Subala Upanishad: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 2. September 2026, 19:47 Uhr
Die Subala Upanishad (Sanskrit: सुबालोपनिषद्, IAST: subālopaniṣad; auch Saubālopaniṣad) ist eine in sechzehn Abschnitte gegliederte Upanishad des Shukla Yajurveda. Sie behandelt die Entstehung und Auflösung der Welt, die Zustände des Bewusstseins und das innere Selbst aller Wesen. Ihr besonders bekannter siebter Abschnitt bezeichnet Narayana als den inneren Lenker, dessen Körper die Welt und ihre Kräfte sind.
Die Schrift verbindet kosmologische Bilder, eine Lehre von Nadis und Pranas, meditative Erkenntnis und asketische Entsagung. In mehreren Abschnitten fragt Raikva nach dem Urgrund und dem Weg der Befreiung. Wiederholt führt die Antwort über begriffliche Gegensätze hinaus: Das Höchste sei weder seiend noch nichtseiend noch beides zugleich.
Für Vedanta und insbesondere die Auslegung der Beziehung zwischen Gott, Seele und Welt ist die Subala bedeutsam. Ihre Aussagen über Narayana sind zugleich eine Grundlage für Bhakti und die Betrachtung des Göttlichen in allen Wesen.

Subala Upanishad – Sanskrit (IAST), Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung
Die vollständige Textfassung folgt der gegliederten Sanskritüberlieferung bei Wikisource, verglichen mit Sanskrit Documents. Die Nummern bezeichnen meist Prosastücke, keine metrischen Verse. Lange Stücke sind mit a, b usw. in Sinnabschnitte geteilt; eingestreute Verse erhalten jeweils ihre eigene Übersetzung. Der Friedenswunsch gehört zum liturgischen Rahmen. Offenkundige Schreibfehler wurden berichtigt, schwierige oder abweichende Lesarten werden ausdrücklich vermerkt. Die Worterklärungen lösen Komposita auf und nennen bei wiederkehrenden Parallelformeln die Bestandteile vollständig.
Shanti-Mantra
oṃ pūrṇamadaḥ pūrṇamidaṃ pūrṇātpūrṇamudacyate |
pūrṇasya pūrṇamādāya pūrṇamevāvaśiṣyate ||
Om. Jenes ist Fülle, dieses ist Fülle. Aus der Fülle geht Fülle hervor. Nimmt man die Fülle von der Fülle, bleibt allein Fülle zurück.
Wort-für-Wort-Übersetzung: oṃ – Om; pūrṇam – Fülle, vollständig; adaḥ – jenes; idam – dieses; pūrṇāt – aus der Fülle; udacyate – geht hervor; pūrṇasya – von der Fülle; ādāya – wegnehmend; eva – allein; avaśiṣyate – bleibt zurück.
Friedensruf
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Wort-für-Wort-Übersetzung: oṃ – Om; śāntiḥ – Frieden, dreimal.
Schöpfung, Selbst und Bewusstseinszustände
1.1.
oṃ tadāhuḥ kiṃ tadāsīttasmai sa hovāca na sannāsanna sadasaditi || 1 ||
Om. Sie fragten: „Was war damals?“ Er antwortete ihm: „Weder Seiendes noch Nichtseiendes noch beides zugleich.“
Wort-für-Wort-Übersetzung: oṃ – Om; tat āhuḥ – das fragten sie; kim – was; tadā – damals; āsīt – war; tasmai – ihm; saḥ uvāca – er sagte; na sat – kein Seiendes; na asat – kein Nichtseiendes; na sat-asat – nicht beides zugleich.
1.2.
tasmāttamaḥ sañjāyate tamaso bhūtādirbhūtāderākāśamākāśādvāyurvāyoragniragnerāpo'dbhyaḥ pṛthivī || 2 ||
Daraus entsteht Finsternis, aus der Finsternis der Ursprung der Elemente, daraus der Raum, aus dem Raum Wind, aus dem Wind Feuer, aus dem Feuer Wasser, aus dem Wasser Erde.
Wort-für-Wort-Übersetzung: tasmāt – daraus; tamaḥ – Finsternis; sañjāyate – entsteht; tamasaḥ – aus Finsternis; bhūta-ādiḥ – Ursprung der Elemente; ākāśam – Raum; vāyuḥ – Wind; agniḥ – Feuer; āpaḥ – Wasser; pṛthivī – Erde.
1.3.
tadaṇḍaṃ samabhavattatsaṃvatsaramātramuṣitvā dvidhākarodadhastādbhūmimupariṣṭādākāśaṃ madhye puruṣo divyaḥ sahasraśīrṣā puruṣaḥ sahasrākṣaḥ sahasrapāt | sahasrabāhuriti || 3 ||
Es entstand ein Ei. Nachdem es ein Jahr lang bestanden hatte, teilte er es in zwei: unten die Erde, oben den Himmel. Dazwischen war der göttliche Purusha mit tausend Köpfen, tausend Augen, tausend Füßen und tausend Armen.
Wort-für-Wort-Übersetzung: aṇḍam – Ei; samabhavat – entstand; saṃvatsara-mātram – ein Jahr lang; uṣitvā – bestanden habend; dvidhā akarot – teilte in zwei; adhastāt – unten; bhūmim – Erde; upariṣṭāt – oben; ākāśam – Himmel, Raum; madhye – dazwischen; puruṣaḥ divyaḥ – göttlicher Purusha; sahasra-śīrṣā – tausendköpfig; sahasra-akṣaḥ – tausendäugig; sahasra-pāt – tausendfüßig; sahasra-bāhuḥ – tausendarmig.
1.4.
so'gre bhūtānāṃ mṛtyumasṛjantryakṣaraṃ triśiraskaṃ tripādaṃ khaṇḍaparaśum || 4 ||
Zu Beginn erschuf er den Tod der Wesen: dreisilbig, dreiköpfig, dreifüßig, mit zerbrochener Axt.
Wort-für-Wort-Übersetzung: saḥ – er; agre – zu Beginn; bhūtānām – der Wesen; mṛtyum – Tod; asṛjat – erschuf; tri-akṣaram – dreisilbig; tri-śiraskam – dreiköpfig; tri-pādam – dreifüßig; khaṇḍa-paraśum – mit zerbrochener Axt.
Textanmerkung: Die ungewöhnliche Beschreibung bleibt wörtlich. Tryakṣaram lautet „dreisilbig“, nicht „dreiäugig“.
1.5.
tasya brahmā bibheti sa brahmāṇameva viveśa sa mānasānsapta putrānasṛjatte ha virājaḥ sapta mānasānasṛjante ha prajāpatayaḥ || 5 ||
Brahma fürchtet ihn. Jener ging in Brahma ein. Brahma erschuf sieben geistgeborene Söhne. Diese strahlenden Wesen erschufen sieben weitere geistgeborene Wesen; das sind die Prajapatis.
Wort-für-Wort-Übersetzung: tasya brahmā bibheti – Brahma fürchtet ihn; brahmāṇam viveśa – ging in Brahma ein; mānasān sapta putrān – sieben geistgeborene Söhne; asṛjat – erschuf; te – sie; virājaḥ – strahlende Wesen; sapta mānasān – sieben geistgeborene Wesen; prajāpatayaḥ – Prajapatis, Herren der Geschöpfe.
Textanmerkung: Die Vergleichsfassung liest brahmā bibheti und sapta mānasān. Dadurch werden zwei entstellte Stellen der älteren digitalen Fassung verständlich.
1.6a – Der kosmische Mensch
brāhmaṇo'sya mukhamāsīdbāhū rājanyaḥ kṛtaḥ | ūrū tadasya yadvaiśyaḥ padbhyāṃ śūdro ajāyata |
Der Brahmane war sein Mund; zum Krieger wurden seine Arme. Seine Schenkel waren der Vaishya; aus seinen Füßen entstand der Shudra.
Wort-für-Wort-Übersetzung: brāhmaṇaḥ – Brahmane; asya – sein; mukham – Mund; āsīt – war; bāhū – Arme; rājanyaḥ – Krieger; kṛtaḥ – gemacht; ūrū – Schenkel; vaiśyaḥ – Vaishya; padbhyām – aus den Füßen; śūdraḥ – Shudra; ajāyata – entstand.
Textanmerkung: Das Zitat aus dem kosmischen Menschenbild beschreibt eine traditionelle Sozialordnung. Es ist keine moderne Begründung persönlicher Ungleichwertigkeit.
1.6b – Die kosmischen Kräfte
candramā manaso jātaścakṣoḥ sūryo ajāyata | śrotrādvāyuśca prāṇaśca hṛdayātsarvamidaṃ jāyate || 6 ||
Aus seinem Geist entstand der Mond, aus seinem Auge die Sonne. Aus seinem Ohr entstanden Wind und Lebensatem; aus seinem Herzen entsteht all dies.
Wort-für-Wort-Übersetzung: candramāḥ – Mond; manasaḥ – aus dem Geist; jātaḥ – entstanden; cakṣoḥ – aus dem Auge; sūryaḥ – Sonne; ajāyata – entstand; śrotrāt – aus dem Ohr; vāyuḥ – Wind; prāṇaḥ – Lebensatem; hṛdayāt – aus dem Herzen; sarvam idam – all dies; jāyate – entsteht.
2.1.
apānānniṣādā yakṣarākṣasagandharvāścāsthibhyaḥ parvatā lomabhya oṣadhivanaspatayo lalāṭātkrodhajo rudro jāyate || 1 ||
Aus seinem Apana entstanden Nishadas, Yakshas, Rakshasas und Gandharvas; aus seinen Knochen die Berge, aus seinen Haaren Kräuter und Bäume. Aus seiner Stirn entsteht Rudra, aus Zorn geboren.
Wort-für-Wort-Übersetzung: apānāt – aus Apana; niṣādāḥ – Nishadas; yakṣa-rākṣasa-gandharvāḥ – Yakshas, Rakshasas und Gandharvas; asthibhyaḥ – aus Knochen; parvatāḥ – Berge; lomabhyaḥ – aus Haaren; oṣadhi-vanaspatayaḥ – Kräuter und Bäume; lalāṭāt – aus der Stirn; krodha-jaḥ – aus Zorn geboren; rudraḥ – Rudra; jāyate – entsteht.
2.2.
tasyaitasya mahato bhūtasya niḥśvasitamevaitadyadṛgvedo yajurvedaḥ sāmavedo'tharvavedaḥ śikṣā kalpo vyākaraṇaṃ niruktaṃ chando jyotiṣāmayanaṃ nyāyo mīmāṃsā dharmaśāstrāṇi vyākhyānānyupavyākhyānāni ca sarvāṇi ca bhūtāni || 2 ||
Ausgehauchter Atem dieses großen Wesens sind Rigveda, Yajurveda, Samaveda und Atharvaveda, Lautlehre, Ritualkunde, Grammatik, Worterklärung, Verslehre, Sternenkunde, Logik, Mimamsa, Dharmaschriften, Erläuterungen und weitere Erläuterungen sowie sämtliche Wesen.
Wort-für-Wort-Übersetzung: tasya etasya mahataḥ bhūtasya – dieses großen Wesens; niḥśvasitam – ausgehauchter Atem; ṛgveda-yajurveda-sāmaveda-atharvavedaḥ – die vier Veden; śikṣā – Lautlehre; kalpaḥ – Ritualkunde; vyākaraṇam – Grammatik; niruktam – Worterklärung; chandaḥ – Verslehre; jyotiṣām ayanam – Sternenkunde; nyāyaḥ – Logik; mīmāṃsā – Mimamsa, Untersuchung; dharma-śāstrāṇi – Dharmaschriften; vyākhyānāni – Erläuterungen; upavyākhyānāni – weitere Erläuterungen; sarvāṇi bhūtāni – sämtliche Wesen.
2.3.
hiraṇyajyotiryasminnayamātmādhikṣiyanti bhuvanāni viśvā | ātmānaṃ dvidhākarodardhena strī ardhena puruṣo devo bhūtvā devānasṛjadṛṣirbhūtvā ṛṣīnyakṣarākṣasagandharvāngrāmyānāraṇyāṃśca paśūnasṛjaditarā gauritaro'naḍvānitaro vaḍavetaro'śva itarā gardabhītaro gardabha itarā viśvambharītaro viśvambharaḥ || 3 ||
Goldenes Licht ist dieses Selbst, in dem alle Welten wohnen. Es teilte sich in zwei: eine Hälfte Frau, die andere Mann. Als Gott erschuf es Götter, als Seher die Seher; es erschuf Yakshas, Rakshasas, Gandharvas, Haustiere und wilde Tiere. Die eine Seite war Kuh, die andere Stier; die eine Stute, die andere Hengst; die eine Eselin, die andere Esel; die eine die Alltragende, die andere der Alltragende.
Wort-für-Wort-Übersetzung: hiraṇya-jyotiḥ – goldenes Licht; ātmā – Selbst; yasmin – in dem; adhikṣiyanti – wohnen; bhuvanāni viśvā – alle Welten; ātmānam dvidhā akarot – teilte sich in zwei; ardhena – mit einer Hälfte; strī – Frau; puruṣaḥ – Mann; devaḥ bhūtvā – Gott geworden; devān asṛjat – erschuf Götter; ṛṣiḥ – Seher; ṛṣīn – Seher; grāmyān – häusliche; āraṇyān – wilde; paśūn – Tiere; itarā – die eine weibliche; itaraḥ – der andere männliche; gauḥ – Kuh; anaḍvān – Stier; vaḍavā – Stute; aśvaḥ – Hengst; gardabhī – Eselin; gardabhaḥ – Esel; viśvambharī – Alltragende; viśvambharaḥ – Alltragender.
2.4.
so'nte vaiśvānaro bhūtvā sandagdhvā sarvāṇi bhūtāni pṛthivyapsu pralīyata āpastejasi pralīyante tejo vāyau vilīyate vāyurākāśe vilīyata ākāśamindriyeṣvindriyāṇi tanmātreṣu tanmātrāṇi bhūtādau vilīyante bhūtādirmahati vilīyate mahānavyakte vilīyate'vyaktamakṣare vilīyate akṣaraṃ tamasi vilīyate tamaḥ pare deva ekībhavati parastānna sannāsanna sadasadityetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 4 ||
Am Ende wird er zum Allfeuer und verbrennt sämtliche Wesen. Erde löst sich im Wasser auf, Wasser im Feuer, Feuer im Wind, Wind im Raum, Raum in den Sinnen, Sinne in den feinen Elementen, diese im Ursprung der Elemente, dieser im Großen, das Große im Unentfalteten, das Unentfaltete im Unvergänglichen, das Unvergängliche in der Finsternis. Die Finsternis wird eins im höchsten Gott. Jenseits davon ist weder Seiendes noch Nichtseiendes noch beides zugleich. Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
Wort-für-Wort-Übersetzung: ante – am Ende; vaiśvānaraḥ – Allfeuer; bhūtvā – geworden; sandagdhvā – verbrannt habend; sarvāṇi bhūtāni – sämtliche Wesen; pṛthivī – Erde; apsu – im Wasser; tejas – Feuer; vāyu – Wind; ākāśa – Raum; indriyāṇi – Sinne; tanmātrāṇi – feine Elemente; bhūtādi – Ursprung der Elemente; mahat – das Große; avyakta – Unentfaltetes; akṣara – Unvergängliches; tamas – Finsternis; pralīyate, vilīyate – löst sich auf; pare deve – im höchsten Gott; ekībhavati – wird eins; parastāt – jenseits; na sat na asat na sat-asat – weder seiend noch nichtseiend noch beides; nirvāṇa-anuśāsanam – Unterweisung über das Erlöschen; veda-anuśāsanam – Unterweisung des Veda.
3.1.
asadvā idamagra āsīdajātamabhūtamapratiṣṭhitamaśabdamasparśamarūpamarasamagandhamavyayamamahāntamabṛhantamajamātmānaṃ matvā dhīro na śocati || 1 ||
Am Anfang war dies nichtseiend, ungeboren, ungeworden, ungegründet, ohne Laut, Berührung, Gestalt, Geschmack und Geruch, unvergänglich, weder groß noch ausgedehnt. Wer dieses ungeborene Selbst erkennt, trauert als Weiser nicht.
Wort-für-Wort-Übersetzung: asat – nichtseiend; idam – dies; agre – am Anfang; āsīt – war; ajātam – ungeboren; abhūtam – ungeworden; apratiṣṭhitam – ungegründet; aśabdam – lautlos; asparśam – ohne Berührung; arūpam – gestaltlos; arasam – geschmacklos; agandham – geruchlos; avyayam – unvergänglich; amahāntam – nicht groß; abṛhantam – nicht ausgedehnt; ajam – ungeboren; ātmānam – Selbst; matvā – erkennend; dhīraḥ – Weiser; na śocati – trauert nicht.
3.2.
apramāṇamamukhamaśrotramavāgamano'tejaskam acakṣuṣkamanāmagotramaśiraskam apāṇipādamasnigdhamalohitamaprameyam ahrasvamadīrghamasthūlamanaṇvanalpamapāram anirdeśyamanapāvṛtamapratarkyam aprakāśyamasaṃvṛtamanantaramabāhyaṃ na tadaśnāti kiñcana na tadaśnāti kaścana || 2 ||
Es ist ohne Maß, Mund, Ohr, Rede und Geist, ohne Leuchten, Auge, Namen, Geschlecht, Kopf, Hände und Füße; weder ölig noch rot, unermesslich, weder kurz noch lang, weder grob noch fein, weder gering noch begrenzt; nicht bezeichnungsfähig, nicht enthüllt, nicht durch Überlegung zu erfassen, nicht sichtbar zu machen, nicht verhüllt, ohne Innen und Außen. Es verzehrt nichts; niemand verzehrt es.
Wort-für-Wort-Übersetzung: apramāṇam – ohne Maß; amukham – mundlos; aśrotram – ohne Ohr; avāk – ohne Rede; amanaḥ – ohne Geist; atejaskam – ohne Leuchten; acakṣuṣkam – ohne Auge; anāma-gotram – ohne Namen und Geschlecht; aśiraskam – kopflos; apāṇi-pādam – ohne Hände und Füße; asnigdham – nicht ölig; alohitam – nicht rot; aprameyam – unermesslich; ahrasvam – nicht kurz; adīrgham – nicht lang; asthūlam – nicht grob; anaṇu – nicht fein; analpam – nicht gering; apāram – unbegrenzt; anirdeśyam – nicht bezeichnungsfähig; anapāvṛtam – nicht enthüllt; apratarkyam – nicht gedanklich erfassbar; aprakāśyam – nicht sichtbar zu machen; asaṃvṛtam – nicht verhüllt; anantaram – ohne Innen; abāhyam – ohne Außen; na aśnāti – verzehrt nicht; kiñcana – irgendetwas; kaścana – irgendjemand.
3.3.
etadvai satyena dānena tapasā'nāśakena brahmacaryeṇa nirvedanenānāśakena ṣaḍaṅgenaiva sādhayedetattrayaṃ vīkṣeta damaṃ dānaṃ dayāmiti na tasya prāṇā utkrāmantyatraiva samavalīyante brahmaiva sanbrahmāpyeti ya evaṃ veda || 3 ||
Man verwirkliche es durch die sechs Glieder: Wahrhaftigkeit, Geben, Askese beziehungsweise Fasten, Keuschheit, Loslösung und Nichtvergehen. Diese drei beachte man: Selbstbeherrschung, Geben und Mitgefühl. Seine Lebenskräfte ziehen nicht aus, sondern lösen sich hier selbst auf. Schon Brahman seiend, geht in Brahman ein, wer so weiß.
Wort-für-Wort-Übersetzung: satyena – durch Wahrhaftigkeit; dānena – durch Geben; tapasā – durch Askese; anāśakena – durch Fasten oder Nichtvergehen; brahmacaryeṇa – durch Keuschheit; nirvedanena – durch Loslösung; ṣaḍ-aṅgena – durch die sechs Glieder; sādhayet – man verwirkliche; etat trayam – diese Dreiheit; vīkṣeta – man beachte; damam – Selbstbeherrschung; dānam – Geben; dayām – Mitgefühl; prāṇāḥ – Lebenskräfte; na utkrāmanti – ziehen nicht aus; atra eva – hier selbst; samavalīyante – lösen sich auf; brahma eva san – schon Brahman seiend; brahma apyeti – geht in Brahman ein; yaḥ evam veda – wer so weiß.
Textanmerkung: Die Überlieferung nennt trotz ṣaḍaṅga eine durch Wiederholung von anāśakena auffällige Reihe. Anāśaka kann Fasten oder Nichtvergehen bezeichnen. Die doppelte Form bleibt im Sanskrit erhalten; die deutsche Fassung zeigt die Unsicherheit ausdrücklich.
4.1.
hṛdayasya madhye lohitaṃ māṃsapiṇḍaṃ yasmiṃstaddaharaṃ puṇḍarīkaṃ kumudamivānekadhā vikasitaṃ hṛdayasya daśa chidrāṇi bhavanti yeṣu prāṇāḥ pratiṣṭhitāḥ || 1 ||
In der Mitte des Herzens ist eine rote Fleischmasse. Darin befindet sich jener kleine Lotus, wie eine Wasserlilie vielfach entfaltet. Das Herz hat zehn Öffnungen, in denen die Lebenskräfte ruhen.
Wort-für-Wort-Übersetzung: hṛdayasya madhye – in der Mitte des Herzens; lohitam māṃsa-piṇḍam – rote Fleischmasse; yasmin – darin; daharam puṇḍarīkam – kleiner Lotus; kumudam iva – wie eine Wasserlilie; anekadhā vikasitam – vielfach entfaltet; daśa chidrāṇi – zehn Öffnungen; prāṇāḥ – Lebenskräfte; pratiṣṭhitāḥ – ruhend.
4.2.
sa yadā prāṇena saha saṃyujyate tadā paśyati nadyo nagarāṇi bahūni vividhāni ca yadā vyānena saha saṃyujyate tadā paśyati devāṃśca ṛṣīṃśca yadāpānena saha saṃyujyate tadā paśyati yakṣarākṣasagandharvānyadā udānena saha saṃyujyate tadā paśyati devalokāndevānskandaṃ jayantaṃ ceti yadā samānena saha saṃyujyate tadā paśyati devalokāndhanāni ca yadā vairambheṇa saha saṃyujyate tadā paśyati dṛṣṭaṃ ca śrutaṃ ca bhuktaṃ cābhuktaṃ ca saccāsacca sarvaṃ paśyati || 2 ||
Ist es mit Prana verbunden, sieht es Flüsse und vielerlei Städte; mit Vyana verbunden sieht es Götter und Seher; mit Apana Yakshas, Rakshasas und Gandharvas; mit Udana Götterwelten, Götter, Skanda und Jayanta; mit Samana Götterwelten und Schätze; mit Vairambha sieht es Gesehenes und Gehörtes, Erfahrenes und Unerfahrenes, Seiendes und Nichtseiendes: Es sieht alles.
Wort-für-Wort-Übersetzung: saḥ – es; yadā – wenn; saha saṃyujyate – verbunden ist; tadā paśyati – dann sieht es; prāṇa, vyāna, apāna, udāna, samāna, vairambha – Namen von Lebenskräften; nadyaḥ – Flüsse; nagarāṇi – Städte; bahūni vividhāni – viele verschiedene; devān – Götter; ṛṣīn – Seher; yakṣa-rākṣasa-gandharvān – Yakshas, Rakshasas und Gandharvas; deva-lokān – Götterwelten; skandam jayantaṃ – Skanda und Jayanta; dhanāni – Schätze; dṛṣṭam – Gesehenes; śrutam – Gehörtes; bhuktam – Erfahrenes; abhuktam – Unerfahrenes; sat-asat – Seiendes und Nichtseiendes; sarvam – alles.
4.3.
athemā daśa daśa nāḍyo bhavanti | tāsāmekaikasyā dvāsaptatirdvāsaptatiḥ śākhā nāḍīsahasrāṇi bhavanti yasminnayamātmā svapiti śabdānāṃ ca karotyatha yaddvitīye saṅkośe svapiti tademaṃ ca lokaṃ paraṃ ca lokaṃ paśyati sarvāñchabdānvijānāti sa samprasāda ityācakṣate prāṇaḥ śarīraṃ parirakṣati haritasya nīlasya pītasya lohitasya śvetasya nāḍyo rudhirasya pūrṇāḥ || 3 ||
Diese Kanäle bestehen jeweils zu zehn. Von jedem zweigen wiederum zweiundsiebzigtausend Kanäle ab. In ihnen schläft dieses Selbst und bringt Laute hervor. Schläft es in der zweiten Hülle, sieht es diese und die jenseitige Welt und erkennt alle Laute. Man nennt es den vollkommen Befriedeten. Prana schützt den Körper. Die Kanäle sind mit grüner, blauer, gelber, roter und weißer Blutflüssigkeit gefüllt.
Wort-für-Wort-Übersetzung: daśa daśa – jeweils zehn; nāḍyaḥ – Kanäle; eka-ekasyāḥ – von jedem einzelnen; dvāsaptatiḥ nāḍī-sahasrāṇi – zweiundsiebzigtausend Kanäle; śākhāḥ – Zweige; ātmā – Selbst; svapiti – schläft; śabdānām karoti – bringt Laute hervor; dvitīye saṅkośe – in der zweiten Hülle; imam lokam – diese Welt; param lokam – jenseitige Welt; sarvān śabdān vijānāti – erkennt alle Laute; samprasādaḥ – vollkommen Befriedeter; prāṇaḥ – Prana; śarīram parirakṣati – schützt den Körper; harita – grün; nīla – blau; pīta – gelb; lohita – rot; śveta – weiß; rudhirasya pūrṇāḥ – mit Blutflüssigkeit gefüllt.
Textanmerkung: Die Farben gehören zur traditionellen subtilen Körperlehre. Sie sind keine Beschreibung der heutigen Anatomie.
4.4.
athātraitaddaharaṃ puṇḍarīkaṃ kumudamivānekadhā vikasitaṃ yathā keśaḥ sahasradhā bhinnastathā hitā nāma nāḍyo bhavanti hṛdyākāśe pare kośe divyo'yamātmā svapiti yatra supto na kañcana kāmaṃ kāmayate na kañcana svapnaṃ paśyati na tatra devā na devalokā yajñā na yajñā vā na mātā na pitā na bandhurna bāndhavo na steno na brahmahā tejaskāyamamṛtaṃ salila evedaṃ salilaṃ vanaṃ bhūyastenaiva mārgeṇa jāgrāya dhāvati samrāḍiti hovāca || 4 ||
Dort ist dieser kleine Lotus, wie eine Wasserlilie vielfach entfaltet. Die Hita genannten Kanäle sind so fein wie ein tausendfach gespaltenes Haar. Im Raum des Herzens, in der höchsten Hülle, schläft dieses göttliche Selbst. Dort begehrt der Schlafende keinen Wunsch und sieht keinen Traum. Dort gibt es weder Götter noch Götterwelten, weder Opfer noch Nichtopfer, weder Mutter noch Vater, weder Verwandten noch Angehörigen, weder Dieb noch Brahmanenmörder. Ein lichtvoller, unsterblicher Leib: All dies ist wie Wasser in Wasser, eine wogende Fülle. Auf demselben Weg eilt es wieder zum Wachen, o Herrscher, sagte er.
Wort-für-Wort-Übersetzung: daharam puṇḍarīkam – kleiner Lotus; kumudam iva – wie eine Wasserlilie; anekadhā vikasitam – vielfach entfaltet; keśaḥ sahasradhā bhinnaḥ – tausendfach gespaltenes Haar; hitāḥ nāḍyaḥ – Hita genannte Kanäle; hṛdi-ākāśe – im Herzensraum; pare kośe – in der höchsten Hülle; divyaḥ ātmā – göttliches Selbst; suptaḥ – schlafend; na kāmam kāmayate – begehrt keinen Wunsch; na svapnam paśyati – sieht keinen Traum; devāḥ – Götter; deva-lokāḥ – Götterwelten; yajñāḥ – Opfer; mātā – Mutter; pitā – Vater; bandhuḥ – Verwandter; bāndhavaḥ – Angehöriger; stenaḥ – Dieb; brahma-hā – Brahmanenmörder; tejas-kāyam – lichtvoller Leib; amṛtam – unsterblich; salile salilam – Wasser im Wasser; vanam – Fülle, Wald; bhūyaḥ – wieder; tena eva mārgeṇa – auf demselben Weg; jāgrāya – zum Wachen; dhāvati – eilt; samrāṭ – o Herrscher; uvāca – sagte.
