Narayana Kavacha

Aus Yogawiki

Narayana Kavacha – den Körper mit Vishnus Namen dem göttlichen Schutz anvertrauen: Das Narayana Kavacha ist ein Schutzritual, bei dem Narayanas Mantras auf den eigenen Körper und die Hände gelegt werden. Anschließend erbittet ein zusammenhängendes Gebet Schutz für gefährdete Lebenslagen, alle Tageszeiten und jede Richtung. Der im Bhagavata Purana überlieferte Kavacha richtet sich ausdrücklich an einen Menschen, der Furcht erlebt: Körperberührung, Gottesvorstellung und Rezitation führen ihn in eine bewusst vollzogene Zuflucht.

Die Anleitung folgt Bhagavata Purana 6.8: Vishvarupa unterweist darin Indra. Sie gehört zur Vaishnava-Überlieferung und kann in deren überliefertem Umgang mit Nyasa zu Hause oder an einem ruhigen Andachtsplatz ausgeführt werden. Ein bestimmtes Fest und eine bestimmte Tageszeit werden für den Schutzritus nicht gefordert; sein Anlass ist Bedrängnis oder die bewusste Bitte um Schutz. Wer Nyasa noch nicht kennt, lässt sich die Körper- und Handfolge von einer kundigen Person zeigen. Ein Priester wird für die persönliche Ausführung im Kapitel nicht verlangt.

Vorbereitung

Lege einen sauberen Sitz und etwas Trinkwasser bereit, außerdem einen Pavitra, einen rituellen Ring aus Kusha-Gras, wie ihn Vers 4 nennt. Wasche Hände und Füße. Vollziehe Achamana, indem du kleine Schlucke sauberen Wassers nimmst; der Abschnitt schreibt dafür keine gesonderte Namensformel vor. Lege den Pavitra an, sitze nach Norden und sammle dich schweigend. Ein äußeres Götterbild, Räucherwerk und ein Feueropfer gehören nicht zur vorgeschriebenen Ausstattung dieses Kavacha.

Durchführung

1. Die acht Körperstellen weihen
Berühre mit der rechten Hand nacheinander beide Füße, beide Knie, beide Oberschenkel, Bauch, Herzgegend, obere Brust, Mund und Kopf. Zu jeder Stelle sprich genau die dazugehörige Zeile des folgenden Anga Nyasa.

1
oṃ oṃ namaḥ pādayoḥ |
oṃ naṃ namaḥ jānunoḥ |
oṃ moṃ namaḥ ūrvoḥ |
oṃ nāṃ namaḥ udare |
oṃ rāṃ namaḥ hṛdi |
oṃ yaṃ namaḥ urasi |
oṃ ṇāṃ namaḥ mukhe |
oṃ yaṃ namaḥ śirasi ||

Om, Verehrung: den Füßen; den Knien; den Oberschenkeln; dem Bauch; dem Herzen; der Brust; dem Mund; dem Kopf. Die acht Laute gehören zu „Om namo Narayanaya“ – Om, Verehrung Narayanas.

2. Die Hände weihen
Führe den Kara Nyasa Zeile für Zeile aus. Berühre am rechten Zeige-, Mittel-, Ring- und kleinen Finger mit dem rechten Daumen die jeweilige Fingerstelle, dann entsprechend am linken kleinen, Ring-, Mittel- und Zeigefinger mit dem linken Daumen. Berühre mit der jeweils anderen Hand die beiden Daumenabschnitte: zunächst den äußeren, dann den körpernäheren am rechten, danach am linken Daumen.

