Triputa Nyasa und Japa mit den drei Bijas
Triputa Nyasa und Japa mit den drei Bijas sammelt die Verehrung der Göttin in den drei Bijas Shrim, Hrim und Klim. Die innere Betrachtung verbindet Schönheit, Mitgefühl und eine wache Beziehung zur Welt.

Umfang der Anleitung: Redaktionell abgegrenzte innere Sitzung mit dem unten vollständig ausgeschriebenen Nyasa, Dhyana und 108 Japa. Die äußeren Avaranas und weitere Nyasa-Systeme der großen Quellrituale gehören nicht zu dieser Sitzfolge.
Anlass, Voraussetzungen und Material
Für Praktizierende, die in diesen Mantra und die gewählte Nyasa-Form unterwiesen sind. Maßgeblich sind die persönliche Diksha und die Anweisungen des Guru; die Anleitung selbst verleiht keine Einweihung. Benötigt werden ein sauberer Sitz, eine Mala oder andere Zählhilfe und etwa 15 bis 25 Minuten ungestörte Zeit. Ein Bild von Triputa ist möglich. Äußere Opfergaben sind für diese innere Sitzfolge nicht erforderlich.
Die Kameshvari Puja und die Devi Puja erschließen umfangreichere Formen tantrischer Göttinnenverehrung. Weitere konkrete Abläufe bietet Nityotsava Rituale. Die drei Triputa-Bijas und ihre Reihenfolge werden hier nach dem angegebenen Quellabschnitt beibehalten.
1. Vorbereitung und Absicht
Wasche Hände und Gesicht und sitze aufrecht und bequem. Lass den Atem frei fließen. Widme diese Sitzung der göttlichen Gegenwart. Wähle eine Absicht, die deine eigene Hingabe und Handlungsfähigkeit betrifft. Die symbolische Anziehungskraft wird hier als Sammlung des eigenen Geistes und als freundliche Beziehungsgestaltung betrachtet.
2. Den Mantra kennenlernen
Lies die Formel zunächst mit ihrer Bedeutung. In Schritt 6 wird sie vollständig rezitiert:
śrīṃ hrīṃ klīṃ
Die drei Bija-Silben Shri, Hri und Kli mit Anusvara. Traditionell verweisen sie auf Fülle, göttliche Kraft und verbindende Anziehung; diese Hinweise sind Funktionsdeutungen, keine wörtliche Satzübersetzung.
3. Seher, Versmaß und Gottheit vergegenwärtigen
Berühre die genannte Stelle und sprich einmal die ganze Formel.
| Stelle | Vollständige Formel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Scheitel | sammohanāya ṛṣaye namaḥ | Verehrung Sammohana, dem Seher dieses Mantras. |
| Mundbereich | gāyatrīcchandase namaḥ | Verehrung dem Versmaß Gayatri. |
| Herzraum | tripuṭāyai devatāyai namaḥ | Verehrung Triputa, der Gottheit dieses Mantras. |
4. Den Nyasa ausführen
Führe jede Tabellenzeile einmal aus. Eine Bija-Silbe ist ein ritueller Laut, kein gewöhnliches Sanskritwort mit einer einzigen deutschen Übersetzung. Die Wörter für Körperstellen und die Funktion der Abschlusslaute sind jeweils erläutert.
Handweihung
Berühre die jeweils genannten Finger zuerst an der einen, dann an der anderen Hand mit der freien Hand. Sprich die Formel einmal für das Fingerpaar. Bei der letzten Zeile berühre beide Handflächen und Handrücken.
