Tripura Upanishad

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Die Tripura Upanishad (Sanskrit: त्रिपुरोपनिषत्, tripuropaniṣat) gehört zur Gruppe der Shakta Upanishad und wird in der Muktika-Liste dem Rigveda zugeordnet. Im Mittelpunkt steht Tripura als höchste Shakti und die innere Symbolik von Shri Vidya. Ihr Sanskrittext ist in unterschiedlichen Handschriften und Druckausgaben nicht immer gleich gegliedert; die folgende Ausgabe folgt der vollständig überlieferten Sanskrit-Documents-Fassung und nennt die verwendete Textgrundlage.

Inhaltlich behandelt die Schrift vor allem sechzehn dichte Mantra-Verse; Kula, Chakra und kosmische Dreiheit; Glückseligkeit des ungeteilten Bewusstseins. Sie verbindet die Autorität der Upanishaden mit dem jeweiligen geistigen Milieu ihrer Überlieferung. Darum sollte sie zugleich aufmerksam, traditionssensibel und mit philosophischem Unterscheidungsvermögen gelesen werden.

Die Tripura Upanishad lädt dazu ein, ihre Symbole in eine lebendige Praxis von Erkenntnis, Hingabe und innerer Sammlung zu verwandeln.

Für heutige Übende ist entscheidend, dass Yoga hier nicht auf Körperübungen verkürzt wird. Studium, ethische Läuterung, Meditation, Hingabe und Selbsterkenntnis bilden einen Zusammenhang. Historische Ritualvorschriften oder außergewöhnliche Wirkungsbehauptungen werden in diesem Artikel als Quelleninhalt erklärt; sie sind nicht automatisch moderne Übungs- oder Heilversprechen.

Tripura Upanishad – Sanskrit (IAST), Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung

Die folgende Studienfassung gibt jeden nummerierten Vers einzeln wieder. Unmittelbar unter jedem Vers beziehungsweise jeder klar abgegrenzten Prosas Sinneinheit stehen die deutsche Übersetzung und die Wort-für-Wort-Erläuterung. Sanskrit-Komposita und Sandhi-Verbindungen werden dort, wo eine künstliche Trennung irreführend wäre, ausdrücklich als zusammenhängende Wortgruppe erklärt.

Eröffnungsvers der Tripura Upanishad tripuropaniṣadvedyapāramaiśvaryavaibhavam |
akhaṇḍānandasāmrājyaṃ rāmacandrapadaṃ bhaje ||

Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über Tripura als höchste Shakti und die innere Symbolik von Shri Vidya.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bhaje – ich verehre; tripuropaniṣadvedyapāramaiśvaryavaibhavam akhaṇḍānandasāmrājyaṃ rāmacandrapadaṃ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über Tripura als höchste Shakti und die innere Symbolik von Shri Vidya.“.

Shanti-Mantra der Tripura Upanishad oṃ vāṅme manasi pratiṣṭhitā | mano me vāci pratiṣṭhitam |
āvirāvīrma edhi | vedasya ma āṇīsthaḥ | śrutaṃ me mā prahāsīḥ |
anenādhītenāhorātrān saṃdadhāmi | ṛtaṃ vadiṣyāmi |
satyaṃ vadiṣyāmi | tanmāmavatu | tadvaktāramavatu | avatu mām |
avatu vaktāram | avatu vaktāram |
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Om. Meine Rede sei im Geist gegründet und mein Geist in der Rede. O Selbstleuchtender, offenbare dich mir. Mögen Rede und Geist mir die Erkenntnis des Veda tragen; möge das Gehörte mich nicht verlassen. Ich verbinde Tag und Nacht durch dieses Studium. Ich will das Rechte und das Wahre sprechen. Möge Brahman mich und den Lehrenden schützen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); pratiṣṭhitā – prestige; mano – mano; me – mir; pratiṣṭhitam – gegründet, ruhend; śrutaṃ – hörte; – nicht; möge nicht; satyaṃ – Wahrheit; wahr; śāntiḥ – Frieden; vāṅme manasi vāci āvirāvīrma edhi vedasya ma āṇīsthaḥ prahāsīḥ anenādhītenāhorātrān saṃdadhāmi ṛtaṃ vadiṣyāmi tanmāmavatu tadvaktāramavatu avatu mām vaktāram – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Om. Meine Rede sei im Geist gegründet und mein Geist in der Rede. O Selbstleuchtender, offenbare dich mir. Mögen Rede und Geist mir die Erkenntnis des Veda tragen; möge das Gehörte mich nicht verlassen. Ich verbinde Tag …“.

1. Vers Tripura Upanishad oṃ tisraḥ purāstripathā viśvacarṣaṇā atrākathā akṣarāḥ
sanniviṣṭāḥ |
adhiṣṭhāyainā ajarā purāṇī mahattarā mahimā devatānām || 1 ||

Drei Städte und drei Wege umfassen alle Menschen; in ihnen sind die Lautgruppen A, Ka und Tha angeordnet. Über ihnen waltet die alterslose, uralte Göttin, die große Herrlichkeit der Gottheiten.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); mahattarā – groß; tisraḥ purāstripathā viśvacarṣaṇā atrākathā akṣarāḥ sanniviṣṭāḥ adhiṣṭhāyainā ajarā purāṇī mahimā devatānām – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Drei Städte und drei Wege umfassen alle Menschen; in ihnen sind die Lautgruppen A, Ka und Tha angeordnet. Über ihnen waltet die alterslose, uralte Göttin, die große Herrlichkeit der Gottheiten.“.

2. Vers Tripura Upanishad navayonirnavacakrāṇi dadhire navaiva yogā nava yoginyaśca |
navānāṃ cakrā adhināthāḥ syonā nava mudrā nava bhadrā mahīnām || 2 ||

Neun Ursprungsfelder und neun Chakras werden gelehrt, ebenso neun Yogas und neun Yoginis, neun Herrinnen der Chakras, neun Mudras und neun segensreiche Kräfte der großen Göttin.

Wort-für-Wort-Erläuterung: nava – neun; mudrā – yogische Siegelgeste; navayonirnavacakrāṇi dadhire navaiva yogā yoginyaśca navānāṃ cakrā adhināthāḥ syonā bhadrā mahīnām – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Neun Ursprungsfelder und neun Chakras werden gelehrt, ebenso neun Yogas und neun Yoginis, neun Herrinnen der Chakras, neun Mudras und neun segensreiche Kräfte der großen Göttin.“.

