sie ist diese höchste Kraft; śāṃbhavī-vidyā – Shambhavi-Wissen; kādi/hādi/sādi-vidyā – traditionelle Linien beziehungsweise Mantra-Anordnungen der Shri Vidya; rahasyam – Geheimnis; oṃ – Om; vāci pratiṣṭhā – in der Rede gegründet.
4. Vers Bahvricha Upanishad – Mahatripurasundari als inneres Bewusstsein
saiva puratrayaṃ śarīratrayaṃ vyāpya bahirantaravabhāsayantī
deśakālavastvantarasaṃgānmahātripurasundarī vai pratyakcitiḥ || 4 ||
Sie selbst durchdringt die drei Städte und die drei Körper und erhellt Außen wie Innen. Jenseits der begrenzenden Unterscheidungen von Ort, Zeit und Gegenstand ist Mahatripurasundari das nach innen gerichtete, unmittelbare Bewusstsein – Pratyak-Chiti.
Wort-für-Wort-Erläuterung: sā eva – sie selbst; pura-trayam – die drei Städte; śarīra-trayam – die drei Körper; vyāpya – durchdringend; bahiḥ-antar avabhāsayantī – Außen und Innen erhellend; deśa-kāla-vastu – Ort, Zeit und Gegenstand; mahā-tripura-sundarī – Mahatripurasundari; pratyak-citiḥ – inneres, unmittelbares Bewusstsein.
5. Vers Bahvricha Upanishad – Devi als Atman und Brahman
saivātmā tato'nyamasatyamanātmā | ata eṣā
brahmāsaṃvittirbhāvabhāvakalāvinirmuktā
cidvidyā'dvitīyabrahmasaṃvittiḥ saccidānandalaharī
mahātripurasundarī bahirantaranupraviśya svayamekaiva vibhāti |
yadasti sanmātram | yadvibhāti cinmātram |
yatpriyamānandaṃ tadetat pūrvākārā mahātripurasundarī |
tvaṃ cāhaṃ ca sarvaṃ viśvaṃ sarvadevatā itarat
sarvaṃ mahātripurasundarī | satyamekaṃ lalitākhyaṃ vastu
tadadvitīyamakhaṇḍārthaṃ paraṃ brahma || 5 ||
Sie selbst ist der Atman; was als von ihr getrennt gedacht wird, ist nicht das wahre Selbst. Sie ist Brahman-Bewusstsein, frei von den begrenzenden Gegensätzen von Sein und Nichtsein, die Erkenntnis reinen Bewusstseins und die nichtduale Erkenntnis Brahmans, eine Woge von Sat-Chit-Ananda. Als Mahatripurasundari durchdringt sie Innen und Außen und leuchtet als die Eine. Was ist, ist reines Sein; was leuchtet, ist reines Bewusstsein; was als tiefste Liebe und Freude erfahren wird, ist Ananda. Du, ich, das ganze Universum und alle Gottheiten – alles wird hier als Mahatripurasundari erkannt. Die eine Wirklichkeit, Lalita genannt, ist das nichtduale, ungeteilte höchste Brahman.
Wort-für-Wort-Erläuterung: sā eva ātmā – sie selbst ist der Atman; anyat asatyam anātmā – das als anderes Angesehene ist nicht das wahre Selbst; brahma-saṃvittiḥ – Bewusstsein/Erkenntnis Brahmans; bhāva-abhāva-kalā-vinirmuktā – frei von Begrenzungen des Seins und Nichtseins; cid-vidyā – Wissen als Bewusstsein; advitīya-brahma-saṃvittiḥ – nichtduale Brahman-Erkenntnis; sat-cit-ānanda-laharī – Woge von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit; san-mātram – reines Sein; cin-mātram – reines Bewusstsein; ānandam – Glückseligkeit; tvam ca aham ca – du und ich; sarvam viśvam – das ganze Universum; lalitā-ākhyam vastu – die Lalita genannte Wirklichkeit; param brahma – höchstes Brahman.
