Sakama Bhava

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Sakama Bhava (Sanskrit: सकाम भाव sakāma bhāva m.) eine Handlung im Karma Yoga, um etwas Konkretes zu bekommen. Sakama Bhava heißt Zustand mit Verlangen, auch Einstellung, Gefühl mit Verlangen. "Kama" heißt "Wunsch, Verlangen". "Sakama" heißt "mit Wunsch, mit Verlangen". "Bhava" heißt "Zustand, Einstellung, Gefühl". Sakama Bhava ist das Gegenteil von Nishkama Bhava.

Radha und Krishna, Beispiel für Madhurya Bhava

Nishkama Bhava heißt der innere Zustand der Wunschlosigkeit: Man will nichts für sich, man will helfen, dienen, den Willen Gottes tun, ohne etwas für sich selbst zu wollen. Sakama Bhava entsteht immer wieder von selbst. Ein spiritueller Aspirant bemüht sich darum, immer mehr mit einer Nishkama Bhava zu tun.

Sukadev über Sakama Bhava

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Sakama Bhava

Sakama Bhava bezieht sich insbesondere auf spirituelle und religiöse Handlungen, die du ausführst, um etwas zu erreichen, im Gegensatz nämlich zu Nishkama Bhava. Nishkama Bhava heißt, ein Gefühl, ohne etwas für sich selbst erreichen zu wollen. Sakama Bhava kann z.B. sein, du gehst in die Kirche und versprichst Gott: „Wenn ich den und den Arbeitsplatz bekomme, wenn ich die und die Gehaltserhöhung bekomme, dann werde ich so und so viel spenden und so und so häufig in die Kirche gehen oder so und so häufig den Rosenkranz beten.“ Oder du kannst sagen: „Ich mache die Puja, ein Verehrungsritual, damit meine Geldsorgen vorbei sein mögen.“

Eine Mischung oder ein Zwischending zwischen Sakama und Nishkama Bhava ist, wenn du für jemand anderen etwas machst. Z.B. du weißt, jemand ist krank, und dann sagst du 108 Mal das "Om Tryambakam", oder du machst eine Puja für den anderen Menschen, oder du machst eine Homa für einen anderen Menschen. Du machst es nicht für dich, insofern ist es Nishkama, aber du machst es für einen anderen. Und so ist das Tun für einen anderen durchaus eine sattvige Form der Spiritualität. Eine spirituelle Handlung, eine religiöse Handlung, ein Ritual auszuführen, um etwas für dich selbst zu bekommen, ist eine Mischung aus Sattva und Rajas.

Es ist gut, dass du es machst, indem du Gott zu Hilfe rufst. Es ist besser, du machst es mit einem Ritual, als du machst es irgendwo mit egoistischen Dingen, aber es ist nicht ganz egofrei. Krishna sagt in der Bhagavad Gita: „Es gibt vier Arten von Menschen, die zu mir beten und die sich an mich wenden, die Bhakti zu mir haben.“ Man kann sagen, zwei davon sind Sakama. Es gibt Menschen, die aus Leiden Gott verehren, und sie wollen eben Freiheit von ihrem Leiden haben, eine Form von Sakama Bhava.

Und es gibt Menschen, die wollen Reichtum haben, sie wollen irgendetwas, irgendeine Wunscherfüllung haben. Das ist auch Sakama Bhava, das ist eigentlich Sakama Bhava in Reinstform. Und dann gibt es solche, die wollen Weisheit haben, sie wollen die höchste Verwirklichung haben und beten deshalb zu Gott. Das ist kein Kama, also kein egoistischer Wunsch, auch kein sinnliches Vergnügen, deshalb ist es Nishkama. Dann gibt es schließlich noch solche, die Gott verehren, um der Liebe Gottes willen. Sie wollen nichts von Gott, sie sind in Gottesliebe und dienen einfach Gott aus Liebe heraus. Das ist die höchste Form von Bhakti.

Aber Krishna sagt auch: „Alle vier sind edel.“ Egal, aus welchem Grund du dich an Gott wendest, Sakama oder Nishkama, es ist gut, dich an Gott zu wenden. Indem du dich an Gott wendest, wächst deine Hingabe an Gott. Und irgendwann wird aus einer Sakama Bhakti Nishkama Bhakti, die Bhakti ohne Wunsch, Nishkama Bhava, die tiefe Einstellung ohne Wunsch. Aber Sakama ist für viele der Anfang. Nicht für alle, westliche Aspiranten sind oft so weit von einer klassischen Religion weg, dass sie gar nicht auf die Idee kommen würden, Gott um etwas Konkretes zu bitten. Aber in den traditionellen Religionen ist die Bhava zu Gott zunächst mal Sakama Bhava, man betet zu Gott um etwas. Und das muss dann für spirituelle Menschen irgendwann zu Nishkama übergehen. Heutzutage sind spirituelle Aspiranten, die zum Yoga kommen, oft von Anfang an Nishkama Bhava.

Siehe auch

Literatur

  • Swami Sivananda, Götter und Göttinnen im Hinduismus (2008)
  • Swami Sivananda, Bhakti und Sankirtan, Hrsg.: The Divine Life Society, 2007
  • Swami Sivananda, Inspirierende Geschichten (2005)
  • Swami Sivananda, Japa Yoga (2003)
  • Swami Sivananda, Göttliche Erkenntnis (2001)
  • Swami Sivananda, Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga (Divine Life Society 2000)
  • Swami Sivananda, Shrimad Bhagavad Gita. Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda (1998)
  • Swami Sivananda, Gedanken zur Kontemplation (1996)
  • Swami Sivananda, Hatha-Yoga. Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte (1964)
  • Swami Sivananda, Sadhana – Ein Lehrbuch mit Techniken zur spirituellen Vollkommenheit

Weblinks

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