Adhimasa Apupa Dana – dreiunddreißig Reiskuchen im Schaltmonat verschenken

Aus Yogawiki

Adhimasa Apupa Dana – dreiunddreißig Reiskuchen im Schaltmonat verschenken nutzt den zusätzlichen Monat des Hindu-Kalenders für eine bewusste Speisenschenkung. Eine haushaltführende Person überreicht einem Brahmanen dreiunddreißig süße Reiskuchen mit weiteren brauchbaren Gaben und bittet um Reinigung, familiäres Gedeihen und ausreichende Versorgung. Die Zahl verweist auf die dreiunddreißig Gottheiten; das Gebet sieht Vishnu in der lebensspendenden Sonne und im empfangenden Menschen.

Adhimasa Apupa Dana folgt dem eigenständig überschriebenen Schenkungsabschnitt im Puja Samuccaya. Für die folgende Hauptfassung wird ein Dvadashi, der zwölfte Mondtag, innerhalb des Schaltmonats gewählt. Sie verwendet die dort für einen besonderen Schenkungstag zusätzlich angegebenen Verse. Der Purushartha Chintamani erläutert, dass die Gabe täglich im Schaltmonat oder, wenn dies nicht möglich ist, an einem einzelnen Dvadashi, Vollmond- oder Vyatipata-Tag vollzogen werden kann.

Die Anleitung gehört zur Smarta-Hauspraxis. Die schenkende Person bereitet die Gaben vor und spricht das Gebet; ein eingeladener Brahmane nimmt sie an. Ein sauberer Raum im eigenen Haus ist dafür geeignet. Der Einzelabschnitt bindet diese Schenkung weder an einen Tempel noch an eine eigene Priesterleitung. Sie kann sich an die gewohnte tägliche Verehrung anschließen.

Vishnu wird in der Speisenschenkung als Narayana und Purushottama verehrt.

Vorbereitung

Bestimme mit dem örtlichen Panchanga einen Dvadashi im Schaltmonat. Eine zusätzliche feste Uhrzeit nennt der Schenkungsabschnitt nicht. Plane die Übergabe so, dass die zubereiteten Speisen frisch gegessen werden können.

Bereite vor:

  • dreiunddreißig Apupas, kleine süße Kuchen aus Reis beziehungsweise Reismehl;
  • ein lebensmittelechtes Bronzegefäß zum Überreichen der Kuchen;
  • Jaggery und ein gesondertes kleines Gefäß mit Ghee (bzw. Pflanzenöl);
  • ein kleines Goldstück, einen brauchbaren Schirm und ein Paar passende Schuhe oder Sandalen;
  • eine Blüte für den Empfang, einen Sitzplatz und eine gesonderte Geldgabe;
  • sauberes Trinkwasser für die anfängliche Wasserreinigung.

Die genaue Kuchenrezeptur ist in der Schenkungsordnung nicht festgelegt. Als heutige praktische Ausführung kannst du aus Reismehl, Wasser und Jaggery einen formbaren Teig herstellen und daraus dreiunddreißig kleine Kuchen in Ghee (bzw. Pflanzenöl) ausbacken. Lass sie vor der Übergabe abtropfen und etwas abkühlen. Die pflanzliche Alternative ist eine heutige vegane Anpassung. Schuhwerk ohne Leder ist für diese vegetarische Hausfassung geeignet; der Schenkungsabschnitt schreibt kein Material vor.

Vollständiger Ablauf

1. Sich reinigen und den Entschluss fassen
Wasche Hände und Mund. Der Schenkungsabschnitt beginnt mit Achamana. Für diese einfache Hausausführung trinke dreimal eine kleine Menge sauberes Wasser aus der rechten Hand und reinige danach die Hand. Ein eigener ausgeschriebener Mantra wird für diesen Rahmenschritt im Abschnitt nicht angegeben.

Nenne Ort, Datum, Schaltmonat und Dvadashi. Sprich dann den Sankalpa in dieser deutschen Sinnfassung:

„Ich werde im Schaltmonat dreiunddreißig Apupas mit den zugehörigen Gaben verschenken. Ich ehre Vishnu als den Tausendstrahligen, der die dreiunddreißig Gottheiten von innen erfüllt. Ich bitte um Reinigung von Verfehlungen, um das Gedeihen meiner Kinder und Enkel, um Nahrung und Wohlstand sowie um Segen in diesem und im künftigen Leben.“

Die Quelle kürzt den abschließenden Handlungssatz ab; deshalb wird der Entschluss hier bewusst auf Deutsch gesprochen.

