Kubera Nyasa und Japa für Fülle
Kubera Nyasa und Japa für Fülle verbindet die Verehrung Kuberas mit der Bitte um ausreichende Versorgung. Der Text spricht ausdrücklich von Vermögen und Getreide. Die Praxis kann mit Dankbarkeit, verantwortlichem Umgang mit Besitz und einer konkreten Gabe an andere verbunden werden.

Umfang der Anleitung: Redaktionell abgegrenzte Sitzung aus Körper-Nyasa, Dhyana, innerer Verehrung und Japa. Sie beschreibt keine vollständige äußere Puja und keine Purashcharana.
Anlass, Voraussetzungen und Material
Für Puja- und Sanskrit-Kundige, die in die Praxis dieses Mantras und der genannten Nyasas unterwiesen sind. Diksha und bestehende Gelübde richten sich nach der eigenen Überlieferung; der Artikel erteilt keine Einweihung. Bereitlegen: gereinigter Sitz und Mala oder andere Zählhilfe; ein Bild von Kubera ist hilfreich, aber nicht notwendig. Wähle eine ruhige Tageszeit, die zu deiner überlieferten Praxisordnung passt. Die angegebenen Wirkziele sind traditionelle spirituelle Anliegen, keine garantierten äußeren Resultate.
1. Vorbereitung und Entschluss
Wasche Hände und Gesicht beziehungsweise beginne nach deiner täglichen Körperreinigung. Sitze aufrecht, bequem und mit freiem Atem. Lege die Zählhilfe bereit und fasse still den Entschluss: „Ich widme diese Sitzung der Verehrung und der Sammlung des Geistes.“ Äußere Pujageräte sind für diese Sitzfolge nicht nötig.
2. Der Mantra und seine Bedeutung
Lies zunächst den vollständigen Mantra; genau diese Fassung wird später wiederholt:
yakṣāya kuberāya vaiśravaṇāya dhanadhānyādhipataye |
dhanadhānyasamṛddhiṃ me dehi dāpaya svāhā |
Dem Yaksha Kubera, Vaishravana, dem Herrn über Vermögen und Getreide: Gewähre mir Fülle an Vermögen und Getreide, lass sie mir zukommen. Svaha – diese Darbringung gelte dir.
3. Seher, Versmaß und Gottheit einsetzen
Berühre jeweils die angegebene Stelle und sprich die zugehörige Formel einmal. Die Dativformen sind nach den Zuordnungen des Quellabschnitts ausgeschrieben.
| Berührung | Vollständige Formel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Scheitel | viśravase ṛṣaye namaḥ | Verehrung Vishravas, dem Seher dieses Mantras. |
| Mundbereich | bṛhatīcchandase namaḥ | Verehrung dem Versmaß Brihati. |
| Herzraum | kuberāya devatāyai namaḥ | Verehrung Kubera, der Gottheit dieses Mantras. |
4. Nyasa ausführen
Körperweihung
Führe die Zeilen der Reihe nach aus und sprich jede Formel einmal. Berühre Herzraum, Scheitel und Shikha-Stelle jeweils mit den Fingerspitzen der rechten Hand. Beim Kavacha kreuze die Arme so, dass jede Hand die gegenüberliegende Schulter berührt. Bei der Schutzgeste genügt eine ruhige, nach außen gerichtete Handbewegung; diese praktische Ausführung wird redaktionell festgelegt. Berühre bei der Augenzeile nacheinander die geschlossenen Lider und den Punkt zwischen den Brauen nur leicht; sprich die Formel einmal für alle drei Stellen. Bijas und Abschlusslaute werden nicht mit erfundenen deutschen Wortbedeutungen versehen.
