Uma Manasa Puja – Atem, Bewusstsein und Ichgefühl der Göttin darbringen

Aus Yogawiki

Uma Manasa Puja – Atem, Bewusstsein und Ichgefühl der Göttin darbringen führt die Verehrung Umas in die eigene Lebenserfahrung: Hingabe wird zu Fußwasser, der Körper zum Gewand, Einsicht zum Licht und das liebgewonnene Ichgefühl zur Speise der Göttin. Wer die Trennung zwischen geistiger Praxis und Alltag überwinden möchte, findet hier eine Manasa Puja, in der die Gabe aus dem eigenen Wahrnehmen, Atmen und Erkennen entsteht. Der Abschluss ist besonders: Die Göttin wird nicht verabschiedet; gemeinsam mit Shiva soll sie im Körper als ihrem Tempel wohnen.

Die Anleitung folgt dem vollständigen 30. Stabaka des Uma Sahasram von Ganapati Muni. Sie gehört zur erkenntnisbezogenen Shakta-Praxis des Dichters und verbindet Bhakti mit innerer Meditation. Die 25 Verse legen weder einen Festtag noch eine Uhrzeit fest. Sie können persönlich an einem ruhigen Ort zuhause gelesen und innerlich vollzogen werden. Die Verse setzen die Bildwelt des feinstofflichen Körpers voraus; eine äußere priesterliche Zeremonie wird nicht beschrieben.

Vorbereitung

Setze dich ruhig und lasse den Atem von selbst fließen. Für die geistige Puja werden keine äußeren Gaben benötigt. Herzlotus, tausendblättriger Lotus, Nektar und innere Lichtgestalt dienen der Betrachtung. Erzeuge keinen Druck und keine Atemhalteübung; der Text wird hier als innere Hingabe ausgeführt. Drei Stellen sprechen aus der persönlichen Lebensgeschichte des Dichters: sein Vasishtha-Gotra in Vers 10, der schweigende Lehrer in Vers 15 und sein Selbstverständnis als Sohn der Göttin in Vers 24. Du kannst diese Worte mit ihm mitsprechen, ohne sie zu Angaben über deine eigene Herkunft zu machen.

Durchführung

Sprich die Verse und vollziehe ihre inneren Zuordnungen. Die Gabe ist jeweils das, was der Vers nennt: nicht nur ein vorgestellter Gegenstand, sondern die entsprechende Herzenshaltung oder Erfahrung. Lies die Bedeutungen langsam genug, damit sich diese Zuordnung entfalten kann.

1. Den Geist nach innen wenden und Uma einladen
Lass wechselnde Sinneseindrücke zurücktreten. Mit Dhyana und Avahana wird das klare Herz zum Ort der Gegenwart; der Herzlotus wird ihr Sitz.

Vers 1
kṛtena sā nisargato dhṛtena nityamānane |
sitena śītaśailajā smitena śaṃ tanotu me || 30.1||

Möge die Tochter des Schneeberges mir Wohlergehen schenken durch ihr helles Lächeln, das von Natur aus entsteht und immer auf ihrem Gesicht ruht.

Vers 2
pratikṣaṇaṃ vinaśvarānaye visṛjya gocarān |
samarcayeśvarīṃ mano vivicya viśvaśāyinīm || 30.2||

O Geist, lass die von Augenblick zu Augenblick vergehenden Sinnesgegenstände los und verehre mit Unterscheidung die Herrscherin, die in der ganzen Welt wohnt.

Vers 3
viśuddhadarpaṇena vā vidhārite hṛdā'mba me |
ayi prayaccha sannidhiṃ nije vapuṣyagātmaje || 30.3||

Mutter, Tochter des Berges, schenke deine Gegenwart in deiner eigenen Gestalt, die mein Herz wie ein reiner Spiegel in sich trägt.

Vers 4
purasya madhyamāśritaṃ sitaṃ yadasti paṅkajam |
ajāṇḍamūlyamastu te surārcite tadāsanam || 30.4||

Von den Göttern Verehrte, der weiße Lotus in der Mitte dieser Körperstadt möge dein Sitz sein, kostbar wie das Weltall.

2. Hingabe, Klarheit und innere Freude als Wasser geben
Stelle Padya, Arghya und Trinkgabe vor. Mahendrayoni bezeichnet hier einen inneren Quellort des Nektars; die Betrachtung bleibt sanft und bildhaft.

