Chudakarana mit Haargabe und Segenshoma

Aus Yogawiki

Chudakarana mit Haargabe und Segenshoma begleitet eine erste oder bewusst gewählte Haargabe des Kindes mit Segensworten und einem kleinen Prajapati-Homa.

Gemeinsame Puja als Symbolbild für einen feierlich begleiteten Lebensübergang.

Umfang und Überlieferung: Ausführbare Hausform mit Haargabe, 18-Ahuti-Homa und Wassersegen; bewusst keine vollständige historische Rasur- und Ohrlochzeremonie.

Anlass und Bedeutung

Chudakarana markiert einen Schritt des Aufwachsens. Die Haarsträhne wird mit Dank und guten Wünschen abgelegt; die Feuerhandlung richtet diese Wünsche an Prajapati. Die folgende Fassung erschließt einen klar abgegrenzten häuslichen Ablauf für eine Familie und eine kundige Ritualleitung.

Voraussetzungen und Vorbereitung

Für eine Familie mit einer erfahrenen Ritualleitung. Die Haarhandlung übernimmt eine geeignete vertraute Person; Homa und Kindersitz sind räumlich getrennt.

Sauberes Tuch für die Haarsträhne, geeignete Schere, kleine Schale lauwarmes Wasser, Ganesha- oder Familienaltar, Blüte, Wechselkleidung nach Wunsch; für das Homa Kunda, Holz, Zündmittel, Ghee, Reis, langer Metalllöffel, Wasser, Auffangschale und Löschmittel; gesonderte Speise. Etwa 45 bis 60 Minuten, mit Pausen nach Bedarf. Das Homa leitet eine Person, die Feuerzeremonien bereits praktisch erlernt hat. Verwende eine dafür geeignete Homa-Kunda auf nicht brennbarer Unterlage an einem zulässigen, gut belüfteten Feuerplatz; halte Löschmittel bereit. Ghee und Reis werden in sehr kleinen Portionen gegeben. Die Leitung bleibt bis zum vollständigen Erlöschen bei der Feuerstelle. Kinder beobachten aus sicherem Abstand und geben nichts selbst ins Feuer.

Verwandte Anleitungen: Jatakarma als Willkommenssegen für ein Neugeborenes, Annaprashana als Fest zum Beginn der Beikost.

Durchführung

1. Die Haargabe vorbereiten
Vereinbare einen Zeitpunkt, zu dem das Kind ruhig ist. Eine vertraute erwachsene Person schneidet später eine kleine Haarsträhne mit geeigneter Schere ab; das Feuer befindet sich in deutlichem Abstand. Das Kind entscheidet durch Zustimmung beziehungsweise erkennbare Bereitschaft mit. Die Hausform verlangt weder vollständige Rasur noch Ohrlochstechen. Lege die Haarablage außerhalb der Lebensmittelzone bereit.

2. Ganesha und den Guru grüßen
Wasche die Hände, lege alle Gaben erreichbar bereit und setze dich bequem und aufrecht. Der Atem fließt natürlich. Fasse die Absicht auf Deutsch; Namen, Datum und persönliches Anliegen dürfen in der eigenen Sprache ausgesprochen werden. Die deutschen Mantraübersetzungen erklären die Rezitation und werden nicht zusätzlich mitgesprochen. Lege eine Blüte vor Ganesha und sprich dreimal:

Ganesha-Mantra
gaṃ gaṇapataye namaḥ

Gam. Verehrung Ganapati, dem Herrn der Ganas. Gam ist ein Bija und hat hier keine gesonderte wörtliche Übersetzung.

Grüße den Guru mit gefalteten Händen. Sprich beide Verse einmal:

Erster Guru-Gruß
bhavapāśavināśāya jñānadṛṣṭipradarśine |
namaḥ sadgurave tubhyaṃ bhuktimuktipradāyine || 31 ||

Dir, dem wahren Guru, der die Fessel des Werdens vernichtet und den Blick der Erkenntnis eröffnet, der Lebenserfüllung und Befreiung schenkt, sei Verehrung.

Zweiter Guru-Gruß
narākṛtiparabrahmarūpāyā'jñānahāriṇe |
kuladharmaprakāśāya tasmai śrīgurave namaḥ || 32 ||

Dem erhabenen Guru, der die Gestalt des höchsten Brahman in menschlicher Form ist, Unwissenheit beseitigt und den Kula-Dharma offenbart, sei Verehrung.

