Gandali

Gandali (Sanskrit: गण्डाली gaṇḍālī f.) = das, was an der Seite ist. Weißblühendes Durvagras
Der Begriff “Gandali” ist ein sehr spezieller und eher seltener Sanskrit-Ausdruck. “Gandali” leitet sich von “Ganda” ab, was so viel wie “Wange”, “Seite” oder auch “Knoten” bedeutet. Im weiteren Sinne kann Gandali als “das, was an der Seite ist” oder “das Verbindende zwischen zwei Seiten” verstanden werden. In der yogischen und tantrischen Tradition wird Gandali oft mit einem bestimmten energetischen Kanal oder einer feinstofflichen Struktur im Körper in Verbindung gebracht. Konkret bezeichnet Gandali einen Nebenzweig der Ida- und Pingala-Nadis (Energiebahnen) oder einen speziellen Knoten, der im Bereich des Halses oder der Kehle sitzt. Spirituell gesehen steht Gandali für die Brücke zwischen dem Persönlichen und dem Universellen, zwischen dem Atem und dem Bewusstsein. Im Hinduismus wird dieser Begriff manchmal in Texten über Pranayama (Atemkontrolle) oder Kundalini Yoga erwähnt, um eine bestimmte Phase der Energieverfeinerung zu beschreiben.
In der Yogastunde kannst du Gandali praktisch erfahren: Setze dich aufrecht hin und bringe deine Aufmerksamkeit sanft in den Hals- und Kehlbereich. Atme tief ein und stell dir vor, dass der Atem nicht nur durch die Nase, sondern auch durch die rechte und linke Seite deines Halses fließt – wie zwei sanfte Ströme, die sich in der Mitte treffen. Bei der Ausatmung spürst du, wie diese Ströme sich wieder lösen und der Raum in der Kehle weit und ruhig wird. Dieses Gefühl des “Zwischen-den-Seiten-Seins” ist Gandali. Du kannst auch eine leichte Vokalisation wie ein tiefes “Mmm” oder “OM” hinzufügen, um die Vibration in diesem Knoten zu spüren. Übe das für ein paar Minuten und beobachte, wie sich eine sanfte Verbindung zwischen deinem Herzen und deinem Verstand einstellt.
Denn, wie schon unser Guru lehrte: “Der Atem ist die Brücke zwischen Körper und Geist. Wer diese Brücke bewusst geht, findet den Knoten der Stille.”