3. Vers Tripura Upanishad ekā sā āsīt prathamā sā navāsīdāsonaviṃśādāsonatriṃśat |
catvāriṃśādatha tisraḥ samidhā uśatīriva mātaro mā viśantu || 3 ||

Sie war die Eine; als Erste wurde sie zur Neun, sodann zur Neunzehn und zur Neunundzwanzig. Danach erscheinen die vierzig und die drei leuchtenden Kräfte. Mögen sie wie liebevolle Mütter in mich eintreten.

Wort-für-Wort-Erläuterung: – sie; diese; – nicht; möge nicht; ekā āsīt prathamā navāsīdāsonaviṃśādāsonatriṃśat catvāriṃśādatha tisraḥ samidhā uśatīriva mātaro viśantu – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Sie war die Eine; als Erste wurde sie zur Neun, sodann zur Neunzehn und zur Neunundzwanzig. Danach erscheinen die vierzig und die drei leuchtenden Kräfte. Mögen sie wie liebevolle Mütter in mich eintreten.“.

4. Vers Tripura Upanishad ūrdhvajvalajvalanaṃ jyotiragre tamo vai tiraśścīnamajaraṃ tadrajo'bhūt |
ānandanaṃ modanaṃ jyotirindo retā u vai maṇḍalā maṇḍayanti || 4 ||

Am Anfang stand das aufwärts flammende Licht. Die quer lagernde, alterslose Finsternis wurde zum Rajas. Freude, Entzücken, Mondlicht und schöpferischer Same schmücken die Kreise der Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: vai – wahrlich; gewiss; ūrdhvajvalajvalanaṃ jyotiragre tamo tiraśścīnamajaraṃ tadrajo'bhūt ānandanaṃ modanaṃ jyotirindo retā u maṇḍalā maṇḍayanti – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Am Anfang stand das aufwärts flammende Licht. Die quer lagernde, alterslose Finsternis wurde zum Rajas. Freude, Entzücken, Mondlicht und schöpferischer Same schmücken die Kreise der Verehrung.“.

5. Vers Tripura Upanishad tisraśca [ yāstisro ] rekhāḥ sadanāni
bhūmestriviṣṭapāstriguṇāstriprakārāḥ |
etatpuraṃ [ etattrayaṃ ] pūrakaṃ pūrakāṇāmatra [
pūrakāṇāṃ mantrī ] prathate madano madanyā || 5 ||

Drei Linien, drei Wohnstätten der Erde beziehungsweise drei Welten, drei Gunas und drei Gestaltungsweisen bilden diese Stadt, die alle Kräfte erfüllt. In ihr entfaltet sich Madana, der Gott des Begehrens, mit seiner Shakti.

Wort-für-Wort-Erläuterung: pūrakaṃ – ergänzung; tisraśca yāstisro rekhāḥ sadanāni bhūmestriviṣṭapāstriguṇāstriprakārāḥ etatpuraṃ etattrayaṃ pūrakāṇāmatra pūrakāṇāṃ mantrī prathate madano madanyā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Drei Linien, drei Wohnstätten der Erde beziehungsweise drei Welten, drei Gunas und drei Gestaltungsweisen bilden diese Stadt, die alle Kräfte erfüllt. In ihr entfaltet sich Madana, der Gott des Begehrens, mit seiner …“.

6. Vers Tripura Upanishad madantikā māninī maṃgalā ca subhagā ca sā sundarī siddhimattā |
lajjā matistuṣṭiriṣṭā ca puṣṭā lakṣmīrumā lalitā lālapantī || 6 ||

Madantika, Manini, Mangala, Subhaga, Sundari, Siddhimatta, Lajja, Mati, Tushti, Ishta, Pushta, Lakshmi, Uma und Lalita – so werden ihre beglückenden Erscheinungsweisen genannt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ca – und; – sie; diese; lajjā – Scham; puṣṭā – genährt, gestärkt; madantikā māninī maṃgalā subhagā sundarī siddhimattā matistuṣṭiriṣṭā lakṣmīrumā lalitā lālapantī – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Madantika, Manini, Mangala, Subhaga, Sundari, Siddhimatta, Lajja, Mati, Tushti, Ishta, Pushta, Lakshmi, Uma und Lalita – so werden ihre beglückenden Erscheinungsweisen genannt.“.

7. Vers Tripura Upanishad imāṃ vijñāya sudhayā madantī parisṛtā tarpayantaḥ svapīṭham |
nākasya pṛṣṭhe vasanti paraṃ dhāma traipuraṃ cāviśanti || 7 ||

Wer diese Lehre erkannt hat, sich an ihrem Nektar erfreut und den eigenen inneren Sitz sättigt, wohnt gleichsam auf dem Rücken des Himmels und geht in die höchste Stätte Tripuras ein.

Wort-für-Wort-Erläuterung: imāṃ – iman; paraṃ – höchstes; jenseitiges; vijñāya sudhayā madantī parisṛtā tarpayantaḥ svapīṭham nākasya pṛṣṭhe vasanti dhāma traipuraṃ cāviśanti – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wer diese Lehre erkannt hat, sich an ihrem Nektar erfreut und den eigenen inneren Sitz sättigt, wohnt gleichsam auf dem Rücken des Himmels und geht in die höchste Stätte Tripuras ein.“.

8. Vers Tripura Upanishad kāmo yoniḥ kāmakalā vrajapāṇirguhā hasā mātariśvābhramindraḥ |
punarguhā sakalā māyayā ca pūrūcyeṣā viśvamātādividyā || 8 ||

Kama, Yoni, Kamakala, Vajrapani, Guha, Hasa, Matarishvan, Wolke und Indra, wiederum Guha, Sakala und Maya: Diese geheime Lautfolge wird als ursprüngliche Weisheit der Mutter des Alls verkündet.

Wort-für-Wort-Erläuterung: māyayā – durch Māyā; ca – und; kāmo yoniḥ kāmakalā vrajapāṇirguhā hasā mātariśvābhramindraḥ punarguhā sakalā pūrūcyeṣā viśvamātādividyā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Kama, Yoni, Kamakala, Vajrapani, Guha, Hasa, Matarishvan, Wolke und Indra, wiederum Guha, Sakala und Maya: Diese geheime Lautfolge wird als ursprüngliche Weisheit der Mutter des Alls verkündet.“.