3. Das Haar mit Wasser berühren
Setze das Kind neben eine vertraute Bezugsperson. Sprich das Wasser-Bija zehnmal über einem kleinen Schälchen mit frischem lauwarmem Wasser:

Wasser-Bija
vaṃ

Vam: das Wasser-Bija, ohne wörtliche Satzübersetzung.

Befeuchte mit den Fingerspitzen leicht die ausgewählte Haarsträhne. Eine umfassende Waschung des Kopfes ist nicht erforderlich.

Yoga-Vidya-Video einer Puja mit Sukadev. Das Video ergänzt die Praxis; sämtliche benötigten Rezitationen stehen in dieser Anleitung.

4. Die Haarsträhne darbringen
Sprich Hrim und Shrim als ein Paar dreimal:

Bijas vor der Haargabe
hrīṃ śrīṃ

Hrim und Shrim: Bijas der göttlichen Kraft und des Wohlergehens; keine wörtliche Satzübersetzung.

Richte an die haarschneidende Person einmal die überlieferte Bitte:

Bitte an die haarschneidende Person
kṣuramuṇḍin śiśoḥ kṣauraṃ sukhaṃ sādhaya svāhā

Du, der mit dem Rasiermesser das Haar schneidet, führe den Haarschnitt des Kindes sanft und gut aus. Svaha.

Schneide eine kleine Strähne ab und lege sie auf das vorbereitete Tuch. Die Sanskritformel erwähnt das Rasiermesser; diese ausdrücklich moderne Hausform verwendet eine Schere. Sie bezeichnet daher keine wortgetreue historische Rasur.

5. Den Feuerplatz vorbereiten
Wasche die Hände, lege alle Gaben erreichbar bereit und setze dich bequem und aufrecht. Der Atem fließt natürlich. Fasse die Absicht auf Deutsch; Namen, Datum und persönliches Anliegen dürfen in der eigenen Sprache ausgesprochen werden. Die deutschen Mantraübersetzungen erklären die Rezitation und werden nicht zusätzlich mitgesprochen. Stelle die Kunda, den Ghee-Löffel, eine kleine Reisschale, Wasser und Auffangschale bereit. Markiere vorab eine Ablage für den heißen Löffel. Zünde das vorbereitete kleine Holzfeuer an; warte, bis es gleichmäßig brennt.

Verehrung des entzündeten Feuers
agniṃ prajvalitaṃ vande jātavedaṃ hutāśanam |
suvarṇavarṇamamalaṃ samiddhaṃ sarvatomukham || 143 ||

Ich verehre das entzündete Feuer, Jatavedas, den Verzehrer der Opfergaben: goldfarben, makellos, hell auflodernd und nach allen Seiten gewandt.

6. Agni anrufen
Sprich einmal die Anrufung, zunächst ohne Feuergabe:

Anrufung Agnis
oṃ vaiśvānara jātaveda ihāvahāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā

Om. Vaishvanara, Jatavedas, bringe hierher, bringe hierher, Rotäugiger; führe alle Ritualhandlungen zum Gelingen. Svaha.

Gib danach mit jeder der folgenden vier Formeln je eine kleine Ghee-Portion ins Feuer. Die Gabe erfolgt auf „svāhā“.

Feuergabe: Agni
oṃ agnaye svāhā

Om. Agni sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Soma
oṃ somāya svāhā

Om. Soma sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Agni und Soma
oṃ agnīṣomābhyāṃ svāhā

Om. Agni und Soma sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Agni Svishtikrit
oṃ agnaye sviṣṭikṛte svāhā

Om. Agni, dem Vollender der guten Opferhandlung, sei die Darbringung gewidmet.

Gib eine weitere kleine Portion mit:

Feuergabe: drei Welten
oṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ svāhā

Om. Erde, Zwischenraum und Himmelswelt: Ihnen sei die Darbringung gewidmet.

Rezitiere die oben ausgeschriebene Agni-Anrufung noch dreimal und gib jedes Mal eine kleine Ghee-Portion. Damit sind acht vorbereitende Ahutis vollzogen. Diese Anleitung verwendet den kompakten Feuerrahmen aus Mahanirvana Tantra 6; sie beansprucht keine vollständige vedische Agnisthapana.