| Handlung | Vollständige Formel | Bedeutung beziehungsweise Funktion |
|---|---|---|
| Herzraum | yakṣāya hṛdayāya namaḥ | Dem Yaksha; dem Herzen Verehrung. |
| Scheitel | kuberāya śirase svāhā | Kubera; dem Haupt: Svaha, Darbringung. |
| Hinterer Scheitel beziehungsweise Shikha-Stelle | vaiśravaṇāya śikhāyai vaṣaṭ | Vaishravana; der Shikha: Vashat, Bekräftigung. |
| Beide Schultern: Arme vor der Brust kreuzen | dhanadhānyādhipataye kavacāya huṃ | Dem Herrn von Vermögen und Getreide; der schützenden Hülle: Hum. |
| Rechtes Auge, linkes Auge und Punkt zwischen den Brauen sanft berühren | dhanadhānyasamṛddhiṃ me netratrayāya vauṣaṭ | Fülle an Vermögen und Getreide für mich; den drei Augen: Vaushat, Bekräftigung. |
| Mit einer nach außen gerichteten Handbewegung den Raum um dich als geschützt vergegenwärtigen | dehi dāpaya svāhā astrāya phaṭ | Gewähre, lass zukommen; Svaha; der rituellen Schutzkraft: Phat. |
Sukadev erläutert Kubera und seine Bedeutung in der indischen Überlieferung.
5. Die göttliche Gestalt betrachten
Sprich den folgenden Dhyana-Vers einmal und lass danach sein Bild im Geist entstehen:
manujavāhyavimānavarasthitaṃ |
garuḍaratnanibhaṃ nidhināyakam |
śivasakhaṃ mukuṭādivibhūṣitaṃ |
varagade dadhataṃ bhaja tundilam ||
Verehre den Herrn der Schätze, auf einem vortrefflichen, von Menschen getragenen Gefährt sitzend, von der Farbe eines Smaragds: den Freund Shivas, mit Krone und weiterem Schmuck geziert, mit rundem Bauch, die Wunschgewährung und die Keule in den Händen.
Verweile einen Moment bei der Gestalt. Stelle dir sodann, ohne weitere gesprochene Formel, fünf Gaben vor: reinen Duft, eine Blüte, duftendes Räucherwerk, eine helle Lampe und eine saubere vegetarische Speise. Biete sie der Gottheit nacheinander im Geist dar. Diese einfache Fünferfolge konkretisiert die im Text genannte geistige Verehrung; die vorliegende Sitzfolge fügt dafür keine fremden Bija-Mantras ein.
6. Japa
Rezitiere 108-mal die ganze Formel:
yakṣāya kuberāya vaiśravaṇāya dhanadhānyādhipataye |
dhanadhānyasamṛddhiṃ me dehi dāpaya svāhā |
Dem Yaksha Kubera, Vaishravana, dem Herrn über Vermögen und Getreide: Gewähre mir Fülle an Vermögen und Getreide, lass sie mir zukommen. Svaha – diese Darbringung gelte dir.
Jede vollständig gesprochene oder gedachte Formel zählt als eine Wiederholung. Lass Klang und Bedeutung zusammenwirken. Bei einer Mala gehe nach jeder Wiederholung eine Perle weiter. Bei einer Mala mit 108 Zählperlen und zusätzlicher Guru- beziehungsweise Meru-Perle zählt die Markierungsperle nicht mit. Muss die Sitzung kurz unterbrochen werden, notiere den Stand, sammle dich erneut und fahre von dort fort. Diese organisatorische Hilfe begründet keine zusätzliche Ritualpflicht.
Die gewählten 108 Wiederholungen folgen dem allgemeinen inneren Japa in Mantramahodadhi 21.169. Ihre Verbindung mit diesem besonderen Mantra ist eine redaktionelle Sitzungsform.
7. Die Rezitation darbringen
Vergegenwärtige ihre Frucht als lichte Gabe in der rechten Hand der Gottheit. Diese Sitzung vollzieht die Übergabe rein geistig. Sprich:
guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me deva tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||
Du bist der Hüter des Geheimsten. Nimm die von uns vollzogene Rezitation an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.