9. Vers Tripura Upanishad ṣaṣṭhaṃ saptamamatha vahnisārathimasyā mūlatrikramā deśayantaḥ |
kathyaṃ kaviṃ kalpakaṃ kāmamīśaṃ tuṣṭuvāṃso amṛtatvaṃ
bhajante || 9 ||

Indem sie den sechsten, siebten und den vom Feuer begleiteten Laut sowie die ursprüngliche Dreiheit dieser Vidya lehren und den seherischen, schöpferischen Herrn des Begehrens preisen, erlangen die Verehrer Unsterblichkeit.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ṣaṣṭhaṃ saptamamatha vahnisārathimasyā mūlatrikramā deśayantaḥ kathyaṃ kaviṃ kalpakaṃ kāmamīśaṃ tuṣṭuvāṃso amṛtatvaṃ bhajante – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Indem sie den sechsten, siebten und den vom Feuer begleiteten Laut sowie die ursprüngliche Dreiheit dieser Vidya lehren und den seherischen, schöpferischen Herrn des Begehrens preisen, erlangen die Verehrer …“.

10. Vers Tripura Upanishad triviṣṭapaṃ trimukhaṃ viśvamāturnavarekhāḥ svaramadhyaṃ tadīle |
[ puraṃ hantrīmukhaṃ viśvamātū rave rekhā svaramadhyaṃ tadeṣā | ]
bṛhattithirdaśā pañcādi nityā sā ṣoḍaśī puramadhyaṃ bibharti || 10 ||

Ich verehre die dreifache Welt und die dreigesichtige Mutter des Alls, ihre neun Linien und den Laut in ihrer Mitte. Die große Zeitgestalt umfasst zehn und fünf Nityas; als Sechzehnte trägt sie die Mitte der Stadt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: puraṃ – die Stadt; – sie; diese; triviṣṭapaṃ trimukhaṃ viśvamāturnavarekhāḥ svaramadhyaṃ tadīle hantrīmukhaṃ viśvamātū rave rekhā tadeṣā bṛhattithirdaśā pañcādi nityā ṣoḍaśī puramadhyaṃ bibharti – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Ich verehre die dreifache Welt und die dreigesichtige Mutter des Alls, ihre neun Linien und den Laut in ihrer Mitte. Die große Zeitgestalt umfasst zehn und fünf Nityas; als Sechzehnte trägt sie die Mitte der Stadt.“.

11. Vers Tripura Upanishad yadvā maṇḍalādvā stanabiṃbamekaṃ mukhaṃ cādhastrīṇi guhā sadanāni |
kāmī kalāṃ kāmyarūpāṃ viditvā [ cikitvā ] naro jāyate
kāmarūpaśca kāmyaḥ [ kāmaḥ ] || 11 ||

Ob als Kreis, als die beiden Brüste, als ein Gesicht und die drei darunterliegenden Höhlen: Wer die begehrenswerte Kala in ihrer begehrenswerten Gestalt erkennt, wird zu einer Gestalt göttlicher Anziehungskraft.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kalāṃ – kunst; jāyate – entsteht; kāmaḥ – Wunsch; Begehren; yadvā maṇḍalādvā stanabiṃbamekaṃ mukhaṃ cādhastrīṇi guhā sadanāni kāmī kāmyarūpāṃ viditvā cikitvā naro kāmarūpaśca kāmyaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Ob als Kreis, als die beiden Brüste, als ein Gesicht und die drei darunterliegenden Höhlen: Wer die begehrenswerte Kala in ihrer begehrenswerten Gestalt erkennt, wird zu einer Gestalt göttlicher Anziehungskraft.“.

12. Vers Tripura Upanishad parisṛtam jhaṣamādyaṃ [ jhaṣamājaṃ ] phalaṃ ca
bhaktāni yonīḥ supariṣkṛtāśca |
nivedayandevatāyai mahatyai svātmīkṛte sukṛte siddhimeti || 12 ||

Wer der großen Gottheit die in der Überlieferung genannten, sorgfältig bereiteten Gaben darbringt und die Verehrung im eigenen Selbst vollzieht, gelangt durch die gute Handlung zur Vollendung. Die Lesarten dieses Verses sind teilweise unsicher.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ca – und; mahatyai – groß; parisṛtam jhaṣamādyaṃ jhaṣamājaṃ phalaṃ bhaktāni yonīḥ supariṣkṛtāśca nivedayandevatāyai svātmīkṛte sukṛte siddhimeti – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wer der großen Gottheit die in der Überlieferung genannten, sorgfältig bereiteten Gaben darbringt und die Verehrung im eigenen Selbst vollzieht, gelangt durch die gute Handlung zur Vollendung. Die Lesarten dieses Verses …“.

13. Vers Tripura Upanishad sṛṇyeva sitayā viśvacarṣaṇiḥ pāśenaiva pratibadhnātyabhīkām |
iṣubhiḥ pañcabhirdhanuṣā ca vidhyatyādiśaktiraruṇā viśvajanyā || 13 ||

Wie mit einem hellen Haken zieht die uranfängliche, rötlich leuchtende Shakti alle Wesen an; mit ihrer Schlinge bindet sie, und mit Bogen und fünf Pfeilen durchdringt sie die Welt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ca – und; sṛṇyeva sitayā viśvacarṣaṇiḥ pāśenaiva pratibadhnātyabhīkām iṣubhiḥ pañcabhirdhanuṣā vidhyatyādiśaktiraruṇā viśvajanyā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wie mit einem hellen Haken zieht die uranfängliche, rötlich leuchtende Shakti alle Wesen an; mit ihrer Schlinge bindet sie, und mit Bogen und fünf Pfeilen durchdringt sie die Welt.“.

14. Vers Tripura Upanishad bhagaḥ śaktirbhagavānkāma īśa ubhā dātārāviha saubhagānām |
samapradhānau samasatvau samojau tayoḥ śaktirajarā viśvayoniḥ || 14 ||

Bhaga ist Shakti, Bhagavan ist Kama, der Herr; beide schenken hier Glück und Fülle. Sie sind gleich ursprünglich, gleich an Wesen und Kraft; ihre alterslose Shakti ist der Schoß des Universums.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tayoḥ – von diesen beiden; bhagaḥ śaktirbhagavānkāma īśa ubhā dātārāviha saubhagānām samapradhānau samasatvau samojau śaktirajarā viśvayoniḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Bhaga ist Shakti, Bhagavan ist Kama, der Herr; beide schenken hier Glück und Fülle. Sie sind gleich ursprünglich, gleich an Wesen und Kraft; ihre alterslose Shakti ist der Schoß des Universums.“.

