Vaishvadeva und Bali gemäß Apastamba

Aus Yogawiki

Vaishvadeva und Bali gemäß Apastamba ist das tägliche Speiseopfer des Hauses, mit dem die eigene Mahlzeit zur Gabe wird. Es verwirklicht mehrere der fünf großen täglichen Opferhandlungen: das Opfer an die Götter, an alle Wesen und an die Menschen. Zuerst gehen sechs kleine Speiseopfer an Agni und die göttlichen Mächte. Weitere Portionen werden als Bali an bestimmten Stellen des Hauses für die Wesen des Lebens niedergelegt. Erst danach folgen die Bewirtung der Gäste und das eigene Essen. So verbindet die Hauspraxis des Apastamba die Verehrung des Göttlichen mit Gastfreundschaft, Dankbarkeit und der Verantwortung, Nahrung zu teilen.

Die Fürsorge für andere Wesen schließt die Tiere ein.

Vorbereitung

Diese Anleitung folgt der täglichen Speiseopferordnung des Dharmasutra von Apastamba und den darin vorausgesetzten Mantras der Mahanarayana Upanishad. Sie verwendet die dort bezeugte Sechs-Opfer-Fassung mit Agni Svishtakrit als sechstem Opfer. Sie ist ein Hausritual des Krishna Yajurveda; die umfangreichen Vor- und Nachopfer anderer Feuerzeremonien werden hier nicht zusätzlich eingefügt.

Bereite eine frisch gekochte vegetarische Mahlzeit vor, gewöhnlich Reis mit den dazugehörigen Speisen. Nimm die Opferportionen ab, bevor jemand davon gegessen hat. Stelle sauberes Wasser, ein Gefäß zum Schöpfen, sechs kleine Speiseportionen für das Feuer und 24 für die Bodengaben (nachts zusätzlich eine weitere), eine sichere Feuerstelle und Brennholz bereit. Benutzt der Haushalt bereits sein geweihtes Hausfeuer, werden die sechs Gaben dort dargebracht; die Quelle lässt auch das Kochfeuer zu. Für die Wasserreinigung ist eine zweite Person zum Eingießen hilfreich. Halte zusätzlich eine Mahlzeit für Gäste oder Hilfsbedürftige zurück.

Die kleinen Bali-Gaben bestehen hier aus Nahrung, nicht aus Tieropfern. Verwende für Feuer und Boden nur kleine Portionen; das Teilen mit Menschen braucht dagegen eine wirklich sättigende Gabe. Die praktische heutige Durchführung kann ohne soziale Ausschlüsse erfolgen: Wer Nahrung braucht, wird freundlich bewirtet. Diese Öffnung verändert nicht die nachstehende Mantra- und Ortsfolge.

Die rituelle Einführung in der Apastamba-Schule erfolgt durch eine kundige Lehrperson. Die Quelle nennt bei der ersten Erlernung besondere Gelübde; sie sind nicht vor jeder täglichen Mahlzeit neu zu beginnen. Für das tägliche Ritual werden Hände, Mund, Kleidung und Arbeitsplatz sauber gehalten. Das Feuer steht auf nicht brennbarem Untergrund; Wasser wird um die Feuerstelle, nicht in elektrische Kochgeräte gegossen.

Lege die Ortsfolge vorher fest: westlich des Feuers, am Hauswassergefäß, in der Hausmitte, im Nordosten, am Schlafplatz, an Schwelle und Tür sowie am Brahma-Platz südlich des Feuers. Die letzten beiden Bodengaben erhalten getrennte Plätze südlich beziehungsweise nördlich voneinander. In einer heutigen Wohnung lassen sich kleine abwaschbare Unterlagen an diesen Stellen verwenden; das ist eine praktische Anpassung.

Ablauf

1. Reinigen und still werden
Wasche Hände und Füße. Setze dich an einen sauberen Platz. Lasse dir Wasser in die rechte, leicht hohle Hand geben; die linke Hand stützt das rechte Handgelenk. Trinke dreimal einen kleinen Schluck über den Daumenballen. Streiche dreimal über die Lippen und berühre sie danach einmal mit den drei mittleren Fingern. Besprenge die linke Hand mit der rechten; berühre Füße, Kopf, Augen, Nasenflügel und Ohren. Wasche abschließend die Hände. Dieser Achamana-Abschnitt ist in der gewählten Sutra-Fassung still. Richte das Herz darauf aus, Nahrung als Gabe des Lebens zu empfangen.

