Jnanarnava Tantra 108 Inspirierende Verse und Mantras
Jnanarnava Tantra – 108 inspirierende Verse und Mantras versammelt 108 unterschiedliche Stellen über die Göttliche Mutter, Mantra, innere Verehrung und Erkenntnis. Die deutschen Übersetzungen folgen dem Muktabodha-Text M00069; die genaue Zuordnung steht in der Konkordanz.
Hauptartikel und deutsche Übersetzung · IAST · Devanagari · 108 inspirierende Verse und Mantras

Die Auswahl folgt der Reihenfolge des Werkes. Einzelne Verse setzen den Gedankengang des jeweiligen Kapitels fort. Aussagen über die Frucht einer Praxis geben die Sicht des Textes wieder. Die Auswahl ist keine Anleitung zur eigenständigen Durchführung von Einweihungsritualen.
108 inspirierende Verse
1. Als Akshamala ist die Matrika in ihrer Lautgestalt bekannt. Sie ist das Klang-Brahman; doch im Japa wird das verehrt, was jenseits des Klanges ist.
2. Die höchste Stätte jenseits des Klanges entzieht sich stets allem Zählen. Erkenne sie als das Wesen des Selbst: Hamsa ist der höchste Herr.
3. Der Brahma-Bindu heißt die Shakti Vama, o große Herrin. Weil sie die Welt aus sich hervorströmen lässt, wird sie Vama genannt.
4. Jyeshtha ist die zu Vishnu gehörende Shakti, die die drei Welten erhält. Darauf folgt Raudri, die höchste Herrin, die alles wieder in sich aufnimmt.
5. Wachen, Träumen und Tiefschlaf entstehen aus den drei Bindus, o Glückverheißende. Der Wachzustand ist als sattvig zu erkennen; er hat ganz das Wesen der Shakti.
6. Der Tiefschlaf ist frei von den Eigenschaften des Körpers und hat das Wesen des Shiva-Tattva. Von Tamas geprägt, verschlingt er das Handeln und trägt die Gestalt der Befreiung.
7. Am Anfang des Schlafes und am Ende des Wachens ist er durch reines Aufleuchten gekennzeichnet. Dieser zur Fülle gelangte Zustand ist Turiya, die höchste Kala.
8. Durch die Vereinigung der drei Bindus trägt sie Namen und Gestalt der Tripura. Sie ist jenseits der Laute und zugleich mit Lauten verbunden: reine Kraft des erkennenden Bewusstseins.
9. Durch die vollständige Verehrung dieser Vidya ist Allwissenheit in mir, o Geliebte. Diese Tripura verehre ich, o Göttin, durch die Akshamala.
10. Sie schenkt eine Redegewandtheit wie die sich überstürzenden Wellen der Ganga. Sie bringt großes Glück hervor und gewährt die hohe Gabe Sarasvatis.
11. Sie ist von großer Schönheit und Anmut, vernichtet den großen Tod und wird von Brahma, Vishnu und dem Herrscher der Götter verehrt. Sie nimmt die Verfehlungen hinweg.
12. Die Göttin umfasst alle heiligen Pilgerstätten und schenkt Gold, Edelsteine und anderes. Sie umfasst alle Welten und bringt alle Welten unter ihren Einfluss.
13. Die Göttin umfasst alle heiligen Stätten und erfüllt den Sinn aller Unternehmungen. Friedvoll schenkt sie die große Befreiung und gewährt höchste Erlösung.
14. Selbst mit Tausenden Millionen Mündern und Hunderten Millionen Zungen kann diese höchste dreisilbige Vidya nicht vollständig gepriesen werden.
15. Frühmorgens erhebe man sich und gedenke im Brahmarandhra des eigenen Gurus. Man werde von der Göttin erfüllt und durch die Fülle seines Lichtes rein.
16. Ishvara sprach: Nachdem auf diese Weise der Nyasa am Körper vollzogen ist, führe man mit gesammeltem Geist die innere Verehrung aus, die unmittelbar von Brahman erfüllt ist.
17. Im Muladhara vergegenwärtige man die Grundvidya, leuchtend wie zehn Millionen Blitze, strahlend wie zehn Millionen Sonnen und fließend wie der Nektar von zehn Millionen Monden.
18. Nach dieser inneren Verehrung vollziehe man die äußere Puja. Nach Osten gewandt sitzend, zeichne man das Chakra nach der überlieferten Anweisung.
19. Weiß wie Milch, Jasmin und Mond, freundlich und heiter, so vergegenwärtige man sie, o Geliebte.
20. Brahma, Vishnu, Rudra, Ishvara und Sadashiva sind die fünf leblosen Gestalten, o Schöne. Sie sind in sich stets unbewegt.
21. Die mütterliche, schöpferische Kraft bei Brahma ist als Vama-Shakti zu erkennen. Brahma selbst ist daher eine leblose Gestalt, daran besteht kein Zweifel.
22. Shiva besitzt hier kein tätiges Vermögen; der Shakti dagegen gehört das Wirken stets zu. Aus der Shakti entsteht die Hervorbringung hunderttausender Welteneier, o Geliebte.