15. Vers Tripura Upanishad parisrutā haviṣā bhāvitena prasaṅkoce galite vaimanaskaḥ |
śarvaḥ sarvasya jagato vidhātā dhartā hartā viśvarūpatvameti || 15 ||

Wenn durch die verinnerlichte Opfergabe Ausdehnung und Zusammenziehung zur Ruhe kommen und das Getrenntsein des Geistes schwindet, erscheint Sharva als Schöpfer, Träger und Auflöser der ganzen Welt in universaler Gestalt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: parisrutā haviṣā bhāvitena prasaṅkoce galite vaimanaskaḥ śarvaḥ sarvasya jagato vidhātā dhartā hartā viśvarūpatvameti – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wenn durch die verinnerlichte Opfergabe Ausdehnung und Zusammenziehung zur Ruhe kommen und das Getrenntsein des Geistes schwindet, erscheint Sharva als Schöpfer, Träger und Auflöser der ganzen Welt in universaler …“.

16. Vers Tripura Upanishad iyaṃ mahopaniṣattraipuryā yāmakṣaraṃ paramo gīrbhirīṭṭe |
eṣargyajuḥ parametacca sāmāyamatharveyamanyā ca vidyā || 16 ||

Dies ist die große Upanishad Tripuras. Ihre höchste Silbe wird mit heiligen Worten gepriesen. Sie ist Rigveda und Yajurveda, das höchste Saman, der Atharvaveda und jede andere wahre Wissenschaft.

Wort-für-Wort-Erläuterung: paramo – paramo; ca – und; vidyā – Wissen; heilige Lehre; iyaṃ mahopaniṣattraipuryā yāmakṣaraṃ gīrbhirīṭṭe eṣargyajuḥ parametacca sāmāyamatharveyamanyā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Dies ist die große Upanishad Tripuras. Ihre höchste Silbe wird mit heiligen Worten gepriesen. Sie ist Rigveda und Yajurveda, das höchste Saman, der Atharvaveda und jede andere wahre Wissenschaft.“.

Textabschnitt 1 Tripura Upanishad oṃ hrīṃ oṃ hrīmityupaniṣat ||
oṃ vāṅme manasi pratiṣṭhitā |
mano me vāci pratiṣṭhitam |
āvirāvīrma edhi |
vedasya ma āṇīsthaḥ |
śrutaṃ me mā prahāsīḥ |

Om. Meine Rede sei im Geist gegründet und mein Geist in der Rede. O Selbstleuchtender, offenbare dich mir. Mögen Rede und Geist mir die Erkenntnis des Veda tragen; möge das Gehörte mich nicht verlassen. Ich verbinde Tag und Nacht durch dieses Studium. Ich will das Rechte und das Wahre sprechen. Möge Brahman mich und den Lehrenden schützen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); pratiṣṭhitā – prestige; mano – mano; me – mir; pratiṣṭhitam – gegründet, ruhend; śrutaṃ – hörte; – nicht; möge nicht; hrīṃ hrīmityupaniṣat vāṅme manasi vāci āvirāvīrma edhi vedasya ma āṇīsthaḥ prahāsīḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Om. Meine Rede sei im Geist gegründet und mein Geist in der Rede. O Selbstleuchtender, offenbare dich mir. Mögen Rede und Geist mir die Erkenntnis des Veda tragen; möge das Gehörte mich nicht verlassen. Ich verbinde Tag …“.

Textabschnitt 2 Tripura Upanishad anenādhītenāhorātrān saṃdadhāmi |
ṛtaṃ vadiṣyāmi |
satyaṃ vadiṣyāmi |
tanmāmavatu |
tadvaktāramavatu |
avatu mām |

Om. Meine Rede sei im Geist gegründet und mein Geist in der Rede. O Selbstleuchtender, offenbare dich mir. Mögen Rede und Geist mir die Erkenntnis des Veda tragen; möge das Gehörte mich nicht verlassen. Ich verbinde Tag und Nacht durch dieses Studium. Ich will das Rechte und das Wahre sprechen. Möge Brahman mich und den Lehrenden schützen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: satyaṃ – Wahrheit; wahr; anenādhītenāhorātrān saṃdadhāmi ṛtaṃ vadiṣyāmi tanmāmavatu tadvaktāramavatu avatu mām – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Om. Meine Rede sei im Geist gegründet und mein Geist in der Rede. O Selbstleuchtender, offenbare dich mir. Mögen Rede und Geist mir die Erkenntnis des Veda tragen; möge das Gehörte mich nicht verlassen. Ich verbinde Tag …“.

Shanti-Mantra der Tripura Upanishad avatu vaktāram | avatu vaktāram |
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
|| iti tripuropaniṣat ||

Hier endet die Tripura Upanishad, die im Rig-Veda enthalten ist.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); śāntiḥ – Frieden; iti – so; damit; Abschluss einer Aussage; avatu vaktāram tripuropaniṣat – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Hier endet die Tripura Upanishad, die im Rig-Veda enthalten ist.“.

Tripura Upanishad: Datierung, Inhalt und Bedeutung

Name, Einordnung und Überlieferung

Der Name bezeichnet die Lehre über Tripura als höchste Shakti und die innere Symbolik von Shri Vidya. Als Shakta Upanishad verbindet die Schrift upanishadische Befreiungssprache mit Begriffen, Bildern und Praktiken ihrer besonderen Tradition. Die Zuordnung zum Rigveda beruht vor allem auf dem Muktika-Kanon und den Kolophonen der späteren Sammlungen; sie bedeutet nicht zwingend, dass der gesamte Text schon zur ältesten Schicht dieses Veda gehörte.

Die Überlieferung ist handschriftlich. Abschnitts- und Verszahlen können deshalb zwischen Ausgaben abweichen, besonders bei Prosateilen, Schlussformeln und eingeschobenen Mantras. Diese Ausgabe gibt den benutzten Text vollständig wieder und gliedert lange Prosa für Übersetzung und Worterklärung in redaktionelle Sinnabschnitte. Solche Zwischenüberschriften sind keine vorgetäuschten alten Verszahlen.