2. Die Speise ankündigen
Die Person, die gekocht hat, kündigt die fertige Speise an. Wer das Ritual leitet, antwortet mit der zweiten Zeile. Wenn du allein kochst und opferst, kannst du beide Zeilen sprechen.

bhūtam |
tat subhūtaṃ virāḍ annaṃ tan mā kṣāyi ||

Übersetzung: Es ist bereit. – Die Speise ist gut bereitet, sie ist Fülle und Glanz; möge sie nicht versiegen.

3. Das Feuer vorbereiten
Wird das Feuer für diese Darbringung auf einer eigenen Feuerunterlage eingerichtet, zeichne dort drei Linien von Westen nach Osten und drei von Süden nach Norden. Besprenge den Platz mit nach unten gewendeter Hand und entzünde das Holz. Besprenge nachzulegendes Holz leicht mit Wasser. Stelle frisches Wasser nördlich oder östlich des Feuers bereit. Sitze westlich des Feuers mit Blick nach Osten. Die Speiseopfer werden dem brennenden Feuer dargebracht, nicht einer ausgeschalteten Herdplatte.

4. Zustimmung der göttlichen Kräfte erbitten
Gieße einen schmalen Wasserstreifen südlich des Feuers von Westen nach Osten mit der ersten Formel, westlich von Süden nach Norden mit der zweiten und nördlich von Westen nach Osten mit der dritten. Mit der vierten umkreist das Wasser die Feuerstelle im Uhrzeigersinn.

adite ’numanyasva |
anumate ’numanyasva |
sarasvaty anumanyasva |
deva savitaḥ prasuva ||

Übersetzung: Aditi, stimme zu. Anumati, stimme zu. Saraswati, stimme zu. Göttlicher Savitar, gib den Antrieb.

5. Sechs Speiseopfer ins Feuer
Nimm für jede der folgenden Formeln eine kleine Portion der zurückgelegten Speise und gib sie bei svāhā aus sicherem Abstand ins Feuer. Die Darbringung erfolgt mit der Hand; berühre dabei keine Glut. Die sechs Anrufungen werden in dieser Reihenfolge gesprochen.

agnaye svāhā |
viśvebhyo devebhyaḥ svāhā |
dhruvāya bhūmāya svāhā |
dhruvakṣitaye svāhā |
acyutakṣitaye svāhā |
agnaye sviṣṭakṛte svāhā |

Übersetzung: Agni, dem göttlichen Feuer, Svaha! Allen Göttern Svaha! Dem Festen und der Fülle, Dhruva und Bhuman, Svaha! Dhruvakshiti, der bleibenden Wohnstatt, Svaha! Acyutakshiti, der unvergänglichen Wohnstatt, Svaha! Agni Svishtakrit, der das Opfer gut vollbracht sein lässt, Svaha!

6. Die Feuerdarbringung abschließen
Gieße nochmals Wasser südlich, westlich und nördlich des Feuers in denselben Richtungen wie zu Beginn. Mit der vierten Formel umkreise es vollständig.

adite ’nvamaṃsthāḥ |
anumate ’nvamaṃsthāḥ |
sarasvaty anvamaṃsthāḥ |
deva savitaḥ prāsāvīḥ ||

Übersetzung: Aditi, du hast zugestimmt. Anumati, du hast zugestimmt. Saraswati, du hast zugestimmt. Göttlicher Savitar, du hast den Antrieb gegeben.

7. Die Plätze für die Bali-Gaben weihen
Für jede der folgenden Ortsgruppen säubere die Stelle mit der Hand, besprenge sie mit nach unten gewendeter Hand und lege dann die bezeichneten Speiseportionen nieder. Falls zur Mahlzeit eine Beilage gehört, werden die Bali-Portionen damit vermischt. Nach einer zusammengehörenden Gruppe gieße einmal Wasser um sämtliche dort niedergelegten Gaben. Die Mantras stehen unmittelbar bei ihrem Ort. Die Portionen bleiben auf dem Boden beziehungsweise auf den dort vorbereiteten Unterlagen; sie werden nicht ins Feuer gegeben.

