Janakivallabha Puja nach dem Brihat Tantrasara

Aus Yogawiki

Janakivallabha Puja nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um Rama als den mit Sita verbundenen Janakivallabha zu verehren.

Voraussetzungen

Vorausgesetzt sind die Kenntnis von Puja und Sanskritrezitation sowie der zu dieser Gottheitsform gehörenden Reinigung, Nyasas und Mudras. Wo die Quelle auf die allgemeine Paddhati verweist, gehört diese Vorbereitung zur Durchführung. Die Besonderheiten und die konkret belegten Formeln folgen unten.

Vorbereitung und Ritualmittel

Rama-Sitz, Wasser, Blumen, Duftstoff, Räucherwerk, Licht und Speise.

Umfang und Überlieferung

Der Rückverweis auf die Rama-Grundordnung ist als Ergänzungsbeleg beigefügt.

Hauptmantra

huṃ jānakīvallabhāya svāhā

Bedeutung und Funktion: Hum, dem Geliebten Janakis sei diese Darbringung geweiht.

Durchführung

  1. Übernimm die Rama-Vorbereitung mit dem vaishnavischen Sitz. Verwende für diese Form die Zuordnungen aus P2-0421–0422.
  2. Lege die zehn Mantrasilben auf Kopf, Stirn, Brauenmitte, Gaumen, Hals, Herz, Nabel, Oberschenkel, Knie und Füße.
  3. Meditiere Rama auf dem Löwenthron im Juwelenpavillon Ayodhyas, mit Sita und dem beschriebenen Gefolge (P2-0424).
  4. Führe die äußere Rama-Verehrung nach der zuvor erläuterten Ordnung aus. Die besondere Form wechselt weder während des Nyasa noch während des Japa zur sechssilbigen Rama-Form.

Formeln und Zuordnungen

Rishi-Zuordnung

Die Gottheit ist Rāma, der Sītās Hand ergriffen hat. Das erste Bīja ist das Bīja, zweimal ṭha die Kraft. Die Gliederhandlung erfolgt mit Kāma. (P2-0422).

Sanskrit und deutsche Übersetzung

P2-0421 · 12
mantrāntaram :
jānakīvallabhaṃ ṅe'ntaṃ vahnijāyā humādikam |
daśākṣaro'yaṃ mantraḥ syādvasiṭaḥ syādṛṣirvirāṭa
|| 12 ||

Ein anderes Mantra: „jānakīvallabha“ im Dativ, die Gemahlin des Feuers am Ende und huṃ am Anfang ergeben das zehnsilbige Mantra „huṃ jānakīvallabhāya svāhā – Huṃ, dem Geliebten Jānakīs, svāhā“. Vasiṣṭha ist der Seher, Virāṭ das Versmaß.


P2-0422 · 13
chagdaśca devatā rāmaḥ sītāpāṇiparigrahaḥ |
ādyaṃ bījaṃ dviṭhaḥ śaktiḥ kāmenāṅgakriyā matā
|| 13 ||

Die Gottheit ist Rāma, der Sītās Hand ergriffen hat. Das erste Bīja ist das Bīja, zweimal ṭha die Kraft. Die Gliederhandlung erfolgt mit Kāma.


P2-0423 · 14
śirolalāṭabhrūmadhyatālukaṇṭheṣu hṛdyapi |
nābhyūrujānupādeṣu daśārṇānvinyasenmanoḥ
|| 14 ||

Die zehn Mantrasilben setzt man auf Kopf, Stirn, Brauenmitte, Gaumen, Hals, Herz, Nabel, Oberschenkel, Knie und Füße.


