Nirguna Manasa Puja – das grenzenlose Selbst durch innere Darbringung verehren

Aus Yogawiki

Nirguna Manasa Puja – das grenzenlose Selbst durch innere Darbringung verehren

Die Nirguna Manasa Puja verwandelt die Gaben einer Puja in Schritte der Selbsterkenntnis. Das Fußwasser wird zur Einsicht, dass das Selbst von Verdienst und Schuld unberührt bleibt; die Lampe wird zum Licht der Erkenntnis, und die Blumen werden zum Erkennen ungeteilter Freude. Die Shankara zugeschriebenen 33 Verse führen von der Frage, wie das Formlose überhaupt verehrt werden kann, in eine stille Verehrung des Atmalinga im Herzen.

Die Praxis gehört zum Advaita Vedanta. Shiva wird hier als das nicht von Brahman verschiedene Selbst verehrt. Sie richtet sich an Menschen, die mit dieser Lehre vertraut werden möchten oder ihre Betrachtung vertiefen. Der Text bindet sie weder an einen Festtag noch an einen Tempel oder einen Priester. Vers 32 nennt sowohl lebenslange Übung als auch einen einzigen gesammelten Augenblick. Zu Hause an einem ruhigen Platz kann sie als regelmäßige innere Puja ausgeführt werden.

Vorbereitung

Äußere Gaben und ein materieller Shivalinga sind nicht erforderlich. Setze dich ruhig hin und sammle dich für die Meditation. Lies vor der ersten Durchführung die Bedeutungen. „Ich“ meint in diesen Versen das reine Bewusstsein, nicht die persönliche Überlegenheit des einzelnen Menschen. Die Aussagen über Schuld und Freiheit sind Betrachtungen des Selbst; sie heben die Verantwortung für das eigene Handeln nicht auf.

Durchführung

Die Verse 1–8 geben die Fragen des Schülers wieder. Ab Vers 9 antwortet der Guru und beschreibt die inneren Handlungen. Rezitiere oder lies jeden Vers einmal und verweile jeweils bei seiner Bedeutung. Vollziehe die Darbringungen durch die angegebene Betrachtung. Die äußeren Gegenstände werden nicht zusätzlich benötigt.

1. Die Frage nach der Verehrung des Formlosen
Lasse die Fragen des Schülers auf dich wirken. Sie bereiten die Umwandlung äußerer Upachara in innere Einsichten vor.

1
akhaṇḍe saccidānande nirvikalpaikarūpiṇi |
sthite'dvitīyabhāve'pi kathaṃ pūjā vidhīyate || 1||

Der Schüler spricht: Wie wird Verehrung vollzogen, wenn das ungeteilte Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit in seiner einen, vorstellungsfreien, nichtzweiten Wirklichkeit besteht?

2
pūrṇasyāvāhanaṃ kutra sarvādhārasya cāsanam |
svacchasya pādyamarghyaṃ ca śuddhasyācamanaṃ kutaḥ || 2||

Wohin soll der Vollkommene eingeladen werden? Welchen Sitz braucht der Grund von allem? Wozu dem Reinen Fußwasser und eine Ehrengabe, wozu dem Lauteren Wasser zur Mundreinigung?

3
nirmalasya kutaḥ snānaṃ vāso viśvodarasya ca |
agotrasya tvavarṇasya kutastasyopavītakam || 3||

Woher ein Bad für den Makellosen, ein Gewand für den, der das Weltall in sich trägt? Wozu eine heilige Schnur für den, der weder Abstammung noch Kaste besitzt?

4
nirlepasya kuto gandhaḥ puṣpaṃ nirvāsanasya ca |
nirviśeṣasya kā bhūṣā ko'laṅkāro nirākṛteḥ || 4||

Wozu Duft für den Unberührten und eine Blume für den von allen Neigungen Freien? Welchen Schmuck braucht der Eigenschaftslose, welche Zier der Gestaltlose?

