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Swami Nigamananda, der | '''Swami Nigamananda''' (1879-1935) ist der Gründer von Saraswat Math in Jorhat, Assam, und der Nilachal Saraswat Sangha in Orissa. Swami Nigamananda war einer der einflussreichsten geistigen Führer Indiens. | ||
Im Jahr 1879 wurde Paramahansa Shri Shri Nigamananda Saraswati Deva im Stadtteil Nadia von Qutabpur (im heutigen Bangladesch) als Sohn eines moralisch hochstehenden [[Brahmane]]nehepaars geboren. Von seinem [[Vater]] Bhuban Mohan Bhattacharya und seiner [[Mutter]] Yogendra Mohini erhielt er den Namen "Nalinikanta". | |||
Seit seiner Kindheit zog er aufgrund seiner außerordentlichen Furchtlosigkeit, seiner Intelligenz und Aufrichtigkeit die Bewunderung seiner Mitmenschen auf sich. Während Nalinikanta im Dorf Radhakantapur, wo sein Onkel mütterlicherseits lebte, die Grundschule besuchte, starb seine Mutter in jungen Jahren. Da er seiner Mutter sehr zugetan war, erschütterte ihr [[Tod]] ihn zutiefst. | |||
Er erfuhr, dass sie ihn unmittelbar vor ihrem Tod der Kosmischen Mutter, Jaganmata, anvertraut hatte. Im Hause Bhattacharya hinterließ der Tod von Yogendramohini Devi eine große Lücke. Als ältester Sohn der [[Familie]] musste Nalinikanta bald heiraten, um dafür zu sorgen, dass sich eine Schwiegertochter um den Haushalt kümmern konnte. Daher wurde Nalinikanta mit einem außerordentlich schönen und intelligenten 17jährigen Mädchen namens Sudhansubala Devi verheiratet. Nach seiner Heirat besuchte Nalinikanta die Schule für Vermessungswesen in Dhaka und nahm von da an Stellen an unterschiedlichen Orten an, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. | |||
Während | Seit seiner Kindheit hatte Nalinikanta einen Hang zur Nachdenklichkeit. Während er seinen [[Dienst]] als Leiter (Zamindar) der Narayanapur-Liegenschaft versah, sah er eines nachts plötzlich das schattenhafte Abbild von Sudhansubala Devi still und finster blickend am Tisch stehen, während man davon ausging, dass sie sich zu diesem Zeitpunkt in Qutabpur aufhielt. Er ging nach Qutabpur, um sich zu erkundigen und erfuhr, dass Sudhansubala Devi genau eine Stunde, bevor er ihr Bild in Narayanapur gesehen hatte, gestorben war. Dieser Vorfall machte ihn noch nachdenklicher. Nalinikanta kam zu dem Schluss, dass der [[Tod]] nicht als das endgültige Ende eines Menschen anzusehen ist. Er begann zu glauben, dass es ein [[Leben]] nach dem Tod geben müsste. | ||
Er | Während er alles über das trügerische Phänomen von Leben und Tod erfahren wollte, verzweifelte Nalinikanta. Er begann, sich deswegen die ganze [[Zeit]] [[Sorgen]] zu machen. Seine Nachforschungen führten ihn zur Theosophischen Gesellschaft Adyar in Chennai. Er überprüfte alle Hypothesen und Übungen, die die [[Theosophie]] anzubieten hatte, und es gelang ihm mit Hilfe eines [[Medium]]s, mit Sudhansubala Devi zu sprechen. Nalinikanta konnte sie jedoch nicht leibhaftig sehen. Diese [[Erfahrung]] stellte ihn in keiner Weise zufrieden. | ||
Durch ein Gespräch mit den Mitgliedern der Theosophischen Gesellschaft erfuhr er, dass das [[Wissen]] über die Phänomene von Leben und Tod ein Privileg der hinduistischen Yogis sei. Er machte sich unverzüglich auf die Suche nach einem echten Yogi oder [[Sadhu]], der seinen [[Wunsch]], seine verstorbene [[Frau]] wiederzusehen, erfüllen und zugleich seinen suchenden [[Geist]] zufriedenstellen könnte. | |||
Unter der Führung der vier großen Lehrer Bama Kshepa, Satchidananda Saraswati, Nanakpanthi Sumerudas und Gouri Mata erkannte der Thakur Nigamananda den hohen Stellenwert eines [[Guru]]s in allen Bereichen der spirituellen Praxis ([[Sadhana]]), nachdem er sich jeweils den unterschiedlichen Aspekten von Sadhana, nämlich [[Tantra]], [[Jnana]], [[Yoga]] und [[Preman]] unterzogen hatte. | |||
