Rajassig

Rajassig: (Sanskrit: rajas) = unruhig
Der Sanskrit-Ausdruck “Rajassig” (auch “rajasig” geschrieben) leitet sich von “Rajas” ab, einem der drei Gunas, also der grundlegenden Qualitäten der Natur im Hinduismus. Rajas steht für Aktivität, Leidenschaft, Bewegung und Unruhe. “Rajassig” bedeutet daher, dass etwas von rajasischer Natur ist – also dynamisch, antreibend, aber auch unruhig und bindend. In der spirituellen Lehre Indiens, besonders im Yoga, gilt ein rajasischer Zustand als hinderlich für innere Stille und Meditation, da er den Geist ständig von einem Gedanken zum nächsten treibt. Du kennst das vielleicht: Du sitzt auf der Matte, versuchst dich zu konzentrieren, aber dein Kopf rast von To-do-Listen zu vergangenen Diskussionen. Das ist rajasische Energie. Im Hinduismus wird Rajas oft mit dem Wunsch nach Genuss, Erfolg und Macht verbunden – es ist die treibende Kraft hinter Handlungen, die an die Welt binden.
In einer Yogastunde begegnet dir das Rajassige zum Beispiel beim Sonnengruß, wo schnelle Bewegungen und Atemtechniken den Körper aktivieren und Wärme erzeugen. Das ist bewusst rajasisch, um Energie zu mobilisieren. In der Meditation dagegen versuchst du, das Rajassige zu beruhigen, etwa indem du deine Atemzüge zählst und den rastlosen Gedankenstrom sanft loslässt. Ein konkretes Beispiel: Stell dir vor, du meditierst und plötzlich schießt dir ein Gedanke an eine wichtige E-Mail durch den Kopf. Statt dem Impuls sofort nachzugeben, beobachtest du ihn nur – das ist der Versuch, Rajas in Sattva (Ruhe, Klarheit) zu transformieren.
“Rajas ist der Feind der Ruhe. Besiege ihn durch regelmäßige Praxis und innere Gelassenheit.” - Swami Sivananda