2
oṃ oṃ namaḥ dakṣiṇatarjanyām |
oṃ naṃ namaḥ dakṣiṇamadhyamāyām |
oṃ moṃ namaḥ dakṣiṇānāmikāyām |
oṃ bhaṃ namaḥ dakṣiṇakaniṣṭhikāyām |
oṃ gaṃ namaḥ vāmakaniṣṭhikāyām |
oṃ vaṃ namaḥ vāmānāmikāyām |
oṃ teṃ namaḥ vāmamadhyamāyām |
oṃ vāṃ namaḥ vāmatarjanyām |
oṃ suṃ namaḥ dakṣiṇāṃguṣṭhordhvaparvaṇi |
oṃ deṃ namaḥ dakṣiṇāṃguṣṭhāya parvaṇi |
oṃ vāṃ namaḥ vāmāṃguṣṭhordhvaparvaṇi |
oṃ yaṃ namaḥ vāmāṃguṣṭhāya parvaṇi ||

Om, Verehrung: dem rechten Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger und kleinen Finger; dem linken kleinen Finger, Ringfinger, Mittelfinger und Zeigefinger; dem oberen und unteren Abschnitt des rechten Daumens; dem oberen und unteren Abschnitt des linken Daumens. Die zwölf Laute gehören zu „Om namo Bhagavate Vasudevaya“ – Om, Verehrung dem erhabenen Vasudeva.

3. Die Vishnu-Laute im Körper vergegenwärtigen
Berühre Herzgegend, Scheitel, die Stelle zwischen den Augenbrauen, die Haarlockenstelle am Hinterkopf (Shikha), beide Augen und die Gelenke des Körpers in dieser Reihenfolge. Dies ist der Shadakshara Nyasa des Vishnu Mantra. Berühre die Augen nur leicht an den geschlossenen Lidern.

3
oṃ oṃ namaḥ hṛdaye |
oṃ viṃ namaḥ mūrdhani |
oṃ ṣaṃ namaḥ bhruvormadhye |
oṃ ṇaṃ namaḥ śikhāyām |
oṃ veṃ namaḥ netrayoḥ |
oṃ naṃ namaḥ sarvasandhiṣu |

Om, Verehrung: dem Herzen, dem Scheitel, dem Raum zwischen den Brauen, der Haarlockenstelle am Hinterkopf, den beiden Augen und sämtlichen Gelenken. Die Laute stammen aus „Om Vishnave namah“ – Om, Verehrung Vishnus.

4. Den Schutz auf die zehn Richtungen ausdehnen
Richte die Hand jeweils in die genannte Richtung: Osten, Südosten, Süden, Südwesten, Westen, Nordwesten, Norden, Nordosten, oben und unten. Sprich dabei die folgende jeweilige Zeile. Der Digbandha stellt alle Richtungen unter denselben Schutz.

4
oṃ maḥ astrāya phaṭ prācyām |
oṃ maḥ astrāya phaṭ āgneyām |
oṃ maḥ astrāya phaṭ dakṣiṇasyām |
oṃ maḥ astrāya phaṭ nairṛtye |
oṃ maḥ astrāya phaṭ pratīcyām |
oṃ maḥ astrāya phaṭ vāyavye |
oṃ maḥ astrāya phaṭ udīcyām |
oṃ maḥ astrāya phaṭ aiśānyām |
oṃ maḥ astrāya phaṭ ūrdhvāyām |
oṃ maḥ astrāya phaṭ adharāyām ||

Om, mah, der Schutzwaffe phat: im Osten, Südosten, Süden, Südwesten, Westen, Nordwesten, Norden, Nordosten, oben und unten. „Phat“ ist der Ausruf, mit dem der Schutz in die jeweilige Richtung gesetzt wird.

5. Narayana schauen und den Kavacha sprechen
Betrachte dich nach dem Nyasa als von den Mantras erfüllte Gestalt. Vergegenwärtige dir nach Vers 11 das höchste Selbst als Gegenstand der Meditation, erfüllt von göttlichen Kräften, Wissen, Leuchtkraft und Tapas. Stelle dir Hari auf Garuda vor. Rezitiere nun das vollständige Schutzgebet, die Verse 12–34 des Kapitels. Die Zahlen innerhalb des Sanskrittextes sind die ursprünglichen Versnummern.