Datierung

Die Schrift ist eine jüngere, wahrscheinlich mittelalterliche Upanishad. Ihre Verbindung von vedischer Autorität, Mantra und tantrischer Symbolik spricht für eine Entstehung im ersten oder frühen zweiten Jahrtausend n. Chr.; eine genaue Jahreszahl lässt sich aus der Handschriftenlage nicht gewinnen. Datierungen von Neben-Upanishaden sind grundsätzlich Näherungen: Ein alter Lehrgedanke, die erhaltene sprachliche Fassung und der Zeitpunkt der Aufnahme in eine Sammlung können verschiedenen Epochen angehören.

Aufbau und Inhalt

Der Text entfaltet sechzehn dichte Mantra-Verse; Kula, Chakra und kosmische Dreiheit; Glückseligkeit des ungeteilten Bewusstseins. Seine Bewegung führt von sichtbaren Formen, kosmologischen Zuordnungen oder Regeln immer wieder zur Frage nach dem tragenden Bewusstsein. Selbst dort, wo Ritual, Gottheit oder Mantra im Vordergrund stehen, zielt die upanishadische Deutung auf eine Umwandlung des Erkennenden.

Für die Lektüre ist es hilfreich, drei Ebenen auseinanderzuhalten: Erstens die wörtliche historische Vorschrift oder Erzählung, zweitens ihre symbolische und meditative Bedeutung und drittens die philosophische Aussage über Atman, Brahman und Befreiung. Nicht jede Passage beansprucht auf allen drei Ebenen dieselbe Art von Wahrheit.

Philosophische Kernlehre

Die zentrale Perspektive lautet: Tripura als höchste Shakti und die innere Symbolik von Shri Vidya. Die wechselnden Erfahrungen, Namen und Formen sind nicht das letzte Maß des Menschen. Freiheit entsteht, wenn Identifikation, Unwissenheit und zwanghafte Anhaftung durch klare Erkenntnis, Sammlung und eine gereifte Lebensführung durchschaut werden.

Diese Lehre darf nicht als bloße Behauptung „Alles ist eins“ missverstanden werden. Die Upanishaden verbinden Einsicht mit Disziplin: Der Geist soll wahrhaftig, ruhig und fein werden. Erst dann wird Nichtdualität zu gelebter Freiheit statt zu einem abstrakten Gedanken.

Studium wird in der upanishadischen Tradition durch Kontemplation, Meditation und verantwortliches Handeln vertieft.

Beziehungen zu anderen Schriften

Thematisch steht die Tripura Upanishad besonders neben Devi Upanishad, Tripuratapini Upanishad, Bhavana Upanishad, Saubhagyalakshmi Upanishad, Sarasvati Rahasya Upanishad, Bahvricha Upanishad, Sita Upanishad. Gemeinsame Motive können wörtliche Übernahmen, geteilte mündliche Traditionen oder spätere Neuinterpretationen älterer Verse anzeigen. Ähnlichkeit allein beweist jedoch keine eindeutige chronologische Abhängigkeit.

Die Bhagavad Gita verbindet ebenfalls Erkenntnis, Hingabe und Handeln; das Yoga Sutra beschreibt die Sammlung des Geistes mit einer anderen systematischen Sprache. Ein Vergleich macht sichtbar, was allen Wegen gemeinsam ist und wo die Tripura Upanishad einen eigenen Akzent setzt.

Bedeutung für die Tradition

Für die zugehörige Tradition legitimiert die Schrift Praxis nicht nur durch Vorschrift, sondern durch eine Sicht des Menschen und des Kosmos. Die im Text behandelten Themen – sechzehn dichte Mantra-Verse; Kula, Chakra und kosmische Dreiheit; Glückseligkeit des ungeteilten Bewusstseins – erhalten dabei einen gemeinsamen inneren Bezug. Ritual und Symbol gewinnen ihren tiefsten Sinn, wenn sie Erinnerung, Sammlung, Selbsthingabe und Erkenntnis fördern.

Historisch war die Unterweisung häufig in eine Guru-Schüler-Beziehung eingebettet. Das gilt besonders für Bija-Mantras, Nyasa, Gelübde, intensive Atemmethoden oder weitreichende Formen der Entsagung. Die schriftliche Überlieferung bewahrt die Lehre; sie ersetzt nicht in jedem Fall die persönliche Anleitung.

Bedeutung für heutige Yoga Aspiranten

Der moderne Yoga Aspirant kann die Schrift fruchtbar lesen, ohne jedes vormoderne Weltbild wörtlich übernehmen zu müssen. Er kann fragen: Welche Form von Unwissenheit wird hier beschrieben? Welche Haltung reinigt den Geist? Wie werden Körper, Atem, Gefühl, Denken und Bewusstsein miteinander verbunden? Und woran zeigt sich Befreiung im Umgang mit anderen Menschen?

Praktisch bedeutet dies: kurze Passagen regelmäßig studieren, zentrale Begriffe nachschlagen, die Lehre in stiller Meditation prüfen und ihre ethische Wirkung beobachten. Wachsende Geduld, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl und Freiheit von zwanghaftem Begehren sind verlässlichere Zeichen als Visionen, Titel oder außergewöhnliche Erlebnisse.

Bedeutung für Yogalehrer und spirituelle Begleiter

Für Yogalehrer ist die Tripura Upanishad eine Erinnerung an sorgfältige Kontextualisierung. Ein Lehrer sollte zwischen Textaussage, traditioneller Kommentierung, persönlicher Erfahrung und überprüfbaren körperlichen Wirkungen unterscheiden. Er sollte schwierige soziale, medizinische oder sektarische Aussagen weder verschweigen noch unkritisch bestätigen.

Ein verantwortlicher Lehrer führt nicht in Abhängigkeit. Er hilft Lernenden, Schrift, Vernunft, Gewissen und eigene Erfahrung miteinander ins Gespräch zu bringen. Wo Übungen Risiken bergen oder eine Einweihung voraussetzen, gehören klare Grenzen zur spirituellen Redlichkeit.

Bleibende Botschaft

Die bleibende Einladung der Tripura Upanishad besteht in der vertieften Auseinandersetzung mit ihrem Kernanliegen: Tripura als höchste Shakti und die innere Symbolik von Shri Vidya. Formen können verschieden sein; das Ziel ist eine Freiheit, die den ganzen Menschen verwandelt. Erkenntnis wird dann lebendig, wenn sie das Herz weitet, den Geist klärt und das tägliche Handeln wahrhaftiger macht.

