Saitattva

saitattva (Sanskrit n.) = das verbundene Wesen, die eigentliche Realität von Sai.
Saitattva ist ein zusammengesetzter Begriff aus dem Sanskrit, gebildet aus
- sai (häufig verstanden als Faden, Sehne oder Verbindung) und
- tattva (Prinzip, Wirklichkeit, Element).
Wörtlich meint saitattva also etwa das Prinzip der Verbindung oder das Wesen, das Dinge miteinander verknüpft. In spirituellen und philosophischen Zusammenhängen beschreibt der Begriff die grundlegende Verbindungsqualität der Wirklichkeit — jene feine Struktur oder der „Faden“, durch den Einzelnes mit dem Ganzen zusammenhängt. Es geht dabei nicht nur um äußere Beziehungen, sondern um die innere, ontologische Verflochtenheit: wie Bewusstsein, Materie, Handlung und Ursache-Wirkung untrennbar miteinander verwoben sind.
Im praktischen, yogischen Sinn kann saitattva darauf hinweisen, dass jede einzelne Praxis, jeder Gedanke und jede Handlung in ein größeres Geflecht eingebettet ist. Die Erkenntnis von saitattva hilft, ein Gefühl von Verwurzelung und Verantwortung zu entwickeln, weil du erkennst, dass dein Sein und Handeln Rückwirkungen im weiteren Netz der Existenz haben. Diese Perspektive fördert Mitgefühl und Achtsamkeit: nicht als abstrakte Idee, sondern als unmittelbares Bewusstwerden der feinen Verknüpfungen zwischen dir, anderen Lebewesen und der Welt.
Man findet ähnliche Vorstellungen in den Upanishaden und in der Bhagavadgita, wo betont wird, dass alles Handeln und Erkennen in einem weltumspannenden Geflecht steht. In der Bhagavadgita heißt es sinngemäß: Wer sieht, dass alle Wesen in dem Einen ruhen und das Eine in allen wirkt, erkennt die Verbindung allen Seins — eine Perspektive, die dem Gedanken von saitattva entspricht.