5
oṃ harirvidadhyānmama sarvarakṣāṃ
nyastāṅghripadmaḥ patagendrapṛṣṭhe |
darāricarmāsigadeṣucāpapāśāndadhāno'ṣṭaguṇo'ṣṭabāhuḥ || 12||

Möge Hari mir umfassenden Schutz gewähren: Seine Lotusfüße ruhen auf dem Rücken des Königs der Vögel. Achtarmig und achtfach ausgestattet trägt er Muschelhorn, Rad, Schild, Schwert, Keule, Pfeile, Bogen und Schlinge.

6
jaleṣu māṃ rakṣatu matsyamūrtiryādogaṇebhyo varuṇasya pāśāt |
sthaleṣu māyāvaṭuvāmano'vyāt
trivikramaḥ khe'vatu viśvarūpaḥ || 13||

Im Wasser schütze mich seine Fischgestalt vor Wasserwesen und Varunas Schlinge. Auf festem Boden behüte mich Vamana, der geheimnisvolle junge Brahmane; im Luftraum Trivikrama mit seiner allumfassenden Gestalt.

7
durgeṣvaṭavyājimukhādiṣu prabhuḥ
pāyānnṛsiṃho'surayūthapāriḥ |
vimuñcato yasya mahāṭṭahāsaṃ
diśo vinedurnyapataṃśca garbhāḥ || 14||

In unzugänglichem Gelände, in Wäldern und an Schlachtfronten schütze mich der Herr Narasimha, der Feind der Dämonenscharen. Als er sein gewaltiges Lachen ausstieß, widerhallten die Richtungen und Leibesfrüchte fielen herab.

8
rakṣatvasau mādhvani yajñakalpaḥ
svadaṃṣṭrayonnītadharo varāhaḥ |
rāmo'drikūṭeṣvatha vipravāse
salakṣmaṇo'vyādbharatāgrajo'smān || 15||

Auf dem Weg schütze mich Varaha, dessen Gestalt das Opfer ist und der mit seinem Hauer die Erde emporhob. Auf Berggipfeln und in der Fremde behüte uns Rama, Bharatas älterer Bruder, zusammen mit Lakshmana.

9
māmugradharmādakhilātpramādānnārāyaṇaḥ pātu naraśca hāsāt |
dattastvayogādatha yoganāthaḥ
pāyādguṇeśaḥ kapilaḥ karmabandhāt || 16||

Narayana schütze mich vor grausamen Wegen und jeder Unachtsamkeit, Nara vor spöttischem Lachen. Datta, der Herr des Yoga, bewahre mich vor dem Verlust des Yoga; Kapila, der Herr der Grundeigenschaften, vor der Fessel des Handelns.

10
sanatkumāro'vatu kāmadevāddhayaśīrṣā māṃ pathi devahelanāt |
devarṣivaryaḥ puruṣārcanāntarāt
kūrmo harirmāṃ nirayādaśeṣāt || 17||

Sanatkumara bewahre mich vor der Macht des Begehrens; Hayashirsha auf meinem Weg vor Missachtung der Götter. Der vorzügliche Götterweise schütze mich vor Unterbrechung der Gottesverehrung; Hari als Kurma vor jeder Hölle.

11
dhanvantarirbhagavānpātvapathyāddvandvādbhayādṛṣabho nirjitātmā |
yajñaśca lokādavatāñjjanāntādbalo gaṇātkrodhavaśādahīndraḥ || 18||

Der erhabene Dhanvantari schütze mich vor Unzuträglichem; der selbstbeherrschte Rishabha vor den gefürchteten Gegensätzen. Yajna bewahre mich vor Bedrängnis durch Menschen; Bala, der Herr der Schlangen, vor der Schar der Krodhavashas.

12
dvaipāyano bhagavānaprabodhādbuddhastu pākhaṇḍagaṇapramādāt |
kalkiḥ kaleḥ kālamalātprapātu
dharmāvanāyorukṛtāvatāraḥ || 19||

Der erhabene Dvaipayana bewahre mich vor Unwissenheit; Buddha vor Irrwegen falscher Lehren. Kalki, dessen mächtiges Erscheinen den Dharma schützt, behüte mich vor der Verunreinigung der Kali-Zeit.

