Naraka Chaturdashi – Ölbad, Yama-Wassergaben und Lichtersegen

Aus Yogawiki

Naraka Chaturdashi – Ölbad, Yama-Wassergaben und Lichtersegen verbindet die Reinigung vor Sonnenaufgang mit einem abendlichen Lichtgebet für ein Leben ohne lähmende Furcht. Die häusliche Festpraxis richtet sich an Menschen, die Yama, den Hüter von Dharma und Vergänglichkeit, ehren und den Übergang zu Diwali bewusst begehen möchten. Sie findet an Kartika-Krishna-Chaturdashi statt. Diese nordindisch-puranische Fassung folgt Drik Panchang und wird von den Feiernden selbst im Haus und an einem geeigneten Waschplatz vollzogen. Der Ritus wird als Naraka Chaturdashi überliefert.

Lichter zu Diwali erinnern an Helligkeit und Zuversicht.

Die Bitte, von Naraka bewahrt zu werden, gehört zum religiösen Sinn des Tages. Morgens werden Pflanzen kreisend bewegt und Wasser an Yama und Bhishma gegeben; abends leuchten vier Dochte für die vier menschlichen Lebensziele.

Vorbereitung

Prüfe den örtlichen Panchanga für den Festtag; eine kalendarische Mondphase beginnt nicht überall zur gleichen bürgerlichen Uhrzeit. Die Quelle nennt den frühen Morgen für das Bad und den Abend für die Lichter. Eine priesterliche Leitung ist in dieser Hausfassung nicht vorgeschrieben.

Bereite Sesamöl, Badewasser, saubere Kleidung, Apamarga und die regional als Chakbaka bezeichnete Pflanze, einen Wasserkrug, eine Auffangschale sowie eine Lampe mit vier Dochten und weitere kleine Lampen vor. Für die Lampen brauchst du Ghee (bzw. Pflanzenöl) und Zündmittel. Pflanzenöl ist hier eine heutige vegane Alternative. Verwende nur sicher bestimmte Ritualpflanzen; eine unklare regionale Pflanzenbezeichnung soll nicht zum Sammeln einer unbekannten Pflanze führen. Beschaffe die genannten Pflanzen gegebenenfalls bei einer kundigen Ritualleitung.

Wähle einen Platz, an dem du 45 kleine Wassergaben sauber auffangen kannst. Die Gaben für Yama sind kein Totenritual für ein bestimmtes verstorbenes Familienmitglied.


Durchführung

1. Den Morgen mit dem Ölbad beginnen
Stehe vor Sonnenaufgang auf. Reibe den Körper für das Abhyanga Snana mit Sesamöl ein und bade anschließend. Während des Bades bewege Apamarga und die in der Quelle Chakbaka genannte Pflanze über dem Kopf. Führe die Zweige mit Abstand zur Haut; die Bewegung drückt die Bitte aus, Belastendes abzustreifen. Sprich:

sīta-loṣṭa-saha-yuktaḥ sakaṇṭaka-dalānvitaḥ |
hara pāpam apāmārga bhrāmyamāṇaḥ punaḥ punaḥ ||

O Apamarga, mit Erde aus der Pflugfurche verbunden, mit Dornen und Blättern versehen: Während du wieder und wieder kreisend bewegt wirst, nimm meine Verfehlungen hinweg.

2. Yama mit Wasser ehren
Nach dem Bad bringe Yama Wassergaben dar. Forme die Hände zu einer Schale, nimm Wasser auf und lasse es in das Auffanggefäß beziehungsweise an die vorbereitete saubere Stelle fließen. Sprich jeden der folgenden Namen dreimal; mit jeder Wiederholung gibst du Wasser. So entstehen 42 kleine Wassergaben:

oṃ yamāya namaḥ ||
oṃ dharmarājāya namaḥ ||
oṃ mṛtyave namaḥ ||
oṃ antakāya namaḥ ||
oṃ vaivasvatāya namaḥ ||
oṃ kālāya namaḥ ||
oṃ sarvabhūtakṣayāya namaḥ ||
oṃ audumbarāya namaḥ ||
oṃ dadhnāya namaḥ ||
oṃ nīlāya namaḥ ||
oṃ parameṣṭhine namaḥ ||
oṃ vṛkodarāya namaḥ ||
oṃ citrāya namaḥ ||
oṃ citraguptāya namaḥ ||

In der gleichen Reihenfolge: Verehrung Yama, dem Lenker; dem König des Dharma; dem Tod; dem, der ein Ende setzt; dem Sohn Vivasvats; der Zeit; dem Ende aller Wesen; Audumbara; Dadhna; dem Dunkelfarbigen; dem Höchststehenden; dem Wolfsbäuchigen; Chitra, dem Vielfältigen; Chitragupta, dem verborgenen Aufzeichner. Der Name Dharmaraja erinnert daran, dass die Begegnung mit Vergänglichkeit zugleich eine Einladung zu einem rechtschaffenen Leben ist.

