Kauravas

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Die Kauravas sind ein Herrschergeschlecht im indischen Eops Mahabharata. Das Wort Kauravas kommt von Sanskrit कौरव kaurava adj. u. m.), von Kuru abstammend. Kuru war ein großartiger König, nach dem seine Nachkommen und damit ein ganzes Herrschergeschlecht benannt wurde. Im späteren Teil und Hauptteil des Mahabharata, insbesondere auch in der Bhagavad Gita, noch mehr in den Kommentaren zu diesen Schriften, wird die Bezeichnung Kauravas nur noch für die Söhne von Dhritarashtra und Gandhari verwendet. So entsteht ein Dualismus:

Handschrift mit einer Darstellung von Kurukshetra
  • Die Kauravas sind die "Bösen": Sie sind die Söhne von Dhritarashtra und Gandhari. Sie wollen die tugendhaften Pandavas vertreiben, verüben Mordanschläge, sind Tyrannen und provozieren den großen Mahabharata Krieg auf Kurukshetra
  • Die Pandavas sind die "Guten": Sie sind die Söhne der drei Frauen von Pandu. Sie sind tugendhaft, versuchen über Jahrzehnte, sich gewaltlos gegen die tyrannischen Kauravas zur Wehr zu setzen.

Die Geburt der Kauravas

Die Kauravas und die Pandavas, 1920.

Nachdem Gandhari mit Dhritarashtra verheiratet war, verband sie sich die Augen, um die Blindheit ihres Mannes mit zu tragen. Einst besuchte der Weise Vyasa Gandhari in Hastinapura. Er wurde mit allen Ehren empfangen, und Gandhari tat alles, um seinen Besuch so angenehm wie möglich zu gestalten. Als Dank gewährte Vyasa ihr einen Wunsch. Sie wünschte sich einhundert Söhne, die so kräftig würden wie ihr Mann. Vyasa gewährte ihr diesen Wunsch und innerhalb kurzer Zeit wurde Gandhari schwanger.

Nach zwei Jahren gebar Gandhari einen Fleischklumpen. Sie war außer sich, hatte sie sich doch einhundert Söhne von Vyasa gewünscht. Sie suchte ihn auf und bat um seinen Rat. Er ließ sie einhundert Töpfe holen und diese mit Ghee füllen. Er schnitt den Fleischklumpen in hundert Teile und legte sie in je einen Topf. Gandhari wünschte sich schnell noch eine Tochter, Vyasa teilte den Klumpen in ein Teil mehr. Die Töpfe wurden verschlossen, in der Erde vergraben und nach zwei Jahren geöffnet.

Aus dem ersten Topf entstieg Suyodhana – "su" bedeutet "gut". Als er zu schreien anfing, schrien alle wilden Tiere mit. Dies wurde als schlechtes Omen angesehen, und alle waren sich einig, dass dieses Kind der Familie der Kauravas Unglück bringen würde. So wurde er in Duryodhana umbenannt – "dur" bedeutet "böse".

Vidura meinte, das Kind müsse abgelehnt werden, da seine Geburt ein böses Schicksal für die Kurus heraufbeschwöre. Er sprach: "Die Schriften legen dar: Für das Wohlergehen der Familie darf ein Mitglied geopfert werden, für das Wohlergehen des Dorfes darf eine Familie geopfert werden, für das Wohlergehen des Landes darf ein Dorf geopfert werden, für die Entwicklung der Seele darf die Erde geopfert werden. Für das Wohlergehen der Familie, des Landes und der Menschheit, opfere diesen Sohn."

Doch Gandhari und Dhritarashtra waren sicher, dass ihr Kind der Familie keinen Schaden zufügen könne und ignorierten Viduras Wunsch. Zur gleichen Zeit bekam Dhritarashtra zwei weitere Söhne, Kunti gebar Bhima und eine Dienerin gebar Yuyutsu. Die anderen Kinder Gandharis wurden den Töpfen entnommen, nun hatte sie einhundert Söhne und eine Tochter, Dushala. Alle Söhne Dhritarashtras, mit Ausnahme von Yuyutsu, fielen im Kurukshetra Krieg.