23. Sie heißt Jyeshtha und wird als Vishnu bezeichnet, o große Herrin. Vishnu ist unbewegt; die Vaishnavi-Shakti bewirkt das Durchdringen.
24. Sie erhält die ganze Welt und bringt das Schauspiel des Universums hervor. Eben deshalb ist Vishnu eine leblose Gestalt.
25. Rudra ist die höchste Wirklichkeit, Shiva, ganz unbewegt. Seine Rudra-Shakti nimmt alles in sich auf; sie hat die Gestalt des Tamas.
26. Die drei Gunas befinden sich nicht in Shiva; der höchste Herr ist jenseits der Gunas. Wie könnte der Eigenschaftslose, Unbewegte etwas verschlingen, o Schöne?
27. Ohne Shakti regt sich in Shiva nicht einmal eine innere Neigung, o Göttin. Darum verehre man den Sitz der großen leblosen Gestalten.
28. „Die große Lampe strahlt hell und vertreibt überall die Dunkelheit. Sie ist das Licht außen und innen. Möge diese Lampe angenommen werden.“
29. Auf diese Weise verehre man die höchste Herrin, die auf den fünf Thronen erhoben ist und deren Wesen höchste Glückseligkeit ist.
30. Die Göttin Tripura Bhairavi schenkt großen Reichtum. Eine dieser Vidya ebenbürtige ist in den drei Welten schwer zu finden.
31. Sie ist unmittelbar von der Glückseligkeit Brahmans erfüllt und verleiht umfassende Herrschaft. Ich werde die Meditation über sie erklären, die große Fülle schenkt.
32. Die Göttin bezaubert die drei Welten; ihr Wesen ist das Bewusstsein des höchsten Brahmans. Sie heißt Caitanyabhairavi, Bewusstseins-Bhairavi, die Bewusstheit im ungeteilten Shiva.
33. Sie hält Schlinge, Haken, Buch und Gebetskette. So meditiere man über die Göttin und verehre sie mit geistigen Ehrengaben.
34. Sie heißt Annapurneshvari und schenkt den Rechtschaffenen alle Fülle. Durch diese Vidya wurde Kubera zum Herrn des Reichtums.
35. Annapurna ist unmittelbar die wunscherfüllende Kuh, o Tochter des Berges. Ihr Mantra, das alle Vollendungen schenkt, werde ich erklären.
36. Ishvara sprach: Was die Gestalt des höchsten Brahmans hat, aus Nada und den drei Bindus besteht und Shiva und Shakti umfasst, werde ich dir erklären.

37. Sie durchdringt die Welt und Shiva selbst. Zuvor wurde sie anhand der Gunas erklärt; höre nun von ihrem Wesen als Shiva und Shakti.
38. Durch Anfangs- und Endlaut bin ich das Wesen von allem. Was durch die Matrika-Laute ausgedrückt wird, das alles bin ich, o Herrin.
39. Weil sie Ursache des Hervorgehens ist, heißt sie Shakti. Die Vereinigung offenbart das Selbst durch das Wort „Ich bin Das“.
40. Durch die Vereinigung der drei Bindus ist sie Mahatripurasundari. Als Nada hat die Göttin die Gestalt der Hälfte des Ha-Lautes.
41. Weil Ha Shivas Gestalt ist, ist die große Shakti seine Hälfte und damit die Hälfte des Ha-Lautes.
42. Darum heißt die große Vidya Mahatripurasundari auch Nitya, die Ewige: die höchste Herrin, die Kraft des Bewusstseins.
43. Dieses Chakra hat Meru-Gestalt und wird aus den Lauten der Shri Vidya erschlossen. Es umfasst alle Agamas: So wurde es dir erklärt.
44. Die Vidya umfasst alle Lehrschriften; die Höchste umfasst alle Wege des Yoga. Sie ist die Bewusstheit aller Opfer und die Gestalt aller Erkenntnis.
45. Sie umfasst unmittelbar alle Gottheiten und ist schön durch alles Glück. Durch ihre Verehrung wurde Kama an allen Gliedern schön.
46. Die großen Mantras aller Agamas und die Götter verehren sie; alle Yogas verneigen sich vor der Ewigen, die allein Brahman ist.
47. Selbst Brahma, Vishnu und alle anderen können sie nicht vollständig beschreiben. Die Vierte lässt sich weder mit Worten noch mit Geist oder Verstand ausdrücken.
48. Die Göttin ist unmittelbar Brahman und erscheint als sechzehnsilbige Vidya. Indem ich ihrer allein im Geist gedenke, bin ich Sadashiva.
49. Alle Mantras, die ausgesprochen werden, gehören zur Sprache. Die sechzehnsilbige Shri Vidya ist die Wirklichkeit ohne Aussprache.
50. Obwohl mit Lauten versehen, ist diese Wirklichkeit unmittelbar lautlos. Wie eine von einer Biene besuchte Blume dennoch für Shiva geeignet ist,
51. so bleibt die Wirklichkeit lautlos, auch wenn sie mit Lauten verbunden ist. Das Aussprechen des Mantras ist wie Schreiben auf Wasser.
