Viraga

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Hanuman Yantra, Symbol der Kraft

Viraga (Sanskrit: विराग virāga adj. u. m.) gefärbt, bunt; leidenschaftslos, gleichgültig, frei von Raga; Entfärbung, Verlust der Farbe; Aufregung, das Versetzen in Leidenschaft; Abneigung (gegen Personen), Gleichgültigkeit (gegen Unpersönliches); Gleichgültigkeit gegen die Außenwelt; die fehlerhafte Unterdrückung eines Lautes in der Aussprache.

Viraga als Substantiv ist das Gegenteil von Raga, Anhaftung, Verhaftung. Viraga kann auch bedeuten Abneigung, Ablehnung, ähnlich wie Dvesha. Meist wird in der Yoga Literatur Viraga aber in der Bedeutung von Gleichmut gebraucht. Wenn Viraga zum Grundzustand wird, ist es Vairagya, also der Zustand von dauerhaftem Viraga und damit Anhaftungslosigkeit, Verhaftungslosigkeit, Leidenschaftslosigkeit.

Sukadev über Viraga

Niederschrift eines Vortragsvideos (2015) von Sukadev über Viraga

Viraga heißt "frei von Gier“, "frei von Verhaftung“, "leidenschaftslos“, heißt auch "verhaftungslos“, "ohne Gier“, "zufrieden“. Raga heißt Verhaftung, Raga heißt Mögen, Raga heißt Wunsch, Raga heißt Gier. Viraga heißt dann das Gegenteil. Der Ausdruck "Vi“ als Vorsilbe kann entweder heißen, "anders“ oder "außergewöhnlich“, kann auch heißen, "ohne“ oder "besonders“.

Im Kontext von Raga ist Viraga "ohne“. Also, Raga und Dwesha gehören ja zu den Dingen, die den Menschen unglücklich machen. Raga, "ich mag dieses“, Dwesha, "ich mag das nicht“. Raga, "den Menschen mag ich besonders“, Dwesha, "den mag ich gar nicht“. "Ich mag Sonnenschein, ich mag keinen Regen, ich mag es warm, ich mag es nicht kalt, ich mag grün, aber kein blau, ich mag, wenn das Essen kalt ist, ich mag nicht, wenn es warm ist, ich mag es, wenn jemand freundlich ist, aber nicht zu freundlich usw.“

Dort Raga und Dwesha, was zu lauter Problemen führt, denn die Welt ist nun mal nicht so, wie du sie gerne hättest. Selbst wenn sie mal so ist, wie du sie gerne hättest, sie ändert sich. Daher, ein spiritueller Aspirant sollte Viraga entwickeln, die Fähigkeit, jenseits von Wünschen zu gehen. Man kann sagen, Wünsche sind ja durchaus auch nichts Falsches. Man kann auch sagen, Wünsche sind Botschaften des Unterbewusstseins, was in der Mehrheit der Fälle irgendwie gut für dich entweder ist oder auch mal war, das kann aber auch gestört sein.

Z.B., die meisten Menschen mögen Schokolade, das ist auch ungesund. Schokolade, Zucker-Fett-Gemisch, nicht gut. Trotzdem, warum mag man das? Weil sie zwei Grundgeschmacksrichtungen des Menschen ansprechen, die in grauer Vorzeit mal gut waren, süß und fett. Der Mensch in früherer Zeit musste sehr viel essen, weil, es gab eben keine industriell hergestellte Nahrung und der Mensch war ja noch nicht mal Ackerbauer. Wenn er wissen wollte, wie er genügend Kalorien bekommen kann, musste er das essen, was irgendwie süß war und fett war. In unserer heutigen Zeit ist dann dieses Raga fehlgesteuert und führt zu so vielen Problemen. Also, Raga kann fehlgesteuert sein.

Viraga heißt, man kann Raga zur Kenntnis nehmen, ist aber kein Sklave davon. Viraga ist die Fähigkeit, ohne Wünsche das zu tun, was nötig ist, sich zu lösen von Wünschen, wenn notwendig. Wenn Viraga ein tiefer Zustand ist, dann wird es zu Vairagya. Also, Vairagya ist der Zustand, Gya, in dem du von Viraga durchdrungen bist. Also, ein Zustand, in dem du nicht aus Wünschen heraus handelst, ist Vairagya. Viraga, ohne Wunsch, das zu tun, was richtig ist.

Verschiedene Schreibweisen für Viraga

Sanskrit Wörter werden in Indien auf Devanagari geschrieben. Damit Europäer das lesen können, wird Devanagari transkribiert in die Römische Schrift. Es gibt verschiedene Konventionen, wie Devanagari in römische Schrift transkribiert werden kann Viraga auf Devanagari wird geschrieben "विराग", in IAST wissenschaftliche Transkription mit diakritischen Zeichen "virāga", in der Harvard-Kyoto Umschrift "virAga", in der Velthuis Transkription "viraaga", in der modernen Internet Itrans Transkription "virAga".

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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