7. Drei Gaben an Prajapati vollziehen
Die Leitung gibt dreimal je eine kleine Portion Reis mit Ghee. Bei jeder Gabe spricht sie:

Prajapati-Feuergabe
hrīṃ prajāpataye svāhā

Hrim. Prajapati sei die Feuergabe gewidmet.

Das Kind bleibt bei seiner Bezugsperson und kann aus Abstand zusehen. Acht Eröffnungs-, drei Haupt- und sieben Schlussgaben ergeben insgesamt 18 Ahutis.

8. Die Gaben vervollständigen
Gib mit jedem der folgenden beiden Gebete eine kleine Ghee-Portion:

Bitte um Vollendung
hrīṃ asmin karmaṇi deveśa pramādādbhramato'pi vā |
nyūnādhikaṃ kṛtaṃ yacca sarvaṃ sviṣṭakṛtaṃ kuru svāhā

Hrim. Herr der Götter, was bei dieser Handlung durch Nachlässigkeit oder Irrtum zu wenig oder zu viel getan wurde, mache all dies zu einer wohlvollzogenen Opferhandlung. Svaha.

Zweites Vollendungsgebet
hrīṃ tvamagne sarvalokānāṃ pāvanaḥ sviṣṭakṛt prabhuḥ |
yajñasākṣī kṣemakartā sarvān kāmān prapūraya svāhā

Hrim. Agni, du bist der Läuterer aller Welten, der Herr, der die Opferhandlung vollendet, Zeuge des Yajna und Schöpfer des Wohls. Erfülle alle ersehnten Anliegen. Svaha.

Es folgen vier kleine Gaben, je eine pro Formel:

Vyahriti-Gabe: Erde
hrīṃ bhūḥ svāhā

Hrim. Der Erde sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Zwischenraum
hrīṃ bhuvaḥ svāhā

Hrim. Dem Zwischenraum sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Himmelswelt
hrīṃ svaḥ svāhā

Hrim. Der Himmelswelt sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Erde, Zwischenraum und Himmelswelt
hrīṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ svāhā

Hrim. Der Erde, dem Zwischenraum und der Himmelswelt sei die Darbringung gewidmet.

Fasse das Anliegen innerlich zusammen. Gib mit dem vollständigen Purnahuti-Gebet eine letzte kleine Portion Reis und Ghee. Auch diese Schlussgabe bleibt der Größe des Feuers angemessen.

Purnahuti-Gebet
hrīṃ yajñapate pūrṇo bhavatu yajño me |
hṛṣyantu yajñadevatāḥ phalāni samyak yacchantu svāhā

Hrim. Herr des Yajna, meine Opferhandlung möge vollständig werden. Die Gottheiten des Yajna mögen sich freuen und die Früchte in rechter Weise gewähren. Svaha.

Der Schluss umfasst sieben Ahutis. Die Bitte um Vollendung führt zu einem bewussten Abschluss; erkannte praktische Fehler werden anschließend tatsächlich behoben.

9. Wassersegen und Verabschiedung
Befeuchte die Fingerspitzen mit sauberem Wasser und berühre leicht den eigenen Scheitel. Sprich:

Wassersegen nach dem Homa
āpaḥ sumitriyāḥ santu bhavantvoṣadhayo mama |
āpo rakṣantu māṃ nityamāpo nārāyaṇaḥ svayam || 58 ||

Die Wasser mögen mir gute Freunde sein, ebenso die Heilpflanzen. Die Wasser mögen mich stets beschützen; die Wasser sind Narayana selbst.

Falte die Hände und sprich die abschließenden Gebete:

Abschließende Bitte an Agni
buddhiṃ vidyāṃ balaṃ medhāṃ prajñāṃ śraddhaṃ yaśaḥ śriyam |
ārogyaṃ teja āyuṣyaṃ dehi me havyavāhana || 62 ||

Verständnis, Wissen, Kraft, Einsicht, Weisheit, Vertrauen, Ansehen, Fülle, Gesundheit, Glanz und langes Leben schenke mir, Träger der Opfergaben.