52. Die sechzehnsilbige Shri Vidya schenkt Genuss und Befreiung. Ohne Unterweisung durch den Guru entsteht gewiss ein Fluch.
53. Allein durch ihre Erkenntnis ist Brahman unmittelbar gegenwärtig. Am Anfang des Tiefschlafs und am Ende des Wachens ist sie reines Aufleuchten.
54. Turiya ist die höchste Kala, welche die Zustände ganz umfasst. Frei von Sein und Nichtsein wird sie als jenseits der Gunas bezeichnet.
55. Leidenschaftslosigkeit, Verlangen nach Befreiung, Geistesruhe und die weiteren Tugenden, ein reiner Geist und die klare Unterscheidung zwischen Wirklichem und Unwirklichem: Dies sind die Kalas Turiyas.
56. Durch die Gnade des Gurus empfangen, gewährt sie umfassende Herrschaft, das Glück der drei Welten und großen Wohlstand.
57. Sie schenkt eine Fülle von Kräften, ausgestattet mit Glück und Gelingen, das Aufgehen im höchsten Brahman und ausgezeichneten Ruhm.
58. Auch die Matrika-Laute gehen der Reihe nach aus Vagbhava hervor. Darum ist sie von Klang-Brahman erfüllt.
59. Unmittelbar Bewusstsein, von der Gestalt der Erkenntnis, schenkt sie Genuss. Ewig gewährt sie große Fülle und hat unmittelbar die Gestalt des Unvergänglichen beziehungsweise der Laute.
60. Er zeige die Mudras: Dadurch wird es zu Brahman. Damit besprenge er sich selbst und die Geräte der Verehrung.
61. Überall sprenge er es aus und betrachte alles als Brahman. Er verehre sich selbst und entferne die störenden Wesen.
62. In der Scheitelöffnung betrachte man die vollständige Vidya, rot leuchtend, Nektar verströmend, sechzehnlautig und großes Glück verleihend.
63. Hat er so seinen Körper durch Nyasa geweiht und mit Mudras umgeben, vollziehe er die innere Verehrung, durch die er selbst unmittelbar zum allgegenwärtigen Herrn wird.
64. Sie bewirkt Entstehung, Bestehen und Auflösung der ganzen Welt. Man meditiere so über die Göttin, dass der Geist unbewegt wird.
65. Augenblicklich wird [der Geist] zum Wohnort der Fülle angeborener Wonne; durch Shivas und Shaktis Kraft hat er Unbewegtheit erlangt.
66. Durch das zu Erkennende, das zu Shambhu gehört, werde man unablässig glücklich. Nach der inneren Verehrung vollziehe man die äußere.
67. Sie ist die Mutter, die alle Gottheiten enthält, schön durch alles Glück, göttlich, alle heiligen Badeorte umfassend und alle Wünsche erfüllend.
68. Sie besteht aus allen Mantras, ist ewig und kundig aller Agamas; die segensreiche Göttin enthält alle heiligen Stätten und alle Vidyas.
69. Sie ist die Vidya aller Opfer, die Gestalt aller Gottheiten, die Ewige aller Lehrschriften, von sämtlichen Agamas verehrt.
70. Sie umfasst alle Überlieferungsrichtungen, wird in allen Heiligtümern verehrt, besteht ganz aus Wonne: tiefgründige Erkenntnis und höchstes Bewusstsein.
71. Nachdem er die Gurureihe verehrt hat, wird er selbst Shri Tripurā. Ein Mensch ohne Gurureihe ist von der Reihe ausgeschlossen.
72. Im Erhaltungs-Chakra verehre er die hervorragende buddhistische Sicht. Nachdem er so alles verehrt hat, erfreue er die Shri Vidya.

73. Man spreche die drei Kutas, die Gestalt aller Vidyas, und verehre [sie] als Gestalt sämtlicher Gottheiten und als alles Seiende.
74. Auch die Chakra-Herrin ist sie selbst: Mahātripurasundarī, die sechzehnlautige Shri Vidya, die als Frucht Erfahrung und Befreiung schenkt,
75. Sie zerschlägt die Fessel des Werdens; erinnert, nimmt sie Verfehlung fort; durch Japa besiegt sie den Tod; meditiert, verwirklicht sie alle Ziele.
76. Verehrt, vernichtet sie Leid, Unglück, Armut und Furcht; durch Feueropfer stillt sie die Menge der Hindernisse, ohne Zweifel.
77. und beginne kundig mit Japa; so tilgt er große Verfehlungen. Man rezitiere laut, flüsternd oder geistig.
78. Lautes Japa erfolgt mit deutlicher Stimme, höchste Herrin; undeutlich hörbares mit sich bewegendem Mund heißt flüsterndes Japa.
79. Er durchdringt den ganzen Körper des Beweglichen wie des Unbeweglichen. Als Hamsa ist er zu erkennen, dessen Spiel das Ein- und Ausatmen ist.