5
nirañjanasya kiṃ dhūpairdīpairvā sarvasākṣiṇaḥ |
nijānandaikatṛptasya naivedyaṃ kiṃ bhavediha || 5||

Wozu Räucherwerk für den Unbefleckten und Lampen für den Zeugen von allem? Welche Speise könnte dem genügen, der allein durch seine eigene Glückseligkeit erfüllt ist?

6
viśvānandayitustasya kiṃ tāmbūlaṃ prakalpyate |
svayaṃprakāśacidrūpo yo'sāvarkādibhāsakaḥ || 6||

Welches Betelangebot wäre dem zu bereiten, der die Welt erfreut, der selbstleuchtendes Bewusstsein ist und Sonne und andere Lichter erhellt?

7
gīyate śrutibhistasya nīrājanavidhiḥ kutaḥ |
pradakṣiṇamanantasya praṇāmo'dvayavastunaḥ || 7||

Ihn besingen die heiligen Offenbarungen: Wozu bedarf er einer Lichterverehrung? Wie umrundet man den Unendlichen, wie verneigt man sich vor der nichtzweiten Wirklichkeit?

8
vedavācāmavedyasya kiṃ vā stotraṃ vidhīyate |
antarbahiḥ saṃsthitasyodvāsanavidhiḥ kutaḥ || 8||

Welches Loblied lässt sich für den verfassen, den die Worte der Veden nicht erfassen? Wie könnte der entlassen werden, der innen und außen gegenwärtig ist?

2. Das Atmalinga im Herzen verehren
Vergegenwärtige dir das leuchtende Atmalinga im Herzen. Vertrauen, Klarheit und Sammlung bilden sein Bad und seine Blumen.

9
ārādhayāmi maṇisaṃnibhamātmaliṅgam
māyāpurīhṛdayapaṅkajasaṃniviṣṭam |
śraddhānadīvimalacittajalābhiṣekairnityaṃ samādhikusumairnapunarbhavāya || 9||

Der Guru spricht: Ich verehre beständig das edelsteingleiche Atmalinga, das im Herzlotus der Stadt der Maya wohnt. Ich bade es mit dem reinen Wasser des Geistes aus dem Fluss des Vertrauens und schenke ihm die Blumen der Versenkung, damit keine Wiedergeburt mehr sei.

3. Einladung, Wasser und Gewänder
Vollziehe Avahana, Asana, Padya, Arghya, Achamana, Bad, Gewand und Yajnopavita als die folgenden Einsichten.

10
ayameko'vaśiṣṭo'smītyevamāvāhayecchivam |
āsanaṃ kalpayetpaścātsvapratiṣṭhātmacintanam || 10||

Mit der Einsicht „Ich allein bleibe als das Eine“ lade man Shiva ein. Danach stelle man sich als seinen Sitz das Nachsinnen über das in sich selbst gegründete Selbst vor.

11
puṇyapāparajaḥsaṅgo mama nāstīti vedanam |
pādyaṃ samarpayedvidvansarvakalmaṣanāśanam || 11||

„Der Staub von Verdienst und Schuld haftet mir nicht an“: Diese Einsicht bringe der Kundige als Fußwasser dar, das alle Unreinheit auflöst.

12
anādikalpavidhṛtamūlājñānajalāñjalim |
visṛjedātmaliṅgasya tadevārghyasamarpaṇam || 12||

Man lasse das Wasser der seit anfangslosen Weltaltern getragenen ursprünglichen Unwissenheit aus den zusammengelegten Händen vor dem Atmalinga ausfließen. Genau dies ist die Darbringung der Ehrengabe.

13
brahmānandābdhikallolakaṇakoṭyaṃśaleśakam |
pibantīndrādaya iti dhyānamācamanaṃ matam || 13||

„Indra und die anderen trinken nur einen winzigen Teil eines millionsten Anteils eines Tropfens aus den Wogen des Meeres der Brahman-Glückseligkeit“: Diese Betrachtung gilt als Mundreinigung.

