Klinische Wirkung verschiedener Yoga-Interventionen

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An der Universität Witten-Herdecke wurde eine Übersichtsstudie zu klinisch relevanten Wirkungen erstellt. Yoga wirkt auf vielen Ebenen: auf Körper und Geist, bei Alt und Jung, vorbeugend und unterstützend. Zu diesem Ergebnis kommt eine zusammenfassende Metastudie des Zentrums für Integrative Medizin der Universität Witten/Herdecke. Die Übersichtsstudie ordnet und beurteilt die inzwischen große Fülle an Studien und Veröffentlichungen, die sich mit präventiven und therapeutischen Wirkungen von Yoga beschäftigen. Geleitet wurde die „Zusammenfassung der Ergebnisse aus systematischen Studien zur klinischen Wirkung verschiedener Yoga-Interventionen“ von Univ.-Prof. Dr. Arndt Büssing von der Fakultät für Gesundheit der Universität Witten/Herdecke, Department für Humanmedizin. Die Metastudie bezog sich auf zusammenfassende Übersichtsarbeiten zu jeweils spezifischen Fragestellungen (Reviews) hinsichtlich der wissenschaftlichen Belastbarkeit der entsprechenden Ergebnisse.

Die Metastudie beleuchtet die drei Themenfelder Physis, Physiologie und Psyche und hinterfragte zudem kritisch die Qualität der erfassten Einzelstudien. Fazit: Die systematischen Übersichtsarbeiten stellen zumeist positive Effekte der Yoga-Maßnahmen hinsichtlich milder Depression, Stress und Schmerz sowie körperlicher Fitness und kardiovaskulärer Ausdauer fest, weisen aber auch auf Mängel vieler Studien hin. Die Stärken des Yoga als Gesundheitsmethode liegen vermutlich in seiner Universalität und Vielschichtigkeit.


Einführung

Mittlerweile liegt eine Vielzahl an Veröffentlichungen zu klinisch relevanten Effekten verschiedener Yoga-Interventionen vor. In internationalen, begutachteten Fachjournalen werden sowohl experimentelle Arbeiten als auch klinische Studien veröffentlicht, die positive Wirkungen zu Gunsten des Yoga nahe legen. Jedoch muss kritisch hinterfragt werden, wie die Studienergebnisse zustande gekommen sind und ob die Ergebnisse unter anderen Bedingungen ebenfalls beobachtbar sind.

Auch wenn in eindrucksvollen Einzelfällen positive Konstellationen beobachtet werden, die im Sinne einer „Heilung“ interpretiert werden könnten, so ist nicht immer klar, ob diese auch bei anderen Probanden bzw. Patienten auftreten werden, ob also diese Einzelbefunde auch auf andere Patienten übertragbar sind - und unter welchen Bedingungen. In vielen Studien werden daher Kontrollprobanden mitgeführt, sodass die Studienergebnisse zweier Gruppen (Yoga versus Kontrolle) verglichen werden können. Aber nicht in allen Fällen sind hier die Kollektive auch wirklich vergleichbar oder es werden oft passive Kontrollen gewählt (z.B. Warteliste oder Buchlesen versus aktive Yoga-Intervention), sodass ein Bias zugunsten der Yoga-Intervention anzunehmen ist und die berichteten positiven Ergebnisse möglicherweise durch andere Faktoren mitbedingt sein könnten. Es muss daher neben der Frage der methodologischen Qualität der entsprechenden Studien auch beachtet werden, ob die beobachteten Effekte auch klinisch relevant sind, nicht nur statistisch signifikant.

Hinsichtlich der wissenschaftlichen Evidenz kann man fünf abgestufte Level unterscheiden. Mit Hilfe systematischer Reviews versucht man die Ergebnisse verschiedener Fallserien (Level 3b) oder homogener Kohortenstudien (Level 2a) sowie homogener randomisierter kontrollierter Studien (RCT; Level 1a) zusammenzufassen und kritisch zu würdigen. Der höchste Level der Evidenz würde daher positive Ergebnisse aus RCT (Level 1c), aus RCT mit engen Konfidenzintervallen und adäquatem Follow up (Level 1b) und systematische Reviews mit homogenen RCT (Level 1a) darstellen. Gemäß dieser Evidenz-Level kann man vier Grade der Empfehlung differenzieren: A – Ergebnisse aus konsistenten Level 1 Studien; B – Ergebnisse aus konsistenten Level 2 oder 3 Studien oder Extrapolationen aus Level 1 Studien; C – Ergebnisse aus Level 4 Studien oder Extrapolationen aus Level 2 oder 3 Studien; D – Ergebnisse aus dem Evidenzlevel Level 5 oder aus inkonsistenten oder wenig schlüssigen Studien jeglichen Levels.

