Shrividya Kurzpuja der vier Gottheiten nach dem Brihat Tantrasara

Aus Yogawiki

Shrividya Kurzpuja der vier Gottheiten nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um die im Svatantratantra bezeichnete verkürzte Shrividya-Verehrung zu vollziehen.

Voraussetzungen

Vorausgesetzt sind die Kenntnis von Puja und Sanskritrezitation sowie der zu dieser Gottheitsform gehörenden Reinigung, Nyasas und Mudras. Wo die Quelle auf die allgemeine Paddhati verweist, gehört diese Vorbereitung zur Durchführung. Die Besonderheiten und die konkret belegten Formeln folgen unten.

Umfang und Überlieferung

Die Quelle nennt fünf alternative Umfänge. Hier wird allein der im Titel bestimmte Umfang ausgeführt. Die gemeinsame Bildungsvorschrift ist vollständig als Vergleichsbeleg erhalten.

Durchführung

  1. Vollziehe Elementereinigung, Atemvorbereitung und die vier Nyasas: Handreinigung, vier Sitze, Glieder und Vashini mit den übrigen.
  2. Reinige beide Arghya-Gaben mit Bala. Verehre den Sitz mit der Vidya der sechs Sitze und rufe im Bindu mit Hridlekha das höchste Bewusstsein an.
  3. Verehre Kameshvari, Vajreshvari, Bhagamalini und Mahatripurasundari in der Mitte mit Schlinge, Stachelstock, Bogen und Pfeil.
  4. Bringe Gaben nach Vermögen und die vorgesehene Sarvabhuta-Bali dar; beschließe mit Japa und Lobgesang.

Sanskrit und deutsche Übersetzung

P5-0267 · 3
śrīvidyāyāḥ saṃkṣepa-pūjāvidhiḥ :
taduktaṃ svatantratantre :
pūjāviśeṣāndeveśi śṛṇu nityakramoditān |
aśaktānāntu vistāre tathā cāpatsu śasyate |
anyathānarthakāri syāt saṃkocārcanamīśvari
|| 3 ||

Die verkürzte Verehrung der Śrīvidyā. Im Svatantratantra: „Höre, o Herrin der Götter, die besonderen Formen der Verehrung, die für die tägliche Ordnung angegeben sind. Für diejenigen, die zu einer ausführlichen Verehrung nicht fähig sind, und ebenso in Notlagen sind sie empfohlen. Andernfalls bewirkt die verkürzte Verehrung Unheil, o Herrin.“


P5-0268 · 4
hetibhirmadhyamādyaṃ syāt dvitīyaṃ navayoniṣu |
caturdaśārāvadhyanyaccaturthaṃ proktarūpataḥ |
pañcamaṃ sarvaduḥkhārtināśanaṃ vāñchitapradam |
asyārthaḥ :
aśaktānāṃ hetibhirmadhyamādyaṃ syāt |
heticatuṣṭayasahita devatācatuṣṭayārcanam |
pāśāṃkuśadhanurbāṇā hetayaḥ |
devatāstu :
kāmeśvarī-vajreśvarī-bhagamālinī-śrīmahātripurasundarī-
devatācatuṣṭayārcanarūpametadādyārcanamityarthaḥ |
dvitīyamāha navayoniṣviti |
vaśinyādimadhyamāntamiti |
tṛtīyārcanamāha
caturdaśāracakrasthitasarvasaṃkṣobhiṇyādimadhyamāntā saparyā
tṛtīyā |
caturthaṃ proktarūpata iti |
tatra proktarūpeṇetyarthaḥ |
ṣoḍaśadalādi-madhyamāntamiti yāvat |
pañcamaṃ bhūgṛhādimadhyamāntamiti yāvat |
iti pañcaprakārārcā proktā sarvārthasiddhidā |
tatrādau bhūtaśuddhi prāṇāyāmapuraḥsaraṃ
karaśuddhyāsanacatuṣṭayāṅgavaśinyādinyāsacatuṣṭayaṃ vidhāya
bālayā arghyadvayaṃ saṃśodhya ṣaḍāsanavidyayā pīṭhapūjāṃ
vidhāya vindau hṛllekhayā paracitimāvāhya yathā
śaktyupacārairabhyarcca pūrvavatsarvabhūtavaliṃ dattvā japa-stotraiḥ
santoṣayediti
|| 4 ||

