Rama Nyasa und Japa des Sechssilbenmantras

Aus Yogawiki

Rama Nyasa und Japa des Sechssilbenmantras verbindet Rama-Verehrung mit einer vollständigen kurzen Hand-, Körper- und Silbenweihung. Das Meditationsbild zeigt Rama bei Sita und richtet die Aufmerksamkeit auf Klarheit, Treue und besonnene Kraft.

Eine Mala unterstützt die aufmerksame Wiederholung des Rama-Mantras.

Umfang der Anleitung: Redaktionell abgegrenzte Sitzung aus Hand- und Körper-Nyasa, Dhyana, innerer Verehrung und Japa. Sie beschreibt keine vollständige äußere Puja und keine Purashcharana.

Anlass, Voraussetzungen und Material

Für Puja- und Sanskrit-Kundige, die in die Praxis dieses Mantras und der genannten Nyasas unterwiesen sind. Diksha und bestehende Gelübde richten sich nach der eigenen Überlieferung; der Artikel erteilt keine Einweihung. Bereitlegen: gereinigter Sitz und Mala oder andere Zählhilfe; ein Bild von Rama ist hilfreich, aber nicht notwendig. Wähle eine ruhige Tageszeit, die zu deiner überlieferten Praxisordnung passt. Die angegebenen Wirkziele sind traditionelle spirituelle Anliegen, keine garantierten äußeren Resultate.

1. Vorbereitung und Entschluss

Wasche Hände und Gesicht beziehungsweise beginne nach deiner täglichen Körperreinigung. Sitze aufrecht, bequem und mit freiem Atem. Lege die Zählhilfe bereit und fasse still den Entschluss: „Ich widme diese Sitzung der Verehrung und der Sammlung des Geistes.“ Äußere Pujageräte sind für diese Sitzfolge nicht nötig.

2. Der Mantra und seine Bedeutung

Lies zunächst den vollständigen Mantra; genau diese Fassung wird später wiederholt:

rāṃ rāmāya namaḥ

Rāṃ. Verehrung Rama. Rāṃ ist das Rama-Bija; die vollständige Fassung besteht aus sechs Silben.

3. Seher, Versmaß und Gottheit einsetzen

Berühre jeweils die angegebene Stelle und sprich die zugehörige Formel einmal. Die Dativformen sind nach den Zuordnungen des Quellabschnitts ausgeschrieben.

Berührung Vollständige Formel Bedeutung
Scheitel brahmaṇe ṛṣaye namaḥ Verehrung Brahma, dem Seher dieses Mantras.
Mundbereich gāyatrīcchandase namaḥ Verehrung dem Versmaß Gayatri.
Herzraum śrīrāmāya devatāyai namaḥ Verehrung Shri Rama, der Gottheit dieses Mantras.

4. Nyasa ausführen

Handweihung

Führe jede Tabellenzeile an beiden Händen aus und sprich die zugehörige Formel einmal für das Fingerpaar. Berühre zuerst die beiden Daumen jeweils mit dem Zeigefinger derselben Hand. Bei den folgenden vier Fingerpaaren berührt der Daumen jeweils den genannten Finger derselben Hand. Die Bewegungen können an beiden Händen gleichzeitig erfolgen. Bei der letzten Zeile berühre nacheinander die linke Handfläche und den linken Handrücken mit der rechten Hand sowie die rechte Handfläche und den rechten Handrücken mit der linken Hand; die ganze Formel wird dabei insgesamt einmal gesprochen. Diese Handhabung konkretisiert die überlieferten Fingerzuordnungen.

Handlung Formel Sinn und rituelle Funktion
Daumen rāṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ Einsetzung der angegebenen Klangfolge; Verehrung.
Zeigefinger rīṃ tarjanībhyāṃ svāhā Einsetzung der angegebenen Klangfolge; Darbringung.
Mittelfinger rūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ Einsetzung der angegebenen Klangfolge; Bekräftigung.
Ringfinger raiṃ anāmikābhyāṃ huṃ Einsetzung der angegebenen Klangfolge; Schutz.
Kleine Finger rauṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ Einsetzung der angegebenen Klangfolge; Bekräftigung.
Handflächen und Handrücken raḥ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ Einsetzung der angegebenen Klangfolge; Schutzabschluss.