13
māṃ keśavo gadayā prātaravyādgovinda āsaṅgavamāttaveṇuḥ |
nārāyaṇaḥ prāhṇa udāttaśaktirmadhyandine viṣṇurarīndrapāṇiḥ || 20||

Am frühen Morgen behüte mich Keshava mit seiner Keule; zur Zeit des Viehaustriebs Govinda mit der Flöte. Im späteren Vormittag schütze mich Narayana mit erhabener Macht, mittags Vishnu mit dem vorzüglichen Rad in der Hand.

14
devo'parāhne madhuhogradhanvā
sāyaṃ tridhāmāvatu mādhavo mām |
doṣe hṛṣīkeśa utārdharātre
niśītha eko'vatu padmanābhaḥ || 21||

Am Nachmittag behüte mich Madhusudana mit seinem gewaltigen Bogen; am Abend Madhava, dessen Erscheinung dreifach ist. In der beginnenden Nacht schütze mich Hrishikesha, zur Mitternacht allein Padmanabha.

15
śrīvatsadhāmāpararātra īśaḥ
pratyūṣa īśo'sidharo janārdanaḥ |
dāmodaro'vyādanusandhyaṃ prabhāte
viśveśvaro bhagavān kālamūrtiḥ || 22||

In der späteren Nacht behüte mich der Herr, der das Shrivatsa-Zeichen trägt; vor Tagesanbruch Janardana mit dem Schwert. Damodara schütze mich in den Übergängen zur Morgendämmerung; der erhabene Weltenherr ist die Zeit selbst.

16
cakraṃ yugāntānalatigmanemi
bhramatsamantādbhagavatprayuktam |
dandagdhi dandagdhyarisainyamāśu
kakṣaṃ yathā vātasakho hutāśaḥ || 23||

O Rad, dein Rand glüht wie das Feuer am Ende eines Weltalters. Vom Herrn entsandt kreist du überall: Verbrenne rasch das feindliche Heer, wie vom Wind gefachtes Feuer trockenes Gras verbrennt.

17
gade'śanisparśanavisphuliṅge
niṣpiṇḍhi niṣpiṇḍhyajitapriyāsi |
kūṣmāṇḍavaināyakayakṣarakṣobhūtagrahāṃścūrṇaya cūrṇayārīn || 24||

O Keule, deine Berührung versprüht Funken wie ein Blitz; du bist dem Unbesiegten lieb. Zerschmettere die feindlichen Kushmandas, Vainayakas, Yakshas, Rakshasas und besitzergreifenden Wesen.

18
tvaṃ yātudhānapramathapretamātṛpiśācavipragrahaghoradṛṣṭīn |
darendra vidrāvaya kṛṣṇapūrito
bhīmasvano'rerhṛdayāni kampayan || 25||

O König der Muschelhörner, von Krishna mit Atem erfüllt: Vertreibe mit deinem furchtbaren Klang Zauberwesen, wilde Geister, Totengeister, Matrikas, Pishachas, Brahmanengeister und böse Blicke; lass die Herzen der Feinde erzittern.

19
tvaṃ tigmadhārāsivarārisainyamīśaprayukto mama chindhi chindhi |
cakṣūṃṣi carmañchatacandra chādaya
dviṣāmaghonāṃ hara pāpacakṣuṣām || 26||

O vorzügliches Schwert mit scharfer Schneide, vom Herrn geführt: Zerschneide das feindliche Heer, das mich bedroht. O Schild mit hundert Mondzeichen, verhülle die Augen der Feinde und nimm den Übeltätern ihren unheilvollen Blick.

20
yanno bhayaṃ grahebhyo'bhūtketubhyo nṛbhya eva ca |
sarīsṛpebhyo daṃṣṭribhyo bhūtebhyoṃ'hobhya eva ca || 27||

Welche Furcht uns auch aus Planetenmächten, Unheilszeichen, Menschen, Kriechtieren, bezahnten Tieren, Geistern oder Verfehlungen entstanden ist –

21
sarvāṇyetāni bhagavannāmarūpāstrakīrtanāt |
prayāntu saṅkṣayaṃ sadyo ye naḥ śreyaḥpratīpakāḥ || 28||

all dies, was unserem Heil entgegensteht, möge durch das Besingen der Namen, Gestalten und Waffen des Erhabenen unverzüglich schwinden.