Vers 5
akhaṇḍadhārayā dravannavenduśekharapriye |
madīyabhaktijīvanaṃ dadhātu te'mba pādyatām || 30.5||

Mutter, Geliebte dessen, der den jungen Mond auf dem Haupt trägt: Das Lebenswasser meiner Hingabe, das in ununterbrochenem Strom fließt, möge dein Fußwasser werden.

Vers 6
vivāsanaughamānasaprasādatoyamamba me |
samastarājñi hastayoranarghamarghyamastu te || 30.6||

Mutter, Königin von allem, das klare Wasser meines Geistes, von den Scharen der gewohnten Anhaftungen frei, möge die unschätzbare Ehrengabe für deine Hände sein.

Vers 7
mahendrayonicintanād bhavanbhavasya vallabhe |
mahāraso rasastvayā nipīyatāṃ viśuddhaye || 30.7||

Geliebte Shivas, trinke zur Reinigung den höchsten Nektar, der aus der Betrachtung von Mahendrayoni entsteht.

3. Bad, Gewand und heilige Schnur aus dem eigenen Leben formen
Mit Abhisheka und Panchamrita werden Nektar und die Freude der fünf Sinne dargebracht. Der eigene Körper wird Vastra, der feine innere Lebensfaden Yajnopavita.

Vers 8
sahasrapatrapaṅkajadravatsudhājalena sā |
sahasrapatralocanā pinākino'bhiṣicyate || 30.8||

Mit dem fließenden Nektarwasser des tausendblättrigen Lotus wird die lotusäugige Gemahlin des Bogenträgers gebadet.

Vers 9
mamārjitaṃ yadindriyaiḥ sukhaṃ sugātri pañcabhiḥ |
tadamba tubhyamarpitaṃ sudhākhyapañcakāyatām || 30.9||

Schöngestaltete Mutter, die Freude, die ich durch die fünf Sinne empfange, ist dir dargebracht. Sie möge zu den fünf als Nektar bezeichneten Gaben werden.

Vers 10
vasiṣṭhagotrajanmanā dvijena nirmitaṃ śive |
idaṃ śarīrameva me tavāstu divyamaṃśukam || 30.10||

Glückverheißende Göttin, dieser mein Körper, hervorgebracht von einem Brahmanen des Vasishtha-Gotra, möge selbst dein göttliches Gewand sein.

Vers 11
vicitrasūkṣmatantubhṛnmameyamātmanāḍikā |
sukhaprabodhavigrahe makhopavītamastu te || 30.11||

Du Gestalt von Freude und Erwachen, mein innerer Lebenskanal mit seinem wunderbaren feinen Faden möge deine heilige Opferschnur sein.

4. Einsicht, Atem und gute Prägungen schenken
Erkenne Klarheit als Duft, den natürlichen Atem als unablässige Verehrung, gereifte gute Eindrücke als Dhupa und das Licht des Erwachens als Dipa.

Vers 12
mahadvicinvato mama svakīyatattvavittijam |
idaṃ tu cittasaurabhaṃ śive tavāstu candanam || 30.12||

Glückverheißende Göttin, dieser Duft meines Geistes, der bei der Betrachtung des Höchsten aus der Erkenntnis meines eigenen Wesens entsteht, möge dein Sandelholz sein.

Vers 13
maheśanāriniḥśvasãstathā'yamucchvasãstadā |
tavāniśaṃ samarcako mamāstu jīvamārutaḥ || 30.13||

Gemahlin Maheshas, mein Lebenshauch, der ausströmt und wieder einströmt, möge ohne Unterlass dein Verehrer sein.

Vers 14
vipākakālapāvakapradīptapuṇyagugguluḥ |
suvāsanākyadhūpabhṛd bhavatvayaṃ mamāmba te || 30.14||

Mutter, das gute Guggul meiner Verdienste, entzündet im Feuer ihrer Reifezeit, möge dir den Räucherduft guter innerer Prägungen tragen.

Vers 15
guhāvatāramauninā mayīśvari pradīpitā |
iyaṃ prabodhadīpikā pramodadāyikā'stu te || 30.15||

Herrscherin, diese Lampe des Erwachens, die der schweigende Weise, eine Verkörperung Guhas, in mir entzündet hat, möge dir Freude schenken.

5. Das Ichgefühl als Speise darbringen
Bei Naivedya wird das persönlich Kostbarste übergeben: das Festhalten am Ich. Es folgen Tambula, innere Lichtgabe und die Blume der Einsicht als Pushpanjali.