Körperweihung

Führe die Zeilen der Reihe nach aus und sprich jede Formel einmal. Berühre Herzraum, Scheitel und Shikha-Stelle jeweils mit den Fingerspitzen der rechten Hand. Beim Kavacha kreuze die Arme so, dass jede Hand die gegenüberliegende Schulter berührt. Bei der Schutzgeste genügt eine ruhige, nach außen gerichtete Handbewegung; diese praktische Ausführung wird redaktionell festgelegt. Berühre bei der Augenzeile nacheinander die geschlossenen Lider und den Punkt zwischen den Brauen nur leicht; sprich die Formel einmal für alle drei Stellen. Bijas und Abschlusslaute werden nicht mit erfundenen deutschen Wortbedeutungen versehen.

Handlung Vollständige Formel Bedeutung beziehungsweise Funktion
Herzraum rāṃ hṛdayāya namaḥ Dem Herzen Verehrung.
Scheitel rīṃ śirase svāhā Dem Haupt: Svaha, Darbringung.
Hinterer Scheitel beziehungsweise Shikha-Stelle rūṃ śikhāyai vaṣaṭ Der Shikha: Vashat, Bekräftigung.
Beide Schultern: Arme vor der Brust kreuzen raiṃ kavacāya huṃ Der schützenden Hülle: Hum.
Rechtes Auge, linkes Auge und Punkt zwischen den Brauen sanft berühren rauṃ netratrayāya vauṣaṭ Den drei Augen: Vaushat, Bekräftigung.
Mit einer nach außen gerichteten Handbewegung den Raum um dich als geschützt vergegenwärtigen raḥ astrāya phaṭ Der rituellen Schutzkraft: Phat.

Sechs Silben im Körper einsetzen

Führe jetzt auch den unmittelbar folgenden Mantra-Nyasa aus. Berühre oder vergegenwärtige die Stelle und sprich die vollständige Formel. Am Intimbereich kann die Berührung über der Kleidung erfolgen; die rein geistige Ausführung ist eine praktische Anpassung.

Stelle Formel Funktion
Scheitel rāṃ namaḥ Verehrung; Einsetzung der ersten Silbe.
Zwischen den Brauen rāṃ namaḥ Verehrung; Einsetzung der zweiten Silbe.
Herz māṃ namaḥ Verehrung; Einsetzung der dritten Silbe.
Nabel yaṃ namaḥ Verehrung; Einsetzung der vierten Silbe.
Intimbereich naṃ namaḥ Verehrung; Einsetzung der fünften Silbe.
Beide Füße maṃ namaḥ Verehrung; Einsetzung der sechsten Silbe.

5. Die göttliche Gestalt betrachten

Führe diese aus dem Quellabschnitt übersetzte Beschreibung still aus. Sie ist hier eine Meditationsanweisung, kein zusätzliches Sanskritmantra:

Sieh Rama dunkel leuchtend wie eine Regenwolke, im Virasana sitzend. Eine Hand zeigt die Geste der Erkenntnis, die andere ruht auf dem Knie. Neben ihm sitzt Sita, licht wie ein Blitz und mit einem Lotus in der Hand. Rama blickt zu ihr; Krone, Armreifen und weiterer Schmuck lassen seine Gestalt erstrahlen. Die Geste dient hier der Visualisation; du musst sie nicht selbst nachbilden.

Verweile einen Moment bei der Gestalt. Stelle dir sodann, ohne weitere gesprochene Formel, fünf Gaben vor: reinen Duft, eine Blüte, duftendes Räucherwerk, eine helle Lampe und eine saubere vegetarische Speise. Biete sie der Gottheit nacheinander im Geist dar. Diese einfache Fünferfolge konkretisiert die im Text genannte geistige Verehrung; die vorliegende Sitzfolge fügt dafür keine fremden Bija-Mantras ein.