80. „Jiva“, individuelles Leben, heißt er durch die Erscheinung der Täuschung, nicht in letzter Wirklichkeit. Ein- und Ausatmen beruhen auf der Körperlichkeit und gehören insofern zur Täuschung.
81. Wie das Bild des Mondes in Wasser und Milch erscheint, ohne durch den Unterschied von Wasser und Milch befleckt zu werden,
82. und wie sein Bild weder vom Schlamm noch vom Sandelholz befleckt wird, so heißt das, was alles bezeugt, Erkenntnis-Selbst.
83. Selbst, inneres Selbst, höchstes Selbst und Erkenntnis-Selbst sind damit erklärt. Diese bilden die vier Seiten der Opfergrube des Bewusstseins.
84. In das Feuer des Bewusstseins, das das höchste Ichbewusstsein ist und im Licht aller Erkenntnis aufleuchtet, bringe man die mächtige Opfergabe der entfalteten Welt dar.
85. Diese Opfergabe heißt Klang und hat die Gestalt der Matrika, geschmückt mit den Lauten von A bis Ksha. Wenn die Laute darin geopfert sind, tritt das klanglose Brahman hervor.
86. Verdienst und Verfehlung sind die Opfergabe; zu Tuendes und nicht zu Tuendes sind die Opfergabe; Entwurf und Gegenentwurf, Dharma und Adharma sind ebenso die Opfergabe.
87. Wenn der vortreffliche Mantrakenner frei von der entfalteten Welt wird, ist der Übende unmittelbar Sein und Bewusstsein, allein Brahman.
88. In Veden, Lehrschriften und Puranas liegt die Fülle der Erkenntnis verborgen, wie Feuer im Shami-Holz, Schöne.
89. Die Bedeutungen der drei Worte „Das“, „du“ und „bist“ bringen den Faden der Erkenntnis zum Leuchten.
90. In all diesen Lebewesen ist Pashyanti die höchste Grundlage. In das höchste Brahman eingegangen ist sie Para, die höchste Sprache.
91. Diese Duti verehre man dort in Reinheit mit den Blumen des Samadhi. An ihren Gliedern verehre man der Reihe nach die Kalas.
92. Darin verehre man Shakti und verehre Shiva als das Linga des eigenen Selbst. Durch ihr gegenseitiges Wirken entsteht der Geschmack der Glückseligkeit Brahmans.
93. Ebenso besteht in der Erkenntnis von Sein und Bewusstsein Gleichheit gegenüber allen Lebewesen und allen Stoffen, o Tochter des Berges, daran besteht kein Zweifel.
94. Er vollziehe die Übertragung der Weisung, bis Unbewegtheit eintritt. Diese Unbewegtheit ist als der Zustand Shambhus zu erkennen, frei von Leere und Nichtleere.
95. Durch die Meditation über sie entsteht die Festigkeit des Geistes, die Unmani heißt. In der Darstellung der Brahman-Erkenntnis ist der Geist ein Vogel, dessen Schnabel das Verlangen ist.
96. Die siebzehnte Kala ist frei von allen Gedankenentwürfen. Sie heißt Unmani und schneidet die Fessel des Werdens ab.
97. Deshalb vollziehe man die Übertragung durch den Blick. Danach verbinde man das Mitgeteilte mit Aussagen wie „Das bist du“.
98. Ebenso nimmt die Berührung der Guru-Hand die Eisenhaftigkeit der durch die Weltentfaltung bedingten Befleckung hinweg und macht daraus Gold.
99. Der Guru nehme Blumen und Früchte in die Hand und lege sie auf das Brahmarandhra. Dadurch wird mit der Hand der Sinn der Aussage vermittelt: „Du bist eben Brahman.“
100. Wie Salz sich im Wasser auflöst, so gehe der Geist zu Füßen des ehrwürdigen Gurus auf, o Geliebte.
101. Dann darf aus Mitgefühl die große sechzehnsilbige Vidya gegeben werden, ob in Verbindung mit Lauten oder in ihrem lautlosen Sein.
102. Wie im Himmelsraum durch Täuschung Bläue gesehen wird, so sind in der Shri Vidya die Laute vorhanden, o Herrin der Götter.
103. So erkenne die große sechzehnsilbige Vidya: Sie ist das höchste Selbst und hat die Gestalt des Pulsierens des Universums.
104. In Gestalt von Ein- und Ausatmung ereignet sich bei Tag und Nacht 21.600-mal der Klang-Japa des Hamsa.
105. Als Strömen durchdringt sie alles und ist überall gegenwärtig. Als das Selbst ist Ajapa zu erkennen, deren Gestalt Sonne und Mond sind.
106. Frei von Weltentfaltung und gesondertem Erscheinungsbild, allein die wahre Kraft Brahmans: So heißt die höchste sechzehnsilbige Vidya „Shri Vidya“.
107. Die Lautreihe der Shri Vidya ist Bewusstsein im höchsten Brahman, wie Salz, im Wasser aufgelöst, darin gegenwärtig bleibt.
