Sarvanubhu

Sarvanubhu (Sanskrit: सर्वानुभू sarvānubhū adj.) = alles wahrnehmend
“Sarvanubhu” das ist ein tiefgründiger Sanskrit-Ausdruck, der sich aus “Sarva” (alles, ganz, allumfassend) und “Anubhu” (erfahren, wahrnehmen, fühlen) zusammensetzt. Sarvanubhu bedeutet wörtlich “der alles erfährt” oder “der alles fühlt”. Es beschreibt einen Zustand des Bewusstseins, in dem du dich nicht mehr als getrenntes Individuum erlebst, sondern als das eine, universelle Selbst, das alle Erfahrungen in sich trägt. Im Hinduismus und in der Advaita-Vedanta-Philosophie ist das die Essenz der Einheit – du bist nicht derjenige, der die Welt beobachtet, sondern du bist die Welt in ihrer Gesamtheit. Im Yoga bezieht sich Sarvanubhu auf die höchste Stufe der Samadhi, in der die Trennung zwischen Subjekt und Objekt verschwindet.
In der Yogastunde oder Meditation kannst du Sarvanubhu erfahrbar machen: Setz dich in eine bequeme Haltung, schließe die Augen und atme ruhig. Stell dir vor, dass dein Bewusstsein nicht in deinem Kopf gefangen ist, sondern sich wie ein sanfter Ozean in alle Richtungen ausdehnt. Nimm wahr, wie jeder Ton, jedes Geräusch, jede Empfindung in deinem Körper und jeder Gedanke – all das bist du. Du bist nicht der Beobachter, sondern das Beobachtete selbst. Wenn ein Vogel zwitschert, dann zwitschert Sarvanubhu durch dich. Wenn Wärme oder Kühle auf deiner Haut spürbar wird, dann ist das dein eigenes Fühlen. Übe, in dieser Allverbundenheit zu ruhen, auch nur für ein paar Atemzüge. Das ist eine direkte Erfahrung von Sarvanubhu.
Ramana Maharshi, ein großer indischer Weiser, meinte dazu: “Deine wahre Natur ist das allumfassende Bewusstsein. Du bist nicht der Körper, der erfährt, sondern die Erfahrung selbst.”