Premayoga

Aus Yogawiki
Premayoga

Premayoga (Sanskrit: premayoga n.) = der Yoga, der auf der Liebe beruht.

Der Sanskrit-Ausdruck “Premayoga” setzt sich aus “Prema” (liebevolle Zuneigung, göttliche Liebe) und “Yoga” (Verbindung, Einheit) zusammen. Wörtlich bedeutet es also “Yoga der Liebe” oder “die Verbindung durch Liebe”. Im spirituellen Kontext Indiens und des Hinduismus beschreibt Premayoga einen Weg, bei dem du dich nicht durch strenge Askese oder komplexe Techniken mit dem Göttlichen vereinst, sondern durch die Kraft einer hingebungsvollen, innigen Liebe. Anders als im Bhakti Yoga, der oft ritualisierte Verehrung betont, steht hier die persönliche, gefühlte Beziehung zu Gott oder dem Universum im Vordergrund – eine Liebe, die rein, selbstlos und allumfassend ist.

In der Yogapraxis bedeutet Premayoga, dass du jede Haltung, jede Atemübung und jede Meditation mit einem Herzen voller Zuneigung ausführst. Du zwingst dich nicht in Positionen, sondern bewegst dich wie in einer Umarmung mit dem Leben. Es geht darum, die Liebe als treibende Kraft zu spüren – zu dir selbst, zu anderen und zum Göttlichen. Diese Praxis löst das Gefühl der Trennung auf und lässt dich erkennen, dass du bereits eins mit allem bist. Premayoga ist besonders in der spirituellen Tradition Südindiens verwurzelt, wo die Liebe zu Gott oft als innigste Form der Hingabe (Madhurya Bhava) gefeiert wird.

Für die Yogastunde: Du beginnst mit einer kurzen Meditation, in der du deine Hände auf dein Herz legst und dir vorstellst, wie ein warmes, goldenes Licht von dort ausstrahlt. Dann sprichst du leise ein Mantra der Liebe, zum Beispiel “Om Premaya Namaha” (Verehrung der liebevollen Energie). Während du die Asanas praktizierst, widmest du jede Bewegung einem Menschen, den du liebst, oder der gesamten Welt. In der Endentspannung legst du deine Hände auf dein Herz und spürst, wie die Liebe in dir und um dich herum fließt – ohne Ziel, ohne Erwartung. Diese Übung verwandelt die Yogastunde in einen Akt der reinen Zuneigung.

“Liebe ist die Essenz des Yoga. Ohne Liebe ist die Praxis trocken wie eine Wüste. Mit Liebe wird jeder Atemzug zu einem Gebet und jede Haltung zu einer Umarmung des Göttlichen.” Swami Sivananda

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