Chamunda Kalika Mantra Japa nach dem Brihat Tantrasara
Chamunda Kalika Mantra Japa nach dem Brihat Tantrasara erschließt eine einzelne Ritualform aus dem Brihat Tantrasara. Diese Anleitung dient dazu, Chamunda Kalika mit der dreisilbigen Vidya zu vergegenwärtigen.
Die äußere Handlung und die innere Hinwendung gehören zusammen: Jede bewusst dargebrachte Gabe kann Aufmerksamkeit, Dankbarkeit und die Erinnerung an das Göttliche vertiefen. Die historischen Wirkungsangaben des Werkes bleiben als Aussagen der Überlieferung kenntlich.
Zweck und Voraussetzungen
Die Anleitung setzt Vertrautheit mit Puja, Sanskritaussprache und den hier ausdrücklich genannten Nyasa- und Mudra-Verfahren voraus. Besondere Mantraformen werden innerhalb ihrer Überlieferung praktiziert.
Gewählte Form: Chamunda Kalika Mantra Japa. Andere Grundmantras sind eigenständige Formen; sie werden nicht zusätzlich in diese Durchführung eingefügt.
Hinweis zu dieser Form: Die Formel löst kāmabīja in seiner üblichen Bedeutung klīṃ auf. Der einzelne Beleg enthält keine eigene vollständige Puja-Ordnung.
Vorbereitung und Materialien
Der empfangene Mantra; bei Fingermala die beschriebenen Fingerpositionen, bei Buchstabenmala die Lautfolge, sonst die für diesen Mantra bestimmte Gebetskette.
Vorsatz: Formuliere vor Beginn bewusst die Absicht dieser Durchführung. Ein kurzer deutscher Vorsatz genügt als redaktionelle Orientierung: Du vollziehst dieses Ritual in Hingabe an die genannte Gottheit beziehungsweise zur beschriebenen Weihe. Eine traditionelle Sanskrit-Sankalpa-Formel wird nur dort rezitiert, wo sie in der eigenen Überlieferung vollständig bestimmt ist.
Durchführung
Setze dich gesammelt hin, erinnere dich an Guru und Gottheit und wiederhole genau die empfangene Mantraform. Zähle mit der hier beschriebenen Methode und bringe die vollzogene Rezitation am Ende innerlich dar.
Grundmantra
klīṃ klīṃ hūṃ
Zweimal das Kama-Bija, danach das lange Hum; keine wörtliche Satzübersetzung.
Sprich diese Form vollständig; die einzelnen Bijas werden nicht durch ihre deutschen Erklärungen ersetzt. Wo der Quellentext den Mantra durch Lautnamen bildet, ist die ausgeschriebene Form eine redaktionelle Auflösung dieser Angaben.
Mantra und seine Anwendung
Handlung und Bedeutung (P2-1085):
Im Bhairavatantra: Zweimal das Kāma-Bīja, o Göttin, und das lange hūṃ: Diese dreisilbige große Vidyā gilt als Cāmuṇḍā Kālikā.
Sanskrit zur Handlung:
bhairavatantre:
kāmabījadvayaṃ devi dīrghahūṅkārameva ca |
tryakṣarī sā mahāvidyā cāmuṇḍā kālikā smṛtā
|| 55 ||
Abschluss
Beende die im gewählten Verfahren vorgeschriebene letzte Handlung, sammle dich und verneige dich innerlich vor Guru und Gottheit. Wo der Quellentext eine besondere Übergabe, Entlassung oder Abschlussformel nennt, ist diese maßgeblich. Der kurze Moment stiller Dankbarkeit ist eine redaktionelle Praxisanregung.