Textanmerkung: Die knappe Wendung salilaṃ vanam ist schwer deutbar; „wogende Fülle“ ist eine sinngemäße Wiedergabe. Auch die Opfer-Gegenüberstellung ist in der Vorlage grammatisch uneben. Beides wird nicht stillschweigend zu einer glatten Sanskritneufassung umgeschrieben.
Das innere Selbst und Narayana
5.1.
sthānāni sthānibhyo yacchati nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ cakṣuradhyātmaṃ draṣṭavyamadhibhūtamādityastatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yaścakṣuṣi yo draṣṭavye ya āditye yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 1 ||
Er weist den Trägern ihre Sitze zu; der Kanal verbindet sie. Der innere Bezug ist Auge, der gegenständliche Bezug das Sichtbare, die zugehörige Gottheit Sonne. Der Kanal verbindet sie. Wer im Auge, im Sichtbaren, in der Sonne, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
Wort-für-Wort-Übersetzung: sthānāni – Sitze; sthānibhyaḥ – den Trägern; yacchati – weist zu; cakṣus – Auge; adhyātma – innerer Bezug; draṣṭavya – das Sichtbare; adhibhūta – gegenständlicher Bezug; āditya – Sonne; adhidaivata – zugehörige Gottheit; nāḍī – Kanal; teṣām nibandhanam – ihre Verbindung; yaḥ – wer; prāṇe – im Lebensatem; vijñāne – in der Erkenntnis; ānande – in der Freude; hṛdi-ākāśe – im Herzensraum; etasmin sarvasmin – all dies; antare saṃcarati – bewegt sich im Inneren; saḥ ayam ātmā – das ist dieses Selbst; tam ātmānam upāsīta – dieses Selbst verehre man; ajaram – alterslos; amṛtam – unsterblich; abhayam – furchtlos; aśokam – leidlos; anantam – unendlich.
5.2.
śrotramadhyātmaṃ śrotavyamadhibhūtaṃ diśastatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yaḥ śrotre yaḥ śrotavye yo dikṣu yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 2 ||
Der innere Bezug ist Ohr, der gegenständliche Bezug das Hörbare, die zugehörige Gottheit Himmelsrichtungen. Der Kanal verbindet sie. Wer im Ohr, im Hörbaren, in den Himmelsrichtungen, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
Wort-für-Wort-Übersetzung: śrotra – Ohr; adhyātma – innerer Bezug; śrotavya – das Hörbare; adhibhūta – gegenständlicher Bezug; diś – Himmelsrichtungen; adhidaivata – zugehörige Gottheit; nāḍī – Kanal; teṣām nibandhanam – ihre Verbindung; yaḥ – wer; prāṇe – im Lebensatem; vijñāne – in der Erkenntnis; ānande – in der Freude; hṛdi-ākāśe – im Herzensraum; etasmin sarvasmin – all dies; antare saṃcarati – bewegt sich im Inneren; saḥ ayam ātmā – das ist dieses Selbst; tam ātmānam upāsīta – dieses Selbst verehre man; ajaram – alterslos; amṛtam – unsterblich; abhayam – furchtlos; aśokam – leidlos; anantam – unendlich.
5.3.
nāsādhyātmaṃ ghrātavyamadhibhūtaṃ pṛthivī tatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yo nāsāyāṃ yo ghrātavye yaḥ pṛthivyāṃ yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 3 ||
Der innere Bezug ist Nase, der gegenständliche Bezug das Riechbare, die zugehörige Gottheit Erde. Der Kanal verbindet sie. Wer in der Nase, im Riechbaren, in der Erde, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
Wort-für-Wort-Übersetzung: nāsā – Nase; adhyātma – innerer Bezug; ghrātavya – das Riechbare; adhibhūta – gegenständlicher Bezug; pṛthivī – Erde; adhidaivata – zugehörige Gottheit; nāḍī – Kanal; teṣām nibandhanam – ihre Verbindung; yaḥ – wer; prāṇe – im Lebensatem; vijñāne – in der Erkenntnis; ānande – in der Freude; hṛdi-ākāśe – im Herzensraum; etasmin sarvasmin – all dies; antare saṃcarati – bewegt sich im Inneren; saḥ ayam ātmā – das ist dieses Selbst; tam ātmānam upāsīta – dieses Selbst verehre man; ajaram – alterslos; amṛtam – unsterblich; abhayam – furchtlos; aśokam – leidlos; anantam – unendlich.
5.4.
jihvādhyātmaṃ rasayitavyamadhibhūtaṃ varuṇastatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yo jihvāyāṃ rasayitavye yo varuṇe yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 4 ||
Der innere Bezug ist Zunge, der gegenständliche Bezug das Schmeckbare, die zugehörige Gottheit Varuna. Der Kanal verbindet sie. Wer in der Zunge, im Schmeckbaren, in Varuna, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
Wort-für-Wort-Übersetzung: jihvā – Zunge; adhyātma – innerer Bezug; rasayitavya – das Schmeckbare; adhibhūta – gegenständlicher Bezug; varuṇa – Varuna; adhidaivata – zugehörige Gottheit; nāḍī – Kanal; teṣām nibandhanam – ihre Verbindung; yaḥ – wer; prāṇe – im Lebensatem; vijñāne – in der Erkenntnis; ānande – in der Freude; hṛdi-ākāśe – im Herzensraum; etasmin sarvasmin – all dies; antare saṃcarati – bewegt sich im Inneren; saḥ ayam ātmā – das ist dieses Selbst; tam ātmānam upāsīta – dieses Selbst verehre man; ajaram – alterslos; amṛtam – unsterblich; abhayam – furchtlos; aśokam – leidlos; anantam – unendlich.
Textanmerkung: Die Vergleichsfassung nennt hier Zunge und Schmeckbares; die Sanskrit-Documents-Fassung hat an derselben Stelle offenbar versehentlich Haut und Berührbares wiederholt.
5.5.
tvagadhyātmaṃ sparśayitavyamadhibhūtaṃ vāyustatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yastvaci yaḥ sparśayitavye yo vāyau yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 5 ||
Der innere Bezug ist Haut, der gegenständliche Bezug das Berührbare, die zugehörige Gottheit Wind. Der Kanal verbindet sie. Wer in der Haut, im Berührbaren, im Wind, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
Wort-für-Wort-Übersetzung: tvac – Haut; adhyātma – innerer Bezug; sparśayitavya – das Berührbare; adhibhūta – gegenständlicher Bezug; vāyu – Wind; adhidaivata – zugehörige Gottheit; nāḍī – Kanal; teṣām nibandhanam – ihre Verbindung; yaḥ – wer; prāṇe – im Lebensatem; vijñāne – in der Erkenntnis; ānande – in der Freude; hṛdi-ākāśe – im Herzensraum; etasmin sarvasmin – all dies; antare saṃcarati – bewegt sich im Inneren; saḥ ayam ātmā – das ist dieses Selbst; tam ātmānam upāsīta – dieses Selbst verehre man; ajaram – alterslos; amṛtam – unsterblich; abhayam – furchtlos; aśokam – leidlos; anantam – unendlich.
5.6.
mano'dhyātmaṃ mantavyamadhibhūtaṃ candrastatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yo manasi yo mantavye yaścandre yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 6 ||
Der innere Bezug ist Geist, der gegenständliche Bezug das Denkbare, die zugehörige Gottheit Mond. Der Kanal verbindet sie. Wer im Geist, im Denkbaren, im Mond, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
Wort-für-Wort-Übersetzung: manas – Geist; adhyātma – innerer Bezug; mantavya – das Denkbare; adhibhūta – gegenständlicher Bezug; candra – Mond; adhidaivata – zugehörige Gottheit; nāḍī – Kanal; teṣām nibandhanam – ihre Verbindung; yaḥ – wer; prāṇe – im Lebensatem; vijñāne – in der Erkenntnis; ānande – in der Freude; hṛdi-ākāśe – im Herzensraum; etasmin sarvasmin – all dies; antare saṃcarati – bewegt sich im Inneren; saḥ ayam ātmā – das ist dieses Selbst; tam ātmānam upāsīta – dieses Selbst verehre man; ajaram – alterslos; amṛtam – unsterblich; abhayam – furchtlos; aśokam – leidlos; anantam – unendlich.
5.7.
buddhiradhyātmaṃ boddhavyamadhibhūtaṃ brahmā tatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yo buddhau yo boddhavye yo brahmaṇi yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 7 ||
Der innere Bezug ist Erkenntnisvermögen, der gegenständliche Bezug das Erkennbare, die zugehörige Gottheit Brahma. Der Kanal verbindet sie. Wer im Erkenntnisvermögen, im Erkennbaren, in Brahma, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
Wort-für-Wort-Übersetzung: buddhi – Erkenntnisvermögen; adhyātma – innerer Bezug; boddhavya – das Erkennbare; adhibhūta – gegenständlicher Bezug; brahmā – Brahma; adhidaivata – zugehörige Gottheit; nāḍī – Kanal; teṣām nibandhanam – ihre Verbindung; yaḥ – wer; prāṇe – im Lebensatem; vijñāne – in der Erkenntnis; ānande – in der Freude; hṛdi-ākāśe – im Herzensraum; etasmin sarvasmin – all dies; antare saṃcarati – bewegt sich im Inneren; saḥ ayam ātmā – das ist dieses Selbst; tam ātmānam upāsīta – dieses Selbst verehre man; ajaram – alterslos; amṛtam – unsterblich; abhayam – furchtlos; aśokam – leidlos; anantam – unendlich.
5.8.
ahaṅkāro'dhyātmamahaṅkartavyamadhibhūtaṃ rudrastatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yo'haṅkāre yo'haṅkartavye yo rudre yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 8 ||
Der innere Bezug ist Ichbewusstsein, der gegenständliche Bezug das als Ich Beanspruchte, die zugehörige Gottheit Rudra. Der Kanal verbindet sie. Wer im Ichbewusstsein, im als Ich Beanspruchten, in Rudra, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
Wort-für-Wort-Übersetzung: ahaṅkāra – Ichbewusstsein; adhyātma – innerer Bezug; ahaṅkartavya – das als Ich Beanspruchte; adhibhūta – gegenständlicher Bezug; rudra – Rudra; adhidaivata – zugehörige Gottheit; nāḍī – Kanal; teṣām nibandhanam – ihre Verbindung; yaḥ – wer; prāṇe – im Lebensatem; vijñāne – in der Erkenntnis; ānande – in der Freude; hṛdi-ākāśe – im Herzensraum; etasmin sarvasmin – all dies; antare saṃcarati – bewegt sich im Inneren; saḥ ayam ātmā – das ist dieses Selbst; tam ātmānam upāsīta – dieses Selbst verehre man; ajaram – alterslos; amṛtam – unsterblich; abhayam – furchtlos; aśokam – leidlos; anantam – unendlich.
5.9.
cittamadhyātmaṃ cetayitavyamadhibhūtaṃ kṣetrajñastatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yaścitte yaścetayitavye yaḥ kṣetrajñe yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 9 ||
Der innere Bezug ist Bewusstsein, der gegenständliche Bezug das Bewusstseinsobjekt, die zugehörige Gottheit Feldkenner. Der Kanal verbindet sie. Wer im Bewusstsein, im Bewusstseinsobjekt, im Feldkenner, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
Wort-für-Wort-Übersetzung: citta – Bewusstsein; adhyātma – innerer Bezug; cetayitavya – das Bewusstseinsobjekt; adhibhūta – gegenständlicher Bezug; kṣetrajña – Feldkenner; adhidaivata – zugehörige Gottheit; nāḍī – Kanal; teṣām nibandhanam – ihre Verbindung; yaḥ – wer; prāṇe – im Lebensatem; vijñāne – in der Erkenntnis; ānande – in der Freude; hṛdi-ākāśe – im Herzensraum; etasmin sarvasmin – all dies; antare saṃcarati – bewegt sich im Inneren; saḥ ayam ātmā – das ist dieses Selbst; tam ātmānam upāsīta – dieses Selbst verehre man; ajaram – alterslos; amṛtam – unsterblich; abhayam – furchtlos; aśokam – leidlos; anantam – unendlich.
5.10.
vāgadhyātmaṃ vaktavyamadhibhūtamagnistatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yo vāci yo vaktavye yo'gnau yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 10 ||
Der innere Bezug ist Rede, der gegenständliche Bezug das Auszusprechende, die zugehörige Gottheit Feuer. Der Kanal verbindet sie. Wer in der Rede, im Auszusprechenden, im Feuer, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
Wort-für-Wort-Übersetzung: vāc – Rede; adhyātma – innerer Bezug; vaktavya – das Auszusprechende; adhibhūta – gegenständlicher Bezug; agni – Feuer; adhidaivata – zugehörige Gottheit; nāḍī – Kanal; teṣām nibandhanam – ihre Verbindung; yaḥ – wer; prāṇe – im Lebensatem; vijñāne – in der Erkenntnis; ānande – in der Freude; hṛdi-ākāśe – im Herzensraum; etasmin sarvasmin – all dies; antare saṃcarati – bewegt sich im Inneren; saḥ ayam ātmā – das ist dieses Selbst; tam ātmānam upāsīta – dieses Selbst verehre man; ajaram – alterslos; amṛtam – unsterblich; abhayam – furchtlos; aśokam – leidlos; anantam – unendlich.
5.11.
hastāvadhyātmamādātavyamadhibhūtamindrastatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yo haste ya ādātavye ya indre yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 11 ||
Der innere Bezug ist Hände, der gegenständliche Bezug das zu Ergreifende, die zugehörige Gottheit Indra. Der Kanal verbindet sie. Wer in der Hand, im zu Ergreifenden, in Indra, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
Wort-für-Wort-Übersetzung: hasta – Hände; adhyātma – innerer Bezug; ādātavya – das zu Ergreifende; adhibhūta – gegenständlicher Bezug; indra – Indra; adhidaivata – zugehörige Gottheit; nāḍī – Kanal; teṣām nibandhanam – ihre Verbindung; yaḥ – wer; prāṇe – im Lebensatem; vijñāne – in der Erkenntnis; ānande – in der Freude; hṛdi-ākāśe – im Herzensraum; etasmin sarvasmin – all dies; antare saṃcarati – bewegt sich im Inneren; saḥ ayam ātmā – das ist dieses Selbst; tam ātmānam upāsīta – dieses Selbst verehre man; ajaram – alterslos; amṛtam – unsterblich; abhayam – furchtlos; aśokam – leidlos; anantam – unendlich.
5.12.
pādāvadhyātmaṃ gantavyamadhibhūtaṃ viṣṇustatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yaḥ pāde yo gantavye yo viṣṇau yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 12 ||
Der innere Bezug ist Füße, der gegenständliche Bezug das zu Erreichende, die zugehörige Gottheit Vishnu. Der Kanal verbindet sie. Wer im Fuß, im zu Erreichenden, in Vishnu, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
Wort-für-Wort-Übersetzung: pāda – Füße; adhyātma – innerer Bezug; gantavya – das zu Erreichende; adhibhūta – gegenständlicher Bezug; viṣṇu – Vishnu; adhidaivata – zugehörige Gottheit; nāḍī – Kanal; teṣām nibandhanam – ihre Verbindung; yaḥ – wer; prāṇe – im Lebensatem; vijñāne – in der Erkenntnis; ānande – in der Freude; hṛdi-ākāśe – im Herzensraum; etasmin sarvasmin – all dies; antare saṃcarati – bewegt sich im Inneren; saḥ ayam ātmā – das ist dieses Selbst; tam ātmānam upāsīta – dieses Selbst verehre man; ajaram – alterslos; amṛtam – unsterblich; abhayam – furchtlos; aśokam – leidlos; anantam – unendlich.
5.13.
pāyuradhyātmaṃ visarjayitavyamadhibhūtaṃ mṛtyustatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yaḥ pāyau yo visarjayitavye yo mṛtyau yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 13 ||
Der innere Bezug ist Ausscheidungsorgan, der gegenständliche Bezug das Auszuscheidende, die zugehörige Gottheit Tod. Der Kanal verbindet sie. Wer im Ausscheidungsorgan, im Auszuscheidenden, im Tod, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
Wort-für-Wort-Übersetzung: pāyu – Ausscheidungsorgan; adhyātma – innerer Bezug; visarjayitavya – das Auszuscheidende; adhibhūta – gegenständlicher Bezug; mṛtyu – Tod; adhidaivata – zugehörige Gottheit; nāḍī – Kanal; teṣām nibandhanam – ihre Verbindung; yaḥ – wer; prāṇe – im Lebensatem; vijñāne – in der Erkenntnis; ānande – in der Freude; hṛdi-ākāśe – im Herzensraum; etasmin sarvasmin – all dies; antare saṃcarati – bewegt sich im Inneren; saḥ ayam ātmā – das ist dieses Selbst; tam ātmānam upāsīta – dieses Selbst verehre man; ajaram – alterslos; amṛtam – unsterblich; abhayam – furchtlos; aśokam – leidlos; anantam – unendlich.
5.14.
upastho'dhyātmamānandayitavyamadhibhūtaṃ prajāpatistatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ ya upasthe ya ānandayitavye yaḥ prajāpatau yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupasītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 14 ||
Der innere Bezug ist Zeugungsorgan, der gegenständliche Bezug das Lustbereitende, die zugehörige Gottheit Prajapati. Der Kanal verbindet sie. Wer im Zeugungsorgan, im Lustbereitenden, in Prajapati, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
Wort-für-Wort-Übersetzung: upastha – Zeugungsorgan; adhyātma – innerer Bezug; ānandayitavya – das Lustbereitende; adhibhūta – gegenständlicher Bezug; prajāpati – Prajapati; adhidaivata – zugehörige Gottheit; nāḍī – Kanal; teṣām nibandhanam – ihre Verbindung; yaḥ – wer; prāṇe – im Lebensatem; vijñāne – in der Erkenntnis; ānande – in der Freude; hṛdi-ākāśe – im Herzensraum; etasmin sarvasmin – all dies; antare saṃcarati – bewegt sich im Inneren; saḥ ayam ātmā – das ist dieses Selbst; tam ātmānam upāsīta – dieses Selbst verehre man; ajaram – alterslos; amṛtam – unsterblich; abhayam – furchtlos; aśokam – leidlos; anantam – unendlich.
5.15.
eṣa sarvajña eṣa sarveśvara eṣa sarvādhipatireṣo'ntaryāmyeṣa yoniḥ sarvasya sarvasaukhyairupāsyamāno na ca sarvasaukhyānyupāsyati vedaśāstrairupāsyamāno na ca vedaśāstrāṇyupāsyati yasyānnamidaṃ sarve na ca yo'nnaṃ bhavatyataḥ paraṃ sarvanayanaḥ praśāstānnamayo bhūtātmā prāṇamaya indriyātmā manomayaḥ saṅkalpātmā vijñānamayaḥ kālātmānandamayo layātmaikatvaṃ nāsti dvaitaṃ kuto martyaṃ nāstyamṛtaṃ kuto nāntaḥprajño na bahiḥprajño nobhayataḥprajño na prajñānaghano na prajño nāprajño'pi no viditaṃ vedyaṃ nāstītyetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 15 ||
Er ist allwissend, Herr über alles, Gebieter über alles, innerer Lenker und Ursprung von allem. Alle Freuden dienen ihm; er dient nicht den Freuden. Veden und Lehrschriften dienen ihm; er dient nicht ihnen. All dies ist seine Nahrung, doch er selbst wird nicht zur Nahrung. Darüber hinaus ist er der Alllenker, der Gebieter: Als nahrungsgeprägtes Selbst ist er das Selbst der Elemente, als lebenskraftgeprägtes das Selbst der Sinne, als geistgeprägtes das Selbst der Vorstellungen, als erkenntnisgeprägtes das Selbst der Zeit, als freudegeprägtes das Selbst der Auflösung. Dort gibt es keine Einheit – woher dann Zweiheit? Kein Sterbliches – woher dann Unsterbliches? Es erkennt weder nach innen noch nach außen noch nach beiden Seiten; es ist weder eine Erkenntnismasse noch erkennend noch nicht erkennend. Es ist kein bekanntes Objekt; nichts ist dort zu erkennen. Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
Wort-für-Wort-Übersetzung: sarvajñaḥ – allwissend; sarveśvaraḥ – Allherr; sarvādhipatiḥ – Allgebieter; antaryāmī – innerer Lenker; yoniḥ sarvasya – Ursprung von allem; sarva-saukhyaiḥ – durch alle Freuden; upāsyamānaḥ – verehrt, bedient; na upāsyati – dient nicht; veda-śāstraiḥ – durch Veden und Lehrschriften; yasya annam idam – dessen Nahrung dies ist; na annaṃ bhavati – wird nicht Nahrung; sarva-nayanaḥ – Alllenker; praśāstā – Gebieter; anna-mayaḥ – nahrungsgeprägt; bhūta-ātmā – Selbst der Elemente; prāṇa-mayaḥ – lebenskraftgeprägt; indriya-ātmā – Selbst der Sinne; mano-mayaḥ – geistgeprägt; saṅkalpa-ātmā – Selbst der Vorstellungen; vijñāna-mayaḥ – erkenntnisgeprägt; kāla-ātmā – Selbst der Zeit; ānanda-mayaḥ – freudegeprägt; laya-ātmā – Selbst der Auflösung; ekatvam – Einheit; dvaitam – Zweiheit; kutaḥ – woher; martyam – Sterbliches; amṛtam – Unsterbliches; antaḥ-prajñaḥ – nach innen erkennend; bahiḥ-prajñaḥ – nach außen erkennend; ubhayataḥ-prajñaḥ – nach beiden Seiten erkennend; prajñāna-ghanaḥ – Erkenntnismasse; prajñaḥ – erkennend; aprajñaḥ – nicht erkennend; viditam – bekannt; vedyam – zu erkennen; na asti – ist nicht; nirvāṇa-anuśāsanam – Unterweisung über das Erlöschen; veda-anuśāsanam – Unterweisung des Veda.
6.1.
naiveha kiñcanāgra āsīdamūlamanādhārā imāḥ prajāḥ prajāyante || 1 ||
Am Anfang war hier überhaupt nichts. Ohne Wurzel und ohne äußeren Halt entstehen diese Geschöpfe.
Wort-für-Wort-Übersetzung: na eva iha kiñcana – hier überhaupt nichts; agre – am Anfang; āsīt – war; amūlam – ohne Wurzel; anādhārāḥ – ohne Halt; imāḥ prajāḥ – diese Geschöpfe; prajāyante – entstehen.
6.2.
cakṣuśca draṣṭavyaṃ ca nārāyaṇaḥ śrotraṃ ca śrotavyaṃ ca nārāyaṇo ghrāṇaṃ ca ghrātavyaṃ ca nārāyaṇo jihvā ca rasayitavyaṃ ca nārāyaṇastvak ca sparśayitavyaṃ ca nārāyaṇo manaśca mantavyaṃ ca narāyaṇo buddhiśca boddhavyaṃ ca nārāyaṇo'haṅkāraścāhaṅkartavyaṃ ca nārāyaṇaścittaṃ ca cetayitavyaṃ ca nārāyaṇo vāk ca vaktavyaṃ ca nārāyaṇo hastau cādātavyaṃ ca nārāyaṇaḥ pādau ca gantavyaṃ ca nārāyaṇaḥ pāyuśca visarjayitavyaṃ ca nārāyaṇa upasthaścānandayitavyaṃ ca nārāyaṇo dhātā vidhātā kartā vikartā divyo deva eko nārāyaṇaḥ || 2 ||
Auge und Sichtbares sind Narayana; Ohr und Hörbares sind Narayana; Geruchssinn und Riechbares sind Narayana; Zunge und Schmeckbares sind Narayana; Haut und Berührbares sind Narayana; Geist und Denkbares sind Narayana; Erkenntnisvermögen und Erkennbares sind Narayana; Ichbewusstsein und als Ich Beanspruchtes sind Narayana; Bewusstsein und Bewusstseinsobjekt sind Narayana; Rede und Auszusprechendes sind Narayana; Hände und zu Ergreifendes sind Narayana; Füße und zu Erreichendes sind Narayana; Ausscheidungsorgan und Auszuscheidendes sind Narayana; Zeugungsorgan und Lustbereitendes sind Narayana. Er ist Träger, Ordner, Schöpfer und Umgestalter: der eine himmlische Gott Narayana.
Wort-für-Wort-Übersetzung: cakṣus – Auge; draṣṭavya – Sichtbare; śrotra – Ohr; śrotavya – Hörbare; nāsā – Nase; ghrātavya – Riechbare; jihvā – Zunge; rasayitavya – Schmeckbare; tvac – Haut; sparśayitavya – Berührbare; manas – Geist; mantavya – Denkbare; buddhi – Erkenntnisvermögen; boddhavya – Erkennbare; ahaṅkāra – Ichbewusstsein; ahaṅkartavya – als Ich Beanspruchte; citta – Bewusstsein; cetayitavya – Bewusstseinsobjekt; vāc – Rede; vaktavya – Auszusprechende; hasta – Hände; ādātavya – zu Ergreifende; pāda – Füße; gantavya – zu Erreichende; pāyu – Ausscheidungsorgan; visarjayitavya – Auszuscheidende; upastha – Zeugungsorgan; ānandayitavya – Lustbereitende; ghrāṇa – Geruchssinn; ca – und; nārāyaṇaḥ – Narayana; dhātā – Träger; vidhātā – Ordner; kartā – Schöpfer; vikartā – Umgestalter; divyaḥ devaḥ – himmlischer Gott; ekaḥ – einer.
6.3.
ādityā rudrā maruto vasavo'śvināvṛco yajūṃṣi sāmāni mantro'gnirājyāhutirnārāyaṇa udbhavaḥ sambhavo divyo deva eko nārāyaṇaḥ || 3 ||
Adityas, Rudras, Maruts, Vasus, die beiden Ashvins, Rigverse, Yajusformeln, Samangesänge, Mantra, Feuer und die Gabe aus geklärter Butter sind Narayana. Ursprung und Entstehen sind der eine himmlische Gott Narayana.
Wort-für-Wort-Übersetzung: ādityāḥ – Adityas; rudrāḥ – Rudras; marutaḥ – Maruts; vasavaḥ – Vasus; aśvinau – beide Ashvins; ṛcaḥ – Rigverse; yajūṃṣi – Yajusformeln; sāmāni – Samangesänge; mantraḥ – Mantra; agniḥ – Feuer; ājya-āhutiḥ – Gabe geklärter Butter; nārāyaṇaḥ – Narayana; udbhavaḥ – Ursprung; sambhavaḥ – Entstehen; divyaḥ devaḥ ekaḥ – ein himmlischer Gott.
6.4.
mātā pitā bhrātā nivāsaḥ śaraṇaṃ suhṛdgatirnārāyaṇaḥ || 4 ||
Mutter, Vater, Bruder, Wohnung, Zuflucht, Freund und Ziel ist Narayana.
Wort-für-Wort-Übersetzung: mātā – Mutter; pitā – Vater; bhrātā – Bruder; nivāsaḥ – Wohnung; śaraṇam – Zuflucht; suhṛt – Freund; gatiḥ – Ziel; nārāyaṇaḥ – Narayana.
6.5.
virājā sudarśanājitāsomyāmoghākumārāmṛtāsatyāmadhyamānāsīrāśiśutāsūrāsūryābhāsvarāvijñeyāni nāḍīnāmāni divyāni || 5 ||
Viraja, Sudarshana, Ajita, Somya, Amogha, Kumara, Amrita, Satya, Madhyama, Nasira, Shishuta, Sura, Surya und Bhasvara: Dies sind die zu kennenden göttlichen Namen der Kanäle.
Wort-für-Wort-Übersetzung: virājā, sudarśanā, ajitā, somyā, amoghā, kumārā, amṛtā, satyā, madhyamā, nāsīrā, śiśutā, sūrā, sūryā, bhāsvarā – Eigennamen der Kanäle; vijñeyāni – zu kennen; nāḍī-nāmāni – Kanalnamen; divyāni – göttlich.
Textanmerkung: Die Namen weichen stellenweise von Kapitel 9 ab. Insbesondere erscheinen dort jitā, saumyā, modhā, śiśu, asurā und bhāsvatī. Die unterschiedlichen Überlieferungsformen werden nicht unbemerkt vereinheitlicht.