Yoga-Vidya-Video zu Japa und der Hinwendung zum Göttlichen durch Mantrawiederholung.

6. Japa

Rezitiere 108-mal die ganze Formel:

rāṃ rāmāya namaḥ

Rāṃ. Verehrung Rama. Rāṃ ist das Rama-Bija; die vollständige Fassung besteht aus sechs Silben.

Jede vollständig gesprochene oder gedachte Formel zählt als eine Wiederholung. Lass Klang und Bedeutung zusammenwirken. Bei einer Mala gehe nach jeder Wiederholung eine Perle weiter. Bei einer Mala mit 108 Zählperlen und zusätzlicher Guru- beziehungsweise Meru-Perle zählt die Markierungsperle nicht mit. Muss die Sitzung kurz unterbrochen werden, notiere den Stand, sammle dich erneut und fahre von dort fort. Diese organisatorische Hilfe begründet keine zusätzliche Ritualpflicht.

Die gewählten 108 Wiederholungen folgen dem allgemeinen inneren Japa in Mantramahodadhi 21.169. Ihre Verbindung mit diesem besonderen Mantra ist eine redaktionelle Sitzungsform.

7. Die Rezitation darbringen

Vergegenwärtige ihre Frucht als lichte Gabe in der rechten Hand der Gottheit. Diese Sitzung vollzieht die Übergabe rein geistig. Sprich:

guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me deva tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||

Du bist der Hüter des Geheimsten. Nimm die von uns vollzogene Rezitation an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.

Lege die Hände vor dem Herzen zusammen, neige den Kopf und verweile kurz still. Lass das äußere Vorstellungsbild in der Gegenwart des Herzens ruhen. Öffne die Augen und beende die Sitzung. Es wurde keine dauerhafte Bild- oder Tempelweihe durchgeführt.

Verhältnis zur umfangreichen Sadhana

Die sechs Körper-Silben erscheinen in dieser Fassung mit Anusvara, auch wo die grammatisch vollständige Namensform anders lautet. Sie bleiben von der Japa-Formel rāṃ rāmāya namaḥ unterscheidbar. Der zusätzliche Murtipanjara-Nyasa des großen Puja-Kontextes gehört nicht zum ausgewählten Umfang. Für die volle Purashcharana nennt die Quelle 600.000 Japa und Homa.

Siehe auch

Seminare

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Quellen und redaktionelle Hinweise

Brihat Tantrasara, Kṛṣṇānanda Āgamavāgīśa; verwendete IAST-Projektfassung Brihat Tantrasara Sanskrit 1, nach der elektronischen Textgrundlage M00013 (Druck Calcutta 1896). Die Versnummern der Gottheitenabschnitte sind lokale Nummern. Abschnitt „atha śrīrāmamantrāḥ“, lokale Verse 1–8. Hauptmantra: 1; Rishi-Nyasa: 2; Hand- und Körper-Nyasa: 3; sechs Silbenstellen und Dhyana: 4. Die visuelle Handlungsbeschreibung übersetzt den Dhyana, ohne dessen beschädigte digitale Wortverbindungen als sicheren Sanskritrezitationstext auszugeben.

Der Sitzungsrahmen verbindet den genannten besonderen Mantra-Abschnitt mit der allgemeinen inneren Verehrung und Japa-Anleitung in Mantramahodadhi 21.166–170 und dem Darbringungsgebet 22.152. Die geistigen fünf Gaben konkretisieren den allgemeinen Auftrag „mānasaiḥ sampūjya“ beziehungsweise die geistige Verehrung. Die Zuordnungen und Lautgruppen des ausgewählten Nyasa sind vollständig ausgeschrieben; zusätzliche Nyasa-Systeme, die der große Puja-Kontext voraussetzt, werden hier nicht als vollzogen behauptet. Praktische Berührungs- und Zählhinweise sind redaktionell.