22
garuḍo bhagavān stotrastobhaśchandomayaḥ prabhuḥ |
rakṣatvaśeṣakṛcchrebhyo viṣvaksenaḥ svanāmabhiḥ || 29 ||

Der erhabene Garuda, dessen Wesen Hymnen, Lobklänge und Versmaße sind, beschütze uns vor allen Bedrängnissen; Vishvaksena schütze uns durch seine Namen.

23
sarvāpadbhyo harernāmarūpayānāyudhāni naḥ |
buddhīndriyamanaḥprāṇānpāntu pārṣadabhūṣaṇāḥ || 30||

Haris Namen, Gestalten, Fahrzeuge und Waffen, seine Gefährten und Schmuckstücke mögen unseren Verstand, unsere Sinne, unseren Geist und unsere Lebenskräfte vor allen Gefahren behüten.

24
yathā hi bhagavāneva vastutaḥ sadasacca yat |
satyenānena naḥ sarve yāntu nāśamupadravāḥ || 31||

Wie allein der Erhabene in Wahrheit alles Seiende und Nichtseiende ist, so mögen durch diese Wahrheit alle Bedrängnisse von uns weichen.

6. Den Schutz in der einen göttlichen Wirklichkeit gründen
Die drei abschließenden Verse führen von den vielen Erscheinungsformen zur einen göttlichen Gegenwart. Lass ihre Aussage auch die zuvor berührten Körperstellen umfassen.

25
yathaikātmyānubhāvānāṃ vikalparahitaḥ svayam |
bhūṣaṇāyudhaliṅgākhyā dhatte śaktīḥ svamāyayā || 32||

Obwohl er selbst ohne Unterscheidung ist und seine Kräfte an seinem einen Wesen teilhaben, zeigt er durch seine eigene Maya die als Schmuck, Waffen und Kennzeichen benannten Kräfte.

26
tenaiva satyamānena sarvajño bhagavān hariḥ |
pātu sarvaiḥ svarūpairnaḥ sadā sarvatra sarvagaḥ || 33||

Durch ebendiese Wahrheit möge der allwissende, überall gegenwärtige Hari uns in allen seinen Gestalten stets und überall behüten.

27
vidikṣu dikṣūrdhvamadhaḥ samantādantarbahirbhagavānnārasiṃhaḥ |
prahāpayaḻ loka-bhayaṃ svanena
svatejasā grastasamastatejāḥ || 34||

In den Zwischenrichtungen und Hauptrichtungen, oben, unten und ringsum, innen und außen sei der erhabene Narasimha: Mit seinem Laut vertreibt er die Furcht der Welt; sein Glanz überstrahlt allen anderen Glanz.

Abschluss und Vertiefung

Verweile nach dem letzten Vers still im Empfinden, von Narayanas Gegenwart umgeben zu sein. Beende den Sitz mit einer schlichten Verneigung. Der Text verlangt an dieser Stelle weder ein zusätzliches Opfer noch eine Entlassungsformel. Die vorangehenden Kapitelverse 1–11 enthalten Erzählrahmen und Handlungsanweisung, die folgenden Verse 35–42 die Verheißung und die Geschichte des Kaushika; sie sind nicht weitere Handgriffe des Schutzgebets.

Die kämpferischen Bilder des Kavacha gehören zur puranischen Sprache von Schutz und Bedrängnis. Die persönliche Übung kann sich auf Mut, Besonnenheit und Gottvertrauen richten. In einer tatsächlichen Gefahr ergänzt dieses Vertrauen das notwendige praktische Handeln.

Devanagari-Rezitation

Die folgende Fassung enthält sämtliche Sanskrittexte der Durchführung.

