Bhavatita: Unterschied zwischen den Versionen

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'''bhavatita''': ([[Sanskrit]]: bhāvātīta ''adj.'') den Bereich des Daseins überschritten habend; das Dasein transzendiert habend
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'''bhavatita''': ([[Sanskrit]]: bhāvātīta ''adj.'') = den Bereich des Werden und Vergehen überschreiten; das Dasein transzendiert habend
 
Der Sanskrit-Ausdruck “bhavatita” setzt sich aus zwei Teilen zusammen: “[[bhava]]” bedeutet “Werden”, “Entstehen” oder “Seinszustand”, und “[[atita]]” heißt “darüber hinausgegangen” oder “transzendiert”. Zusammen beschreibt bhavatita also einen Zustand, der jenseits des Werdens und Vergehens liegt – ein Sein, das nicht mehr von den Wechseln des Lebens, den Emotionen oder den Identifikationen mit deiner Persona bestimmt wird.
 
In der [[yogisch]]en und [[hinduistisch]]en [[Philosophie]] bezieht sich bhavatita auf einen fortgeschrittenen Bewusstseinszustand, den du erreichst, wenn du nicht länger mit deinen wechselnden Stimmungen, Gedanken oder Rollen identifiziert bist. Du schwebst sozusagen über dem “Theater der Welt”, ohne von ihm mitgerissen zu werden. Der Begriff wird oft im Zusammenhang mit dem Konzept des [[Jivanmukta]] verwendet, einem Menschen, der bereits zu Lebzeiten Befreiung ([[Moksha]]) verwirklicht hat. Ein solcher Mensch handelt nicht mehr aus persönlichem Antrieb oder Verlangen, sondern aus einem stillen, zeitlosen [[Sein]] heraus.
 
Praktisch bedeutet das für dich auf deinem spirituellen Weg: Du lernst, die Wellen der [[Gefühl]]e – Freude, Trauer, Wut, Angst – zu beobachten, ohne dich mit ihnen zu identifizieren. Du wirst zum [[Zeuge]]n deines eigenen Lebens. Ein altes [[Gleichnis]] sagt: “Wie der Ozean unberührt bleibt, auch wenn tausend Flüsse in ihn münden, so bleibt der bhavatita [[Yogi]] unerschüttert, auch wenn tausend Eindrücke auf ihn einströmen.”
 
Ein passendes Zitat aus der [[Bhagavad Gita]] (Kapitel 2, Vers 15) bringt es auf den Punkt: “Was die [[Welt]] Kälte und Wärme, Freude und Leid nennt – das erträgt der Weise mit Gleichmut. Denn er weiß: Diese Gegensätze kommen und gehen; sie berühren nicht das, was ewig ist.” Wenn du diesen Zustand auch nur für einen Augenblick in der [[Meditation]] oder im Alltag erfährst, erkennst du: Du bist nicht deine Geschichte, du bist das stille [https://www.yoga-vidya.de/ Bewusstsein], in dem alle Geschichten kommen und gehen. Das ist bhavatita.
 
=Siehe auch=
* [[Atman]]
* [[Brahman]]


[[Kategorie:Glossar]]
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[[Kategorie:Indisch]]
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Aktuelle Version vom 1. Mai 2026, 08:38 Uhr

Der Guru war auch ein Bhavatita

bhavatita: (Sanskrit: bhāvātīta adj.) = den Bereich des Werden und Vergehen überschreiten; das Dasein transzendiert habend

Der Sanskrit-Ausdruck “bhavatita” setzt sich aus zwei Teilen zusammen: “bhava” bedeutet “Werden”, “Entstehen” oder “Seinszustand”, und “atita” heißt “darüber hinausgegangen” oder “transzendiert”. Zusammen beschreibt bhavatita also einen Zustand, der jenseits des Werdens und Vergehens liegt – ein Sein, das nicht mehr von den Wechseln des Lebens, den Emotionen oder den Identifikationen mit deiner Persona bestimmt wird.

In der yogischen und hinduistischen Philosophie bezieht sich bhavatita auf einen fortgeschrittenen Bewusstseinszustand, den du erreichst, wenn du nicht länger mit deinen wechselnden Stimmungen, Gedanken oder Rollen identifiziert bist. Du schwebst sozusagen über dem “Theater der Welt”, ohne von ihm mitgerissen zu werden. Der Begriff wird oft im Zusammenhang mit dem Konzept des Jivanmukta verwendet, einem Menschen, der bereits zu Lebzeiten Befreiung (Moksha) verwirklicht hat. Ein solcher Mensch handelt nicht mehr aus persönlichem Antrieb oder Verlangen, sondern aus einem stillen, zeitlosen Sein heraus.

Praktisch bedeutet das für dich auf deinem spirituellen Weg: Du lernst, die Wellen der Gefühle – Freude, Trauer, Wut, Angst – zu beobachten, ohne dich mit ihnen zu identifizieren. Du wirst zum Zeugen deines eigenen Lebens. Ein altes Gleichnis sagt: “Wie der Ozean unberührt bleibt, auch wenn tausend Flüsse in ihn münden, so bleibt der bhavatita Yogi unerschüttert, auch wenn tausend Eindrücke auf ihn einströmen.”

Ein passendes Zitat aus der Bhagavad Gita (Kapitel 2, Vers 15) bringt es auf den Punkt: “Was die Welt Kälte und Wärme, Freude und Leid nennt – das erträgt der Weise mit Gleichmut. Denn er weiß: Diese Gegensätze kommen und gehen; sie berühren nicht das, was ewig ist.” Wenn du diesen Zustand auch nur für einen Augenblick in der Meditation oder im Alltag erfährst, erkennst du: Du bist nicht deine Geschichte, du bist das stille Bewusstsein, in dem alle Geschichten kommen und gehen. Das ist bhavatita.

Siehe auch