108. Darum erkenne sie als von Brahman erfüllt und in allen Lehrschriften gegenwärtig.
Konkordanz der 108 Verse
| Auswahl | Fundstelle im Jnanarnava Tantra |
|---|---|
| 1 | 1.9 |
| 2 | 1.10 |
| 3 | 1.14 |
| 4 | 1.15 |
| 5 | 1.19 |
| 6 | 1.21 |
| 7 | 1.24 |
| 8 | 1.27 |
| 9 | 1.28 |
| 10 | 2.6 |
| 11 | 2.7 |
| 12 | 2.8 |
| 13 | 2.9 |
| 14 | 2.10 |
| 15 | 2.14 |
| 16 | 3.1 |
| 17 | 3.2 |
| 18 | 3.5 |
| 19 | 3.36 |
| 20 | 4.14 |
| 21 | 4.15 |
| 22 | 4.16 |
| 23 | 4.18 |
| 24 | 4.19 |
| 25 | 4.20 |
| 26 | 4.21 |
| 27 | 4.27 |
| 28 | 5.4 |
| 29 | 5.47 |
| 30 | 6.6 |
| 31 | 6.7 |
| 32 | 6.19 |
| 33 | 8.7 |
| 34 | 9.14 |
| 35 | 9.16 |
| 36 | 10.2 |
| 37 | 10.3 |
| 38 | 10.5 |
| 39 | 10.7 |
| 40 | 10.8 |
| 41 | 10.9 |
| 42 | 10.10 |
| 43 | 10.103 |
| 44 | 11.12 |
| 45 | 11.13 |
| 46 | 12.23 |
| 47 | 12.25 |
| 48 | 12.26 |
| 49 | 13.7 |
| 50 | 13.8 |
| 51 | 13.9 |
| 52 | 13.10 |
| 53 | 13.24 |
| 54 | 13.25 |
| 55 | 13.26 |
| 56 | 13.39 |
| 57 | 13.41 |
| 58 | 13.46 |
| 59 | 13.50 |
| 60 | 14.29 |
| 61 | 14.30 |
| 62 | 14.36 |
| 63 | 15.69 |
| 64 | 16.4 |
| 65 | 16.5 |
| 66 | 16.13 |
| 67 | 16.27 |
| 68 | 16.28 |
| 69 | 16.29 |
| 70 | 16.30 |
| 71 | 16.66 |
| 72 | 16.134 |
| 73 | 16.195 |
| 74 | 16.196 |
| 75 | 19.3 |
| 76 | 19.4 |
| 77 | 20.5 |
| 78 | 20.6 |
| 79 | 21.5 |
| 80 | 21.6 |
| 81 | 21.21 |
| 82 | 21.22 |
| 83 | 21.23 |
| 84 | 21.25 |
| 85 | 21.26 |
| 86 | 21.27 |
| 87 | 21.33 |
| 88 | 22.21 |
| 89 | 23.4 |
| 90 | 23.12 |
| 91 | 23.13 |
| 92 | 23.26 |
| 93 | 23.33 |
| 94 | 24.21 |
| 95 | 24.29 |
| 96 | 24.36 |
| 97 | 24.38 |
| 98 | 24.41 |
| 99 | 24.42 |
| 100 | 24.68 |
| 101 | 24.69 |
| 102 | 24.70 |
| 103 | 24.78 |
| 104 | 24.79 |
| 105 | 24.80 |
| 106 | 24.87 |
| 107 | 24.95 |
| 108 | 24.96 |
Die folgenden Einträge unterscheiden ausgeschriebene Lautfolgen, ausdrücklich beschriebene Anrufungen und als Ganzes zitierbare Darbringungsverse. Wo der Text eine Formel nur durch Lautchiffren beschreibt, wird keine ungesicherte Rekonstruktion hinzugefügt. Bei den kurzen Anrufungen in 4.73–75 und 9.41 ist die verlangte grammatische Form eingesetzt; dies ist jeweils angegeben.
Die Übersicht dient dem Textverständnis. Die Schrift selbst bindet die speziellen Vidyas an Guru und Diksha (13.10; 13.38; 24.60–69). Für die eigene allgemeine Japa-Praxis empfiehlt sich ein vertrautes, bereits zum persönlichen Weg gehörendes Mantra.
Hamsa
IAST: haṃsaḥ
Devanagari: हंसः
Fundstellen: 1.10; 21.5; 24.79–80.
Göttlicher Bezug: Parameshvara, das Selbst; im Zusammenhang von Kapitel 24 Shri Vidya.
Bedeutung und Funktion: „Hamsa“ bedeutet wörtlich Gans beziehungsweise Schwan. Der Text verwendet das Bild als Bezeichnung des Selbst und verbindet den Hamsa-Japa mit Ein- und Ausatmung. Die hier wiedergegebene Form haṃsaḥ steht so im Text; sie wird nicht aus einer verschlüsselten Formel ergänzt.
Spirituelle Einordnung: Der Atem erscheint als Träger beständiger Gotteserinnerung. Die traditionelle Tageszahl 21.600 ist keine Atemvorgabe für eine Übung.