8. Dharma und Adharma westlich des Feuers
Lege westlich des Feuers die erste Portion für Dharma nieder; die zweite folgt nördlich davon. Besprenge beide gemeinsam.

dharmāya svāhā |
adharmāya svāhā |

Übersetzung: Dem Dharma, der Ordnung, Svaha! Dem Adharma, der Gegenkraft zur Ordnung, Svaha!

9. Die Wasser des Hauses
Lege eine Portion neben das Gefäß, in dem das Wasser des Haushalts aufbewahrt wird.

adbhyaḥ svāhā |

Übersetzung: Den Wassern Svaha!

10. Pflanzen und unsichtbare Wesen
Lege in der Hausmitte zwei Portionen nieder, die zweite östlich von der ersten.

oṣadhivanaspatibhyaḥ svāhā |
rakṣodevajanebhyaḥ svāhā |

Übersetzung: Den Kräutern und Bäumen Svaha! Den Rakshas- und Götterwesen Svaha!

11. Vier Gaben im Nordosten
Lege im nordöstlichen Teil des Hauses vier Portionen in einer Reihe von Westen nach Osten nieder.

gṛhyābhyaḥ svāhā |
avasānebhyaḥ svāhā |
avasānapatibhyaḥ svāhā |
sarvabhūtebhyaḥ svāhā |

Übersetzung: Den zum Haus gehörigen Mächten Svaha! Den Wohnstätten Svaha! Den Herren der Wohnstätten Svaha! Allen Wesen Svaha!

12. Kama am Schlafplatz
Lege die nächste Portion beim Schlafplatz nieder.

kāmāya svāhā |

Übersetzung: Kama, der Kraft des Verlangens und der Liebe, Svaha!

13. Der Raum an der Schwelle
Lege eine Portion an der Türschwelle nieder.

antarikṣāya svāhā |

Übersetzung: Dem Zwischenraum, Antariksha, Svaha!

14. Die benannte Welt an der Tür
Lege die nächste Portion unmittelbar bei der Tür nieder.

yad ejati jagati yac ca ceṣṭati nāmno bhāgo ’yaṃ nāmne svāhā |

Übersetzung: Was sich in der Welt regt und bewegt: Dies ist der Anteil des Namens. Dem Namen Svaha!

15. Die zehn Gaben am Brahma-Platz
Verwende den südlich des Feuers liegenden Brahma-Platz. Lege zehn Portionen in einer Reihe von Westen nach Osten nieder, jeweils eine zur folgenden Formel. Umsprenge die ganze Reihe einmal mit Wasser.

pṛthivyai svāhā |
antarikṣāya svāhā |
dive svāhā |
sūryāya svāhā |
candramase svāhā |
nakṣatrebhyaḥ svāhā |
indrāya svāhā |
bṛhaspataye svāhā |
prajāpataye svāhā |
brahmaṇe svāhā |

Übersetzung: Der Erde, dem Zwischenraum und dem Himmel Svaha! Surya, dem Mond und den Sternbildern Svaha! Indra, Brihaspati, Prajapati und Brahman Svaha!

16. Die Ahnen ehren
Bereite südlich der vorherigen Gaben einen eigenen Platz. Wer eine heilige Schnur trägt, legt sie jetzt über die rechte Schulter. Gib die Portion über die Daumenseite der rechten Hand ab, also zwischen Daumen und Zeigefinger. Gieße das zugehörige Wasser gegen den Uhrzeigersinn um diese einzelne Gabe; sie wird getrennt von der Rudra-Gabe behandelt.

svadhā pitṛbhyaḥ svāhā |

Übersetzung: Svadha den Ahnen, Svaha!

Erinnere dich dankbar an diejenigen, durch die dein Leben möglich wurde. Die tägliche kleine Ahnengabe ersetzt kein ausführliches Shraddha.

17. Rudra als Herrn der Wesen ehren
Lege die heilige Schnur wieder über die linke Schulter. Nördlich der Ahnengabe bereite einen eigenen Platz für Rudra. Lege dort eine Portion wie bei den vorigen Göttergaben ab und umgieße sie für sich im Uhrzeigersinn.

namo rudrāya paśupataye svāhā |

Übersetzung: Verehrung Rudra, Pashupati, dem Herrn der Wesen; Svaha!