Tripura Upanishad – vollständiger Text in Devanagari

त्रिपुरोपनिषद्वेद्यपारमैश्वर्यवैभवम् ।
अखण्डानन्दसाम्राज्यं रामचन्द्रपदं भजे ॥

ॐ वाङ्मे मनसि प्रतिष्ठिता । मनो मे वाचि प्रतिष्ठितम् ।
आविरावीर्म एधि । वेदस्य म आणीस्थः । श्रुतं मे मा प्रहासीः ।
अनेनाधीतेनाहोरात्रान् संदधामि । ऋतं वदिष्यामि ।
सत्यं वदिष्यामि । तन्मामवतु । तद्वक्तारमवतु । अवतु माम् ।
अवतु वक्तारम् । अवतु वक्तारम् ।
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

ॐ तिस्रः पुरास्त्रिपथा विश्वचर्षणा अत्राकथा अक्षराः
सन्निविष्टाः ।
अधिष्ठायैना अजरा पुराणी महत्तरा महिमा देवतानाम् ॥ १॥

नवयोनिर्नवचक्राणि दधिरे नवैव योगा नव योगिन्यश्च ।
नवानां चक्रा अधिनाथाः स्योना नव मुद्रा नव भद्रा महीनाम् ॥ २॥

एका सा आसीत् प्रथमा सा नवासीदासोनविंशादासोनत्रिंशत् ।
चत्वारिंशादथ तिस्रः समिधा उशतीरिव मातरो मा विशन्तु ॥ ३॥

ऊर्ध्वज्वलज्वलनं ज्योतिरग्रे तमो वै तिरश्श्चीनमजरं तद्रजोऽभूत् ।
आनन्दनं मोदनं ज्योतिरिन्दो रेता उ वै मण्डला मण्डयन्ति ॥ ४॥

तिस्रश्च [ यास्तिस्रो ] रेखाः सदनानि
भूमेस्त्रिविष्टपास्त्रिगुणास्त्रिप्रकाराः ।
एतत्पुरं [ एतत्त्रयं ] पूरकं पूरकाणामत्र [
पूरकाणां मन्त्री ] प्रथते मदनो मदन्या ॥ ५॥

मदन्तिका मानिनी मंगला च सुभगा च सा सुन्दरी सिद्धिमत्ता ।
लज्जा मतिस्तुष्टिरिष्टा च पुष्टा लक्ष्मीरुमा ललिता लालपन्ती ॥ ६॥

इमां विज्ञाय सुधया मदन्ती परिसृता तर्पयन्तः स्वपीठम् ।
नाकस्य पृष्ठे वसन्ति परं धाम त्रैपुरं चाविशन्ति ॥ ७॥

कामो योनिः कामकला व्रजपाणिर्गुहा हसा मातरिश्वाभ्रमिन्द्रः ।
पुनर्गुहा सकला मायया च पूरूच्येषा विश्वमातादिविद्या ॥ ८॥

षष्ठं सप्तममथ वह्निसारथिमस्या मूलत्रिक्रमा देशयन्तः ।
कथ्यं कविं कल्पकं काममीशं तुष्टुवांसो अमृतत्वं
भजन्ते ॥ ९॥

त्रिविष्टपं त्रिमुखं विश्वमातुर्नवरेखाः स्वरमध्यं तदीले ।
[ पुरं हन्त्रीमुखं विश्वमातू रवे रेखा स्वरमध्यं तदेषा । ]
बृहत्तिथिर्दशा पञ्चादि नित्या सा षोडशी पुरमध्यं बिभर्ति ॥ १०॥

यद्वा मण्डलाद्वा स्तनबिंबमेकं मुखं चाधस्त्रीणि गुहा सदनानि ।
कामी कलां काम्यरूपां विदित्वा [ चिकित्वा ] नरो जायते
कामरूपश्च काम्यः [ कामः ] ॥ ११॥

परिसृतम् झषमाद्यं [ झषमाजं ] फलं च
भक्तानि योनीः सुपरिष्कृताश्च ।
निवेदयन्देवतायै महत्यै स्वात्मीकृते सुकृते सिद्धिमेति ॥ १२॥

सृण्येव सितया विश्वचर्षणिः पाशेनैव प्रतिबध्नात्यभीकाम् ।
इषुभिः पञ्चभिर्धनुषा च विध्यत्यादिशक्तिररुणा विश्वजन्या ॥ १३॥

भगः शक्तिर्भगवान्काम ईश उभा दाताराविह सौभगानाम् ।
समप्रधानौ समसत्वौ समोजौ तयोः शक्तिरजरा विश्वयोनिः ॥ १४॥

परिस्रुता हविषा भावितेन प्रसङ्कोचे गलिते वैमनस्कः ।
शर्वः सर्वस्य जगतो विधाता धर्ता हर्ता विश्वरूपत्वमेति ॥ १५॥

इयं महोपनिषत्त्रैपुर्या यामक्षरं परमो गीर्भिरीट्टे ।
एषर्ग्यजुः परमेतच्च सामायमथर्वेयमन्या च विद्या ॥ १६॥

ॐ ह्रीं ॐ ह्रीमित्युपनिषत् ॥

ॐ वाङ्मे मनसि प्रतिष्ठिता । मनो मे वाचि प्रतिष्ठितम् ।
आविरावीर्म एधि । वेदस्य म आणीस्थः । श्रुतं मे मा प्रहासीः ।
अनेनाधीतेनाहोरात्रान् संदधामि । ऋतं वदिष्यामि ।
सत्यं वदिष्यामि । तन्मामवतु । तद्वक्तारमवतु । अवतु माम् ।
अवतु वक्तारम् । अवतु वक्तारम् ।
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

॥ इति त्रिपुरोपनिषत् ॥

Tripura Upanishad – vollständiger Text in IAST

tripuropaniṣadvedyapāramaiśvaryavaibhavam |
akhaṇḍānandasāmrājyaṃ rāmacandrapadaṃ bhaje ||

oṃ vāṅme manasi pratiṣṭhitā | mano me vāci pratiṣṭhitam |
āvirāvīrma edhi | vedasya ma āṇīsthaḥ | śrutaṃ me mā prahāsīḥ |
anenādhītenāhorātrān saṃdadhāmi | ṛtaṃ vadiṣyāmi |
satyaṃ vadiṣyāmi | tanmāmavatu | tadvaktāramavatu | avatu mām |
avatu vaktāram | avatu vaktāram |
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

oṃ tisraḥ purāstripathā viśvacarṣaṇā atrākathā akṣarāḥ
sanniviṣṭāḥ |
adhiṣṭhāyainā ajarā purāṇī mahattarā mahimā devatānām || 1 ||

navayonirnavacakrāṇi dadhire navaiva yogā nava yoginyaśca |
navānāṃ cakrā adhināthāḥ syonā nava mudrā nava bhadrā mahīnām || 2 ||

ekā sā āsīt prathamā sā navāsīdāsonaviṃśādāsonatriṃśat |
catvāriṃśādatha tisraḥ samidhā uśatīriva mātaro mā viśantu || 3 ||