6.6.
garjati gāyati vāti varṣati varuṇo'ryamā candramāḥ kālaḥ kalirdhātā brahmā prajāpatirmaghavā divasāścārdhadivasāśca kalāḥ kalpāścordhvaṃ ca diśaśca sarvaṃ nārāyaṇaḥ || 6 ||
Er donnert, singt, weht und regnet. Varuna, Aryaman, der Mond, die Zeit, Kali, Dhatar, Brahma, Prajapati, Maghavan, Tage und halbe Tage, Zeitteile und Weltalter, das Oben und die Himmelsrichtungen: Alles ist Narayana.
Wort-für-Wort-Übersetzung: garjati – donnert; gāyati – singt; vāti – weht; varṣati – regnet; varuṇaḥ – Varuna; aryamā – Aryaman; candramāḥ – Mond; kālaḥ – Zeit; kaliḥ – Kali; dhātā – Dhatar, Träger; brahmā – Brahma; prajāpatiḥ – Prajapati; maghavā – Maghavan, Indra; divasāḥ – Tage; ardha-divasāḥ – halbe Tage; kalāḥ – Zeitteile; kalpāḥ – Weltalter; ūrdhvam – das Oben; diśaḥ – Himmelsrichtungen; sarvam – alles; nārāyaṇaḥ – Narayana.
6.7a – Der Purusha
puruṣa evedaṃ sarvaṃ yadbhūtaṃ yacca bhavyam | utāmṛtatvasyeśāno yadannenātirohati |
Der Purusha allein ist all dies, was gewesen ist und was künftig sein wird. Er ist auch Herr der Unsterblichkeit und dessen, was durch Nahrung wächst.
Wort-für-Wort-Übersetzung: puruṣaḥ – Purusha; eva – allein; idam sarvam – all dies; bhūtam – Gewesenes; bhavyam – Künftiges; amṛtatvasya – der Unsterblichkeit; īśānaḥ – Herr; annena – durch Nahrung; atirohati – wächst.
6.7b – Vishnus höchste Stätte
tadviṣṇoḥ paramaṃ padaṃ sadā paśyanti sūrayaḥ | divīva cakṣurātatam |
Jene höchste Stätte Vishnus schauen die Weisen immerfort, wie ein weit geöffnetes Auge am Himmel.
Wort-für-Wort-Übersetzung: tat – jene; viṣṇoḥ – Vishnus; paramam padam – höchste Stätte; sadā – immerfort; paśyanti – schauen; sūrayaḥ – Weise; divi – am Himmel; iva – wie; cakṣuḥ – Auge; ātatam – weit geöffnet.
6.7c – Wachheit
tadviprāso vipanyavo jāgṛvāṃsaḥ samindhate | viṣṇoryatparamaṃ padam |
Die begeisterten, einsichtigen, wachen Weisen entzünden jene höchste Stätte Vishnus.
Wort-für-Wort-Übersetzung: viprāsaḥ – begeisterte Weise; vipanyavaḥ – einsichtig; jāgṛvāṃsaḥ – wach; samindhate – entzünden; viṣṇoḥ – Vishnus; paramam padam – höchste Stätte.
6.7d – Schlussformel
tadetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 7 ||
Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
Wort-für-Wort-Übersetzung: nirvāṇa-anuśāsanam – Unterweisung über das Erlöschen; veda-anuśāsanam – Unterweisung des Veda.
7.1a – Erde
antaḥśarīre nihito guhāyāmaja eko nityo yasya pṛthivī śarīraṃ yaḥ pṛthivīmantare saṃcaran yaṃ pṛthivī na veda |
Im Körperinneren, in der Höhle, ruht der Ungeborene, Eine und Ewige. Der Erde als seinen Körper hat, sich im Inneren von Erde bewegt und von Erde nicht erkannt wird:
Wort-für-Wort-Übersetzung: antaḥ-śarīre – im Körperinneren; nihitaḥ – ruhend; guhāyām – in der Höhle; ajaḥ – ungeboren; ekaḥ – einer; nityaḥ – ewig; yasya – dessen; pṛthivī – Erde; śarīram – Körper; yaḥ – der; antare saṃcaran – sich im Inneren bewegend; yam na veda/viduḥ – den es/sie nicht kennt/kennen.
7.1b – Wasser
yasyāpaḥ śarīraṃ yo'pontare saṃcaranyamāpo na viduḥ |
Der Wasser als seinen Körper hat, sich im Inneren von Wasser bewegt und von Wasser nicht erkannt wird:
Wort-für-Wort-Übersetzung: yasya – dessen; āpas – Wasser; śarīram – Körper; yaḥ – der; antare saṃcaran – sich im Inneren bewegend; yam na veda/viduḥ – den es/sie nicht kennt/kennen.
7.1c – Feuer
yasya tejaḥ śarīraṃ yastejontare saṃcaran yaṃ tejo na veda |
Der Feuer als seinen Körper hat, sich im Inneren von Feuer bewegt und von Feuer nicht erkannt wird:
Wort-für-Wort-Übersetzung: yasya – dessen; tejas – Feuer; śarīram – Körper; yaḥ – der; antare saṃcaran – sich im Inneren bewegend; yam na veda/viduḥ – den es/sie nicht kennt/kennen.
7.1d – Wind
yasya vāyuḥ śarīraṃ yo vāyumantare saṃcaran yaṃ vāyurna veda |
Der Wind als seinen Körper hat, sich im Inneren von Wind bewegt und von Wind nicht erkannt wird:
Wort-für-Wort-Übersetzung: yasya – dessen; vāyu – Wind; śarīram – Körper; yaḥ – der; antare saṃcaran – sich im Inneren bewegend; yam na veda/viduḥ – den es/sie nicht kennt/kennen.
7.1e – Raum
yasyākāśaḥ śarīraṃ ya ākāśamantare saṃcaran yamākāśo na veda |
Der Raum als seinen Körper hat, sich im Inneren von Raum bewegt und von Raum nicht erkannt wird:
Wort-für-Wort-Übersetzung: yasya – dessen; ākāśa – Raum; śarīram – Körper; yaḥ – der; antare saṃcaran – sich im Inneren bewegend; yam na veda/viduḥ – den es/sie nicht kennt/kennen.
7.1f – Geist
yasya manaḥ śarīraṃ yo manontare saṃcaran yaṃ mano na veda |
Der Geist als seinen Körper hat, sich im Inneren von Geist bewegt und von Geist nicht erkannt wird:
Wort-für-Wort-Übersetzung: yasya – dessen; manas – Geist; śarīram – Körper; yaḥ – der; antare saṃcaran – sich im Inneren bewegend; yam na veda/viduḥ – den es/sie nicht kennt/kennen.
7.1g – Erkenntnisvermögen
yasya buddhiḥ śarīraṃ yo buddhimantare saṃcaran yaṃ buddhirna veda |
Der Erkenntnisvermögen als seinen Körper hat, sich im Inneren von Erkenntnisvermögen bewegt und von Erkenntnisvermögen nicht erkannt wird:
Wort-für-Wort-Übersetzung: yasya – dessen; buddhi – Erkenntnisvermögen; śarīram – Körper; yaḥ – der; antare saṃcaran – sich im Inneren bewegend; yam na veda/viduḥ – den es/sie nicht kennt/kennen.
7.1h – Ichbewusstsein
yasyāhaṅkāraḥ śarīraṃ yo'haṅkāramantare saṃcaran yamahaṅkāro na veda |
Der Ichbewusstsein als seinen Körper hat, sich im Inneren von Ichbewusstsein bewegt und von Ichbewusstsein nicht erkannt wird:
Wort-für-Wort-Übersetzung: yasya – dessen; ahaṅkāra – Ichbewusstsein; śarīram – Körper; yaḥ – der; antare saṃcaran – sich im Inneren bewegend; yam na veda/viduḥ – den es/sie nicht kennt/kennen.
7.1i – Bewusstsein
yasya cittaṃ śarīraṃ yaścittamantare saṃcaran yaṃ cittaṃ na veda |
Der Bewusstsein als seinen Körper hat, sich im Inneren von Bewusstsein bewegt und von Bewusstsein nicht erkannt wird:
Wort-für-Wort-Übersetzung: yasya – dessen; citta – Bewusstsein; śarīram – Körper; yaḥ – der; antare saṃcaran – sich im Inneren bewegend; yam na veda/viduḥ – den es/sie nicht kennt/kennen.
7.1j – Unentfaltetes
yasyāvyaktaṃ śarīraṃ yo'vyaktamantare saṃcaran yamavyaktaṃ na veda |
Der Unentfaltetes als seinen Körper hat, sich im Inneren von Unentfaltetes bewegt und von Unentfaltetes nicht erkannt wird:
Wort-für-Wort-Übersetzung: yasya – dessen; avyakta – Unentfaltetes; śarīram – Körper; yaḥ – der; antare saṃcaran – sich im Inneren bewegend; yam na veda/viduḥ – den es/sie nicht kennt/kennen.
7.1k – Unvergängliches
yasyākṣaraṃ śarīraṃ yo'kṣaramantare saṃcaran yamakṣaraṃ na veda |
Der Unvergängliches als seinen Körper hat, sich im Inneren von Unvergängliches bewegt und von Unvergängliches nicht erkannt wird:
Wort-für-Wort-Übersetzung: yasya – dessen; akṣara – Unvergängliches; śarīram – Körper; yaḥ – der; antare saṃcaran – sich im Inneren bewegend; yam na veda/viduḥ – den es/sie nicht kennt/kennen.
7.1l – Tod
yasya mṛtyuḥ śarīraṃ yo mṛtyumantare saṃcaran yaṃ mṛtyurna veda |
Der Tod als seinen Körper hat, sich im Inneren von Tod bewegt und von Tod nicht erkannt wird:
Wort-für-Wort-Übersetzung: yasya – dessen; mṛtyu – Tod; śarīram – Körper; yaḥ – der; antare saṃcaran – sich im Inneren bewegend; yam na veda/viduḥ – den es/sie nicht kennt/kennen.
7.1m – Narayana als inneres Selbst
sa eṣa sarvabhūtāntarātmāpahatapāpmā divyo deva eko nārāyaṇaḥ || 1 ||
Er ist dieses innere Selbst aller Wesen, frei von Unheil: der eine himmlische Gott Narayana.
Wort-für-Wort-Übersetzung: saḥ eṣaḥ – er ist dieses; sarva-bhūta-antar-ātmā – inneres Selbst aller Wesen; apahata-pāpmā – frei von Unheil; divyaḥ devaḥ ekaḥ – ein himmlischer Gott; nārāyaṇaḥ – Narayana.
7.2.
etāṃ vidyāmapāntaratamāya dadāvapāntaratamo brahmaṇe dadau brahmā ghorāṅgirase dadau ghorāṅgirā raikvāya dadau raikvo rāmāya dadau rāmaḥ sarvebhyo bhūtebhyo dadāvityevaṃ nirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 2 ||
Er gab diese Erkenntnis an Apantaratamas; Apantaratamas gab sie Brahma, Brahma Ghora Angiras, Ghora Angiras Raikva, Raikva Rama und Rama allen Wesen. So lautet die Unterweisung über das Erlöschen, die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
Wort-für-Wort-Übersetzung: etām vidyām – diese Erkenntnis; dadau – gab; apāntaratamāya – an Apantaratamas; brahmaṇe – an Brahma; ghorāṅgirase – an Ghora Angiras; raikvāya – an Raikva; rāmāya – an Rama; sarvebhyaḥ bhūtebhyaḥ – an alle Wesen; evam – so; nirvāṇa-anuśāsanam – Unterweisung über das Erlöschen; veda-anuśāsanam – Unterweisung des Veda.
8.1.
antaḥśarīre nihito guhāyāṃ śuddhaḥ so'yamātmā sarvasya medomāṃsakledāvakīrṇe śarīramadhye'tyantopahate citrabhittipratīkāśe gāndharvanagaropame kadalīgarbhavanniḥsāre jalabudbudavaccañcale niḥsṛtamātmānamacintyarūpaṃ divyaṃ devamasaṅgaṃ śuddhaṃ tejaskāyamarūpaṃ sarveśvaramacintyamaśarīraṃ nihitaṃ guhāyāmamṛtaṃ vibhrājamānamānandaṃ taṃ paśyanti vidvāṃsastena laye na paśyanti || 1 ||
Im Körperinneren, in der Höhle, ruht dieses reine Selbst aller. Der Körper ist mit Fett, Fleisch und Feuchtigkeit angefüllt, schwer beeinträchtigt, einer bemalten Wand und einer Luftspiegelungsstadt gleich, kernlos wie der Stamm einer Bananenstaude, unstet wie eine Wasserblase. Die Wissenden sehen das daraus herausgetretene Selbst: von unvorstellbarer Art, himmlisch, göttlich, ungebunden, rein, lichtleibig, gestaltlos, allbeherrschend, undenkbar, körperlos, in der Höhle ruhend, unsterblich, strahlend und freudvoll. In der Auflösung in ihm sehen sie nicht mehr.
Wort-für-Wort-Übersetzung: antaḥ-śarīre – im Körperinneren; guhāyām – in der Höhle; nihitaḥ – ruhend; śuddhaḥ – rein; ātmā sarvasya – Selbst aller; medaḥ-māṃsa-kleda – Fett, Fleisch, Feuchtigkeit; avakīrṇe – angefüllt; atyanta-upahate – schwer beeinträchtigt; citra-bhitti-pratīkāśe – einer bemalten Wand gleich; gāndharva-nagara-upame – einer Luftspiegelungsstadt gleich; kadalī-garbha-vat – wie das Innere einer Bananenstaude; niḥsāre – kernlos; jala-budbuda-vat – wie eine Wasserblase; cañcale – unstet; niḥsṛtam – herausgetreten; acintya-rūpam – unvorstellbarer Art; divyam devam – himmlischen Gott; asaṅgam – ungebunden; tejas-kāyam – lichtleibig; arūpam – gestaltlos; sarveśvaram – allbeherrschend; acintyam – undenkbar; aśarīram – körperlos; amṛtam – unsterblich; vibhrājamānam – strahlend; ānandam – freudvoll; paśyanti vidvāṃsaḥ – die Wissenden sehen; tena laye – in der Auflösung in ihm; na paśyanti – sie sehen nicht mehr.
Rückkehr zum Urgrund
9.1.
atha hainaṃ raikvaḥ papraccha bhagavankasminsarve'staṃ gacchantīti | tasmai sa hovāca cakṣurevāpyeti yaccakṣurevāstameti draṣṭavyamevāpyeti yo draṣṭavyamevāstametyādityamevāpyeti ya ādityamevāstameti virājamevāpyeti yo virājamevāstameti prāṇamevāpyeti yaḥ prāṇamevāstameti vijñānamevāpyeti yo vijñānamevāstametyānandamevāpyeti ya ānandamevāstameti turīyamevāpyeti yasturīyamevāstameti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 1 ||
Da fragte Raikva ihn: „Erhabener, worin gehen alle unter?“ Er antwortete: Es geht in „Auge“ ein. Was in „Auge“ untergeht, geht in „Sichtbares“ ein. Was in „Sichtbares“ untergeht, geht in „Sonne“ ein. Was in „Sonne“ untergeht, geht in „Viraj“ ein. Was in „Viraj“ untergeht, geht in „Prana“ ein. Was in „Prana“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Was in „Erkenntnis“ untergeht, geht in „Freude“ ein. Was in „Freude“ untergeht, geht in „das Vierte“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
Wort-für-Wort-Übersetzung: atha – dann; raikvaḥ – Raikva; papraccha – fragte; bhagavan – Erhabener; kasmin – in welchem; sarve – alle; astam gacchanti – gehen unter; tasmai saḥ uvāca – er antwortete ihm; cakṣus – Auge; draṣṭavya – Sichtbares; āditya – Sonne; virāj – Viraj; prāṇa – Prana; vijñāna – Erkenntnis; ānanda – Freude; turīya – das Vierte; apyeti – geht ein; yaḥ – was; astam eti – geht unter; amṛtam – Unsterbliches; abhayam – Furchtloses; aśokam – Leidloses; anantam – Unendliches; nirbījam – Keimloses; iti ha uvāca – so sprach er.
Textanmerkung: Die Eigennamen bezeichnen in diesem Zusammenhang Kanäle beziehungsweise Lebenskräfte. Ihre Zuordnung folgt dem Text, auch wo Kapitel 6 abweichende Namensformen bietet.
9.2.
śrotramevāpyeti yaḥ śrotramevāstameti śrotavyamevāpyeti yaḥ śrotavyamevāstameti diśamevāpyeti yo diśamevāstameti sudarśanāmevāpyeti yaḥ sudarśanāmevāstametyapānamevāpyeti yo'pānamevāstameti vijñānamevāpyeti yo vijñānamevāstameti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 2 ||
Es geht in „Ohr“ ein. Was in „Ohr“ untergeht, geht in „Hörbares“ ein. Was in „Hörbares“ untergeht, geht in „Himmelsrichtung“ ein. Was in „Himmelsrichtung“ untergeht, geht in „Sudarshana“ ein. Was in „Sudarshana“ untergeht, geht in „Apana“ ein. Was in „Apana“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
Wort-für-Wort-Übersetzung: śrotra – Ohr; śrotavya – Hörbares; diś – Himmelsrichtung; sudarśanā – Sudarshana; apāna – Apana; vijñāna – Erkenntnis; apyeti – geht ein; yaḥ – was; astam eti – geht unter; amṛtam – Unsterbliches; abhayam – Furchtloses; aśokam – Leidloses; anantam – Unendliches; nirbījam – Keimloses; iti ha uvāca – so sprach er.
9.3.
nāsamevāpyeti yo nāsāmevāstameti ghrātavyamevāpyeti yo ghrātavyamevāstameti pṛthivīmevāpyeti yaḥ pṛthivīmevāstameti jitāmevāpyeti yo jitāmevāstameti vyānamevāpyeti yo vyānamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 3 ||
Es geht in „Nase“ ein. Was in „Nase“ untergeht, geht in „Riechbares“ ein. Was in „Riechbares“ untergeht, geht in „Erde“ ein. Was in „Erde“ untergeht, geht in „Jita“ ein. Was in „Jita“ untergeht, geht in „Vyana“ ein. Was in „Vyana“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
Wort-für-Wort-Übersetzung: nāsā – Nase; ghrātavya – Riechbares; pṛthivī – Erde; jitā – Jita; vyāna – Vyana; vijñāna – Erkenntnis; apyeti – geht ein; yaḥ – was; astam eti – geht unter; amṛtam – Unsterbliches; abhayam – Furchtloses; aśokam – Leidloses; anantam – Unendliches; nirbījam – Keimloses; iti ha uvāca – so sprach er.
9.4.
jihvāmevāpyeti yo jihvāmevāstameti rasayitavyamevāpyeti yo rasayitavyamevāstameti varuṇamevāpyeti yo varuṇamevāstameti saumyāmevāpyeti yaḥ saumyāmevāstametyudānamevāpyeti ya udānamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 4 ||
Es geht in „Zunge“ ein. Was in „Zunge“ untergeht, geht in „Schmeckbares“ ein. Was in „Schmeckbares“ untergeht, geht in „Varuna“ ein. Was in „Varuna“ untergeht, geht in „Saumya“ ein. Was in „Saumya“ untergeht, geht in „Udana“ ein. Was in „Udana“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
Wort-für-Wort-Übersetzung: jihvā – Zunge; rasayitavya – Schmeckbares; varuṇa – Varuna; saumyā – Saumya; udāna – Udana; vijñāna – Erkenntnis; apyeti – geht ein; yaḥ – was; astam eti – geht unter; amṛtam – Unsterbliches; abhayam – Furchtloses; aśokam – Leidloses; anantam – Unendliches; nirbījam – Keimloses; iti ha uvāca – so sprach er.
9.5.
tvacamevāpyeti yastvacamevāstameti sparśayitavyamevāpyeti yaḥ sparśayitavyamevāstameti vāyumevāpyeti yo vāyumevāstameti modhāmevāpyeti yo modhāmevāstameti samānamevāpyeti yaḥ samānamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 5 ||
Es geht in „Haut“ ein. Was in „Haut“ untergeht, geht in „Berührbares“ ein. Was in „Berührbares“ untergeht, geht in „Wind“ ein. Was in „Wind“ untergeht, geht in „Modha“ ein. Was in „Modha“ untergeht, geht in „Samana“ ein. Was in „Samana“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
Wort-für-Wort-Übersetzung: tvac – Haut; sparśayitavya – Berührbares; vāyu – Wind; modhā – Modha; samāna – Samana; vijñāna – Erkenntnis; apyeti – geht ein; yaḥ – was; astam eti – geht unter; amṛtam – Unsterbliches; abhayam – Furchtloses; aśokam – Leidloses; anantam – Unendliches; nirbījam – Keimloses; iti ha uvāca – so sprach er.
9.6.
vācamevāpyeti yo vācamevāstameti vaktavyamevāpyeti yo vaktavyamevāstametyagnimevāpyeti yo'gnimevāstameti kumārāmevāpyeti yaḥ kumārāmevāstameti vairambhamevāpyeti yo vairambhamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 6 ||
Es geht in „Rede“ ein. Was in „Rede“ untergeht, geht in „Auszusprechendes“ ein. Was in „Auszusprechendes“ untergeht, geht in „Feuer“ ein. Was in „Feuer“ untergeht, geht in „Kumara“ ein. Was in „Kumara“ untergeht, geht in „Vairambha“ ein. Was in „Vairambha“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
Wort-für-Wort-Übersetzung: vāc – Rede; vaktavya – Auszusprechendes; agni – Feuer; kumārā – Kumara; vairambha – Vairambha; vijñāna – Erkenntnis; apyeti – geht ein; yaḥ – was; astam eti – geht unter; amṛtam – Unsterbliches; abhayam – Furchtloses; aśokam – Leidloses; anantam – Unendliches; nirbījam – Keimloses; iti ha uvāca – so sprach er.
9.7.
hastamevāpyeti yo hastamevāstametyādātavyamevāpyeti ya ādātavyamevāstametīndramevāpyeti ya indramevāstametyamṛtāmevāpyeti yo'mṛtāmevāstameti mukhyamevāpyeti yo mukhyamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 7 ||
Es geht in „Hand“ ein. Was in „Hand“ untergeht, geht in „zu Ergreifendes“ ein. Was in „zu Ergreifendes“ untergeht, geht in „Indra“ ein. Was in „Indra“ untergeht, geht in „Amrita“ ein. Was in „Amrita“ untergeht, geht in „Mukhya“ ein. Was in „Mukhya“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
Wort-für-Wort-Übersetzung: hasta – Hand; ādātavya – zu Ergreifendes; indra – Indra; amṛtā – Amrita; mukhya – Mukhya; vijñāna – Erkenntnis; apyeti – geht ein; yaḥ – was; astam eti – geht unter; amṛtam – Unsterbliches; abhayam – Furchtloses; aśokam – Leidloses; anantam – Unendliches; nirbījam – Keimloses; iti ha uvāca – so sprach er.
9.8.
pādamevāpyeti yaḥ pādamevāstameti gantavyamevāpyeti yo gantavyamevāstameti viṣṇumevāpyeti yo viṣṇumevāstameti satyāmevāpyeti yaḥ satyāmevāstamettyantaryāmamevāpyeti yo'ntaryāmamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 8 ||
Es geht in „Fuß“ ein. Was in „Fuß“ untergeht, geht in „zu Erreichendes“ ein. Was in „zu Erreichendes“ untergeht, geht in „Vishnu“ ein. Was in „Vishnu“ untergeht, geht in „Satya“ ein. Was in „Satya“ untergeht, geht in „Antaryama“ ein. Was in „Antaryama“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
Wort-für-Wort-Übersetzung: pāda – Fuß; gantavya – zu Erreichendes; viṣṇu – Vishnu; satyā – Satya; antaryāma – Antaryama; vijñāna – Erkenntnis; apyeti – geht ein; yaḥ – was; astam eti – geht unter; amṛtam – Unsterbliches; abhayam – Furchtloses; aśokam – Leidloses; anantam – Unendliches; nirbījam – Keimloses; iti ha uvāca – so sprach er.
9.9.
pāyumevāpyeti yaḥ pāyumevāstameti visarjayitavyamevāpyeti yo visarjayitavyamevāstameti mṛtyumevāpyeti yo mṛtyumevāstameti madhyamāmevāpyeti yo madhyamāmevāstameti prabhañjanamevāpyeti yaḥ prabhañjanamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 9 ||
Es geht in „Ausscheidungsorgan“ ein. Was in „Ausscheidungsorgan“ untergeht, geht in „Auszuscheidendes“ ein. Was in „Auszuscheidendes“ untergeht, geht in „Tod“ ein. Was in „Tod“ untergeht, geht in „Madhyama“ ein. Was in „Madhyama“ untergeht, geht in „Prabhanjana“ ein. Was in „Prabhanjana“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
Wort-für-Wort-Übersetzung: pāyu – Ausscheidungsorgan; visarjayitavya – Auszuscheidendes; mṛtyu – Tod; madhyamā – Madhyama; prabhañjana – Prabhanjana; vijñāna – Erkenntnis; apyeti – geht ein; yaḥ – was; astam eti – geht unter; amṛtam – Unsterbliches; abhayam – Furchtloses; aśokam – Leidloses; anantam – Unendliches; nirbījam – Keimloses; iti ha uvāca – so sprach er.
9.10.
upasthamevāpyeti ya upasthamevāstametyānandayitavyamevāpyeti ya ānandayitavyamevāstameti prajāpatimevāpyeti yaḥ prajāpatimevāstameti nāsīrāmevāpyeti yo nāsīrāmevāstameti kumāramevāpyeti yaḥ kumāramevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 10 ||
Es geht in „Zeugungsorgan“ ein. Was in „Zeugungsorgan“ untergeht, geht in „Lustbereitendes“ ein. Was in „Lustbereitendes“ untergeht, geht in „Prajapati“ ein. Was in „Prajapati“ untergeht, geht in „Nasira“ ein. Was in „Nasira“ untergeht, geht in „Kumara“ ein. Was in „Kumara“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
Wort-für-Wort-Übersetzung: upastha – Zeugungsorgan; ānandayitavya – Lustbereitendes; prajāpati – Prajapati; nāsīrā – Nasira; kumāra – Kumara; vijñāna – Erkenntnis; apyeti – geht ein; yaḥ – was; astam eti – geht unter; amṛtam – Unsterbliches; abhayam – Furchtloses; aśokam – Leidloses; anantam – Unendliches; nirbījam – Keimloses; iti ha uvāca – so sprach er.
9.11.
mana evāpyeti yo mana evāstameti mantavyamevāpyeti yo mantavyamevāstameti candramevāpyeti yaścandramevāstameti śiśumevāpyeti yaḥ śiśumevāstameti śyenamevāpyeti yaḥ śyenamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 11 ||
Es geht in „Geist“ ein. Was in „Geist“ untergeht, geht in „Denkbares“ ein. Was in „Denkbares“ untergeht, geht in „Mond“ ein. Was in „Mond“ untergeht, geht in „Shishu“ ein. Was in „Shishu“ untergeht, geht in „Shyena“ ein. Was in „Shyena“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
Wort-für-Wort-Übersetzung: manas – Geist; mantavya – Denkbares; candra – Mond; śiśu – Shishu; śyena – Shyena; vijñāna – Erkenntnis; apyeti – geht ein; yaḥ – was; astam eti – geht unter; amṛtam – Unsterbliches; abhayam – Furchtloses; aśokam – Leidloses; anantam – Unendliches; nirbījam – Keimloses; iti ha uvāca – so sprach er.
9.12.
buddhimevāpyeti yo buddhimevāstameti boddhavyamevāpyeti yo boddhavyamevāstameti brahmāṇamevāpyeti yo brahmāṇamevāstameti sūryāmevāstameti yaḥ sūryāmevāstameti kṛṣṇamevāpyeti yaḥ kṛṣṇamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 12 ||
Es geht in „Erkenntnisvermögen“ ein. Was in „Erkenntnisvermögen“ untergeht, geht in „Erkennbares“ ein. Was in „Erkennbares“ untergeht, geht in „Brahma“ ein. Was in „Brahma“ untergeht, geht in „Surya“ ein. Was in „Surya“ untergeht, geht in „Krishna“ ein. Was in „Krishna“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
Wort-für-Wort-Übersetzung: buddhi – Erkenntnisvermögen; boddhavya – Erkennbares; brahmā – Brahma; sūryā – Surya; kṛṣṇa – Krishna; vijñāna – Erkenntnis; apyeti – geht ein; yaḥ – was; astam eti – geht unter; amṛtam – Unsterbliches; abhayam – Furchtloses; aśokam – Leidloses; anantam – Unendliches; nirbījam – Keimloses; iti ha uvāca – so sprach er.