14
brahmānandajalenaiva lokāḥ sarve pariplutāḥ |
acchedyo'yamiti dhyānamabhiṣecanamātmanaḥ || 14||

„Alle Welten sind vom Wasser der Brahman-Glückseligkeit durchströmt; dieses Selbst kann nicht zerschnitten werden“: Diese Betrachtung ist das Bad des Selbst.

15
nirāvaraṇacaitanyaṃ prakāśo'smīti cintanam |
ātmaliṅgasya sadvastramityevaṃ cintayenmuniḥ || 15||

„Ich bin unverhülltes Bewusstsein, ich bin Licht“: So betrachte der Weise das wahre Gewand des Atmalinga.

16
triguṇātmāśeṣalokamālikāsūtramasmyaham |
iti niścayamevātra hyupavītaṃ paraṃ matam || 16||

„Ich bin der Faden, der die gesamte, aus den drei Eigenschaften bestehende Weltengirlande zusammenhält“: Diese Gewissheit gilt hier als die höchste heilige Schnur.

4. Duft, Blätter, Lampe und Speise
Stelle die einzelnen Gaben durch die jeweils genannte innere Handlung bereit. Bilva hat gewöhnlich drei Blättchen; hier wird ihre Dreiheit ausdrücklich zur Einheit von Ishvara, Guru und Atman.

17
anekavāsanāmiśraprapañco'yaṃ dhṛto mayā |
nānyenetyanusandhānamātmanaścandanaṃ bhavet || 17||

„Diese mit vielerlei Neigungen vermischte Erscheinungswelt wird von mir getragen und von keinem anderen“: Das beständige Ergründen dessen wird zur Sandelpaste des Selbst.

18
rajaḥsattvatamovṛttityāgarūpaistilākṣataiḥ |
ātmaliṅgaṃ yajennityaṃ jīvanmuktiprasiddhaye || 18||

Mit Sesam und ungebrochenen Reiskörnern, die im Aufgeben der Regungen von Rajas, Sattva und Tamas bestehen, verehre man beständig das Atmalinga, um Freiheit schon zu Lebzeiten zu verwirklichen.

19
īśvaro gururātmeti bhedatrayavivarjitaiḥ |
bilvapatrairadvitīyairātmaliṅgaṃ yajecchivam || 19||

Mit nichtzweiten Bilvablättern, in denen die dreifache Unterscheidung „Gott, Lehrer, Selbst“ aufgegeben ist, verehre man Shiva als Atmalinga.

20
samastavāsanātyāgaṃ dhūpaṃ tasya vicintayet |
jyotirmayātmavijñānaṃ dīpaṃ sandarśayedbudhaḥ || 20||

Das Aufgeben sämtlicher tief eingeprägter Neigungen stelle man sich als seinen Weihrauch vor. Als Lampe zeige der Einsichtige die leuchtende Erkenntnis des Selbst.

21
naivedyamātmaliṅgasya brahmāṇḍākhyaṃ mahodanam |
pibānandarasaṃ svādu mṛtyurasyopasecanam || 21||

Die Speise für das Atmalinga ist das große Reisgericht namens Weltall. Trinke den süßen Saft der Glückseligkeit; der Tod ist die Beigabe zu diesem Mahl.

5. Reinigung, Licht, Blumen und Verneigung
Lasse Anhaftung und Unwissenheit los und vertiefe die Betrachtung der einen Wirklichkeit. Die kosmische Mahlzeit des vorigen Verses ist ein Bild dafür, dass auch Vergänglichkeit im Selbst aufgehoben ist.

22
ajñānocchiṣṭakarasya kṣālanaṃ jñānavāriṇā |
viśuddhasyātmaliṅgasya hastaprakṣālanaṃ smaret || 22||

Man stelle sich das Händewaschen des reinen Atmalinga vor: Die vom Rest der Unwissenheit befleckte Hand wird mit dem Wasser der Erkenntnis gewaschen.

