Ashtadashavidhana

Aus Yogawiki

Ashtadashavidhana (Sanskrit: अष्टादशविधान, IAST: Aṣṭādaśavidhāna, „Anweisung zu achtzehn [Ritualhandlungen]“) ist eine frühe Ritualschrift der Pāñcarātra-Tradition zur Verehrung und Einsetzung eines Bildes von Viṣṇu. Sie verbindet Mantra, Nyāsa, vedische Rezitation und die Betrachtung des Kosmos als göttlichen Leib. Klang, Gestalt und gesammelte Aufmerksamkeit wirken dabei zusammen: Die göttliche Gegenwart wird mit Worten angerufen, im Bild verehrt und in einer umfassenden inneren Schau betrachtet.

Kṛṣṇa: Die Verehrung Vāsudevas gehört zum Herzen des Aṣṭādaśavidhāna. Das Bild zeigt ein Motiv aus der Viṣṇu-Kṛṣṇa-Tradition.

Für Yoga-Übende stellt sich beim Lesen eine vertraute Frage: Wie wird aus einer wiederholten Handlung eine lebendige Hinwendung? Das Aṣṭādaśavidhāna verbindet jede Gabe mit heiligen Worten und jeden Mantra mit einer bewussten Zuordnung. Zugleich weitet es den Blick: Śrī wohnt im Herzen Viṣṇus, Sterne, Flüsse und Berge sind in seinem Leib gegenwärtig. Die liebevolle Verehrung einer Gestalt und das Erkennen göttlicher Gegenwart in der Welt gehören hier zusammen.

Der Artikel bietet eine Einführung in alle achtzehn Ritualschritte, 40 ausgewählte Sanskritstellen in IAST mit deutscher Übersetzung und Erläuterung, einen Mantraabschnitt und heutige Praxisanregungen. Grundlage ist die kritische Edition von Diwakar Acharya. Sie enthält 119 nummerierte Texteinheiten; am Anfang fehlen ungefähr 13 bis 14 Verse. Der Schluss ist erhalten. Die hier vorliegende Erschließung ist eine thematische Auswahl, keine vollständige Übersetzung des Werkes.[1]

Was Yoga-Übende aus dem Aṣṭādaśavidhāna lernen können

Das Werk führt durch einen ausführlichen Weiheablauf. Die vielen Einzelheiten werden leichter verständlich, wenn man ihre gemeinsame Ausrichtung erkennt: Der Ritualkundige wendet sich immer wieder der Gottheit zu. Er spricht, betrachtet, berührt und bringt Gaben dar. So erhält die Hingabe eine Gestalt, an der sich die Aufmerksamkeit sammeln kann.

Fünf Zugänge können die persönliche Lektüre tragen:

  • Die Aufmerksamkeit sammeln: Mantra und Handlung gehören zusammen. Für die eigene Praxis kann das bedeuten: Höre den Klang, erinnere dich an seine Bedeutung und lass dir Zeit für die Hinwendung.
  • Den Körper würdigen: Nyāsa bezieht die göttliche Gegenwart auf Körperorte. Für die eigene Betrachtung kann daraus eine Haltung der Sorgfalt gegenüber dem Körper wachsen.
  • Weite im Herzen entwickeln: Die Verse 58–69 betrachten Viṣṇu als alle Gottheiten umfassend. Die geliebte Gestalt eröffnet den Blick auf eine größere Zusammengehörigkeit.
  • Um Einsicht bitten: Der vierte Brahma-Mantra enthält die Bitte, Viṣṇu möge anregen und führen. Erkenntnis erscheint hier als etwas, dem sich der Übende mit Hingabe öffnet.
  • Zuwendung sichtbar machen: Wasser, Duft, ein Gewand oder ein Lager werden dargebracht. Auch im Alltag lässt sich Achtung durch eine kleine, bewusste Handlung ausdrücken.

Diese Zugänge übertragen Gedanken der historischen Ritualschrift in heutiges spirituelles Leben. Das Werk selbst handelt vor allem von Pratiṣṭhā, der rituellen Einsetzung eines Gottesbildes, und setzt kundige Ausführende voraus.

Ein einfacher Leseweg

Beginne mit Vers 5, der Bitte um göttliche Inspiration, und lies anschließend 61, 65 und 68. Diese Stellen verbinden heiliges Wissen, die Herzensgegenwart Śrīs und die Einheit der Gottheiten. Verse 92–93 machen anschaulich, wie die Gottheit als verehrter Gast empfangen wird.

Lies zunächst die Übersetzung und verweile bei einem Gedanken, der dich berührt. Du musst dafür nicht zuerst alle Ritualbegriffe kennen. Wenn du möchtest, nimm anschließend den Sanskritklang hinzu. Die Tabellen und das Begriffsverzeichnis helfen dir beim Nachschlagen; die ausführlichen Ritualabschnitte kannst du nach und nach erschließen.

Name, Textidentität und Überlieferung

Aṣṭādaśa bedeutet „achtzehn“, vidhāna „Anordnung“, „Vorschrift“ oder „Durchführung“. Der Titel verweist auf achtzehn Ritualschritte. Die Edition zählt die erhaltenen Verse und längeren Mantraabschnitte unabhängig davon fortlaufend von 1 bis 119.

Ein eigener Text in der Svāyambhuva-Handschrift

Das Aṣṭādaśavidhāna ist in derselben Palmblatthandschrift wie das Svāyambhuvapañcarātra überliefert. Diese befindet sich im Nationalarchiv in Kathmandu unter der Signatur 1–1648; die Mikrofilmkennung lautet NGMPP A 54/9. Die Schlussnotiz der Handschrift, der Kolophon, nennt das Jahr 147 der Nepal-Ära, entsprechend 1027 n. Chr. Das datiert die Abschrift, nicht die ursprüngliche Abfassung des Aṣṭādaśavidhāna.[2]

In der Handschrift steht die Anleitung vor dem von Acharya als fünftes Kapitel eingeordneten Abschnitt des Svāyambhuvapañcarātra. Acharya ediert sie als eigenständiges Werk. Dafür sprechen ihr eigener Abschluss, die ausdrücklich gezählten achtzehn Schritte und Unterschiede in der Ritualordnung. Besonders deutlich ist die Verehrung mit vier Umkreisen im Aṣṭādaśavidhāna; die entsprechenden Abschnitte von Svāyambhuva und Devāmṛtapañcarātra beschreiben drei.

Ein historischer Verfasser ist nicht bekannt. Beim Vedanyāsa, der Zuordnung vedischer Texte, beruft sich das Werk auf Śambhu als göttlichen Lehrer.

Was erhalten ist und was fehlt

Der Text setzt mit dem letzten erhaltenen Vers des ersten Ritualschritts ein. Das vorausgehende Blatt fehlt. Acharya schätzt den Verlust an verschiedenen Stellen auf ungefähr 13 beziehungsweise möglicherweise 14 Verse. Außerdem gibt es beschädigte Ränder, unklare Wörter und kleinere Lücken. Der abschließende achtzehnte Schritt und die Schlussformel sind erhalten.

Die 119 Editionsnummern umfassen daher keinen lückenlos bewahrten Originaltext. Manche Nummern enthalten lange Mantrareihen oder mehrere Halbverse. Wo Acharya verlorenen oder entstellten Wortlaut herstellt, bleibt dies für die Beurteilung der Übersetzung wesentlich. Besonders die Mantras der Verse 2–6 und 29 verlangen eine genaue Unterscheidung zwischen Handschriftenlesung und editorischem Vorschlag.

Verhältnis zu Svāyambhuva und Devāmṛta

Die drei Werke des Editionsbandes teilen zahlreiche Themen: Mantras, Gottesnamen, Bildweihe, rituelle Körperzuordnungen und vedische Rezitation. Das Aṣṭādaśavidhāna gestaltet diese Elemente in einer eigenen Folge. Seine kosmische Betrachtung in 58–69 ist eng mit Devāmṛta Kapitel 5 verwandt; einzelne Lesungen unterscheiden sich jedoch. So nennt Aṣṭādaśavidhāna 58 Brahmā als Haupt Viṣṇus, während Devāmṛta 5.2 das Weltei nennt.

Auch die Gottesnamen und Körperorte stimmen nicht überall überein. Die Unterschiede machen sichtbar, wie nahe verwandte Überlieferungen eine eigene Gestalt ausbilden. Die eigene Reihenfolge und die abweichenden Lesungen des Aṣṭādaśavidhāna bleiben in dieser Darstellung erkennbar.

