Nyayabhashya

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Nyayabhashya

Nyayabhashya (Sanskrit: nyāyabhāshya n.) = Wichtiger Kommentar zum Nyayasutra von Vatsyayana.

Nyayabhashya ist der Titel eines klassischen Kommentars zur Nyaya-Schule der indischen Philosophie. Wörtlich bedeutet nyaya "Logik" oder "rechtmäßiges Argument" und bhashya "Kommentar", also bezeichnet Nyayabhashya einen ausführlichen Erläuterungstext zu den grundlegenden Schriften der Nyaya-Tradition.

Historischer Kontext

Der bekannteste Nyayabhashya wurde von Udayana (wohl 10.–11. Jahrhundert n. Chr.) verfasst und richtet sich gegen skeptische und buddhistische Einwände gegen die Existenz Gottes und die Gültigkeit des Wissens. Es gibt jedoch auch frühere und spätere Texte mit demselben Titel, die sich auf die Nyaya-Sutras von Gautama oder auf Arbeiten anderer Nyaya-Autoren beziehen.

Inhalt und Zweck

Nyayabhashya erklärt und systematisiert die Prinzipien der nyaya-Logik und Erkenntnistheorie: Kategorien des Wissens, Wahrnehmung, Schlussfolgerung, Vergleich und Überlieferung als Erkenntnisquellen, die Kriterien für gültige Schlüsse, sowie Fragen der Sprache und Bedeutung. Ein zentrales Thema ist die Rechtfertigung abgeleiteten Wissens: wie aus beobachtbaren Merkmalen auf verborgene Ursachen geschlossen werden kann. Im Fall von Udayana enthält der Kommentar auch theistische Argumente (zum Beispiel kausales Argument und ontologische Überlegungen) zur Begründung eines persönlichen Gottes.

Philosophische Bedeutung

Nyayabhashya war prägend für die Entwicklung der indischen Logik und Debatten zwischen verschiedenen Schulen (z. B. Nyaya gegen Buddhisten, Mimamsa, Vedanta). Der Text ist sowohl methodisch wichtig für Begriffe wie pramana (Erkenntnisquelle), hetu (Gründe) und anvaya-vyatireka (Formen logischen Schließens), als auch praktisch für apologetische Auseinandersetzungen in der klassischen indischen Gelehrtenkultur.

Angenommen du beobachtest Rauch auf einem Hügel und ziehst daraus den Schluss auf Feuer. Nyayabhashya erklärt, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit dieser Schluss gültig ist: dass Rauch regelmäßig mit Feuer verbunden ist, dass dieses Beziehung nicht durch andere Faktoren erklärbar ist und dass die Schlussregel zuverlässig angewandt wird.

Siehe auch