| Handlung | Vollständige Formel | Bedeutung und Funktion |
|---|---|---|
| Beide Daumen | śrīṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ | Shri-Bija. Den beiden Daumen: Verehrung. |
| Beide Zeigefinger | hrīṃ tarjanībhyāṃ svāhā | Hri-Bija. Den beiden Zeigefingern: Darbringung. |
| Beide Mittelfinger | klīṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ | Kli-Bija. Den beiden Mittelfingern: Rituelle Bekräftigung. |
| Beide Ringfinger | śrīṃ anāmikābhyāṃ huṃ | Shri-Bija. Den beiden Ringfingern: Schutzbekräftigung. |
| Beide kleinen Finger | hrīṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ | Hri-Bija. Den beiden kleinen Fingern: Weihe und Bekräftigung. |
| Handflächen und Handrücken | klīṃ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ | Kli-Bija. Den Handflächen und Handrücken: Abgrenzung. |
Körperweihung
Berühre die Körperstellen leicht mit den Fingerspitzen der rechten Hand. Am Herzen genügt der Brustraum. Beim Augen-Nyasa führe die Finger nacheinander vor das rechte Auge, vor das linke Auge und vor die Stirnmitte. Die beiden körperlichen Augen und das innere Auge werden gemeinsam vergegenwärtigt; die Augäpfel werden nicht gedrückt. Für die schützende Hülle berühren beide Hände bei gekreuzten Armen die gegenüberliegenden Schultern. Die abschließende Handbewegung macht die Sammlung des umgebenden Raumes anschaulich. Diese einfachen Bewegungshinweise sind die praktische Ausführung dieser Anleitung.
| Handlung | Vollständige Formel | Bedeutung und Funktion |
|---|---|---|
| Herzraum | śrīṃ hṛdayāya namaḥ | Shri-Bija. Dem Herzen: Verehrung. |
| Scheitel | hrīṃ śirase svāhā | Hri-Bija. Dem Haupt: Darbringung. |
| Hinterer Scheitel, Shikha-Stelle | klīṃ śikhāyai vaṣaṭ | Kli-Bija. Der Shikha: rituelle Bekräftigung. |
| Arme kreuzen, Hände auf die gegenüberliegenden Schultern | śrīṃ kavacāya huṃ | Shri-Bija. Der schützenden Hülle: Schutzbekräftigung. |
| Vor beide Augen und die Stirnmitte | hrīṃ netratrayāya vauṣaṭ | Hri-Bija. Den drei Augen: Weihe und Bekräftigung. |
| Eine sanfte Handbewegung nach außen | klīṃ astrāya phaṭ | Kli-Bija. Der rituellen Schutzkraft: Abgrenzung. |
5. Die göttliche Gestalt betrachten
Betrachte die Göttin still nach dem lokalen Vers 68: In einem schönen Parijata-Hain steht ein edelsteingeschmückter Pavillon. Unter einem Wunschbaum sitzt Triputa auf einem Lotus mit Sechseck auf einem kostbaren Thron. Sie leuchtet wie ein goldener Lotus, trägt eine Juwelenkrone und besitzt drei Augen. Ihre Hände halten Bogen, Schlinge, zwei Lotusblüten, Ankusha und Blumenpfeile. Schmuck, Gürtel und Fußreifen leuchten. Dienerinnen mit Wedel, Spiegel und Behältern umgeben sie. Ihr Blick schenkt dem Übenden den Nektar des Mitgefühls. Lass gerade diesen freundlichen Blick lebendig werden. Für diese deutsch angeleitete Betrachtung wird kein weiterer Sanskrittext gesprochen.
Lass das Bild einen Moment lebendig werden. Stelle dir danach nacheinander fünf Gaben vor: angenehmen Duft, eine frische Blüte, duftenden Rauch, eine ruhig leuchtende Lampe und eine Schale guter vegetarischer Speise. Biete jede Gabe im Geist dar und verweile kurz. Für diese stillen Gaben wird keine zusätzliche Formel gesprochen. Die Fünferfolge ist die hier gewählte Ausarbeitung der inneren Verehrung.
6. 108 vollständige Wiederholungen
Sprich leise oder im Geist 108-mal:
śrīṃ hrīṃ klīṃ
Die drei Bija-Silben Shri, Hri und Kli mit Anusvara. Traditionell verweisen sie auf Fülle, göttliche Kraft und verbindende Anziehung; diese Hinweise sind Funktionsdeutungen, keine wörtliche Satzübersetzung.