6. Vers Bahvricha Upanishad – Das eine Substrat
pañcarūpaparityāgā darvarūpaprahāṇataḥ |
adhiṣṭhānaṃ paraṃ tattvamekaṃ sacchiṣyate mahat || iti || 6 ||
Wenn die fünf Formen und die vergänglichen Erscheinungsweisen als letzte Identität losgelassen werden, bleibt das eine große, höchste Tattva als zugrunde liegende Wirklichkeit bestehen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: pañca-rūpa-parityāgāt – durch Loslassen der fünf Formen; rūpa-prahāṇataḥ – durch Aufgeben der Form als letzter Wirklichkeit; adhiṣṭhānam – Grundlage, Substrat; param tattvam – höchste Wirklichkeit; ekam – eines; sat śiṣyate – das Seiende bleibt; mahat – groß.
7. Vers Bahvricha Upanishad – Die vier Mahavakyas
prajñānaṃ brahmeti vā ahaṃ brahmāsmīti vā bhāṣyate |
tattvamasītyeva saṃbhāṣyate |
ayamātmā brahmeti vā brahmaivāhamasmīti vā || 7 ||
Dies wird durch die großen vedantischen Aussagen ausgesprochen: „Prajnanam Brahma – Bewusstsein ist Brahman“, „Aham Brahmasmi – Ich bin Brahman“, „Tat Tvam Asi – Das bist du“ und „Ayam Atma Brahma – Dieser Atman ist Brahman“. Der Text deutet sie im Licht der nichtdualen Devi-Erkenntnis.
Wort-für-Wort-Erläuterung: prajñānam brahma – Bewusstsein ist Brahman; aham brahma asmi – ich bin Brahman; tat tvam asi – das bist du; ayam ātmā brahma – dieser Atman ist Brahman; brahma eva aham asmi – Brahman allein bin ich; bhāṣyate/saṃbhāṣyate – wird ausgesprochen/gelehrt.
8. Vers Bahvricha Upanishad – Viele Namen der einen Devi
yo'hamasmīti vā sohamasmīti vā yo'sau so'hamasmīti vā
yā bhāvyate saiṣā ṣoḍaśī śrīvidyā pañcadaśākṣarī
śrīmahātripurasundarī bālāṃbiketi bagaleti vā mātaṃgīti
svayaṃvarakalyāṇīti bhuvaneśvarīti cāmuṇḍeti caṇḍeti
vārāhīti tiraskariṇīti rājamātaṃgīti vā śukaśyāmaleti vā
laghuśyāmaleti vā aśvārūḍheti vā pratyaṃgirā dhūmāvatī
sāvitrī gāyatrī sarasvatī brahmānandakaleti || 8 ||
Die kontemplierte Wirklichkeit wird als „Ich bin jener“, „So'ham – ich bin Er/Sie“ und in verwandten Identitätsformeln vergegenwärtigt. Dieselbe eine Devi wird in verschiedenen Shakta-Traditionen als Shodashi, Shri Vidya, die fünfzehnsilbige Vidya, Mahatripurasundari, Bala, Bagala, Matangi, Bhuvaneshvari, Chamunda, Varahi, Pratyangira, Dhumavati, Savitri, Gayatri, Sarasvati und mit weiteren Namen verehrt. Die Vielfalt der Namen weist auf die eine Bewusstseinskraft.
Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ aham asmi – jener bin ich; so'ham asmi – ich bin jener; bhāvyate – wird kontempliert; ṣoḍaśī – die Sechzehnfache/Shodashi; śrīvidyā – Shri Vidya; pañcadaśākṣarī – die fünfzehnsilbige; mahātripurasundarī – Mahatripurasundari; die folgenden Wörter sind traditionelle Namen verschiedener Formen der Devi; brahmānanda-kalā – Teil/Kraft der Brahman-Glückseligkeit.