Textanmerkung: Bei sūryām steht in der Quelle astam eti statt des sonst üblichen apyeti. Die deutsche Fassung gibt auch hier den Übergang wieder; der Sanskritwortlaut bleibt erhalten.
9.13.
ahaṅkāramevāpyeti yo'haṅkāramevāstametyahaṅkartavyamevāpyeti yo'haṅkartavyamevāstameti rudramevāpyeti yo rudramevāstametyasurāmevāpyeti yo'surāmevāstameti śvetamevāpyeti yaḥ śvetamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 13 ||
Es geht in „Ichbewusstsein“ ein. Was in „Ichbewusstsein“ untergeht, geht in „als Ich Beanspruchtes“ ein. Was in „als Ich Beanspruchtes“ untergeht, geht in „Rudra“ ein. Was in „Rudra“ untergeht, geht in „Asura“ ein. Was in „Asura“ untergeht, geht in „Shveta“ ein. Was in „Shveta“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
Wort-für-Wort-Übersetzung: ahaṅkāra – Ichbewusstsein; ahaṅkartavya – als Ich Beanspruchtes; rudra – Rudra; asurā – Asura; śveta – Shveta; vijñāna – Erkenntnis; apyeti – geht ein; yaḥ – was; astam eti – geht unter; amṛtam – Unsterbliches; abhayam – Furchtloses; aśokam – Leidloses; anantam – Unendliches; nirbījam – Keimloses; iti ha uvāca – so sprach er.
9.14.
cittamevāpyeti yaścittamevāstameti cetayitavyamevāpyeti yaścetayitavyamevāstameti kṣetrajñamevāpyeti yaḥ kṣetrajñamevāstameti bhāsvatīmevāpyeti yo bhāsvatīmevāstameti nāgamevāpyeti yo nāgamevāstameti vijñānamevāpyeti yo vijñānamevāstametyānandamevāpyeti ya ānandamevāstameti turīyamevāpyeti yasturīyamevāstameti tadamṛtamabhayamaśokamanantaṃ nirbījamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 14 ||
Es geht in „Bewusstsein“ ein. Was in „Bewusstsein“ untergeht, geht in „Bewusstseinsobjekt“ ein. Was in „Bewusstseinsobjekt“ untergeht, geht in „Feldkenner“ ein. Was in „Feldkenner“ untergeht, geht in „Bhasvati“ ein. Was in „Bhasvati“ untergeht, geht in „Naga“ ein. Was in „Naga“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Was in „Erkenntnis“ untergeht, geht in „Freude“ ein. Was in „Freude“ untergeht, geht in „das Vierte“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
Wort-für-Wort-Übersetzung: citta – Bewusstsein; cetayitavya – Bewusstseinsobjekt; kṣetrajña – Feldkenner; bhāsvatī – Bhasvati; nāga – Naga; vijñāna – Erkenntnis; ānanda – Freude; turīya – das Vierte; apyeti – geht ein; yaḥ – was; astam eti – geht unter; amṛtam – Unsterbliches; abhayam – Furchtloses; aśokam – Leidloses; anantam – Unendliches; nirbījam – Keimloses; iti ha uvāca – so sprach er.
9.15.
ya evaṃ nirbījaṃ veda nirbīja eva sa bhavati na jāyate na mriyate na muhyate na bhidyate na dahyate na chidyate na kampate na kupyate sarvadahano'yamātmetyācakṣate || 15 ||
Wer das Keimlose so kennt, wird selbst keimlos. Er wird nicht geboren, stirbt nicht, wird nicht verblendet, nicht gespalten, nicht verbrannt, nicht zerschnitten; er zittert nicht und zürnt nicht. Man nennt dieses Selbst den Allesverbrenner.
Wort-für-Wort-Übersetzung: yaḥ evam veda – wer so kennt; nirbījam – Keimloses; nirbījaḥ bhavati – wird keimlos; na jāyate – wird nicht geboren; na mriyate – stirbt nicht; na muhyate – wird nicht verblendet; na bhidyate – wird nicht gespalten; na dahyate – wird nicht verbrannt; na chidyate – wird nicht zerschnitten; na kampate – zittert nicht; na kupyate – zürnt nicht; sarva-dahanaḥ – Allesverbrenner; ayam ātmā – dieses Selbst; ācakṣate – man nennt.
9.16.
naivamātmā pravacanaśatenāpi labhyate na bahuśrutena na buddhijñānāśritena na medhayā na vedairna yajñairna tapobhirugrairna sāṃkhyairna yogairnāśramairnānyairātmānamupalabhante pravacanena praśaṃsayā vyutthānena tametaṃ brāhmaṇā śuśruvāṃso'nūcānā upalabhante śānto dānta uparatastitikṣuḥ samāhito bhūtvātmanyevātmānaṃ paśyati sarvasyātmā bhavati ya evaṃ veda || 16 ||
Dieses Selbst wird nicht einmal durch hundert Lehrvorträge erlangt, nicht durch Vielgehörtes, nicht durch Stützung auf verstandesmäßiges Wissen, nicht durch Scharfsinn, Veden, Opfer, strenge Askese, Samkhya- oder Yogaübungen, Lebensstadien oder andere Mittel. Durch Vortragen, Lob und äußere Betriebsamkeit erlangt man das Selbst nicht. Doch die Brahmanen, die gehört und studiert haben, erkennen es: Friedvoll, selbstbeherrscht, zurückgezogen, geduldig und gesammelt geworden, schaut man das Selbst im Selbst. Wer so weiß, wird zum Selbst aller.
Wort-für-Wort-Übersetzung: ātmā – Selbst; pravacana-śatena – durch hundert Vorträge; labhyate – wird erlangt; bahu-śrutena – durch Vielgehörtes; buddhi-jñāna-āśritena – durch Stützung auf verstandesmäßiges Wissen; medhayā – durch Scharfsinn; vedaiḥ – durch Veden; yajñaiḥ – durch Opfer; tapobhiḥ ugraiḥ – durch strenge Askese; sāṃkhyaiḥ – durch Samkhyaübungen; yogaiḥ – durch Yogaübungen; āśramaiḥ – durch Lebensstadien; anyaiḥ – durch andere Mittel; pravacanena – durch Vortragen; praśaṃsayā – durch Lob; vyutthānena – durch äußere Betriebsamkeit; brāhmaṇāḥ – Brahmanen; śuśruvāṃsaḥ – die gehört haben; anūcānāḥ – die studiert haben; upalabhante – erkennen; śāntaḥ – friedvoll; dāntaḥ – selbstbeherrscht; uparataḥ – zurückgezogen; titikṣuḥ – geduldig; samāhitaḥ – gesammelt; bhūtvā – geworden; ātmani ātmānam paśyati – schaut das Selbst im Selbst; sarvasya ātmā bhavati – wird zum Selbst aller; yaḥ evam veda – wer so weiß.
Textanmerkung: Die Verneinung wird in der Übersetzung auf die anschließenden äußeren Mittel bezogen. Der Text verwirft damit nicht jedes Studium, denn unmittelbar danach nennt er gehörte und studierte Lehre als Teil des Erkenntniswegs.
10.1.
atha hainaṃ raikvaḥ papraccha bhagavankasminsarve saṃpratiṣṭhitā bhavantīti rasātalalokeṣviti hovāca kasminrasātalalokā otāśca protāśceti bhūrlokeṣviti hovāca | kasminbhūrlokā otāśca protāśceti bhuvarlokeṣviti hovāca | kasminbhuvarlokā otāśca protāśceti suvarlokeṣviti hovāca | kasminsuvarlokā otāśca protāśceti maharlokeṣviti hovāca | kasminmaharlokā otāśca protāśceti janolokeṣviti hovāca | kasmin janolokā otāśca protāśceti tapolokeṣviti hovāca | kasmiṃstapolokā otāśca protāśceti satyalokeṣviti hovāca | kasminsatyalokā otāśca protāśceti prajāpatilokeṣviti hovāca | kasminprajāpatilokā otāśca protāśceti brahmalokeṣviti hovāca | kasminbrahmalokā otāśca protāśceti sarvalokā ātmani brahmaṇi maṇaya ivautāśca protāśceti sa hovāca || 1 ||
Da fragte Raikva ihn: „Erhabener, worin sind alle gegründet?“ Er antwortete: „In den Rasatala-Welten.“ „Worin sind die Rasatala-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Bhur-Welten.“ „Worin sind die Bhur-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Bhuvar-Welten.“ „Worin sind die Bhuvar-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Suvar-Welten.“ „Worin sind die Suvar-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Mahar-Welten.“ „Worin sind die Mahar-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Jana-Welten.“ „Worin sind die Jana-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Tapo-Welten.“ „Worin sind die Tapo-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Satya-Welten.“ „Worin sind die Satya-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Prajapati-Welten.“ „Worin sind die Prajapati-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Brahma-Welten.“ „Worin sind die Brahma-Welten eingewoben und durchwoben?“ Er antwortete: „Alle Welten sind im Selbst, in Brahman, wie Edelsteine auf einer Schnur eingewoben und durchwoben.“
Wort-für-Wort-Übersetzung: atha – dann; raikvaḥ – Raikva; papraccha – fragte; bhagavan – Erhabener; kasmin – worin; sarve saṃpratiṣṭhitāḥ – alle gegründet; lokāḥ – Welten; rasātala – Rasatala-Welten; bhūḥ – Bhur-Welten; bhuvaḥ – Bhuvar-Welten; suvaḥ – Suvar-Welten; mahaḥ – Mahar-Welten; janaḥ – Jana-Welten; tapaḥ – Tapo-Welten; satya – Satya-Welten; prajāpati – Prajapati-Welten; brahma – Brahma-Welten; otāḥ protāḥ – eingewoben und durchwoben; ātmani – im Selbst; brahmaṇi – in Brahman; maṇayaḥ iva – wie Edelsteine; uvāca – antwortete.
10.2.
evametān lokānātmani pratiṣṭhitānvedātmaiva sa bhavatītyetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 2 ||
Wer diese Welten so als im Selbst gegründet erkennt, wird selbst zum Selbst. Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
Wort-für-Wort-Übersetzung: evam – so; etān lokān – diese Welten; ātmani pratiṣṭhitān – im Selbst gegründet; veda – erkennt; ātmā eva saḥ bhavati – er wird selbst zum Selbst; nirvāṇa-anuśāsanam – Unterweisung über das Erlöschen; veda-anuśāsanam – Unterweisung des Veda.
11.1a – Die Frage nach dem Auszug
atha hainaṃ raikvaḥ papraccha bhagavanyo'yaṃ vijñānaghana utkrāmansa kena kataradvāva sthānamutsṛjyāpakrāmatīti tasmai sa hovāca |
Da fragte Raikva ihn: „Erhabener, wenn dieses ganz aus Erkenntnis bestehende Wesen auszieht, durch welchen Weg und unter Verlassen welcher Stätte geht es fort?“ Er antwortete ihm:
Wort-für-Wort-Übersetzung: atha – dann; raikvaḥ – Raikva; papraccha – fragte; bhagavan – Erhabener; yaḥ ayam – dieser; vijñāna-ghanaḥ – ganz aus Erkenntnis bestehend; utkrāman – ausziehend; kena – durch welchen Weg; katarat sthānam – welche Stätte; utsṛjya – verlassend; apakrāmati – geht fort; tasmai saḥ uvāca – er antwortete ihm.
11.1b – Die vier Wege
hṛdayasya madhye lohitaṃ māṃsapiṇḍaṃ yasmiṃstaddaharaṃ puṇḍarīkaṃ kumudamivānekadhā vikasitaṃ tasya madhye samudraḥ samudrasya madhye kośastasminnāḍyaścatasro bhavanti ramāramecchā'punarbhaveti tatra ramā puṇyena puṇyaṃ lokaṃ nayatyaramā pāpena pāpamicchayā yatsmarati tadabhisaṃpadyate
In der Mitte des Herzens ist eine rote Fleischmasse mit einem kleinen Lotus, wie eine vielfach entfaltete Wasserlilie. Darin ist ein Meer, in dessen Mitte eine Hülle. In ihr gibt es vier Kanäle: Rama, Arama, Iccha und Apunarbhava. Rama führt aufgrund heilsamen Handelns in eine heilsame Welt, Arama aufgrund unheilsamen Handelns in eine unheilsame. Durch Iccha gelangt man zu dem, woran man denkt.
Wort-für-Wort-Übersetzung: hṛdayasya madhye – in der Mitte des Herzens; lohitam māṃsa-piṇḍam – rote Fleischmasse; daharam puṇḍarīkam – kleiner Lotus; kumudam iva – wie eine Wasserlilie; anekadhā vikasitam – vielfach entfaltet; samudraḥ – Meer; kośaḥ – Hülle; nāḍyaḥ catasraḥ – vier Kanäle; ramā – Rama, Freude; aramā – Arama, Nichtfreude; icchā – Iccha, Wunsch; apunarbhavā – Apunarbhava, Nichtwiederkehr; puṇyena – durch heilsames Handeln; puṇyam lokam – heilsame Welt; nayati – führt; pāpena – durch unheilsames Handeln; pāpam – Unheilsames; yat smarati – woran man denkt; tat abhisaṃpadyate – dazu gelangt man.
11.1c – Der Weg der Nichtwiederkehr
apunarbhavayā kośaṃ bhinatti kośaṃ bhittvā śīrṣakapālaṃ bhinatti śīrṣakapālaṃ bhittvā pṛthivīṃ bhinatti pṛthivīṃ bhittvāpo bhinattyāpo bhittvā tejo bhinatti tejo bhittvā vāyuṃ bhinatti vāyuṃ bhittvākāśaṃ bhinattyākāśaṃ bhittvā mano bhinatti mano bhittvā bhūtādiṃ bhinatti bhūtādiṃ bhittvā mahāntaṃ bhinatti mahāntaṃ bhittvāvyaktaṃ bhinattyavyaktaṃ bhittvākṣaraṃ bhinattyakṣaraṃ bhittvā mṛtyuṃ bhinatti mṛtyurvai pare deva ekībhavatīti parastānna sannāsanna sadasadityetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 1 ||
Durch Apunarbhava durchbricht man die Hülle, dann die Schädeldecke, dann Erde, Wasser, Feuer, Wind, Raum, Geist, den Ursprung der Elemente, das Große, das Unentfaltete, das Unvergängliche und den Tod. Der Tod wird eins im höchsten Gott. Jenseits davon ist weder Seiendes noch Nichtseiendes noch beides zugleich. Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
Wort-für-Wort-Übersetzung: apunarbhavayā – durch den Weg der Nichtwiederkehr; kośam – Hülle; bhinatti – durchbricht; bhittvā – durchbrochen habend; śīrṣa-kapālam – Schädeldecke; pṛthivīm – Erde; āpaḥ – Wasser; tejas – Feuer; vāyum – Wind; ākāśam – Raum; manaḥ – Geist; bhūtādim – Ursprung der Elemente; mahāntam – das Große; avyaktam – Unentfaltetes; akṣaram – Unvergängliches; mṛtyum – Tod; pare deve – im höchsten Gott; ekībhavati – wird eins; parastāt – jenseits; na sat na asat na sat-asat – weder seiend noch nichtseiend noch beides; nirvāṇa-anuśāsanam – Unterweisung über das Erlöschen; veda-anuśāsanam – Unterweisung des Veda.
Entsagung und Weitergabe der Lehre
12.1.
oṃ nārāyaṇādvā annamāgataṃ pakvaṃ brahmaloke mahāsaṃvartake punaḥ pakvamāditye punaḥ pakvaṃ kravyādi punaḥ pakvaṃ jālakilaklinnaṃ paryuṣitaṃ pūtamannamayācitamasaṃkḷptamaśnīyānna kañcana yāceta || 1 ||
Om. Nahrung ist von Narayana gekommen. Sie wurde in der Brahmawelt, im großen Weltbrand, gekocht, nochmals in der Sonne und nochmals im fleischverzehrenden Feuer. Wieder gekocht, feucht geworden, abgestanden und gereinigt: Solche ungebetene und nicht eigens vorbereitete Nahrung möge man essen; niemanden soll man darum bitten.
Wort-für-Wort-Übersetzung: oṃ – Om; nārāyaṇāt – von Narayana; annam – Nahrung; āgatam – gekommen; pakvam – gekocht, gereift; brahma-loke – in der Brahmawelt; mahā-saṃvartake – im großen Weltbrand; punaḥ – wieder; āditye – in der Sonne; kravyādi – im Fleischverzehrenden; jālakila-klinnam – feucht geworden, unklare Wortbildung; paryuṣitam – abgestanden; pūtam – gereinigt; ayācitam – ungebeten; asaṃkḷptam – nicht eigens vorbereitet; aśnīyāt – man möge essen; na kañcana yāceta – man soll niemanden bitten.
Textanmerkung: Die Wortfolge jālakilaklinnam ist in den digitalen Fassungen unklar. Die Passage beschreibt asketische Anspruchslosigkeit und enthält keine Empfehlung, verdorbene Nahrung zu verzehren. „Gereinigt“ folgt der überlieferten Lesart pūtam, nicht pūti („faulig“).
13.1.
bālyena tiṣṭhāsedbālasvabhāvo'saṅgo niravadyo maunena pāṇḍityena niravadhikāratayopalabhyeta kaivalyamuktaṃ nigamanaṃ prajāpatiruvāca mahatpadaṃ jñātvā vṛkṣamūle vaseta kucelo'sahāya ekākī samādhistha ātmakāma āptakāmo niṣkāmo jīrṇakāmo hastini siṃhe daṃśe maśake nakule sarparākṣasagandharve mṛtyo rūpāṇi viditvā na bibheti kutaścaneti vṛkṣamiva tiṣṭhāsecchidyamāno'pi na kupyeta na kampetotpalamiva tiṣṭhāsecchidyamāno'pi na kupyeta na kampetākāśamiva tiṣṭhāsecchidyamāno'pi na kupyeta na kampeta satyena tiṣṭhāsetsatyo'yamātmā || 1 ||
Man möge in kindlicher Einfachheit leben, von kindlichem Wesen, ungebunden und untadelig. Durch Schweigen, Gelehrsamkeit und Freiheit von Ansprüchen wird die als Befreiung bezeichnete Alleinheit erlangt. Prajapati sprach diesen Schluss: Wer die große Stätte erkannt hat, wohne am Fuß eines Baumes, ärmlich gekleidet, ohne Gefährten, allein, in Versenkung, nur das Selbst begehrend, mit erfüllten, erloschenen und abgelegten Wünschen. Wer in Elefant, Löwe, Stechfliege, Mücke, Mungo, Schlange, Rakshasa und Gandharva Gestalten des Todes erkannt hat, fürchtet sich vor nichts. Wie ein Baum stehe man: auch wenn man zerschnitten wird, zürne und zittere man nicht. Wie eine Wasserlilie stehe man: auch wenn man zerschnitten wird, zürne und zittere man nicht. Wie der Raum stehe man: auch wenn man zerschnitten wird, zürne und zittere man nicht. In Wahrheit stehe man fest; wahr ist dieses Selbst.
Wort-für-Wort-Übersetzung: bālyena – in kindlicher Einfachheit; tiṣṭhāset – man möge leben; bāla-svabhāvaḥ – von kindlichem Wesen; asaṅgaḥ – ungebunden; niravadyaḥ – untadelig; maunena – durch Schweigen; pāṇḍityena – durch Gelehrsamkeit; niravadhikāratayā – durch Freiheit von Ansprüchen; upalabhyeta – wird erlangt; kaivalya-muktam – als Alleinheitsbefreiung bezeichnet; nigamanam – Schluss; prajāpatiḥ uvāca – Prajapati sprach; mahat padam jñātvā – die große Stätte erkennend; vṛkṣa-mūle vaseta – wohne am Baumfuß; kucelaḥ – ärmlich gekleidet; asahāyaḥ – ohne Gefährten; ekākī – allein; samādhi-sthaḥ – in Versenkung; ātma-kāmaḥ – das Selbst begehrend; āpta-kāmaḥ – mit erfüllten Wünschen; niṣkāmaḥ – wunschlos; jīrṇa-kāmaḥ – mit abgelegten Wünschen; hastin – Elefant; siṃha – Löwe; daṃśa – Stechfliege; maśaka – Mücke; nakula – Mungo; sarpa – Schlange; rākṣasa – Rakshasa; gandharva – Gandharva; mṛtyoḥ rūpāṇi – Gestalten des Todes; viditvā – erkannt habend; na bibheti kutaścana – fürchtet nichts; vṛkṣam iva – wie ein Baum; utpalam iva – wie eine Wasserlilie; ākāśam iva – wie der Raum; chidyamānaḥ api – selbst beim Zerschnittenwerden; na kupyeta – man zürne nicht; na kampeta – man zittere nicht; satyena – durch Wahrheit; satyaḥ ayam ātmā – wahr ist dieses Selbst.
Textanmerkung: Die drastischen Bilder sind ein asketisches Ideal der Unerschütterlichkeit. Sie verpflichten heutige Übende nicht, Gewalt hinzunehmen oder auf Schutz zu verzichten.
13.2.
sarveṣāmeva gandhānāṃ pṛthivī hṛdayaṃ sarveṣāmeva rasānāmāpo hṛdayaṃ sarveṣāmeva rūpāṇāṃ tejo hṛdayaṃ sarveṣāmeva sparśānāṃ vāyurhṛdayaṃ sarveṣāmeva śabdānāmākāśaṃ hṛdayaṃ sarveṣāmeva gatīnāmavyaktaṃ hṛdayaṃ sarveṣāmeva sattvānāṃ mṛtyurhṛdayaṃ mṛtyurvai pare deva ekībhavatīti parastānna sannāsanna sadasadityetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 2 ||
Erde ist das Herz aller Gerüche, Wasser das Herz aller Geschmäcke, Feuer das Herz aller Gestalten, Wind das Herz aller Berührungen, Raum das Herz aller Laute, das Unentfaltete das Herz aller Bewegungen und der Tod das Herz aller Wesen. Der Tod wird eins im höchsten Gott. Jenseits davon ist weder Seiendes noch Nichtseiendes noch beides zugleich. Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
Wort-für-Wort-Übersetzung: sarveṣām – aller; gandhānām – Gerüche; pṛthivī – Erde; hṛdayam – Herz, Mittelpunkt; rasānām – Geschmäcke; āpaḥ – Wasser; rūpāṇām – Gestalten; tejas – Feuer; sparśānām – Berührungen; vāyuḥ – Wind; śabdānām – Laute; ākāśam – Raum; gatīnām – Bewegungen; avyaktam – Unentfaltetes; sattvānām – Wesen; mṛtyuḥ – Tod; pare deve – im höchsten Gott; ekībhavati – wird eins; parastāt – jenseits; na sat na asat na sat-asat – weder seiend noch nichtseiend noch beides; nirvāṇa-anuśāsanam – Unterweisung über das Erlöschen; veda-anuśāsanam – Unterweisung des Veda.
14.1.
oṃ pṛthivī vānnamāpo'nnādā āpo vānnaṃ jyotirannādaṃ jyotirvānnaṃ vāyurannādo vāyurvānnamākāśo'nnāda ākāśo vānnamindriyāṇyannādānīndriyāṇi vānnaṃ mano'nnādaṃ mano vānnaṃ buddhirannādā buddhirvānnamavyaktamannādamavyaktaṃ vānnamakṣaramannādamakṣaraṃ vānnaṃ mṛtyurannādo mṛtyurvai pare deva ekībhavatīti parastānna sannāsanna sadasadityetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 1 ||
Om. Erde ist Nahrung, Wasser der Esser. Wasser ist Nahrung, Licht der Esser. Licht ist Nahrung, Wind der Esser. Wind ist Nahrung, Raum der Esser. Raum ist Nahrung, die Sinne sind die Esser. Die Sinne sind Nahrung, der Geist der Esser. Der Geist ist Nahrung, das Erkenntnisvermögen der Esser. Das Erkenntnisvermögen ist Nahrung, das Unentfaltete der Esser. Das Unentfaltete ist Nahrung, das Unvergängliche der Esser. Das Unvergängliche ist Nahrung, der Tod der Esser. Der Tod wird eins im höchsten Gott. Jenseits davon ist weder Seiendes noch Nichtseiendes noch beides zugleich. Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
Wort-für-Wort-Übersetzung: oṃ – Om; pṛthivī – Erde; annam – Nahrung; āpaḥ – Wasser; annādaḥ – Esser; jyotiḥ – Licht; vāyuḥ – Wind; ākāśaḥ – Raum; indriyāṇi – Sinne; manaḥ – Geist; buddhiḥ – Erkenntnisvermögen; avyaktam – Unentfaltetes; akṣaram – Unvergängliches; mṛtyuḥ – Tod; pare deve – im höchsten Gott; ekībhavati – wird eins; parastāt – jenseits; na sat na asat na sat-asat – weder seiend noch nichtseiend noch beides; nirvāṇa-anuśāsanam – Unterweisung über das Erlöschen; veda-anuśāsanam – Unterweisung des Veda.
15.1.
atha hainaṃ raikvaḥ papraccha bhagavanyo'yaṃ vijñānaghana utkrāmansa kena kataradvāva sthānaṃ dahatīti tasmai sa hovāca yo'yaṃ vijñānaghana utkrāmanprāṇaṃ dahatyapānaṃ vyānamudānaṃ samānaṃ vairambhaṃ mukhyamantaryāmaṃ prabhañjanaṃ kumāraṃ śyenaṃ śvetaṃ kṛṣṇaṃ nāgaṃ dahati pṛthivyāpastejovāyvākāśaṃ dahati jāgaritaṃ svapnaṃ suṣuptaṃ turīyaṃ ca mahatāṃ ca lokaṃ paraṃ ca lokaṃ dahati lokālokaṃ dahati dharmādharmaṃ dahatyabhāskaramamaryādaṃ nirālokamataḥ paraṃ dahati mahāntaṃ dahatyavyaktaṃ dahatyakṣaraṃ dahati mṛtyuṃ dahati mṛtyurvai pare deva ekībhavatīti parastānna sannāsanna sadasadityetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 1 ||
Da fragte Raikva ihn: „Erhabener, wenn dieses ganz aus Erkenntnis bestehende Wesen auszieht, auf welchem Weg und welche Stätte verbrennt es?“ Er antwortete: „Wenn es auszieht, verbrennt es Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, Vairambha, Mukhya, Antaryama, Prabhanjana, Kumara, Shyena, Shveta, Krishna und Naga. Es verbrennt Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum; Wachen, Traum, Tiefschlaf und das Vierte; die Welt der Großen und die jenseitige Welt; Welt und Nichtwelt, Dharma und Adharma. Darüber hinaus verbrennt es das Sonnenlose, Grenzenlose, Lichtlose, das Große, das Unentfaltete, das Unvergängliche und den Tod. Der Tod wird eins im höchsten Gott. Jenseits davon ist weder Seiendes noch Nichtseiendes noch beides zugleich.“ Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
Wort-für-Wort-Übersetzung: atha – dann; raikvaḥ papraccha – Raikva fragte; bhagavan – Erhabener; vijñāna-ghanaḥ – ganz aus Erkenntnis bestehend; utkrāman – ausziehend; kena – auf welchem Weg; katarat sthānam – welche Stätte; dahati – verbrennt; prāṇa, apāna, vyāna, udāna, samāna, vairambha, mukhya, antaryāma, prabhañjana, kumāra, śyena, śveta, kṛṣṇa, nāga – Namen von Lebenskräften; pṛthivī – Erde; āpaḥ – Wasser; tejas – Feuer; vāyu – Wind; ākāśa – Raum; jāgaritam – Wachen; svapnam – Traum; suṣuptam – Tiefschlaf; turīyam – Viertes; mahatām lokam – Welt der Großen; param lokam – jenseitige Welt; loka-alokam – Welt und Nichtwelt; dharma-adharmam – Dharma und Adharma; abhāskaram – sonnenlos; amaryādam – grenzenlos; nirālokam – lichtlos; ataḥ param – darüber hinaus; mahāntam – Großes; avyaktam – Unentfaltetes; akṣaram – Unvergängliches; mṛtyum – Tod; pare deve ekībhavati – wird eins im höchsten Gott; na sat na asat na sat-asat – weder seiend noch nichtseiend noch beides; nirvāṇa-anuśāsanam – Unterweisung über das Erlöschen; veda-anuśāsanam – Unterweisung des Veda.