Da für einige Indikationen bereits systematische Studien zur Relevanz verschiedener Yoga-Interventionen vorliegen, sollten die so kondensierten Ergebnisse zusammengefasst und hinsichtlich drei definierter Themenfelder dargestellt und kritisch gewürdigt werden:

  • 1. Physis: Bewegungsapparat (Funktionsverbesserung, Schmerzreduktion etc.)
  • 2. Physiologie: physiologische Systeme (Herz-Kreislauf-System, Blutdruckregulation etc.)
  • 3. Psyche: Lebensqualität, Depression, Burnout, Fatigue, Stress, etc.

Hierbei geht es darum, das jeweilige „Umfeld“ zu betrachten (z.B. psychische Variablen), um auf widersprüchliche oder inkonsistente Befunde eingehen zu können und vor dem Hintergrund solcher übergeordneten Kategorisierungen Aussagen hinsichtlich der Wirksamkeitsbereiche geben zu können.

Limitierungen

Generell kann gesagt werden, dass die Interpretation der den systematischen Reviews zugrunde liegenden Studien erschwert wird, da hier Studien mit zumeist kleinen Fallzahlen und verschiedenen Yoga-Stilen, unterschiedlichen Indikationen, variabler Interventionsdauer (20 Minuten in 3 aufeinander folgenden Tagen, tägliche Praxis für 4-6 Wochen, bis hin zu drei Mal wöchentlich für 8 oder 12 Wochen), unterschiedlichen Kontrollgruppen (aktiv und passiv) einbezogen sind, bei denen oft auch unvollständige Angaben zu den Studienabbrechern und weiteren fehlenden Details vorliegen. Dies wird in den entsprechenden Reviews ausführlich erläutert, sodass im Folgenden nicht weiter auf diese problematischen Aspekte eingegangen werden soll.

Yoga und Psyche

Es wurden systematische Reviews zu den Indikationen Depression, Ängstlichkeit/Angst, Stress und posttraumatische Belastungsstörungen (PTSD) gefunden (Hauptquelle: PubMed).

Depression

Es wurden 2 Reviews (Pilkington et al., 2005; Uebelacker et al., 2010), 1 Beschreibung von Studien zur „Yoga-Atmung“ (Brown et al., 2005) und 1 Zusammenfassung (Saeed et al., 2010) gefunden. Datengrundlage sind 7 randomisierte kontrollierte Studien (RCT) und 1 nicht-randomisierte kontrollierte Studie (N-RCT), wobei die Patientenzahl (zumeist jüngere Probanden < 40 Jahre) von 30 to 89 variierte.

Eine Studie verglich Antidepressiva + Attention Control mit Antidepressiva + Yoga und fand einen moderaten Effekt (Effektstärke d=0.76) zu Gunsten der Yoga-Gruppe. Hinsichtlich “milder Depression” fand sich ebenfalls eine signifikante Reduktion der Depressivität in der Yoga-Gruppe im Vergleich zu einer passiven Warte-Gruppe (d=1.59). Auch für “schwerere Depressionen” waren signifikante Unterschiede zu finden, jedoch kann aufgrund einer unbefriedigenden Datenbeschreibung kein valider Schluss gezogen werden. In einer dreiarmigen RCT wurde Psychoedukation (Kontrolle) mit Psychoedukation + Meditation / Yoga und Psychoedukation + Gruppentherapie mit Hypnose (aktive Kontrolle) verglichen. Hier fanden sich hinsichtlich depressiver Symptome jedoch keine signifikanten Unterschiede.