9. Vers Bahvricha Upanishad – Das Unvergängliche, in dem die Götter ruhen
ṛco akṣare parame vyoman | yasmin devā adhi viśve niṣeduḥ |
yastanna veda kiṃ ṛcā kariṣyati |
ya ittadvidusta ime samāsate | ityupaniṣat || 9 ||
Die Rigveda-Hymnen ruhen im unvergänglichen höchsten Raum, in dem alle Götter ihren Sitz haben. Wer dieses Unvergängliche nicht kennt – was kann ihm die bloße Rezitation der Hymne letztlich nützen? Diejenigen, die es erkennen, ruhen in eben diesem. So lautet die Upanishad.
Wort-für-Wort-Erläuterung: ṛcaḥ – die Rigveda-Hymnen; akṣare – im Unvergänglichen; parame vyoman – im höchsten Raum; yasmin devāḥ viśve niṣeduḥ – in dem alle Götter ihren Sitz nahmen; yaḥ tat na veda – wer jenes nicht erkennt; kim ṛcā kariṣyati – was wird die Hymne für ihn bewirken; ye tat viduḥ – diejenigen, die es erkennen; ime samāsate – diese ruhen darin; iti upaniṣat – so lautet die Upanishad.
Abschluss-Shanti-Mantra Bahvricha Upanishad
oṃ vāṅme manasi pratiṣṭhitā | mano me vāci pratiṣṭhitam |
āvirāvīrma edhi | vedasya ma āṇīsthaḥ | śrutaṃ me mā prahāsīḥ |
anenādhītenāhorātrān saṃdadhāmi | ṛtaṃ vadiṣyāmi |
satyaṃ vadiṣyāmi | tanmāmavatu | tadvaktāramavatu | avatu mām |
avatu vaktāram | avatu vaktāram |
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
|| iti bahvṛcopaniṣat ||
Das Shanti Mantra wird zum Abschluss wiederholt. Damit endet die Bahvricha Upanishad.
Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so; bahvṛca-upaniṣat – Bahvricha Upanishad; śāntiḥ – Frieden.
Bahvricha Upanishad: Datierung, Inhalt und Bedeutung
Name, Einordnung und Überlieferung
Der Name bezeichnet die Lehre über die eine Devi als Ursprung, Welt und nichtduales Brahman. Als Shakta Upanishad verbindet die Schrift upanishadische Befreiungssprache mit Begriffen, Bildern und Praktiken ihrer besonderen Tradition. Die Zuordnung zum Rigveda beruht vor allem auf dem Muktika-Kanon und den Kolophonen der späteren Sammlungen; sie bedeutet nicht zwingend, dass der gesamte Text schon zur ältesten Schicht dieses Veda gehörte.
Die Überlieferung ist handschriftlich. Abschnitts- und Verszahlen können deshalb zwischen Ausgaben abweichen, besonders bei Prosateilen, Schlussformeln und eingeschobenen Mantras. Diese Ausgabe gibt den benutzten Text vollständig wieder und gliedert lange Prosa für Übersetzung und Worterklärung in redaktionelle Sinnabschnitte. Solche Zwischenüberschriften sind keine vorgetäuschten alten Verszahlen.
Datierung
Die Schrift ist eine jüngere, wahrscheinlich mittelalterliche Upanishad. Ihre Verbindung von vedischer Autorität, Mantra und tantrischer Symbolik spricht für eine Entstehung im ersten oder frühen zweiten Jahrtausend n. Chr.; eine genaue Jahreszahl lässt sich aus der Handschriftenlage nicht gewinnen. Die moderne Forschung behandelt die Schrift als eigenständiges Zeugnis ihrer jeweiligen religiösen und philosophischen Überlieferung; über Autor und exakten Entstehungsort besteht keine gesicherte Kenntnis. Datierungen von Neben-Upanishaden sind grundsätzlich Näherungen: Ein alter Lehrgedanke, die erhaltene sprachliche Fassung und der Zeitpunkt der Aufnahme in eine Sammlung können verschiedenen Epochen angehören.
Aufbau und Inhalt
Der Text entfaltet Göttin vor der Schöpfung; Entfaltung der Wesen aus ihr; Erkenntnis der Devi als eigenes Selbst. Seine Bewegung führt von sichtbaren Formen, kosmologischen Zuordnungen oder Regeln immer wieder zur Frage nach dem tragenden Bewusstsein. Selbst dort, wo Ritual, Gottheit oder Mantra im Vordergrund stehen, zielt die upanishadische Deutung auf eine Umwandlung des Erkennenden.
