Inneres Bad durch die göttliche Lichtwasserbetrachtung

Aus Yogawiki

Inneres Bad durch die göttliche Lichtwasserbetrachtung ist ein stilles Reinigungsritual. Die göttliche Gegenwart wird über dem Scheitel vergegenwärtigt; ein klarer Strom von ihren Füßen erfüllt den Körper. Das Mantramahodadhi nennt dies das innere Bad, Antara-Snana.

Das innere Bad wird als stille Reinigungsbetrachtung ausgeführt.

Umfang der Anleitung: Stille Reinigungsbetrachtung mit vollständig wiedergegebenen Anweisungsversen; kein Mantrasnana mit Wasserweihen.

Anlass, Voraussetzungen und Material

Geeignet als Vorbereitung auf Gebet, Meditation oder Japa. Benötigt wird nur ein ruhiger Sitz. Ein Bild der eigenen Ishta Devata kann die Sammlung erleichtern. Die Passage verlangt für diese Betrachtung weder eine besondere Rezitationszahl noch ein Atemverhältnis. Sie steht im Text vor dem äußeren Bad. Für eine selbstständige kurze Sitzung werden Beginn und Abschluss hier erläutert.

1. Ankommen

Setze dich so, dass Schultern und Gesicht entspannt bleiben. Atme natürlich. Richte dich auf die vertraute göttliche Gestalt aus. Wer beispielsweise Shiva verehrt, behält dessen Gestalt bei; wer Vishnu verehrt, dessen Gestalt. Es wird keine neue Mischgestalt gebildet.

2. Die Gottheit über dem Scheitel sehen

Vergegenwärtige die Gottheit über dem Kopf, leuchtend wie viele Millionen Sonnen und mit ihren eigenen Kennzeichen und Attributen. Das Licht ist eine innere Vorstellung; es geht nicht um eine äußere Lichtquelle oder das Schauen in die Sonne.

Der Sanskrittext beschreibt diesen Schritt so; er kann vor der Übung gelesen werden, ist aber kein zusätzlich vorgeschriebenes Rezitationsmantra:

koṭisūryapratīkāśaṃ nijabhūṣāyudhair yutam |
śiraḥsthaṃ saṃsmared devaṃ tatpādodakadhārayā || 21.10 ||

Man vergegenwärtige die Gottheit über dem Kopf, strahlend wie zehn Millionen Sonnen, mit ihren eigenen Schmuckstücken und Attributen; durch den Wasserstrom von ihren Füßen …

viśantyā brahmarandhreṇa nijaṃ dehaṃ viśuddhayā |
prakṣālyāntargataṃ pāpaṃ virajo jāyate naraḥ || 21.11 ||

… der klar durch das Brahmarandhra eintritt und den eigenen Körper durchströmt, wird die innere Verfehlung abgewaschen; der Mensch wird frei von Befleckung.

3. Den Strom den Körper erfüllen lassen

Lass in der Vorstellung reines Wasser von den Füßen der Gottheit durch den Scheitel in den Körper fließen. Es durchdringt Kopf, Brust, Bauch, Arme und Beine. Empfinde, wie Verhärtung und innere Unruhe weicher werden. Die anatomische Abfolge ist eine praktische Ausführung der im Text beschriebenen Ganzkörperreinigung.

Bleibe einige ruhige Atemzüge bei dieser Vorstellung. Du brauchst nichts körperlich in den Kopf zu ziehen. Atme frei und richte den Blick innerlich auf Klarheit und Durchlässigkeit. Die Quelle schreibt in diesem Abschnitt kein Mantra vor; der Vollzug bleibt still.

Yoga-Vidya-Video zur reinigenden Kraft des Japa als ergänzende Betrachtung zur inneren Reinigung.

4. Abschließen

Lass den Wasserstrom allmählich in einer Empfindung von Klarheit ausklingen. Verneige dich innerlich. Öffne die Augen oder gehe unmittelbar zu deiner nächsten Praxis über. Wenn du das längere Morgenritual der Quelle ausführst, folgt nun das äußere Bad.

Die religiöse Rede vom Abwaschen von Verfehlungen lädt zu einem neuen Anfang ein. Ein notwendiges Eingeständnis, eine Entschuldigung oder Wiedergutmachung kann anschließend ganz konkret Teil dieses Anfangs werden; diese Umsetzung ist eine heutige Praxisanregung.

Siehe auch

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Quellen und redaktionelle Hinweise

Mantramahodadhi, Mahīdhara, Sanskrit-Grundtext mit dem eigenen Kommentar Naukā; verwendete Projektfassung Mantramahodadhi Sanskrit IAST. 21.9–12, besonders 21.10–11. Die beiden Verse sind vollständig wiedergegeben und übersetzt. Die Quelle behandelt das innere Bad als vorbereitenden Bestandteil des Tagesrituals. Dauer, schrittweises Durchgehen des Körpers und Ausklang sind redaktionelle Anleitung; sie werden nicht als zusätzliche Sanskritvorschriften ausgegeben.