16.1a – Voraussetzungen der Weitergabe
saubālabījabrahmopaniṣannāpraśāntāya dātavyā nāputrāya nāśiṣyāya nāsaṃvatsararātroṣitāya nāparijñātakulaśīlāya dātavyā naiva ca pravaktavyā |
Diese Saubala-Bija-Brahma-Upanishad soll keinem Unbefriedeten gegeben werden, keinem, der weder Sohn noch Schüler ist, keinem, der nicht ein Jahr lang beim Lehrer gewohnt hat, und keinem, dessen Familie und Charakter unbekannt sind. Man soll sie ihm weder übergeben noch vortragen.
Wort-für-Wort-Übersetzung: saubāla-bīja-brahma-upaniṣat – Saubala-Bija-Brahma-Upanishad; na apraśāntāya – nicht einem Unbefriedeten; dātavyā – zu geben; na aputrāya na aśiṣyāya – nicht einem, der weder Sohn noch Schüler ist; na saṃvatsara-rātra-uṣitāya – nicht einem, der ein Jahr gewohnt hat, hier verneint; na aparijñāta-kula-śīlāya – nicht einem mit unbekannter Familie und unbekanntem Charakter; na pravaktavyā – nicht vorzutragen.
16.1b – Hingabe und Erkenntnis
yasya deve parā bhaktiryathā deve tathā gurau | tasyaite kathitā hyarthāḥ prakāśante mahātmana
Wer höchste Hingabe an Gott besitzt und ebenso an den Lehrer, diesem großherzigen Menschen leuchten die hier ausgesprochenen Bedeutungen auf.
Wort-für-Wort-Übersetzung: yasya – wer besitzt; deve – an Gott; parā bhaktiḥ – höchste Hingabe; yathā deve – wie an Gott; tathā gurau – ebenso an den Lehrer; tasya – ihm; ete kathitāḥ arthāḥ – diese ausgesprochenen Bedeutungen; prakāśante – leuchten auf; mahātmanaḥ – dem großherzigen Menschen.
16.1c – Schlussformel
ityetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 1 ||
Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
Wort-für-Wort-Übersetzung: nirvāṇa-anuśāsanam – Unterweisung über das Erlöschen; veda-anuśāsanam – Unterweisung des Veda.
Abschluss – Shanti-Mantra
oṃ pūrṇamadaḥ pūrṇamidaṃ pūrṇātpūrṇamudacyate |
pūrṇasya pūrṇamādāya pūrṇamevāvaśiṣyate ||
Om. Jenes ist Fülle, dieses ist Fülle. Aus der Fülle geht Fülle hervor. Nimmt man die Fülle von der Fülle, bleibt allein Fülle zurück.
Wort-für-Wort-Übersetzung: oṃ – Om; pūrṇam – Fülle, vollständig; adaḥ – jenes; idam – dieses; pūrṇāt – aus der Fülle; udacyate – geht hervor; pūrṇasya – von der Fülle; ādāya – wegnehmend; eva – allein; avaśiṣyate – bleibt zurück.
Abschluss – Friedensruf
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Wort-für-Wort-Übersetzung: oṃ – Om; śāntiḥ – Frieden, dreimal.
Kolophon
iti subālopaniṣatsamāptā ||
Hier endet die Subala Upanishad.
Wort-für-Wort-Übersetzung: iti – hiermit; subāla-upaniṣat – Subala Upanishad; samāptā – beendet.
Subala Upanishad – Datierung, Inhalt und Bedeutung
Datierung und Stellung in der Überlieferung
Die Subala gehört zu den späteren, nicht zu den ältesten vedischen Upanishaden. Eine genaue Datierung ist nicht gesichert. Ihr Zusammenspiel aus älteren Upanishadenzitaten, ausführlicher kosmologischer Systematik und Narayana-Theologie spricht für eine mehrschichtige Überlieferung. Sicher ist ihre Bedeutung in der mittelalterlichen Vedanta-Auslegung. Eine einzelne Jahreszahl oder die Zuschreibung sämtlicher Abschnitte an einen historisch bekannten Verfasser würde über den Quellenbefund hinausgehen.
Die traditionelle Zuordnung zum weißen Yajurveda sagt etwas über ihre Aufnahme in eine vedische Überlieferung aus. In Sammlungen wird sie häufig zu den allgemeinen Vedanta-Upanishaden gerechnet. Inhaltlich ist sie zugleich deutlich Vaishnava geprägt. Diese Gesichtspunkte schließen einander nicht aus.
Schöpfung und Rückkehr zum Urgrund
Die ersten beiden Abschnitte schildern die Entstehung von Finsternis, Elementen, Weltei und kosmischem Menschen. Dabei werden Motive des Purusha Sukta aufgenommen. Weltentstehung erscheint nicht als Vorgang außerhalb des höchsten Selbst: Die Welt geht aus ihm hervor, und die verschiedenen Lebewesen entstehen durch seine Selbstentfaltung.
Der Rückweg führt von den groben Elementen über Sinneskräfte und feinere Prinzipien zum Unentfalteten und schließlich über das Unvergängliche und die Finsternis hinaus. Solche Reihen sind keine naturwissenschaftlichen Modelle. Sie ordnen Erfahrung und Welt im Horizont einer Befreiungslehre. Der wiederkehrende Ausdruck Nirvana bezeichnet hier Erlöschen beziehungsweise Auflösung in den höchsten Grund; er darf nicht ohne weitere Erklärung mit jeder buddhistischen Verwendung gleichgesetzt werden.
Das Selbst im Herzen
Die Kapitel drei und vier verbinden negative Aussagen über das Selbst mit einer anschaulichen Herzenssymbolik. Das Selbst ist weder kurz noch lang, weder grob noch fein und weder innen noch außen begrenzt. Dennoch wird sein Erfahrungsort als kleiner Lotus im Herzen beschrieben. Der Lotus ist kein Widerspruch zur Unbegrenztheit, sondern ein Meditationsbild für die innere Gegenwart.
Die Lehre von Kanälen und Lebenskräften deutet Traum und Tiefschlaf. Im tiefen Schlaf treten soziale Rollen, religiöse Handlungen und moralische Zuschreibungen nicht als bewusste Gegenstände hervor. Der Text führt diese Beobachtung auf einen umfassenderen Bewusstseinsgrund zurück. Die genannten Farben und Kanalzahlen gehören zur traditionellen subtilen Körperlehre.
Narayana als innerer Lenker
Kapitel fünf entfaltet vierzehn Zuordnungen von innerem Vermögen, äußerem Gegenstand und Gottheit. Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Berühren stehen neben Denken, Erkennen, Ichbewusstsein, Bewusstsein und den Handlungsorganen. In allen ist dasselbe Selbst gegenwärtig. Kapitel sechs fasst dies theologisch: All diese Kräfte sind Narayana.
Der siebte Abschnitt ist besonders für die Vishishtadvaita-Tradition wichtig. Er beschreibt Erde, Wasser, Feuer, Wind, Raum, innere Vermögen und weitere Prinzipien als Körper des höchsten inneren Selbst. Die Welt wird dadurch weder zu einer zweiten unabhängigen Wirklichkeit noch einfach zu etwas bedeutungslosem erklärt. Die Beziehung von Körper und innerem Lenker bietet einen anderen Zugang als die bloße Gegenüberstellung von Einheit und Vielheit.
Befreiung und Entsagung
Die Kapitel neun bis fünfzehn stellen mehrere Rückwege dar: Aufgehen der Sinnesfunktionen, Einbettung aller Welten in Brahman, Durchbrechen der Hüllen und Verbrennen begrenzender Kräfte. Die genaue Gestalt dieser Reihen variiert. Man sollte sie aufmerksam lesen und ihre Unterschiede nicht zu einem vermeintlich einzigen Schema glätten.
Der Text betont, dass Vorträge, bloße Gelehrsamkeit und äußere Askese die Selbsterkenntnis nicht erzwingen. Zugleich empfiehlt er Hören, Studium, Frieden, Selbstbeherrschung, Geduld und Sammlung. Gemeint ist eine Erkenntnis, die das Leben verwandelt. Anspruchslosigkeit, kindliche Einfachheit und Freiheit von Zorn gehören zum Bild des Entsagenden. Drastische asketische Formulierungen benötigen im heutigen Leben eine verantwortliche Deutung.
Bezüge und heutige Bedeutung
Die Lehre vom inneren Lenker erinnert an die Brihadaranyaka Upanishad. Die Beschreibung des Vierten und die Verneinung gewöhnlicher Erkenntnisformen berühren die Mandukya Upanishad. Die Vishnuverse stammen aus vedischer Hymnik; der Schlussvers über Hingabe an Gott und Lehrer begegnet auch in der Shvetashvatara Upanishad.
Für heutige Aspiranten eröffnet die Subala eine Verbindung von Selbsterforschung, Meditation und Hingabe. Wahrhaftigkeit, freigebiges Handeln und Mitgefühl sind ausdrücklich genannte Grundlagen. Wer das Selbst als innersten Grund aller Wesen betrachtet, kann diese Einsicht in Respekt und fürsorgliches Handeln umsetzen. Das Studium wird fruchtbar, wenn es zur Sammlung führt und das Festhalten am begrenzten Ich lockert.

Video zur Vertiefung: Yoga, Samkhya und Vedanta
Der Vortrag erläutert philosophische Hintergründe der Yogatradition und ergänzt das Studium der Upanishad.
Subala Upanishad - Vollständiger Text in Devanagari
Shanti-Mantra
ॐ पूर्णमदः पूर्णमिदं पूर्णात्पूर्णमुदच्यते ।
पूर्णस्य पूर्णमादाय पूर्णमेवावशिष्यते ॥
Friedensruf
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥
१.१.
ॐ तदाहुः किं तदासीत्तस्मै स होवाच न सन्नासन्न सदसदिति ॥ १ ॥
१.२.
तस्मात्तमः सञ्जायते तमसो भूतादिर्भूतादेराकाशमाकाशाद्वायुर्वायोरग्निरग्नेरापोऽद्भ्यः पृथिवी ॥ २ ॥
१.३.
तदण्डं समभवत्तत्संवत्सरमात्रमुषित्वा द्विधाकरोदधस्ताद्भूमिमुपरिष्टादाकाशं मध्ये पुरुषो दिव्यः सहस्रशीर्षा पुरुषः सहस्राक्षः सहस्रपात् । सहस्रबाहुरिति ॥ ३ ॥
१.४.
सोऽग्रे भूतानां मृत्युमसृजन्त्र्यक्षरं त्रिशिरस्कं त्रिपादं खण्डपरशुम् ॥ ४ ॥
१.५.
तस्य ब्रह्मा बिभेति स ब्रह्माणमेव विवेश स मानसान्सप्त पुत्रानसृजत्ते ह विराजः सप्त मानसानसृजन्ते ह प्रजापतयः ॥ ५ ॥
१.६a – Der kosmische Mensch
ब्राह्मणोऽस्य मुखमासीद्बाहू राजन्यः कृतः । ऊरू तदस्य यद्वैश्यः पद्भ्यां शूद्रो अजायत ।
१.६b – Die kosmischen Kräfte
चन्द्रमा मनसो जातश्चक्षोः सूर्यो अजायत । श्रोत्राद्वायुश्च प्राणश्च हृदयात्सर्वमिदं जायते ॥ ६ ॥
२.१.
अपानान्निषादा यक्षराक्षसगन्धर्वाश्चास्थिभ्यः पर्वता लोमभ्य ओषधिवनस्पतयो ललाटात्क्रोधजो रुद्रो जायते ॥ १ ॥
२.२.
तस्यैतस्य महतो भूतस्य निःश्वसितमेवैतद्यदृग्वेदो यजुर्वेदः सामवेदोऽथर्ववेदः शिक्षा कल्पो व्याकरणं निरुक्तं छन्दो ज्योतिषामयनं न्यायो मीमांसा धर्मशास्त्राणि व्याख्यानान्युपव्याख्यानानि च सर्वाणि च भूतानि ॥ २ ॥
२.३.
हिरण्यज्योतिर्यस्मिन्नयमात्माधिक्षियन्ति भुवनानि विश्वा । आत्मानं द्विधाकरोदर्धेन स्त्री अर्धेन पुरुषो देवो भूत्वा देवानसृजदृषिर्भूत्वा ऋषीन्यक्षराक्षसगन्धर्वान्ग्राम्यानारण्यांश्च पशूनसृजदितरा गौरितरोऽनड्वानितरो वडवेतरोऽश्व इतरा गर्दभीतरो गर्दभ इतरा विश्वम्भरीतरो विश्वम्भरः ॥ ३ ॥
२.४.
सोऽन्ते वैश्वानरो भूत्वा सन्दग्ध्वा सर्वाणि भूतानि पृथिव्यप्सु प्रलीयत आपस्तेजसि प्रलीयन्ते तेजो वायौ विलीयते वायुराकाशे विलीयत आकाशमिन्द्रियेष्विन्द्रियाणि तन्मात्रेषु तन्मात्राणि भूतादौ विलीयन्ते भूतादिर्महति विलीयते महानव्यक्ते विलीयतेऽव्यक्तमक्षरे विलीयते अक्षरं तमसि विलीयते तमः परे देव एकीभवति परस्तान्न सन्नासन्न सदसदित्येतन्निर्वाणानुशासनमिति वेदानुशासनमिति वेदानुशासनम् ॥ ४ ॥
३.१.
असद्वा इदमग्र आसीदजातमभूतमप्रतिष्ठितमशब्दमस्पर्शमरूपमरसमगन्धमव्ययममहान्तमबृहन्तमजमात्मानं मत्वा धीरो न शोचति ॥ १ ॥
३.२.
अप्रमाणममुखमश्रोत्रमवागमनोऽतेजस्कम् अचक्षुष्कमनामगोत्रमशिरस्कम् अपाणिपादमस्निग्धमलोहितमप्रमेयम् अह्रस्वमदीर्घमस्थूलमनण्वनल्पमपारम् अनिर्देश्यमनपावृतमप्रतर्क्यम् अप्रकाश्यमसंवृतमनन्तरमबाह्यं न तदश्नाति किञ्चन न तदश्नाति कश्चन ॥ २ ॥
३.३.
एतद्वै सत्येन दानेन तपसाऽनाशकेन ब्रह्मचर्येण निर्वेदनेनानाशकेन षडङ्गेनैव साधयेदेतत्त्रयं वीक्षेत दमं दानं दयामिति न तस्य प्राणा उत्क्रामन्त्यत्रैव समवलीयन्ते ब्रह्मैव सन्ब्रह्माप्येति य एवं वेद ॥ ३ ॥
४.१.
हृदयस्य मध्ये लोहितं मांसपिण्डं यस्मिंस्तद्दहरं पुण्डरीकं कुमुदमिवानेकधा विकसितं हृदयस्य दश छिद्राणि भवन्ति येषु प्राणाः प्रतिष्ठिताः ॥ १ ॥
४.२.
स यदा प्राणेन सह संयुज्यते तदा पश्यति नद्यो नगराणि बहूनि विविधानि च यदा व्यानेन सह संयुज्यते तदा पश्यति देवांश्च ऋषींश्च यदापानेन सह संयुज्यते तदा पश्यति यक्षराक्षसगन्धर्वान्यदा उदानेन सह संयुज्यते तदा पश्यति देवलोकान्देवान्स्कन्दं जयन्तं चेति यदा समानेन सह संयुज्यते तदा पश्यति देवलोकान्धनानि च यदा वैरम्भेण सह संयुज्यते तदा पश्यति दृष्टं च श्रुतं च भुक्तं चाभुक्तं च सच्चासच्च सर्वं पश्यति ॥ २ ॥
४.३.
अथेमा दश दश नाड्यो भवन्ति । तासामेकैकस्या द्वासप्ततिर्द्वासप्ततिः शाखा नाडीसहस्राणि भवन्ति यस्मिन्नयमात्मा स्वपिति शब्दानां च करोत्यथ यद्द्वितीये सङ्कोशे स्वपिति तदेमं च लोकं परं च लोकं पश्यति सर्वाञ्छब्दान्विजानाति स सम्प्रसाद इत्याचक्षते प्राणः शरीरं परिरक्षति हरितस्य नीलस्य पीतस्य लोहितस्य श्वेतस्य नाड्यो रुधिरस्य पूर्णाः ॥ ३ ॥
४.४.
अथात्रैतद्दहरं पुण्डरीकं कुमुदमिवानेकधा विकसितं यथा केशः सहस्रधा भिन्नस्तथा हिता नाम नाड्यो भवन्ति हृद्याकाशे परे कोशे दिव्योऽयमात्मा स्वपिति यत्र सुप्तो न कञ्चन कामं कामयते न कञ्चन स्वप्नं पश्यति न तत्र देवा न देवलोका यज्ञा न यज्ञा वा न माता न पिता न बन्धुर्न बान्धवो न स्तेनो न ब्रह्महा तेजस्कायममृतं सलिल एवेदं सलिलं वनं भूयस्तेनैव मार्गेण जाग्राय धावति सम्राडिति होवाच ॥ ४ ॥
५.१.
स्थानानि स्थानिभ्यो यच्छति नाडी तेषां निबन्धनं चक्षुरध्यात्मं द्रष्टव्यमधिभूतमादित्यस्तत्राधिदैवतं नाडी तेषां निबन्धनं यश्चक्षुषि यो द्रष्टव्ये य आदित्ये यो नाड्यां यः प्राणे यो विज्ञाने य आनन्दे यो हृद्याकाशे य एतस्मिन्सर्वस्मिन्नन्तरे संचरति सोऽयमात्मा तमात्मानमुपासीताजरममृतमभयमशोकमनन्तम् ॥ १ ॥
५.२.
श्रोत्रमध्यात्मं श्रोतव्यमधिभूतं दिशस्तत्राधिदैवतं नाडी तेषां निबन्धनं यः श्रोत्रे यः श्रोतव्ये यो दिक्षु यो नाड्यां यः प्राणे यो विज्ञाने य आनन्दे यो हृद्याकाशे य एतस्मिन्सर्वस्मिन्नन्तरे संचरति सोऽयमात्मा तमात्मानमुपासीताजरममृतमभयमशोकमनन्तम् ॥ २ ॥
५.३.
नासाध्यात्मं घ्रातव्यमधिभूतं पृथिवी तत्राधिदैवतं नाडी तेषां निबन्धनं यो नासायां यो घ्रातव्ये यः पृथिव्यां यो नाड्यां यः प्राणे यो विज्ञाने य आनन्दे यो हृद्याकाशे य एतस्मिन्सर्वस्मिन्नन्तरे संचरति सोऽयमात्मा तमात्मानमुपासीताजरममृतमभयमशोकमनन्तम् ॥ ३ ॥
५.४.
जिह्वाध्यात्मं रसयितव्यमधिभूतं वरुणस्तत्राधिदैवतं नाडी तेषां निबन्धनं यो जिह्वायां रसयितव्ये यो वरुणे यो नाड्यां यः प्राणे यो विज्ञाने य आनन्दे यो हृद्याकाशे य एतस्मिन्सर्वस्मिन्नन्तरे संचरति सोऽयमात्मा तमात्मानमुपासीताजरममृतमभयमशोकमनन्तम् ॥ ४ ॥
५.५.
त्वगध्यात्मं स्पर्शयितव्यमधिभूतं वायुस्तत्राधिदैवतं नाडी तेषां निबन्धनं यस्त्वचि यः स्पर्शयितव्ये यो वायौ यो नाड्यां यः प्राणे यो विज्ञाने य आनन्दे यो हृद्याकाशे य एतस्मिन्सर्वस्मिन्नन्तरे संचरति सोऽयमात्मा तमात्मानमुपासीताजरममृतमभयमशोकमनन्तम् ॥ ५ ॥
५.६.
मनोऽध्यात्मं मन्तव्यमधिभूतं चन्द्रस्तत्राधिदैवतं नाडी तेषां निबन्धनं यो मनसि यो मन्तव्ये यश्चन्द्रे यो नाड्यां यः प्राणे यो विज्ञाने य आनन्दे यो हृद्याकाशे य एतस्मिन्सर्वस्मिन्नन्तरे संचरति सोऽयमात्मा तमात्मानमुपासीताजरममृतमभयमशोकमनन्तम् ॥ ६ ॥
५.७.
बुद्धिरध्यात्मं बोद्धव्यमधिभूतं ब्रह्मा तत्राधिदैवतं नाडी तेषां निबन्धनं यो बुद्धौ यो बोद्धव्ये यो ब्रह्मणि यो नाड्यां यः प्राणे यो विज्ञाने य आनन्दे यो हृद्याकाशे य एतस्मिन्सर्वस्मिन्नन्तरे संचरति सोऽयमात्मा तमात्मानमुपासीताजरममृतमभयमशोकमनन्तम् ॥ ७ ॥
५.८.
अहङ्कारोऽध्यात्ममहङ्कर्तव्यमधिभूतं रुद्रस्तत्राधिदैवतं नाडी तेषां निबन्धनं योऽहङ्कारे योऽहङ्कर्तव्ये यो रुद्रे यो नाड्यां यः प्राणे यो विज्ञाने य आनन्दे यो हृद्याकाशे य एतस्मिन्सर्वस्मिन्नन्तरे संचरति सोऽयमात्मा तमात्मानमुपासीताजरममृतमभयमशोकमनन्तम् ॥ ८ ॥
५.९.
चित्तमध्यात्मं चेतयितव्यमधिभूतं क्षेत्रज्ञस्तत्राधिदैवतं नाडी तेषां निबन्धनं यश्चित्ते यश्चेतयितव्ये यः क्षेत्रज्ञे यो नाड्यां यः प्राणे यो विज्ञाने य आनन्दे यो हृद्याकाशे य एतस्मिन्सर्वस्मिन्नन्तरे संचरति सोऽयमात्मा तमात्मानमुपासीताजरममृतमभयमशोकमनन्तम् ॥ ९ ॥
५.१०.
वागध्यात्मं वक्तव्यमधिभूतमग्निस्तत्राधिदैवतं नाडी तेषां निबन्धनं यो वाचि यो वक्तव्ये योऽग्नौ यो नाड्यां यः प्राणे यो विज्ञाने य आनन्दे यो हृद्याकाशे य एतस्मिन्सर्वस्मिन्नन्तरे संचरति सोऽयमात्मा तमात्मानमुपासीताजरममृतमभयमशोकमनन्तम् ॥ १० ॥
५.११.
हस्तावध्यात्ममादातव्यमधिभूतमिन्द्रस्तत्राधिदैवतं नाडी तेषां निबन्धनं यो हस्ते य आदातव्ये य इन्द्रे यो नाड्यां यः प्राणे यो विज्ञाने य आनन्दे यो हृद्याकाशे य एतस्मिन्सर्वस्मिन्नन्तरे संचरति सोऽयमात्मा तमात्मानमुपासीताजरममृतमभयमशोकमनन्तम् ॥ ११ ॥
५.१२.
पादावध्यात्मं गन्तव्यमधिभूतं विष्णुस्तत्राधिदैवतं नाडी तेषां निबन्धनं यः पादे यो गन्तव्ये यो विष्णौ यो नाड्यां यः प्राणे यो विज्ञाने य आनन्दे यो हृद्याकाशे य एतस्मिन्सर्वस्मिन्नन्तरे संचरति सोऽयमात्मा तमात्मानमुपासीताजरममृतमभयमशोकमनन्तम् ॥ १२ ॥
५.१३.
पायुरध्यात्मं विसर्जयितव्यमधिभूतं मृत्युस्तत्राधिदैवतं नाडी तेषां निबन्धनं यः पायौ यो विसर्जयितव्ये यो मृत्यौ यो नाड्यां यः प्राणे यो विज्ञाने य आनन्दे यो हृद्याकाशे य एतस्मिन्सर्वस्मिन्नन्तरे संचरति सोऽयमात्मा तमात्मानमुपासीताजरममृतमभयमशोकमनन्तम् ॥ १३ ॥
५.१४.
उपस्थोऽध्यात्ममानन्दयितव्यमधिभूतं प्रजापतिस्तत्राधिदैवतं नाडी तेषां निबन्धनं य उपस्थे य आनन्दयितव्ये यः प्रजापतौ यो नाड्यां यः प्राणे यो विज्ञाने य आनन्दे यो हृद्याकाशे य एतस्मिन्सर्वस्मिन्नन्तरे संचरति सोऽयमात्मा तमात्मानमुपसीताजरममृतमभयमशोकमनन्तम् ॥ १४ ॥
५.१५.
एष सर्वज्ञ एष सर्वेश्वर एष सर्वाधिपतिरेषोऽन्तर्याम्येष योनिः सर्वस्य सर्वसौख्यैरुपास्यमानो न च सर्वसौख्यान्युपास्यति वेदशास्त्रैरुपास्यमानो न च वेदशास्त्राण्युपास्यति यस्यान्नमिदं सर्वे न च योऽन्नं भवत्यतः परं सर्वनयनः प्रशास्तान्नमयो भूतात्मा प्राणमय इन्द्रियात्मा मनोमयः सङ्कल्पात्मा विज्ञानमयः कालात्मानन्दमयो लयात्मैकत्वं नास्ति द्वैतं कुतो मर्त्यं नास्त्यमृतं कुतो नान्तःप्रज्ञो न बहिःप्रज्ञो नोभयतःप्रज्ञो न प्रज्ञानघनो न प्रज्ञो नाप्रज्ञोऽपि नो विदितं वेद्यं नास्तीत्येतन्निर्वाणानुशासनमिति वेदानुशासनमिति वेदानुशासनम् ॥ १५ ॥
६.१.
नैवेह किञ्चनाग्र आसीदमूलमनाधारा इमाः प्रजाः प्रजायन्ते ॥ १ ॥
६.२.
चक्षुश्च द्रष्टव्यं च नारायणः श्रोत्रं च श्रोतव्यं च नारायणो घ्राणं च घ्रातव्यं च नारायणो जिह्वा च रसयितव्यं च नारायणस्त्वक् च स्पर्शयितव्यं च नारायणो मनश्च मन्तव्यं च नरायणो बुद्धिश्च बोद्धव्यं च नारायणोऽहङ्कारश्चाहङ्कर्तव्यं च नारायणश्चित्तं च चेतयितव्यं च नारायणो वाक् च वक्तव्यं च नारायणो हस्तौ चादातव्यं च नारायणः पादौ च गन्तव्यं च नारायणः पायुश्च विसर्जयितव्यं च नारायण उपस्थश्चानन्दयितव्यं च नारायणो धाता विधाता कर्ता विकर्ता दिव्यो देव एको नारायणः ॥ २ ॥
६.३.
आदित्या रुद्रा मरुतो वसवोऽश्विनावृचो यजूंषि सामानि मन्त्रोऽग्निराज्याहुतिर्नारायण उद्भवः सम्भवो दिव्यो देव एको नारायणः ॥ ३ ॥
६.४.
माता पिता भ्राता निवासः शरणं सुहृद्गतिर्नारायणः ॥ ४ ॥
६.५.
विराजा सुदर्शनाजितासोम्यामोघाकुमारामृतासत्यामध्यमानासीराशिशुतासूरासूर्याभास्वराविज्ञेयानि नाडीनामानि दिव्यानि ॥ ५ ॥
६.६.