Zwei weitere Studien untersuchten Entspannungsverfahren versus Yoga. Eine dreiarmige RCT beschreibt zwar eine signifikante Reduktion der Symptome im Vergleich zur unbehandelten Gruppe und bessere Effekte für die Yoga-Entspannung versus progressive Entspannung, es wurden jedoch keine Signifikanzlevel angegeben. In einer N-RCT waren Aerobic-Übungen nicht effektiver als Übungen „geringerer Intensität“ (inkl. Relaxation, Stretching und Yoga); hier fanden sich nur geringe Behandlungseffekte (d<0.20 zugunsten der Aerobic-Übungen). Im Vergleich zu passiven Kontrollen waren die Yoga-Intervention bei milden Depressionen scheinbar effektiv, wobei sogar moderate Effekte möglich sein können, während die Wertigkeit der Ergebnisse in Bezug auf ausgeprägtere depressive Symptomatik sowie im Vergleich zu aktiven Kontrollen unklar ist. Eine dezidierte Handlungsoption kann somit nicht abgeleitet werden. Es scheint jedoch möglich, dass Yoga als komplexe Intervention einen günstigen supportiven Einfluss bei milder Symptomatik haben kann.

Fatigue

Zum Fatigue liegen momentan keine Übersichtsarbeiten vor, sodass wir angefangen haben, die entsprechende Literatur für eine Metaanalyse aufzuarbeiten. Die entsprechenden Ergebnisse aus 24 relevanten Studien werden noch aufbereitet.

Angst/Ängstlichkeit

Es wurde 1 systematischer Review (Kirkwood et al., 2005), 1 Cochrane Review (Krisanaprakornkit et al., 2006 – mit 1 Yoga-Studie), 1 Beschreibung von Studien zur Yoga-Atmung (Brown et al., 2005) und 1 Zusammenfassung (Saeed et al., 2010) gefunden.

Der systematische Review (Kirkwood et al., 2005) bezieht sich auf 6 RCT und 2 N-RCT. Die Zahl der Probanden variierte zwischen 22 und 91. Im direkten Vergleich mit Entspannung / Achtsamkeit fand sich für die Yoga-Intervention in einem RCT zwar ein günstigerer Effekt (SMD = 1.10 (95% CI -0.02 to 2.22), dieser ist aber möglicherweise auf eine höhere Ausgangslage und damit stärkerer Veränderung in der Yoga-Gruppe zurückzuführen. In einer RCT mit einer “Plazebo-Entspannung” fand sich ein stärkerer Therapieeffekt in der Yoga-Gruppe (-26% versus +2%). Hinsichtlich einer Schlangenphobie konnte zwischen Yoga und progressiver Entspannung kein wesentlicher Unterschied festgestellt werden. Eine 3-armige RCT verglich die sog. Broota Entspannung (mit dem Yoga entlehnten Übungen und Autosuggestion) mit progressiver Entspannung (aktive Kontrolle) und Gespräch (passive Kontrolle) in Bezug auf Prüfungsangst. Auch wenn sich hier signifikante Gruppenunterschiede zu Gunsten der Broota-Technik fanden, so ist zum einen nicht dezidiert nach einer Yoga-Intervention gefragt worden und zum anderen fanden sich mehrere Dropouts in (kleinen) Kontrollgruppen, sodass die tatsächliche Relevanz der Studienergebnisse unklar ist.

Eine RCT untersuchte Yoga im Vergleich zu verschiedenen Pharmaka und fand positive Effekte zu Gunsten des Yoga (RCT: SMD = 0.49 [95% CI -0.10 - 1.08]. Zwei weitere N-RCT beschrieben ebenfalls positive Effekte in der Yoga-Gruppe.

Im Vergleich zu einer passiven Gruppe (Lesen/Schreiben) schnitt die Yoga-Gruppe hinsichtlich der Prüfungsangst signifikant besser ab (Reduktion -34% versus +3%). Das Studienergebnis ist jedoch nicht verwunderlich, da hinsichtlich der passiven Intervention kein wesentlicher Einfluss auf Prüfungsangst anzunehmen ist.

Viele der Studien beschrieben somit positive Effekte zugunsten der Yoga-Interventionen. Die heterogene Qualität der Studien mit kleiner Fallzahl erschwert jedoch die Beurteilung.