Soham
IAST: so'haṃ
Devanagari: सोऽहं
Fundstellen: 10.7; 21.18.
Göttlicher Bezug: Das eigene Selbst in seiner Beziehung zur höchsten Wirklichkeit.
Bedeutung und Funktion: „Ich bin Das.“ Die Lautfolge steht ausdrücklich im Text und wird mit dem Erkennen des Selbst verbunden. Die Endschreibung mit Anusvara folgt der im E-Text verwendeten Form.
Spirituelle Einordnung: Die Aussage soll die Begrenzung auf das gewöhnliche Ichverständnis öffnen. Sie ist keine Behauptung persönlicher Überlegenheit.
Hasauh im Yantra
IAST: hasauḥ
Devanagari: हसौः
Fundstelle: 3.16.
Göttlicher Bezug: Tripureshvari im dort beschriebenen Yantra.
Bedeutung und Funktion: Die Folge ist ausdrücklich als in das Dreieck einzuschreibender Laut genannt. Für dieses Bija wird keine wörtliche Übersetzung erfunden.
Spirituelle Einordnung: Der Beleg zeigt, dass Mantra und Yantra zusammengehören. Eine Anweisung zum Einschreiben ist noch keine allgemeine Aufforderung, daraus eine selbstständige Japa-Praxis zu machen.
Anrufung Batukas
IAST: vāṃ baṭukāya namaḥ
Devanagari: वां बटुकाय नमः
Fundstelle: 4.73.
Göttlicher Bezug: Batuka.
Bedeutung und Funktion: „Verehrung dem Batuka“, mit vorangestelltem Bija vāṃ. Der Vers nennt das Bija und die Anrufung ausdrücklich nacheinander. Der lange Vokal wird nach der Vorlage bewahrt.
Spirituelle Einordnung: Die Anrufung gehört zur Verehrung des umgebenden Gottheitenkreises.
Anrufung der Yoginis
IAST: yāṃ yoginībhyo namaḥ
Devanagari: यां योगिनीभ्यो नमः
Fundstelle: 4.74.
Göttlicher Bezug: Die Yoginis.
Bedeutung und Funktion: „Verehrung den Yoginis“, mit dem Bija yāṃ. Die Bestandteile werden im Vers ausdrücklich genannt.
Spirituelle Einordnung: Die Verehrung erfasst die Kräfte des göttlichen Gefolges. Diese kurze Anrufung ist von der ausführlicheren, teilweise verschlüsselten Bali-Formel in 5.34–35 zu unterscheiden.
Anrufung Kshetrapalas
IAST: kṣāṃ kṣetrapālāya namaḥ
Devanagari: क्षां क्षेत्रपालाय नमः
Fundstelle: 4.74.
Göttlicher Bezug: Kshetrapala, der Hüter des Feldes beziehungsweise heiligen Bezirks.
Bedeutung und Funktion: „Verehrung dem Hüter des Feldes“, mit dem Bija kṣāṃ. Bija, Gottheitsname im Dativ und Abschluss sind im Vers angegeben.
Spirituelle Einordnung: Der heilige Raum wird als behüteter Raum der Sammlung angesprochen.
Anrufung Ganapatis
IAST: gāṃ gaṇapataye namaḥ
Devanagari: गां गणपतये नमः
Fundstelle: 4.75.
Göttlicher Bezug: Ganapati, Ganesha.
Bedeutung und Funktion: „Verehrung dem Ganapati“, mit dem ausdrücklich genannten Bija gāṃ. Der Vers verlangt, den Namen in den Dativ zu setzen und namaḥ anzuschließen; diese grammatische Anweisung ist hier ausgeführt.
Spirituelle Einordnung: Die im Werk tatsächlich stehende lange Vokalform wird bewahrt und nicht stillschweigend durch eine geläufigere Form ersetzt.
Mantra zur Darbringung des Räucherwerks
IAST:
vanaspatirasotpanno gandhāḍhyo dhūpa uttamaḥ |
āghreyaḥ sarvadevānāṃ dhūpo'yaṃ pratigṛhyatām ||
Devanagari:
वनस्पतिरसोत्पन्नो गन्धाढ्यो धूप उत्तमः ।
आघ्रेयः सर्वदेवानां धूपोऽयं प्रतिगृह्यताम् ॥
Fundstelle: 5.2, zweiter Halbvers, bis 5.3, erster Halbvers.
Göttlicher Bezug: Die verehrte Göttin Tripureshvari; die Formel nennt zugleich alle Gottheiten.
Bedeutung: „Aus dem Saft der Bäume entstanden, reich an Duft, ist dies vorzügliches Räucherwerk, bestimmt für alle Gottheiten. Möge dieses Räucherwerk angenommen werden.“
Funktion: Der Text bezeichnet diesen zusammenhängenden Abschnitt ausdrücklich als Mantra zur Darbringung des Duftes.
Spirituelle Einordnung: Die Gabe spricht die Sinne an und richtet sie auf die Verehrung aus.