Vers 16
imāmayi priyātpriyāṃ mahārasāmahaṅkṛtim |
nivedayāmi bhujyatāmiyaṃ tvayā nirāmaye || 30.16||

Du Makellose, ich biete dir dieses über alles geliebte, ganz geschmackvolle Ichgefühl als Speise dar. Lass es von dir verzehrt werden.

Vers 17
sarasvatī sudhāyate mano dadhāti pūgatām |
hṛdeva patramambike trayaṃ sametya te'rpyate || 30.17||

Die Sprache wird zum erfrischenden Zusatz, der Geist zur Arekanuss und das Herz selbst zum Blatt. Ambika, diese drei werden dir gemeinsam dargebracht.

Vers 18
vinīlatoyadāntare virājamānavigrahā |
nijāvibhūtirastu te taṭillatā prakāśikā || 30.18||

Deine eigene Erscheinung, die Blitzranke, die zwischen tiefblauen Wolken in leuchtender Gestalt hervortritt, möge deine Lichtgabe sein.

Vers 19
svaro'yamantarambike dvirephavatsvarãstadā |
mamābhimantrya dhīsumaṃ dadāti devi te'ṅghraye || 30.19||

Mutter, dieser innere Ton, der wie eine Biene summt, heiligt die Blume meiner Einsicht und gibt sie deinen Füßen, Göttin.

6. Die Gegenwart im Körpertempel bewahren
Vollziehe ausdrücklich kein Visarjana. Die Verse bitten um bleibende Gegenwart von Uma und Shiva; das Herz wird zum Ort ihres freien Spiels.

Vers 20
tavārcanaṃ nirantaraṃ yato vidhātumasmyaham |
na viśvanāthapatni te visarjanaṃ vidhīyate || 30.20||

Gemahlin des Weltenherrn, weil ich deine Verehrung ohne Unterbrechung vollziehen möchte, wird für dich keine Verabschiedung vorgenommen.

Vers 21
viyoga indudhāriṇā na ceha viśvanāyike |
madamba so'tra rājate taṭillatāśikhāntare || 30.21||

Weltenherrscherin, hier bist du auch nicht vom Mondträger getrennt. Meine Mutter, er leuchtet hier in der Spitze der Blitzranke.

Vers 22
idaṃ śarīramekakaṃ vibhāvya navyamandiram |
vihāramatra seśvarā bhavāni kartumarhasi || 30.22||

Bhavani, betrachte diesen einzelnen Körper als einen neuen Tempel; du mögest darin gemeinsam mit dem Herrn dein Spiel entfalten.

Vers 23
jaḍeṣvivālaseṣviva prayojanaṃ na nidrayā |
vihartumeva yācyase hṛdīśasadmarājñi me || 30.23||

Anders als bei trägen oder bewusstlosen Menschen ist hier Schlaf nicht nötig. Königin des Hauses des Herrn, ich bitte dich, in meinem Herzen dein freies Spiel zu entfalten.

Vers 24
ayaṃ tavāgrimaḥ sutaḥ śrito manuṣyavigraham |
tanūjaveśmasauṣṭhavaṃ mṛḍāni paśya kīdṛśam || 30.24||

Dieser dein erster Sohn hat menschliche Gestalt angenommen. Mridani, schau, wie schön das Haus deines Kindes geworden ist.

Vers 25
gaṇeśiturmahākaverasau pramāṇikāvalī |
manombuje maheśvarīprapūjaneṣu śabdyatām || 30.25||

Diese Folge im Pramanika-Versmaß des großen Dichters Ganapati möge bei der vollständigen Verehrung Maheshvaris im Herzlotus erklingen.

Abschluss und Vertiefung

Ruhe ohne weitere Gabe. Die Puja ist abgeschlossen, die Gegenwart der Göttin darf bleiben. Kehre mit dieser Empfindung zu deiner Tätigkeit zurück. Als persönliche Vertiefung kannst du im nächsten Gespräch einen Augenblick prüfen, ob du Recht behalten musst oder ob auch Zuhören eine Darbringung des Ichgefühls sein kann.

Devanagari-Rezitation

Die Versfolge entspricht der Durchführung; die Ziffern des Quelltextes bleiben erhalten.