Stress

Es wurde 1 systematischer Review in Bezug auf verschiedene Stress-assoziierte Symptome gefunden (Chong et al., 2011), der 4 RCT und 4 N-RCT mit einer Fallzahl zwischen 24 und 69 (zumeist jüngeren Probanden) einbezog. Bei gesunden Probanden wurden hier positive Effekte zu Gunsten des Yoga beschrieben.

In einer RCT wurde Yoga mit einer kognitiven Verhaltenstherapie verglichen. Hier fanden sich für beide Interventionen starke Effekte in Bezug auf den empfundenen Stress (d=.82 in der Yoga-Gruppe und d=.82 in der Kontrollgruppe). Eine signifikante Veränderung des Zorns hingegen wurde nur in der Psychotherapiegruppe beobachtet (d=.75), nicht im Yoga-Arm. Eine weitere RCT verglich Yoga mit Entspannungsverfahren und fand vergleichbare Effekte hinsichtlich Ängstlichkeit, Stress und genereller Lebensqualität nach 10 Wochen, während sich nach einer 6 wöchigen Nachbeobachtungsphase keine signifikanten Unterscheide zwischen den Gruppen fanden.

Die Studien zeigen, dass Yoga ähnliche Effekte hat wie andere aktive Interventionen (z.B. Entspannungsverfahren, kognitiven Verhaltenstherapie oder Tanz). Jedoch wurden nicht in allen Studien auch geeignete Instrumente zur Messung des Stresses verwendet.

Posttraumatische Belastungsstörungen

Brown und Gerbarg (2005) zitierten 4 unveröffentlichte Studien zur Behandlung von Veteranen mit PTSD. Die sehr geringen Fallzahlen und ungenügende Beschreibung der Therapieeffekte und relevanter Einflussfaktoren lassen jedoch keine belastbaren Schlussfolgerungen zu. Die hohen Studienabbrecherzahlen sprechen für eine mangelnde Motivation der Probanden.

Yoga und Physis

Die spezifischen Sequenzen des Yoga-Übungen (Asanas) müssten Auswirkungen auf die körperliche Aktivität der Übenden haben, insbesondere hinsichtlich körperlicher Leistungsfähigkeit, Ausdauer und Flexibilität, möglicherweise aber auch (in Zusammenhang mit den entspannenden und meditativen Übungen) hinsichtlich des Umgangs mit Schmerzerkrankungen.

Muskuloskelettales System / Schmerzsymptomatik

Es wurden 2 systematische Reviews (Posadzki et al., 2011; Büssing et al., 2011) und 4 weitere Übersichtsarbeiten (Raub, 2002; Evans et al., 2008; Kelly, 2009; Haaz & Bartlett, 2011) hinsichtlich muskuloskelettaler Funktion, chronischen Schmerzerkrankungen und schmerz-assoziierter Beeinträchtigung gefunden. Zwei weitere Arbeiten befassten sich dezidiert mit Rückenschmerz (Kelly, 2009) oder Arthritis (Haaz & Bartlett, 2011).

Eine aktuelle Meta-Analyse (Büssing et al., 2012) umfasste 12 RCT und 4 N-RCT. Hierbei wurden 6 Studien zum Rückenschmerz, 2 Studien zur rheumatoiden Arthritis, 2 Studien zu Kopfschmerz/Migräne sowie zu anderen Indikationen einbezogen. Die Zahl der Probanden rangierte von 12 bis 291 (im Durchschnitt 63 ± 66); nur eine Studie bezog mehr als 100 Probanden ein. In Bezug auf Schmerzsymptomatik war die Heterogenität der Studien moderat und es zeigten sich moderate Behandlungseffekte zu Gunsten der Yoga-Interventionen (SMD = -0.74 [CI: -0.97 bis -0.52, p<0.0001]). Die Therapieeffekte waren größer in Studien mit besserer methodologischer Qualität, bei passivern Kontrollen und in Studien, die gesunde Probanden einbezogen. Hinsichtlich Schmerz-bedingter Beeinträchtigung war die Heterogenität der Studien höher und es fanden sich ebenfalls moderate Behandlungseffekte zu Gunsten des Yoga (SMD = -0.79 [CI: -1.02 bis -0.56, p<0.0001]). Hier war hervorzuheben, dass die stärksten Effekte bei Studien mit kürzerer Interventionsdauer gefunden wurden, was darauf hinweisen könnte, dass bei längerer Interventionsdauer ein Motivationsverlust ursächlich sein könnte.