18. Die zusätzliche Gabe vor der Abendmahlzeit
Nur nachts, vor der Abendmahlzeit, folgt diese besondere Gabe. Nimm eine kleine Portion und wirf sie am dafür vorbereiteten sauberen Platz leicht in die Luft, so dass sie dort niederfällt.

ye bhūtāḥ pracaranti divānaktaṃ balim icchanto vitudasya preṣyāḥ |
tebhyo baliṃ puṣṭikāmo harāmi mayi puṣṭiṃ puṣṭipatir dadhātu svāhā ||

Übersetzung: Den Wesen, die bei Tag und Nacht umherziehen und eine Gabe wünschen, den Dienern Vitudas, bringe ich diese Gabe im Wunsch nach Gedeihen. Möge der Herr des Gedeihens mir Gedeihen gewähren. Svaha!

19. Zuerst teilen und Gäste bewirten
Gib nun zuerst eine Speisegabe für einen hilfsbedürftigen Menschen. Bewirte anwesende Gäste, dann Kinder, ältere Menschen, Erkrankte und Schwangere. Der Haushalt isst anschließend. Wer jetzt um Nahrung bittet, soll nicht abgewiesen werden. Ist keine Speise verfügbar, schenke einen Sitzplatz, Wasser und freundliche Worte. Das ist der praktische Höhepunkt dieses Rituals: Die Verehrung der Wesen wird zur tatsächlichen Fürsorge.

20. Nach der Mahlzeit aufräumen
Säubere nach dem Essen den Essplatz. Sammle die Krümel, besprenge den gereinigten Platz mit Wasser und löse Speisereste aus dem Kochgefäß mit Wasser. Die Quelle sieht dafür eine stille Gabe an Rudra an einem sauberen Platz nördlich des Hauses vor. In heutiger Wohnungspraxis behandle diese Reste achtsam und entsorge nicht auslegbare Nahrung hygienisch; gib keine gewürzten Speisen an Tiere. Räume die Unterlagen der Bali-Gaben später sauber ab. Ein nur für das Ritual entzündetes Feuer bleibt bis zum sicheren Erlöschen beaufsichtigt; ein traditionell unterhaltenes Hausfeuer wird entsprechend der Hausregel bewahrt.

Abschluss und Vertiefung

Bleibe nach dem Essen einen Augenblick still: Nahrung wurde empfangen, geteilt und in Kraft verwandelt. Die nächste freundliche Handlung setzt die Darbringung fort. Im Karma Yoga kann diese Haltung den ganzen Tag prägen: „Was mir anvertraut ist, soll auch anderen zugutekommen.“ Eine kurze Meditation über die Abhängigkeit aller Wesen voneinander vertieft diesen Sinn des Hindu Dharma.

Vollständige Rezitationsanhänge

Die Nummern beziehen sich auf die Handlungsschritte. Tageszeitabhängige und bedingte Abschnitte werden nur in der jeweils bezeichneten Situation rezitiert.

IAST

2. Die Speise ankündigen
bhūtam |
tat subhūtaṃ virāḍ annaṃ tan mā kṣāyi ||

4. Zustimmung der göttlichen Kräfte erbitten
adite ’numanyasva |
anumate ’numanyasva |
sarasvaty anumanyasva |
deva savitaḥ prasuva ||

5. Sechs Speiseopfer ins Feuer
agnaye svāhā |
viśvebhyo devebhyaḥ svāhā |
dhruvāya bhūmāya svāhā |
dhruvakṣitaye svāhā |
acyutakṣitaye svāhā |
agnaye sviṣṭakṛte svāhā |

6. Die Feuerdarbringung abschließen
adite ’nvamaṃsthāḥ |
anumate ’nvamaṃsthāḥ |
sarasvaty anvamaṃsthāḥ |
deva savitaḥ prāsāvīḥ ||

