Narayana Japa mit dem fünfgliedrigen Ulka Nyasa

Aus Yogawiki

Narayana Japa mit dem fünfgliedrigen Ulka Nyasa verbindet den achtsilbigen Namensmantra mit einem fünfgliedrigen Licht-Nyasa. Vishnu wird als ruhende, tragende göttliche Gegenwart verehrt.

Vishnu-Narayana als tragende göttliche Gegenwart.

Umfang der Anleitung: Redaktionell abgegrenzte innere Sitzung mit dem unten vollständig ausgeschriebenen Nyasa, Dhyana und 108 Japa. Die äußeren Avaranas und weitere Nyasa-Systeme der großen Quellrituale gehören nicht zu dieser Sitzfolge.

Anlass, Voraussetzungen und Material

Für Praktizierende, die in diesen Mantra und die gewählte Nyasa-Form unterwiesen sind. Maßgeblich sind die persönliche Diksha und die Anweisungen des Guru; die Anleitung selbst verleiht keine Einweihung. Benötigt werden ein sauberer Sitz, eine Mala oder andere Zählhilfe und etwa 15 bis 25 Minuten ungestörte Zeit. Ein Bild von Narayana ist möglich. Äußere Opfergaben sind für diese innere Sitzfolge nicht erforderlich.

Das Narayana Sukta vertieft die Verehrung Narayanas durch eine vedische Hymne. Die Panchayatana Puja erläutert die gemeinsame Verehrung von fünf göttlichen Gestalten einschließlich Vishnus. Hier stehen der achtsilbige Narayana-Mantra und der fünfgliedrige Ulka-Nyasa im Mittelpunkt.

1. Vorbereitung und Absicht

Wasche Hände und Gesicht und sitze aufrecht und bequem. Lass den Atem frei fließen. Fasse still den Entschluss, diese Sitzung der göttlichen Gegenwart und der Sammlung zu widmen. Die fünf Lichtformen werden als rituelle Stärkung der gesammelten Gegenwart betrachtet. Der achtsilbige Hauptmantra wird bei der anschließenden Rezitation stets als zusammenhängende Formel gesprochen.

2. Den Mantra kennenlernen

Lies die Formel zunächst mit ihrer Bedeutung. In Schritt 6 wird sie vollständig rezitiert:

oṃ namo nārāyaṇāya

Om. Verehrung Narayana.

3. Seher, Versmaß und Gottheit vergegenwärtigen

Berühre die genannte Stelle und sprich einmal die ganze Formel.

Stelle Vollständige Formel Bedeutung
Scheitel sādhyanārāyaṇāya ṛṣaye namaḥ Verehrung Sadhyanarayana, dem Seher dieses Mantras.
Mundbereich devīgāyatrīcchandase namaḥ Verehrung dem Versmaß Devi-Gayatri.
Herzraum viṣṇave devatāyai namaḥ Verehrung Vishnu-Narayana, der Gottheit dieses Mantras.

4. Den Nyasa ausführen

Führe jede Tabellenzeile einmal aus. Die fünf Flammenbezeichnungen werden mit den fünf Nyasa-Endungen verbunden. Dieser Aufbau hat bewusst fünf Glieder; in ihm wird keine sechste Formel ergänzt.

Handweihung

Berühre die jeweils genannten Finger zuerst an der einen, dann an der anderen Hand mit der freien Hand. Sprich die Formel einmal für das Fingerpaar.

Handlung Vollständige Formel Bedeutung und Funktion
Beide Daumen kruddholkāya aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ Der zornmächtigen Flamme. Den beiden Daumen: Verehrung.
Beide Zeigefinger maholkāya tarjanībhyāṃ svāhā Der großen Flamme. Den beiden Zeigefingern: Darbringung.
Beide Mittelfinger vīrolkāya madhyamābhyāṃ vaṣaṭ Der heldenhaften Flamme. Den beiden Mittelfingern: Rituelle Bekräftigung.
Beide Ringfinger atyulkāya anāmikābhyāṃ huṃ Der überragenden Flamme. Den beiden Ringfingern: Schutzbekräftigung.
Beide kleinen Finger sahasrolkāya kaniṣṭhābhyāṃ phaṭ Der tausendfachen Flamme. Den beiden kleinen Fingern: Abgrenzung.

Körperweihung

Berühre die Körperstellen leicht mit den Fingerspitzen der rechten Hand. Am Herzen genügt der Brustraum. Für die schützende Hülle berühren beide Hände bei gekreuzten Armen die gegenüberliegenden Schultern. Die abschließende Handbewegung macht die Sammlung des umgebenden Raumes anschaulich. Diese einfachen Bewegungshinweise sind die praktische Ausführung dieser Anleitung.