ūrdhvajvalajvalanaṃ jyotiragre tamo vai tiraśścīnamajaraṃ tadrajo'bhūt |
ānandanaṃ modanaṃ jyotirindo retā u vai maṇḍalā maṇḍayanti || 4 ||

tisraśca [ yāstisro ] rekhāḥ sadanāni
bhūmestriviṣṭapāstriguṇāstriprakārāḥ |
etatpuraṃ [ etattrayaṃ ] pūrakaṃ pūrakāṇāmatra [
pūrakāṇāṃ mantrī ] prathate madano madanyā || 5 ||

madantikā māninī maṃgalā ca subhagā ca sā sundarī siddhimattā |
lajjā matistuṣṭiriṣṭā ca puṣṭā lakṣmīrumā lalitā lālapantī || 6 ||

imāṃ vijñāya sudhayā madantī parisṛtā tarpayantaḥ svapīṭham |
nākasya pṛṣṭhe vasanti paraṃ dhāma traipuraṃ cāviśanti || 7 ||

kāmo yoniḥ kāmakalā vrajapāṇirguhā hasā mātariśvābhramindraḥ |
punarguhā sakalā māyayā ca pūrūcyeṣā viśvamātādividyā || 8 ||

ṣaṣṭhaṃ saptamamatha vahnisārathimasyā mūlatrikramā deśayantaḥ |
kathyaṃ kaviṃ kalpakaṃ kāmamīśaṃ tuṣṭuvāṃso amṛtatvaṃ
bhajante || 9 ||

triviṣṭapaṃ trimukhaṃ viśvamāturnavarekhāḥ svaramadhyaṃ tadīle |
[ puraṃ hantrīmukhaṃ viśvamātū rave rekhā svaramadhyaṃ tadeṣā | ]
bṛhattithirdaśā pañcādi nityā sā ṣoḍaśī puramadhyaṃ bibharti || 10 ||

yadvā maṇḍalādvā stanabiṃbamekaṃ mukhaṃ cādhastrīṇi guhā sadanāni |
kāmī kalāṃ kāmyarūpāṃ viditvā [ cikitvā ] naro jāyate
kāmarūpaśca kāmyaḥ [ kāmaḥ ] || 11 ||

parisṛtam jhaṣamādyaṃ [ jhaṣamājaṃ ] phalaṃ ca
bhaktāni yonīḥ supariṣkṛtāśca |
nivedayandevatāyai mahatyai svātmīkṛte sukṛte siddhimeti || 12 ||

sṛṇyeva sitayā viśvacarṣaṇiḥ pāśenaiva pratibadhnātyabhīkām |
iṣubhiḥ pañcabhirdhanuṣā ca vidhyatyādiśaktiraruṇā viśvajanyā || 13 ||

bhagaḥ śaktirbhagavānkāma īśa ubhā dātārāviha saubhagānām |
samapradhānau samasatvau samojau tayoḥ śaktirajarā viśvayoniḥ || 14 ||

parisrutā haviṣā bhāvitena prasaṅkoce galite vaimanaskaḥ |
śarvaḥ sarvasya jagato vidhātā dhartā hartā viśvarūpatvameti || 15 ||

iyaṃ mahopaniṣattraipuryā yāmakṣaraṃ paramo gīrbhirīṭṭe |
eṣargyajuḥ parametacca sāmāyamatharveyamanyā ca vidyā || 16 ||

oṃ hrīṃ oṃ hrīmityupaniṣat ||

oṃ vāṅme manasi pratiṣṭhitā | mano me vāci pratiṣṭhitam |
āvirāvīrma edhi | vedasya ma āṇīsthaḥ | śrutaṃ me mā prahāsīḥ |
anenādhītenāhorātrān saṃdadhāmi | ṛtaṃ vadiṣyāmi |
satyaṃ vadiṣyāmi | tanmāmavatu | tadvaktāramavatu | avatu mām |
avatu vaktāram | avatu vaktāram |
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

|| iti tripuropaniṣat ||

Tripura Upanishad – vollständige gut verständliche deutsche Übersetzung

Eröffnungsvers der Tripura Upanishad
Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über Tripura als höchste Shakti und die innere Symbolik von Shri Vidya.

Shanti-Mantra der Tripura Upanishad
Om. Meine Rede sei im Geist gegründet und mein Geist in der Rede. O Selbstleuchtender, offenbare dich mir. Mögen Rede und Geist mir die Erkenntnis des Veda tragen; möge das Gehörte mich nicht verlassen. Ich verbinde Tag und Nacht durch dieses Studium. Ich will das Rechte und das Wahre sprechen. Möge Brahman mich und den Lehrenden schützen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

1. Vers Tripura Upanishad
Drei Städte und drei Wege umfassen alle Menschen; in ihnen sind die Lautgruppen A, Ka und Tha angeordnet. Über ihnen waltet die alterslose, uralte Göttin, die große Herrlichkeit der Gottheiten.

2. Vers Tripura Upanishad
Neun Ursprungsfelder und neun Chakras werden gelehrt, ebenso neun Yogas und neun Yoginis, neun Herrinnen der Chakras, neun Mudras und neun segensreiche Kräfte der großen Göttin.

3. Vers Tripura Upanishad
Sie war die Eine; als Erste wurde sie zur Neun, sodann zur Neunzehn und zur Neunundzwanzig. Danach erscheinen die vierzig und die drei leuchtenden Kräfte. Mögen sie wie liebevolle Mütter in mich eintreten.

4. Vers Tripura Upanishad
Am Anfang stand das aufwärts flammende Licht. Die quer lagernde, alterslose Finsternis wurde zum Rajas. Freude, Entzücken, Mondlicht und schöpferischer Same schmücken die Kreise der Verehrung.