Für die Lektüre ist es hilfreich, drei Ebenen auseinanderzuhalten: Erstens die wörtliche historische Vorschrift oder Erzählung, zweitens ihre symbolische und meditative Bedeutung und drittens die philosophische Aussage über Atman, Brahman und Befreiung. Nicht jede Passage beansprucht auf allen drei Ebenen dieselbe Art von Wahrheit.
Philosophische Kernlehre
Die zentrale Perspektive lautet: die eine Devi als Ursprung, Welt und nichtduales Brahman. Die wechselnden Erfahrungen, Namen und Formen sind nicht das letzte Maß des Menschen. Freiheit entsteht, wenn Identifikation, Unwissenheit und zwanghafte Anhaftung durch klare Erkenntnis, Sammlung und eine gereifte Lebensführung durchschaut werden.
Diese Lehre darf nicht als bloße Behauptung „Alles ist eins“ missverstanden werden. Die Upanishaden verbinden Einsicht mit Disziplin: Der Geist soll wahrhaftig, ruhig und fein werden. Erst dann wird Nichtdualität zu gelebter Freiheit statt zu einem abstrakten Gedanken.

Beziehungen zu anderen Schriften
Thematisch steht die Bahvricha Upanishad besonders neben Sarasvati Rahasya Upanishad, Saubhagyalakshmi Upanishad, Bhavana Upanishad, Tripura Upanishad, Devi Upanishad, Tripuratapini Upanishad, Sita Upanishad. Gemeinsame Motive können wörtliche Übernahmen, geteilte mündliche Traditionen oder spätere Neuinterpretationen älterer Verse anzeigen. Ähnlichkeit allein beweist jedoch keine eindeutige chronologische Abhängigkeit.
Die Bhagavad Gita verbindet ebenfalls Erkenntnis, Hingabe und Handeln; das Yoga Sutra beschreibt die Sammlung des Geistes mit einer anderen systematischen Sprache. Ein Vergleich macht sichtbar, was allen Wegen gemeinsam ist und wo die Bahvricha Upanishad einen eigenen Akzent setzt.
Bedeutung für die Tradition
Für die zugehörige Tradition legitimiert die Schrift Praxis nicht nur durch Vorschrift, sondern durch eine Sicht des Menschen und des Kosmos. Die im Text behandelten Themen – Göttin vor der Schöpfung; Entfaltung der Wesen aus ihr; Erkenntnis der Devi als eigenes Selbst – erhalten dabei einen gemeinsamen inneren Bezug. Ritual und Symbol gewinnen ihren tiefsten Sinn, wenn sie Erinnerung, Sammlung, Selbsthingabe und Erkenntnis fördern.
Historisch war die Unterweisung häufig in eine Guru-Schüler-Beziehung eingebettet. Das gilt besonders für Bija-Mantras, Nyasa, Gelübde, intensive Atemmethoden oder weitreichende Formen der Entsagung. Die schriftliche Überlieferung bewahrt die Lehre; sie ersetzt nicht in jedem Fall die persönliche Anleitung.
Bedeutung für heutige Yoga Aspiranten
Der moderne Yoga Aspirant kann die Schrift fruchtbar lesen, ohne jedes vormoderne Weltbild wörtlich übernehmen zu müssen. Er kann fragen: Welche Form von Unwissenheit wird hier beschrieben? Welche Haltung reinigt den Geist? Wie werden Körper, Atem, Gefühl, Denken und Bewusstsein miteinander verbunden? Und woran zeigt sich Befreiung im Umgang mit anderen Menschen?
Praktisch bedeutet dies: kurze Passagen regelmäßig studieren, zentrale Begriffe nachschlagen, die Lehre in stiller Meditation prüfen und ihre ethische Wirkung beobachten. Wachsende Geduld, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl und Freiheit von zwanghaftem Begehren sind verlässlichere Zeichen als Visionen, Titel oder außergewöhnliche Erlebnisse.