Entlassungsgebet an Agni
yajña yajñapatiṃ gaccha yajñaṃ gaccha hutāśana |
svāṃ yoniṃ gaccha yajñeśa pūrayāsmanmanoratham || 64 ||

Yajna, gehe zum Herrn des Yajna; gehe zur Opferhandlung, Verzehrer der Opfergaben. Kehre zu deinem Ursprung zurück, Herr des Yajna; erfülle unser Herzensanliegen.

Bitte um Verzeihung an Agni
agne kṣamasva svāhā

Agni, verzeihe. Svaha.

In dieser verkürzten Hausform wird das Verzeihungsgebet ohne die zusätzliche Joghurtgabe aus Mahanirvana Tantra 9.65 gesprochen; es entsteht keine weitere Ahuti. Auch die gesonderte Wasserrezitation und Abwehrhandlung aus 9.59–61 sind hier ausgelassen. Der Wassersegen verwendet ausschließlich den oben ausgeschriebenen Vers 9.58. Warte unter Aufsicht auf das sichere Erlöschen; entsorge erst vollständig erkaltete Asche. Teile die gesondert bereitgehaltene Speise. Falls Lampe oder Räucherwerk verwendet wurden, lösche sie.

10. Das Kind segnen
Am vom Feuer getrennten Sitz spricht die Leitung einmal den vollständigen Kindessegen:

Kindessegen mit dem Maya-Bija
hrīṃ śiśo te kuśalaṃ kurutāṃ viśvakṛdvibhuḥ

Hrim. Der allmächtige Schöpfer der Welt möge dir, Kind, Wohlergehen bereiten.

Lies anschließend die drei Wasserverse; berühre nach jedem Vers den Scheitel mit einer leicht befeuchteten Fingerspitze, sofern das Kind dies möchte.

Wasserhymnus, Vers 1
āpo hi ṣṭhā mayobhuvas tā na ūrje dadhātana |
mahe raṇāya cakṣase ||

Ihr Wasser seid fürwahr wohltätig. Verhelft uns zur Kraft, damit wir große Freude schauen.

Wasserhymnus, Vers 2
yo vaḥ śivatamo rasas tasya bhājayateha naḥ |
uśatīr iva mātaraḥ ||

Lasst uns an eurem wohltätigsten Saft teilhaben, wie liebevolle Mütter.

Wasserhymnus, Vers 3
tasmā araṃ gamāma vo yasya kṣayāya jinvatha |
āpo janayathā ca naḥ ||

Zu jener Stätte möchten wir gelangen, zu der ihr uns drängt. Ihr Wasser, gebt uns Leben.

Bewahre die Haargabe nach Familienbrauch auf oder gib sie später an geeignete Erde. Teile die Mahlzeit. Das Kind erhält Wertschätzung und Zuwendung, ohne die Zeremonie unnötig zu verlängern.

Vollständige Rezitationstexte in IAST

Alle im Ablauf verwendeten unterschiedlichen Sanskrittexte folgen in der Reihenfolge ihres ersten Auftretens. Wiederholungen werden nicht ausgeschrieben; ihre genaue Zahl steht bei den Handlungsschritten. Diese Volltexte umfassen die Rezitationen der Anleitung, nicht das gesamte Quellenwerk.

Ganesha-Mantra
gaṃ gaṇapataye namaḥ

Quelle und Textfassung: Pranatosini Tantra, Ganesha-Abschnitt, Zeile 42751; die dort ausgeschriebene Form beginnt ohne zusätzliches Om.

Erster Guru-Gruß
bhavapāśavināśāya jñānadṛṣṭipradarśine |
namaḥ sadgurave tubhyaṃ bhuktimuktipradāyine || 31 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 5.31.

Zweiter Guru-Gruß
narākṛtiparabrahmarūpāyā'jñānahāriṇe |
kuladharmaprakāśāya tasmai śrīgurave namaḥ || 32 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 5.32.

Wasser-Bija
vaṃ

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.176, vāruṇa als Bezeichnung des Wasser-Bija.

Bijas vor der Haargabe
hrīṃ śrīṃ

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.177; Maya- und Lakshmi-Bija werden ausgeschrieben.