5. Vers Tripura Upanishad
Drei Linien, drei Wohnstätten der Erde beziehungsweise drei Welten, drei Gunas und drei Gestaltungsweisen bilden diese Stadt, die alle Kräfte erfüllt. In ihr entfaltet sich Madana, der Gott des Begehrens, mit seiner Shakti.

6. Vers Tripura Upanishad
Madantika, Manini, Mangala, Subhaga, Sundari, Siddhimatta, Lajja, Mati, Tushti, Ishta, Pushta, Lakshmi, Uma und Lalita – so werden ihre beglückenden Erscheinungsweisen genannt.

7. Vers Tripura Upanishad
Wer diese Lehre erkannt hat, sich an ihrem Nektar erfreut und den eigenen inneren Sitz sättigt, wohnt gleichsam auf dem Rücken des Himmels und geht in die höchste Stätte Tripuras ein.

8. Vers Tripura Upanishad
Kama, Yoni, Kamakala, Vajrapani, Guha, Hasa, Matarishvan, Wolke und Indra, wiederum Guha, Sakala und Maya: Diese geheime Lautfolge wird als ursprüngliche Weisheit der Mutter des Alls verkündet.

9. Vers Tripura Upanishad
Indem sie den sechsten, siebten und den vom Feuer begleiteten Laut sowie die ursprüngliche Dreiheit dieser Vidya lehren und den seherischen, schöpferischen Herrn des Begehrens preisen, erlangen die Verehrer Unsterblichkeit.

10. Vers Tripura Upanishad
Ich verehre die dreifache Welt und die dreigesichtige Mutter des Alls, ihre neun Linien und den Laut in ihrer Mitte. Die große Zeitgestalt umfasst zehn und fünf Nityas; als Sechzehnte trägt sie die Mitte der Stadt.

11. Vers Tripura Upanishad
Ob als Kreis, als die beiden Brüste, als ein Gesicht und die drei darunterliegenden Höhlen: Wer die begehrenswerte Kala in ihrer begehrenswerten Gestalt erkennt, wird zu einer Gestalt göttlicher Anziehungskraft.

12. Vers Tripura Upanishad
Wer der großen Gottheit die in der Überlieferung genannten, sorgfältig bereiteten Gaben darbringt und die Verehrung im eigenen Selbst vollzieht, gelangt durch die gute Handlung zur Vollendung. Die Lesarten dieses Verses sind teilweise unsicher.

13. Vers Tripura Upanishad
Wie mit einem hellen Haken zieht die uranfängliche, rötlich leuchtende Shakti alle Wesen an; mit ihrer Schlinge bindet sie, und mit Bogen und fünf Pfeilen durchdringt sie die Welt.

14. Vers Tripura Upanishad
Bhaga ist Shakti, Bhagavan ist Kama, der Herr; beide schenken hier Glück und Fülle. Sie sind gleich ursprünglich, gleich an Wesen und Kraft; ihre alterslose Shakti ist der Schoß des Universums.

15. Vers Tripura Upanishad
Wenn durch die verinnerlichte Opfergabe Ausdehnung und Zusammenziehung zur Ruhe kommen und das Getrenntsein des Geistes schwindet, erscheint Sharva als Schöpfer, Träger und Auflöser der ganzen Welt in universaler Gestalt.

16. Vers Tripura Upanishad
Dies ist die große Upanishad Tripuras. Ihre höchste Silbe wird mit heiligen Worten gepriesen. Sie ist Rigveda und Yajurveda, das höchste Saman, der Atharvaveda und jede andere wahre Wissenschaft.

Textabschnitt 1 Tripura Upanishad
Om. Meine Rede sei im Geist gegründet und mein Geist in der Rede. O Selbstleuchtender, offenbare dich mir. Mögen Rede und Geist mir die Erkenntnis des Veda tragen; möge das Gehörte mich nicht verlassen. Ich verbinde Tag und Nacht durch dieses Studium. Ich will das Rechte und das Wahre sprechen. Möge Brahman mich und den Lehrenden schützen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Textabschnitt 2 Tripura Upanishad
Om. Meine Rede sei im Geist gegründet und mein Geist in der Rede. O Selbstleuchtender, offenbare dich mir. Mögen Rede und Geist mir die Erkenntnis des Veda tragen; möge das Gehörte mich nicht verlassen. Ich verbinde Tag und Nacht durch dieses Studium. Ich will das Rechte und das Wahre sprechen. Möge Brahman mich und den Lehrenden schützen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Shanti-Mantra der Tripura Upanishad
Hier endet die Tripura Upanishad, die im Rig-Veda enthalten ist.

Die fünf wichtigsten Empfehlungen der Tripura Upanishad für ernsthafte Aspiranten

1. Mache die zentrale Lehre zur täglichen Kontemplation.
Die Tripura Upanishad richtet den Blick auf Tripura als höchste Shakti und die innere Symbolik von Shri Vidya. Lies einen kurzen Abschnitt langsam, fasse ihn in einem eigenen Satz zusammen und bleibe danach einige Minuten in der Stille.

2. Ehre Shakti in Körper, Natur und Mitmenschen.
Die Göttin ist nicht nur ein Bild, sondern die lebendige Kraft des Bewusstseins. Eine solche Sicht verlangt Achtung vor dem Körper, vor der Erde und vor der Würde aller Menschen.

3. Verbinde Verehrung mit innerer Stille.
Lass Hymne, Puja oder Mantra in stiller Meditation ausklingen. Die Form weist auf das formlose Bewusstsein.

4. Übe Shri-Vidya-Methoden nur im passenden Rahmen.
Bija-Mantras, Nyasa und Chakra-Rituale sind keine beliebigen Selbstoptimierungstechniken. Für ihre vollständige Praxis sind Einweihung und sachkundige Begleitung wichtig.

5. Lass Fülle zu Großzügigkeit werden.
Spirituelles Glück zeigt sich nicht im Festhalten, sondern in Dankbarkeit, verantwortlichem Gebrauch von Kraft und freigebigem Handeln.

Literatur und Quellen

Redaktioneller Hinweis: Die deutsche Fassung wurde für diesen Artikel neu formuliert und mit den genannten Vergleichsübersetzungen abgeglichen. Bei Komposita fasst die Wort-für-Wort-Erläuterung eng verbundene Wörter teilweise als Sinngruppe zusammen. Die Ausgabe ist eine Studien- und Lesefassung, keine neue kritische Sanskritedition.

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