Tattvabhranti: Unterschied zwischen den Versionen
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Der Sanskrit-Ausdruck “tattvabhranti” setzt sich zusammen aus “[[tattva]]” (Wahrheit, Wirklichkeit, das wahre Wesen) und “[[bhranti]]” (Irrtum, Täuschung, Verwirrung). Wörtlich bedeutet tattvabhranti also “die Verwechslung der Wahrheit” oder “der [[Irrtum]] über die wahre Natur der Dinge”. Es beschreibt den Zustand, in dem du das Vergängliche für das Ewige hältst, das Unwirkliche für das Wirkliche – also die grundlegende Verblendung, die im [[Hinduismus]] und [[Yoga]] als “[[Avidya]]” (Nichtwissen) bekannt ist. | |||
In der spirituellen Lehre [[Indien]]s ist tattvabhranti die Wurzel allen [[Leiden]]s. Du siehst zum Beispiel deinen Körper, deine Gedanken oder deinen Besitz als “dich selbst” an, obwohl diese nur vorübergehende Erscheinungen sind. Dadurch identifizierst du dich mit Dingen, die kommen und gehen, und leidest, wenn sie sich verändern oder verschwinden. Im [https://www.yoga-vidya.de/ Yoga] geht es genau darum, diese Verwechslung zu durchschauen – durch Unterscheidungsvermögen ([[Viveka]]) zu erkennen, was wirklich ist und was nicht. | |||
Stell dir zum Beispiel vor , du bist in einer [[Meditation]] und ein lautes Geräusch draußen stört dich. Du denkst: “Dieses Geräusch macht mich wütend.” Hier liegt tattvabhranti vor: Du verwechselst das Geräusch (eine bloße Schwingung) mit “etwas, das mir schadet”, und dein Wutgefühl mit “mir”. In [[Wahrheit]] ist das Geräusch nur [[Schall]], und deine [[Wut]] ist nur eine vorübergehende Reaktion. Wenn du in der Meditation lernst, beides als vergängliche Phänomene zu betrachten – ohne sie für “wahr” oder “ich” zu halten –, löst sich die [[Täuschung]] auf. | |||
“Solange du den Körper für die [[Seele]] hältst, solange leidest du. Tattvabhranti ist der [[Schleier]], der die Sonne der [[Wahrheit]] verdeckt. Ziehe ihn mit dem Schwert der Unterscheidung fort, und du wirst das ewige Licht sehen.”, sagte unser [[Meister]]. | |||
=Siehe auch= | |||
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* [[Unterscheidung]] | |||
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Aktuelle Version vom 21. Juli 2026, 02:24 Uhr

tattvabhranti (Sanskrit: tattvabhrānti f) = Mißverständnis, Täuschung in Bezug auf das wahre Wesen der Dinge.
Der Sanskrit-Ausdruck “tattvabhranti” setzt sich zusammen aus “tattva” (Wahrheit, Wirklichkeit, das wahre Wesen) und “bhranti” (Irrtum, Täuschung, Verwirrung). Wörtlich bedeutet tattvabhranti also “die Verwechslung der Wahrheit” oder “der Irrtum über die wahre Natur der Dinge”. Es beschreibt den Zustand, in dem du das Vergängliche für das Ewige hältst, das Unwirkliche für das Wirkliche – also die grundlegende Verblendung, die im Hinduismus und Yoga als “Avidya” (Nichtwissen) bekannt ist.
In der spirituellen Lehre Indiens ist tattvabhranti die Wurzel allen Leidens. Du siehst zum Beispiel deinen Körper, deine Gedanken oder deinen Besitz als “dich selbst” an, obwohl diese nur vorübergehende Erscheinungen sind. Dadurch identifizierst du dich mit Dingen, die kommen und gehen, und leidest, wenn sie sich verändern oder verschwinden. Im Yoga geht es genau darum, diese Verwechslung zu durchschauen – durch Unterscheidungsvermögen (Viveka) zu erkennen, was wirklich ist und was nicht.
Stell dir zum Beispiel vor , du bist in einer Meditation und ein lautes Geräusch draußen stört dich. Du denkst: “Dieses Geräusch macht mich wütend.” Hier liegt tattvabhranti vor: Du verwechselst das Geräusch (eine bloße Schwingung) mit “etwas, das mir schadet”, und dein Wutgefühl mit “mir”. In Wahrheit ist das Geräusch nur Schall, und deine Wut ist nur eine vorübergehende Reaktion. Wenn du in der Meditation lernst, beides als vergängliche Phänomene zu betrachten – ohne sie für “wahr” oder “ich” zu halten –, löst sich die Täuschung auf.
“Solange du den Körper für die Seele hältst, solange leidest du. Tattvabhranti ist der Schleier, der die Sonne der Wahrheit verdeckt. Ziehe ihn mit dem Schwert der Unterscheidung fort, und du wirst das ewige Licht sehen.”, sagte unser Meister.