Urdhvaretho: Unterschied zwischen den Versionen
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Urdhvareto ist ein zusammengesetzter Sanskrit-Ausdruck, der sich aus [[urdhva]] („aufwärts“, „nach oben gerichtet“) und [[reta]] oder [[ | Urdhvareto ist ein zusammengesetzter Sanskrit-Ausdruck, der sich aus [[urdhva]] („aufwärts“, „nach oben gerichtet“) und [[reta]] oder reto („[[Samen]]“, „Samenflüssigkeit“, im übertragenen Sinn auch [[Lebensenergie]] oder sexuelles Same“) zusammensetzt. Wörtlich bedeutet Urdhvareto also etwa „aufsteigender Same“ oder „nach oben gerichtete Lebensenergie“. | ||
In spirituellen und tantrischen Kontexten wird der Begriff verwendet, um einen subtilen Vorgang zu beschreiben: die aktive, nach oben gerichtete Bewegung der Lebensenergie ([[prana]]) oder der sexuellen Essenz entlang der Wirbelsäule — oft im Zusammenhang mit Kundalini-, [[Yoga]]- oder [[Tantra]]-Praktiken, wo es darum geht, diese Energie nicht nach außen in sexuelle Aktivität abfließen zu lassen, sondern innerlich zu lenken und zu sublimieren. | In spirituellen und tantrischen Kontexten wird der Begriff verwendet, um einen subtilen Vorgang zu beschreiben: die aktive, nach oben gerichtete Bewegung der Lebensenergie ([[prana]]) oder der sexuellen Essenz entlang der [[Wirbelsäule]] — oft im Zusammenhang mit [[Kundalini]]-, [[Yoga]]- oder [[Tantra]]-Praktiken, wo es darum geht, diese Energie nicht nach außen in sexuelle Aktivität abfließen zu lassen, sondern innerlich zu lenken und zu sublimieren. | ||
Urdhvareto wird dabei häufig als Gegensatz zu adhogata reto oder nichtherabsteigendem Same verstanden, also zu einem Energiefluss, der nicht abgegeben, sondern bewahrt und nach oben geführt wird. In klassischen tantrischen Texten und in manchen Yogi-Lehren ist die Fähigkeit, die sexuelle Energie zurückzuhalten und in feinstoffliche Erfahrungen umzuwandeln, ein Zeichen von spiritueller [[Stärke]] und [[Disziplin]]. Das Zurückhalten hat hier nicht nur moralische, sondern vor allem soteriologische Bedeutung: die konservierte Energie kann die subtilen [[Nadi]]s (Energiekanäle) durchströmen, die [[Chakra]]s aktivieren und schließlich zur Erweckung höherer Bewusstseinszustände beitragen. | Urdhvareto wird dabei häufig als Gegensatz zu [[adhogata]] reto oder nichtherabsteigendem Same verstanden, also zu einem Energiefluss, der nicht abgegeben, sondern bewahrt und nach oben geführt wird. In klassischen tantrischen Texten und in manchen Yogi-Lehren ist die Fähigkeit, die sexuelle Energie zurückzuhalten und in feinstoffliche Erfahrungen umzuwandeln, ein Zeichen von spiritueller [[Stärke]] und [[Disziplin]]. Das Zurückhalten hat hier nicht nur moralische, sondern vor allem soteriologische Bedeutung: die konservierte Energie kann die subtilen [[Nadi]]s (Energiekanäle) durchströmen, die [[Chakra]]s aktivieren und schließlich zur Erweckung höherer Bewusstseinszustände beitragen. | ||
Je nach Tradition kann Urdhvareto unterschiedlich bewertet werden. In einigen Schulen wird es als notwendige Praxis für tantrische Transformation und zur Erhöhung der Lebenskraft angesehen; in anderen wird vor übermäßig dogmatischer Fixierung gewarnt, und man betont eine integrierte, verantwortungsvolle Haltung zu [[Sexualität]] und Energiearbeit. Praktisch geht es weniger um ein mechanisches Zurückhalten als um Bewusstheit: die Wahrnehmung, Lenkung und Umwandlung von Energie, begleitet von Atemtechniken, Meditation und moralischer Reife. | Je nach Tradition kann Urdhvareto unterschiedlich bewertet werden. In einigen Schulen wird es als notwendige Praxis für tantrische [[Transformation]] und zur Erhöhung der Lebenskraft angesehen; in anderen wird vor übermäßig dogmatischer Fixierung gewarnt, und man betont eine integrierte, verantwortungsvolle Haltung zu [[Sexualität]] und Energiearbeit. Praktisch geht es weniger um ein mechanisches Zurückhalten als um [[Bewusstheit]]: die Wahrnehmung, Lenkung und Umwandlung von Energie, begleitet von Atemtechniken, Meditation und moralischer Reife. | ||
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Aktuelle Version vom 4. Februar 2026, 01:26 Uhr

Urdhvareto: (Sanskrit) = ein Mensch, der Virya (sexuelle Energie) durch Uradhvaretah sublimiert hat
Urdhvareto ist ein zusammengesetzter Sanskrit-Ausdruck, der sich aus urdhva („aufwärts“, „nach oben gerichtet“) und reta oder reto („Samen“, „Samenflüssigkeit“, im übertragenen Sinn auch Lebensenergie oder sexuelles Same“) zusammensetzt. Wörtlich bedeutet Urdhvareto also etwa „aufsteigender Same“ oder „nach oben gerichtete Lebensenergie“.
In spirituellen und tantrischen Kontexten wird der Begriff verwendet, um einen subtilen Vorgang zu beschreiben: die aktive, nach oben gerichtete Bewegung der Lebensenergie (prana) oder der sexuellen Essenz entlang der Wirbelsäule — oft im Zusammenhang mit Kundalini-, Yoga- oder Tantra-Praktiken, wo es darum geht, diese Energie nicht nach außen in sexuelle Aktivität abfließen zu lassen, sondern innerlich zu lenken und zu sublimieren.
Urdhvareto wird dabei häufig als Gegensatz zu adhogata reto oder nichtherabsteigendem Same verstanden, also zu einem Energiefluss, der nicht abgegeben, sondern bewahrt und nach oben geführt wird. In klassischen tantrischen Texten und in manchen Yogi-Lehren ist die Fähigkeit, die sexuelle Energie zurückzuhalten und in feinstoffliche Erfahrungen umzuwandeln, ein Zeichen von spiritueller Stärke und Disziplin. Das Zurückhalten hat hier nicht nur moralische, sondern vor allem soteriologische Bedeutung: die konservierte Energie kann die subtilen Nadis (Energiekanäle) durchströmen, die Chakras aktivieren und schließlich zur Erweckung höherer Bewusstseinszustände beitragen.
Je nach Tradition kann Urdhvareto unterschiedlich bewertet werden. In einigen Schulen wird es als notwendige Praxis für tantrische Transformation und zur Erhöhung der Lebenskraft angesehen; in anderen wird vor übermäßig dogmatischer Fixierung gewarnt, und man betont eine integrierte, verantwortungsvolle Haltung zu Sexualität und Energiearbeit. Praktisch geht es weniger um ein mechanisches Zurückhalten als um Bewusstheit: die Wahrnehmung, Lenkung und Umwandlung von Energie, begleitet von Atemtechniken, Meditation und moralischer Reife.