ॐ ॐ नमः पादयोः ।
ॐ नं नमः जानुनोः ।
ॐ मों नमः ऊर्वोः ।
ॐ नां नमः उदरे ।
ॐ रां नमः हृदि ।
ॐ यं नमः उरसि ।
ॐ णां नमः मुखे ।
ॐ यं नमः शिरसि ॥

ॐ ॐ नमः दक्षिणतर्जन्याम् ।
ॐ नं नमः दक्षिणमध्यमायाम् ।
ॐ मों नमः दक्षिणानामिकायाम् ।
ॐ भं नमः दक्षिणकनिष्ठिकायाम् ।
ॐ गं नमः वामकनिष्ठिकायाम् ।
ॐ वं नमः वामानामिकायाम् ।
ॐ तें नमः वाममध्यमायाम् ।
ॐ वां नमः वामतर्जन्याम् ।
ॐ सुं नमः दक्षिणांगुष्ठोर्ध्वपर्वणि ।
ॐ दें नमः दक्षिणांगुष्ठाय पर्वणि ।
ॐ वां नमः वामांगुष्ठोर्ध्वपर्वणि ।
ॐ यं नमः वामांगुष्ठाय पर्वणि ॥

ॐ ॐ नमः हृदये ।
ॐ विं नमः मूर्धनि ।
ॐ षं नमः भ्रुवोर्मध्ये ।
ॐ णं नमः शिखायाम् ।
ॐ वें नमः नेत्रयोः ।
ॐ नं नमः सर्वसन्धिषु ।

ॐ मः अस्त्राय फट् प्राच्याम् ।
ॐ मः अस्त्राय फट् आग्नेयाम् ।
ॐ मः अस्त्राय फट् दक्षिणस्याम् ।
ॐ मः अस्त्राय फट् नैरृत्ये ।
ॐ मः अस्त्राय फट् प्रतीच्याम् ।
ॐ मः अस्त्राय फट् वायव्ये ।
ॐ मः अस्त्राय फट् उदीच्याम् ।
ॐ मः अस्त्राय फट् ऐशान्याम् ।
ॐ मः अस्त्राय फट् ऊर्ध्वायाम् ।
ॐ मः अस्त्राय फट् अधरायाम् ॥

ॐ हरिर्विदध्यान्मम सर्वरक्षां
न्यस्ताङ्घ्रिपद्मः पतगेन्द्रपृष्ठे ।
दरारिचर्मासिगदेषुचापपाशान्दधानोऽष्टगुणोऽष्टबाहुः ॥ १२॥

जलेषु मां रक्षतु मत्स्यमूर्तिर्यादोगणेभ्यो वरुणस्य पाशात् ।
स्थलेषु मायावटुवामनोऽव्यात्
त्रिविक्रमः खेऽवतु विश्वरूपः ॥ १३॥

दुर्गेष्वटव्याजिमुखादिषु प्रभुः
पायान्नृसिंहोऽसुरयूथपारिः ।
विमुञ्चतो यस्य महाट्टहासं
दिशो विनेदुर्न्यपतंश्च गर्भाः ॥ १४॥

रक्षत्वसौ माध्वनि यज्ञकल्पः
स्वदंष्ट्रयोन्नीतधरो वराहः ।
रामोऽद्रिकूटेष्वथ विप्रवासे
सलक्ष्मणोऽव्याद्भरताग्रजोऽस्मान् ॥ १५॥

मामुग्रधर्मादखिलात्प्रमादान्नारायणः पातु नरश्च हासात् ।
दत्तस्त्वयोगादथ योगनाथः
पायाद्गुणेशः कपिलः कर्मबन्धात् ॥ १६॥

सनत्कुमारोऽवतु कामदेवाद्धयशीर्षा मां पथि देवहेलनात् ।
देवर्षिवर्यः पुरुषार्चनान्तरात्
कूर्मो हरिर्मां निरयादशेषात् ॥ १७॥

धन्वन्तरिर्भगवान्पात्वपथ्याद्द्वन्द्वाद्भयादृषभो निर्जितात्मा ।
यज्ञश्च लोकादवताञ्ज्जनान्ताद्बलो गणात्क्रोधवशादहीन्द्रः ॥ १८॥