23
rāgādiguṇaśūnyasya śivasya paramātmanaḥ |
sarāgaviṣayābhyāsatyāgastāmbūlacarvaṇam || 23||

Für Shiva, das höchste Selbst, das von Anhaftung und ähnlichen Eigenschaften frei ist, besteht das Kauen von Betel im Aufgeben des gewohnheitsmäßigen, begehrlichen Umgangs mit den Sinnesgegenständen.

24
ajñānadhvāntavidhvaṃsapracaṇḍamatibhāskaram |
ātmano brahmatājñānaṃ nīrājanamihātmanaḥ || 24||

Die Erkenntnis, dass das Selbst Brahman ist, wird hier zur Lichterverehrung des Selbst: eine mächtige Sonne der Einsicht, welche die Dunkelheit der Unwissenheit auflöst.

25
vividhabrahmasaṃdṛṣṭirmālikābhiralaṅkṛtam |
pūrṇānandātmatādṛṣṭiṃ puṣpāñjalimanusmaret || 25||

Das Schauen Brahmans in den mannigfaltigen Erscheinungen ist der Schmuck mit Girlanden. Die Einsicht in die Natur des Selbst als vollkommene Glückseligkeit vergegenwärtige man sich als Blumenopfer aus beiden Händen.

26
paribhramanti brahmāṇḍasahasrāṇi mayīśvare |
kūṭasthācalarūpo'hamiti dhyānaṃ pradakṣiṇam || 26||

„Tausende von Weltallen kreisen in mir, dem Herrn. Ich bin das unveränderliche, unbewegte Wesen“: Diese Betrachtung ist die Umrundung.

27
viśvavandyo'hamevāsmi nāsti vandyo madanyataḥ |
ityālocanamevātra svātmaliṅgasya vandanam || 27||

„Ich selbst bin das von der Welt Verehrte; kein anderes Verehrungswürdiges ist von mir getrennt“: Diese Betrachtung ist hier die Verneigung vor dem eigenen Atmalinga.

6. In der Erkenntnis ruhen
Lasse nach den Ehrungen auch das Suchen nach immer neuen Gegenständen zurücktreten. Shravana, Manana und Nididhyasana münden hier in das Ruhen im Selbst.

28
ātmanaḥ satkriyā proktā kartavyābhāvabhāvanā |
nāmarūpavyatītātmacintanaṃ nāmakīrtanam || 28||

Als ehrende Bewirtung des Selbst gilt die Betrachtung, dass nichts mehr getan werden muss. Das Nachsinnen über das Selbst jenseits von Name und Gestalt ist das Singen seiner Namen.

29
śravaṇaṃ tasya devasya śrotavyābhāvacintanam |
mananaṃ tvātmaliṅgasya mantavyābhāvacintanam || 29||

Das Hören dieses Gottes besteht in der Betrachtung, dass nichts mehr zu hören bleibt. Das Nachdenken über das Atmalinga besteht in der Betrachtung, dass nichts mehr zu bedenken bleibt.

30
dhyātavyābhāvavijñānaṃ nididhyāsanamātmanaḥ |
samastabhrāntivikṣeparāhityenātmaniṣṭhatā || 30||

Die Erkenntnis, dass kein gesonderter Gegenstand der Meditation mehr bleibt, ist die tiefe Betrachtung des Selbst: im Selbst gefestigt sein, frei von allen Irrtümern und Zerstreuungen.

31
samādhirātmano nāma nānyaccittasya vibhramaḥ |
tatraiva brahmaṇi sadā cittaviśrāntiriṣyate || 31||

Dies heißt Samadhi des Selbst; alles andere ist ein Umherirren des Geistes. Gewünscht ist, dass der Geist beständig allein in diesem Brahman zur Ruhe kommt.

7. Den Abschluss aufnehmen
Lies die beiden Schlussverse als traditionelle Aussage über das Ziel dieser Praxis.

32
evaṃ vedāntakalpoktasvātmaliṅgaprapūjanam |
kurvannāmaraṇaṃ vāpi kṣaṇaṃ vā susamāhitaḥ || 32||

Wer so die im Vedanta gelehrte Verehrung des eigenen Atmalinga bis zum Tod oder auch nur einen Augenblick lang vollkommen gesammelt vollzieht,

33
sarvadurvāsanājālaṃ padapāṃsumiva tyajet |
vidhūyājñānaduḥkhaughaṃ mokṣānandaṃ samaśnute || 33||

legt das ganze Geflecht unguter Gewohnheiten ab wie Staub von den Füßen. Nachdem Unwissenheit und die Flut des Leidens abgeschüttelt sind, erfährt er die Glückseligkeit der Befreiung.