P2-0424 · 15
tato dhyānam:
ayodhyānagare ramye ratnasaundaryamaṇḍape |
mandārapuṣpairābaddhavitānatoraṇānvite |
siṃhāsanasamārūḍha puṣpakopari rāghavam |
rakṣobhirharibhirdevairdiyayānagataiḥ śubhaiḥ |
saṃstūyamānaṃ munibhiḥ sarvajñaiḥ pariśobhitam |
sītālaṃkṛta vāmāṅgaṃ lakṣmaṇenopasevitam ||
śyāmaṃ prasannavadanaṃ sarvābharaṇabhūṣitam |
dhyāyannevaṃ japenmantraṃ varṇalakṣamananyadhīḥ |
daśāṃśaṃ juhuyādvilvapuṣpairmadhurasaṃyutaiḥ |
anyatsarvaṃ pūrvavat
|| 15 ||

Die Meditation: Im lieblichen Ayodhyā, in einem Pavillon von Juwelenschönheit, geschmückt mit Baldachin und Torbögen aus Mandārablüten, sitzt Rāghava auf einem Löwenthron auf dem Puṣpaka. Rakṣas, Affen und Götter in herrlichen Himmelsfahrzeugen sowie allwissende Weise preisen ihn. Sītā schmückt seine linke Seite; Lakṣmaṇa dient ihm. Er ist dunkel, hat ein freundliches Gesicht und trägt allen Schmuck. So meditierend wiederholt man das Mantra mit ungeteilter Aufmerksamkeit ein Lakh für jede Silbe. Ein Zehntel opfert man mit Bilvablüten, verbunden mit süßen Stoffen. Alles Übrige erfolgt wie zuvor.


Ergänzungen zu ausdrücklichen Rückverweisen

Die folgenden Stellen erläutern die im Ablauf vorausgesetzten Mantras oder Teilhandlungen. Sie bilden hier keine zusätzliche, vollständig zu wiederholende Puja.

P2-0414 · 5
tataḥ pīṭhapūjāṃ vidhāya vaiṣṇavoktapīṣṭhaśaktīḥ pīṭhamanuñca
sampūjya, punardhyātvā āvāhanādi
pañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ vidhāyāvaraṇapūjāmārabheta
|| 5 ||

Nach der Sitzverehrung verehrt man die vaiṣṇavischen Sitzkräfte und das Sitzmantra, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Dann beginnt die Umkreisverehrung.


P2-0415 · 6
devavāmapārśve śrīṃ sītāyai namaḥ |
agre oṃ śārṅgāya namaḥ, vāmadakṣiṇapārśvayoḥ oṃ parebhyo
namaḥ, oṃ cāpāya namaḥ |
tadbahiḥ keśareṣu agnyādi koṇeṣu madhye dikṣu ca rāṃ hṛdayāya
namaḥ ityādinā ṣaḍaṅgāni pūjayet
|| 6 ||

Links des Gottes verehrt man mit „śrīṃ sītāyai namaḥ“ Sītā; vorne mit „oṃ śārṅgāya namaḥ“ den Śārṅgabogen. An linker und rechter Seite „oṃ parebhyo namaḥ“ und „oṃ cāpāya namaḥ“. Außen davon auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man die sechs Glieder mit „rāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. [„parebhyo“ ist im Zusammenhang der Waffenverehrung unsicher; eine Bedeutung wie „den Pfeilen“ würde eine andere Lesung verlangen. „Cāpa“ bedeutet Bogen.]


P2-0416 · 7
tato daleṣu pūrvādidikṣu oṃ hanūmate namaḥ, evaṃ sugrīvāya
bharatāya vibhīṣaṇāya lakṣmaṇāya aṅgadāya śatrughnāya
jāmbavate |
dalegreṣu oṃ sṛṣṭaye namaḥ, evaṃ jayantāya vijayāya surāṣṭrāya
rāṣṭravarddhanāya akopāya dharmapālāya svamantrāya |
tataḥ indrādīnvajrādīṃśca pūjayet |
tato dhūpādivisarjanāntaṃ karma samāpayet
|| 7 ||

Auf den Blättern, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Hanumān, Sugrīva, Bharata, Vibhīṣaṇa, Lakṣmaṇa, Aṅgada, Śatrughna und Jāmbavat. An den Blattspitzen Sṛṣṭi, Jayanta, Vijaya, Surāṣṭra, Rāṣṭravardhana, Akopa, Dharmapāla und Svamantra. Danach verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen und vollendet die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [Die Formen Sṛṣṭi und Svamantra sind die Lesungen der Vorlage; sie werden nicht durch andere Namen aus Rāmas Ministerkreis ersetzt.]