Die achtzehn Ritualschritte

Die Übersicht folgt Acharyas Gliederung. Die Anfänge der ersten beiden Schritte müssen aus dem erhaltenen Zusammenhang erschlossen werden. Auch der Übergang zwischen dem dreizehnten und vierzehnten Schritt ist nicht ausdrücklich markiert; Acharya vermutet dort einen Textverlust. Die Versbereiche dienen als Orientierung.[3]

Schritt Thema und Textbereich Bedeutung im Ritual
1 Aṅganyāsa; nur Schluss erhalten, Vers 1 Einsetzen der Mantraglieder; der erhaltene Vers betont die sorgfältige Durchführung.
2 Fünf Brahma-Mantras, 2–7 Fünf Formeln werden Füßen, Genitalbereich, Herz, Gesicht und Scheitel zugeordnet.
3 Śaktinyāsa, 8 Anrufung von sechs weiblichen Kräften und Zuordnung von unten nach oben
4 Kalānyāsa, 9–11 Einsetzen von 38 Kalās, göttlichen Teilkräften
5 Fünfundzwanzig Tattvas, 12 Wirklichkeitsprinzipien in fünf Gruppen, darunter die fünf Lebensenergien
6 Akṣaranyāsa, 13–28 Zuordnung der Sanskritlaute zu Körperorten
7 Svarabījanyāsa, 29 Eine teilweise wiederhergestellte Reihe von neun Gottesformeln, beginnend mit Vāsudeva
8 Vedanyāsa, 30–47 Vedische Texte werden der Gottesgestalt sowie Wagen und Waffen zugeordnet.
9 Nāmanyāsa, 48–50 Zuordnung von zehn Namen Viṣṇus
10 Zwölfsilbiges Mantra, 51–54 Die Silben des Vāsudeva-Mantras erhalten zwölf Körperorte.
11 Astranyāsa, 55–57 Acht göttliche Waffen beziehungsweise Attribute werden am Körper vergegenwärtigt.
12 Sarvadevamaya, 58–69 Betrachtung Viṣṇus als alle Gottheiten und den Kosmos umfassend
13 Jīvadāna, 70–72 Rituelle Belebung des Bildes durch Betrachtung und vedische Rezitation
14 Bad und weitere Weihehandlungen, 73–99 Waschungen, Augenöffnung, Empfang, Überführung und Einsetzung des Bildes; Vorbereitung der befriedenden Handlungen
15 Agnisaṃskāra, 100–101 Rituelle Bereitung des Opferfeuers
16 Yāga, 102–113 Verehrung Nārāyaṇas mit vier Umkreisen
17 Ratnaracana, 114–118 Darbringung beziehungsweise Einlage von Edelsteinen, Mineralien und Samen
18 Sthāpana und Abhiṣeka, 119 Abschließende Weihebegießung des eingesetzten Gottesbildes

Diese Reihenfolge unterscheidet sich von derjenigen der beiden anderen Pāñcarātra-Texte des Bandes. Im Aṣṭādaśavidhāna steht eine lange Folge innerer und mantrischer Zuordnungen vor Bad und Überführung des Bildes. Die rituelle Ausgestaltung der Gottesgestalt erhält dadurch besonderes Gewicht.

Mantra und Körper: eine gesammelte Hinwendung

Nyāsa bedeutet wörtlich „Einsetzen“ oder „Niederlegen“. Im Ritual werden Mantras, Gottheiten oder Prinzipien bestimmten Orten zugeordnet. Der Körper wird dabei in einem religiösen Zusammenhang betrachtet: als geordnete Gestalt, in der göttliche Gegenwart vergegenwärtigt wird.

Im Aṣṭādaśavidhāna ist nicht bei jeder Vorschrift ausdrücklich gesagt, ob sie das Gottesbild, den Körper des Ritualkundigen oder beide betrifft. Der Zusammenhang ist die Bildweihe; Acharya bezieht deshalb viele Zuordnungen vor allem auf das Bild. Darin lässt sich auch eine Annäherung zwischen dem Verehrenden und der verehrten Gottheit sehen.[4]

Für heutige Yoga-Übende liegt darin eine mögliche Brücke zur bewussten Körperwahrnehmung: Spüre, wie du sitzt, wie deine Füße den Boden berühren und wohin sich deine Aufmerksamkeit bewegt. Diese schlichte Übung ist eine heutige Übertragung. Der historische Nyāsa verbindet bestimmte heilige Laute, Körperorte und Gottesvorstellungen innerhalb der Weihe.

Fünfundzwanzig Tattvas: erkennen, was Erfahrung ausmacht

Vers 12 nennt fünf Gruppen von jeweils fünf Tattvas, grundlegenden Wirklichkeitsprinzipien. Die Liste erinnert an Sāṃkhya, besitzt aber eine eigene Form:

Gruppe Die fünf Prinzipien Verständnishilfe
Grundlagen Puruṣa, Prakṛti, Buddhi, Ahaṃkāra, Manas Bewusstsein, Natur, unterscheidende Erkenntnisfähigkeit, Ichbildung und denkender Geist
Feine Sinnesqualitäten Klang, Berührung, Geschmack, Gestalt, Geruch Was in der Sinneserfahrung wahrgenommen wird
Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft, Raum Grundformen der materiellen Welt
Sinnesvermögen Auge, Ohr, Nase, Haut, Zunge Die Fähigkeiten des Wahrnehmens
Lebensenergien Prāṇa, Apāna, Samāna, Udāna, Vyāna Fünf Formen des Lebenshauchs

Anstelle der fünf Handlungsorgane, die in einer verbreiteten Sāṃkhya-Aufzählung stehen, nennt dieser Text die fünf Prāṇas. Die Liste ist deshalb aus ihrem eigenen Wortlaut zu verstehen. Ihre Verbindung mit der Qualifikation des Ācārya zeigt außerdem: Die Ritualleitung setzt nach dem Text Erkenntnis voraus, nicht allein die Kenntnis einer äußeren Abfolge.

Sechs Śaktis und achtunddreißig Kalās

Der dritte Schritt ruft Vijayā, Ajitā, Aparājitā, Jayāvahā, Jambhanī und Stambhanī an. Die ersten vier Namen sprechen von Sieg und Unüberwindlichkeit; die beiden letzten gehören zu einem traditionellen Wortfeld des Lähmens und Festhaltens. Diese Kräfte werden im Text als Gottheiten behandelt. Eine heutige Deutung als Sammlung und innere Standfestigkeit wäre eine Übertragung, keine wörtliche Übersetzung aller sechs Namen.

Im vierten Schritt folgen 38 Kalās, göttliche Teilkräfte. Ihre Namen reichen von Schöpfung, Wachstum und Erkenntnis bis zu Verlangen, Hunger, Alter und Tod sowie zu Kräften des Übergangs und der Befreiung. Acharya zeigt Verbindungen zu śivaitischen Listen, insbesondere im Svacchandatantra und Netratantra. Auch doppelt vorkommende Namen gehören zum vorliegenden Text. Die Liste umfasst lichte und schwierige Seiten des Daseins. Sie lädt beim Lesen dazu ein, die Vielschichtigkeit der überlieferten Gottesvorstellung wahrzunehmen.

Viṣṇus Leib als umfassende Welt

Śrī-Lakṣmī wohnt nach Vers 65 im Herzen Viṣṇus.

Die Verse 58–69 gehören zu den besonders anschaulichen Abschnitten. Brahmā bildet das Haupt, die Bäume die Haare. Sonne und Mond sind in den Augen gegenwärtig. Flüsse erscheinen in den Armen, Sterne an den Nagelspitzen, Meru in der Wirbelsäule und Śrī im Herzen. Die Gestalt Viṣṇus wird zum Bild einer umfassenden Zusammengehörigkeit.

Der Vers 68 bringt diese Schau auf den Punkt: „Viṣṇu hat alle Gottheiten zum Wesen; alle Gottheiten haben ihn zum Wesen.“ Die Verehrung erhält dadurch Weite. Wer sich einer bestimmten göttlichen Gestalt zuwendet, kann in ihr einen Zugang zum Ganzen finden.

Für eine heutige Betrachtung lässt sich daraus eine einfache Einladung gewinnen: Sieh einen Baum, einen Fluss oder einen Menschen für einen Augenblick mit ungeteilter Aufmerksamkeit an. Lass das Wahrgenommene auf dich wirken. Frage dann, wie du dem Leben, das dir begegnet, mit Sorgfalt antworten kannst. So kann die kosmische Schau zur Anregung für gelebte Bhakti werden.

Eine Mitte finden und offen bleiben

Das Bild von Śrī im Herzen und den Sternen an den Nagelspitzen verbindet Nähe und Weite. Die Verehrung hat eine Mitte; zugleich reicht die Betrachtung bis in den Kosmos. Für heutige Übende kann darin ein hilfreicher Gedanke liegen: Eine innere Mitte kann helfen, anderen mit mehr Offenheit zu begegnen.

Wer sich im Gebet oder in der Meditation sammelt, kann diese Haltung in den Alltag mitnehmen. Vielleicht gelingt es dann, in einem Gespräch genauer zuzuhören, einen Wunsch weniger hastig zu verfolgen oder einen einfachen Augenblick bewusster wahrzunehmen. Das ist eine heutige Anregung aus dem Bild des umfassenden göttlichen Leibes, keine zusätzliche Ritualvorschrift.

Śambhu, Viṣṇu und vedisches Wissen

Śambhu wird in Vers 47 als Lehrer des Vedanyāsa genannt.

Vers 47 bezieht den Vedanyāsa ausdrücklich auf Überlieferungen der Śiva-, Viṣṇu- und Sonnenverehrung sowie der Bhāgavatas und schreibt ihn Śambhu zu. Das ist eine Aussage des Textes über die Reichweite dieses Rituals. Sie zeigt zugleich, wie eng verschiedene religiöse Traditionen bei der Gestaltung tantrischer Verehrung miteinander verbunden sein konnten.

Acharya weist auch bei den fünf Brahma-Mantras und den Kalās auf śivaitische Vorbilder hin. Das Aṣṭādaśavidhāna ordnet solche Elemente in einen viṣṇuitischen Weiheablauf ein. Seine Besonderheit liegt in dieser konkreten Verbindung, ohne dass deshalb alle Unterschiede zwischen den Traditionen verschwinden.

Video: Tantra und Energieerfahrungen
Eine ergänzende Perspektive aus heutiger Yogapraxis; keine Rekonstruktion des historischen Weiheablaufs.

Zehn Namen, zwölf Silben und vier Umkreise

Mehrere Zahlen begegnen im Text mit unterschiedlichen Aufgaben. Wer sie auseinanderhält, kann den Aufbau leichter verstehen.

