Pranavayu

Aus Yogawiki
Pranavayu gewinnen mit Pranayama

Pranavayu (Sanskrit: prānavāyu m.) = lebensspendender Atem, subtile Energie.

Der Sanskrit-Ausdruck Pranavayu setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: Prana und Vayu. Prana bedeutet übersetzt so viel wie Lebensenergie, Atem oder Lebenskraft. Vayu hingegen steht für Wind oder Luft, aber auch für die bewegende Kraft hinter allem. Pranavayu meint also wörtlich die „Lebenskraft in Bewegung“ oder den „Wind des Atems“. Im Yoga und in der hinduistischen Philosophie wird damit eine ganz bestimmte, subtile Energieform beschrieben: diejenige Energie, die durch deinen Körper fließt und für alles Leben und jede Bewegung verantwortlich ist.

Stell dir vor, dein Körper ist wie ein Haus. Prana ist der Strom, der durch die Leitungen fließt – unsichtbar, aber lebensnotwendig. Vayu ist der Wind, der durch die Fenster und Türen weht und alles in Bewegung hält. Pranavayu ist dann so etwas wie der lebendige Atemzug, der beides vereint: die stille Kraft in dir und die Bewegung, die dich am Leben erhält.

Im Yoga wird Pranavayu oft mit dem Atem selbst gleichgesetzt, aber es steckt viel mehr dahinter. Es geht nicht nur um das Ein- und Ausatmen, sondern um die feinstoffliche Energie, die durch die sogenannten Nadis (Energiekanäle) in deinem Körper strömt. Wenn du Pranayama praktizierst, also Atemübungen, dann lernst du, diesen Pranavayu bewusst zu lenken. Du bringst die Lebenskraft in Fluss, statt sie zu blockieren.

Ein passendes Zitat dazu stammt aus den alten Yogatexten, den Upanishaden. Dort heißt es: „Prana ist das Leben aller Wesen. Wie die Speichen im Rad, so ist alles im Prana verankert.“ Das bedeutet, dass Pranavayu nicht nur dein persönlicher Atem ist, sondern die universelle Lebenskraft, die alles miteinander verbindet. Wenn du dich mit deinem Pranavayu verbindest, spürst du dich selbst als Teil eines großen Ganzen – und das ist die Essenz von Yoga und Spiritualität.

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