Ohne Gespür

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Ohne Gespür zu sein - das kann man Menschen vorwerfen. Aber: Kann man sein Gespür eigentlich entwickeln, kultivieren? Kann man sein Gespür verlieren? Wie viel Gespür ist im Alltag notwendig? Wie viel Gespür braucht ein Politiker, eine Führungspersönlichkeit, eine Gesellschaft?

Früher hieß "ohne Gespür", keine Fährten lesen zu können

Beispiele für Redewendungen mit "ohne Gespür"

Mit ohne Gespür - das ist sicherlich eine interessante Wortkombination. Hier aber einige Beispiele für Gebrauch des Wortes "Ohne Gespür":

  • Die Zeitschrift Focus hatte am 18.10 einen Zeitungsartikel mit der Überschrift: "Naive Politiker ohne Gespür"
  • Die Taz titelte ebenso im Jahr 2015: "Machtmensch ohne Gespür" - und meinte damit Angela Merkel
  • Die Zeit hatte einen Artikel vom 19.1.1990 (!) mit dem Thema "Ohne Gespür". Hier ging es um Genscherismus und Gorbimanie und einige andere Themen...
  • In der Zeitschrift "Der Ingenieur" gab es einen Artikel mit dem Thema "Management ohne Gespür"
  • In der Zeitschrift "Die Welt" wurde getitelt: "Diplomatin ohne Gespür" - es ging um Catherine Ashton

So wird insbesondere Politikern und Managern gerne vorgeworfen, sie hätten kein Gespür, sie seien ohne Gespür.

Was bedeutet die Redewendung "ohne Gespür"

Aber was soll das überhaupt heißen, ohne Gespür zu sein?

=Wortherkunft Gespür - Etymologie

Gespür ist Spürsinn, ein feines Gefühl Verständnis für etwas, für jemanden. Allerdings ist das Wort Gespür in seiner heutigen Bedeutung relativ neu: Erst seit den 1950er Jahren wird häufiger von "Gespür" als Feingefühl, eine Art Telepathie für künftige Entwicklungen gesprochen.

Älter ist der Ausdruck Gespür als Synonym für Fußstapfen, Fährte, als Spur und Wahrzeichen.

Das Wort Gespür kommt von Spur, Fußabdruck, Fährte, vom althochdeutschen spor, Fußspur. Wer Spuren lesen kann, der hat ein gutes Gespür.

Gespür wird heutzutage gleichbedeutend für Intuition, Instinkt, Feingefühl etc. verwendet. Man braucht Gespür für die Stimmung von Menschen, Gespür für die Wirkung von Worten, Handlungen, Maßnahmen. Und man braucht Gespür für zukünftige Entwicklungen.

Ohne Gespür - ohne Feingefühl

Ohne Gespür zu sein, das ist heute ein großer Vorwurf an Politiker und Wirtschaftsmanager:

Man erwartet, dass Politiker und Manager spüren, wie die Stimmung unter den Menschen ist, wie sie reagieren auf Worte, Reden, wie sie reagieren werden auf Beschlüsse. Und sie sollen auch zukünftige Entwicklungen vorausahnen können.

Wer das nicht kann, dem wirft man vor, ohne Gespür zu sein.

Oftmals haben Menschen ein solches Feingefühl, eine solche Intuition - solange sie Kontakt haben mit dem "gemeinen Volk". Wenn sie jedoch den Kontakt zur Basis verlieren, verlieren sie manchmal das Gespür - so sind sie plötzlich "im Elfenbeinturm" und ohne Gespür.

Yoga und Meditation für besseres Gespür

Yoga und Meditation verbessern das Feingefühl und damit das Gespür für sich selbst sowie für andere. Intuition und Instinkte, Gespür, manifestiert sich meist über körperliche lokalisierbare Wahrnehmungen. Wer Yoga und Meditation übt, der spürt einfach besser.

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