Karmadhvamsin
Karmadhvamsin (Sanskrit: karmadhvamsin m.) = der Zerstörer/Beseitiger des Karma oder durch Taten, Shiva
Der Sanskrit-Ausdruck „karmadhvamsin“ setzt sich aus drei Teilen zusammen:
- „karma“ (Handlung, Tat, das durch Handeln bewirkte Schicksal),
- „dhvamsa“ (Zerstörung, Untergang, Vernichtung) und die Endung „-in“, die jemanden bezeichnet, der etwas besitzt oder verursacht.
Zusammengesetzt bedeutet das Wort sinngemäß „derjenige, durch dessen Handlungen Zerstörung eintritt“ oder „der Zerstörer durch Taten“. Es ist also ein Bezeichner für eine Person oder Kraft, deren Handeln verheerende Folgen hat oder die durch ihre Taten etwas vernichtet.
In yogischen Texten kann karmadhvamsin verschiedene Nuancen tragen. Einerseits kann es moralisch warnend gebraucht werden: jemand, dessen Handlungen Schaden anrichten und somit destruktive Konsequenzen heraufbeschwören — sei es auf persönlicher, sozialer oder kosmischer Ebene. Andererseits lässt sich der Begriff auch im kosmologischen oder metaphysischen Sinn verstehen: Kräfte oder Akteure, deren Wirken notwendige Zerstörung einleitet, etwa jene Prozesse, die Wandel und Transformation durch Auflösung des Alten herbeiführen. In manchen tantrischen oder mythologischen Kontexten wird Zerstörung nicht nur negativ bewertet, sondern als notwendiger Schritt zur Erneuerung oder Reinigung gesehen; „karmadhvamsin“ könnte dann jemanden beschreiben, der durch seine Taten einen Reinigungs- oder Umwandlungsprozess auslöst.
Ein passendes Beispiel aus der indischen Mythologie ist Shiva in seiner Aspektgestalt als Mahakala bzw. als Zerstörer in der Trimurti. Shiva wird oft als derjenige beschrieben, der durch seine Handlungen und seine kosmische Funktion das Alte vernichtet, um Raum für Erneuerung und Transformation zu schaffen — eine Rolle, die gut zur Bezeichnung „karmadhvamsin“ passt.