Zahl Beleg Worum es geht
18 Gesamter Ablauf Ritualschritte, keine Kapitelzahl
5 2–7 Brahma-Mantras mit fünf Körperzuordnungen
6 8 Śaktis
38 9–11 Kalās
25 12 Tattvas in fünf Fünfergruppen
10 48–50 Namen Viṣṇus; der Text spricht daneben von zwölf Körpergliedern.
12 51–54 Silben des Vāsudeva-Mantras
4 102–113 Umkreise der Verehrung um die göttliche Mitte

Die zehn Namen in 48–50 sind Keśava, Nārāyaṇa, Mādhava, Govinda, Viṣṇu, Madhusūdana, Vāmana, Dāmodara, Hṛṣīkeśa und Padmanābha. Der Text ordnet diese zehn Namen zwölf Körpergliedern zu, erläutert die Zählung aber nicht vollständig. Acharya erwägt eine unterschiedliche Zählung paariger Körperteile. Die genaue Zählweise bleibt offen; überliefert ist hier die Zehnergruppe.

Die vier Umkreise der Verehrung

Die Mitte wird in Vers 103 mit Puruṣa, dem fünfundzwanzigsten Tattva, und mit Bindu, dem Klangpunkt, verbunden. In 12 wird Puruṣa zu Beginn der Liste genannt; die Bezeichnung als fünfundzwanzigstes Prinzip in 103 folgt einer anderen Zählperspektive. Die folgenden Kreise entfalten die Verehrung um diese Mitte:

Umkreis Inhalt Besonderheit
1 Mantraglieder wie Haupt, Scheitel, Schutzpanzer und Waffen-Mantra, dazu Gāyatrī, Sāvitrī, Netra und Piṅgalāstra Das Herz steht in der Lotusmitte; acht weitere Zuordnungen entfalten sich darum.
2 Balabhadra, Niṣaṭha, Pradyumna, Aniruddha, Gada, Sāmba, Sātyaki und Akrūra Gruppe von acht Vṛṣṇi-Helden; Gada ist ein begründeter Textvorschlag Acharyas; die Handschrift liest Garuḍa.
3 Schwert, Keule, Diskus, Muschelhorn, Lotus, Pflug, Stampfkeule und Bogen Acht Waffen beziehungsweise Attribute Viṣṇus
4 Nārāyaṇa, Pauṇḍarīkākṣa, Vaikuṇṭha, Madhusūdana, Viṣṇu, Janārdana, Hṛṣīkeśa, Mādhava, Trivikrama und Govardhana Zehn Namen in Richtungen, Zwischenrichtungen, unten und oben; Hṛṣīkeśa ist hier ein vorsichtiger Vorschlag des Herausgebers.

Die äußerste Zehnergruppe ist eine andere als diejenige des Nāmanyāsa. Ebenso sind die acht Vṛṣṇi-Helden nicht mit acht Waffen oder acht Mantragliedern gleichzusetzen. Diese Unterscheidungen bewahren die besondere Ordnung des Aṣṭādaśavidhāna.[5]

Vom Bild zur Begegnung

Varāha: Bhūvarāha gehört zur Gottesreihe in Vers 29.

Der Ablauf behandelt das Bild als ein verehrtes Gegenüber. Nach den mantrischen Zuordnungen folgt die rituelle Belebung, jīvadāna. Ein vedischer Lebenshymnus wird rezitiert. Dann werden Bäder dargebracht, die Augen geöffnet, die Gestalt getragen und ein Lager bereitgestellt. Der abschließende Abhiṣeka, die Weihebegießung, schließt den erhaltenen Text.

Mit der rituellen Belebung wird die Mūrti als Ort göttlicher Gegenwart verehrt. Die anschließenden Handlungen entfalten diese Beziehung: Die Gottheit wird gebadet, geschmückt, begleitet und gastlich aufgenommen.

Spirituell anregend ist die Sorgfalt des Empfangs: Der Verehrende bereitet vor, spricht heilige Worte und gibt. Als heutige Übertragung kann diese Haltung helfen, auch gewöhnliche Begegnungen mit mehr Aufmerksamkeit zu gestalten. Wer einen Raum vorbereitet, einem Gast Wasser anbietet oder einem Menschen wirklich zuhört, kann Zuwendung sichtbar werden lassen.

40 ausgewählte Sanskritstellen mit Übersetzung

Die Auswahl folgt dem gedruckten Haupttext von Acharyas Edition. Die Nummern sind die ursprünglichen Editionsnummern 1–119; sie bezeichnen keine Kapitel. Die Zwischenüberschriften sind Lesehilfen. Vollständig übersetzt werden jeweils die ausgewählten Einheiten einschließlich ihrer enthaltenen Mantraformeln und Bezeichnungen.

Die IAST-Lesefassung löst die Drucktypographie zugunsten der Lesbarkeit auf. Eckige Klammern im Sanskrit kennzeichnen ausgewählte beschädigte oder ergänzte Teile nach der Edition; sie sind keine Aussprachezeichen. Sie ersetzen nicht den vollständigen textkritischen Apparat: Auch Wörter außerhalb der Klammern können auf einer Verbesserung des Herausgebers beruhen. Besonders wichtige Unsicherheiten stehen unmittelbar in der Erläuterung. Eckige Klammern im Deutschen kennzeichnen ergänzte Satzteile.

Die fünf Brahma-Mantras enthalten sprachlich schwierige Stellen. Ihre Übersetzungen sind dort ausdrücklich als vorsichtige Annäherungen zu lesen. Für die persönliche Betrachtung sind besonders Vers 5 und die kosmischen Bilder in 58–69 zugänglich.

Mantraglieder und fünf Brahma-Mantras

aṅgahīnā na sidhyanti kalpakoṭiśatair api |
tasmāt sarvaprayatnena aṅganyāsavidhiṃ kuru || 1

Übersetzung: Ohne die [Mantra-]Glieder gelangen sie selbst in Hunderten von Millionen Weltzeitaltern nicht zur Vollendung. Deshalb vollziehe mit aller Sorgfalt die Vorschrift des Aṅganyāsa.

Erläuterung: Der Anfang des Werkes fehlt. Dieser erhaltene Schlussvers des ersten Ritualschritts betont die Bedeutung des vollständigen Mantrazusammenhangs; „Glieder“ meint hier nicht die körperliche Unversehrtheit eines Menschen.

oṃ nare nare naranātha naraya māṃ narottama |
prathamabrahma || 2

Übersetzung: Oṃ. In jedem Menschen, o Herr der Menschen, [naraya: Sinn unklar] mich, Höchster unter den Menschen. [Dies ist] das erste Brahma-Mantra.

Erläuterung: Die Übertragung lässt das unklare Wort naraya ausdrücklich stehen. Acharya stellt einen Teil des Sanskritwortlauts durch Konjektur her. Der Mantra ist deshalb keine sicher übersetzbare Standardformel; sein erkennbarer Kern ist die Anrede an den göttlichen Herrn.

oṃ yajñāya namo yānāya namo dharmāya [na]maḥ puṇyāya namo vratāya namo niyamāya namo mārgānusāriṇe namaḥ |
dvitīyabrahma || 3

Übersetzung: Oṃ. Verehrung dem Opfer, Verehrung dem Weg beziehungsweise Fahrzeug, Verehrung dem Dharma, Verehrung dem Verdienstvollen, Verehrung dem Gelübde, Verehrung der geregelten Übung, Verehrung dem, der dem Weg folgt. [Dies ist] das zweite Brahma-Mantra.

Erläuterung: Die Reihe verbindet Verehrung mit Opfer, Lebensordnung, Gelübde und Übung. Yāna bedeutet wörtlich unter anderem „Gehen“ oder „Fahrzeug“; der genaue Bezug ist hier offen. [Na] ergänzt eine beschädigte Silbe nach der Edition.

oṃ akālebhyo 'tha kālebhyaḥ kālakālatarebhyaś ca |
sarvataḥ [kā]lakālebhyo namas te rudrarudrebhyaḥ |
tṛtīyabrahma || 4

Übersetzung: Oṃ. Den Zeitlosen und den Zeiten, den noch mehr als Zeit [Wirkenden], den Zeiten der Zeit von überallher: Verehrung dir, den Rudras der Rudras. [Dies ist] das dritte Brahma-Mantra.

Erläuterung: Der Wortlaut ist teilweise hergestellt und in seiner Bedeutung schwierig. Die Übertragung bewahrt die ungewöhnlichen Mehrzahlformen. Die Formel gestaltet einen śivaitischen Brahma-Mantra mit kāla, „Zeit“, um; sie nennt weiterhin Rudra.

oṃ tatsaṃyogāya vidmahe hṛṣīkeśāya dhīmahi tan no viṣṇuḥ pracodayāt |
caturthabrahma || 5

Übersetzung: Oṃ. Mögen wir den mit Jenem Verbundenen erkennen. Über Hṛṣīkeśa meditieren wir. Möge Viṣṇu uns anregen und führen. [Dies ist] das vierte Brahma-Mantra.

Erläuterung: Hṛṣīkeśa bedeutet „Herr der Sinne“. Tatsaṃyoga lässt sich auch als „Verbindung mit Jenem“ verstehen. Die Formel folgt dem Muster einer Gāyatrī-Anrufung; ihr besonderer Wortlaut bleibt erhalten.

oṃ bodhaka sarvavidyānāṃ devadānavādhipate mahāpuruṣa namo 'stu te |
[pa]ñcamabrahma || 6

Übersetzung: Oṃ. Du Erwecker des Verständnisses aller Wissensgebiete, Herr der Götter und Dānavas, großer Puruṣa: Verehrung sei dir! [Dies ist] das fünfte Brahma-Mantra.

