Vrati

Vrati (Sanskrit: Vratī m., Vratinī f.) = Beobachtung eines spirituellen Gelöbnisses/Gelübdes.
Vrati ist ein Sanskrit-Begriff, der mit Gelübde, religiöser Verpflichtung oder regelmäßiger Praxis verbunden ist. Ursprünglich bezeichnete vrati jemanden, der ein bestimmtes rechtschaffenes Verhalten, ein ethisches Gelöbnis oder eine rituelle Disziplin angenommen hat. Im weiteren Sinn umfasst vrati sowohl das konkrete Gelübde (etwa Enthaltsamkeit, Fasten, tägliche Rezitationen) als auch die Person, die dieses Gelübde hält. Die Praxis eines vrati ist nicht nur äußere Regelbefolgung, sondern zielt darauf ab, den Geist zu disziplinieren, moralische Klarheit zu fördern und die Verbindung zu einer spirituellen Tradition oder einem konkreten Ziel zu stärken.
In vedischer und tantrischer Literatur wird der Begriff oft im Zusammenhang mit asketischen oder ähnlichen Pflichten verwendet: jemand, der ein vrati befolgt, ordnet seinen Tagesablauf, seine Nahrung und sein Verhalten nach bestimmten Regeln, um inneren Wandel oder Reinigung zu erreichen.
In Yoga-Kontexten kann vrati als Grundlage für Fortschritt gelten, weil konsequente Praxis und Selbstbeschränkung die Voraussetzungen schaffen, um tieferes Bewusstsein und Konzentration zu entwickeln.
Ein weiser Lehrender sagt: „Halte dein Gelübde beständig; der vrati wandelt die Gewohnheit in Hingabe und das Herz öffnet sich.“