Hinsichtlich der Schmerzsymptomatik liegen also Studien vor, die belegen, dass Yoga eine hilfreiche supportive Unterstützung sein könnte. Dass hier auch psychologische Variablen den Therapieeffekt mit beeinflussen könnten (z.B. Selbstvertrauen, Selbstautonomie etc.), ist bei einer komplexen Intervention wie Yoga (unter Einbezug der Körperübungen, Atemmeditation, Entspannung / Meditation, und ggf. Lebensstilveränderung) nicht auszuschließen und spricht eher für die Intervention als multimodale Option.

Fitness bei Älteren

Ein Übersichtartikel beschäftigte sich mit der Fitness Älterer (Roland et al., 2011) und bezog 5 RCT und 5 einarmige Studien mit einer Fallzahl zwischen 13 und 176 (im Mittel 69.9 ± 6.3) ein. Hier wurden variable Effektstärken für die körperliche Fitness (ES = 0.54), Gangsicherheit (ES = 0.80), Balance (ES = 0.25 - 1.61) und Flexibilität (ES = 0.25, 0.70) beschrieben. Dass die Fitness Älterer im Sinne eines Trainingseffektes zu verbessern ist, wenn hier eine Regelmäßigkeit zu erreichen ist, ist unmittelbar nachvollziehbar. Hier scheint die Motivation und generelle Leistungsfähigkeit ein limitierender Faktor zu sein, sodass an individuelle Programme zu denken ist.

Yoga und Physiologie

Es fanden sich 1 systematischer Review (Innes et al., 2005) und 3 weitere Reviews (Raub, 2002; Aljasir, 2004; Mamtani & Mamtani, 2005) zu den Effekten des Yoga auf die kardiale bzw. kardiopulmonale Gesundheit. Im Folgenden werden die Ergebnisse differenziert hinsichtlich Blutdruck, sympathische / parasympathische Aktivität, kardiovaskuläre Ausdauer, Lungenfunktion sowie Asthma / Bronchitis und Diabetes-assoziierte Symptome.

Blutdruck

Innes et al. (2005) fanden 12 RCT, 12 N-RCT und 13 nicht-kontrollierte Studien, von denen die meisten eine Senkung des systolischen und/oder diastolischen Blutdrucks beschrieben. Aufgrund diverserer möglicher Bias-Faktoren (z.B. begleitende Lebensstilmodifikation oder anderer nicht kontrollierter Faktoren) und Limitierungen (z.B. geringe Größe der Studienpopulationen, nicht immer klarerer Auswahlprozess, Studienabbrecher, Yoga in Kombination mit anderen Interventionen etc.) kann der spezifische Effekt des Yoga als Intervention nicht beurteilt werden. Hier sind gute kontrollierte Studien unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit der zu erwartenden kurzfristigen Effekte notwendig sowie eine adäquate Kontrolle de möglicher externer Einflussfaktoren.

Sympathische / parasympathische Aktivität

Innes et al. (2005) beschrieben 9 RCT, 16 N-RCT und 17 nicht-kontrollierte Studien. Die meisten dieser Studien deuten eine „gewisse Evidenz“ an, dass Yoga die sympathische Aktivität senken und die kardiovagale Funktion verbessern kann.

Eine Senkung der Herzfrequenz fand sich bei 21 von 24 Untersuchungen (zwischen 4% und 38%), wobei die stärksten Effekte bei gesunden Kindern / Jugendlichen (17-30%) und gesunden Erwachsenen (5-12% in 5 RCT) zu finden waren. Bei Erwachsenen mit Bluthochdruck / kardiovaskulären Erkrankungen fand sich in 2 N-RCT eine Senkung der Herzfrequenz von 10-24% und von 8% in 1 RCT.