गर्जति गायति वाति वर्षति वरुणोऽर्यमा चन्द्रमाः कालः कलिर्धाता ब्रह्मा प्रजापतिर्मघवा दिवसाश्चार्धदिवसाश्च कलाः कल्पाश्चोर्ध्वं च दिशश्च सर्वं नारायणः ॥ ६ ॥
६.७a – Der Purusha
पुरुष एवेदं सर्वं यद्भूतं यच्च भव्यम् । उतामृतत्वस्येशानो यदन्नेनातिरोहति ।
६.७b – Vishnus höchste Stätte
तद्विष्णोः परमं पदं सदा पश्यन्ति सूरयः । दिवीव चक्षुराततम् ।
६.७c – Wachheit
तद्विप्रासो विपन्यवो जागृवांसः समिन्धते । विष्णोर्यत्परमं पदम् ।
६.७d – Schlussformel
तदेतन्निर्वाणानुशासनमिति वेदानुशासनमिति वेदानुशासनम् ॥ ७ ॥
७.१a – Erde
अन्तःशरीरे निहितो गुहायामज एको नित्यो यस्य पृथिवी शरीरं यः पृथिवीमन्तरे संचरन् यं पृथिवी न वेद ।
७.१b – Wasser
यस्यापः शरीरं योऽपोन्तरे संचरन्यमापो न विदुः ।
७.१c – Feuer
यस्य तेजः शरीरं यस्तेजोन्तरे संचरन् यं तेजो न वेद ।
७.१d – Wind
यस्य वायुः शरीरं यो वायुमन्तरे संचरन् यं वायुर्न वेद ।
७.१e – Raum
यस्याकाशः शरीरं य आकाशमन्तरे संचरन् यमाकाशो न वेद ।
७.१f – Geist
यस्य मनः शरीरं यो मनोन्तरे संचरन् यं मनो न वेद ।
७.१g – Erkenntnisvermögen
यस्य बुद्धिः शरीरं यो बुद्धिमन्तरे संचरन् यं बुद्धिर्न वेद ।
७.१h – Ichbewusstsein
यस्याहङ्कारः शरीरं योऽहङ्कारमन्तरे संचरन् यमहङ्कारो न वेद ।
७.१i – Bewusstsein
यस्य चित्तं शरीरं यश्चित्तमन्तरे संचरन् यं चित्तं न वेद ।
७.१j – Unentfaltetes
यस्याव्यक्तं शरीरं योऽव्यक्तमन्तरे संचरन् यमव्यक्तं न वेद ।
७.१k – Unvergängliches
यस्याक्षरं शरीरं योऽक्षरमन्तरे संचरन् यमक्षरं न वेद ।
७.१l – Tod
यस्य मृत्युः शरीरं यो मृत्युमन्तरे संचरन् यं मृत्युर्न वेद ।
७.१m – Narayana als inneres Selbst
स एष सर्वभूतान्तरात्मापहतपाप्मा दिव्यो देव एको नारायणः ॥ १ ॥
७.२.
एतां विद्यामपान्तरतमाय ददावपान्तरतमो ब्रह्मणे ददौ ब्रह्मा घोराङ्गिरसे ददौ घोराङ्गिरा रैक्वाय ददौ रैक्वो रामाय ददौ रामः सर्वेभ्यो भूतेभ्यो ददावित्येवं निर्वाणानुशासनमिति वेदानुशासनमिति वेदानुशासनम् ॥ २ ॥
८.१.
अन्तःशरीरे निहितो गुहायां शुद्धः सोऽयमात्मा सर्वस्य मेदोमांसक्लेदावकीर्णे शरीरमध्येऽत्यन्तोपहते चित्रभित्तिप्रतीकाशे गान्धर्वनगरोपमे कदलीगर्भवन्निःसारे जलबुद्बुदवच्चञ्चले निःसृतमात्मानमचिन्त्यरूपं दिव्यं देवमसङ्गं शुद्धं तेजस्कायमरूपं सर्वेश्वरमचिन्त्यमशरीरं निहितं गुहायाममृतं विभ्राजमानमानन्दं तं पश्यन्ति विद्वांसस्तेन लये न पश्यन्ति ॥ १ ॥
९.१.
अथ हैनं रैक्वः पप्रच्छ भगवन्कस्मिन्सर्वेऽस्तं गच्छन्तीति । तस्मै स होवाच चक्षुरेवाप्येति यच्चक्षुरेवास्तमेति द्रष्टव्यमेवाप्येति यो द्रष्टव्यमेवास्तमेत्यादित्यमेवाप्येति य आदित्यमेवास्तमेति विराजमेवाप्येति यो विराजमेवास्तमेति प्राणमेवाप्येति यः प्राणमेवास्तमेति विज्ञानमेवाप्येति यो विज्ञानमेवास्तमेत्यानन्दमेवाप्येति य आनन्दमेवास्तमेति तुरीयमेवाप्येति यस्तुरीयमेवास्तमेति तदमृतमभयमशोकमनन्तनिर्बीजमेवाप्येतीति होवाच ॥ १ ॥
९.२.
श्रोत्रमेवाप्येति यः श्रोत्रमेवास्तमेति श्रोतव्यमेवाप्येति यः श्रोतव्यमेवास्तमेति दिशमेवाप्येति यो दिशमेवास्तमेति सुदर्शनामेवाप्येति यः सुदर्शनामेवास्तमेत्यपानमेवाप्येति योऽपानमेवास्तमेति विज्ञानमेवाप्येति यो विज्ञानमेवास्तमेति तदमृतमभयमशोकमनन्तनिर्बीजमेवाप्येतीति होवाच ॥ २ ॥
९.३.
नासमेवाप्येति यो नासामेवास्तमेति घ्रातव्यमेवाप्येति यो घ्रातव्यमेवास्तमेति पृथिवीमेवाप्येति यः पृथिवीमेवास्तमेति जितामेवाप्येति यो जितामेवास्तमेति व्यानमेवाप्येति यो व्यानमेवास्तमेति विज्ञानमेवाप्येति तदमृतमभयमशोकमनन्तनिर्बीजमेवाप्येतीति होवाच ॥ ३ ॥
९.४.
जिह्वामेवाप्येति यो जिह्वामेवास्तमेति रसयितव्यमेवाप्येति यो रसयितव्यमेवास्तमेति वरुणमेवाप्येति यो वरुणमेवास्तमेति सौम्यामेवाप्येति यः सौम्यामेवास्तमेत्युदानमेवाप्येति य उदानमेवास्तमेति विज्ञानमेवाप्येति तदमृतमभयमशोकमनन्तनिर्बीजमेवाप्येतीति होवाच ॥ ४ ॥
९.५.
त्वचमेवाप्येति यस्त्वचमेवास्तमेति स्पर्शयितव्यमेवाप्येति यः स्पर्शयितव्यमेवास्तमेति वायुमेवाप्येति यो वायुमेवास्तमेति मोधामेवाप्येति यो मोधामेवास्तमेति समानमेवाप्येति यः समानमेवास्तमेति विज्ञानमेवाप्येति तदमृतमभयमशोकमनन्तनिर्बीजमेवाप्येतीति होवाच ॥ ५ ॥
९.६.
वाचमेवाप्येति यो वाचमेवास्तमेति वक्तव्यमेवाप्येति यो वक्तव्यमेवास्तमेत्यग्निमेवाप्येति योऽग्निमेवास्तमेति कुमारामेवाप्येति यः कुमारामेवास्तमेति वैरम्भमेवाप्येति यो वैरम्भमेवास्तमेति विज्ञानमेवाप्येति तदमृतमभयमशोकमनन्तनिर्बीजमेवाप्येतीति होवाच ॥ ६ ॥
९.७.
हस्तमेवाप्येति यो हस्तमेवास्तमेत्यादातव्यमेवाप्येति य आदातव्यमेवास्तमेतीन्द्रमेवाप्येति य इन्द्रमेवास्तमेत्यमृतामेवाप्येति योऽमृतामेवास्तमेति मुख्यमेवाप्येति यो मुख्यमेवास्तमेति विज्ञानमेवाप्येति तदमृतमभयमशोकमनन्तनिर्बीजमेवाप्येतीति होवाच ॥ ७ ॥
९.८.
पादमेवाप्येति यः पादमेवास्तमेति गन्तव्यमेवाप्येति यो गन्तव्यमेवास्तमेति विष्णुमेवाप्येति यो विष्णुमेवास्तमेति सत्यामेवाप्येति यः सत्यामेवास्तमेत्त्यन्तर्याममेवाप्येति योऽन्तर्याममेवास्तमेति विज्ञानमेवाप्येति तदमृतमभयमशोकमनन्तनिर्बीजमेवाप्येतीति होवाच ॥ ८ ॥
९.९.
पायुमेवाप्येति यः पायुमेवास्तमेति विसर्जयितव्यमेवाप्येति यो विसर्जयितव्यमेवास्तमेति मृत्युमेवाप्येति यो मृत्युमेवास्तमेति मध्यमामेवाप्येति यो मध्यमामेवास्तमेति प्रभञ्जनमेवाप्येति यः प्रभञ्जनमेवास्तमेति विज्ञानमेवाप्येति तदमृतमभयमशोकमनन्तनिर्बीजमेवाप्येतीति होवाच ॥ ९ ॥
९.१०.
उपस्थमेवाप्येति य उपस्थमेवास्तमेत्यानन्दयितव्यमेवाप्येति य आनन्दयितव्यमेवास्तमेति प्रजापतिमेवाप्येति यः प्रजापतिमेवास्तमेति नासीरामेवाप्येति यो नासीरामेवास्तमेति कुमारमेवाप्येति यः कुमारमेवास्तमेति विज्ञानमेवाप्येति तदमृतमभयमशोकमनन्तनिर्बीजमेवाप्येतीति होवाच ॥ १० ॥
९.११.
मन एवाप्येति यो मन एवास्तमेति मन्तव्यमेवाप्येति यो मन्तव्यमेवास्तमेति चन्द्रमेवाप्येति यश्चन्द्रमेवास्तमेति शिशुमेवाप्येति यः शिशुमेवास्तमेति श्येनमेवाप्येति यः श्येनमेवास्तमेति विज्ञानमेवाप्येति तदमृतमभयमशोकमनन्तनिर्बीजमेवाप्येतीति होवाच ॥ ११ ॥
९.१२.
बुद्धिमेवाप्येति यो बुद्धिमेवास्तमेति बोद्धव्यमेवाप्येति यो बोद्धव्यमेवास्तमेति ब्रह्माणमेवाप्येति यो ब्रह्माणमेवास्तमेति सूर्यामेवास्तमेति यः सूर्यामेवास्तमेति कृष्णमेवाप्येति यः कृष्णमेवास्तमेति विज्ञानमेवाप्येति तदमृतमभयमशोकमनन्तनिर्बीजमेवाप्येतीति होवाच ॥ १२ ॥
९.१३.
अहङ्कारमेवाप्येति योऽहङ्कारमेवास्तमेत्यहङ्कर्तव्यमेवाप्येति योऽहङ्कर्तव्यमेवास्तमेति रुद्रमेवाप्येति यो रुद्रमेवास्तमेत्यसुरामेवाप्येति योऽसुरामेवास्तमेति श्वेतमेवाप्येति यः श्वेतमेवास्तमेति विज्ञानमेवाप्येति तदमृतमभयमशोकमनन्तनिर्बीजमेवाप्येतीति होवाच ॥ १३ ॥
९.१४.
चित्तमेवाप्येति यश्चित्तमेवास्तमेति चेतयितव्यमेवाप्येति यश्चेतयितव्यमेवास्तमेति क्षेत्रज्ञमेवाप्येति यः क्षेत्रज्ञमेवास्तमेति भास्वतीमेवाप्येति यो भास्वतीमेवास्तमेति नागमेवाप्येति यो नागमेवास्तमेति विज्ञानमेवाप्येति यो विज्ञानमेवास्तमेत्यानन्दमेवाप्येति य आनन्दमेवास्तमेति तुरीयमेवाप्येति यस्तुरीयमेवास्तमेति तदमृतमभयमशोकमनन्तं निर्बीजमेवाप्येति तदमृतमभयमशोकमनन्तनिर्बीजमेवाप्येतीति होवाच ॥ १४ ॥
९.१५.
य एवं निर्बीजं वेद निर्बीज एव स भवति न जायते न म्रियते न मुह्यते न भिद्यते न दह्यते न छिद्यते न कम्पते न कुप्यते सर्वदहनोऽयमात्मेत्याचक्षते ॥ १५ ॥
९.१६.
नैवमात्मा प्रवचनशतेनापि लभ्यते न बहुश्रुतेन न बुद्धिज्ञानाश्रितेन न मेधया न वेदैर्न यज्ञैर्न तपोभिरुग्रैर्न सांख्यैर्न योगैर्नाश्रमैर्नान्यैरात्मानमुपलभन्ते प्रवचनेन प्रशंसया व्युत्थानेन तमेतं ब्राह्मणा शुश्रुवांसोऽनूचाना उपलभन्ते शान्तो दान्त उपरतस्तितिक्षुः समाहितो भूत्वात्मन्येवात्मानं पश्यति सर्वस्यात्मा भवति य एवं वेद ॥ १६ ॥
१०.१.
अथ हैनं रैक्वः पप्रच्छ भगवन्कस्मिन्सर्वे संप्रतिष्ठिता भवन्तीति रसातललोकेष्विति होवाच कस्मिन्रसातललोका ओताश्च प्रोताश्चेति भूर्लोकेष्विति होवाच । कस्मिन्भूर्लोका ओताश्च प्रोताश्चेति भुवर्लोकेष्विति होवाच । कस्मिन्भुवर्लोका ओताश्च प्रोताश्चेति सुवर्लोकेष्विति होवाच । कस्मिन्सुवर्लोका ओताश्च प्रोताश्चेति महर्लोकेष्विति होवाच । कस्मिन्महर्लोका ओताश्च प्रोताश्चेति जनोलोकेष्विति होवाच । कस्मिन् जनोलोका ओताश्च प्रोताश्चेति तपोलोकेष्विति होवाच । कस्मिंस्तपोलोका ओताश्च प्रोताश्चेति सत्यलोकेष्विति होवाच । कस्मिन्सत्यलोका ओताश्च प्रोताश्चेति प्रजापतिलोकेष्विति होवाच । कस्मिन्प्रजापतिलोका ओताश्च प्रोताश्चेति ब्रह्मलोकेष्विति होवाच । कस्मिन्ब्रह्मलोका ओताश्च प्रोताश्चेति सर्वलोका आत्मनि ब्रह्मणि मणय इवौताश्च प्रोताश्चेति स होवाच ॥ १ ॥
१०.२.
एवमेतान् लोकानात्मनि प्रतिष्ठितान्वेदात्मैव स भवतीत्येतन्निर्वाणानुशासनमिति वेदानुशासनमिति वेदानुशासनम् ॥ २ ॥
११.१a – Die Frage nach dem Auszug
अथ हैनं रैक्वः पप्रच्छ भगवन्योऽयं विज्ञानघन उत्क्रामन्स केन कतरद्वाव स्थानमुत्सृज्यापक्रामतीति तस्मै स होवाच ।
११.१b – Die vier Wege
हृदयस्य मध्ये लोहितं मांसपिण्डं यस्मिंस्तद्दहरं पुण्डरीकं कुमुदमिवानेकधा विकसितं तस्य मध्ये समुद्रः समुद्रस्य मध्ये कोशस्तस्मिन्नाड्यश्चतस्रो भवन्ति रमारमेच्छाऽपुनर्भवेति तत्र रमा पुण्येन पुण्यं लोकं नयत्यरमा पापेन पापमिच्छया यत्स्मरति तदभिसंपद्यते
११.१c – Der Weg der Nichtwiederkehr
अपुनर्भवया कोशं भिनत्ति कोशं भित्त्वा शीर्षकपालं भिनत्ति शीर्षकपालं भित्त्वा पृथिवीं भिनत्ति पृथिवीं भित्त्वापो भिनत्त्यापो भित्त्वा तेजो भिनत्ति तेजो भित्त्वा वायुं भिनत्ति वायुं भित्त्वाकाशं भिनत्त्याकाशं भित्त्वा मनो भिनत्ति मनो भित्त्वा भूतादिं भिनत्ति भूतादिं भित्त्वा महान्तं भिनत्ति महान्तं भित्त्वाव्यक्तं भिनत्त्यव्यक्तं भित्त्वाक्षरं भिनत्त्यक्षरं भित्त्वा मृत्युं भिनत्ति मृत्युर्वै परे देव एकीभवतीति परस्तान्न सन्नासन्न सदसदित्येतन्निर्वाणानुशासनमिति वेदानुशासनमिति वेदानुशासनम् ॥ १ ॥
१२.१.
ॐ नारायणाद्वा अन्नमागतं पक्वं ब्रह्मलोके महासंवर्तके पुनः पक्वमादित्ये पुनः पक्वं क्रव्यादि पुनः पक्वं जालकिलक्लिन्नं पर्युषितं पूतमन्नमयाचितमसंकॢप्तमश्नीयान्न कञ्चन याचेत ॥ १ ॥
१३.१.
बाल्येन तिष्ठासेद्बालस्वभावोऽसङ्गो निरवद्यो मौनेन पाण्डित्येन निरवधिकारतयोपलभ्येत कैवल्यमुक्तं निगमनं प्रजापतिरुवाच महत्पदं ज्ञात्वा वृक्षमूले वसेत कुचेलोऽसहाय एकाकी समाधिस्थ आत्मकाम आप्तकामो निष्कामो जीर्णकामो हस्तिनि सिंहे दंशे मशके नकुले सर्पराक्षसगन्धर्वे मृत्यो रूपाणि विदित्वा न बिभेति कुतश्चनेति वृक्षमिव तिष्ठासेच्छिद्यमानोऽपि न कुप्येत न कम्पेतोत्पलमिव तिष्ठासेच्छिद्यमानोऽपि न कुप्येत न कम्पेताकाशमिव तिष्ठासेच्छिद्यमानोऽपि न कुप्येत न कम्पेत सत्येन तिष्ठासेत्सत्योऽयमात्मा ॥ १ ॥
१३.२.
सर्वेषामेव गन्धानां पृथिवी हृदयं सर्वेषामेव रसानामापो हृदयं सर्वेषामेव रूपाणां तेजो हृदयं सर्वेषामेव स्पर्शानां वायुर्हृदयं सर्वेषामेव शब्दानामाकाशं हृदयं सर्वेषामेव गतीनामव्यक्तं हृदयं सर्वेषामेव सत्त्वानां मृत्युर्हृदयं मृत्युर्वै परे देव एकीभवतीति परस्तान्न सन्नासन्न सदसदित्येतन्निर्वाणानुशासनमिति वेदानुशासनमिति वेदानुशासनम् ॥ २ ॥
१४.१.
ॐ पृथिवी वान्नमापोऽन्नादा आपो वान्नं ज्योतिरन्नादं ज्योतिर्वान्नं वायुरन्नादो वायुर्वान्नमाकाशोऽन्नाद आकाशो वान्नमिन्द्रियाण्यन्नादानीन्द्रियाणि वान्नं मनोऽन्नादं मनो वान्नं बुद्धिरन्नादा बुद्धिर्वान्नमव्यक्तमन्नादमव्यक्तं वान्नमक्षरमन्नादमक्षरं वान्नं मृत्युरन्नादो मृत्युर्वै परे देव एकीभवतीति परस्तान्न सन्नासन्न सदसदित्येतन्निर्वाणानुशासनमिति वेदानुशासनमिति वेदानुशासनम् ॥ १ ॥
१५.१.
अथ हैनं रैक्वः पप्रच्छ भगवन्योऽयं विज्ञानघन उत्क्रामन्स केन कतरद्वाव स्थानं दहतीति तस्मै स होवाच योऽयं विज्ञानघन उत्क्रामन्प्राणं दहत्यपानं व्यानमुदानं समानं वैरम्भं मुख्यमन्तर्यामं प्रभञ्जनं कुमारं श्येनं श्वेतं कृष्णं नागं दहति पृथिव्यापस्तेजोवाय्वाकाशं दहति जागरितं स्वप्नं सुषुप्तं तुरीयं च महतां च लोकं परं च लोकं दहति लोकालोकं दहति धर्माधर्मं दहत्यभास्करममर्यादं निरालोकमतः परं दहति महान्तं दहत्यव्यक्तं दहत्यक्षरं दहति मृत्युं दहति मृत्युर्वै परे देव एकीभवतीति परस्तान्न सन्नासन्न सदसदित्येतन्निर्वाणानुशासनमिति वेदानुशासनमिति वेदानुशासनम् ॥ १ ॥
१६.१a – Voraussetzungen der Weitergabe
सौबालबीजब्रह्मोपनिषन्नाप्रशान्ताय दातव्या नापुत्राय नाशिष्याय नासंवत्सररात्रोषिताय नापरिज्ञातकुलशीलाय दातव्या नैव च प्रवक्तव्या ।
१६.१b – Hingabe und Erkenntnis
यस्य देवे परा भक्तिर्यथा देवे तथा गुरौ । तस्यैते कथिता ह्यर्थाः प्रकाशन्ते महात्मन
१६.१c – Schlussformel
इत्येतन्निर्वाणानुशासनमिति वेदानुशासनमिति वेदानुशासनम् ॥ १ ॥
Abschluss – Shanti-Mantra
ॐ पूर्णमदः पूर्णमिदं पूर्णात्पूर्णमुदच्यते ।
पूर्णस्य पूर्णमादाय पूर्णमेवावशिष्यते ॥
Abschluss – Friedensruf
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥
Kolophon
इति सुबालोपनिषत्समाप्ता ॥
Subala Upanishad Vollständiger Sanskrit Text in IAST
Shanti-Mantra
oṃ pūrṇamadaḥ pūrṇamidaṃ pūrṇātpūrṇamudacyate |
pūrṇasya pūrṇamādāya pūrṇamevāvaśiṣyate ||
Friedensruf
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
1.1.
oṃ tadāhuḥ kiṃ tadāsīttasmai sa hovāca na sannāsanna sadasaditi || 1 ||
1.2.
tasmāttamaḥ sañjāyate tamaso bhūtādirbhūtāderākāśamākāśādvāyurvāyoragniragnerāpo'dbhyaḥ pṛthivī || 2 ||
1.3.
tadaṇḍaṃ samabhavattatsaṃvatsaramātramuṣitvā dvidhākarodadhastādbhūmimupariṣṭādākāśaṃ madhye puruṣo divyaḥ sahasraśīrṣā puruṣaḥ sahasrākṣaḥ sahasrapāt | sahasrabāhuriti || 3 ||
1.4.
so'gre bhūtānāṃ mṛtyumasṛjantryakṣaraṃ triśiraskaṃ tripādaṃ khaṇḍaparaśum || 4 ||
1.5.
tasya brahmā bibheti sa brahmāṇameva viveśa sa mānasānsapta putrānasṛjatte ha virājaḥ sapta mānasānasṛjante ha prajāpatayaḥ || 5 ||
1.6a – Der kosmische Mensch
brāhmaṇo'sya mukhamāsīdbāhū rājanyaḥ kṛtaḥ | ūrū tadasya yadvaiśyaḥ padbhyāṃ śūdro ajāyata |
1.6b – Die kosmischen Kräfte
candramā manaso jātaścakṣoḥ sūryo ajāyata | śrotrādvāyuśca prāṇaśca hṛdayātsarvamidaṃ jāyate || 6 ||
2.1.
apānānniṣādā yakṣarākṣasagandharvāścāsthibhyaḥ parvatā lomabhya oṣadhivanaspatayo lalāṭātkrodhajo rudro jāyate || 1 ||
2.2.
tasyaitasya mahato bhūtasya niḥśvasitamevaitadyadṛgvedo yajurvedaḥ sāmavedo'tharvavedaḥ śikṣā kalpo vyākaraṇaṃ niruktaṃ chando jyotiṣāmayanaṃ nyāyo mīmāṃsā dharmaśāstrāṇi vyākhyānānyupavyākhyānāni ca sarvāṇi ca bhūtāni || 2 ||
2.3.
hiraṇyajyotiryasminnayamātmādhikṣiyanti bhuvanāni viśvā | ātmānaṃ dvidhākarodardhena strī ardhena puruṣo devo bhūtvā devānasṛjadṛṣirbhūtvā ṛṣīnyakṣarākṣasagandharvāngrāmyānāraṇyāṃśca paśūnasṛjaditarā gauritaro'naḍvānitaro vaḍavetaro'śva itarā gardabhītaro gardabha itarā viśvambharītaro viśvambharaḥ || 3 ||
2.4.
so'nte vaiśvānaro bhūtvā sandagdhvā sarvāṇi bhūtāni pṛthivyapsu pralīyata āpastejasi pralīyante tejo vāyau vilīyate vāyurākāśe vilīyata ākāśamindriyeṣvindriyāṇi tanmātreṣu tanmātrāṇi bhūtādau vilīyante bhūtādirmahati vilīyate mahānavyakte vilīyate'vyaktamakṣare vilīyate akṣaraṃ tamasi vilīyate tamaḥ pare deva ekībhavati parastānna sannāsanna sadasadityetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 4 ||
3.1.
asadvā idamagra āsīdajātamabhūtamapratiṣṭhitamaśabdamasparśamarūpamarasamagandhamavyayamamahāntamabṛhantamajamātmānaṃ matvā dhīro na śocati || 1 ||
3.2.
apramāṇamamukhamaśrotramavāgamano'tejaskam acakṣuṣkamanāmagotramaśiraskam apāṇipādamasnigdhamalohitamaprameyam ahrasvamadīrghamasthūlamanaṇvanalpamapāram anirdeśyamanapāvṛtamapratarkyam aprakāśyamasaṃvṛtamanantaramabāhyaṃ na tadaśnāti kiñcana na tadaśnāti kaścana || 2 ||
3.3.
etadvai satyena dānena tapasā'nāśakena brahmacaryeṇa nirvedanenānāśakena ṣaḍaṅgenaiva sādhayedetattrayaṃ vīkṣeta damaṃ dānaṃ dayāmiti na tasya prāṇā utkrāmantyatraiva samavalīyante brahmaiva sanbrahmāpyeti ya evaṃ veda || 3 ||
4.1.
hṛdayasya madhye lohitaṃ māṃsapiṇḍaṃ yasmiṃstaddaharaṃ puṇḍarīkaṃ kumudamivānekadhā vikasitaṃ hṛdayasya daśa chidrāṇi bhavanti yeṣu prāṇāḥ pratiṣṭhitāḥ || 1 ||
4.2.
sa yadā prāṇena saha saṃyujyate tadā paśyati nadyo nagarāṇi bahūni vividhāni ca yadā vyānena saha saṃyujyate tadā paśyati devāṃśca ṛṣīṃśca yadāpānena saha saṃyujyate tadā paśyati yakṣarākṣasagandharvānyadā udānena saha saṃyujyate tadā paśyati devalokāndevānskandaṃ jayantaṃ ceti yadā samānena saha saṃyujyate tadā paśyati devalokāndhanāni ca yadā vairambheṇa saha saṃyujyate tadā paśyati dṛṣṭaṃ ca śrutaṃ ca bhuktaṃ cābhuktaṃ ca saccāsacca sarvaṃ paśyati || 2 ||
4.3.
athemā daśa daśa nāḍyo bhavanti | tāsāmekaikasyā dvāsaptatirdvāsaptatiḥ śākhā nāḍīsahasrāṇi bhavanti yasminnayamātmā svapiti śabdānāṃ ca karotyatha yaddvitīye saṅkośe svapiti tademaṃ ca lokaṃ paraṃ ca lokaṃ paśyati sarvāñchabdānvijānāti sa samprasāda ityācakṣate prāṇaḥ śarīraṃ parirakṣati haritasya nīlasya pītasya lohitasya śvetasya nāḍyo rudhirasya pūrṇāḥ || 3 ||
4.4.
athātraitaddaharaṃ puṇḍarīkaṃ kumudamivānekadhā vikasitaṃ yathā keśaḥ sahasradhā bhinnastathā hitā nāma nāḍyo bhavanti hṛdyākāśe pare kośe divyo'yamātmā svapiti yatra supto na kañcana kāmaṃ kāmayate na kañcana svapnaṃ paśyati na tatra devā na devalokā yajñā na yajñā vā na mātā na pitā na bandhurna bāndhavo na steno na brahmahā tejaskāyamamṛtaṃ salila evedaṃ salilaṃ vanaṃ bhūyastenaiva mārgeṇa jāgrāya dhāvati samrāḍiti hovāca || 4 ||
5.1.
sthānāni sthānibhyo yacchati nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ cakṣuradhyātmaṃ draṣṭavyamadhibhūtamādityastatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yaścakṣuṣi yo draṣṭavye ya āditye yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 1 ||
5.2.
