Kshetrapala Nyasa und Japa

Aus Yogawiki

Kshetrapala Nyasa und Japa ehrt Kshetrapala als Hüter des Feldes und des geheiligten Ortes. Die äußere Vorstellung eines bewahrten Raumes unterstützt hier die innere Bereitschaft, während der Praxis aufmerksam und gesammelt zu bleiben.

Shiva als Begleitbild zum shaivischen Ritualzusammenhang Kshetrapalas.

Umfang: Abgeschlossene innere Sitzung mit Dhyana, ausgeschriebenem Nyasa, 108 Japa und Darbringungsgebet.

Anlass, Voraussetzungen und Material

Für Praktizierende, die in diesen Mantra und den hier beschriebenen Nyasa unterwiesen sind. Die persönliche Diksha und die Anleitung des Guru bleiben maßgeblich. Bereite einen sauberen Sitz und eine Mala oder andere Zählhilfe vor; ein Bild der Gottheit ist möglich. Plane etwa 15 bis 25 Minuten ein.

Zur Vertiefung passen Shiva Puja, Shiva Manasa Puja, Mangalacharana. Alle für die hier beschriebene Sitzung erforderlichen Schritte sind unten ausgeschrieben.

1. Vorbereitung und Ausrichtung

Räume den unmittelbaren Übungsplatz frei. Wasche die Hände und setze dich aufrecht und bequem. Vergegenwärtige Kshetrapala. Widme die Sitzung der Hingabe und geistigen Sammlung. Entscheide, dieser Sitzung für ihre Dauer deine ungeteilte Aufmerksamkeit zu geben.

2. Handlungen des Nyasa

Sprich jede Formel einmal vollständig bei der angegebenen Handlung. Die Schlusswörter bezeichnen rituelle Akte; ihre Funktionen werden unmittelbar erläutert.

Körperweihung

Berühre die genannten Körperstellen mit den Fingerspitzen der rechten Hand; für die schützende Hülle kreuze beide Arme. Beim Augen-Nyasa führe die Finger vor die Augen und die Stirnmitte, ohne auf die Augen zu drücken. Die ruhige Handbewegung beim Astra konkretisiert hier die Vorstellung eines geschützten Übungsraumes.

Handlung Vollständige Formel Bedeutung
Herzraum kṣāṃ hṛdayāya namaḥ Kshetrapalas Keimlaut in der jeweiligen Nyasa-Form. Dem Herzen: Verehrung.
Scheitel kṣīṃ śirase svāhā Kshetrapalas Keimlaut in der jeweiligen Nyasa-Form. Dem Haupt: Darbringung.
Hinterer Scheitel, Shikha-Stelle kṣūṃ śikhāyai vaṣaṭ Kshetrapalas Keimlaut in der jeweiligen Nyasa-Form. Der Shikha: Weihe und Bekräftigung.
Gekreuzte Hände auf die gegenüberliegenden Schultern kṣaiṃ kavacāya huṃ Kshetrapalas Keimlaut in der jeweiligen Nyasa-Form. Der schützenden Hülle: Schutzbekräftigung.
Vor beide Augen und die Stirnmitte kṣauṃ netratrayāya vauṣaṭ Kshetrapalas Keimlaut in der jeweiligen Nyasa-Form. Den drei Augen: Weihe und Bekräftigung.
Eine ruhige Handbewegung nach außen kṣaḥ astrāya phaṭ Kshetrapalas Keimlaut in der jeweiligen Nyasa-Form. Der rituellen Schutzwaffe: Abgrenzung.

3. Die göttliche Gestalt betrachten

Vergegenwärtige die folgende Gestalt still. Dieser deutsch beschriebene Dhyana ist eine Betrachtungsanleitung; dabei wird kein zusätzlicher Sanskrittext gesprochen.

Vergegenwärtige Kshetrapala mit wild aufleuchtendem, verfilztem Haar und drei Augen. Sein Glanz ist dunkel wie schwarzes Augenschminkpulver. In seinen kräftigen Armen hält er Keule und Schädelschale. Rote Girlanden und Gewänder leuchten an ihm; der Glockengürtel klingt machtvoll. Weiße Schlangen bilden seine Ohrringe. Betrachte ihn als wachsamen Hüter des Ritualraums.

Verweile für einige natürliche Atemzüge bei dieser Gegenwart. Lege der Gottheit im Geist eine Blüte zu Füßen. Die einzelne innere Blütengabe gestaltet hier den Übergang vom Dhyana zum Japa.

4. Die vollständige Mantra-Rezitation

Rezitiere die folgende vollständige Formel 108-mal leise oder im Geist:

oṃ kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ

Om. Kṣauṃ. Verehrung dem Hüter des Feldes, Kshetrapala. Kṣauṃ ist der zugehörige Keimlaut.

Eine ganze Formel zählt als eine Wiederholung. Bewege danach eine Perle der Mala weiter; die Meru-Perle zählt nicht mit. Atme während der Rezitation natürlich und bleibe bei der Bedeutung der Anrufung.

5. Die Rezitation darbringen

Stelle dir die Frucht deiner Rezitation als Gabe in der rechten Hand des Gottes vor. Sprich einmal:

guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me deva tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||

Du bist der Hüter des Geheimsten. Nimm unsere Rezitation an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.

Falte die Hände vor dem Herzen, neige den Kopf und bleibe einen Augenblick still. Lass die bildhafte Betrachtung im Herzen zur Ruhe kommen. Damit ist diese Sitzung abgeschlossen.

Vertiefung

Yoga-Vidya-Vortrag über Mantra Chaitanya. Das Video ist eine thematische Ergänzung; der konkrete Ablauf richtet sich nach dieser Anleitung.

Siehe auch

Seminare

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Quellen und redaktionelle Hinweise

Brihat Tantrasara von Kṛṣṇānanda Āgamavāgīśa, Sanskrit-IAST-Projektfassung, Teil 1, nach dem elektronischen Text M00013 auf Grundlage des Drucks Calcutta 1896. Die Versnummern gelten innerhalb des jeweils genannten Abschnitts. Kshetrapala-Abschnitt, Verse 17–21: Hauptmantra mit der ausdrücklich erlaubten Einleitung Om in 17, Bija und sechsgliedriger Nyasa in 18, Dhyana in 19. Die Körperformeln lösen die Anweisung zu den sechs Vokalformen des Bija aus. Ausgewählt ist der Körper-Nyasa. Der Dhyana wird als deutsche Betrachtung nach den erkennbaren Bildangaben ausgeführt, da der elektronische Text einen fehlerhaften Wortanschluss bei Girlande und Gewand aufweist. Die anschließend in 22–24 beschriebene Bali-Praxis bildet ein anderes Ritual und gehört nicht zu dieser Japa-Sitzung.

Die Sitzung mit 108 Wiederholungen ist eine redaktionell begrenzte Praxisform. Ihr allgemeiner Japa-Rahmen folgt Mantramahodadhi 21.166–170, besonders 21.169; das Darbringungsgebet folgt 22.151–152. Die weibliche Form des Gebets ist auch im Brihat Tantrasara, allgemeine Puja-Paddhati, Vers 6, belegt. Die größere Purashcharana und die äußeren Avarana-Pujas des jeweiligen Gottheitenkapitels sind nicht Bestandteil dieser Sitzung.