Bitte an die haarschneidende Person
kṣuramuṇḍin śiśoḥ kṣauraṃ sukhaṃ sādhaya svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.179; Der als ṭhadvayam bezeichnete Abschluss wird als Svaha ausgeschrieben; der übrige Wortlaut bleibt erhalten.

Verehrung des entzündeten Feuers
agniṃ prajvalitaṃ vande jātavedaṃ hutāśanam |
suvarṇavarṇamamalaṃ samiddhaṃ sarvatomukham || 143 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.143.

Anrufung Agnis
oṃ vaiśvānara jātaveda ihāvahāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.145–146; Die Folge der vollständig benannten Wörter wird ausgeschrieben; 6.157 wiederholt diese Formel für drei Ahutis.

Feuergabe: Agni
oṃ agnaye svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.152–153; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.

Feuergabe: Soma
oṃ somāya svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.153; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.

Feuergabe: Agni und Soma
oṃ agnīṣomābhyāṃ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.154–155; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.

Feuergabe: Agni Svishtikrit
oṃ agnaye sviṣṭikṛte svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.155–156; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.

Feuergabe: drei Welten
oṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.156; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.

Prajapati-Feuergabe
hrīṃ prajāpataye svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.179 sowie 9.208; Maya-Bija, Gottheitsname im Dativ und Svaha nach der ausdrücklichen allgemeinen Anweisung.

Bitte um Vollendung
hrīṃ asmin karmaṇi deveśa pramādādbhramato'pi vā |
nyūnādhikaṃ kṛtaṃ yacca sarvaṃ sviṣṭakṛtaṃ kuru svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.48b–49; Der vollständig abgegrenzte Gebetssatz erhält das dort vorgeschriebene Maya-Bija und Svaha.

Zweites Vollendungsgebet
hrīṃ tvamagne sarvalokānāṃ pāvanaḥ sviṣṭakṛt prabhuḥ |
yajñasākṣī kṣemakartā sarvān kāmān prapūraya svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.50; Vollständiger Gebetssatz mit dem ausdrücklich verlangten Hrim und Svaha.

Vyahriti-Gabe: Erde
hrīṃ bhūḥ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.51–53; Die drei Vyahritis mit Maya-Bija und Svaha werden zunächst einzeln, dann gemeinsam gesprochen.

Vyahriti-Gabe: Zwischenraum
hrīṃ bhuvaḥ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.51–53; Die drei Vyahritis mit Maya-Bija und Svaha werden zunächst einzeln, dann gemeinsam gesprochen.

Vyahriti-Gabe: Himmelswelt
hrīṃ svaḥ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.51–53; Die drei Vyahritis mit Maya-Bija und Svaha werden zunächst einzeln, dann gemeinsam gesprochen.

Vyahriti-Gabe: Erde, Zwischenraum und Himmelswelt
hrīṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.51–53; Die drei Vyahritis mit Maya-Bija und Svaha werden zunächst einzeln, dann gemeinsam gesprochen.

Purnahuti-Gebet
hrīṃ yajñapate pūrṇo bhavatu yajño me |
hṛṣyantu yajñadevatāḥ phalāni samyak yacchantu svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.55; Der Vers schreibt Hrim, yajñapate, den vollständigen Gebetssatz und Svaha in dieser Reihenfolge vor.

Wassersegen nach dem Homa
āpaḥ sumitriyāḥ santu bhavantvoṣadhayo mama |
āpo rakṣantu māṃ nityamāpo nārāyaṇaḥ svayam || 58 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.58.

Abschließende Bitte an Agni
buddhiṃ vidyāṃ balaṃ medhāṃ prajñāṃ śraddhaṃ yaśaḥ śriyam |
ārogyaṃ teja āyuṣyaṃ dehi me havyavāhana || 62 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.62.

Entlassungsgebet an Agni
yajña yajñapatiṃ gaccha yajñaṃ gaccha hutāśana |
svāṃ yoniṃ gaccha yajñeśa pūrayāsmanmanoratham || 64 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.64.

Bitte um Verzeihung an Agni
agne kṣamasva svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.65; Die ausdrücklich zitierte Formel wird vom nachfolgenden iti abgegrenzt; svāheti ergibt svāhā + iti.