कृतेन सा निसर्गतो धृतेन नित्यमानने ।
सितेन शीतशैलजा स्मितेन शं तनोतु मे ॥ ३०.१॥

प्रतिक्षणं विनश्वरानये विसृज्य गोचरान् ।
समर्चयेश्वरीं मनो विविच्य विश्वशायिनीम् ॥ ३०.२॥

विशुद्धदर्पणेन वा विधारिते हृदाऽम्ब मे ।
अयि प्रयच्छ सन्निधिं निजे वपुष्यगात्मजे ॥ ३०.३॥

पुरस्य मध्यमाश्रितं सितं यदस्ति पङ्कजम् ।
अजाण्डमूल्यमस्तु ते सुरार्चिते तदासनम् ॥ ३०.४॥

अखण्डधारया द्रवन्नवेन्दुशेखरप्रिये ।
मदीयभक्तिजीवनं दधातु तेऽम्ब पाद्यताम् ॥ ३०.५॥

विवासनौघमानसप्रसादतोयमम्ब मे ।
समस्तराज्ञि हस्तयोरनर्घमर्घ्यमस्तु ते ॥ ३०.६॥

महेन्द्रयोनिचिन्तनाद् भवन्भवस्य वल्लभे ।
महारसो रसस्त्वया निपीयतां विशुद्धये ॥ ३०.७॥

सहस्रपत्रपङ्कजद्रवत्सुधाजलेन सा ।
सहस्रपत्रलोचना पिनाकिनोऽभिषिच्यते ॥ ३०.८॥

ममार्जितं यदिन्द्रियैः सुखं सुगात्रि पञ्चभिः ।
तदम्ब तुभ्यमर्पितं सुधाख्यपञ्चकायताम् ॥ ३०.९॥

वसिष्ठगोत्रजन्मना द्विजेन निर्मितं शिवे ।
इदं शरीरमेव मे तवास्तु दिव्यमंशुकम् ॥ ३०.१०॥

विचित्रसूक्ष्मतन्तुभृन्ममेयमात्मनाडिका ।
सुखप्रबोधविग्रहे मखोपवीतमस्तु ते ॥ ३०.११॥

महद्विचिन्वतो मम स्वकीयतत्त्ववित्तिजम् ।
इदं तु चित्तसौरभं शिवे तवास्तु चन्दनम् ॥ ३०.१२॥

महेशनारिनिःश्वसँस्तथाऽयमुच्छ्वसँस्तदा ।
तवानिशं समर्चको ममास्तु जीवमारुतः ॥ ३०.१३॥

विपाककालपावकप्रदीप्तपुण्यगुग्गुलुः ।
सुवासनाक्यधूपभृद् भवत्वयं ममाम्ब ते ॥ ३०.१४॥

गुहावतारमौनिना मयीश्वरि प्रदीपिता ।
इयं प्रबोधदीपिका प्रमोददायिकाऽस्तु ते ॥ ३०.१५॥

इमामयि प्रियात्प्रियां महारसामहङ्कृतिम् ।
निवेदयामि भुज्यतामियं त्वया निरामये ॥ ३०.१६॥

सरस्वती सुधायते मनो दधाति पूगताम् ।
हृदेव पत्रमम्बिके त्रयं समेत्य तेऽर्प्यते ॥ ३०.१७॥

विनीलतोयदान्तरे विराजमानविग्रहा ।
निजाविभूतिरस्तु ते तटिल्लता प्रकाशिका ॥ ३०.१८॥

स्वरोऽयमन्तरम्बिके द्विरेफवत्स्वरँस्तदा ।
ममाभिमन्त्र्य धीसुमं ददाति देवि तेऽङ्घ्रये ॥ ३०.१९॥

तवार्चनं निरन्तरं यतो विधातुमस्म्यहम् ।
न विश्वनाथपत्नि ते विसर्जनं विधीयते ॥ ३०.२०॥

वियोग इन्दुधारिणा न चेह विश्वनायिके ।
मदम्ब सोऽत्र राजते तटिल्लताशिखान्तरे ॥ ३०.२१॥

इदं शरीरमेककं विभाव्य नव्यमन्दिरम् ।
विहारमत्र सेश्वरा भवानि कर्तुमर्हसि ॥ ३०.२२॥

जडेष्विवालसेष्विव प्रयोजनं न निद्रया ।
विहर्तुमेव याच्यसे हृदीशसद्मराज्ञि मे ॥ ३०.२३॥

अयं तवाग्रिमः सुतः श्रितो मनुष्यविग्रहम् ।
तनूजवेश्मसौष्ठवं मृडानि पश्य कीदृशम् ॥ ३०.२४॥

गणेशितुर्महाकवेरसौ प्रमाणिकावली ।
मनोम्बुजे महेश्वरीप्रपूजनेषु शब्द्यताम् ॥ ३०.२५॥

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