Abschluss und Vertiefung

Verweile in der Stille, ohne noch eine Gabe hinzuzufügen. Eine Entlassung ist in dieser Puja nicht vorgesehen: Was innen und außen gegenwärtig ist, wird nicht fortgeschickt. Nimm anschließend Körper und Umgebung wahr und kehre aufmerksam in den Alltag zurück. Das Erkennen des einen Selbst kann sich dort als weniger Anhaftung und mehr Achtung vor anderen zeigen.

Devanagari-Rezitation

Die folgende Fassung enthält sämtliche Verse der Durchführung.

अखण्डे सच्चिदानन्दे निर्विकल्पैकरूपिणि ।
स्थितेऽद्वितीयभावेऽपि कथं पूजा विधीयते ॥ १॥

पूर्णस्यावाहनं कुत्र सर्वाधारस्य चासनम् ।
स्वच्छस्य पाद्यमर्घ्यं च शुद्धस्याचमनं कुतः ॥ २॥

निर्मलस्य कुतः स्नानं वासो विश्वोदरस्य च ।
अगोत्रस्य त्ववर्णस्य कुतस्तस्योपवीतकम् ॥ ३॥

निर्लेपस्य कुतो गन्धः पुष्पं निर्वासनस्य च ।
निर्विशेषस्य का भूषा कोऽलङ्कारो निराकृतेः ॥ ४॥

निरञ्जनस्य किं धूपैर्दीपैर्वा सर्वसाक्षिणः ।
निजानन्दैकतृप्तस्य नैवेद्यं किं भवेदिह ॥ ५॥

विश्वानन्दयितुस्तस्य किं ताम्बूलं प्रकल्प्यते ।
स्वयंप्रकाशचिद्रूपो योऽसावर्कादिभासकः ॥ ६॥

गीयते श्रुतिभिस्तस्य नीराजनविधिः कुतः ।
प्रदक्षिणमनन्तस्य प्रणामोऽद्वयवस्तुनः ॥ ७॥

वेदवाचामवेद्यस्य किं वा स्तोत्रं विधीयते ।
अन्तर्बहिः संस्थितस्योद्वासनविधिः कुतः ॥ ८॥

आराधयामि मणिसंनिभमात्मलिङ्गम्
मायापुरीहृदयपङ्कजसंनिविष्टम् ।
श्रद्धानदीविमलचित्तजलाभिषेकैर्नित्यं समाधिकुसुमैर्नपुनर्भवाय ॥ ९॥

अयमेकोऽवशिष्टोऽस्मीत्येवमावाहयेच्छिवम् ।
आसनं कल्पयेत्पश्चात्स्वप्रतिष्ठात्मचिन्तनम् ॥ १०॥

पुण्यपापरजःसङ्गो मम नास्तीति वेदनम् ।
पाद्यं समर्पयेद्विद्वन्सर्वकल्मषनाशनम् ॥ ११॥

अनादिकल्पविधृतमूलाज्ञानजलाञ्जलिम् ।
विसृजेदात्मलिङ्गस्य तदेवार्घ्यसमर्पणम् ॥ १२॥

ब्रह्मानन्दाब्धिकल्लोलकणकोट्यंशलेशकम् ।
पिबन्तीन्द्रादय इति ध्यानमाचमनं मतम् ॥ १३॥

ब्रह्मानन्दजलेनैव लोकाः सर्वे परिप्लुताः ।
अच्छेद्योऽयमिति ध्यानमभिषेचनमात्मनः ॥ १४॥