P2-0417 · 8
asya puraścaraṇaṃ ṣaḍlakṣajapaḥ |
tathā ca:
ṛtulakṣaṃ japenmantraṃ daśāṃśaṃ kamalaiḥ śubhaiḥ |
juhuyādarcite vahnau brāhmaṇānbhojayettataḥ
|| 8 ||

Das Puraścaraṇa beträgt sechs Lakh, also 600.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 600.000-mal und opfert ein Zehntel mit guten Lotussen im verehrten Feuer. Danach speist man Brahmanen.


Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.

P2-0421 · 12
मन्त्रान्तरम् :
जानकीवल्लभं ङेऽन्तं वह्निजाया हुमादिकम् ।
दशाक्षरोऽयं मन्त्रः स्याद्वसिटः स्यादृषिर्विराट
॥ १२ ॥

P2-0422 · 13
छग्दश्च देवता रामः सीतापाणिपरिग्रहः ।
आद्यं बीजं द्विठः शक्तिः कामेनाङ्गक्रिया मता
॥ १३ ॥

P2-0423 · 14
शिरोललाटभ्रूमध्यतालुकण्ठेषु हृद्यपि ।
नाभ्यूरुजानुपादेषु दशार्णान्विन्यसेन्मनोः
॥ १४ ॥

P2-0424 · 15
ततो ध्यानम्:
अयोध्यानगरे रम्ये रत्नसौन्दर्यमण्डपे ।
मन्दारपुष्पैराबद्धवितानतोरणान्विते ।
सिंहासनसमारूढ पुष्पकोपरि राघवम् ।
रक्षोभिर्हरिभिर्देवैर्दिययानगतैः शुभैः ।
संस्तूयमानं मुनिभिः सर्वज्ञैः परिशोभितम् ।
सीतालंकृत वामाङ्गं लक्ष्मणेनोपसेवितम् ॥
श्यामं प्रसन्नवदनं सर्वाभरणभूषितम् ।
ध्यायन्नेवं जपेन्मन्त्रं वर्णलक्षमनन्यधीः ।
दशांशं जुहुयाद्विल्वपुष्पैर्मधुरसंयुतैः ।
अन्यत्सर्वं पूर्ववत्
॥ १५ ॥

P2-0414 · 5
ततः पीठपूजां विधाय वैष्णवोक्तपीष्ठशक्तीः पीठमनुञ्च
सम्पूज्य, पुनर्ध्यात्वा आवाहनादि
पञ्चपुष्पाञ्जलिदानपर्यन्तं विधायावरणपूजामारभेत
॥ ५ ॥

P2-0415 · 6
देववामपार्श्वे श्रीं सीतायै नमः ।
अग्रे ॐ शार्ङ्गाय नमः, वामदक्षिणपार्श्वयोः ॐ परेभ्यो
नमः, ॐ चापाय नमः ।
तद्बहिः केशरेषु अग्न्यादि कोणेषु मध्ये दिक्षु च रां हृदयाय
नमः इत्यादिना षडङ्गानि पूजयेत्
॥ ६ ॥

P2-0416 · 7
ततो दलेषु पूर्वादिदिक्षु ॐ हनूमते नमः, एवं सुग्रीवाय
भरताय विभीषणाय लक्ष्मणाय अङ्गदाय शत्रुघ्नाय
जाम्बवते ।
दलेग्रेषु ॐ सृष्टये नमः, एवं जयन्ताय विजयाय सुराष्ट्राय
राष्ट्रवर्द्धनाय अकोपाय धर्मपालाय स्वमन्त्राय ।
ततः इन्द्रादीन्वज्रादींश्च पूजयेत् ।
ततो धूपादिविसर्जनान्तं कर्म समापयेत्
॥ ७ ॥

P2-0417 · 8
अस्य पुरश्चरणं षड्लक्षजपः ।
तथा च:
ऋतुलक्षं जपेन्मन्त्रं दशांशं कमलैः शुभैः ।
जुहुयादर्चिते वह्नौ ब्राह्मणान्भोजयेत्ततः
॥ ८ ॥

Quellen und Textstand

  • Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
  • Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
  • Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
  • Brihat Tantrasara Übersetzung 2: P2-0421–P2-0424; ergänzend P2-0414–P2-0417


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