Gopala Trageyantra Herstellung nach dem Brihat Tantrasara

Aus Yogawiki

Gopala Trageyantra Herstellung nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um das bezeichnete Yantra als eigenen Ritualträger vorzubereiten.

Vorbereitung und Ritualmittel

Der im eigenen Abschnitt benannte Träger, Schreibgerät und geeignete Schreibstoffe.

Umfang und Überlieferung

Die Trageyantras sind nicht mit den Puja-Yantras derselben Gottheit gleichzusetzen. Die nur genannten Abbildungen sind in den Textdateien nicht enthalten; unsichere Laut- oder Linienangaben bleiben gekennzeichnet.

Durchführung

  1. Wähle einen der im Text zugelassenen Träger und bereite die Schrift nach den zugehörigen Lautangaben vor. Die Bezugsperson wird an der ausdrücklich genannten Stelle eingetragen.
  2. Errichte nacheinander die Feuerumfassungen und die Lotuskränze mit zehn, sechzehn und zweiunddreißig Blättern. Jede Ebene erhält die ausdrücklich dafür bezeichnete Mantraform.
  3. Befolge die im eigenen Beleg beschriebene Weihe, Umhüllung und Trageweise. Die Regeln zu Schreibstoff und unbrauchbaren Yantras P5-0263 stehen als Ergänzung darunter.

Sanskrit und deutsche Übersetzung

P5-0256 · 11 (Auszug)
atha gopālayantram :
piṇḍaṃ mūlena vītaṃ dahanapurayuge koṇarājat-ṣaḍarṇaṃ,
kuryātpadmaṃ daśārṇasphuritadaśadalaṃ kāmabījena vītam |
padmaṃ kiñjalkasaṃsthaṃ smaravikṛtidalaprollasatṣoḍaśārṇaṃ,
kiñjalkavyañjanāḍhyaṃ vikṛtiyugadaleṣvarpitānuṣṭuvarṇam |
pāśāṃkuśābhyāmāvītaṃ kṣuṇīpurayugāśriṣu |
aṣṭākṣareṇa lasitaṃ yantraṃ gopāladaivatam |
dharmārthakāmaphaladaṃ sarvarakṣākaraṃ param |
pañcāntako dharāsaṃstho manurinduvibhūṣitaḥ |
piṇḍabījamidaṃ proktaṃ sarvasiddhikaraṃ param |
smaraḥ kṛṣṇāya ṭhadvandvaṃ ṣaḍarṇo manurīritaḥ |
gopojanānte pravadedvallabhāyāgnivallabhā |
ayaṃ daśākṣaro mantroḥ dṛṣṭādṛṣṭaphalapradaḥ |
praṇavaṃ hṛdayaṃ kṛṣṇaṃ ṅe'ntamuktvā tataḥ param |
tādṛśaṃ devakīputraṃ huṃ-phaṭ-svāhā samanvitam |
ṣoḍaśākṣaramantro'yaṃ govindasya samīritaḥ |
piṇḍaṃ ratipaterbījaṃ namo bhagavate tataḥ |
nandaputrāya bālādivapuṣe śyāmalāya ca |
gopījanapadasyānte vallabhāya dviṭhāvadhiḥ |
anuṣṭupmantra ākhyāto gopālasya jagatpateḥ |
anaṅgaḥ kṛṣṇagovindau ṅe'ntāvaṣṭākṣarī manuḥ
|| 11 ||

Nun das Gopāla-Yantra. Man setzt Piṇḍa, vom Wurzelmantra umgeben, in zwei Feuerumfassungen, mit dem sechssilbigen [Mantra] an den Ecken. Man zeichnet einen zehnblättrigen Lotus, dessen Blätter von dem zehnsilbigen [Mantra] strahlen, und umgibt ihn mit dem Kāma-Bīja; ferner einen Lotus, dessen Staubfäden [damit] besetzt sind und auf dessen sechzehn Blättern das sechzehnsilbige [Mantra] leuchtet. Die Staubfäden sind reich an Konsonanten; auf die zwei mal sechzehn Blätter setzt man die Laute des Anuṣṭubh. Von Schlinge und Stachelstock umgeben und mit dem achtsilbigen [Mantra] an den Ecken der beiden Erdumfassungen ist dies das Yantra mit Gopāla als Gottheit. Es gewährt Dharma, Wohlstand und Begehren und allen höchsten Schutz. Pañcāntaka auf Dharā, mit Manu und dem Mond geschmückt, wird als Piṇḍa-Bīja bezeichnet und bewirkt alle höchste Vollendung. Smara, „kṛṣṇāya“ und das doppelte ṭha [svāhā] bilden das sechssilbige Mantra. Nach „gopojana“ spricht man „vallabhāya“ und die Gemahlin des Feuers [svāhā]; dies ist das zehnsilbige Mantra, das sichtbare und unsichtbare Frucht gewährt. Man spricht Praṇava, Hṛdaya [namaḥ], Kṛṣṇa im Dativ, dann ebenso „devakīputra“, verbunden mit „huṃ phaṭ svāhā“; dies ist Govindas sechzehnsilbiges Mantra. Piṇḍa, die Keimsilbe des Herrn Ratis, dann „namo bhagavate nandaputrāya“, „bāla … vapuṣe śyāmalāya“, danach „gopījana … vallabhāya“, endend auf das doppelte ṭha: Dies heißt das Anuṣṭubh-Mantra Gopālas, des Herrn der Welt. Anaṅga, Kṛṣṇa und Govinda, beide Namen im Dativ, bilden das achtsilbige Mantra. Übersetzbare Anrufungen: „Kṛṣṇa“, „Geliebter der Hirten beziehungsweise Hirtinnen“, „Sohn Devakīs“, „erhabener Sohn Nandas“, „von kindlicher Gestalt, Dunkelfarbiger“, „Govinda“. [Die verschlüsselten Bīja-Bezeichnungen bleiben unaufgelöst; gopojana, kṣuṇī und weitere Formen sind beschädigt.]