निरावरणचैतन्यं प्रकाशोऽस्मीति चिन्तनम् ।
आत्मलिङ्गस्य सद्वस्त्रमित्येवं चिन्तयेन्मुनिः ॥ १५॥

त्रिगुणात्माशेषलोकमालिकासूत्रमस्म्यहम् ।
इति निश्चयमेवात्र ह्युपवीतं परं मतम् ॥ १६॥

अनेकवासनामिश्रप्रपञ्चोऽयं धृतो मया ।
नान्येनेत्यनुसन्धानमात्मनश्चन्दनं भवेत् ॥ १७॥

रजःसत्त्वतमोवृत्तित्यागरूपैस्तिलाक्षतैः ।
आत्मलिङ्गं यजेन्नित्यं जीवन्मुक्तिप्रसिद्धये ॥ १८॥

ईश्वरो गुरुरात्मेति भेदत्रयविवर्जितैः ।
बिल्वपत्रैरद्वितीयैरात्मलिङ्गं यजेच्छिवम् ॥ १९॥

समस्तवासनात्यागं धूपं तस्य विचिन्तयेत् ।
ज्योतिर्मयात्मविज्ञानं दीपं सन्दर्शयेद्बुधः ॥ २०॥

नैवेद्यमात्मलिङ्गस्य ब्रह्माण्डाख्यं महोदनम् ।
पिबानन्दरसं स्वादु मृत्युरस्योपसेचनम् ॥ २१॥

अज्ञानोच्छिष्टकरस्य क्षालनं ज्ञानवारिणा ।
विशुद्धस्यात्मलिङ्गस्य हस्तप्रक्षालनं स्मरेत् ॥ २२॥

रागादिगुणशून्यस्य शिवस्य परमात्मनः ।
सरागविषयाभ्यासत्यागस्ताम्बूलचर्वणम् ॥ २३॥

अज्ञानध्वान्तविध्वंसप्रचण्डमतिभास्करम् ।
आत्मनो ब्रह्मताज्ञानं नीराजनमिहात्मनः ॥ २४॥

विविधब्रह्मसंदृष्टिर्मालिकाभिरलङ्कृतम् ।
पूर्णानन्दात्मतादृष्टिं पुष्पाञ्जलिमनुस्मरेत् ॥ २५॥

परिभ्रमन्ति ब्रह्माण्डसहस्राणि मयीश्वरे ।
कूटस्थाचलरूपोऽहमिति ध्यानं प्रदक्षिणम् ॥ २६॥

विश्ववन्द्योऽहमेवास्मि नास्ति वन्द्यो मदन्यतः ।
इत्यालोचनमेवात्र स्वात्मलिङ्गस्य वन्दनम् ॥ २७॥

आत्मनः सत्क्रिया प्रोक्ता कर्तव्याभावभावना ।
नामरूपव्यतीतात्मचिन्तनं नामकीर्तनम् ॥ २८॥

श्रवणं तस्य देवस्य श्रोतव्याभावचिन्तनम् ।
मननं त्वात्मलिङ्गस्य मन्तव्याभावचिन्तनम् ॥ २९॥

ध्यातव्याभावविज्ञानं निदिध्यासनमात्मनः ।
समस्तभ्रान्तिविक्षेपराहित्येनात्मनिष्ठता ॥ ३०॥

समाधिरात्मनो नाम नान्यच्चित्तस्य विभ्रमः ।
तत्रैव ब्रह्मणि सदा चित्तविश्रान्तिरिष्यते ॥ ३१॥

एवं वेदान्तकल्पोक्तस्वात्मलिङ्गप्रपूजनम् ।
कुर्वन्नामरणं वापि क्षणं वा सुसमाहितः ॥ ३२॥

सर्वदुर्वासनाजालं पदपांसुमिव त्यजेत् ।
विधूयाज्ञानदुःखौघं मोक्षानन्दं समश्नुते ॥ ३३॥

Quellen und verwandte Artikel

Siehe auch: Manasapuja, Atmalinga, Advaita Vedanta, Atman, Brahman, Samadhi.

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