Nalinikanta traf auf Swami Purnananda, einen äußerst gebildeten Entsagenden, der ihm erklärte, dass alle Frauen lediglich eine Teilmanifestation der [[Mahamaya]] oder Kosmischen Mutter seien, weshalb es äußerst unvernünftig und lächerlich von ihm sei, einem unbedeutenden Teil (seiner Frau) nachzulaufen und dabei das Ganze (die Kosmische Mutter) zu vernachlässigen. | |||
Aufgrund eines überwältigenden Verlangens, sein Selbst zu erfahren, ersuchte Nalinikanta Guru Bamakshepa um Rat. Bamakshepa riet ihm, sich das Wissen über [[Advaita]] bei einem [[Vedanta]]-[[Guru]] anzueignen. | |||
Am heiligen Ort Pushkar im indischen Bundesstaat Rajasthan wurde er Schüler von Guru Srimad Swami Satchidananda Saraswati. Er erkannte sofort, dass Swami Satchidananda Saraswati der Sadhu gewesen war, der ihm im Traum das Tara-Mantra gegeben hatte. Nalinikanta erhielt vom Swami die Einweihung in die Entsagung und änderte entsprechend den Gepflogenheiten seinen Namen in 'Nigamananda'. Swami Nigamananda gelang es unter Anleitung von Guru Satchidananda, durch Yoga die vedischen Wahrheiten direkt zu erfahren: | Am heiligen Ort Pushkar im indischen Bundesstaat Rajasthan wurde er Schüler von Guru Srimad Swami Satchidananda Saraswati. Er erkannte sofort, dass Swami Satchidananda Saraswati der Sadhu gewesen war, der ihm im Traum das Tara-Mantra gegeben hatte. Nalinikanta erhielt vom Swami die Einweihung in die Entsagung und änderte entsprechend den Gepflogenheiten seinen Namen in 'Nigamananda'. Swami Nigamananda gelang es unter Anleitung von Guru Satchidananda, durch Yoga die vedischen Wahrheiten direkt zu erfahren: | ||
Swami Nigamananda gelang es unter großen Schwierigkeiten und mit viel Ausdauer, seinen Yoga-Guru Sumeru Dashji zu finden. Er traf ihn in den dichten und schwer zugänglichen Wäldern nahe dem heiligen Ort Parasuram (in Nordost-Indien) unter erstaunlichen Umständen. | Swami Nigamananda gelang es unter großen Schwierigkeiten und mit viel Ausdauer, seinen Yoga-Guru Sumeru Dashji zu finden. Er traf ihn in den dichten und schwer zugänglichen Wäldern nahe dem heiligen Ort Parasuram (in Nordost-Indien) unter erstaunlichen Umständen. | ||
Version vom 4. Januar 2016, 11:53 Uhr
Swami Nigamananda (1879-1935) ist der Gründer von Saraswat Math in Jorhat, Assam, und der Nilachal Saraswat Sangha in Orissa. Swami Nigamananda war einer der einflussreichsten geistigen Führer Indiens.
Im Jahr 1879 wurde Paramahansa Shri Shri Nigamananda Saraswati Deva im Stadtteil Nadia von Qutabpur (im heutigen Bangladesch) als Sohn eines moralisch hochstehenden Brahmanenehepaars geboren. Von seinem Vater Bhuban Mohan Bhattacharya und seiner Mutter Yogendra Mohini erhielt er den Namen "Nalinikanta".
Seit seiner Kindheit zog er aufgrund seiner außerordentlichen Furchtlosigkeit, seiner Intelligenz und Aufrichtigkeit die Bewunderung seiner Mitmenschen auf sich. Während Nalinikanta im Dorf Radhakantapur, wo sein Onkel mütterlicherseits lebte, die Grundschule besuchte, starb seine Mutter in jungen Jahren. Da er seiner Mutter sehr zugetan war, erschütterte ihr Tod ihn zutiefst.
Er erfuhr, dass sie ihn unmittelbar vor ihrem Tod der Kosmischen Mutter, Jaganmata, anvertraut hatte. Im Hause Bhattacharya hinterließ der Tod von Yogendramohini Devi eine große Lücke. Als ältester Sohn der Familie musste Nalinikanta bald heiraten, um dafür zu sorgen, dass sich eine Schwiegertochter um den Haushalt kümmern konnte. Daher wurde Nalinikanta mit einem außerordentlich schönen und intelligenten 17jährigen Mädchen namens Sudhansubala Devi verheiratet. Nach seiner Heirat besuchte Nalinikanta die Schule für Vermessungswesen in Dhaka und nahm von da an Stellen an unterschiedlichen Orten an, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.