Mantra zur Darbringung des Lichtes
IAST:
suprakāśo mahādīpaḥ sarvatra timirāpahaḥ |
sabāhyābhyantaraṃ jyotirdīpo'yaṃ pratigṛhyatām ||
Devanagari:
सुप्रकाशो महादीपः सर्वत्र तिमिरापहः ।
सबाह्याभ्यन्तरं ज्योतिर्दीपोऽयं प्रतिगृह्यताम् ॥
Fundstelle: 5.4; als Lampenmantra erläutert in 5.5.
Göttlicher Bezug: Die verehrte Göttin.
Bedeutung: „Die große Lampe strahlt hell und vertreibt überall die Dunkelheit. Sie ist das Licht außen und innen. Möge diese Lampe angenommen werden.“
Funktion: Begleitung der Lichtdarbringung. Der Text sieht die Verbindung mit der vorausgehenden Vidya vor; diese wird hier nicht ergänzend rekonstruiert.
Spirituelle Einordnung: Das äußere Licht wird ausdrücklich mit dem inneren Licht verbunden.
Anrufung Narayanas
IAST: oṃ namo nārāyaṇāya
Devanagari: ॐ नमो नारायणाय
Fundstelle: 9.41–42.
Göttlicher Bezug: Narayana im Verehrungskreis der Annapurna.
Bedeutung und Funktion: „Om, Verehrung dem Narayana.“ Der Text nennt oṃ namaḥ und verlangt den Dativ von Narayana; hier sind Dativ und reguläre Lautverbindung ausgeführt.
Spirituelle Einordnung: Der Beleg veranschaulicht, dass innerhalb dieses Göttinnenrituals auch Narayana seinen bestimmten Platz hat.
Verbindung des inneren und äußeren Feuers
IAST: āṃ so'haṃ
Devanagari: आं सोऽहं
Fundstelle: 20.83.
Göttlicher Bezug: Erkenntnisfeuer und äußeres Opferfeuer im Schoß Kāmeśvarīs.
Bedeutung und Funktion: Die Folge steht ausdrücklich als „āṃsoham“ im Sanskrittext. Das Bija āṃ erhält keine erfundene Wortübersetzung; so’ham bedeutet „Ich bin Das“. Die Formel begleitet das Zusammenführen von innerem und äußerem Feuer. Sie ist ein ausgeschriebener Bestandteil der längeren, in 20.83–84 beschriebenen Handlung; die vorausgehende Grundvidya wird nicht ergänzt.
Spirituelle Einordnung: Das Feuer wird zugleich als sichtbare Flamme und als Erkenntnis betrachtet. Die Darstellung erklärt einen Textzusammenhang, keine eigenständige Homa-Praxis.
Verehrung der Gurus
IAST: gurubhyo namaḥ
Devanagari: गुरुभ्यो नमः
Fundstelle: 16.63–64.
Göttlicher Bezug: Die Gurus als Träger der Überlieferung.
Bedeutung und Funktion: „Verehrung den Gurus.“ Die Formel ist ausdrücklich ausgeschrieben. Sie gehört zur allgemeinen Gurureihe für Schüler, denen die einzelnen Guru-Namen nicht bekannt sind.
Spirituelle Einordnung: Dankbarkeit richtet sich auf die Weitergabe von Erkenntnis und Praxis. Der Text verbindet die Verehrung der Gurureihe mit dem inneren Gegenwärtigwerden Tripurās (16.66).
Verehrung der Fußsymbole
IAST: pādukābhyo namaḥ
Devanagari: पादुकाभ्यो नमः
Fundstelle: 16.63.
Göttlicher Bezug: Die Padukas der Gurus, die ihre Gegenwart und Unterweisung vertreten.
Bedeutung und Funktion: „Verehrung den Fußsymbolen beziehungsweise Sandalen.“ Der Text schreibt diese kurze Formel aus und setzt sie nach der Guru-Anrufung ein.
Spirituelle Einordnung: Die äußeren Symbole verweisen auf das Empfangen und Verwirklichen einer Unterweisung.
Verehrung der Lehrer
IAST: ācāryebhyo namaḥ
Devanagari: आचार्येभ्यो नमः
Fundstelle: 16.64.
Göttlicher Bezug: Die Acharyas der Überlieferung.
Bedeutung und Funktion: „Verehrung den Lehrern.“ Die Formel ist im Vers ausdrücklich als zu sprechende Anrufung genannt.
Spirituelle Einordnung: Die Verehrung gilt der lehrenden und weitergebenden Funktion innerhalb des spirituellen Weges.
Ausdrücklich beschriebene, hier nicht rekonstruierte Vidyas
Die Volltexte enthalten zahlreiche weitere Mantraangaben. Die folgenden besonders wichtigen Fälle werden als Textbefund benannt, ohne fehlende oder verschlüsselte Silben aufzufüllen:
- Bala-Vidya, 2.4–5: Aufbau durch verschlüsselte Lautnamen. Eine verbreitete Bala-Formel wird nicht allein aufgrund ihrer Bekanntheit als ausgeschriebenes Zitat dieser Verse ausgegeben.