Bedeutung für Yogalehrer und spirituelle Begleiter
Für Yogalehrer ist die Bahvricha Upanishad eine Erinnerung an sorgfältige Kontextualisierung. Ein Lehrer sollte zwischen Textaussage, traditioneller Kommentierung, persönlicher Erfahrung und überprüfbaren körperlichen Wirkungen unterscheiden. Er sollte schwierige soziale, medizinische oder sektarische Aussagen weder verschweigen noch unkritisch bestätigen.
Ein verantwortlicher Lehrer führt nicht in Abhängigkeit. Er hilft Lernenden, Schrift, Vernunft, Gewissen und eigene Erfahrung miteinander ins Gespräch zu bringen. Wo Übungen Risiken bergen oder eine Einweihung voraussetzen, gehören klare Grenzen zur spirituellen Redlichkeit.
Bleibende Botschaft
Die bleibende Einladung der Bahvricha Upanishad besteht in der vertieften Auseinandersetzung mit ihrem Kernanliegen: die eine Devi als Ursprung, Welt und nichtduales Brahman. Formen können verschieden sein; das Ziel ist eine Freiheit, die den ganzen Menschen verwandelt. Erkenntnis wird dann lebendig, wenn sie das Herz weitet, den Geist klärt und das tägliche Handeln wahrhaftiger macht.
Bahvricha Upanishad – vollständiger Text in Devanagari
॥ अथ बह्वृचोपनिषत्॥
ॐ वाङ्मे मनसि प्रतिष्ठिता । मनो मे वाचि प्रतिष्ठितम् ।
आविरावीर्म एधि । वेदस्य म आणीस्थः । श्रुतं मे मा प्रहासीः ।
अनेनाधीतेनाहोरात्रान्सन्दधामि । ऋतं वदिष्यामि ।
सत्यं वदिष्यामि । तन्मामवतु । तद्वक्तारमवतु । अवतु माम् ।
अवतु वक्तारम् । अवतु वक्तारम् ।
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥
बह्वृचाख्यब्रह्मविद्यामहाखण्डार्थवैभवम् ।
अखण्डानन्दसाम्राज्यं रामचन्द्रपदं भजे ॥
हरिः ॐ ॥
देवी ह्येकाग्र एवासीत् । सैव जगदण्डमसृजत् ।
कामकलेति विज्ञायते । शृंगारकलेति विज्ञायते ॥ १॥
तस्या एव ब्रह्मा अजीजनत् । विष्णुरजीजनत् ।
रुद्रोऽजीजनत् । सर्वे मरुद्गणा अजीजनत् ।
गन्धर्वाप्सरसः किन्नरा वादित्रवादिनः समन्तादजीजनत् ।
भोग्यमजीजनत्। सर्वमजीजनत् । सर्वं शाक्तमजीजनत् ।
अण्डजं स्वेदजमुद्भिज्जं जरायुजम् यत्किंचैतत् प्राणि
स्थावरजंगमं मनुष्यमजीजनत् ॥ २॥
सैषा परा शक्तिः । सैषा शांभवीविद्या
कादिविद्येति वा हादिविद्येति वा सादिविद्येति वा ।
रहस्यमोमों वाचि प्रतिष्ठा ॥ ३॥
सैव पुरत्रयं शरीरत्रयं व्याप्य बहिरन्तरवभासयन्ती
देशकालवस्त्वन्तरसंगान्महात्रिपुरसुन्दरी वै प्रत्यक्चितिः ॥
४॥
सैवात्मा ततोऽन्यमसत्यमनात्मा । अत एषा
ब्रह्मासंवित्तिर्भावभावकलाविनिर्मुक्ता
चिद्विद्याऽद्वितीयब्रह्मसंवित्तिः सच्चिदानन्दलहरी
महात्रिपुरसुन्दरी बहिरन्तरनुप्रविश्य स्वयमेकैव विभाति ।
यदस्ति सन्मात्रम् । यद्विभाति चिन्मात्रम् ।
