Samatvasthiti: Unterschied zwischen den Versionen

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samatvasthiti ''f.'' das [[Abhyasa|Gegründetsein]] im Zustand des Gleichmuts, des inneren [[Frieden]]s in [[Freude]] und Leid.
[[Datei:Meditation Ruhe Frieden Entspannung.jpg|mini|samatvasthiti]]


'''samatvasthiti''' (Sanskrit ''f.'') = das Verharren im Zustand des Gleichmuts, des inneren [[Frieden]]s in [[Freude]] und Leid.
Der Sanskrit-Ausdruck samatvasthiti (समत्वस्थिति) setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: [[samatva]] (Gleichmut, Ausgeglichenheit) und [[sthiti]] (Beständigkeit, Verweilen). Zusammengenommen bedeutet er etwa „das Verharren in Gleichmut“ oder „ein Zustand unerschütterlicher Balance“.
In der [[yogisch]]en und [[philosophisch]]en Tradition [https://www.yoga-vidya.de/ Indien]s beschreibt samatvasthiti die Fähigkeit, in allen Lebensumständen – ob Freude oder Leid, Lob oder Kritik – eine stille, neutrale Mitte zu bewahren. Es ist ein Schlüsselbegriff in der [[Bhagavad Gita]] (2.48), wo [[Krishna]] zu [[Arjuna]] sagt: „Yoga ist Geschick im Handeln. Stelle dich in [[Gleichmut]] (samatva) über Erfolg und Misserfolg.“ Hier geht es darum, nicht von äußeren Ereignissen erschüttert zu werden, sondern mit klarem [[Geist]] zu handeln.
Ein Beispiel aus der [[Mythologie]] ist die Haltung des Weisen [[Dhruva]], der nach langer [[Meditation]] selbst in extremen Prüfungen (wie dem Verlust seines Königreichs) gelassen blieb. Oder denke an die Geschichte von Krishna, der im [[Mahabharata]]-Krieg selbst im Chaos der Schlacht vollkommen zentriert wirkt.
Praktisch könnte samatvasthiti heute bedeuten: Du reagierst nicht impulsiv, wenn dich jemand kritisiert, sondern atmest tief und reflektierst ruhig. Oder du freust dich über ein Lob, lässt es aber nicht zu deinem Ego werden. Es ist die [[Kunst]], wie ein [[Lotus]] zu sein – im Wasser verwurzelt, aber unbenetzt.
Interessant ist, dass dieser Zustand nicht Gleichgültigkeit ist, sondern aktive Präsenz: Du nimmst Anteil, aber verlierst dich nicht darin. Wie würdest du samatvasthiti in deinem Alltag üben?
=Siehe auch=
* [[Gleichgültigkeit]]
* [[Präsenz]]


[[Kategorie:Sanskrit]]  
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[[Kategorie:Glossar]]
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Aktuelle Version vom 28. Februar 2026, 01:12 Uhr

samatvasthiti

samatvasthiti (Sanskrit f.) = das Verharren im Zustand des Gleichmuts, des inneren Friedens in Freude und Leid.

Der Sanskrit-Ausdruck samatvasthiti (समत्वस्थिति) setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: samatva (Gleichmut, Ausgeglichenheit) und sthiti (Beständigkeit, Verweilen). Zusammengenommen bedeutet er etwa „das Verharren in Gleichmut“ oder „ein Zustand unerschütterlicher Balance“.

In der yogischen und philosophischen Tradition Indiens beschreibt samatvasthiti die Fähigkeit, in allen Lebensumständen – ob Freude oder Leid, Lob oder Kritik – eine stille, neutrale Mitte zu bewahren. Es ist ein Schlüsselbegriff in der Bhagavad Gita (2.48), wo Krishna zu Arjuna sagt: „Yoga ist Geschick im Handeln. Stelle dich in Gleichmut (samatva) über Erfolg und Misserfolg.“ Hier geht es darum, nicht von äußeren Ereignissen erschüttert zu werden, sondern mit klarem Geist zu handeln.

Ein Beispiel aus der Mythologie ist die Haltung des Weisen Dhruva, der nach langer Meditation selbst in extremen Prüfungen (wie dem Verlust seines Königreichs) gelassen blieb. Oder denke an die Geschichte von Krishna, der im Mahabharata-Krieg selbst im Chaos der Schlacht vollkommen zentriert wirkt.

Praktisch könnte samatvasthiti heute bedeuten: Du reagierst nicht impulsiv, wenn dich jemand kritisiert, sondern atmest tief und reflektierst ruhig. Oder du freust dich über ein Lob, lässt es aber nicht zu deinem Ego werden. Es ist die Kunst, wie ein Lotus zu sein – im Wasser verwurzelt, aber unbenetzt.

Interessant ist, dass dieser Zustand nicht Gleichgültigkeit ist, sondern aktive Präsenz: Du nimmst Anteil, aber verlierst dich nicht darin. Wie würdest du samatvasthiti in deinem Alltag üben?

Siehe auch