2. Den Empfänger ehren und die Gabe aufstellen
Begrüße den eingeladenen Brahmanen, biete ihm den Sitzplatz an und ehre ihn mit der Blüte. Diese schlichte Form konkretisiert die im Schenkungsabschnitt verlangte, nicht weiter ausgeschriebene Ehrung.

Zähle die Kuchen und lege alle dreiunddreißig in das Bronzegefäß. Stelle Jaggery und das gesonderte Gefäß mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) dazu. Lege Gold, Schirm und Schuhe so bereit, dass sie gemeinsam mit den Speisen übergeben werden können. Gold und Schuhwerk bleiben von offenen Lebensmitteln getrennt.

3. Um Reinigung und Gedeihen bitten
Sprich vor den Gaben die beiden grundlegenden Gebetsverse:

viṣṇurūpī sahasrāṃśuḥ sarvapāpapraṇāśanaḥ|
apūpānnapradānena mama pāpaṃ vyapohatu||

Bedeutung: Der Tausendstrahlige in der Gestalt Vishnus, der alle Verfehlungen aufhebt, möge durch die Schenkung der Apupa-Speise auch meine Verfehlungen beseitigen.

nārāyaṇa jagadbīja bhāskarapratirūpaka|
vratenānena putrāṃśca saṃpadaṃ cābhivardhaya||

Bedeutung: Narayana, Same der Welt, der in der Gestalt Bhaskaras erscheint: Lass durch dieses Gelübde meine Kinder und meine Lebensfülle gedeihen.

4. Die vier Verse des besonderen Schenkungstags sprechen
Für die hier gewählte Ausführung an Dvadashi folgen die vier zusätzlichen Verse:

yasya haste gadācakre garuḍo yasya vāhanaṃ|
śaṃkhaḥ karatale yasya sa me viṣṇuḥ prasīdatu||

Bedeutung: Möge Vishnu mir gewogen sein, der Keule und Wurfscheibe in der Hand hält, dessen Reittier Garuda ist und dessen Handfläche das Muschelhorn trägt.

kalākāṣṭhādirūpeṇa nimeṣaghaṭikādinā|
yo vaṃcayati bhūtāni tasmai kālātmane namaḥ||

Bedeutung: Verehrung dem, dessen Wesen die Zeit ist: Er führt die Wesen durch Kala, Kashtha, Augenblicke, Ghatikas und die weiteren Zeitmaße dem Vergehen entgegen.

kurukṣetramayodeśaḥ kālaḥ parvadvijo hariḥ|
pṛthvīsamamidaṃdānaṃ gṛhāṇa puruṣottama||

Bedeutung: Dieser Ort ist Kurukshetra, diese Zeit ist eine heilige Festzeit, und der Brahmane ist Hari. Nimm, Purushottama, diese Gabe an, die der Erde gleichkommt.

malānāṃ ca viśuddhyarthaṃ pāpapraśamanāya ca|
putrapautrābhivṛddhyarthaṃ tava dāsyāmi bhāskara||

Bedeutung: Zur Reinigung von Befleckungen, zur Beruhigung der Verfehlungen und zum Gedeihen der Kinder und Enkel werde ich dir diese Gabe schenken, Bhaskara.

5. Die gesamte Gabe überreichen
Überreiche das Bronzegefäß mit allen Kuchen zusammen mit Jaggery, dem Gefäß mit Ghee (bzw. Pflanzenöl), Gold, Schirm und Schuhen. Sprich als deutsche Ausführung der abgekürzten Übergabeerklärung:

„Dir übergebe ich diese Apupas im Bronzegefäß samt Jaggery, Gold, Fettgabe, Schirm und Schuhen. Möge Vishnu an dieser Gabe Freude haben.“

Überreiche auch die gesonderte Dakshina. Diese wird in der Beschreibung der Apupa-Gaben im Purushartha Chintamani ausdrücklich genannt. Danke für die Annahme. Alle genannten Gegenstände gehen in den Besitz des Empfängers über.

6. Die Schenkung innerlich vollenden
Verneige dich innerlich vor Purushottama und räume den Platz auf. Die Speisen werden dem Empfänger zur zeitnahen Verwendung überlassen; die Blüte kann später kompostiert werden.