यत्प्रियमानन्दं तदेतत् पूर्वाकारा महात्रिपुरसुन्दरी ।
त्वं चाहं च सर्वं विश्वं सर्वदेवता इतरत्
सर्वं महात्रिपुरसुन्दरी । सत्यमेकं ललिताख्यं वस्तु
तदद्वितीयमखण्डार्थं परं ब्रह्म ॥ ५॥
पञ्चरूपपरित्यागा दर्वरूपप्रहाणतः ।
अधिष्ठानं परं तत्त्वमेकं सच्छिष्यते महत् ॥ इति ॥ ६॥
प्रज्ञानं ब्रह्मेति वा अहं ब्रह्मास्मीति वा भाष्यते ।
तत्त्वमसीत्येव संभाष्यते ।
अयमात्मा ब्रह्मेति वा ब्रह्मैवाहमस्मीति वा ॥ ७॥
योऽहमस्मीति वा सोहमस्मीति वा योऽसौ सोऽहमस्मीति वा
या भाव्यते सैषा षोडशी श्रीविद्या पञ्चदशाक्षरी
श्रीमहात्रिपुरसुन्दरी बालांबिकेति बगलेति वा मातंगीति
स्वयंवरकल्याणीति भुवनेश्वरीति चामुण्डेति चण्डेति
वाराहीति तिरस्करिणीति राजमातंगीति वा शुकश्यामलेति वा
लघुश्यामलेति वा अश्वारूढेति वा प्रत्यंगिरा धूमावती
सावित्री गायत्री सरस्वती ब्रह्मानन्दकलेति ॥ ८॥
ऋचो अक्षरे परमे व्योमन् । यस्मिन् देवा अधि विश्वे निषेदुः ।
यस्तन्न वेद किं ऋचा करिष्यति।
य इत्तद्विदुस्त इमे समासते। इत्युपनिषत् ॥ ९॥
ॐ वाङ्मे मनसि प्रतिष्ठिता । मनो मे वाचि प्रतिष्ठितम् ।
आविरावीर्म एधि । वेदस्य म आणीस्थः । श्रुतं मे मा प्रहासीः ।
अनेनाधीतेनाहोरात्रान् संदधामि । ऋतं वदिष्यामि ।
सत्यं वदिष्यामि । तन्मामवतु । तद्वक्तारमवतु । अवतु माम् ।
अवतु वक्तारम् । अवतु वक्तारम् ।
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥
॥ इति बह्वृचोपनिषत् ॥
Bahvricha Upanishad – vollständiger Text in IAST
|| atha bahvṛcopaniṣat||
oṃ vāṅme manasi pratiṣṭhitā | mano me vāci pratiṣṭhitam |
āvirāvīrma edhi | vedasya ma āṇīsthaḥ | śrutaṃ me mā prahāsīḥ |
anenādhītenāhorātrānsandadhāmi | ṛtaṃ vadiṣyāmi |
satyaṃ vadiṣyāmi | tanmāmavatu | tadvaktāramavatu | avatu mām |
avatu vaktāram | avatu vaktāram |
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
bahvṛcākhyabrahmavidyāmahākhaṇḍārthavaibhavam |
akhaṇḍānandasāmrājyaṃ rāmacandrapadaṃ bhaje ||
hariḥ oṃ ||
devī hyekāgra evāsīt | saiva jagadaṇḍamasṛjat |
kāmakaleti vijñāyate | śṛṃgārakaleti vijñāyate || 1 ||
tasyā eva brahmā ajījanat | viṣṇurajījanat |
rudro'jījanat | sarve marudgaṇā ajījanat |
gandharvāpsarasaḥ kinnarā vāditravādinaḥ samantādajījanat |
bhogyamajījanat| sarvamajījanat | sarvaṃ śāktamajījanat |
aṇḍajaṃ svedajamudbhijjaṃ jarāyujam yatkiṃcaitat prāṇi
sthāvarajaṃgamaṃ manuṣyamajījanat || 2 ||
saiṣā parā śaktiḥ | saiṣā śāṃbhavīvidyā
kādividyeti vā hādividyeti vā sādividyeti vā |
rahasyamomoṃ vāci pratiṣṭhā || 3 ||
saiva puratrayaṃ śarīratrayaṃ vyāpya bahirantaravabhāsayantī
deśakālavastvantarasaṃgānmahātripurasundarī vai pratyakcitiḥ || 4 ||
