Akhanda Japa

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Akhanda Japa (Sanskrit: अखण्ड जप akhaṇḍa japa m.) bedeutet ununterbrochenes Japa bzw. ununterbrochene Mantra-Wiederholung. Akhanda heißt ungeteilt, ununterbrochen, ganz; Japa heißt Wiederholung eines Mantras oder Gottesnamens. Akhanda Japa ist eine spirituelle Praxis, bei der ein Mantra über einen längeren Zeitraum ohne Unterbrechung wiederholt wird – oft von einer Gruppe, die sich abwechselt, sodass das Mantra Tag und Nacht ununterbrochen erklingt.

Formen von Akhanda Japa

Akhanda Japa kann auf verschiedene Weise geübt werden:

  • Gemeinschaftliches Akhanda Japa: Mehrere Menschen wiederholen in festgelegten Schichten ein Mantra, sodass es über Stunden, Tage oder sogar Wochen ununterbrochen erklingt. Oft geschieht dies in einem Ashram oder Tempel, etwa 24 Stunden lang, 3 Tage, 7 Tage oder 40 Tage.
  • Individuelles Akhanda Japa: Ein Einzelner nimmt sich vor, über einen bestimmten Zeitraum – etwa mehrere Stunden – ohne Unterbrechung Japa zu üben.
  • Akhanda Japa als innere Haltung: Im höchsten Sinne bedeutet Akhanda Japa, dass das Mantra im Geist unaufhörlich weiterklingt, auch bei der Arbeit, beim Essen und im Schlaf. Es wird dann zu Ajapa Japa, zur spontanen, mühelosen Wiederholung.

Akhanda Japa und Akhanda Kirtan

Eng verwandt ist das Akhanda Kirtan, das ununterbrochene Singen eines Mantras oder Gottesnamens, oft mit Instrumenten. Beim Akhanda Japa wird das Mantra meist leise, halblaut oder gesprochen wiederholt, beim Akhanda Kirtan wird es gesungen. Häufig verwendet wird das Maha Mantra („Hare Rama Hare Rama, Rama Rama Hare Hare, Hare Krishna Hare Krishna, Krishna Krishna Hare Hare“), aber auch Om Namah Shivaya, Om Namo Narayanaya oder andere Mantras.

Akhanda Japa bei Swami Sivananda

Swami Sivananda maß dem ununterbrochenen Japa und Kirtan große Bedeutung bei. In der Divine Life Society in Rishikesh wird seit 1943 ununterbrochen das Maha Mantra gesungen – zunächst ins Leben gerufen als Gebet für den Weltfrieden. Swami Sivananda lehrte, dass der Name Gottes im Kali Yuga das wirksamste Mittel zur Befreiung ist und dass fortwährende Wiederholung den Geist reinigt und die Atmosphäre eines Ortes spirituell auflädt.

Wirkungen von Akhanda Japa

Akhanda Japa hat nach der Erfahrung der Yogis viele Wirkungen:

  • Reinigung des Geistes: Die ständige Wiederholung des Mantras verdrängt weltliche und negative Gedanken und reinigt die Samskaras.
  • Konzentration: Der Geist wird ruhig und einpünktig (Ekagrata).
  • Spirituelle Atmosphäre: Ein Ort, an dem lange ununterbrochen Japa geübt wird, wird von spiritueller Schwingung durchdrungen.
  • Gemeinschaft: Gemeinsames Akhanda Japa verbindet die Teilnehmenden in einer gemeinsamen Absicht.
  • Segen für die Welt: Akhanda Japa wird oft für Frieden, Heilung oder das Wohl aller Wesen geübt.
  • Hingabe: Das Herz öffnet sich für Bhakti, die Liebe zu Gott.

Praktische Hinweise

  • Vor Beginn ein Sankalpa fassen: Für wen oder wofür wird das Akhanda Japa geübt?
  • Ein Mantra wählen, das allen Teilnehmenden vertraut ist, oder jeweils das eigene Mantra wiederholen.
  • Beim gemeinschaftlichen Akhanda Japa einen Schichtplan erstellen, damit stets mindestens eine Person übt und die Übergaben fließend geschehen.
  • Eine Mala kann helfen, die Konzentration zu halten.
  • Eine Kerze, ein Altar oder ein Bild der verehrten Gottheit bzw. des Meisters kann den Raum unterstützen.
  • Am Ende kann ein Arati oder ein Friedensgebet (Shanti Mantra) das Akhanda Japa abschließen.

Akhanda Japa bei Yoga Vidya

Auch bei Yoga Vidya wird zu besonderen Anlässen Akhanda Japa bzw. Akhanda Kirtan geübt, etwa zu Shivaratri, zum Jahreswechsel oder als Gebet für Frieden in der Welt. Viele Teilnehmende erleben dabei, wie sich nach einiger Zeit eine tiefe innere Stille und Freude einstellt.

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