Handlung Vollständige Formel Bedeutung und Funktion
Herzraum kruddholkāya hṛdayāya namaḥ Der zornmächtigen Flamme. Dem Herzen: Verehrung.
Scheitel maholkāya śirase svāhā Der großen Flamme. Dem Haupt: Darbringung.
Hinterer Scheitel, Shikha-Stelle vīrolkāya śikhāyai vaṣaṭ Der heldenhaften Flamme. Der Shikha: rituelle Bekräftigung.
Arme kreuzen, Hände auf die gegenüberliegenden Schultern atyulkāya kavacāya huṃ Der überragenden Flamme. Der schützenden Hülle: Schutzbekräftigung.
Eine sanfte Handbewegung nach außen sahasrolkāya astrāya phaṭ Der tausendfachen Flamme. Der rituellen Schutzkraft: Abgrenzung.

5. Die göttliche Gestalt betrachten

Betrachte Vishnu-Narayana still in der vertrauten vierarmigen Gestalt mit Muschel, Diskus, Keule und Lotus. Lass die vier Attribute die Gegenwart ordnen: Ruf zur Sammlung, Klarheit, tragende Kraft und Entfaltung. Diese knappe Betrachtung ist eine redaktionelle Auswahl vertrauter Vishnu-Merkmale, keine als wörtlich ausgegebene Übersetzung eines besonderen Dhyana-Verses.

Lass das Bild einen Moment lebendig werden. Stelle dir danach nacheinander fünf Gaben vor: angenehmen Duft, eine frische Blüte, duftenden Rauch, eine ruhig leuchtende Lampe und eine Schale guter vegetarischer Speise. Biete jede Gabe im Geist dar und verweile kurz. Für diese stillen Gaben wird keine zusätzliche Formel gesprochen. Die Fünferfolge ist die hier gewählte Ausarbeitung der inneren Verehrung.

6. 108 vollständige Wiederholungen

Sprich leise oder im Geist 108-mal:

oṃ namo nārāyaṇāya

Om. Verehrung Narayana.

Jede ganze Formel zählt einmal. Gehe nach jeder Wiederholung eine Zählperle weiter; die größere Meru-Perle zählt nicht mit. Lass die Aussprache ruhig und deutlich werden, ohne sie an ein Atemanhalten zu binden. Die 108 Wiederholungen sind eine redaktionell gewählte Kurzsitzung nach der allgemeinen Japa-Regel des Mantramahodadhi; besondere große Wiederholungszahlen des Gottheitenabschnitts haben einen anderen rituellen Umfang.

7. Darbringung und Abschluss

Stelle dir die Frucht der Rezitation als Gabe in der rechten Hand des Gottes vor. Sprich:

guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me deva tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||

Du bist der Hüter des Geheimsten. Nimm unsere Rezitation an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.

Führe die Hände vor dem Herzen zusammen und neige den Kopf. Verweile still, lass die bildhafte Betrachtung in der inneren Gegenwart ruhen und öffne die Augen. Nimm eine passende Haltung aus der Sitzung in die nächste Tätigkeit mit: Aufmerksamkeit, Mitgefühl oder Sorgfalt.

Vertiefung

Yoga-Vidya-Vortrag zur beständigen Mantrapraxis. Das Video begleitet das Thema; die konkrete Ritualfolge steht vollständig in diesem Artikel.

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Quellen und redaktionelle Hinweise

Brihat Tantrasara von Kṛṣṇānanda Āgamavāgīśa; verwendet wird die IAST-Projektfassung, Teil 1, auf Grundlage des elektronischen Textes M00013 (Druck Calcutta 1896). Abschnittsinterne Versnummern sind lokale Nummern. Vishnu-/Ashtakshara-Abschnitt, lokale Verse 83–84: Rishi, Versmaß und Gottheit sowie fünf Kara- und fünf Anga-Formeln sind ausgeschrieben. Die Schlussformel gehört zum Astra; der fünfgliedrige Nyasa enthält keinen Augen-Nyasa und keine sechste Handformel. Die zusätzlich folgenden Silben- und umfassenden Körper-Nyasas ab 85 werden nicht als Bestandteil dieser kurzen Sitzfolge beansprucht. Prapanchasara Tantra, traditionell Shankara zugeschrieben; verwendet wird die Sanskrit-IAST-Projektfassung. 19.5 bezeugt ebenfalls einen fünfgliedrigen Ulka-Nyasa, weicht jedoch in der Benennung des vierten Gliedes ab. Die ausgeschriebenen Namensformen dieser Anleitung folgen durchgehend dem Brihat Tantrasara. Die deutschen Namen sind Bildübersetzungen der Flammenbezeichnungen.

Die Sitzungsform verbindet die ausgewählten Quellbestandteile mit der allgemeinen inneren Japa-Praxis in Mantramahodadhi 21.166–170, insbesondere den 108 Wiederholungen in 21.169. Das Darbringungsgebet folgt 22.152. Die Verwendung dieses Rahmens für den besonderen Mantra sowie die alltagstauglichen Berührungs- und Zählhinweise sind redaktionell. Mit den ausgeschriebenen Dativformen werden die in der Quelle genannten Nyasa-Zuordnungen ausführbar gemacht. Die Kurzsitzung beansprucht weder die vollständige äußere Puja noch eine vollständige Purashcharana.