Auch hier kann aufgrund verschiedener methodologischer Schwächen keine klare Aussage gemacht werden. Kurzfristige Effekte sind anzunehmen, Untersuchungen zur Nachhaltigkeit der beschriebenen Effekte wären wünschenswert.

Kardiovaskuläre Ausdauer

Raub (2002) beschrieb auf der Grundlage von 7 kontrollierten Studien eine “signifikante Verbesserung der allgemeinen kardiovaskulären Ausdauer bei jungen Probanden” nach einer stark variierenden Interventionsdauer (Monate bis Jahre). Die physische Fitness verbesserte sich insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach längerer Übungsdauer. Dieser Befund war zu erwarten und ist unmittelbar einsichtig.

Lungenfunktion

Raub (2002) beschrieb in seiner Übersichtsarbeit Verbesserungen verschiedenster Lungenfunktionsparameter nach Yoga-Intervention bei gesunden Freiwilligen. Diese Verbesserungen waren jedoch „nicht konsistent“ und abhängig von der Dauer des Yoga-Trainings, der spezifischen Praxis (z.B. Atem-Übungen, Yoga-Positionen) und den entsprechenden Übenden, wie er feststellte.

In einer Studie mit 15 Patienten mit chronischer Bronchitis (unter Medikation) zeigte sich eine signifikante Verbesserung der Lungenfunktion (Spirometrie) nach 2-4 Wochen. In einer kontrollierten Studie unter Einbezug von 53 Patienten mit Asthma bronchiale zeigte sich ebenfalls eine Verbesserung des exspiratorischen Spitzenflusses, der Medikamenteneinnahme und der Asthmaanfälle nach einer Übungsperiode von 65 Minuten täglich für 2 Wochen. Auch eine größere Nachuntersuchung bei 570 Asthma-Patienten zeigte eine Verbesserung des exspiratorischen Spitzenflusses, insbesondere bei Patienten mit intensiverer Praxis (bis zu 70% von ihnen soll sogar ihre Medikation verringert haben können). In einer doppelblinden RCT mit Placebo-Kontrolle bekamen 18 Patienten mit mildem Asthma die Yoga-Atmung beigebracht; hier zeigten sich nach 2 Wochen nur geringfügige Verbesserungen der Lungenfunktion.

Insulin-Resistenz-Syndrom

Das Insulinresistenz-Syndrom ist ein Risikofaktor für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und wird in diesem Zusammenhang mit betrachtet. Es wurden 3 systematische Reviews zu Risikofaktoren des Insulinresistenz-Syndrom (Innes et al., 2005), Risikoprofilen bei Erwachsenen mit Typ 2 Diabetes (Innes et al., 2007) und zum Management des Typ 2 Diabetes (Aljasir et al., 2008) gefunden.

Hinsichtlich des Insulinresistenz-Syndroms (Innes et al., 2005) beschrieben 13 Studien (2 RCT, 2 N-RCT und 8 nicht-kontrollierte Studien) Verbesserungen verschiedener Parameter nach Yoga-Interventionen: z.B. 5-33% Reduktion des Nüchternblutzuckers, 25-27% Reduktion des postprandialen Glukosespiegels und 13-27% Reduktion des Glykohämoglobins (HbA1c). Die einbezogenen Studien waren jedoch sehr heterogen hinsichtlich Studienpopulation (Gesunde / Probanden mit Risikoprofilen / Diabetes) und waren nicht immer hinsichtlich möglicher Begleitfaktoren kontrolliert, sodass valide Aussagen nicht getroffen werden können. Auch hier sind kurzfristige Effekte aufgrund der körperlichen Aktivität und einer bewussteren Ernährung möglich.