Quellenwortlaut in IAST und deutscher Übersetzung
Die folgenden Belege gehören ausschließlich zur bezeichneten Ritualform oder zu ausdrücklich benannten gemeinsamen Vorhandlungen. Die Kennungen P1/P2/P3/P6 mit vierstelliger Nummer sind redaktionelle Fundstellen der vorhandenen Werkfassung, keine neu erfundenen Versnummern. Die überlieferte Originalnummer steht jeweils daneben. Sanskritanweisungen beschreiben Handlungen; sie werden nicht insgesamt als Mantra rezitiert.
P2-1085 · Originalnummer 55
bhairavatantre:
kāmabījadvayaṃ devi dīrghahūṅkārameva ca |
tryakṣarī sā mahāvidyā cāmuṇḍā kālikā smṛtā
|| 55 ||
Im Bhairavatantra: Zweimal das Kāma-Bīja, o Göttin, und das lange hūṃ: Diese dreisilbige große Vidyā gilt als Cāmuṇḍā Kālikā.
Sanskrit in Devanagari
Die Schriftfassung stammt aus der gesicherten Vorlage und ist aus IAST abgeleitet. Sie ist kein unabhängiger Textzeuge. Ritualgrenzen innerhalb einer Einheit wurden in beiden Schriftfassungen an derselben Einleitungsformel getrennt; der ungeteilte Beleg bleibt im Quellenarchiv erhalten.
P2-1085
भैरवतन्त्रे:
कामबीजद्वयं देवि दीर्घहूङ्कारमेव च ।
त्र्यक्षरी सा महाविद्या चामुण्डा कालिका स्मृता
॥ ५५ ॥
Deutsche Übersetzung des Ritualabschnitts
P2-1085
Im Bhairavatantra: Zweimal das Kāma-Bīja, o Göttin, und das lange hūṃ: Diese dreisilbige große Vidyā gilt als Cāmuṇḍā Kālikā.
Verwandte Rituale
Diese bereits im Yoga-Vidya-Wiki verzeichneten Rituale vertiefen verwandte Formen der Verehrung:
- Durga Puja
- Kali Puja
- Devi Archanam
- Durga Nityarchana Krama
- Shrichakra Navavarana Puja
- Mahalakshmi Puja Vidhi
- Lakshmi Puja
- Pushpanjali
Weitere Einzelanleitungen dieser Ausgabe:
- Dakshinakali Puja nach dem Brihat Tantrasara
- Dakshinakali Puja mit vorangestelltem Om nach dem Brihat Tantrasara
- Kalihridaya Puja nach dem Brihat Tantrasara
Quellen und redaktionelle Einordnung
Textgrundlage ist der in dieser Ausgabe gesicherte Ritualauszug des Brihat Tantrasara von Krishnananda Agamavagisha. Sanskrit und deutsche Übersetzung wurden aus der vorhandenen Fassung übernommen und der einzelnen Ritualform zugeordnet. Die praktische Gliederung und die ausdrücklich genannten Durchführungshilfen sind redaktionelle Ergänzungen. Eine neue unabhängige Kollation sämtlicher Sanskritlesungen wurde nicht vorgenommen.
Die allgemeinen Darbringungs- und Abschlussbelege stammen aus P1-0536–0540 sowie P2-0100–0120. Sie werden nur in dem dort bezeichneten Umfang herangezogen. Besondere Mantravorschriften, Gaben, Zahlen und Rückverweise der jeweiligen Gottheit haben Vorrang.
Die Querverweise zu bereits vorhandenen Ritualseiten wurden mit der Kategorie Puja und den daraus erreichbaren Seiten abgeglichen. Tantra Rituale bietet die ergänzende Übersicht.
Die Verehrung im Alltag weitertragen
Nimm die Erinnerung an die verehrte Gegenwart mit in dein Handeln. Die Gabe einer Blüte, die Wiederholung eines Mantras und eine bewusste Verneigung können daran erinnern, auch im Umgang mit anderen aufmerksam, wahrhaftig und gütig zu sein. Diese Anregung begleitet die überlieferte Praxis; sie ist kein zusätzliches Ritual.