Die folgende Besinnung ist eine persönliche Vertiefung: Der zusätzliche Monat schenkt Raum für das, was sonst leicht verschoben wird. Lass aus deiner Gabe einen verlässlichen Entschluss wachsen, beispielsweise regelmäßig Nahrung zu teilen oder jemanden bei einer alltäglichen Aufgabe zu unterstützen. In der gewählten eintägigen Fassung ist das Ritual mit dieser Übergabe abgeschlossen.

Zusammenhängende Rezitation

IAST
viṣṇurūpī sahasrāṃśuḥ sarvapāpapraṇāśanaḥ|
apūpānnapradānena mama pāpaṃ vyapohatu||
nārāyaṇa jagadbīja bhāskarapratirūpaka|
vratenānena putrāṃśca saṃpadaṃ cābhivardhaya||
yasya haste gadācakre garuḍo yasya vāhanaṃ|
śaṃkhaḥ karatale yasya sa me viṣṇuḥ prasīdatu||
kalākāṣṭhādirūpeṇa nimeṣaghaṭikādinā|
yo vaṃcayati bhūtāni tasmai kālātmane namaḥ||
kurukṣetramayodeśaḥ kālaḥ parvadvijo hariḥ|
pṛthvīsamamidaṃdānaṃ gṛhāṇa puruṣottama||
malānāṃ ca viśuddhyarthaṃ pāpapraśamanāya ca|
putrapautrābhivṛddhyarthaṃ tava dāsyāmi bhāskara||

Devanagari
विष्णुरूपी सहस्रांशुः सर्वपापप्रणाशनः।
अपूपान्नप्रदानेन मम पापं व्यपोहतु॥
नारायण जगद्बीज भास्करप्रतिरूपक।
व्रतेनानेन पुत्रांश्च संपदं चाभिवर्धय॥
यस्य हस्ते गदाचक्रे गरुडो यस्य वाहनं।
शंखः करतले यस्य स मे विष्णुः प्रसीदतु॥
कलाकाष्ठादिरूपेण निमेषघटिकादिना।
यो वंचयति भूतानि तस्मै कालात्मने नमः॥
कुरुक्षेत्रमयोदेशः कालः पर्वद्विजो हरिः।
पृथ्वीसममिदंदानं गृहाण पुरुषोत्तम॥
मलानां च विशुद्ध्यर्थं पापप्रशमनाय च।
पुत्रपौत्राभिवृद्ध्यर्थं तव दास्यामि भास्कर॥

Deutsche Bedeutung

Der Tausendstrahlige in der Gestalt Vishnus, der alle Verfehlungen aufhebt, möge durch die Schenkung der Apupa-Speise auch meine Verfehlungen beseitigen. Narayana, Same der Welt, der in der Gestalt Bhaskaras erscheint: Lass durch dieses Gelübde meine Kinder und meine Lebensfülle gedeihen. Möge Vishnu mir gewogen sein, der Keule und Wurfscheibe in der Hand hält, dessen Reittier Garuda ist und dessen Handfläche das Muschelhorn trägt. Verehrung dem, dessen Wesen die Zeit ist: Er führt die Wesen durch Kala, Kashtha, Augenblicke, Ghatikas und die weiteren Zeitmaße dem Vergehen entgegen. Dieser Ort ist Kurukshetra, diese Zeit ist eine heilige Festzeit, und der Brahmane ist Hari. Nimm, Purushottama, diese Gabe an, die der Erde gleichkommt. Zur Reinigung von Befleckungen, zur Beruhigung der Verfehlungen und zum Gedeihen der Kinder und Enkel werde ich dir diese Gabe schenken, Bhaskara.

Der Entschluss und die Übergabeerklärung werden wie im Ablauf auf Deutsch gesprochen.

Quellen und weitere Praxis

Die deutsche Entschluss- und Übergabefassung führt die teilweise abgekürzten Rahmenformeln praktisch aus. Die einfache Wasserreinigung und Ehrung sowie die vorgeschlagene Kuchenrezeptur sind als häusliche Ausführung beschrieben; die vegane Alternative verändert die überlieferten Gebete nicht.

Siehe auch: Dana, Adhimasa, Apupa, Dvadashi, Vishnu, Karma Yoga.

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