Erläuterung: Die Gottheit wird als Quelle von Einsicht und als umfassender Herr angesprochen. Bodhaka ist die vom Herausgeber vorgeschlagene Lesung; Dānavas bezeichnet eine Gruppe göttlicher Widersacher.

pañcamaṃ mūrdhni vinyasya caturthaṃ mukhamaṇḍale |
tṛtīyaṃ hṛdi vinyasya dvitīyaṃ guhya-m-eva ca |
prathamaṃ pādayugme tu vinyaset yathākramam || 7

Übersetzung: Das fünfte [Brahma-Mantra] soll man am Scheitel einsetzen, das vierte im Gesicht, das dritte im Herzen, das zweite im verborgenen [Genital-]Bereich und das erste an beiden Füßen, in dieser Reihenfolge.

Erläuterung: Die fünf Mantras bilden zusammen eine rituelle Gottesgestalt. Das eingeschobene -m- folgt der sprachlich unregelmäßigen Druckfassung. Der Text sagt nicht an jeder Stelle ausdrücklich, ob Bild oder Ritualkundiger gemeint ist.

Śaktis und Wirklichkeitsprinzipien

tṛtīyaṃ tu śaktinyāsaṃ vinyaset tu yathākramam |
oṃ vijaye namaḥ |
oṃ ajite namaḥ |
oṃ aparājite namaḥ |
oṃ jayāvahe namaḥ |
oṃ jambhani namaḥ |
oṃ stambhani namaḥ |
āpādamastakaṃ yāvan nyāsam eva yathākramam || 8

Übersetzung: Als dritten Schritt soll man den Śaktinyāsa in der richtigen Folge vollziehen: Oṃ, Verehrung dir, Vijayā; Oṃ, Verehrung dir, Ajitā; Oṃ, Verehrung dir, Aparājitā; Oṃ, Verehrung dir, Jayāvahā; Oṃ, Verehrung dir, Jambhanī; Oṃ, Verehrung dir, Stambhanī. Das Einsetzen erfolgt der Reihe nach von den Füßen bis zum Kopf.

Erläuterung: Sechs weibliche Kräfte werden angerufen. Die Namensformen in den Mantras folgen der Edition, auch wo ihre Grammatik von einer erwarteten Standardform abweicht.

puruṣaḥ prakṛtibuddhir ahaṃkāro manaś ceti pañca |
śabdaḥ sparśo raso rūpaṃ gandhaś ceti pañca |
pṛthivy apas tejo vāyur ākāśaś ceti pañca |
cakṣuḥ śrotraṃ ghrāṇaṃ [tvagrasanā ce]ti pañca |
prāṇo apānaḥ samāna udāno vyānaś ceti pañca |
pañcaviṃśatitattvajña ācāryaḥ samudāhṛtaḥ || 12

Übersetzung: Puruṣa, Prakṛti, Buddhi, Ahaṃkāra und Manas: diese fünf. Klang, Berührung, Geschmack, Gestalt und Geruch: diese fünf. Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum: diese fünf. Auge, Ohr, Nase, [Haut und Zunge]: diese fünf. Prāṇa, Apāna, Samāna, Udāna und Vyāna: diese fünf. Wer die fünfundzwanzig Wirklichkeitsprinzipien kennt, wird Ācārya genannt.

Erläuterung: Die ungewöhnliche Liste wird unten erläutert. An die Stelle der fünf Handlungsorgane treten hier fünf Lebensenergien. Der ergänzte Teil bei den Sinnesvermögen folgt Acharyas Text.

Gottesformeln und vedischer Klang

oṃ a vāsudevāya na[maḥ] |
[oṃ ā saṃkarṣaṇāya namaḥ |
oṃ aṃ pradyumnāya] namaḥ |
oṃ aḥ aniruddhāya namaḥ |
oṃ oṃ nārāyaṇāya namaḥ |
oṃ tat sad brahmaṇe namaḥ |
oṃ hūṃ viṣṇave namaḥ |
oṃ narasiṃhāya namaḥ |
oṃ bhūvarāhāya namaḥ |
āpādamastakaṃ yāvan nyased bījāni sarvataḥ || 29

Übersetzung: Oṃ a, Verehrung Vāsudeva. [Oṃ ā, Verehrung Saṃkarṣaṇa. Oṃ aṃ, Verehrung Pradyumna.] Oṃ aḥ, Verehrung Aniruddha. Oṃ oṃ, Verehrung Nārāyaṇa. Oṃ tat sat, Verehrung Brahman. Oṃ hūṃ, Verehrung Viṣṇu. Oṃ, Verehrung Narasiṃha. Oṃ, Verehrung Bhūvarāha. Von den Füßen bis zum Kopf soll man die Keimsilben überall einsetzen.

Erläuterung: Die Klammern kennzeichnen größere Wiederherstellungen aus der Edition. Auch weitere Lesungen sind editorisch bearbeitet; besonders die Vokal-Bījas sind textkritisch schwierig. Die Namen werden daher nicht als vollständig unversehrt überlieferte Formelreihe präsentiert.

vedanyāsāṣṭamaṃ proktaṃ kartavyaṃ tu vijānatā |
śrīsūktaṃ śikhāyāṃ [nya]sya śirasi maṇḍalabrāhmaṇam || 30

Übersetzung: Als achter [Schritt] wird der Vedanyāsa gelehrt, den der Kundige vollziehen soll: das Śrīsūkta am Scheitelhaar einsetzen und das Maṇḍalabrāhmaṇa am Kopf.

Erläuterung: Vedische Texte erhalten Orte in der Gottesgestalt. Śrīsūkta und Maṇḍalabrāhmaṇa sind Textbezeichnungen, keine hier vollständig ausgeschriebenen Mantras.

kambubhyaṃ skambhasūktaṃ puruṣa[sūktaṃ kaṇṭhe nyaset] |
puruṣaṃ punar dakṣiṇe stane vāmas tane puruṣagatim || 36

Übersetzung: Das Skambhasūkta [soll man] den Schultern [zuordnen], das Puruṣasūkta am Hals einsetzen; „puruṣam“ sodann an der rechten Brust, an der linken Brust die Puruṣagati.

Erläuterung: Die ungewöhnliche Form kambubhyaṃ wird nach Acharyas Erklärung auf die Schultern bezogen. Puruṣagati bezeichnet hier nach seinem Nachweis das Setusāman. Die längere Ergänzung folgt dem edierten Text.

hiraṇyagarbhamantreṣu sudarśaneṣu ca vinyaset |
śaive ca vaiṣṇave caiva saure bhāgavate tathā |
vedanyāsam iti proktaṃ devadevena śambhunā || 47

Übersetzung: Mit den Hiraṇyagarbha-Mantras soll man [die Zuordnung] auch an den Waffen vollziehen. Für die śivaitische, viṣṇuitische, solare und Bhāgavata-[Überlieferung] ist der Vedanyāsa so von Śambhu, dem Gott der Götter, gelehrt worden.

Erläuterung: Die erste Zeile führt die vorherige Waffen- und Wagenzuordnung fort. Das Werk beruft sich für den Vedanyāsa auf Śambhu und unterscheidet hier Vaiṣṇava und Bhāgavata.

Gottesnamen und die zwölf Silben

navamaṃ nāmataḥ proktaṃ devadevajagatpateḥ |
keśavaṃ tu śire nyasya mukhe nārāyaṇaṃ nyaset |
grīvāyāṃ mādhavaṃ caiva govindaṃ bāhu vinyaset || 48

Übersetzung: Als neunter [Schritt] wird die [Zuordnung] der Namen des Gottes der Götter, des Herrn der Welt, gelehrt. Keśava soll man am Kopf einsetzen, Nārāyaṇa im Gesicht, Mādhava am Hals und Govinda an den Armen.

Erläuterung: Die Reihe umfasst zehn Namen. Sie ist von der zwölfsilbigen Mantra-Reihe des folgenden Schritts zu unterscheiden.

hṛdaye vinyased viṣṇuṃ ja[ṭha]re madhusū[danam] |
kaṭibhyāṃ vāmanaṃ caiva jaṅghe dāmodaraṃ nyaset || 49

Übersetzung: Viṣṇu soll man im Herzen einsetzen, Madhusūdana im Bauch, Vāmana im Hüftbereich und Dāmodara an den Beinen.

Erläuterung: Einzelne Silben sind nach der Edition ergänzt. Jaṅghā bezeichnet gewöhnlich den Unterschenkel; Acharya gibt den Bereich in seiner Übersicht als Oberschenkel wieder. Die Übersetzung lässt die genauere Abgrenzung offen.

jānuni ca hṛṣīkeśaṃ [pādo-m-u]pari padmanābhaṃ ca |
etāni daśa nāmāni dvādaśāṅge niyojayet || 50

Übersetzung: Hṛṣīkeśa [soll man] am Knie [einsetzen], Padmanābha an den Füßen. Diese zehn Namen soll man an den zwölf Gliedern zuordnen.

Erläuterung: Zehn Namen und zwölf Glieder stehen so im Text. Die Zuordnung lässt sich nur unter Annahmen über die Zählung paariger Körperteile ausgleichen; zwei zusätzliche Namen werden hier nicht erfunden.

daśame dvādaśākṣaraṃ vinyaset punar haret |
oṃkāraṃ vinyasen mūrdhni nakāraṃ nāsikopari |
mokāras tu lalāṭe 'yaṃ bhakāro vadane tathā || 51

Übersetzung: Im zehnten [Schritt] soll man das zwölfsilbige [Mantra] einsetzen und wieder zurücknehmen. Oṃ soll man auf dem Scheitel einsetzen, na oberhalb der Nase, mo an der Stirn und bha im Gesicht.

Erläuterung: Die Aufforderung, die Silben wieder zurückzunehmen, ist eine Besonderheit dieser Fassung. Ihre weitere Deutung bleibt offen; Acharya verbindet sie vorsichtig mit fortgesetzter Rezitation.

gakāraṃ kaṇṭhato nyasya vakāraṃ bhujadakṣiṇe |
[tekāraṃ] hṛdaye nyasya devadevaṃ sa[nātanam] || 52

Übersetzung: Ga soll man am Hals einsetzen, va am rechten Arm und te im Herzen – [als] den ewigen Gott der Götter.