8. Dharma und Adharma westlich des Feuers
dharmāya svāhā |
adharmāya svāhā |

9. Die Wasser des Hauses
adbhyaḥ svāhā |

10. Pflanzen und unsichtbare Wesen
oṣadhivanaspatibhyaḥ svāhā |
rakṣodevajanebhyaḥ svāhā |

11. Vier Gaben im Nordosten
gṛhyābhyaḥ svāhā |
avasānebhyaḥ svāhā |
avasānapatibhyaḥ svāhā |
sarvabhūtebhyaḥ svāhā |

12. Kama am Schlafplatz
kāmāya svāhā |

13. Der Raum an der Schwelle
antarikṣāya svāhā |

14. Die benannte Welt an der Tür
yad ejati jagati yac ca ceṣṭati nāmno bhāgo ’yaṃ nāmne svāhā |

15. Die zehn Gaben am Brahma-Platz
pṛthivyai svāhā |
antarikṣāya svāhā |
dive svāhā |
sūryāya svāhā |
candramase svāhā |
nakṣatrebhyaḥ svāhā |
indrāya svāhā |
bṛhaspataye svāhā |
prajāpataye svāhā |
brahmaṇe svāhā |

16. Die Ahnen ehren
svadhā pitṛbhyaḥ svāhā |

17. Rudra als Herrn der Wesen ehren
namo rudrāya paśupataye svāhā |

18. Die zusätzliche Gabe vor der Abendmahlzeit
ye bhūtāḥ pracaranti divānaktaṃ balim icchanto vitudasya preṣyāḥ |
tebhyo baliṃ puṣṭikāmo harāmi mayi puṣṭiṃ puṣṭipatir dadhātu svāhā ||

Devanagari

2. Die Speise ankündigen
भूतम् ।
तत् सुभूतं विराड् अन्नं तन् मा क्षायि ॥

4. Zustimmung der göttlichen Kräfte erbitten
अदिते ’नुमन्यस्व ।
अनुमते ’नुमन्यस्व ।
सरस्वत्य् अनुमन्यस्व ।
देव सवितः प्रसुव ॥

5. Sechs Speiseopfer ins Feuer
अग्नये स्वाहा ।
विश्वेभ्यो देवेभ्यः स्वाहा ।
ध्रुवाय भूमाय स्वाहा ।
ध्रुवक्षितये स्वाहा ।
अच्युतक्षितये स्वाहा ।
अग्नये स्विष्टकृते स्वाहा ।

6. Die Feuerdarbringung abschließen
अदिते ’न्वमंस्थाः ।
अनुमते ’न्वमंस्थाः ।
सरस्वत्य् अन्वमंस्थाः ।
देव सवितः प्रासावीः ॥

8. Dharma und Adharma westlich des Feuers
धर्माय स्वाहा ।
अधर्माय स्वाहा ।

9. Die Wasser des Hauses
अद्भ्यः स्वाहा ।

10. Pflanzen und unsichtbare Wesen
ओषधिवनस्पतिभ्यः स्वाहा ।
रक्षोदेवजनेभ्यः स्वाहा ।

11. Vier Gaben im Nordosten
गृह्याभ्यः स्वाहा ।
अवसानेभ्यः स्वाहा ।
अवसानपतिभ्यः स्वाहा ।
सर्वभूतेभ्यः स्वाहा ।

12. Kama am Schlafplatz
कामाय स्वाहा ।

13. Der Raum an der Schwelle
अन्तरिक्षाय स्वाहा ।

14. Die benannte Welt an der Tür
यद् एजति जगति यच् च चेष्टति नाम्नो भागो ’यं नाम्ने स्वाहा ।

15. Die zehn Gaben am Brahma-Platz
पृथिव्यै स्वाहा ।
अन्तरिक्षाय स्वाहा ।
दिवे स्वाहा ।
सूर्याय स्वाहा ।
चन्द्रमसे स्वाहा ।
नक्षत्रेभ्यः स्वाहा ।
इन्द्राय स्वाहा ।
बृहस्पतये स्वाहा ।
प्रजापतये स्वाहा ।
ब्रह्मणे स्वाहा ।

16. Die Ahnen ehren
स्वधा पितृभ्यः स्वाहा ।

17. Rudra als Herrn der Wesen ehren
नमो रुद्राय पशुपतये स्वाहा ।

18. Die zusätzliche Gabe vor der Abendmahlzeit
ये भूताः प्रचरन्ति दिवानक्तं बलिम् इच्छन्तो वितुदस्य प्रेष्याः ।
तेभ्यो बलिं पुष्टिकामो हरामि मयि पुष्टिं पुष्टिपतिर् दधातु स्वाहा ॥

Deutsche Bedeutung

2. Die Speise ankündigen
Es ist bereit. – Die Speise ist gut bereitet, sie ist Fülle und Glanz; möge sie nicht versiegen.