- Göttinnen-Gayatri, 2.19–20: Die Sanskritteile vāgīśvari ca vidmahe, kāmeśvari ca dhīmahi und tannaḥ śaktiḥ pracodayāt sind genannt; die vorangestellten Bijas werden über ihre Stellung in der Grundvidya bezeichnet. Deshalb wird hier keine vollständige Rezitationsfassung rekonstruiert.
- Lebenseinsetzung, 2.34–35: Der Text verbindet die Lautchiffre „Mundkreis“ mit umgekehrtem Hamsa. Diese Anweisung bleibt eine beschriebene Formel.
- Aghora-Vidya, 7.15–17: Wortfolgen und Bija-Anweisungen werden kombiniert; die abschließende Lautfolge ist auffällig. Keine stillschweigende Korrektur.
- Annapurna-Vidya, 9.17–18: Der Aufbau wird durch Bija-Namen und Anrufungsworte erläutert. Die genannte Silbenzahl ersetzt keine Prüfung der einzelnen Bestandteile.
- Kubjika-Vidya, 9.62–66: Die Vorlage enthält auffällige Lautfolgen und Varianten innerhalb der Beschreibung. Sie wird nicht zu einer scheinbar sicheren Formel geglättet.
- Shodashi, Kapitel 13: Die Vidya wird mit Bewusstseinszuständen und mehreren Mantraformen verbunden. Der Text betont dabei die persönliche Weitergabe durch den Guru.
- Ānandabhairava und Ānandabhairavī, 14.13–16: Komplexe Lautchiffren mit Änderungen einzelner Bestandteile; keine gesicherte ausgeschriebene Gesamtformel.
- Redegöttinnen und Yoginis, 14.47–57 und 14.95–103: Bija-, Alphabet- und Gottheitszuordnungen; einzelne Lautanweisungen sind beschädigt oder mehrdeutig.
- Nitya-Vidyas, 15.1–35: Kāmeśvarī, Bhagamālinī, Nityaklinnā, Bheruṇḍā, Vahnivāsinī, Mahāvidyeśvarī, Śivadūtī, Tvaritā, Kulasundarī, Nityā, Nīlapatākinī, Vijayā, Sarvamaṅgalā, Jvālāmālinī und Vicitrā werden durch Worte und Bija-Chiffren beschrieben. Die Bezeichnungen und Lesarten dieser Fassung werden nicht durch geläufigere Fassungen ersetzt.
- Fünf Fünfergruppen, 16.82–111: Unter anderem Lakshmi-, Mahalakshmi-, Triputa-, Siddhalakshmi-, Matangi-, Bhuvaneshvari- und Varahi-Vidyas. Die teilweise fraglichen Lesungen erlauben keine durchgehend gesicherte Rekonstruktion.
- Agni-Anrufung, 20.87–88: Der Wortteil „vaiśvānara jātaveda ihāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya“ wird von bezeichneten Anfangs- und Schlussbestandteilen umrahmt. Hier wird daraus keine ergänzte Rezitationsformel hergestellt.
- Shiva-Vidya, 22.60: Die Zeile enthält „namaḥ śivāya“ neben Tāra, Bhuvaneśānī und der Anrede Mahātripurasundarī. Die zugleich genannte Zehnsilbigkeit passt nicht ohne Weiteres zur gesamten Wortfolge; deshalb bleibt die Gesamtformel offen.
- Inneres Feueropfer, 21.29–32: Zwei Darbringungsformeln verbinden Grundvidya, Geist, Sushumna und das Feuer des Selbst. Die Grundvidya wird nicht ergänzend eingesetzt.
Die Verse im Alltag bewegen
Wähle eine verständliche Stelle, lies sie langsam und lasse danach einen Augenblick Stille entstehen. Frage dich, welche Haltung sie in dir ansprechen kann. Das kann Dankbarkeit sein, Aufmerksamkeit beim Japa, die Wertschätzung des Körpers oder Gleichgesinntheit gegenüber einem Menschen, der dir zunächst fremd erscheint.
Die Auswahl ersetzt weder das Lesen des Zusammenhangs noch eine persönliche Unterweisung. Ihre Aufgabe ist es, den Zugang zu einem Werk zu öffnen, das Mantra, Shakti und Erkenntnis immer wieder zusammenführt.
Als ergänzende heutige Übung: Chakra-Energie-Meditation mit Sukadev.
Textgrundlage
Muktabodha Indological Research Institute, Jñānārṇavatantra, M00069; Edition Sudhakar Malaviya, Datenerfassung unter Leitung von Mark S. G. Dyczkowski, elektronische Veröffentlichung 2007. Die Sanskritfassung nennt CC BY-NC 4.0 als Nutzungsbedingungen. Die deutschen Übersetzungen stammen aus der begleitenden vollständigen Übersetzung. Die Konkordanz enthält genau 108 unterschiedliche Fundstellen.
Siehe auch
- Jnanarnava Tantra
- Sri Vidya
- Tripurasundari
- Shakti
- Guru
- Diksha
- Mantra
- Japa
- Ajapa Japa
- Nyasa
- Dhyana
- Jnana
- Moksha