Erläuterung: Der Schluss ist knapp und sprachlich nicht eindeutig gefügt. Die Übersetzung folgt dem Bezug der göttlichen Gegenwart auf den Herzbereich; Ergänzungen folgen der Edition.

vāme bhuje vakāraṃ tu ākāreṇa samanvitam |
[sukā]raṃ vāmajaṅghāyāṃ dekāraṃ dakṣiṇe nyaset || 53

Übersetzung: Am linken Arm soll man va zusammen mit ā [also vā] einsetzen, su am linken Bein und de am rechten.

Erläuterung: Die Verbindung va + ā verdeutlicht die lange Silbe vā. Der Anfang von sukāraṃ ist ergänzt; der Körperbereich ist wie in Vers 49 nicht genauer festgelegt.

vākāraṃ vāmapāde tu yakāraṃ dakṣiṇe nyaset |
etad eva yathākramam || 54

Übersetzung: Vā soll man am linken Fuß einsetzen, ya am rechten. So [geschieht] dies in der genannten Reihenfolge.

Erläuterung: Die zwölf Silben sind damit vollständig zugeordnet. Die Ortsfolge weicht vom Devāmṛtapañcarātra ab.

Viṣṇus kosmischer Leib

ataḥ paraṃ pravakṣyāmi sarvadevamayo hariḥ |
brahmadevaḥ śiras tasya keśāś ca vanaspatiḥ || 58

Übersetzung: Nun werde ich weiter darlegen: Hari umfasst alle Gottheiten. Der Gott Brahmā ist sein Haupt; die Bäume sind seine Haare.

Erläuterung: Hier steht Brahmā am Haupt. Die verwandte Devāmṛta-Stelle nennt stattdessen das Weltei; die beiden Lesungen werden auseinandergehalten.

candrādityau smṛtau tasya cakṣu[rbhyāṃ saṃvyavasthitau] |
ekādaśa samākhyātā rudrāḥ kaṇṭhe samāśri[tāḥ] || 59

Übersetzung: Mond und Sonne gelten als in seinen beiden Augen gegenwärtig. Die elf genannten Rudras befinden sich an seinem Hals.

Erläuterung: Die ergänzten Teile folgen der Edition. Die kosmische Schau führt Himmelskörper und göttliche Kräfte in einer Gestalt zusammen.

nakṣatrāṇi grahāś caiva daśane parikīrtitāḥ |
dharmādharmau ca vijñeyau oṣṭhasaṃpuṭam āśritau || 60

Übersetzung: Die Sternbilder und Planeten werden als an seinen Zähnen gegenwärtig beschrieben. Dharma und Adharma sind als im Lippenpaar befindlich zu verstehen.

Erläuterung: Auch die Gegensätze von rechter Ordnung und ihrem Gegenteil werden in die umfassende Gestalt eingeordnet. Daraus folgt keine Aufforderung zu unrechtem Handeln.

sarvaśāstramayī devī jihvāyāṃ tu sarasvatī |
gāyatrī caiva sāvitrī nāsāgre tu vyavasthite || 61

Übersetzung: Die Göttin Sarasvatī, die alle Lehrschriften umfasst, ist an seiner Zunge. Gāyatrī und Sāvitrī befinden sich an der Nasenspitze.

Erläuterung: Sprache und heiliges Wissen erhalten einen Ort im göttlichen Körper. Für die heutige Betrachtung kann das zu einem bewussteren Umgang mit dem eigenen Sprechen anregen.

diśāś ca vidiśāś caiva sarvāḥ śrotre vyavasthitāḥ |
bhruvor madhyagataṃ vidyāc chatarudrāḥ samāśritāḥ || 62

Übersetzung: Alle Hauptrichtungen und Zwischenrichtungen befinden sich im Ohr. Im Bereich zwischen den Brauen soll man die hundert Rudras als gegenwärtig erkennen.

Erläuterung: Der Wortlaut ist grammatisch nicht durchgehend regelmäßig. Gemeint ist eine räumlich umfassende göttliche Gestalt.

rākṣasāś ca gaṇāḥ sarve udareṣu samāśritāḥ |
nadyo bāhugatāś caiva nāgāś cāṅgulayaḥ smṛtāḥ || 64

Übersetzung: Die Rākṣasas und alle Scharen befinden sich im Bauchbereich. Die Flüsse sind in den Armen gegenwärtig; die Nāgas gelten als die Finger.

Erläuterung: Rākṣasas und Nāgas gehören zur religiösen Vorstellungswelt des Textes. Auch Flüsse und solche Wesen finden im kosmischen Leib ihren Platz.

nakhāgreṣu ca sarveṣu tārāgaṇasamāśritāḥ |
pṛṣṭhavaṃśasthito meru hṛdaye śrīr adhiṣṭhitā || 65

Übersetzung: An allen Nagelspitzen befinden sich die Sternenscharen. Meru steht in der Wirbelsäule; im Herzen hat Śrī ihren Sitz.

Erläuterung: Der Weltenberg und die Göttin Śrī verbinden kosmische Ordnung mit der Herzensmitte. Śrī bezeichnet die Göttin des Segens und der Schönheit.

dharmarājo yamaś caiva saṃsthito nābhimaṇḍale |
kaṭibhyāṃ pṛthivīṃ vidyāl liṅge sṛṣṭiḥ sa[māśritā] || 66

Übersetzung: Yama, der König des Dharma, befindet sich im Nabelbereich. Die Erde soll man im Hüftbereich erkennen; im Zeugungsglied ist die Schöpfung gegenwärtig.

Erläuterung: Der Körper wird als Ganze betrachtet, einschließlich seiner schöpferischen und geschlechtlichen Bedeutung. Die Schlusslesung enthält eine Ergänzung.

[jānudvayām a]śvinau devau ūruke parvatāḥ sthitāḥ |
narakāḥ saptapātālāḥ pādayugme vyavasthitāḥ || 67

Übersetzung: An den beiden Knien [befinden sich] die göttlichen Aśvins; im Oberschenkelbereich stehen die Berge. Die Höllen und die sieben Unterwelten sind an beiden Füßen angeordnet.

Erläuterung: Der Versanfang ist ergänzt und sprachlich unregelmäßig. Die vertikale Anordnung folgt einer religiösen Kosmologie.

devaḥ kālāgnirudro vai pādāṅguṣṭhe vyavasthitaḥ |
sarvadevātmako viṣṇuḥ sarve devās tadātmakāḥ || 68

Übersetzung: Der Gott Kālāgnirudra befindet sich am großen Zeh. Viṣṇu hat alle Gottheiten zum Wesen; alle Gottheiten haben ihn zum Wesen.

Erläuterung: Der zweite Halbvers fasst die kosmische Betrachtung zusammen: Die Vielheit der Gottheiten und die Gegenwart Viṣṇus durchdringen einander.

aśeṣaṃ [vā]ṅmayaṃ sarvaṃ lokālokaṃ carācaram |
vyāptaṃ viṣṇuśarīreṇa vāyu-r-ambarayor yathā || 69

Übersetzung: Die ganze Welt des Wortes, alles – Welt und Nichtwelt, Bewegliches und Unbewegliches – ist von Viṣṇus Körper durchdrungen, wie [es sich mit] Wind und Raum [verhält].

Erläuterung: Das unregelmäßige Schlussbild wird nach dem Zusammenhang als Durchdringung von Wind und Raum verstanden. -r- ist ein im Druck markierter Einschub. Die klare Aussage ist die umfassende Gegenwart Viṣṇus.

Gaben und Empfang der Gottheit

yā oṣadhīti mantreṇa snānam oṣadhimajjalaiḥ |
agnim īle 'ti mantreṇa puṣpodakena snāpayet || 83

Übersetzung: Mit dem Mantra „yā oṣadhi“ [vollziehe man] ein Bad mit Kräuterwasser. Mit dem Mantra „agnim īle“ soll man [das Bild] mit Blütenwasser baden.

Erläuterung: Die Texte werden durch ihre Anfangsworte aufgerufen. Das Bad ist eine Gabe an die Gottheit im Bild; es ist keine Behandlung des menschlichen Körpers.

vedāham etaṃ puruṣam iti mantreṇa gandhodakena snāpayet |
imaṃ me gaṅge yamune 'ti mantreṇa nadyodakena snāpayet || 85

Übersetzung: Mit dem Mantra „vedāham etaṃ puruṣam“ soll man [das Bild] mit duftendem Wasser baden; mit dem Mantra „imaṃ me gaṅge yamune“ mit Flusswasser.

Erläuterung: Heiliger Klang begleitet die Darbringung. Die Flussanrufung verbindet die örtliche Feier mit der religiösen Landschaft Indiens.

yuvā suvā iti mantreṇa yajñopavītaṃ ca dāpayet |
śrīś ca te lakṣmīś ceti mantreṇa candanaṃ ca pradāpayet || 87

Übersetzung: Mit dem Mantra „yuvā suvā“ soll man die heilige Schnur darbringen und mit dem Mantra „śrīś ca te lakṣmīś ca“ Sandel[holzpaste] überreichen.

Erläuterung: Gewänder, Schnur und duftende Paste gehören zum ehrenvollen Empfang. Die Kurzformen der Mantras werden als solche beibehalten.

uttiṣṭha brahmaṇaspate rūpaṃ caiva samuddharet |
ā no bhadrā 'ti mantreṇa yāgasthānaṃ praveśayet || 92

Übersetzung: Mit „uttiṣṭha brahmaṇaspate“ soll man die Gestalt emporheben; mit dem Mantra „ā no bhadrā“ soll man sie an den Ort der Verehrung hineinbringen.

