Jyeshthalakshmi Gayatri mit Blütengabe

Aus Yogawiki

Jyeshthalakshmi Gayatri mit Blütengabe verehrt die im neunten Taraṅga des Mantramahodadhi beschriebene Jyeshthalakshmi. Ihre Gayatri bittet um Anregung und Führung. Die Andacht verbindet eine schlichte Gabe mit der Betrachtung von Schönheit, Fülle und Großzügigkeit.

Lakshmi als Begleitbild; die besondere Gestalt Jyeshthalakshmis wird im Dhyana beschrieben.

Umfang: Dhyana, eine Blüten- und Wassergabe sowie 108 Wiederholungen der vollständig aufgelösten Gayatri.

Anlass, Voraussetzungen und Material

Für Praktizierende, die diese Lakshmi-Gayatri in ihre angeleitete Mantrapraxis aufnehmen. Benötigt werden eine Blüte, eine kleine Schale Trinkwasser, eine Mala und ein ruhiger Sitz; die Blüte erhält eine saubere Ablage vor dem Bild. Ein Lakshmi-Bild dient als Bezugspunkt. Plane etwa 15 bis 20 Minuten ein.

Zur Vertiefung passen Lakshmi Puja, Mahalakshmi Puja Vidhi, Shri Sukta. Alle für die hier beschriebene Sitzung erforderlichen Schritte sind unten ausgeschrieben.

1. Die Gabe vorbereiten

Stelle eine einzelne Blüte und eine kleine Schale Trinkwasser vor ein Lakshmi-Bild. Setze dich bequem und richte dich auf eine Haltung der Dankbarkeit und des verantwortlichen Umgangs mit Fülle aus.

2. Jyeshthalakshmi betrachten

Rezitiere diesen Dhyana einmal und betrachte die beschriebene Gestalt anschließend still.

udyadbhāskarasannibhā smitamukhī raktāmbarālepanā |
satkumbhaṃ dhanabhājanaṃ sṛṇim atho pāśaṃ karair bibhratī |
padmasthā kamalekṣaṇā dṛḍhakucā saundaryavārānidhir |
dhyātavyā sakalābhilāṣaphaladā śrījyeṣṭalakṣmīr iyam ||

Man vergegenwärtige diese ehrwürdige Jyeshthalakshmi: der aufgehenden Sonne gleich, mit lächelndem Gesicht, roten Gewändern und roter Salbung. Ihre Hände halten einen schönen Krug, ein Gefäß des Reichtums, Elefantenstachel und Schlinge. Sie sitzt auf einem Lotus, hat Lotusaugen und feste Brüste und ist ein Ozean der Schönheit. Die Quelle preist sie als Gewährerin der Früchte aller Wünsche.

3. Blüte und Wasser darbringen

Halte die Blüte vor dem Herzen, sprich die Gayatri einmal und lege die Blüte vor die Göttin. Stelle danach die Wasserschale als stille Gabe daneben.

oṃ raktajyeṣṭhāyai vidmahe nīlajyeṣṭhāyai dhīmahi tan no lakṣmīś codayāt

Om. Wir suchen Raktajyeshtha, die rote Jyeshtha, zu erkennen; wir meditieren über Nilajyeshtha, die blaue Jyeshtha. Möge Lakshmi uns anregen und führen.

4. Die Gayatri wiederholen

Rezitiere die folgende vollständige Formel 108-mal leise oder im Geist:

oṃ raktajyeṣṭhāyai vidmahe nīlajyeṣṭhāyai dhīmahi tan no lakṣmīś codayāt

Om. Wir suchen Raktajyeshtha, die rote Jyeshtha, zu erkennen; wir meditieren über Nilajyeshtha, die blaue Jyeshtha. Möge Lakshmi uns anregen und führen.

Eine ganze Formel zählt als eine Wiederholung. Bewege danach eine Perle der Mala weiter; die Meru-Perle zählt nicht mit. Atme während der Rezitation natürlich und bleibe bei der Bedeutung der Anrufung.

5. Die Rezitation der Göttin überlassen

Stelle dir die Frucht deiner Rezitation als Gabe in der linken Hand der Göttin vor. Sprich einmal:

guhyātiguhyagoptrī tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me devi tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||

Du bist die Hüterin des Geheimsten. Nimm unsere Rezitation an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.

Falte die Hände vor dem Herzen, neige den Kopf und bleibe einen Augenblick still. Lass die bildhafte Betrachtung im Herzen zur Ruhe kommen. Damit ist diese Sitzung abgeschlossen.

Vertiefung

Yoga-Vidya-Video zur Hinwendung an Lakshmi. Das Video ist eine thematische Ergänzung; der konkrete Ablauf richtet sich nach dieser Anleitung.

Siehe auch

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Quellen und redaktionelle Hinweise

Mantramahodadhi von Mahīdhara, Sanskrit-IAST-Projektfassung mit gesonderten Erläuterungen aus der Naukā. 9.58 enthält den Dhyana, 9.61–63 den Zusammenhang der Sitzgabe und die Gayatri-Bildung. Die Auflösung nīlajyeṣṭhāyai folgt ausdrücklich der Naukā-Erklärung zur auffälligen Druckverbindung paścāddhai in 9.62. Der Schluss lautet nach 9.63 codayāt, ohne zusätzliches pra; lakṣmīś codayāt ist die Sandhi-Verbindung von lakṣmīḥ und codayāt. Die Dhyana-Schreibung jyeṣṭalakṣmī wird als Lesart der Vorlage beibehalten, während der Artikelname die geläufige Form Jyeshthalakshmi verwendet. Die hier verehrte Gestalt wird nicht ohne Weiteres mit anderen Gestalten namens Jyeshtha oder Alakshmi gleichgesetzt. Die einzelne Blüten- und Wassergabe ist eine redaktionelle Anordnung.

Die Sitzung mit 108 Wiederholungen ist eine redaktionell begrenzte Praxisform. Ihr allgemeiner Japa-Rahmen folgt Mantramahodadhi 21.166–170, besonders 21.169; das Darbringungsgebet folgt 22.151–152. Die weibliche Form des Gebets ist auch im Brihat Tantrasara, allgemeine Puja-Paddhati, Vers 6, belegt. Die größere Purashcharana und die äußeren Avarana-Pujas des jeweiligen Gottheitenkapitels sind nicht Bestandteil dieser Sitzung.