saivātmā tato'nyamasatyamanātmā | ata eṣā
brahmāsaṃvittirbhāvabhāvakalāvinirmuktā
cidvidyā'dvitīyabrahmasaṃvittiḥ saccidānandalaharī
mahātripurasundarī bahirantaranupraviśya svayamekaiva vibhāti |
yadasti sanmātram | yadvibhāti cinmātram |
yatpriyamānandaṃ tadetat pūrvākārā mahātripurasundarī |
tvaṃ cāhaṃ ca sarvaṃ viśvaṃ sarvadevatā itarat
sarvaṃ mahātripurasundarī | satyamekaṃ lalitākhyaṃ vastu
tadadvitīyamakhaṇḍārthaṃ paraṃ brahma || 5 ||
pañcarūpaparityāgā darvarūpaprahāṇataḥ |
adhiṣṭhānaṃ paraṃ tattvamekaṃ sacchiṣyate mahat || iti || 6 ||
prajñānaṃ brahmeti vā ahaṃ brahmāsmīti vā bhāṣyate |
tattvamasītyeva saṃbhāṣyate |
ayamātmā brahmeti vā brahmaivāhamasmīti vā || 7 ||
yo'hamasmīti vā sohamasmīti vā yo'sau so'hamasmīti vā
yā bhāvyate saiṣā ṣoḍaśī śrīvidyā pañcadaśākṣarī
śrīmahātripurasundarī bālāṃbiketi bagaleti vā mātaṃgīti
svayaṃvarakalyāṇīti bhuvaneśvarīti cāmuṇḍeti caṇḍeti
vārāhīti tiraskariṇīti rājamātaṃgīti vā śukaśyāmaleti vā
laghuśyāmaleti vā aśvārūḍheti vā pratyaṃgirā dhūmāvatī
sāvitrī gāyatrī sarasvatī brahmānandakaleti || 8 ||
ṛco akṣare parame vyoman | yasmin devā adhi viśve niṣeduḥ |
yastanna veda kiṃ ṛcā kariṣyati|
ya ittadvidusta ime samāsate| ityupaniṣat || 9 ||
oṃ vāṅme manasi pratiṣṭhitā | mano me vāci pratiṣṭhitam |
āvirāvīrma edhi | vedasya ma āṇīsthaḥ | śrutaṃ me mā prahāsīḥ |
anenādhītenāhorātrān saṃdadhāmi | ṛtaṃ vadiṣyāmi |
satyaṃ vadiṣyāmi | tanmāmavatu | tadvaktāramavatu | avatu mām |
avatu vaktāram | avatu vaktāram |
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
|| iti bahvṛcopaniṣat ||
Bahvricha Upanishad – vollständige gut verständliche deutsche Übersetzung
1. Am Anfang existierte allein die Göttin. Sie brachte das kosmische Ei hervor und wird als schöpferische Kraft von Liebe und Entfaltung bezeichnet.
2. Aus ihr gehen die Gottheiten und alle Klassen von Lebewesen hervor; alle Kraft und alle Erfahrungswelt werden aus ihr abgeleitet.
3. Sie ist die höchste Shakti und wird in der Shri-Vidya-Tradition unter verschiedenen Mantra-Linien verehrt; Om ist mit ihrer heiligen Rede verbunden.
4. Als Mahatripurasundari durchdringt sie die drei Körper und erhellt Innen und Außen; sie ist das unmittelbare innere Bewusstsein.
5. Sie ist der Atman und das nichtduale Brahman, Sat-Chit-Ananda. Du, ich, Welt und Gottheiten werden als Erscheinungen der einen Mahatripurasundari erkannt.