Erläuterung: Die Mūrti wird getragen und begleitet. Ein Mantra wird hier mit einer bestimmten Handlung verbunden.

yaj jāgrato dūram eti śayyāṃ tasyāpi dāpayet |
kāṇḍāt kāṇḍā 'ti mantreṇa dadyād asya vitānakam || 93

Übersetzung: Mit „yaj jāgrato dūram eti“ soll man ihm ein Lager darbringen; mit dem Mantra „kāṇḍāt kāṇḍā“ soll man ihm einen Baldachin geben.

Erläuterung: Die Gottheit wird als verehrter Gast behandelt. Das Anbieten eines Ruheplatzes macht die fürsorgliche Seite der Verehrung sichtbar.

Umkreise und Abschluss der Weihe

yajanaṃ saṃpravakṣyāmi devaṃ nārāyaṇaṃ smṛtam |
caturāvaraṇaiḥ kāryaṃ durlabhaṃ sasurāsuraiḥ || 102

Übersetzung: Ich werde die Verehrung darlegen, die dem als Nārāyaṇa bekannten Gott gilt. Sie soll mit vier Umkreisen vollzogen werden und ist selbst für Götter und Asuras schwer zu erlangen.

Erläuterung: Vier Umkreise sind eine Eigenart dieses Werkes. Svāyambhuva und Devāmṛta lehren in den entsprechenden Abschnitten drei.

pañcaviṃśatimaṃ puruṣaṃ makāraṃ bindurūpiṇam |
hṛdayaṃ tasya samākhyātaṃ karṇikāyāṃ tu vinyaset || 103

Übersetzung: Den fünfundzwanzigsten [Grundsatz], Puruṣa, das m in Gestalt des Bindu, nennt man sein Herz. Dieses soll man in die Samenkapsel des Lotus einsetzen.

Erläuterung: Die Mitte wird durch Puruṣa und den Klangpunkt Bindu bezeichnet. Dies ist eine rituelle Verbindung von Wirklichkeitslehre, Klang und Lotusbild.

tṛtīye astrāṇi vinyased viṣṇoś cārcanasya ca |
khaḍgaṃ caiva nyaset pūrve āgneyyāṃ tu gadāṃ nyaset || 109

Übersetzung: Im dritten [Umkreis] soll man die Waffen für die Verehrung Viṣṇus einsetzen: das Schwert im Osten, die Keule im Südosten.

Erläuterung: Die göttlichen Waffen bilden einen eigenen Umkreis. Der folgende Vers der Edition setzt die Richtungszuordnungen fort.

sthāpitasya tu devasyābhiṣekaṃ samā[rabhet] |
eṣo ha deva iti mantreṇa abhiṣekaṃ tu dāpayet || 119

Übersetzung: An dem eingesetzten Gott soll man die Weihebegießung beginnen. Mit dem Mantra „eṣo ha deva“ soll man die Weihebegießung darbringen.

Erläuterung: Diese kurze Anweisung bildet den achtzehnten Schritt. Der Abschluss ist erhalten, obwohl der Anfang des Werkes fehlt.

Schlussformel:
iti pañcarātre 'ṣṭādaśavidhānaṃ samāptam ||

Übersetzung: „Damit ist im Pañcarātra die Anweisung zu achtzehn [Ritualhandlungen] abgeschlossen.“

Die Schlussformel steht nach Vers 119. Sie bestätigt den eigenen Abschluss dieser Anleitung.

Mantras und Rezitationsformeln

Die folgenden Abschnitte bündeln die fünf Brahma-Mantras, die sechs Śakti-Anrufungen, die neun Formeln aus Vers 29 und das aus 51–54 erschließbare Vāsudeva-Mantra. Anschließend folgt eine Auswahl vedischer Textanfänge und Mantrabezeichnungen. Eine solche Anfangsformel verweist auf einen längeren Text; sie ist keine vollständig ausgeschriebene Rezitationsfassung.

Die fünf Brahma-Mantras

Diese fünf Formeln stehen in Vers 2–6 auf S. 37. Ihre Körperzuordnung folgt in Vers 7. Die vollständigen deutschen Übertragungen stehen jeweils auch in der Textauswahl. Die Sammlung enthält teilweise schwierige und vom Herausgeber hergestellte Lesungen. Besonders beim ersten und dritten Mantra bleibt der Sinn unsicher.

1. Brahma-Mantra – Vers 2
ॐ नरे नरे नरनाथ नरय मां नरोत्तम
oṃ nare nare naranātha naraya māṃ narottama

Bedeutung: Oṃ. In jedem Menschen, o Herr der Menschen, [naraya: Sinn unklar] mich, Höchster unter den Menschen.

Die Übertragung lässt das unklare Wort naraya ausdrücklich stehen. Acharya stellt einen Teil des Sanskritwortlauts durch Konjektur her. Der Mantra ist deshalb keine sicher übersetzbare Standardformel; sein erkennbarer Kern ist die Anrede an den göttlichen Herrn.

2. Brahma-Mantra – Vers 3
ॐ यज्ञाय नमो यानाय नमो धर्माय [न]मः पुण्याय नमो व्रताय नमो नियमाय नमो मार्गानुसारिणे नमः
oṃ yajñāya namo yānāya namo dharmāya [na]maḥ puṇyāya namo vratāya namo niyamāya namo mārgānusāriṇe namaḥ

Bedeutung: Oṃ. Verehrung dem Opfer, Verehrung dem Weg beziehungsweise Fahrzeug, Verehrung dem Dharma, Verehrung dem Verdienstvollen, Verehrung dem Gelübde, Verehrung der geregelten Übung, Verehrung dem, der dem Weg folgt.

Die Reihe verbindet Verehrung mit Opfer, Lebensordnung, Gelübde und Übung. Yāna bedeutet wörtlich unter anderem „Gehen“ oder „Fahrzeug“; der genaue Bezug ist hier offen. [Na] ergänzt eine beschädigte Silbe nach der Edition.

3. Brahma-Mantra – Vers 4
ॐ अकालेभ्यो ऽथ कालेभ्यः कालकालतरेभ्यश् च ।
सर्वतः [का]लकालेभ्यो नमस् ते रुद्ररुद्रेभ्यः
oṃ akālebhyo 'tha kālebhyaḥ kālakālatarebhyaś ca |
sarvataḥ [kā]lakālebhyo namas te rudrarudrebhyaḥ

Bedeutung: Oṃ. Den Zeitlosen und den Zeiten, den noch mehr als Zeit [Wirkenden], den Zeiten der Zeit von überallher: Verehrung dir, den Rudras der Rudras.

Der Wortlaut ist teilweise hergestellt und in seiner Bedeutung schwierig. Die Übertragung bewahrt die ungewöhnlichen Mehrzahlformen. Die Formel gestaltet einen śivaitischen Brahma-Mantra mit kāla, „Zeit“, um; sie nennt weiterhin Rudra.

4. Brahma-Mantra – Vers 5
ॐ तत्संयोगाय विद्महे हृषीकेशाय धीमहि तन् नो विष्णुः प्रचोदयात्
oṃ tatsaṃyogāya vidmahe hṛṣīkeśāya dhīmahi tan no viṣṇuḥ pracodayāt

Bedeutung: Oṃ. Mögen wir den mit Jenem Verbundenen erkennen. Über Hṛṣīkeśa meditieren wir. Möge Viṣṇu uns anregen und führen.

Hṛṣīkeśa bedeutet „Herr der Sinne“. Tatsaṃyoga lässt sich auch als „Verbindung mit Jenem“ verstehen. Die Formel folgt dem Muster einer Gāyatrī-Anrufung; ihr besonderer Wortlaut bleibt erhalten.

5. Brahma-Mantra – Vers 6
ॐ बोधक सर्वविद्यानां देवदानवाधिपते महापुरुष नमो ऽस्तु ते
oṃ bodhaka sarvavidyānāṃ devadānavādhipate mahāpuruṣa namo 'stu te

Bedeutung: Oṃ. Du Erwecker des Verständnisses aller Wissensgebiete, Herr der Götter und Dānavas, großer Puruṣa: Verehrung sei dir!

Die Gottheit wird als Quelle von Einsicht und als umfassender Herr angesprochen. Bodhaka ist die vom Herausgeber vorgeschlagene Lesung; Dānavas bezeichnet eine Gruppe göttlicher Widersacher.

Die Körperorte nach Vers 7 sind:

Mantra Ort
1 Beide Füße
2 Verborgener beziehungsweise Genitalbereich
3 Herz
4 Gesicht
5 Scheitel

Der vierte Mantra bietet einen besonders zugänglichen Betrachtungsimpuls: Erkennen, meditieren und um Führung bitten gehören zusammen. Für die heutige Praxis kann seine Übersetzung als Gebet gelesen werden. Der erste und dritte Brahma-Mantra, also die Verse 2 und 4, sind dagegen sprachlich schwierige Zeugnisse der Überlieferung.

Die sechs Śakti-Mantras

Beleg: Vers 8, S. 38. Die Reihenfolge ist diejenige des Textes. Die Anrufungsformen folgen dem Wortlaut der Edition, auch wo sie von der üblichen Sanskritgrammatik abweichen.

Vijayā
ॐ विजये नमः
oṃ vijaye namaḥ
Verehrung dir, Siegreiche.

Ajitā
ॐ अजिते नमः
oṃ ajite namaḥ
Verehrung dir, Unbesiegte.

Aparājitā
ॐ अपराजिते नमः
oṃ aparājite namaḥ
Verehrung dir, Unüberwundene.

Jayāvahā
ॐ जयावहे नमः
oṃ jayāvahe namaḥ
Verehrung dir, die Sieg bringt.