Kindessegen mit dem Maya-Bija
hrīṃ śiśo te kuśalaṃ kurutāṃ viśvakṛdvibhuḥ

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.182; Māyā ist hier die Anweisung für das Bija Hrim; nur die eigentlichen Gebetsworte werden rezitiert.

Wasserhymnus, Vers 1
āpo hi ṣṭhā mayobhuvas tā na ūrje dadhātana |
mahe raṇāya cakṣase ||

Quelle und Textfassung: Rigveda 10.9.1, GRETIL, Edition Aufrecht; für die in Mahanirvana Tantra 9.183/198 genannte Anfangsformel werden hier ausdrücklich die ersten drei Verse verwendet.

Wasserhymnus, Vers 2
yo vaḥ śivatamo rasas tasya bhājayateha naḥ |
uśatīr iva mātaraḥ ||

Quelle und Textfassung: Rigveda 10.9.2, GRETIL, Edition Aufrecht; für die in Mahanirvana Tantra 9.183/198 genannte Anfangsformel werden hier ausdrücklich die ersten drei Verse verwendet.

Wasserhymnus, Vers 3
tasmā araṃ gamāma vo yasya kṣayāya jinvatha |
āpo janayathā ca naḥ ||

Quelle und Textfassung: Rigveda 10.9.3, GRETIL, Edition Aufrecht; für die in Mahanirvana Tantra 9.183/198 genannte Anfangsformel werden hier ausdrücklich die ersten drei Verse verwendet.

Vollständige Rezitationstexte in Devanagari

Ganesha-Mantra
गं गणपतये नमः

Erster Guru-Gruß
भवपाशविनाशाय ज्ञानदृष्टिप्रदर्शिने ।
नमः सद्गुरवे तुभ्यं भुक्तिमुक्तिप्रदायिने ॥ ३१ ॥

Zweiter Guru-Gruß
नराकृतिपरब्रह्मरूपायाऽज्ञानहारिणे ।
कुलधर्मप्रकाशाय तस्मै श्रीगुरवे नमः ॥ ३२ ॥

Wasser-Bija
वं

Bijas vor der Haargabe
ह्रीं श्रीं

Bitte an die haarschneidende Person
क्षुरमुण्डिन् शिशोः क्षौरं सुखं साधय स्वाहा

Verehrung des entzündeten Feuers
अग्निं प्रज्वलितं वन्दे जातवेदं हुताशनम् ।
सुवर्णवर्णममलं समिद्धं सर्वतोमुखम् ॥ १४३ ॥

Anrufung Agnis
ॐ वैश्वानर जातवेद इहावहावह लोहिताक्ष सर्वकर्माणि साधय स्वाहा

Feuergabe: Agni
ॐ अग्नये स्वाहा

Feuergabe: Soma
ॐ सोमाय स्वाहा

Feuergabe: Agni und Soma
ॐ अग्नीषोमाभ्यां स्वाहा

Feuergabe: Agni Svishtikrit
ॐ अग्नये स्विष्टिकृते स्वाहा

Feuergabe: drei Welten
ॐ भूर्भुवः स्वः स्वाहा

Prajapati-Feuergabe
ह्रीं प्रजापतये स्वाहा

Bitte um Vollendung
ह्रीं अस्मिन् कर्मणि देवेश प्रमादाद्भ्रमतोऽपि वा ।
न्यूनाधिकं कृतं यच्च सर्वं स्विष्टकृतं कुरु स्वाहा

Zweites Vollendungsgebet
ह्रीं त्वमग्ने सर्वलोकानां पावनः स्विष्टकृत् प्रभुः ।
यज्ञसाक्षी क्षेमकर्ता सर्वान् कामान् प्रपूरय स्वाहा

Vyahriti-Gabe: Erde
ह्रीं भूः स्वाहा

Vyahriti-Gabe: Zwischenraum
ह्रीं भुवः स्वाहा

Vyahriti-Gabe: Himmelswelt
ह्रीं स्वः स्वाहा

Vyahriti-Gabe: Erde, Zwischenraum und Himmelswelt
ह्रीं भूर्भुवः स्वः स्वाहा

Purnahuti-Gebet
ह्रीं यज्ञपते पूर्णो भवतु यज्ञो मे ।
हृष्यन्तु यज्ञदेवताः फलानि सम्यक् यच्छन्तु स्वाहा