śrotramadhyātmaṃ śrotavyamadhibhūtaṃ diśastatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yaḥ śrotre yaḥ śrotavye yo dikṣu yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 2 ||
5.3.
nāsādhyātmaṃ ghrātavyamadhibhūtaṃ pṛthivī tatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yo nāsāyāṃ yo ghrātavye yaḥ pṛthivyāṃ yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 3 ||
5.4.
jihvādhyātmaṃ rasayitavyamadhibhūtaṃ varuṇastatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yo jihvāyāṃ rasayitavye yo varuṇe yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 4 ||
5.5.
tvagadhyātmaṃ sparśayitavyamadhibhūtaṃ vāyustatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yastvaci yaḥ sparśayitavye yo vāyau yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 5 ||
5.6.
mano'dhyātmaṃ mantavyamadhibhūtaṃ candrastatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yo manasi yo mantavye yaścandre yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 6 ||
5.7.
buddhiradhyātmaṃ boddhavyamadhibhūtaṃ brahmā tatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yo buddhau yo boddhavye yo brahmaṇi yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 7 ||
5.8.
ahaṅkāro'dhyātmamahaṅkartavyamadhibhūtaṃ rudrastatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yo'haṅkāre yo'haṅkartavye yo rudre yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 8 ||
5.9.
cittamadhyātmaṃ cetayitavyamadhibhūtaṃ kṣetrajñastatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yaścitte yaścetayitavye yaḥ kṣetrajñe yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 9 ||
5.10.
vāgadhyātmaṃ vaktavyamadhibhūtamagnistatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yo vāci yo vaktavye yo'gnau yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 10 ||
5.11.
hastāvadhyātmamādātavyamadhibhūtamindrastatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yo haste ya ādātavye ya indre yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 11 ||
5.12.
pādāvadhyātmaṃ gantavyamadhibhūtaṃ viṣṇustatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yaḥ pāde yo gantavye yo viṣṇau yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 12 ||
5.13.
pāyuradhyātmaṃ visarjayitavyamadhibhūtaṃ mṛtyustatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ yaḥ pāyau yo visarjayitavye yo mṛtyau yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupāsītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 13 ||
5.14.
upastho'dhyātmamānandayitavyamadhibhūtaṃ prajāpatistatrādhidaivataṃ nāḍī teṣāṃ nibandhanaṃ ya upasthe ya ānandayitavye yaḥ prajāpatau yo nāḍyāṃ yaḥ prāṇe yo vijñāne ya ānande yo hṛdyākāśe ya etasminsarvasminnantare saṃcarati so'yamātmā tamātmānamupasītājaramamṛtamabhayamaśokamanantam || 14 ||
5.15.
eṣa sarvajña eṣa sarveśvara eṣa sarvādhipatireṣo'ntaryāmyeṣa yoniḥ sarvasya sarvasaukhyairupāsyamāno na ca sarvasaukhyānyupāsyati vedaśāstrairupāsyamāno na ca vedaśāstrāṇyupāsyati yasyānnamidaṃ sarve na ca yo'nnaṃ bhavatyataḥ paraṃ sarvanayanaḥ praśāstānnamayo bhūtātmā prāṇamaya indriyātmā manomayaḥ saṅkalpātmā vijñānamayaḥ kālātmānandamayo layātmaikatvaṃ nāsti dvaitaṃ kuto martyaṃ nāstyamṛtaṃ kuto nāntaḥprajño na bahiḥprajño nobhayataḥprajño na prajñānaghano na prajño nāprajño'pi no viditaṃ vedyaṃ nāstītyetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 15 ||
6.1.
naiveha kiñcanāgra āsīdamūlamanādhārā imāḥ prajāḥ prajāyante || 1 ||
6.2.
cakṣuśca draṣṭavyaṃ ca nārāyaṇaḥ śrotraṃ ca śrotavyaṃ ca nārāyaṇo ghrāṇaṃ ca ghrātavyaṃ ca nārāyaṇo jihvā ca rasayitavyaṃ ca nārāyaṇastvak ca sparśayitavyaṃ ca nārāyaṇo manaśca mantavyaṃ ca narāyaṇo buddhiśca boddhavyaṃ ca nārāyaṇo'haṅkāraścāhaṅkartavyaṃ ca nārāyaṇaścittaṃ ca cetayitavyaṃ ca nārāyaṇo vāk ca vaktavyaṃ ca nārāyaṇo hastau cādātavyaṃ ca nārāyaṇaḥ pādau ca gantavyaṃ ca nārāyaṇaḥ pāyuśca visarjayitavyaṃ ca nārāyaṇa upasthaścānandayitavyaṃ ca nārāyaṇo dhātā vidhātā kartā vikartā divyo deva eko nārāyaṇaḥ || 2 ||
6.3.
ādityā rudrā maruto vasavo'śvināvṛco yajūṃṣi sāmāni mantro'gnirājyāhutirnārāyaṇa udbhavaḥ sambhavo divyo deva eko nārāyaṇaḥ || 3 ||
6.4.
mātā pitā bhrātā nivāsaḥ śaraṇaṃ suhṛdgatirnārāyaṇaḥ || 4 ||
6.5.
virājā sudarśanājitāsomyāmoghākumārāmṛtāsatyāmadhyamānāsīrāśiśutāsūrāsūryābhāsvarāvijñeyāni nāḍīnāmāni divyāni || 5 ||
6.6.
garjati gāyati vāti varṣati varuṇo'ryamā candramāḥ kālaḥ kalirdhātā brahmā prajāpatirmaghavā divasāścārdhadivasāśca kalāḥ kalpāścordhvaṃ ca diśaśca sarvaṃ nārāyaṇaḥ || 6 ||
6.7a – Der Purusha
puruṣa evedaṃ sarvaṃ yadbhūtaṃ yacca bhavyam | utāmṛtatvasyeśāno yadannenātirohati |
6.7b – Vishnus höchste Stätte
tadviṣṇoḥ paramaṃ padaṃ sadā paśyanti sūrayaḥ | divīva cakṣurātatam |
6.7c – Wachheit
tadviprāso vipanyavo jāgṛvāṃsaḥ samindhate | viṣṇoryatparamaṃ padam |
6.7d – Schlussformel
tadetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 7 ||
7.1a – Erde
antaḥśarīre nihito guhāyāmaja eko nityo yasya pṛthivī śarīraṃ yaḥ pṛthivīmantare saṃcaran yaṃ pṛthivī na veda |
7.1b – Wasser
yasyāpaḥ śarīraṃ yo'pontare saṃcaranyamāpo na viduḥ |
7.1c – Feuer
yasya tejaḥ śarīraṃ yastejontare saṃcaran yaṃ tejo na veda |
7.1d – Wind
yasya vāyuḥ śarīraṃ yo vāyumantare saṃcaran yaṃ vāyurna veda |
7.1e – Raum
yasyākāśaḥ śarīraṃ ya ākāśamantare saṃcaran yamākāśo na veda |
7.1f – Geist
yasya manaḥ śarīraṃ yo manontare saṃcaran yaṃ mano na veda |
7.1g – Erkenntnisvermögen
yasya buddhiḥ śarīraṃ yo buddhimantare saṃcaran yaṃ buddhirna veda |
7.1h – Ichbewusstsein
yasyāhaṅkāraḥ śarīraṃ yo'haṅkāramantare saṃcaran yamahaṅkāro na veda |
7.1i – Bewusstsein
yasya cittaṃ śarīraṃ yaścittamantare saṃcaran yaṃ cittaṃ na veda |
7.1j – Unentfaltetes
yasyāvyaktaṃ śarīraṃ yo'vyaktamantare saṃcaran yamavyaktaṃ na veda |
7.1k – Unvergängliches
yasyākṣaraṃ śarīraṃ yo'kṣaramantare saṃcaran yamakṣaraṃ na veda |
7.1l – Tod
yasya mṛtyuḥ śarīraṃ yo mṛtyumantare saṃcaran yaṃ mṛtyurna veda |
7.1m – Narayana als inneres Selbst
sa eṣa sarvabhūtāntarātmāpahatapāpmā divyo deva eko nārāyaṇaḥ || 1 ||
7.2.
etāṃ vidyāmapāntaratamāya dadāvapāntaratamo brahmaṇe dadau brahmā ghorāṅgirase dadau ghorāṅgirā raikvāya dadau raikvo rāmāya dadau rāmaḥ sarvebhyo bhūtebhyo dadāvityevaṃ nirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 2 ||
8.1.
antaḥśarīre nihito guhāyāṃ śuddhaḥ so'yamātmā sarvasya medomāṃsakledāvakīrṇe śarīramadhye'tyantopahate citrabhittipratīkāśe gāndharvanagaropame kadalīgarbhavanniḥsāre jalabudbudavaccañcale niḥsṛtamātmānamacintyarūpaṃ divyaṃ devamasaṅgaṃ śuddhaṃ tejaskāyamarūpaṃ sarveśvaramacintyamaśarīraṃ nihitaṃ guhāyāmamṛtaṃ vibhrājamānamānandaṃ taṃ paśyanti vidvāṃsastena laye na paśyanti || 1 ||
9.1.
atha hainaṃ raikvaḥ papraccha bhagavankasminsarve'staṃ gacchantīti | tasmai sa hovāca cakṣurevāpyeti yaccakṣurevāstameti draṣṭavyamevāpyeti yo draṣṭavyamevāstametyādityamevāpyeti ya ādityamevāstameti virājamevāpyeti yo virājamevāstameti prāṇamevāpyeti yaḥ prāṇamevāstameti vijñānamevāpyeti yo vijñānamevāstametyānandamevāpyeti ya ānandamevāstameti turīyamevāpyeti yasturīyamevāstameti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 1 ||
9.2.
śrotramevāpyeti yaḥ śrotramevāstameti śrotavyamevāpyeti yaḥ śrotavyamevāstameti diśamevāpyeti yo diśamevāstameti sudarśanāmevāpyeti yaḥ sudarśanāmevāstametyapānamevāpyeti yo'pānamevāstameti vijñānamevāpyeti yo vijñānamevāstameti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 2 ||
9.3.
nāsamevāpyeti yo nāsāmevāstameti ghrātavyamevāpyeti yo ghrātavyamevāstameti pṛthivīmevāpyeti yaḥ pṛthivīmevāstameti jitāmevāpyeti yo jitāmevāstameti vyānamevāpyeti yo vyānamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 3 ||
9.4.
jihvāmevāpyeti yo jihvāmevāstameti rasayitavyamevāpyeti yo rasayitavyamevāstameti varuṇamevāpyeti yo varuṇamevāstameti saumyāmevāpyeti yaḥ saumyāmevāstametyudānamevāpyeti ya udānamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 4 ||
9.5.
tvacamevāpyeti yastvacamevāstameti sparśayitavyamevāpyeti yaḥ sparśayitavyamevāstameti vāyumevāpyeti yo vāyumevāstameti modhāmevāpyeti yo modhāmevāstameti samānamevāpyeti yaḥ samānamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 5 ||
9.6.
vācamevāpyeti yo vācamevāstameti vaktavyamevāpyeti yo vaktavyamevāstametyagnimevāpyeti yo'gnimevāstameti kumārāmevāpyeti yaḥ kumārāmevāstameti vairambhamevāpyeti yo vairambhamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 6 ||
9.7.
hastamevāpyeti yo hastamevāstametyādātavyamevāpyeti ya ādātavyamevāstametīndramevāpyeti ya indramevāstametyamṛtāmevāpyeti yo'mṛtāmevāstameti mukhyamevāpyeti yo mukhyamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 7 ||
9.8.
pādamevāpyeti yaḥ pādamevāstameti gantavyamevāpyeti yo gantavyamevāstameti viṣṇumevāpyeti yo viṣṇumevāstameti satyāmevāpyeti yaḥ satyāmevāstamettyantaryāmamevāpyeti yo'ntaryāmamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 8 ||
9.9.
pāyumevāpyeti yaḥ pāyumevāstameti visarjayitavyamevāpyeti yo visarjayitavyamevāstameti mṛtyumevāpyeti yo mṛtyumevāstameti madhyamāmevāpyeti yo madhyamāmevāstameti prabhañjanamevāpyeti yaḥ prabhañjanamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 9 ||
9.10.
upasthamevāpyeti ya upasthamevāstametyānandayitavyamevāpyeti ya ānandayitavyamevāstameti prajāpatimevāpyeti yaḥ prajāpatimevāstameti nāsīrāmevāpyeti yo nāsīrāmevāstameti kumāramevāpyeti yaḥ kumāramevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 10 ||
9.11.
mana evāpyeti yo mana evāstameti mantavyamevāpyeti yo mantavyamevāstameti candramevāpyeti yaścandramevāstameti śiśumevāpyeti yaḥ śiśumevāstameti śyenamevāpyeti yaḥ śyenamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 11 ||
9.12.
buddhimevāpyeti yo buddhimevāstameti boddhavyamevāpyeti yo boddhavyamevāstameti brahmāṇamevāpyeti yo brahmāṇamevāstameti sūryāmevāstameti yaḥ sūryāmevāstameti kṛṣṇamevāpyeti yaḥ kṛṣṇamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 12 ||
9.13.
ahaṅkāramevāpyeti yo'haṅkāramevāstametyahaṅkartavyamevāpyeti yo'haṅkartavyamevāstameti rudramevāpyeti yo rudramevāstametyasurāmevāpyeti yo'surāmevāstameti śvetamevāpyeti yaḥ śvetamevāstameti vijñānamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 13 ||
9.14.
cittamevāpyeti yaścittamevāstameti cetayitavyamevāpyeti yaścetayitavyamevāstameti kṣetrajñamevāpyeti yaḥ kṣetrajñamevāstameti bhāsvatīmevāpyeti yo bhāsvatīmevāstameti nāgamevāpyeti yo nāgamevāstameti vijñānamevāpyeti yo vijñānamevāstametyānandamevāpyeti ya ānandamevāstameti turīyamevāpyeti yasturīyamevāstameti tadamṛtamabhayamaśokamanantaṃ nirbījamevāpyeti tadamṛtamabhayamaśokamanantanirbījamevāpyetīti hovāca || 14 ||
9.15.
ya evaṃ nirbījaṃ veda nirbīja eva sa bhavati na jāyate na mriyate na muhyate na bhidyate na dahyate na chidyate na kampate na kupyate sarvadahano'yamātmetyācakṣate || 15 ||
9.16.
naivamātmā pravacanaśatenāpi labhyate na bahuśrutena na buddhijñānāśritena na medhayā na vedairna yajñairna tapobhirugrairna sāṃkhyairna yogairnāśramairnānyairātmānamupalabhante pravacanena praśaṃsayā vyutthānena tametaṃ brāhmaṇā śuśruvāṃso'nūcānā upalabhante śānto dānta uparatastitikṣuḥ samāhito bhūtvātmanyevātmānaṃ paśyati sarvasyātmā bhavati ya evaṃ veda || 16 ||
10.1.
atha hainaṃ raikvaḥ papraccha bhagavankasminsarve saṃpratiṣṭhitā bhavantīti rasātalalokeṣviti hovāca kasminrasātalalokā otāśca protāśceti bhūrlokeṣviti hovāca | kasminbhūrlokā otāśca protāśceti bhuvarlokeṣviti hovāca | kasminbhuvarlokā otāśca protāśceti suvarlokeṣviti hovāca | kasminsuvarlokā otāśca protāśceti maharlokeṣviti hovāca | kasminmaharlokā otāśca protāśceti janolokeṣviti hovāca | kasmin janolokā otāśca protāśceti tapolokeṣviti hovāca | kasmiṃstapolokā otāśca protāśceti satyalokeṣviti hovāca | kasminsatyalokā otāśca protāśceti prajāpatilokeṣviti hovāca | kasminprajāpatilokā otāśca protāśceti brahmalokeṣviti hovāca | kasminbrahmalokā otāśca protāśceti sarvalokā ātmani brahmaṇi maṇaya ivautāśca protāśceti sa hovāca || 1 ||
10.2.
evametān lokānātmani pratiṣṭhitānvedātmaiva sa bhavatītyetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 2 ||
11.1a – Die Frage nach dem Auszug
atha hainaṃ raikvaḥ papraccha bhagavanyo'yaṃ vijñānaghana utkrāmansa kena kataradvāva sthānamutsṛjyāpakrāmatīti tasmai sa hovāca |
11.1b – Die vier Wege
hṛdayasya madhye lohitaṃ māṃsapiṇḍaṃ yasmiṃstaddaharaṃ puṇḍarīkaṃ kumudamivānekadhā vikasitaṃ tasya madhye samudraḥ samudrasya madhye kośastasminnāḍyaścatasro bhavanti ramāramecchā'punarbhaveti tatra ramā puṇyena puṇyaṃ lokaṃ nayatyaramā pāpena pāpamicchayā yatsmarati tadabhisaṃpadyate
11.1c – Der Weg der Nichtwiederkehr
apunarbhavayā kośaṃ bhinatti kośaṃ bhittvā śīrṣakapālaṃ bhinatti śīrṣakapālaṃ bhittvā pṛthivīṃ bhinatti pṛthivīṃ bhittvāpo bhinattyāpo bhittvā tejo bhinatti tejo bhittvā vāyuṃ bhinatti vāyuṃ bhittvākāśaṃ bhinattyākāśaṃ bhittvā mano bhinatti mano bhittvā bhūtādiṃ bhinatti bhūtādiṃ bhittvā mahāntaṃ bhinatti mahāntaṃ bhittvāvyaktaṃ bhinattyavyaktaṃ bhittvākṣaraṃ bhinattyakṣaraṃ bhittvā mṛtyuṃ bhinatti mṛtyurvai pare deva ekībhavatīti parastānna sannāsanna sadasadityetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 1 ||
12.1.
oṃ nārāyaṇādvā annamāgataṃ pakvaṃ brahmaloke mahāsaṃvartake punaḥ pakvamāditye punaḥ pakvaṃ kravyādi punaḥ pakvaṃ jālakilaklinnaṃ paryuṣitaṃ pūtamannamayācitamasaṃkḷptamaśnīyānna kañcana yāceta || 1 ||
13.1.
bālyena tiṣṭhāsedbālasvabhāvo'saṅgo niravadyo maunena pāṇḍityena niravadhikāratayopalabhyeta kaivalyamuktaṃ nigamanaṃ prajāpatiruvāca mahatpadaṃ jñātvā vṛkṣamūle vaseta kucelo'sahāya ekākī samādhistha ātmakāma āptakāmo niṣkāmo jīrṇakāmo hastini siṃhe daṃśe maśake nakule sarparākṣasagandharve mṛtyo rūpāṇi viditvā na bibheti kutaścaneti vṛkṣamiva tiṣṭhāsecchidyamāno'pi na kupyeta na kampetotpalamiva tiṣṭhāsecchidyamāno'pi na kupyeta na kampetākāśamiva tiṣṭhāsecchidyamāno'pi na kupyeta na kampeta satyena tiṣṭhāsetsatyo'yamātmā || 1 ||
13.2.
sarveṣāmeva gandhānāṃ pṛthivī hṛdayaṃ sarveṣāmeva rasānāmāpo hṛdayaṃ sarveṣāmeva rūpāṇāṃ tejo hṛdayaṃ sarveṣāmeva sparśānāṃ vāyurhṛdayaṃ sarveṣāmeva śabdānāmākāśaṃ hṛdayaṃ sarveṣāmeva gatīnāmavyaktaṃ hṛdayaṃ sarveṣāmeva sattvānāṃ mṛtyurhṛdayaṃ mṛtyurvai pare deva ekībhavatīti parastānna sannāsanna sadasadityetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 2 ||
14.1.
oṃ pṛthivī vānnamāpo'nnādā āpo vānnaṃ jyotirannādaṃ jyotirvānnaṃ vāyurannādo vāyurvānnamākāśo'nnāda ākāśo vānnamindriyāṇyannādānīndriyāṇi vānnaṃ mano'nnādaṃ mano vānnaṃ buddhirannādā buddhirvānnamavyaktamannādamavyaktaṃ vānnamakṣaramannādamakṣaraṃ vānnaṃ mṛtyurannādo mṛtyurvai pare deva ekībhavatīti parastānna sannāsanna sadasadityetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 1 ||
15.1.
atha hainaṃ raikvaḥ papraccha bhagavanyo'yaṃ vijñānaghana utkrāmansa kena kataradvāva sthānaṃ dahatīti tasmai sa hovāca yo'yaṃ vijñānaghana utkrāmanprāṇaṃ dahatyapānaṃ vyānamudānaṃ samānaṃ vairambhaṃ mukhyamantaryāmaṃ prabhañjanaṃ kumāraṃ śyenaṃ śvetaṃ kṛṣṇaṃ nāgaṃ dahati pṛthivyāpastejovāyvākāśaṃ dahati jāgaritaṃ svapnaṃ suṣuptaṃ turīyaṃ ca mahatāṃ ca lokaṃ paraṃ ca lokaṃ dahati lokālokaṃ dahati dharmādharmaṃ dahatyabhāskaramamaryādaṃ nirālokamataḥ paraṃ dahati mahāntaṃ dahatyavyaktaṃ dahatyakṣaraṃ dahati mṛtyuṃ dahati mṛtyurvai pare deva ekībhavatīti parastānna sannāsanna sadasadityetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 1 ||
16.1a – Voraussetzungen der Weitergabe
saubālabījabrahmopaniṣannāpraśāntāya dātavyā nāputrāya nāśiṣyāya nāsaṃvatsararātroṣitāya nāparijñātakulaśīlāya dātavyā naiva ca pravaktavyā |
16.1b – Hingabe und Erkenntnis
yasya deve parā bhaktiryathā deve tathā gurau | tasyaite kathitā hyarthāḥ prakāśante mahātmana
16.1c – Schlussformel
ityetannirvāṇānuśāsanamiti vedānuśāsanamiti vedānuśāsanam || 1 ||
Abschluss – Shanti-Mantra
oṃ pūrṇamadaḥ pūrṇamidaṃ pūrṇātpūrṇamudacyate |
pūrṇasya pūrṇamādāya pūrṇamevāvaśiṣyate ||
Abschluss – Friedensruf
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
Kolophon
iti subālopaniṣatsamāptā ||
Subala Upanishad - Vollständige deutsche Übersetzung
Shanti-Mantra
Om. Jenes ist Fülle, dieses ist Fülle. Aus der Fülle geht Fülle hervor. Nimmt man die Fülle von der Fülle, bleibt allein Fülle zurück.
Friedensruf
Om. Frieden, Frieden, Frieden.
1.1.
Om. Sie fragten: „Was war damals?“ Er antwortete ihm: „Weder Seiendes noch Nichtseiendes noch beides zugleich.“
1.2.
Daraus entsteht Finsternis, aus der Finsternis der Ursprung der Elemente, daraus der Raum, aus dem Raum Wind, aus dem Wind Feuer, aus dem Feuer Wasser, aus dem Wasser Erde.
1.3.
Es entstand ein Ei. Nachdem es ein Jahr lang bestanden hatte, teilte er es in zwei: unten die Erde, oben den Himmel. Dazwischen war der göttliche Purusha mit tausend Köpfen, tausend Augen, tausend Füßen und tausend Armen.
1.4.
Zu Beginn erschuf er den Tod der Wesen: dreisilbig, dreiköpfig, dreifüßig, mit zerbrochener Axt.
1.5.
Brahma fürchtet ihn. Jener ging in Brahma ein. Brahma erschuf sieben geistgeborene Söhne. Diese strahlenden Wesen erschufen sieben weitere geistgeborene Wesen; das sind die Prajapatis.
1.6a – Der kosmische Mensch
Der Brahmane war sein Mund; zum Krieger wurden seine Arme. Seine Schenkel waren der Vaishya; aus seinen Füßen entstand der Shudra.
1.6b – Die kosmischen Kräfte
Aus seinem Geist entstand der Mond, aus seinem Auge die Sonne. Aus seinem Ohr entstanden Wind und Lebensatem; aus seinem Herzen entsteht all dies.
2.1.
Aus seinem Apana entstanden Nishadas, Yakshas, Rakshasas und Gandharvas; aus seinen Knochen die Berge, aus seinen Haaren Kräuter und Bäume. Aus seiner Stirn entsteht Rudra, aus Zorn geboren.
2.2.
Ausgehauchter Atem dieses großen Wesens sind Rigveda, Yajurveda, Samaveda und Atharvaveda, Lautlehre, Ritualkunde, Grammatik, Worterklärung, Verslehre, Sternenkunde, Logik, Mimamsa, Dharmaschriften, Erläuterungen und weitere Erläuterungen sowie sämtliche Wesen.
2.3.
Goldenes Licht ist dieses Selbst, in dem alle Welten wohnen. Es teilte sich in zwei: eine Hälfte Frau, die andere Mann. Als Gott erschuf es Götter, als Seher die Seher; es erschuf Yakshas, Rakshasas, Gandharvas, Haustiere und wilde Tiere. Die eine Seite war Kuh, die andere Stier; die eine Stute, die andere Hengst; die eine Eselin, die andere Esel; die eine die Alltragende, die andere der Alltragende.
2.4.
Am Ende wird er zum Allfeuer und verbrennt sämtliche Wesen. Erde löst sich im Wasser auf, Wasser im Feuer, Feuer im Wind, Wind im Raum, Raum in den Sinnen, Sinne in den feinen Elementen, diese im Ursprung der Elemente, dieser im Großen, das Große im Unentfalteten, das Unentfaltete im Unvergänglichen, das Unvergängliche in der Finsternis. Die Finsternis wird eins im höchsten Gott. Jenseits davon ist weder Seiendes noch Nichtseiendes noch beides zugleich. Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
3.1.
Am Anfang war dies nichtseiend, ungeboren, ungeworden, ungegründet, ohne Laut, Berührung, Gestalt, Geschmack und Geruch, unvergänglich, weder groß noch ausgedehnt. Wer dieses ungeborene Selbst erkennt, trauert als Weiser nicht.
3.2.
Es ist ohne Maß, Mund, Ohr, Rede und Geist, ohne Leuchten, Auge, Namen, Geschlecht, Kopf, Hände und Füße; weder ölig noch rot, unermesslich, weder kurz noch lang, weder grob noch fein, weder gering noch begrenzt; nicht bezeichnungsfähig, nicht enthüllt, nicht durch Überlegung zu erfassen, nicht sichtbar zu machen, nicht verhüllt, ohne Innen und Außen. Es verzehrt nichts; niemand verzehrt es.
3.3.
Man verwirkliche es durch die sechs Glieder: Wahrhaftigkeit, Geben, Askese beziehungsweise Fasten, Keuschheit, Loslösung und Nichtvergehen. Diese drei beachte man: Selbstbeherrschung, Geben und Mitgefühl. Seine Lebenskräfte ziehen nicht aus, sondern lösen sich hier selbst auf. Schon Brahman seiend, geht in Brahman ein, wer so weiß.
4.1.
In der Mitte des Herzens ist eine rote Fleischmasse. Darin befindet sich jener kleine Lotus, wie eine Wasserlilie vielfach entfaltet. Das Herz hat zehn Öffnungen, in denen die Lebenskräfte ruhen.
4.2.
Ist es mit Prana verbunden, sieht es Flüsse und vielerlei Städte; mit Vyana verbunden sieht es Götter und Seher; mit Apana Yakshas, Rakshasas und Gandharvas; mit Udana Götterwelten, Götter, Skanda und Jayanta; mit Samana Götterwelten und Schätze; mit Vairambha sieht es Gesehenes und Gehörtes, Erfahrenes und Unerfahrenes, Seiendes und Nichtseiendes: Es sieht alles.
4.3.
Diese Kanäle bestehen jeweils zu zehn. Von jedem zweigen wiederum zweiundsiebzigtausend Kanäle ab. In ihnen schläft dieses Selbst und bringt Laute hervor. Schläft es in der zweiten Hülle, sieht es diese und die jenseitige Welt und erkennt alle Laute. Man nennt es den vollkommen Befriedeten. Prana schützt den Körper. Die Kanäle sind mit grüner, blauer, gelber, roter und weißer Blutflüssigkeit gefüllt.
4.4.
Dort ist dieser kleine Lotus, wie eine Wasserlilie vielfach entfaltet. Die Hita genannten Kanäle sind so fein wie ein tausendfach gespaltenes Haar. Im Raum des Herzens, in der höchsten Hülle, schläft dieses göttliche Selbst. Dort begehrt der Schlafende keinen Wunsch und sieht keinen Traum. Dort gibt es weder Götter noch Götterwelten, weder Opfer noch Nichtopfer, weder Mutter noch Vater, weder Verwandten noch Angehörigen, weder Dieb noch Brahmanenmörder. Ein lichtvoller, unsterblicher Leib: All dies ist wie Wasser in Wasser, eine wogende Fülle. Auf demselben Weg eilt es wieder zum Wachen, o Herrscher, sagte er.