Jede ganze Formel zählt einmal. Gehe nach jeder Wiederholung eine Zählperle weiter; die größere Meru-Perle zählt nicht mit. Lass die Aussprache ruhig und deutlich werden, ohne sie an ein Atemanhalten zu binden. Die 108 Wiederholungen sind eine redaktionell gewählte Kurzsitzung nach der allgemeinen Japa-Regel des Mantramahodadhi; besondere große Wiederholungszahlen des Gottheitenabschnitts haben einen anderen rituellen Umfang.
7. Darbringung und Abschluss
Stelle dir die Frucht der Rezitation als Gabe in der linken Hand der Göttin vor. Sprich:
guhyātiguhyagoptrī tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me devi tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||
Du bist die Hüterin des Geheimsten. Nimm unsere Rezitation an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.
Führe die Hände vor dem Herzen zusammen und neige den Kopf. Verweile still, lass die bildhafte Betrachtung in der inneren Gegenwart ruhen und öffne die Augen. Nimm eine passende Haltung aus der Sitzung in die nächste Tätigkeit mit: Aufmerksamkeit, Mitgefühl oder Sorgfalt.
Vertiefung
Yoga-Vidya-Vortrag zu Mantra Chaitanya, der Bewusstseinskraft des Mantras. Das Video begleitet das Thema; die konkrete Ritualfolge steht vollständig in diesem Artikel.
Siehe auch
- Kameshvari Puja – umfangreiches tantrisches Handbuch zur Göttinnenverehrung.
- Devi Puja – Handlungen und Mantras der Göttinnen-Puja.
- Nityotsava Rituale – weitere ausgearbeitete Shakta-Ritualfolgen.
- Bala Nyasa und Japa des dreisilbigen Mantras
- Puja
- Japa
- Nyasa
- Dhyana
- Guru
- Diksha
- Sankalpa
- Tantra
- Brihat Tantrasara
- Tantra Ritualanleitungen Sammlung 05
Seminare
Hinduistische Rituale
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Quellen und redaktionelle Hinweise
Brihat Tantrasara von Kṛṣṇānanda Āgamavāgīśa; verwendet wird die IAST-Projektfassung, Teil 1, auf Grundlage des elektronischen Textes M00013 (Druck Calcutta 1896). Abschnittsinterne Versnummern sind lokale Nummern. Abschnitt Triputa, lokale Verse 65–72, besonders 67 (Rishi, Versmaß, Kara-/Anga-Nyasa) und 68 (Dhyana). Die sechs Nyasa-Präfixe entstehen durch zweimalige Folge der drei Bijas. Die Quelle erklärt ausdrücklich, dass im Dhyana zwei Lotusblüten und keine Muschel gemeint sind. Der umgebende äußere Aufbau mit seinem besonderen Yantra und den Avaranas bleibt von dieser inneren Sitzung unterschieden.
Die Sitzungsform verbindet die ausgewählten Quellbestandteile mit der allgemeinen inneren Japa-Praxis in Mantramahodadhi 21.166–170, insbesondere den 108 Wiederholungen in 21.169. Das Darbringungsgebet folgt 22.152. Die Verwendung dieses Rahmens für den besonderen Mantra sowie die alltagstauglichen Berührungs- und Zählhinweise sind redaktionell. Mit den ausgeschriebenen Dativformen werden die in der Quelle genannten Nyasa-Zuordnungen ausführbar gemacht. Die Kurzsitzung beansprucht weder die vollständige äußere Puja noch eine vollständige Purashcharana. Die weibliche Ansprache im Darbringungsgebet ist nach der im Brihat Tantrasara, allgemeine Paddhati, lokaler Vers 6, ausdrücklich genannten Anpassung ausgeschrieben; die geistige Übergabe in die linke Hand entspricht dem Shakta-Gebrauch, etwa Nityotsava III, Japavidhi.