Wassersegen nach dem Homa
आपः सुमित्रियाः सन्तु भवन्त्वोषधयो मम ।
आपो रक्षन्तु मां नित्यमापो नारायणः स्वयम् ॥ ५८ ॥

Abschließende Bitte an Agni
बुद्धिं विद्यां बलं मेधां प्रज्ञां श्रद्धं यशः श्रियम् ।
आरोग्यं तेज आयुष्यं देहि मे हव्यवाहन ॥ ६२ ॥

Entlassungsgebet an Agni
यज्ञ यज्ञपतिं गच्छ यज्ञं गच्छ हुताशन ।
स्वां योनिं गच्छ यज्ञेश पूरयास्मन्मनोरथम् ॥ ६४ ॥

Bitte um Verzeihung an Agni
अग्ने क्षमस्व स्वाहा

Kindessegen mit dem Maya-Bija
ह्रीं शिशो ते कुशलं कुरुतां विश्वकृद्विभुः

Wasserhymnus, Vers 1
आपो हि ष्ठा मयोभुवस् ता न ऊर्जे दधातन ।
महे रणाय चक्षसे ॥

Wasserhymnus, Vers 2
यो वः शिवतमो रसस् तस्य भाजयतेह नः ।
उशतीर् इव मातरः ॥

Wasserhymnus, Vers 3
तस्मा अरं गमाम वो यस्य क्षयाय जिन्वथ ।
आपो जनयथा च नः ॥

Vollständige deutsche Übersetzung der Rezitationstexte

Ganesha-Mantra
Gam. Verehrung Ganapati, dem Herrn der Ganas. Gam ist ein Bija und hat hier keine gesonderte wörtliche Übersetzung.

Erster Guru-Gruß
Dir, dem wahren Guru, der die Fessel des Werdens vernichtet und den Blick der Erkenntnis eröffnet, der Lebenserfüllung und Befreiung schenkt, sei Verehrung.

Zweiter Guru-Gruß
Dem erhabenen Guru, der die Gestalt des höchsten Brahman in menschlicher Form ist, Unwissenheit beseitigt und den Kula-Dharma offenbart, sei Verehrung.

Wasser-Bija
Vam: das Wasser-Bija, ohne wörtliche Satzübersetzung.

Bijas vor der Haargabe
Hrim und Shrim: Bijas der göttlichen Kraft und des Wohlergehens; keine wörtliche Satzübersetzung.

Bitte an die haarschneidende Person
Du, der mit dem Rasiermesser das Haar schneidet, führe den Haarschnitt des Kindes sanft und gut aus. Svaha.

Verehrung des entzündeten Feuers
Ich verehre das entzündete Feuer, Jatavedas, den Verzehrer der Opfergaben: goldfarben, makellos, hell auflodernd und nach allen Seiten gewandt.

Anrufung Agnis
Om. Vaishvanara, Jatavedas, bringe hierher, bringe hierher, Rotäugiger; führe alle Ritualhandlungen zum Gelingen. Svaha.

Feuergabe: Agni
Om. Agni sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Soma
Om. Soma sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Agni und Soma
Om. Agni und Soma sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Agni Svishtikrit
Om. Agni, dem Vollender der guten Opferhandlung, sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: drei Welten
Om. Erde, Zwischenraum und Himmelswelt: Ihnen sei die Darbringung gewidmet.

Prajapati-Feuergabe
Hrim. Prajapati sei die Feuergabe gewidmet.

Bitte um Vollendung
Hrim. Herr der Götter, was bei dieser Handlung durch Nachlässigkeit oder Irrtum zu wenig oder zu viel getan wurde, mache all dies zu einer wohlvollzogenen Opferhandlung. Svaha.

Zweites Vollendungsgebet
Hrim. Agni, du bist der Läuterer aller Welten, der Herr, der die Opferhandlung vollendet, Zeuge des Yajna und Schöpfer des Wohls. Erfülle alle ersehnten Anliegen. Svaha.

Vyahriti-Gabe: Erde
Hrim. Der Erde sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Zwischenraum
Hrim. Dem Zwischenraum sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Himmelswelt
Hrim. Der Himmelswelt sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Erde, Zwischenraum und Himmelswelt
Hrim. Der Erde, dem Zwischenraum und der Himmelswelt sei die Darbringung gewidmet.