Jambhanī
ॐ जम्भनि नमः
oṃ jambhani namaḥ
Verehrung Jambhanī. Der Name bezeichnet eine lähmende oder hemmende Kraft.

Stambhanī
ॐ स्तम्भनि नमः
oṃ stambhani namaḥ
Verehrung Stambhanī. Der Name bezeichnet eine festhaltende oder zum Stillstand bringende Kraft.

Die neun Gottesformeln aus Vers 29

Beleg: Vers 29, S. 41; kritische Erläuterungen S. 118–119. Der Text nennt diesen Schritt svarabījanyāsa, Zuordnung von Vokal-Keimsilben. Die ersten Formeln verwenden Vokale; die gesamte Reihe enthält jedoch auch andere Formeln. Acharya erwägt deshalb eine Zusammenfügung verschiedener Gruppen.

Die Saṃkarṣaṇa- und Pradyumna-Formeln sind besonders unsicher: Acharya ergänzt mehr Text, als allein zum Schließen der sichtbaren Lücke nötig wäre, und begründet dies mit Parallelen und der vollständigen Vierergruppe der Vyūhas. Die Klammern machen diesen Unterschied sichtbar. a und ā werden hier nicht um einen zusätzlichen Anusvāra erweitert; die Unterscheidung zu aṃ ist Teil seiner Rekonstruktion.

ॐ अ वासुदेवाय न[मः]
oṃ a vāsudevāya na[maḥ]
Verehrung Vāsudeva; der Schluss ist ergänzt.

[ॐ आ संकर्षणाय नमः]
[oṃ ā saṃkarṣaṇāya namaḥ]
Verehrung Saṃkarṣaṇa; editorisch ergänzte Formel.

[ॐ अं प्रद्युम्नाय] नमः
[oṃ aṃ pradyumnāya] namaḥ
Verehrung Pradyumna; die Formel ist bis auf das letzte namaḥ editorisch ergänzt.

ॐ अः अनिरुद्धाय नमः
oṃ aḥ aniruddhāya namaḥ
Verehrung Aniruddha.

ॐ ॐ नारायणाय नमः
oṃ oṃ nārāyaṇāya namaḥ
Verehrung Nārāyaṇa; die doppelte Oṃ-Folge gehört zur edierten Fassung.

ॐ तत् सद् ब्रह्मणे नमः
oṃ tat sad brahmaṇe namaḥ
Oṃ tat sat, Verehrung Brahman. „Tat sat“ verweist auf „jenes“ und das Seiende beziehungsweise Wahre.

ॐ हूं विष्णवे नमः
oṃ hūṃ viṣṇave namaḥ
Verehrung Viṣṇu; hūṃ ist eine Keimsilbe ohne hier festgelegte wörtliche Übersetzung.

ॐ नरसिंहाय नमः
oṃ narasiṃhāya namaḥ
Verehrung Narasiṃha, der Mensch-Löwen-Gestalt.

ॐ भूवराहाय नमः
oṃ bhūvarāhāya namaḥ
Verehrung Bhūvarāha, der mit der Erde verbundenen Ebergestalt Viṣṇus.

Das zwölfsilbige Vāsudeva-Mantra

Beleg: Die Silbenfolge ist in 51–54, S. 44–45, einzeln angegeben. Zusammengelesen ergibt sie die folgende bekannte Formel. Dies ist eine lesefreundliche Zusammensetzung der einzeln behandelten Silben, kein zusätzlich als Ganzes abgedruckter Vers des Aṣṭādaśavidhāna.

ॐ नमो भगवते वासुदेवाय
oṃ namo bhagavate vāsudevāya

Bedeutung: „Oṃ, Verehrung dem erhabenen Vāsudeva.“

Silbe Körperort nach 51–54
oṃ Scheitel
na Oberhalb der Nase
mo Stirn
bha Gesicht
ga Hals
va Rechter Arm
te Herz
Linker Arm
su Linkes Bein
de Rechtes Bein
Linker Fuß
ya Rechter Fuß

Die Silbenzahl ergibt sich aus oṃ – na – mo – bha – ga – va – te – vā – su – de – vā – ya. Die Ortsfolge ist diejenige dieses Werkes. Die Verse beschreiben einen Nyāsa im Weihekontext; eine persönliche Japa-Praxis ist eine eigene Form der Verwendung des vollständigen Mantras.

Vedische Texte: ausgewählte Verweise und ihre Aufgaben

Der Vedanyāsa in 30–47 und die Weihehandlungen ab 73 rufen zahlreiche vedische Texte durch Titel oder Anfangsworte auf. Die folgende Tabelle erschließt wichtige Beispiele. Die angegebenen vedischen Fundstellen folgen Acharyas Nachweisen; die Kurzformen werden nicht zu frei ergänzten Langfassungen erweitert.

Form im Aṣṭādaśavidhāna Stelle Funktion und Nachweis
śrīsūkta 30 Am Scheitelhaar; nach Acharya Ṛgveda-Khila 2.6
maṇḍalabrāhmaṇa 30 Am Kopf; Textbezeichnung
sūryasāman 31 An der Stirn; Sāmaveda 5.7.177.1 nach dem Apparat
tad evāgnis tad āditya 34; ferner 99 An den Zähnen beziehungsweise beim Feuer; Vājasaneyisaṃhitā 32.1
ṛcaṃ vācam 34 An der Zunge; Vājasaneyisaṃhitā 36.1
īśāvāsya 35 An den Lippen; Vājasaneyisaṃhitā 40.1
gārgibrāhmaṇa 35 Am Kinn; Śatapathabrāhmaṇa 14.6.6 nach Acharya
skambhasūkta 36 An den Schultern; Atharvaveda 10.7.1–44
puruṣasūkta 36 Am Hals; Ṛgveda 10.90.1–16
puruṣagati 36 An der linken Brust; im Apparat als Setusāman bestimmt
jyeṣṭhasāman 37 Am Nabel; die Identifikation ist in der Überlieferung nicht einheitlich.
tryambakaṃ 39; ferner 75 Im Körper-Nyāsa beziehungsweise bei der Darbringung von Aśvattha-Blättern; Ṛgveda 7.59.12
vāta ā vātu bheṣajam 40 Im unteren Körperbereich; Ṛgveda 10.186.1
hiraṇyagarbha 47; ferner 89 Bei Waffen beziehungsweise bei der Aufnahme des goldenen Stäbchens zur Augenöffnung; Ṛgveda 10.121.1
jīvanīsūkta 72 Rituelle Belebung; nach Acharyas Apparat ein Lebenshymnus der Kāṭhakasaṃhitā 11.7
bhadraṃ karṇebhiḥ 74 Beim Bereitstellen des Sitzes; Vājasaneyisaṃhitā 25.21
gāyatrī 79 Bezeichnung der Savitṛ-Gāyatrī, Ṛgveda 3.62.10; im historischen Ablauf einer bestimmten Waschung zugeordnet
gandhadvārā 79 Verweis auf einen Vers des Śrīsūkta; Teil des historischen Badeablaufs
āpyāyasva 79 Milchgabe; Vājasaneyisaṃhitā 12.112/114 nach dem Apparat
dadhikrāvṇo 79 Gabe von Sauermilch; Ṛgveda 4.39.6
tejo ’si 80 Gabe von geklärter Butter; Vājasaneyisaṃhitā 22.1
devasya tvā 80 Wasser mit Kuśagras; Vājasaneyisaṃhitā 1.10
yā oṣadhi 83 Kräuterbad; Verweis auf Ṛgveda 10.97.1
agnim īle 83 Blütenbad; Verweis auf Ṛgveda 1.1.1
vedāham etaṃ puruṣam 85 Duftwasser; Vājasaneyisaṃhitā 31.18
imaṃ me gaṅge yamune 85 Flusswasser; Ṛgveda 10.75.5
śrīś ca te lakṣmīś ca 87 Sandelholzpaste; Vājasaneyisaṃhitā 31.22
agnir jyotiḥ 90 Augenöffnung; Vājasaneyisaṃhitā 3.9
madhu vātā ṛtāyate 91 Gabe von Honig und geklärter Butter an den Augen; Ṛgveda 1.90.6
uttiṣṭha brahmaṇaspate 92 Anheben der Gestalt; Ṛgveda 1.40.1
ā no bhadrā 92 und 96 Überführung; Verweis auf Ṛgveda 1.89.1
yaj jāgrato dūram eti 93 Darbringung des Lagers; Vājasaneyisaṃhitā 34.1
kāṇḍāt kāṇḍā 93 Baldachin; Verweis auf Vājasaneyisaṃhitā 13.20
catvāri śṛṅgā 94 Torbögen; Verweis auf Ṛgveda 4.58.3
eṣo ha deva 97 und 119 Vorbereitung beziehungsweise abschließende Weihebegießung; Vājasaneyisaṃhitā 32.4

Andere Verweise sind beschädigt oder nicht sicher identifiziert, etwa ein Sāman an der Nasenspitze in 31 und die Formel bei der Gürtelgabe in 86. Solche Stellen bleiben ohne erfundene Ergänzung. Die Namen hṛdaya, śiras, śikhā, kavaca, astra, gāyatrī, sāvitrī, netra und piṅgalāstra bezeichnen außerdem Mantraglieder im innersten Umkreis. Da ihr vollständiger Wortlaut hier nicht ausgeschrieben ist, werden aus diesen Bezeichnungen keine zusätzlichen Rezitationsformeln konstruiert.

Auch die Buchstabenreihe des Akṣaranyāsa in 13–28 ist von einer vollständigen Gottes-Anrufung zu unterscheiden: Sie verteilt einzelne Sanskritlaute auf Körperorte. Die im Text genannten drei Bereiche Ātmatattva, Vidyātattva und Śivatattva sind in diesem Zusammenhang Zuordnungsbegriffe.