Aljasir et al. (2008) fasste die Ergebnisse von 5 RCT bzw. quasi-randomisierter klinischer Studien zum Einfluss des Yoga bzw. Ayurveda auf Probanden mit Typ 2 Diabetes zusammen. Vier Studien beschrieben positive Effekte hinsichtlich des Nüchternblutzuckers (mittlere Unterschiede -29 bis -4 für geringere Scores in der Yoga-Gruppe; in 3 Studien war der Unterschied signifikant), drei Studien fanden eine Abnahme des Glykohämoglobins, wobei nur eine Studie einen geringen Effekt zu Gunsten des Yoga beschrieb (mittlerer Unterschied -1.2 [95%CI -2.23, -0.17]) und zwei Studien keinen Vorteil zeigten (mittlerer Unterschied 0.28 [95%CI -0.59, 0.03] und -0.02 [95%CI -0.33, 0.29]. Geringere Cholesterol-Spiegel fanden sich in 3 Studien (mittlerer Unterschied zwischen -9 und -36) und in 2 Studien für HLD (mittlerer Unterschied 8 bis 10), während eine Studie sogar einen geringen HDL-Anstieg beobachtete (mittlerer Unterschied -1.30).

Die entsprechenden Studien deuten somit einen möglichen Vorteil für die Yoga-Interventionen an, wobei hier aber vornehmlich kurzfristige Veränderungen im Vordergrund stehen, während Studien zur Nachhaltigkeit der Effekte sowie zu den möglichen Einflussfaktoren ausstehen. Die untersuchten komplexen Yoga-Lifestyle-Programme umfassen auch spezifische Diäten und Ernährungsumstellungen, die vermutlich ebenfalls einen Einfluss auf die untersuchten Parameter haben, sodass die tatsächliche Relevanz der Ergebnisse nicht beurteilt werden kann.

Weitere systematische Reviews außerhalb der drei Themenfelder

Epilsepsie (Yardi, 2001; Ramaratnam & Sridharan, 2010)

Ein Cochrane-Review von Ramaratnam & Sridharan (2010) bezog sich auf 2 kontrollierte Studien, bei denen eine antiepileptische Basistherapie geführt wurde. Eine günstigere 6-monatige Anfalls-freie Periode wurde in der Yoga-Gruppe gefunden (Odds Ratio Yoga versus Sham-Yoga = 14.54 (CI 0.67 bis 316.69) bzw. für Yoga versus ohne Behandlung = 17.31 (CI 0.80 bis 373.45). Ähnliche positive Effekte fanden sich dementsprechend auch für die Reduktion der Anfallshäufigkeit (gewichteter mittlerer Unterschied Yoga versus Sham-Yoga -2.10 (CI -3.15 bis -1.05) bzw. Yoga versus ohne Behandlung -1.10 (CI -1.80 bis -0.40). Auch für die Gewichtung der Effekte mit > 50% war die Yoga-Gruppe überlegen gegenüber dem „Placebo-Yoga“ bzw. der Gruppe ohne Behandlung. Die zweite Studie verglich Yoga mit einer sog. „Acceptance and Commitment Therapy (ACT)“. Hier fanden sich jedoch keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Anfalls-freien Raten, der > 50%igen Reduktion der Anfallsfrequenz oder Anfallsdauer im 1-Jahres-Follow up. Es fand sich jedoch eine signifikante Verbesserung der Lebenszufriedenheit (SWLS) in der Yoga-Gruppe, während in der ACT-Gruppe eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität (WHOQOL-BREF) beschrieben wurde. Im Rahmen von ebenfalls 2 RCT zur Häufigkeit der Krampfanfälle wurde von Yardi (2001) deren Reduktion sowie verschiedene EEG-Veränderungen beschrieben – insbesondere nach monatelanger Meditationspraxis. Aufgrund der widersprüchlichen Befunde aus nur 2 Studien kann somit keine klare Aussage zur Relevanz des Yoga in der begleitenden Behandlung der Epilepsie gemacht werden.

Schlaganfall (Lynton et al., 2007)

Hier wurde nur eine Studie zur Rehabilitation von 4 Patienten nach Schlaganfall erfasst, die Verbesserungen der Balance und Mobilität beschrieb. Aufgrund der kleinen Fallzahl können keine validen Schlüsse gezogen werden.

Menopausale Symptome (Lee et al., 2009)

Die Metaanalyse konnte keine spezifischen Wirkungen belegen.

Sexualfunktion (Brotto & Mehak, 2009)

Hierbei handelt es sich um eine theoretische Reflexion.