Lege die Hände vor dem Herzen zusammen, neige den Kopf und verweile kurz still. Lass das äußere Vorstellungsbild in der Gegenwart des Herzens ruhen. Öffne die Augen und beende die Sitzung. Es wurde keine dauerhafte Bild- oder Tempelweihe durchgeführt.
Verhältnis zur umfangreichen Sadhana
Die Quelle nennt eine volle Purashcharana von 100.000 Japa mit Sesam-Homa. Als eigene traditionelle Anwendungen nennt sie 10.000 Japa in einem Shiva-Heiligtum und 100.000 unter einem Bilva-Baum. Diese Angaben sind keine Vorbedingung der hier redaktionell gewählten 108er-Sitzung und werden nicht als Erfolgsgarantie gelesen. Eine freiwillige Spende nach dem Abschluss ist eine heutige praktische Ergänzung, kein zusätzlich behauptetes Quellritual.
Siehe auch
- Darbringung der inneren Kräfte an Vishnu
- Kartaviryarjuna tägliche Lampengabe
- Kubera
- Puja
- Japa
- Nyasa
- Dhyana
- Bhakti
- Diksha
- Guru
- Sankalpa
- Tantra
- Mantramahodadhi
- Brihat Tantrasara
- Nityotsava
- Mahanirvana Tantra
- Tantra Ritualanleitungen Sammlung 04
Seminare
Hinduistische Rituale
- 08.11.2026 - 08.11.2026 Diwali - das Fest des Lichts
Diwali ist eines der wichtigsten Feste in Indien. Diwali ist das Lichterfest zur Öffnung des Herzens und der Entfaltung allumfassender Liebe. 20:00 Uhr…- Sukadev Bretz
- 08.11.2026 - 08.11.2026 Diwali - das Fest des Lichts
Diwali ist eines der wichtigsten Feste in Indien. Diwali ist das Lichterfest zur Öffnung des Herzens und der Entfaltung allumfassender Liebe. 20:00 Uhr…
Bhakti Yoga
- 03.11.2026 - 03.11.2026 Mantra-Konzert mit Gruppe Mudita
Herzöffnung pur
21:10 - 22:00 Uhr- Gruppe Mudita
- 06.11.2026 - 08.11.2026 Harmonium Lernseminar
Lerne, Harmonium zu spielen! Wenn vorhanden, bitte eigenes Harmonium mitbringen. Keine Vorkenntnisse nötig.- Alisa Yakhontova
Quellen und redaktionelle Hinweise
Mantramahodadhi, Mahīdhara, Sanskrit-Grundtext mit dem eigenen Kommentar Naukā; verwendete Projektfassung Mantramahodadhi Sanskrit IAST. 16.105–111. Der 35-silbige Mantra wird nach den zusammenhängenden Wortanweisungen 105–106 mit der Erläuterung der Naukā ausgeschrieben. Im Grundtext läuft vaiśravaṇāya über die Versgrenze. Die sechs Anga-Gruppen nach 16.108 haben 3–4–5–8–8–7 Silben. Dhyana: 16.109. Rishi Viśravas wird grammatisch als „viśravase ṛṣaye“ angerufen; Bṛhatī ist das Versmaß.
Der Sitzungsrahmen verbindet den genannten besonderen Mantra-Abschnitt mit der allgemeinen inneren Verehrung und Japa-Anleitung in Mantramahodadhi 21.166–170 und dem Darbringungsgebet 22.152. Die geistigen fünf Gaben konkretisieren den allgemeinen Auftrag „mānasaiḥ sampūjya“ beziehungsweise die geistige Verehrung. Die Zuordnungen und Lautgruppen des ausgewählten Nyasa sind vollständig ausgeschrieben; zusätzliche Nyasa-Systeme, die der große Puja-Kontext voraussetzt, werden hier nicht als vollzogen behauptet. Praktische Berührungs- und Zählhinweise sind redaktionell.