Surya Puja der neun Lichtkräfte

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Surya Puja der neun Lichtkräfte ordnet neun benannte Lichtkräfte zu einem Blütenkreis um Surya. Der heilige Sitz der Sonnengottheit wird als Ausdruck von Brahma, Vishnu und Shiva verehrt.

Licht wird im Herzen vergegenwärtigt.

Umfang: Neun ausgeschriebene Bija-Namensformeln und ein Sitzmantra.

Anlass und spirituelle Ausrichtung

Die Andacht passt zum Morgen und zu einem bewussten Neubeginn. Feinheit, Klarheit und die nach allen Seiten offene Wahrnehmung geben der Betrachtung unterschiedliche Akzente. Die Namen helfen, diese Eigenschaften in der eigenen Sammlung lebendig werden zu lassen.

Voraussetzungen und Material

Für unterwiesene Puja-Praktizierende, die die Bija-Formen sicher aussprechen können.

Neun Blüten, ein Teller und ein Surya-Bild oder gezeichneter Sonnenkreis. Zeitrahmen: zehn bis fünfzehn Minuten.

Verwandte Ritualanleitungen sind Panchayatana Puja und Mangalacharana.

1. Einen geschützten Sonnenplatz wählen

Richte einen Blütenteller vor einem Surya-Bild oder vor einem schlichten, selbst gezeichneten Sonnenkreis ein. Das gezeichnete Zeichen dient nur als Bild der Sonne, nicht als vollständiges Ritualyantra. Der Blick bleibt beim Bild; schaue nicht unmittelbar in die Sonne.

2. Das Licht im Inneren vergegenwärtigen

Setze dich ruhig. Stelle dir Surya auf einem roten Lotus vor, mit zwei Lotusblüten sowie Segen und Furchtlosigkeit in seinen Händen. Lass sein Licht als gesammelte Gegenwart im Herzen aufleuchten. Dieser Schritt wird still ausgeführt.

3. Die neun Lichtkräfte ehren

Nimm nacheinander neun Blüten. Lege die ersten acht im Uhrzeigersinn auf den Rand des Tellers, beginnend oben. Die neunte kommt in die Mitte. Rezitiere jeweils genau die folgende Formel; ein zusätzliches Om wird nicht vorangestellt.

Gabe und Ablage Vollständige Anrufung und deutsche Bedeutung
1. Blüte rāṃ dīptāyai namaḥ
Rām. Verehrung Dipta, der Leuchtenden.
2. Blüte rīṃ sūkṣmāyai namaḥ
Rīm. Verehrung Sukshma, der Feinen.
3. Blüte rūṃ jayāyai namaḥ
Rūm. Verehrung Jaya, der Siegreichen.
4. Blüte reṃ bhadrāyai namaḥ
Rem. Verehrung Bhadra, der Glückverheißenden.
5. Blüte raiṃ vibhūtyai namaḥ
Raim. Verehrung Vibhuti, der Entfaltung von Fülle.
6. Blüte roṃ vimalāyai namaḥ
Rom. Verehrung Vimala, der Reinen.
7. Blüte rauṃ amoghāyai namaḥ
Raum. Verehrung Amogha, der nicht Vergeblichen.
8. Blüte raṃ vidyutāyai namaḥ
Ram. Verehrung Vidyuta, der Blitzenden.
9. Blüte raḥ sarvatomukhyai namaḥ
Rah. Verehrung Sarvatomukhi, der nach allen Seiten Gewandten.

Yoga-Vidya-Vortrag über Mantra Chaitanya, die Bewusstseinskraft des Mantras. Das Video vertieft die Haltung der Praxis; die konkrete Ritualfolge steht in dieser Anleitung.

4. Den gemeinsamen Sitz anrufen

Falte die Hände und sprich einmal:

oṃ brahmaviṣṇuśivātmakāya saurāya yogapīṭhāya namaḥ

Om. Verehrung dem solaren Yoga-Sitz, dessen Wesen Brahma, Vishnu und Shiva ist.

Vergegenwärtige Schöpfung, Erhaltung und Auflösung als Ausdruck einer göttlichen Wirklichkeit.

5. Das Licht mitnehmen

Bleibe einige Atemzüge still. Neige den Kopf und wende die Aufmerksamkeit wieder dem Raum zu. Die Blüten bleiben zunächst als Gabe liegen. Beginne die anschließende Tätigkeit mit derselben gesammelten Aufmerksamkeit.

Siehe auch

Quellen und redaktionelle Hinweise

Brihat Tantrasara von Krishnananda Agamavagisha, Sanskrit-IAST-Projektfassung nach dem elektronischen Text M00013 auf Grundlage des Drucks Calcutta 1896. Die Verszählung beginnt in den einzelnen Abschnitten neu. Teil 1, Surya-Abschnitt, Vers 34: die neun Namen, ihre Bija-Reihe und der Sitzmantra. Der offensichtliche elektronische Fehler rūpaṃ in der dritten Formel wird entsprechend der Vokalreihe zu rūṃ normalisiert. Die neun Namen werden zusätzlich durch Mantramahodadhi 15.23–24 bestätigt; dessen knappe Bija-Erläuterung wird nicht mit der hier verwendeten Brihat-Tantrasara-Reihe vermischt. Die reine Blütenfolge ist aus der Pitha-Puja herausgelöst; sie enthält keine Sonnen-Nyasas oder vollständige Surya-Puja.

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