Die Namen aller 101 Kinder von Dhritarashtra - die Kauravas im engeren Sinn

Hier eine Auflistung aller Kauravas, verstanden im engeren Sinn als Söhne von Dhritarashtra und Ghandari. Zunächst die 100 Söhne:

  1. Duryodhana
  2. Dushasana
  3. Dussalan
  4. Jalagandha
  5. Sama
  6. Saha
  7. Vindha
  8. Anuvindha
  9. Durmukha
  10. Chitrasena
  11. Durdarsha
  12. Durmarsha
  13. Dussaha
  14. Durmada
  15. Vikarna
  16. Dushkarna
  17. Durdhara
  18. Vivinsati
  19. Durmarshana
  20. Durvishaha
  21. Durvimochana
  22. Dushpradharsha
  23. Durjaya
  24. Jaitra
  25. Bhurivala
  26. Ravi
  27. Jayatsena
  28. Sujata
  29. Srutavan
  30. Srutanta
  31. Jaya
  32. Chitra
  33. Upachitra
  34. Charuchitra
  35. Chitraksha
  36. Sarasana
  37. Chitrayudha
  38. Chitravarman
  39. Suvarma
  40. Sudarsana
  41. Dhanurgraha
  42. Vivitsu
  43. Subaahu
  44. Nanda
  45. Upananda
  46. Kratha
  47. Vatavega
  48. Nishagin
  49. Kavashin
  50. Paasi
  51. Vikata
  52. Soma
  53. Suvarchasas
  54. Dhanurdhara
  55. Ayobaahu
  56. Mahabaahu
  57. Chithraamga
  58. Chithrakundala
  59. Bheemaratha
  60. Bheemavega
  61. Bheemabela
  62. Ugraayudha
  63. Kundhaadhara
  64. Vrindaaraka
  65. Dridhavarma
  66. Dridhakshathra
  67. Dridhasandha
  68. Jaraasandha
  69. Sathyasandha
  70. Sadaasuvaak
  71. Ugrasravas
  72. Ugrasena
  73. Senaany
  74. Aparaajitha
  75. Kundhasaai
  76. Dridhahastha
  77. Suhastha
  78. Suvarcha
  79. Aadithyakethu
  80. Ugrasaai
  81. Kavachy
  82. Kradhana
  83. Kundhy
  84. Bheemavikra
  85. Alolupa
  86. Abhaya
  87. Dhridhakarmaavu
  88. Dhridharathaasraya
  89. Anaadhrushya
  90. Kundhabhedy
  91. Viraavy
  92. Chithrakundala
  93. Pradhama
  94. Amapramaadhy
  95. Deerkharoma
  96. Suveeryavaan
  97. Dheerkhabaahu
  98. Kaanchanadhwaja
  99. Kundhaasy
  100. Virajas

Dhritarashtra und Ghandari hatten noch eine Tochter namens Dushala. Und Dhritarashtra hatte noch einen weiteren Sohn namens Yuyutsu von einer Magd namens Vysya.

Familiengeschichte der Kauravas

Die Familiengeschichte der Kauravas im Mahabharata ist hochkomplex und die Beziehungen der Menschen untereinander sehr vielfältig. Hier ein Überblick über die Kaurava Familiengeschichte bzw. die ganze Herrscherdynastie, zu der die Kauravas zählen.

Hier der Familienstammbaum der Kauravas:

  • Yayati
  • Puru, Sohn von Yayati
  • Dushyanta, Sohn von Puru
  • Bharata, Sohn von Dushyanta und Shakuntala
  • Hasti, Nachkomme von Dushyanta
  • Kuru, Nachkomme von Hasti. Die Nachkommen des Kuru werden als Kauravas bezeichnet.
  • Pratip, Nachkomme von Puru

Sohn von Pratip war Shantanu. Shantanu war in erster Ehe verheiratet mit der Flussgöttin Ganga, zeugte viele Söhne, von denen nur Bhishma überlebte. Bhishma verzichtete auf den Thron, damit sein Vater Shantanu Satyavati heraten konnte, was die Vorbedingung ihres Vaters zur Zustimmung zur Heirat war.

Satyavati und Shantanu hatten zwei Kinder, Chitrangada und Vichitravirya.

Chitrangada wurde von einem Gandharva getötet, er war unverheiratet und kinderlos.

Vichitravirya war mit Ambika und Ambalika verheiratet.

Vichitravirya starb früh und kinderlos.

Satyavati hatte einen unehelichen Sohn, Vyasa.

Ihn bat sie, sich der beiden Witwen anzunehmen.

Vyasa zeugte

Dhritarashtra heiratete Gandhari und zeugte mit ihr 100 Söhne, die Kauravas im engeren Sinne, und eine Tochter Dushala. Von den 100 Söhnen werden im Mahabharata nur wenige erwähnt, darunter Duryodhana, Dushasana und Vikarna. Einen weiteren Sohn, Yuyutsu, zeugte Dhritarashtra mit seiner Dienerin Sukhada.

Siehe auch

Literatur

  • Bhagavad Gita, Teil der Mahabharata, mit Einführung in die Mahabharata
  • Dowson, John: A Classical Dictionary of Hindu Mythology and Religion – Geography, History and Religion; D.K.Printworld Ltd., New Delhi, India, 2005

Weblinks

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