3. Bhishma gedenken
Bringe anschließend Bhishma drei weitere Handvoll Wasser dar. Die Quellfassung schreibt hier keine besondere Rezitation vor. Richte die Gaben in Stille an den ehrwürdigen Hüter seines Gelübdes. Diese Jalanjali wird ausdrücklich auch von Menschen vollzogen, deren Vater noch lebt.

4. Am Abend die vier Dochte entzünden
Stelle draußen am Haus eine Lampe mit vier Dochten auf eine feste, hitzebeständige Unterlage. Fülle Ghee (bzw. Pflanzenöl) ein und entzünde die Dochte als Dipa Dana für Yama. Die vier Flammen stehen in dieser Fassung für Dharma, Artha, Kama und Moksha: rechtes Leben, Lebensunterhalt, erfüllende Wünsche und Befreiung. Für diese Handlung nennt die Quelle keinen eigenen Mantra.

5. Das Licht im Lebensraum ausbreiten
Entzünde die weiteren vorbereiteten Lampen an den vorhandenen passenden Orten: beim Viehstall, unter verehrten Bäumen, in Küche und Bad sowie an weiteren Plätzen des Hauses. Wo eine offene Flamme nicht sicher aufgestellt werden kann, stelle die Lampe an einem geschützten Platz daneben auf; dies ist eine praktische Anpassung. Lasse brennende Lampen beaufsichtigt. Danach folgt, soweit sie zu deiner persönlichen Tagesordnung gehört, deine tägliche Puja; sie ist ein eigener Gottesdienst.

6. Innerlich abschließen
Als persönliche Besinnung kannst du vor dem Licht einen Vorsatz fassen, der deinem Verhältnis zu Vergänglichkeit und Verantwortung entspricht: eine offene Angelegenheit klären, einen Menschen unterstützen oder eine gute Gewohnheit beginnen. Verwendetes Wasser kann anschließend an eine saubere unbetretene Stelle gegeben werden; diese Aufräumempfehlung ist eine praktische Ergänzung.


Rezitationen in IAST, Devanagari und deutscher Übersetzung

Gebet an Apamarga
sīta-loṣṭa-saha-yuktaḥ sakaṇṭaka-dalānvitaḥ |
hara pāpam apāmārga bhrāmyamāṇaḥ punaḥ punaḥ ||

सीतलोष्टसहयुक्तः सकण्टकदलान्वितः।
हर पापमपामार्ग भ्राम्यमाणः पुनः पुनः॥

O Apamarga, mit Erde aus der Pflugfurche verbunden, mit Dornen und Blättern versehen: Während du wieder und wieder kreisend bewegt wirst, nimm meine Verfehlungen hinweg.

Die vierzehn Namen Yamas
oṃ yamāya namaḥ ||
oṃ dharmarājāya namaḥ ||
oṃ mṛtyave namaḥ ||
oṃ antakāya namaḥ ||
oṃ vaivasvatāya namaḥ ||
oṃ kālāya namaḥ ||
oṃ sarvabhūtakṣayāya namaḥ ||
oṃ audumbarāya namaḥ ||
oṃ dadhnāya namaḥ ||
oṃ nīlāya namaḥ ||
oṃ parameṣṭhine namaḥ ||
oṃ vṛkodarāya namaḥ ||
oṃ citrāya namaḥ ||
oṃ citraguptāya namaḥ ||

ॐ यमाय नमः॥
ॐ धर्मराजाय नमः॥
ॐ मृत्यवे नमः॥
ॐ अन्तकाय नमः॥
ॐ वैवस्वताय नमः॥
ॐ कालाय नमः॥
ॐ सर्वभूतक्षयाय नमः॥
ॐ औदुम्बराय नमः॥
ॐ दध्नाय नमः॥
ॐ नीलाय नमः॥
ॐ परमेष्ठिने नमः॥
ॐ वृकोदराय नमः॥
ॐ चित्राय नमः॥
ॐ चित्रगुप्ताय नमः॥

In der gleichen Reihenfolge: Verehrung Yama, dem Lenker; dem König des Dharma; dem Tod; dem, der ein Ende setzt; dem Sohn Vivasvats; der Zeit; dem Ende aller Wesen; Audumbara; Dadhna; dem Dunkelfarbigen; dem Höchststehenden; dem Wolfsbäuchigen; Chitra, dem Vielfältigen; Chitragupta, dem verborgenen Aufzeichner.

Quellen und Vertiefung

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