„Die erste [Verehrung gilt] der Mitte mit den Waffen, die zweite den neun Yonis, eine weitere bis zum vierzehnspeichigen [Kreis], die vierte gemäß der beschriebenen Form; die fünfte vernichtet alle Leidensnot und gewährt das Gewünschte.“ Der Sinn: Für die Unfähigen soll die erste [Verehrung] der Mitte mit den Waffen gelten. Das bedeutet die Verehrung der vier Gottheiten mit den vier Waffen. Die Waffen sind Schlinge, Stachelstock, Bogen und Pfeil. Die Gottheiten sind Kāmeśvarī, Vajreśvarī, Bhagamālinī und Śrī Mahātripurasundarī. Die erste Verehrung hat also die Gestalt der Verehrung dieser vier Gottheiten. Die zweite wird mit „in den neun Yonis“ bezeichnet, das heißt von Vaśinī und den übrigen bis zur Mitte. Die dritte wird beschrieben als Verehrung von Sarvasaṃkṣobhiṇī und den übrigen im vierzehnspeichigen Kreis bis zur Mitte. „Die vierte gemäß der beschriebenen Form“ bedeutet: in der dort genannten Form, nämlich vom sechzehnblättrigen [Lotus] bis zur Mitte. Die fünfte reicht von der Erdumfassung bis zur Mitte. Diese fünf Arten der Verehrung gewähren die Vollendung aller Ziele. Zuerst vollzieht man, eingeleitet durch Elementereinigung und Prāṇāyāma, die vier Nyāsas: Handreinigung, vier Sitze, Glieder und Vaśinī mit den übrigen. Man reinigt mit Bālā die beiden Arghya-Gaben, vollzieht die Pīṭha-Verehrung mit der Vidyā der sechs Sitze und ruft im Bindu mit Hṛllekhā das höchste Bewusstsein an. Man verehrt es mit Darbringungen nach Vermögen, gibt wie zuvor die Opfergabe für alle Wesen und erfreut [die Göttin] mit Rezitation und Lobgesängen.


Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.

P5-0267 · 3
श्रीविद्यायाः संक्षेप-पूजाविधिः :
तदुक्तं स्वतन्त्रतन्त्रे :
पूजाविशेषान्देवेशि शृणु नित्यक्रमोदितान् ।
अशक्तानान्तु विस्तारे तथा चापत्सु शस्यते ।
अन्यथानर्थकारि स्यात् संकोचार्चनमीश्वरि
॥ ३ ॥

P5-0268 · 4
हेतिभिर्मध्यमाद्यं स्यात् द्वितीयं नवयोनिषु ।
चतुर्दशारावध्यन्यच्चतुर्थं प्रोक्तरूपतः ।
पञ्चमं सर्वदुःखार्तिनाशनं वाञ्छितप्रदम् ।
अस्यार्थः :
अशक्तानां हेतिभिर्मध्यमाद्यं स्यात् ।
हेतिचतुष्टयसहित देवताचतुष्टयार्चनम् ।
पाशांकुशधनुर्बाणा हेतयः ।
देवतास्तु :
कामेश्वरी-वज्रेश्वरी-भगमालिनी-श्रीमहात्रिपुरसुन्दरी-
देवताचतुष्टयार्चनरूपमेतदाद्यार्चनमित्यर्थः ।
द्वितीयमाह नवयोनिष्विति ।
वशिन्यादिमध्यमान्तमिति ।
तृतीयार्चनमाह
चतुर्दशारचक्रस्थितसर्वसंक्षोभिण्यादिमध्यमान्ता सपर्या
तृतीया ।
चतुर्थं प्रोक्तरूपत इति ।
तत्र प्रोक्तरूपेणेत्यर्थः ।
षोडशदलादि-मध्यमान्तमिति यावत् ।
पञ्चमं भूगृहादिमध्यमान्तमिति यावत् ।
इति पञ्चप्रकारार्चा प्रोक्ता सर्वार्थसिद्धिदा ।
तत्रादौ भूतशुद्धि प्राणायामपुरःसरं
करशुद्ध्यासनचतुष्टयाङ्गवशिन्यादिन्यासचतुष्टयं विधाय
बालया अर्घ्यद्वयं संशोध्य षडासनविद्यया पीठपूजां
विधाय विन्दौ हृल्लेखया परचितिमावाह्य यथा
शक्त्युपचारैरभ्यर्च्च पूर्ववत्सर्वभूतवलिं दत्त्वा जप-स्तोत्रैः
सन्तोषयेदिति
॥ ४ ॥

Quellen und Textstand

  • Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
  • Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
  • Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
  • Brihat Tantrasara Übersetzung 5: P5-0267–P5-0268


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