4. Zustimmung der göttlichen Kräfte erbitten
Aditi, stimme zu. Anumati, stimme zu. Saraswati, stimme zu. Göttlicher Savitar, gib den Antrieb.

5. Sechs Speiseopfer ins Feuer
Agni, dem göttlichen Feuer, Svaha! Allen Göttern Svaha! Dem Festen und der Fülle, Dhruva und Bhuman, Svaha! Dhruvakshiti, der bleibenden Wohnstatt, Svaha! Acyutakshiti, der unvergänglichen Wohnstatt, Svaha! Agni Svishtakrit, der das Opfer gut vollbracht sein lässt, Svaha!

6. Die Feuerdarbringung abschließen
Aditi, du hast zugestimmt. Anumati, du hast zugestimmt. Saraswati, du hast zugestimmt. Göttlicher Savitar, du hast den Antrieb gegeben.

8. Dharma und Adharma westlich des Feuers
Dem Dharma, der Ordnung, Svaha! Dem Adharma, der Gegenkraft zur Ordnung, Svaha!

9. Die Wasser des Hauses
Den Wassern Svaha!

10. Pflanzen und unsichtbare Wesen
Den Kräutern und Bäumen Svaha! Den Rakshas- und Götterwesen Svaha!

11. Vier Gaben im Nordosten
Den zum Haus gehörigen Mächten Svaha! Den Wohnstätten Svaha! Den Herren der Wohnstätten Svaha! Allen Wesen Svaha!

12. Kama am Schlafplatz
Kama, der Kraft des Verlangens und der Liebe, Svaha!

13. Der Raum an der Schwelle
Dem Zwischenraum, Antariksha, Svaha!

14. Die benannte Welt an der Tür
Was sich in der Welt regt und bewegt: Dies ist der Anteil des Namens. Dem Namen Svaha!

15. Die zehn Gaben am Brahma-Platz
Der Erde, dem Zwischenraum und dem Himmel Svaha! Surya, dem Mond und den Sternbildern Svaha! Indra, Brihaspati, Prajapati und Brahman Svaha!

16. Die Ahnen ehren
Svadha den Ahnen, Svaha!

17. Rudra als Herrn der Wesen ehren
Verehrung Rudra, Pashupati, dem Herrn der Wesen; Svaha!

18. Die zusätzliche Gabe vor der Abendmahlzeit
Den Wesen, die bei Tag und Nacht umherziehen und eine Gabe wünschen, den Dienern Vitudas, bringe ich diese Gabe im Wunsch nach Gedeihen. Möge der Herr des Gedeihens mir Gedeihen gewähren. Svaha!

Quellen und verwandte Anleitungen

  • Apastamba Dharmasutra, 2.1.1.13–14; 2.2.3.10–23; 2.2.4.1–15 und 23; für die Wasserreinigung 1.5.15–16. Sanskrit und englische Übersetzung in Pandit Sri Rama: Apastamba – Dharma and Grihya Sutras, insbesondere S. 122, 125–132.
  • Apastamba Grihya Sutra, 1.2.3 und 1.2.8: Wasserkreise vor und nach der Darbringung. Die besondere tägliche Speiseopferregel des Dharmasutra bestimmt den übrigen Ablauf.
  • Mahanarayana Upanishad, Anuvaka 67, Vaishvadeva-Mantras; in der fortlaufenden Zählung der Textausgabe von Vaidhika Dharma Abschnitte 84–87. Die sechs Feuerformeln entsprechen der auch im Kommentar zu Apastamba genannten Lesart ohne gesondertes Soma-Opfer. Zusätzliche Formeln der Upanishad, denen Apastamba hier keine Handlung zuordnet, sind nicht in die Ortsfolge eingefügt.
  • Brahma Yajna gemäß Ashvalayana – die tägliche Verehrung durch Veda-Rezitation als anderer Zweig der großen Opferpflichten.

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