Ergänzungen zu ausdrücklichen Rückverweisen

Die folgenden Stellen erläutern die im Ablauf vorausgesetzten Mantras oder Teilhandlungen. Sie bilden hier keine zusätzliche, vollständig zu wiederholende Puja.

P5-0263 · 17
atha yantralekhanadravyam :
kāśmīra-rocanā-lākṣā-mṛgebhamada-candanaiḥ |
vilikheddhemalekhanyā yantrāṇi tāni deśikaḥ |
bhūmispṛṣṭaṃ śavaspṛṣṭaṃ dagdhaṃ nirmālyasaṅgatam |
vidīrṇaṃ laṅghitaṃ mantrī yantraṃ naiva ca dhārayet |
sauvarṇe rājate pātre bhūrje vā samyagālikhet |
athavā tāmrapaṭṭena guṭikīkṛtya dhārayet |
yāvajjivantu sauvarṇe raupye viṃśativārṣikām |
bhūrje dvādaśavarṇāni tadarddhaṃ tāmrapaṭṭake
|| 17 ||

Nun die Substanzen zum Schreiben der Yantras. Der Lehrer soll diese Yantras mit einem goldenen Stift und Safran, Rocanā, Lack, Moschus, Elefantenbrunstsaft und Sandelholz schreiben. Ein Yantra, das den Boden oder einen Leichnam berührt hat, verbrannt, mit gebrauchten Opfergaben in Berührung gekommen, zerrissen oder überschritten worden ist, soll der Mantrakundige nicht tragen. Man schreibt es sorgfältig auf eine goldene oder silberne Platte oder auf Birkenrinde; oder man schließt es in ein Kupferplättchen ein und trägt es als Kapsel. Auf Gold [gilt es] lebenslang, auf Silber zwanzig Jahre, auf Birkenrinde zwölf Jahre, auf Kupfer die Hälfte davon. [Die Vorlage liest dvādaśavarṇāni, „zwölf Buchstaben“, an einer Stelle, die offenbar eine Zeitdauer angibt; diese Unsicherheit bleibt vermerkt.]


Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.

P5-0256 · 11 (Auszug)
अथ गोपालयन्त्रम् :
पिण्डं मूलेन वीतं दहनपुरयुगे कोणराजत्-षडर्णं,
कुर्यात्पद्मं दशार्णस्फुरितदशदलं कामबीजेन वीतम् ।
पद्मं किञ्जल्कसंस्थं स्मरविकृतिदलप्रोल्लसत्षोडशार्णं,
किञ्जल्कव्यञ्जनाढ्यं विकृतियुगदलेष्वर्पितानुष्टुवर्णम् ।
पाशांकुशाभ्यामावीतं क्षुणीपुरयुगाश्रिषु ।
अष्टाक्षरेण लसितं यन्त्रं गोपालदैवतम् ।
धर्मार्थकामफलदं सर्वरक्षाकरं परम् ।
पञ्चान्तको धरासंस्थो मनुरिन्दुविभूषितः ।
पिण्डबीजमिदं प्रोक्तं सर्वसिद्धिकरं परम् ।
स्मरः कृष्णाय ठद्वन्द्वं षडर्णो मनुरीरितः ।
गोपोजनान्ते प्रवदेद्वल्लभायाग्निवल्लभा ।
अयं दशाक्षरो मन्त्रोः दृष्टादृष्टफलप्रदः ।
प्रणवं हृदयं कृष्णं ङेऽन्तमुक्त्वा ततः परम् ।
तादृशं देवकीपुत्रं हुं-फट्-स्वाहा समन्वितम् ।
षोडशाक्षरमन्त्रोऽयं गोविन्दस्य समीरितः ।
पिण्डं रतिपतेर्बीजं नमो भगवते ततः ।
नन्दपुत्राय बालादिवपुषे श्यामलाय च ।
गोपीजनपदस्यान्ते वल्लभाय द्विठावधिः ।
अनुष्टुप्मन्त्र आख्यातो गोपालस्य जगत्पतेः ।
अनङ्गः कृष्णगोविन्दौ ङेऽन्तावष्टाक्षरी मनुः
॥ ११ ॥

P5-0263 · 17
अथ यन्त्रलेखनद्रव्यम् :
काश्मीर-रोचना-लाक्षा-मृगेभमद-चन्दनैः ।
विलिखेद्धेमलेखन्या यन्त्राणि तानि देशिकः ।
भूमिस्पृष्टं शवस्पृष्टं दग्धं निर्माल्यसङ्गतम् ।
विदीर्णं लङ्घितं मन्त्री यन्त्रं नैव च धारयेत् ।
सौवर्णे राजते पात्रे भूर्जे वा सम्यगालिखेत् ।
अथवा ताम्रपट्टेन गुटिकीकृत्य धारयेत् ।
यावज्जिवन्तु सौवर्णे रौप्ये विंशतिवार्षिकाम् ।
भूर्जे द्वादशवर्णानि तदर्द्धं ताम्रपट्टके
॥ १७ ॥

Quellen und Textstand

  • Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
  • Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
  • Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
  • Brihat Tantrasara Übersetzung 5: P5-0256; ergänzend P5-0263


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