5.1.
Er weist den Trägern ihre Sitze zu; der Kanal verbindet sie. Der innere Bezug ist Auge, der gegenständliche Bezug das Sichtbare, die zugehörige Gottheit Sonne. Der Kanal verbindet sie. Wer im Auge, im Sichtbaren, in der Sonne, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
5.2.
Der innere Bezug ist Ohr, der gegenständliche Bezug das Hörbare, die zugehörige Gottheit Himmelsrichtungen. Der Kanal verbindet sie. Wer im Ohr, im Hörbaren, in den Himmelsrichtungen, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
5.3.
Der innere Bezug ist Nase, der gegenständliche Bezug das Riechbare, die zugehörige Gottheit Erde. Der Kanal verbindet sie. Wer in der Nase, im Riechbaren, in der Erde, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
5.4.
Der innere Bezug ist Zunge, der gegenständliche Bezug das Schmeckbare, die zugehörige Gottheit Varuna. Der Kanal verbindet sie. Wer in der Zunge, im Schmeckbaren, in Varuna, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
5.5.
Der innere Bezug ist Haut, der gegenständliche Bezug das Berührbare, die zugehörige Gottheit Wind. Der Kanal verbindet sie. Wer in der Haut, im Berührbaren, im Wind, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
5.6.
Der innere Bezug ist Geist, der gegenständliche Bezug das Denkbare, die zugehörige Gottheit Mond. Der Kanal verbindet sie. Wer im Geist, im Denkbaren, im Mond, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
5.7.
Der innere Bezug ist Erkenntnisvermögen, der gegenständliche Bezug das Erkennbare, die zugehörige Gottheit Brahma. Der Kanal verbindet sie. Wer im Erkenntnisvermögen, im Erkennbaren, in Brahma, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
5.8.
Der innere Bezug ist Ichbewusstsein, der gegenständliche Bezug das als Ich Beanspruchte, die zugehörige Gottheit Rudra. Der Kanal verbindet sie. Wer im Ichbewusstsein, im als Ich Beanspruchten, in Rudra, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
5.9.
Der innere Bezug ist Bewusstsein, der gegenständliche Bezug das Bewusstseinsobjekt, die zugehörige Gottheit Feldkenner. Der Kanal verbindet sie. Wer im Bewusstsein, im Bewusstseinsobjekt, im Feldkenner, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
5.10.
Der innere Bezug ist Rede, der gegenständliche Bezug das Auszusprechende, die zugehörige Gottheit Feuer. Der Kanal verbindet sie. Wer in der Rede, im Auszusprechenden, im Feuer, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
5.11.
Der innere Bezug ist Hände, der gegenständliche Bezug das zu Ergreifende, die zugehörige Gottheit Indra. Der Kanal verbindet sie. Wer in der Hand, im zu Ergreifenden, in Indra, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
5.12.
Der innere Bezug ist Füße, der gegenständliche Bezug das zu Erreichende, die zugehörige Gottheit Vishnu. Der Kanal verbindet sie. Wer im Fuß, im zu Erreichenden, in Vishnu, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
5.13.
Der innere Bezug ist Ausscheidungsorgan, der gegenständliche Bezug das Auszuscheidende, die zugehörige Gottheit Tod. Der Kanal verbindet sie. Wer im Ausscheidungsorgan, im Auszuscheidenden, im Tod, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
5.14.
Der innere Bezug ist Zeugungsorgan, der gegenständliche Bezug das Lustbereitende, die zugehörige Gottheit Prajapati. Der Kanal verbindet sie. Wer im Zeugungsorgan, im Lustbereitenden, in Prajapati, im Kanal, im Lebensatem, in der Erkenntnis, in der Freude und im Herzensraum ist, wer sich im Inneren all dessen bewegt, das ist dieses Selbst. Dieses Selbst verehre man als alterslos, unsterblich, furchtlos, leidlos und unendlich.
5.15.
Er ist allwissend, Herr über alles, Gebieter über alles, innerer Lenker und Ursprung von allem. Alle Freuden dienen ihm; er dient nicht den Freuden. Veden und Lehrschriften dienen ihm; er dient nicht ihnen. All dies ist seine Nahrung, doch er selbst wird nicht zur Nahrung. Darüber hinaus ist er der Alllenker, der Gebieter: Als nahrungsgeprägtes Selbst ist er das Selbst der Elemente, als lebenskraftgeprägtes das Selbst der Sinne, als geistgeprägtes das Selbst der Vorstellungen, als erkenntnisgeprägtes das Selbst der Zeit, als freudegeprägtes das Selbst der Auflösung. Dort gibt es keine Einheit – woher dann Zweiheit? Kein Sterbliches – woher dann Unsterbliches? Es erkennt weder nach innen noch nach außen noch nach beiden Seiten; es ist weder eine Erkenntnismasse noch erkennend noch nicht erkennend. Es ist kein bekanntes Objekt; nichts ist dort zu erkennen. Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
6.1.
Am Anfang war hier überhaupt nichts. Ohne Wurzel und ohne äußeren Halt entstehen diese Geschöpfe.
6.2.
Auge und Sichtbares sind Narayana; Ohr und Hörbares sind Narayana; Geruchssinn und Riechbares sind Narayana; Zunge und Schmeckbares sind Narayana; Haut und Berührbares sind Narayana; Geist und Denkbares sind Narayana; Erkenntnisvermögen und Erkennbares sind Narayana; Ichbewusstsein und als Ich Beanspruchtes sind Narayana; Bewusstsein und Bewusstseinsobjekt sind Narayana; Rede und Auszusprechendes sind Narayana; Hände und zu Ergreifendes sind Narayana; Füße und zu Erreichendes sind Narayana; Ausscheidungsorgan und Auszuscheidendes sind Narayana; Zeugungsorgan und Lustbereitendes sind Narayana. Er ist Träger, Ordner, Schöpfer und Umgestalter: der eine himmlische Gott Narayana.
6.3.
Adityas, Rudras, Maruts, Vasus, die beiden Ashvins, Rigverse, Yajusformeln, Samangesänge, Mantra, Feuer und die Gabe aus geklärter Butter sind Narayana. Ursprung und Entstehen sind der eine himmlische Gott Narayana.
6.4.
Mutter, Vater, Bruder, Wohnung, Zuflucht, Freund und Ziel ist Narayana.
6.5.
Viraja, Sudarshana, Ajita, Somya, Amogha, Kumara, Amrita, Satya, Madhyama, Nasira, Shishuta, Sura, Surya und Bhasvara: Dies sind die zu kennenden göttlichen Namen der Kanäle.
6.6.
Er donnert, singt, weht und regnet. Varuna, Aryaman, der Mond, die Zeit, Kali, Dhatar, Brahma, Prajapati, Maghavan, Tage und halbe Tage, Zeitteile und Weltalter, das Oben und die Himmelsrichtungen: Alles ist Narayana.
6.7a – Der Purusha
Der Purusha allein ist all dies, was gewesen ist und was künftig sein wird. Er ist auch Herr der Unsterblichkeit und dessen, was durch Nahrung wächst.
6.7b – Vishnus höchste Stätte
Jene höchste Stätte Vishnus schauen die Weisen immerfort, wie ein weit geöffnetes Auge am Himmel.
6.7c – Wachheit
Die begeisterten, einsichtigen, wachen Weisen entzünden jene höchste Stätte Vishnus.
6.7d – Schlussformel
Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
7.1a – Erde
Im Körperinneren, in der Höhle, ruht der Ungeborene, Eine und Ewige. Der Erde als seinen Körper hat, sich im Inneren von Erde bewegt und von Erde nicht erkannt wird:
7.1b – Wasser
Der Wasser als seinen Körper hat, sich im Inneren von Wasser bewegt und von Wasser nicht erkannt wird:
7.1c – Feuer
Der Feuer als seinen Körper hat, sich im Inneren von Feuer bewegt und von Feuer nicht erkannt wird:
7.1d – Wind
Der Wind als seinen Körper hat, sich im Inneren von Wind bewegt und von Wind nicht erkannt wird:
7.1e – Raum
Der Raum als seinen Körper hat, sich im Inneren von Raum bewegt und von Raum nicht erkannt wird:
7.1f – Geist
Der Geist als seinen Körper hat, sich im Inneren von Geist bewegt und von Geist nicht erkannt wird:
7.1g – Erkenntnisvermögen
Der Erkenntnisvermögen als seinen Körper hat, sich im Inneren von Erkenntnisvermögen bewegt und von Erkenntnisvermögen nicht erkannt wird:
7.1h – Ichbewusstsein
Der Ichbewusstsein als seinen Körper hat, sich im Inneren von Ichbewusstsein bewegt und von Ichbewusstsein nicht erkannt wird:
7.1i – Bewusstsein
Der Bewusstsein als seinen Körper hat, sich im Inneren von Bewusstsein bewegt und von Bewusstsein nicht erkannt wird:
7.1j – Unentfaltetes
Der Unentfaltetes als seinen Körper hat, sich im Inneren von Unentfaltetes bewegt und von Unentfaltetes nicht erkannt wird:
7.1k – Unvergängliches
Der Unvergängliches als seinen Körper hat, sich im Inneren von Unvergängliches bewegt und von Unvergängliches nicht erkannt wird:
7.1l – Tod
Der Tod als seinen Körper hat, sich im Inneren von Tod bewegt und von Tod nicht erkannt wird:
7.1m – Narayana als inneres Selbst
Er ist dieses innere Selbst aller Wesen, frei von Unheil: der eine himmlische Gott Narayana.
7.2.
Er gab diese Erkenntnis an Apantaratamas; Apantaratamas gab sie Brahma, Brahma Ghora Angiras, Ghora Angiras Raikva, Raikva Rama und Rama allen Wesen. So lautet die Unterweisung über das Erlöschen, die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
8.1.
Im Körperinneren, in der Höhle, ruht dieses reine Selbst aller. Der Körper ist mit Fett, Fleisch und Feuchtigkeit angefüllt, schwer beeinträchtigt, einer bemalten Wand und einer Luftspiegelungsstadt gleich, kernlos wie der Stamm einer Bananenstaude, unstet wie eine Wasserblase. Die Wissenden sehen das daraus herausgetretene Selbst: von unvorstellbarer Art, himmlisch, göttlich, ungebunden, rein, lichtleibig, gestaltlos, allbeherrschend, undenkbar, körperlos, in der Höhle ruhend, unsterblich, strahlend und freudvoll. In der Auflösung in ihm sehen sie nicht mehr.
9.1.
Da fragte Raikva ihn: „Erhabener, worin gehen alle unter?“ Er antwortete: Es geht in „Auge“ ein. Was in „Auge“ untergeht, geht in „Sichtbares“ ein. Was in „Sichtbares“ untergeht, geht in „Sonne“ ein. Was in „Sonne“ untergeht, geht in „Viraj“ ein. Was in „Viraj“ untergeht, geht in „Prana“ ein. Was in „Prana“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Was in „Erkenntnis“ untergeht, geht in „Freude“ ein. Was in „Freude“ untergeht, geht in „das Vierte“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
9.2.
Es geht in „Ohr“ ein. Was in „Ohr“ untergeht, geht in „Hörbares“ ein. Was in „Hörbares“ untergeht, geht in „Himmelsrichtung“ ein. Was in „Himmelsrichtung“ untergeht, geht in „Sudarshana“ ein. Was in „Sudarshana“ untergeht, geht in „Apana“ ein. Was in „Apana“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
9.3.
Es geht in „Nase“ ein. Was in „Nase“ untergeht, geht in „Riechbares“ ein. Was in „Riechbares“ untergeht, geht in „Erde“ ein. Was in „Erde“ untergeht, geht in „Jita“ ein. Was in „Jita“ untergeht, geht in „Vyana“ ein. Was in „Vyana“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
9.4.
Es geht in „Zunge“ ein. Was in „Zunge“ untergeht, geht in „Schmeckbares“ ein. Was in „Schmeckbares“ untergeht, geht in „Varuna“ ein. Was in „Varuna“ untergeht, geht in „Saumya“ ein. Was in „Saumya“ untergeht, geht in „Udana“ ein. Was in „Udana“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
9.5.
Es geht in „Haut“ ein. Was in „Haut“ untergeht, geht in „Berührbares“ ein. Was in „Berührbares“ untergeht, geht in „Wind“ ein. Was in „Wind“ untergeht, geht in „Modha“ ein. Was in „Modha“ untergeht, geht in „Samana“ ein. Was in „Samana“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
9.6.
Es geht in „Rede“ ein. Was in „Rede“ untergeht, geht in „Auszusprechendes“ ein. Was in „Auszusprechendes“ untergeht, geht in „Feuer“ ein. Was in „Feuer“ untergeht, geht in „Kumara“ ein. Was in „Kumara“ untergeht, geht in „Vairambha“ ein. Was in „Vairambha“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
9.7.
Es geht in „Hand“ ein. Was in „Hand“ untergeht, geht in „zu Ergreifendes“ ein. Was in „zu Ergreifendes“ untergeht, geht in „Indra“ ein. Was in „Indra“ untergeht, geht in „Amrita“ ein. Was in „Amrita“ untergeht, geht in „Mukhya“ ein. Was in „Mukhya“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
9.8.
Es geht in „Fuß“ ein. Was in „Fuß“ untergeht, geht in „zu Erreichendes“ ein. Was in „zu Erreichendes“ untergeht, geht in „Vishnu“ ein. Was in „Vishnu“ untergeht, geht in „Satya“ ein. Was in „Satya“ untergeht, geht in „Antaryama“ ein. Was in „Antaryama“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
9.9.
Es geht in „Ausscheidungsorgan“ ein. Was in „Ausscheidungsorgan“ untergeht, geht in „Auszuscheidendes“ ein. Was in „Auszuscheidendes“ untergeht, geht in „Tod“ ein. Was in „Tod“ untergeht, geht in „Madhyama“ ein. Was in „Madhyama“ untergeht, geht in „Prabhanjana“ ein. Was in „Prabhanjana“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
9.10.
Es geht in „Zeugungsorgan“ ein. Was in „Zeugungsorgan“ untergeht, geht in „Lustbereitendes“ ein. Was in „Lustbereitendes“ untergeht, geht in „Prajapati“ ein. Was in „Prajapati“ untergeht, geht in „Nasira“ ein. Was in „Nasira“ untergeht, geht in „Kumara“ ein. Was in „Kumara“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
9.11.
Es geht in „Geist“ ein. Was in „Geist“ untergeht, geht in „Denkbares“ ein. Was in „Denkbares“ untergeht, geht in „Mond“ ein. Was in „Mond“ untergeht, geht in „Shishu“ ein. Was in „Shishu“ untergeht, geht in „Shyena“ ein. Was in „Shyena“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
9.12.
Es geht in „Erkenntnisvermögen“ ein. Was in „Erkenntnisvermögen“ untergeht, geht in „Erkennbares“ ein. Was in „Erkennbares“ untergeht, geht in „Brahma“ ein. Was in „Brahma“ untergeht, geht in „Surya“ ein. Was in „Surya“ untergeht, geht in „Krishna“ ein. Was in „Krishna“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
9.13.
Es geht in „Ichbewusstsein“ ein. Was in „Ichbewusstsein“ untergeht, geht in „als Ich Beanspruchtes“ ein. Was in „als Ich Beanspruchtes“ untergeht, geht in „Rudra“ ein. Was in „Rudra“ untergeht, geht in „Asura“ ein. Was in „Asura“ untergeht, geht in „Shveta“ ein. Was in „Shveta“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
9.14.
Es geht in „Bewusstsein“ ein. Was in „Bewusstsein“ untergeht, geht in „Bewusstseinsobjekt“ ein. Was in „Bewusstseinsobjekt“ untergeht, geht in „Feldkenner“ ein. Was in „Feldkenner“ untergeht, geht in „Bhasvati“ ein. Was in „Bhasvati“ untergeht, geht in „Naga“ ein. Was in „Naga“ untergeht, geht in „Erkenntnis“ ein. Was in „Erkenntnis“ untergeht, geht in „Freude“ ein. Was in „Freude“ untergeht, geht in „das Vierte“ ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. Es geht in das Unsterbliche, Furchtlose, Leidlose, Unendliche, Keimlose ein. So sprach er.
9.15.
Wer das Keimlose so kennt, wird selbst keimlos. Er wird nicht geboren, stirbt nicht, wird nicht verblendet, nicht gespalten, nicht verbrannt, nicht zerschnitten; er zittert nicht und zürnt nicht. Man nennt dieses Selbst den Allesverbrenner.
9.16.
Dieses Selbst wird nicht einmal durch hundert Lehrvorträge erlangt, nicht durch Vielgehörtes, nicht durch Stützung auf verstandesmäßiges Wissen, nicht durch Scharfsinn, Veden, Opfer, strenge Askese, Samkhya- oder Yogaübungen, Lebensstadien oder andere Mittel. Durch Vortragen, Lob und äußere Betriebsamkeit erlangt man das Selbst nicht. Doch die Brahmanen, die gehört und studiert haben, erkennen es: Friedvoll, selbstbeherrscht, zurückgezogen, geduldig und gesammelt geworden, schaut man das Selbst im Selbst. Wer so weiß, wird zum Selbst aller.
10.1.
Da fragte Raikva ihn: „Erhabener, worin sind alle gegründet?“ Er antwortete: „In den Rasatala-Welten.“ „Worin sind die Rasatala-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Bhur-Welten.“ „Worin sind die Bhur-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Bhuvar-Welten.“ „Worin sind die Bhuvar-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Suvar-Welten.“ „Worin sind die Suvar-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Mahar-Welten.“ „Worin sind die Mahar-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Jana-Welten.“ „Worin sind die Jana-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Tapo-Welten.“ „Worin sind die Tapo-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Satya-Welten.“ „Worin sind die Satya-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Prajapati-Welten.“ „Worin sind die Prajapati-Welten eingewoben und durchwoben?“ – „In den Brahma-Welten.“ „Worin sind die Brahma-Welten eingewoben und durchwoben?“ Er antwortete: „Alle Welten sind im Selbst, in Brahman, wie Edelsteine auf einer Schnur eingewoben und durchwoben.“
10.2.
Wer diese Welten so als im Selbst gegründet erkennt, wird selbst zum Selbst. Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
11.1a – Die Frage nach dem Auszug
Da fragte Raikva ihn: „Erhabener, wenn dieses ganz aus Erkenntnis bestehende Wesen auszieht, durch welchen Weg und unter Verlassen welcher Stätte geht es fort?“ Er antwortete ihm:
11.1b – Die vier Wege
In der Mitte des Herzens ist eine rote Fleischmasse mit einem kleinen Lotus, wie eine vielfach entfaltete Wasserlilie. Darin ist ein Meer, in dessen Mitte eine Hülle. In ihr gibt es vier Kanäle: Rama, Arama, Iccha und Apunarbhava. Rama führt aufgrund heilsamen Handelns in eine heilsame Welt, Arama aufgrund unheilsamen Handelns in eine unheilsame. Durch Iccha gelangt man zu dem, woran man denkt.
11.1c – Der Weg der Nichtwiederkehr
Durch Apunarbhava durchbricht man die Hülle, dann die Schädeldecke, dann Erde, Wasser, Feuer, Wind, Raum, Geist, den Ursprung der Elemente, das Große, das Unentfaltete, das Unvergängliche und den Tod. Der Tod wird eins im höchsten Gott. Jenseits davon ist weder Seiendes noch Nichtseiendes noch beides zugleich. Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
12.1.
Om. Nahrung ist von Narayana gekommen. Sie wurde in der Brahmawelt, im großen Weltbrand, gekocht, nochmals in der Sonne und nochmals im fleischverzehrenden Feuer. Wieder gekocht, feucht geworden, abgestanden und gereinigt: Solche ungebetene und nicht eigens vorbereitete Nahrung möge man essen; niemanden soll man darum bitten.
13.1.
Man möge in kindlicher Einfachheit leben, von kindlichem Wesen, ungebunden und untadelig. Durch Schweigen, Gelehrsamkeit und Freiheit von Ansprüchen wird die als Befreiung bezeichnete Alleinheit erlangt. Prajapati sprach diesen Schluss: Wer die große Stätte erkannt hat, wohne am Fuß eines Baumes, ärmlich gekleidet, ohne Gefährten, allein, in Versenkung, nur das Selbst begehrend, mit erfüllten, erloschenen und abgelegten Wünschen. Wer in Elefant, Löwe, Stechfliege, Mücke, Mungo, Schlange, Rakshasa und Gandharva Gestalten des Todes erkannt hat, fürchtet sich vor nichts. Wie ein Baum stehe man: auch wenn man zerschnitten wird, zürne und zittere man nicht. Wie eine Wasserlilie stehe man: auch wenn man zerschnitten wird, zürne und zittere man nicht. Wie der Raum stehe man: auch wenn man zerschnitten wird, zürne und zittere man nicht. In Wahrheit stehe man fest; wahr ist dieses Selbst.
13.2.
Erde ist das Herz aller Gerüche, Wasser das Herz aller Geschmäcke, Feuer das Herz aller Gestalten, Wind das Herz aller Berührungen, Raum das Herz aller Laute, das Unentfaltete das Herz aller Bewegungen und der Tod das Herz aller Wesen. Der Tod wird eins im höchsten Gott. Jenseits davon ist weder Seiendes noch Nichtseiendes noch beides zugleich. Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
14.1.
Om. Erde ist Nahrung, Wasser der Esser. Wasser ist Nahrung, Licht der Esser. Licht ist Nahrung, Wind der Esser. Wind ist Nahrung, Raum der Esser. Raum ist Nahrung, die Sinne sind die Esser. Die Sinne sind Nahrung, der Geist der Esser. Der Geist ist Nahrung, das Erkenntnisvermögen der Esser. Das Erkenntnisvermögen ist Nahrung, das Unentfaltete der Esser. Das Unentfaltete ist Nahrung, das Unvergängliche der Esser. Das Unvergängliche ist Nahrung, der Tod der Esser. Der Tod wird eins im höchsten Gott. Jenseits davon ist weder Seiendes noch Nichtseiendes noch beides zugleich. Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
15.1.
Da fragte Raikva ihn: „Erhabener, wenn dieses ganz aus Erkenntnis bestehende Wesen auszieht, auf welchem Weg und welche Stätte verbrennt es?“ Er antwortete: „Wenn es auszieht, verbrennt es Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, Vairambha, Mukhya, Antaryama, Prabhanjana, Kumara, Shyena, Shveta, Krishna und Naga. Es verbrennt Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum; Wachen, Traum, Tiefschlaf und das Vierte; die Welt der Großen und die jenseitige Welt; Welt und Nichtwelt, Dharma und Adharma. Darüber hinaus verbrennt es das Sonnenlose, Grenzenlose, Lichtlose, das Große, das Unentfaltete, das Unvergängliche und den Tod. Der Tod wird eins im höchsten Gott. Jenseits davon ist weder Seiendes noch Nichtseiendes noch beides zugleich.“ Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
16.1a – Voraussetzungen der Weitergabe
Diese Saubala-Bija-Brahma-Upanishad soll keinem Unbefriedeten gegeben werden, keinem, der weder Sohn noch Schüler ist, keinem, der nicht ein Jahr lang beim Lehrer gewohnt hat, und keinem, dessen Familie und Charakter unbekannt sind. Man soll sie ihm weder übergeben noch vortragen.
16.1b – Hingabe und Erkenntnis
Wer höchste Hingabe an Gott besitzt und ebenso an den Lehrer, diesem großherzigen Menschen leuchten die hier ausgesprochenen Bedeutungen auf.
16.1c – Schlussformel
Das ist die Unterweisung über das Erlöschen; das ist die Unterweisung des Veda, die Unterweisung des Veda.
Abschluss – Shanti-Mantra
Om. Jenes ist Fülle, dieses ist Fülle. Aus der Fülle geht Fülle hervor. Nimmt man die Fülle von der Fülle, bleibt allein Fülle zurück.
Abschluss – Friedensruf
Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Kolophon
Hier endet die Subala Upanishad.
Fünf Empfehlungen für die spirituelle Praxis aus der Subala Upanishad
- Pflege täglich die drei ausdrücklich genannten Tugenden: Selbstbeherrschung, Geben und Mitgefühl. Lass philosophische Erkenntnis im Verhalten sichtbar werden.
- Meditiere auf das stille Selbst im Herzen. Der Lotus ist ein hilfreiches Bild; verwechsle ihn nicht mit einer körperlichen Begrenzung des unendlichen Atman.
- Betrachte Sehen, Hören und Denken als Tätigkeiten, die im Bewusstsein erscheinen. Frage ruhig: Was ist in allen wechselnden Erfahrungen gegenwärtig?
- Verehre Narayana als inneren Grund aller Wesen. Übe Achtung auch gegenüber Menschen, deren Lebensweise und Weltbild von deinen eigenen abweichen.
- Verbinde ernsthaftes Studium mit Einfachheit. Suche weder Ansehen durch Gelehrsamkeit noch außergewöhnliche Erfahrungen um ihrer selbst willen; fördere Frieden, Geduld und Freiheit von Zorn.
Quellen und Literatur
- Wikisource: Subālopaniṣat, gegliederter Sanskrittext
- Sanskrit Documents: Subālopaniṣat, Vergleichsfassung
- Die deutschen Übersetzungen und Worterklärungen wurden für diesen Artikel anhand des Sanskrit erstellt. Berichtigt sind offenkundige Schreibfehler wie narāyaṇa zu nārāyaṇa, upulabhante zu upalabhante, pṛthivimīvāpyeti zu pṛthivīmevāpyeti sowie verdoppelte Buchstaben. Unklare Lesarten und abweichende Kanalnamen sind an Ort und Stelle vermerkt.
- Swami Krishnananda: Die Upanishaden, Online-Buch
- Paul Deussen: Klassische Upanishaden, Online-Auswahl
- Swami Sivananda: Vedanta für Anfänger. Yoga Vidya Verlag.
Siehe auch
Ähnliche Upanishaden: Brihadaranyaka Upanishad, Mandukya Upanishad, Shvetashvatara Upanishad, Maitrayaniya Upanishad, Narayana Upanishad, Mahopanishad, Paingala Upanishad, Tejobindu Upanishad.
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Seminare
- 15.11.2026 - 20.11.2026 Aus der Tiefe des Herzens antworten
In diesem Praxisseminar beschreiten wir den Weg fundamentalen Gewahrseins durch intuitive Antworten aus dem Herzen. Antworten, die sich aus unserem wah…- Michael Büchel, Roswitha Breitkopf
- 29.11.2026 - 06.12.2026 Spirituelle Sterbebegleiter Ausbildung
Immer mehr Menschen wollen sich aktiv und offen mit Sterben und Tod beschäftigen und dabei zu einem neuen spirituellen Verständnis von Vergänglichkei…- Sukhavati Kusch
- 06.01.2027 - 15.12.2027 Jahresgruppe Sanskrit - Lektüre der AMRITA SIDDHI 2 - online
Termine: 16x mittwochs: 06.01., 27.01., 17.02., 10.03., 31.03., 21.04., 12.05., 02.06., 23.06., 14.07., 08.09., 29.09., 20.10., 10.11., 01.12., 15.12.20…- Dr phil Oliver Hahn
- 09.04.2027 - 11.04.2027 Sanskrit Intensivwochenende
Du bist fasziniert vom Klang des Sanskrit und der tiefgehenden Wirkung der Wörter dieser uralten Sprache? Hast bereits Übersetzungen von Mantras oder …- Dr phil Oliver Hahn
- 05.10.2026 - 26.10.2026 Meditation, IntensTouch, zur Harmonisierung der Lebensenergie - Online Kurs Reihe
Termine: Montag 05.10., 12.10., 19.10., 26.10.2026
Uhrzeit: 20:30 - 21:15 Uhr
Diese Meditationsreise zu verschiedenen Themen gibt Dir die Möglichkeit…- Frank Schwab
- 09.10.2026 - 11.10.2026 Meditation Intensiv Schweigend
Mit Meditation, Yoga und Mantra-Singen tauchst du in deine innere Welt. Ein Intensivseminar mit täglichen langen Meditationssitzungen, zwei Yoga-Stunde…- Dana Oerding