द्वैपायनो भगवानप्रबोधाद्बुद्धस्तु पाखण्डगणप्रमादात् ।
कल्किः कलेः कालमलात्प्रपातु
धर्मावनायोरुकृतावतारः ॥ १९॥

मां केशवो गदया प्रातरव्याद्गोविन्द आसङ्गवमात्तवेणुः ।
नारायणः प्राह्ण उदात्तशक्तिर्मध्यन्दिने विष्णुररीन्द्रपाणिः ॥ २०॥

देवोऽपराह्ने मधुहोग्रधन्वा
सायं त्रिधामावतु माधवो माम् ।
दोषे हृषीकेश उतार्धरात्रे
निशीथ एकोऽवतु पद्मनाभः ॥ २१॥

श्रीवत्सधामापररात्र ईशः
प्रत्यूष ईशोऽसिधरो जनार्दनः ।
दामोदरोऽव्यादनुसन्ध्यं प्रभाते
विश्वेश्वरो भगवान् कालमूर्तिः ॥ २२॥

चक्रं युगान्तानलतिग्मनेमि
भ्रमत्समन्ताद्भगवत्प्रयुक्तम् ।
दन्दग्धि दन्दग्ध्यरिसैन्यमाशु
कक्षं यथा वातसखो हुताशः ॥ २३॥

गदेऽशनिस्पर्शनविस्फुलिङ्गे
निष्पिण्ढि निष्पिण्ढ्यजितप्रियासि ।
कूष्माण्डवैनायकयक्षरक्षोभूतग्रहांश्चूर्णय चूर्णयारीन् ॥ २४॥

त्वं यातुधानप्रमथप्रेतमातृपिशाचविप्रग्रहघोरदृष्टीन् ।
दरेन्द्र विद्रावय कृष्णपूरितो
भीमस्वनोऽरेर्हृदयानि कम्पयन् ॥ २५॥

त्वं तिग्मधारासिवरारिसैन्यमीशप्रयुक्तो मम छिन्धि छिन्धि ।
चक्षूंषि चर्मञ्छतचन्द्र छादय
द्विषामघोनां हर पापचक्षुषाम् ॥ २६॥

यन्नो भयं ग्रहेभ्योऽभूत्केतुभ्यो नृभ्य एव च ।
सरीसृपेभ्यो दंष्ट्रिभ्यो भूतेभ्योंऽहोभ्य एव च ॥ २७॥

सर्वाण्येतानि भगवन्नामरूपास्त्रकीर्तनात् ।
प्रयान्तु सङ्क्षयं सद्यो ये नः श्रेयःप्रतीपकाः ॥ २८॥

गरुडो भगवान् स्तोत्रस्तोभश्छन्दोमयः प्रभुः ।
रक्षत्वशेषकृच्छ्रेभ्यो विष्वक्सेनः स्वनामभिः ॥ २९ ॥

सर्वापद्भ्यो हरेर्नामरूपयानायुधानि नः ।
बुद्धीन्द्रियमनःप्राणान्पान्तु पार्षदभूषणाः ॥ ३०॥

यथा हि भगवानेव वस्तुतः सदसच्च यत् ।
सत्येनानेन नः सर्वे यान्तु नाशमुपद्रवाः ॥ ३१॥

यथैकात्म्यानुभावानां विकल्परहितः स्वयम् ।
भूषणायुधलिङ्गाख्या धत्ते शक्तीः स्वमायया ॥ ३२॥

तेनैव सत्यमानेन सर्वज्ञो भगवान् हरिः ।
पातु सर्वैः स्वरूपैर्नः सदा सर्वत्र सर्वगः ॥ ३३॥

विदिक्षु दिक्षूर्ध्वमधः समन्तादन्तर्बहिर्भगवान्नारसिंहः ।
प्रहापयँल्लोकभयं स्वनेन
स्वतेजसा ग्रस्तसमस्ततेजाः ॥ ३४॥

Quellen und verwandte Artikel

Siehe auch: Kavacha, Narayana, Vishnu, Nyasa, Bhakti Yoga.

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