Krebserkrankungen (Bower et al., 2005; Smith & Pukall, 2009)

Hier werden verschiedene Outcome-Variablen betrachtet (Depressivität, Ängstlichkeit, Stress, Fatigue, Schlafqualität, Gestimmtheit, Spiritual Well-being etc.), sodass keine neuen Erkenntnisse hinsichtlich der Wirksamkeit zu generieren sind.

Kinder (Galantino & Galbavy, 2008; Birdee et al., 2009)

Hier werden verschiedene Outcome-Variablen betrachtet (Fitness, motorische Fähigkeiten, kardiorespiratorische Effekte, mentale Gesundheit, psychische Störungen, Reizdarm-Syndrome etc.), sodass keine neuen Erkenntnisse hinsichtlich der Wirksamkeit zu generieren sind.

Zusammenfassung

In den systematischen Übersichtsarbeiten finden sich zum Teil deutliche Hinweise für positive Effekte der Yoga-Interventionen hinsichtlich (milder) Depression und Stressverarbeitung, Schmerz und assoziierter Beeinträchtigung sowie körperlicher Fitness und kardiovaskulärer Ausdauer. Die entsprechenden Studien mit zumeist geringer Fallzahl weisen jedoch oft methodische Schwächen auf, sodass eine Bewertung der tatsächlichen klinischen Relevanz erschwert wird.

Yoga ist ausdrücklich keine Alternative zur konventionellen Behandlung sondern sollte als unterstützende Option angesehen werden, die mehrere Ebenen der „Heilung“ anspricht.

Betrachtet man die dargestellte Studiensituation, so ist eine präventive und supportive Breitenwirkung des “ganzheitlichen” Ansatzes von Yoga plausibel. Hier muss unterschieden werden hinsichtlich gesunder Probanden auf der einen Seite und auf der anderen hinsichtlich Yoga-Interventionen bei Patienten mit gesundheitlichen Einschränkungen, bei denen zwar direkte Effekte der Yoga-Übungen nachzuweisen sind, bei denen aber möglicherweise stärkere und auch nachhaltigere Effekte auftreten könnten, wenn es zu einer tatsächlichen gesundheitsrelevanten Verhaltensänderung aus Einsicht und Überzeugung kommt.

Die Wirkung von Yoga in Einzelbereichen bedarf dabei noch gezielter Studien mit guter Methodik, um sie klar zu untermauern. Günstige Einflüsse des Yoga sind insbesondere anzunehmen, wenn sich der Proband bzw. Patient auf Yoga als ein komplexes Interventionsprogramm mit seinen spezifischen körperlichen Übungen, den Atemübungen, den meditativen / entspannenden Aspekten, Ernährungsänderungen etc. einlassen kann. Somit ist eine aktive Teilnahme der Probanden mit entsprechender Änderung des Gesundheitsverhaltens notwendig. Diese Eigenleistung des Patienten sollte in künftigen Wirksamkeitsstudien berücksichtigt werden, um die beschriebenen positiven Effekte zu Gunsten der Yoga-Interventionen abzusichern.

Künftige Studien zu den gesundheitspräventiven Wirkungen des Yoga, insbesondere auch im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung, sollten besonderes Augenmerk auf die Motivation legen (-> Studienabbrecher aufgrund eines Motivationsverlustes) Hier könnten für bestimmte Indikationen, wie Studienergebnisse andeuten, auch kürzere Interventionsprogramme hilfreich sein. Künftige Studien zur Nachhaltigkeit sollten auch die Einzelarbeit von Therapeuten mit Klienten im Sinne eines Coachings erwägen (im Vergleich zu einem angeleiteten Gruppen-Setting), um so einen Gesundheits-förderlichen Lebensstil zu flankieren und das salutogene Potential der Probanden im Sinne einer integrativen Medizin einzubeziehen.

Disclaimer

Für die Zusammenfassung der Studienergebnisse, die notwendige Literaturbeschaffung und Aufarbeitung der Studien hinsichtlich Yoga und Fatigue für eine Metaanalyse mit Hilfe einer externen Mitarbeiterin wurde vom Berufsverband der Yoga-Vidya Lehrer/-innen e.V. (BYV) eine finanzielle Unterstützung bereitgestellt.


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Siehe auch


Seminare