Seit seiner Kindheit hatte Nalinikanta einen Hang zur Nachdenklichkeit. Während er seinen Dienst als Leiter (Zamindar) der Narayanapur-Liegenschaft versah, sah er eines nachts plötzlich das schattenhafte Abbild von Sudhansubala Devi still und finster blickend am Tisch stehen, während man davon ausging, dass sie sich zu diesem Zeitpunkt in Qutabpur aufhielt. Er ging nach Qutabpur, um sich zu erkundigen und erfuhr, dass Sudhansubala Devi genau eine Stunde, bevor er ihr Bild in Narayanapur gesehen hatte, gestorben war. Dieser Vorfall machte ihn noch nachdenklicher. Nalinikanta kam zu dem Schluss, dass der Tod nicht als das endgültige Ende eines Menschen anzusehen ist. Er begann zu glauben, dass es ein Leben nach dem Tod geben müsste.
Während er alles über das trügerische Phänomen von Leben und Tod erfahren wollte, verzweifelte Nalinikanta. Er begann, sich deswegen die ganze Zeit Sorgen zu machen. Seine Nachforschungen führten ihn zur Theosophischen Gesellschaft Adyar in Chennai. Er überprüfte alle Hypothesen und Übungen, die die Theosophie anzubieten hatte, und es gelang ihm mit Hilfe eines Mediums, mit Sudhansubala Devi zu sprechen. Nalinikanta konnte sie jedoch nicht leibhaftig sehen. Diese Erfahrung stellte ihn in keiner Weise zufrieden.
Durch ein Gespräch mit den Mitgliedern der Theosophischen Gesellschaft erfuhr er, dass das Wissen über die Phänomene von Leben und Tod ein Privileg der hinduistischen Yogis sei. Er machte sich unverzüglich auf die Suche nach einem echten Yogi oder Sadhu, der seinen Wunsch, seine verstorbene Frau wiederzusehen, erfüllen und zugleich seinen suchenden Geist zufriedenstellen könnte.
Unter der Führung der vier großen Lehrer Bama Kshepa, Satchidananda Saraswati, Nanakpanthi Sumerudas und Gouri Mata erkannte der Thakur Nigamananda den hohen Stellenwert eines Gurus in allen Bereichen der spirituellen Praxis (Sadhana), nachdem er sich jeweils den unterschiedlichen Aspekten von Sadhana, nämlich Tantra, Jnana, Yoga und Preman unterzogen hatte.
Nalinikanta traf auf Swami Purnananda, einen äußerst gebildeten Entsagenden, der ihm erklärte, dass alle Frauen lediglich eine Teilmanifestation der Mahamaya oder Kosmischen Mutter seien, weshalb es äußerst unvernünftig und lächerlich von ihm sei, einem unbedeutenden Teil (seiner Frau) nachzulaufen und dabei das Ganze (die Kosmische Mutter) zu vernachlässigen.
Aufgrund eines überwältigenden Verlangens, sein Selbst zu erfahren, ersuchte Nalinikanta Guru Bamakshepa um Rat. Bamakshepa riet ihm, sich das Wissen über Advaita bei einem Vedanta-Guru anzueignen.
Am heiligen Ort Pushkar im indischen Bundesstaat Rajasthan wurde er Schüler von Guru Srimad Swami Satchidananda Saraswati. Er erkannte sofort, dass Swami Satchidananda Saraswati der Sadhu gewesen war, der ihm im Traum das Tara-Mantra gegeben hatte. Nalinikanta erhielt vom Swami die Einweihung in die Entsagung und änderte entsprechend den Gepflogenheiten seinen Namen in 'Nigamananda'. Swami Nigamananda gelang es unter Anleitung von Guru Satchidananda, durch Yoga die vedischen Wahrheiten direkt zu erfahren: Swami Nigamananda gelang es unter großen Schwierigkeiten und mit viel Ausdauer, seinen Yoga-Guru Sumeru Dashji zu finden. Er traf ihn in den dichten und schwer zugänglichen Wäldern nahe dem heiligen Ort Parasuram (in Nordost-Indien) unter erstaunlichen Umständen. Unter der fachkundigen Anleitung von Yogiraj Sumeru Dashji erreichte er, nachdem er seine Yogapraxis (Yoga Sadhana) beendet hatte, den Zustand von Nirvikalpa Samadhi, einem Dasein ohne Dualität bei vollständiger Identifikation mit der Kosmischen Seele oder Parambrahma, das Universum zugleich durchdringend und übersteigend. Er kehrte zurück mit der Verwirklichung jenes glückseligen Zustands, als Allumfassender Guru oder Höchste Seele. Swami Nigamanandas spirituelle Suche hatte mit der grundsätzlichen Frage "Wer bin ich?" begonnen. Mit der Verwirklichung von Nirvikalpa Samadhi erkannte er, dass 'er' der Allumfassende Guru ist.