Purnahuti-Gebet
Hrim. Herr des Yajna, meine Opferhandlung möge vollständig werden. Die Gottheiten des Yajna mögen sich freuen und die Früchte in rechter Weise gewähren. Svaha.

Wassersegen nach dem Homa
Die Wasser mögen mir gute Freunde sein, ebenso die Heilpflanzen. Die Wasser mögen mich stets beschützen; die Wasser sind Narayana selbst.

Abschließende Bitte an Agni
Verständnis, Wissen, Kraft, Einsicht, Weisheit, Vertrauen, Ansehen, Fülle, Gesundheit, Glanz und langes Leben schenke mir, Träger der Opfergaben.

Entlassungsgebet an Agni
Yajna, gehe zum Herrn des Yajna; gehe zur Opferhandlung, Verzehrer der Opfergaben. Kehre zu deinem Ursprung zurück, Herr des Yajna; erfülle unser Herzensanliegen.

Bitte um Verzeihung an Agni
Agni, verzeihe. Svaha.

Kindessegen mit dem Maya-Bija
Hrim. Der allmächtige Schöpfer der Welt möge dir, Kind, Wohlergehen bereiten.

Wasserhymnus, Vers 1
Ihr Wasser seid fürwahr wohltätig. Verhelft uns zur Kraft, damit wir große Freude schauen.

Wasserhymnus, Vers 2
Lasst uns an eurem wohltätigsten Saft teilhaben, wie liebevolle Mütter.

Wasserhymnus, Vers 3
Zu jener Stätte möchten wir gelangen, zu der ihr uns drängt. Ihr Wasser, gebt uns Leben.

Quellen und redaktionelle Hinweise

Mahanirvana Tantra, elektronische Sanskritfassung nach Muktabodha M00049, Arthur Avalon (Hrsg.), Tantrik Texts 13, 1926; Kommentar Hariharananda Bharati, elektronische Erfassung Mark S. G. Dyczkowski. 9.172–183: Haarbefeuchtung, Maya- und Lakshmi-Bija, Bitte an den Haarschneider, drei Prajapati-Gaben, Kindessegen und Wassergebet. Die Quelle verbindet Rasur und Ohrlochstechen; diese ausdrücklich begrenzte Hausform übernimmt nur Haargabe und Segenshoma. Sie verwendet eine Schere und ein sauberes Tuch anstelle der historischen Rasur- und Kuhdung-Anordnung. Die ersten drei vollständigen Wasserverse stammen aus Rigveda 10.9, GRETIL.

Die Sanskritgrundlagen stammen aus der Muktabodha Digital Library beziehungsweise aus GRETIL, wie bei den einzelnen Texten angegeben. Die IAST-Zitate wurden aus elektronischen Texten übernommen; es wurde keine OCR-Rekonstruktion vorgenommen. Ausdrückliche Wortanweisungen werden als solche ausgeschrieben und gekennzeichnet. Devanagari wurde aus der verwendeten IAST-Fassung erzeugt und durch Rückübertragung kontrolliert; es ist kein unabhängiger Textzeuge. Zeitansätze, kleine Materialmengen und als solche bezeichnete Hausformen sind redaktionelle Konkretisierungen. Die Artikel unterscheiden religiöse Segenswünsche von Tatsachenbehauptungen.

Siehe auch


Weitere Rituale: Tantra Rituale und Puja.

Seminare

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Die Bhagavad Gita hat Geburtstag. Immer Ende November bis Mitte Dezember, abhängig von der Mondphase, wird Gita Jayanti gefeiert. Wir wollen den Geburt…
Vani Devi Beldzik
26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung

Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…
Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer

Bhakti Yoga

15.11.2026 - 20.11.2026 HerzKraft - Mantrasingen, Harmoniumspiel und Trommeln lernen

Wir begehen den uralten Pfad des Bhakti-Yoga, den Yoga der Hingabe, und singen gemeinschaftlich herzstärkende Mantren aus eigener Komposition sowie and…
Shankara Stefan Maune, Sven Helbig
01.12.2026 - 01.12.2026 Mantra-Konzert

Aleah Gandarvika & Friends
18:45-19:45 Uhr
Aleah Gandarvika