6. Wenn begrenzte Formen als letzte Wirklichkeit losgelassen werden, bleibt das eine höchste Substrat.
7. Die vier Mahavakyas – Prajnanam Brahma, Aham Brahmasmi, Tat Tvam Asi und Ayam Atma Brahma – drücken diese nichtduale Erkenntnis aus.
8. Die eine Devi wird unter vielen Namen und Formen der Shri-Vidya- und Shakta-Tradition verehrt.
9. Alle Hymnen und Götter ruhen im unvergänglichen höchsten Raum; entscheidend ist nicht bloße Rezitation, sondern dessen Erkenntnis.
Die fünf wichtigsten Empfehlungen der Bahvricha Upanishad für ernsthafte Aspiranten
1. Mache die zentrale Lehre zur täglichen Kontemplation.
Die Bahvricha Upanishad richtet den Blick auf die eine Devi als Ursprung, Welt und nichtduales Brahman. Lies einen kurzen Abschnitt langsam, fasse ihn in einem eigenen Satz zusammen und bleibe danach einige Minuten in der Stille.
2. Ehre Shakti in Körper, Natur und Mitmenschen.
Die Göttin ist nicht nur ein Bild, sondern die lebendige Kraft des Bewusstseins. Eine solche Sicht verlangt Achtung vor dem Körper, vor der Erde und vor der Würde aller Menschen.
3. Verbinde Verehrung mit innerer Stille.
Lass Hymne, Puja oder Mantra in stiller Meditation ausklingen. Die Form weist auf das formlose Bewusstsein.
4. Übe Shri-Vidya-Methoden nur im passenden Rahmen.
Bija-Mantras, Nyasa und Chakra-Rituale sind keine beliebigen Selbstoptimierungstechniken. Für ihre vollständige Praxis sind Einweihung und sachkundige Begleitung wichtig.
5. Lass Fülle zu Großzügigkeit werden.
Spirituelles Glück zeigt sich nicht im Festhalten, sondern in Dankbarkeit, verantwortlichem Gebrauch von Kraft und freigebigem Handeln.
Literatur und Quellen
- Paul Deussen: Sechzig Upanishad's des Veda. Leipzig 1905. Vergleichsübersetzung für die von Deussen aufgenommenen Texte.
- K. Narayanasvami Aiyar: Thirty Minor Upanishads. Madras 1914.
- T. R. Srinivasa Ayyangar und weitere Übersetzer: Ausgaben der Samanya-, Shaiva-, Shakta-, Vaishnava- und Sannyasa-Upanishaden auf Grundlage des Kommentars von Upanishad Brahma Yogin, Adyar Library.
- Patrick Olivelle: Saṃnyāsa Upaniṣads: Hindu Scriptures on Asceticism and Renunciation. Oxford University Press, 1992. Besonders relevant für die Sannyasa-Texte.
- Sanskrit Documents – elektronische Sanskritausgaben.
- Bahvricha Upanishad – verwendete Devanagari-Textgrundlage
- 108 Upanishads – englische Vergleichsübersetzungen nach Veda-Gruppen
- Paul Deussen: Sechzig Upanishad's des Veda – Digitalisat
- K. Narayanasvami Aiyar: Thirty Minor Upanishads – Digitalisat
- Upanishaden – kostenloses Online-Buch von Swami Krishnananda
- Klassische Upanishaden – Die Weisheit des Yoga
Redaktioneller Hinweis: Die deutsche Fassung wurde für diesen Artikel neu formuliert und mit den genannten Vergleichsübersetzungen abgeglichen. Bei Komposita fasst die Wort-für-Wort-Erläuterung eng verbundene Wörter teilweise als Sinngruppe zusammen. Die Ausgabe ist eine Studien- und Lesefassung, keine neue kritische Sanskritedition.
Siehe auch
- Sarasvati Rahasya Upanishad, Saubhagyalakshmi Upanishad, Bhavana Upanishad, Tripura Upanishad, Devi Upanishad, Tripuratapini Upanishad, Sita Upanishad
- Upanishaden
- Vedanta
- Jnana Yoga
- Meditation
- Moksha
- Guru
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