Während der Kumbha Mela in Allahabad im Jahr 1907 verlieh Swami Satchidananda Deva, der Jnaniguru of Nalinikanta, ihm unter den Auspizien des damaligen Shankaracharyas von Sringeri Matha und in Gegenwart führender Sadhus und Entsagender den Titel “Paramahansa”. Er hatte mit Tantra, Jnana, Yoga und Preman/Bhava die vier ursprünglichen Yogawege erforscht und verfeinert, die im Sanatana Dharma (der immer neuen/ewigen und alllumfassenden spirituellen, auf vedischem Wissen basierenden Methode*) genannt werden, um das höchste spirituelle Ziel zu erreichen. Darin bestand die Einzigartigkeit von Nigamanandas spiritueller Verwirklichung. In der unter seinen Landsleuten vorherrschenden Atmosphäre der Verwirrung über Wertvorstellungen und Spiritualität, wollte er, dass sie die Werte von Sanatana Dharma wiederentdecken.
Er verfasste fünf Bücher - 'Bramhacharya Sadhana', 'Yogiguru', 'Tantrikguru', 'Jnaniguru' und 'Premikaguru'. Auf dem spirituellen Pfad sind diese Bücher für jeden Suchenden außerordentlich wertvoll. Eine bahnbrechende und reformerische Zeitschrift namens 'Arya Darpana' wurde von ihm herausgegeben und veröffentlicht. Er setzte sich drei Ziele mit der Perspektive, eine allumfassende Brüderlichkeit zu schaffen, und zwar 1.) durch die Verbreitung von Sanatana Dharma, 2.) durch die Verbreitung von 'Sat Siksha' (eine der spirituellen Entwicklung förderliche Form der Bildung, die eine ganzheitliche Entwicklung der Persönlichkeit ermöglicht), und 3.) durch Dienst an allen Lebewesen, der als Dienst am Höchsten Wesen angesehen wird. Für ihn ist ein Mensch, der Selbsterkenntnis erlangt hat, der richtige, um den Menschen auf die rechte Art und Weise zu dienen. Er gab seinen Anhängern den Auftrag, „durch die Gründung von Sanghas (spirituellen Gemeinschaften) den Pfad der Spiritualität gemeinsam zu beschreiten”, das Leben eines idealen Haushaltsvorstands zu führen ('Adarsha Grihastha Jeevan'), und sich im Gespräch über ihre spirituellen Vorstellungen und Erfahrungen auszutauschen ('Bhava Binimaya'). Dies würde sie befähigen, die oben genannten Ziele zu erreichen und ein zufriedenes Leben zu führen. Die Tradition des "Bhakta Sammilani" wurde von ihm begründet. Dies ist eine jährliche Zusammenkunft von Anhängern und spirituell orientierten Menschen mit dem Ziel einer engen Zusammenarbeit zwischen den beiden Arten von Suchenden – denjenigen, die einen eigenen Haushalt führen, und den Entsagenden. Seine methodischen wie auch seine weltanschaulichen Leitsätze waren:
- "Shankarer Mata": die vedantische Lehre des spirituellen Reformers Sri Sri Adi Shankaracharya aus dem achten Jahrhundert, wonach Brahma – die höchste Seele – und die individuelle Seele ein und dasselbe sind und die letzte Wahrheit darin besteht, dass die Menschen dies erkennen.
- und "Gauranger Patha": der Pfad der Hingabe wie er von Sri Chaitanya Deva, dem Avatar der Hingabe aus dem vierzehnten Jahrhundert, als Königsweg zum spirituellen Ziel, nämlich Gott, praktiziert wurde
In Kokilamukh Math begründete Swami Nigamananda „Jagat Gurus Ashan“. Im Jahr 1915 gründete der Thakur die erste "Sarbabhouma Bhakta Sammilani" in Kokilamukh Math. Er eröffnete einen Math, den Assam Baniya Saraswat Math, in Kokilamukh, Assam, und fünf Aschrams in fünf verschiedenen Verwaltungsbezirken des ungeteilten Bengalen:
- den Purba Bangala Saraswat Aschram in Moinamati, Comilla, Bangaladesch, im heutigen Tripura
- den Madhya Bangala Saraswat Aschram in Kalni, Dhaka, Bangaladesch, im heutigen Purbasthali, Burdwan, Westbengalen
- dem Hinduismus, Anm. d. Ü.