Fünf Praxisanregungen für Yoga-Übende

Die historische Ritualschrift kann zur Sammlung, zu einer weiten Herzenshaltung und zu bewusster Zuwendung anregen.

Die folgenden Übungen sind heutige Übertragungen ausgewählter Gedanken des Aṣṭādaśavidhāna. Sie lassen sich in eine persönliche Yoga- und Meditationspraxis aufnehmen. Wähle zunächst einen Zugang und gib ihm einige Tage Raum. Eine kurze, regelmäßig wiederholte Hinwendung kann wertvoller werden als der Versuch, alle Anregungen auf einmal umzusetzen.

1. Mit einer Bitte um Einsicht beginnen

Lies die Übersetzung des vierten Brahma-Mantras in Vers 5. Sitze anschließend einen Moment ruhig und frage dich: Wofür brauche ich heute Klarheit? Sprich die Bitte um göttliche Anregung in deinen eigenen Worten. Lass danach Raum zum Lauschen. Du musst keine besondere Antwort erzwingen; vielleicht wird zunächst nur deutlicher, was dich beschäftigt.

Frage für den Tag: Welchen nächsten Schritt kann ich mit mehr Klarheit und Güte gehen?

2. Den Körper mit Achtung wahrnehmen

Setze dich bequem hin. Spüre die Berührung der Füße mit dem Boden und die aufrechte Haltung des Körpers. Wandere mit deiner Aufmerksamkeit ruhig von den Füßen bis zum Kopf. Nimm die einzelnen Bereiche wahr, ohne ihre Empfindungen bewerten zu müssen. Wenn du Unruhe bemerkst, begegne auch ihr mit Geduld.

Diese schlichte Körperwahrnehmung ist eine heutige Anregung aus dem Thema Nyāsa. Sie führt keinen historischen Weihe-Nyāsa aus.

Frage für den Tag: Wie kann ich meinem Körper heute die Aufmerksamkeit geben, die er braucht?

3. Den Klang mit Bedeutung erfüllen

Wenn das Vāsudeva-Mantra zu deiner Praxis gehört, wiederhole es langsam: oṃ namo bhagavate vāsudevāya. Erinnere dich an die Bedeutung: „Verehrung dem erhabenen Vāsudeva.“ Wenn Gedanken abschweifen, kehre freundlich zum Klang zurück. Lass die letzte Wiederholung in Stille ausklingen.

Frage für den Tag: Wie verändert sich meine Übung, wenn ich jedem Wort aufmerksam zuhöre?

4. Das Herz weit werden lassen

Lies Vers 65: Sterne, Meru und Śrī sind in der Gottesgestalt gegenwärtig. Nimm dieses Bild als Einladung, dich zugleich gesammelt und mit dem Leben verbunden zu fühlen. Denke an einen Menschen oder einen Ort, dem du heute mit besonderer Sorgfalt begegnen möchtest. Lass aus dem inneren Bild eine einfache Absicht entstehen: einen Menschen ermutigen, etwas pfleglich behandeln oder dir Zeit für ein Gespräch nehmen.

Frage für den Tag: Welche Form kann meine Verbundenheit heute annehmen?

5. Eine kleine Gabe bewusst darbringen

Bereite deinen Übungsplatz vor. Wenn du ein Gottesbild verehrst, kannst du eine Blüte oder frisches Wasser darbringen. Verweile kurz bei der Bedeutung deiner Handlung. Nimm anschließend eine konkrete Absicht mit in den Alltag: aufmerksam zuhören, eine Hilfe anbieten oder eine Aufgabe zuverlässig zu Ende führen.

Frage für den Tag: Woran könnte ein anderer Mensch meine innere Zuwendung erkennen?

Video: Chakra-Energie-Meditation mit Sukadev
Eine heutige Ergänzung zur Meditationspraxis. Ihre Chakrenbetrachtung hat einen eigenen Aufbau und ist von den Körperzuordnungen des Aṣṭādaśavidhāna zu unterscheiden.

Eine Haltung, die weiterwirkt

Vielleicht bleibt nach der Lektüre die Bitte um Inspiration lebendig. Vielleicht berührt dich das Bild von Śrī im Herzen oder die Sorgfalt, mit der die Gottheit empfangen wird. Nimm einen solchen Gedanken in deine Praxis mit. Er kann vor einer Meditation, während eines Spaziergangs oder vor einem Gespräch wieder gegenwärtig werden.

Aus dieser Lektüre lassen sich für die heutige Praxis zwei Bewegungen mitnehmen: die Aufmerksamkeit sammeln und das Herz für einen größeren Zusammenhang öffnen. Wenn daraus ein bewusst gesprochenes Mantra, ein freundliches Wort oder eine hilfreiche Handlung entsteht, hat die Lektüre einen Platz im eigenen Leben gefunden.

Begriffe zum Nachschlagen

Begriff Bedeutung im Zusammenhang des Werkes
Aṣṭādaśavidhāna Anweisung zu achtzehn Ritualhandlungen
Pratiṣṭhā / Sthāpana Rituelle Einsetzung eines Gottesbildes
Mūrti Göttliche Gestalt beziehungsweise verehrtes Gottesbild
Nyāsa Rituelles Einsetzen von Mantras oder göttlichen Zuordnungen
Aṅga Glied; hier häufig ein Glied des Mantrasystems
Brahma-Mantra Bezeichnung der fünf Formeln in 2–6; keine Liste von fünf Brahmā-Gottheiten
Śakti Göttliche Kraft, die auch als Göttin verehrt wird
Kalā Teilkraft oder Entfaltungsaspekt
Tattva Grundlegendes Wirklichkeitsprinzip
Bīja Keimsilbe; ihr wird eine rituelle Kraft zugeschrieben, ohne dass sie notwendig eine übersetzbare Wortbedeutung hat.
Vedanyāsa Zuordnung vedischer Texte zu Körperorten und rituellen Gegenständen
Pratīka Anfangsworte, die einen längeren Text bezeichnen
Jīvadāna Rituelle Belebung des Gottesbildes
Āvaraṇa Umkreis einer geordneten Verehrung
Abhiṣeka Rituelle Begießung beziehungsweise Weihebegießung

Siehe auch

Literatur und Textgrundlage

  • Diwakar Acharya: Early Tantric Vaiṣṇavism: Three Newly Discovered Works of the Pañcarātra. The Svāyambhuvapañcarātra, Devāmṛtapañcarātra and Aṣṭādaśavidhāna. Collection Indologie 129, Early Tantra Series 2. Institut Français de Pondichéry, École française d’Extrême-Orient und Asien-Afrika-Institut, Universität Hamburg, 2015. Maßgebliche Edition und Grundlage der Erschließung; Aṣṭādaśavidhāna S. 37–56, Einführung S. li–lxx, kritische Erläuterungen S. 118–120.

Zur Orientierung im Editionsband: Die Aṣṭādaśavidhāna-Abteilung beginnt auf der gedruckten Seite 35. Der Haupttext steht auf S. 37–56, entsprechend PDF-Seiten 126–145 bei Zählung ab der ersten PDF-Seite. Unter dem Haupttext stehen Paralleltexte und Varianten. Diese gehören jeweils zu den angegebenen Werken und sind vom Aṣṭādaśavidhāna-Grundtext zu unterscheiden.

Hinweise zur Lesefassung: Die 40 ausgewählten Einheiten wurden am gedruckten Haupttext geprüft. Die Umschrift ist eine Lesefassung nach Acharyas Edition, kein neuer kritischer Text. Die deutsche Übersetzung wahrt lokale Unsicherheiten. Die Devanagari-Wiedergaben im Mantraabschnitt sind aus der dortigen IAST-Lesefassung abgeleitet; sie bilden keine zweite, unabhängige Handschriftenquelle. Ergänzungszeichen sind nicht mitzurezitieren. Zur größeren Ergänzung in Vers 29 siehe insbesondere Acharyas Erläuterungen S. 118–119.

Historische Ritualstoffe: Der nicht vollständig übersetzte Weiheablauf nennt auch tierische Substanzen und problematische Mineralien. Solche Angaben gehören zur historischen Beschreibung; die heutigen Praxisanregungen dieses Artikels beschränken sich auf einfache Formen von Sammlung, Gebet und Zuwendung.

Quellen und Anmerkungen

  1. Diwakar Acharya: Early Tantric Vaiṣṇavism: Three Newly Discovered Works of the Pañcarātra. The Svāyambhuvapañcarātra, Devāmṛtapañcarātra and Aṣṭādaśavidhāna. Collection Indologie 129, Early Tantra Series 2. Institut Français de Pondichéry, École française d’Extrême-Orient und Asien-Afrika-Institut, Universität Hamburg, 2015. Aṣṭādaśavidhāna: Haupttext S. 37–56; Einführung zum Werk S. li–lxx; textkritische Erläuterungen S. 118–120. Alle Nummern der Textauswahl folgen dieser Ausgabe.
  2. Acharya, Einleitung S. xvi–xvii und xxvii–xxviii. Die erhaltenen Aṣṭādaśavidhāna-Abschnitte reichen vom Beginn des rekonstruierten vierten Blattes bis in die Vorderseite des siebten Blattes.
  3. Acharya, Einleitung S. lv–lxx, besonders S. lviii zur Gliederung am Anfang und S. lxvii, Anm. 122, zum Übergang zwischen Jīvadāna und Bad.
  4. Acharya, Einleitung S. lviii, Anm. 108, sowie S. lx–lxvi.
  5. Acharya, Einleitung S. li–liii und lxix–lxx, besonders Anm. 125–126; Haupttext 102–113, S. 53–55. Die Handschrift liest in 107 Garuḍa; Acharya schlägt aus metrischen und inhaltlichen Gründen Gada vor.

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