Pranama

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Pranama (Sanskrit: प्रणाम praṇāma m.) bedeutet „Verneigung“, „Ehrerbietung“, „Gruß in Demut“. Pranama ist eine Geste der Verehrung gegenüber dem Göttlichen, dem Guru, den Eltern, älteren oder geachteten Menschen sowie heiligen Orten und Gegenständen. Sie reicht vom einfachen Zusammenlegen der Hände vor dem Herzen bis zur vollständigen Niederwerfung auf dem Boden. Pranama gehört zu den grundlegenden Ausdrucksformen von Bhakti und ist fester Bestandteil jeder Puja.

Etymologie

  • pra (प्र): vor, hin, nach vorne; verstärkende Vorsilbe.
  • nāma (नाम): Beugung, Verneigung; von der Wurzel nam = sich beugen, sich verneigen.

Aus derselben Wurzel nam stammen auch Namaskara und Namaste sowie das Wort Namah in Mantras wie Om Namah Shivaya.

Formen des Pranama

Es gibt verschiedene Formen der Verneigung, je nach Situation, Tradition und innerer Haltung:

  • Anjali Mudra / Namaskara: Die Handflächen werden vor dem Herzen oder der Stirn zusammengelegt, der Kopf leicht geneigt. Dies ist die häufigste Form im Alltag.
  • Sirasa Pranama: Verneigung mit dem Kopf, oft mit gefalteten Händen über dem Kopf.
  • Pada Sparsha / Charana Sparsha: Das Berühren der Füße eines geachteten Menschen, besonders des Gurus oder der Eltern, als Zeichen tiefen Respekts.
  • Panchanga Pranama: Verneigung mit fünf Körperteilen am Boden – Knie, Hände und Stirn. Wird traditionell häufig von Frauen praktiziert.
  • Ashtanga Pranama: Verneigung mit acht Körperteilen am Boden – Füße, Knie, Hände, Brust und Stirn (bzw. Kinn). Diese Form findet sich auch im Sonnengruß (Surya Namaskar).
  • Sashtanga Pranama / Dandavat Pranama: vollständige Niederwerfung, bei der man sich der Länge nach auf den Boden legt, mit ausgestreckten Armen – wie ein Stab (Danda) fällt. Ausdruck völliger Hingabe.

Pranama in der Puja

In der Puja wird Pranama an mehreren Stellen ausgeführt:

  • zu Beginn beim Betreten des Altarraums und bei der Anrufung der Gottheit
  • nach dem Arati und dem Mantrapushpa
  • nach Pradakshina, der Umrundung des Altars
  • am Ende, nach dem Gebet um Vergebung (Kshamapana)

Dabei wird oft gesprochen:

namaskārān samarpayāmi
„Ich bringe Verneigungen dar.“

Spirituelle Bedeutung

  • Demut: Wer sich verneigt, beugt das Ego. Der Kopf, Sitz von Intellekt und Stolz, wird gesenkt und dem Höheren dargebracht.
  • Hingabe: Pranama ist körperlicher Ausdruck von Sharanagati, der Zuflucht beim Göttlichen.
  • Anerkennung des Göttlichen im anderen: Im Sinne des Vedanta verneigt man sich vor dem göttlichen Selbst (Atman), das in jedem Wesen wohnt.
  • Empfänglichkeit: Durch die Verneigung öffnet man sich für Segen und Gnade. Traditionell heißt es, dass der Segen des Gurus besonders durch Pranama zu seinen Füßen empfangen wird.
  • Einheit von Körper, Geist und Herz: Die äußere Geste unterstützt die innere Haltung, und die innere Haltung gibt der Geste Bedeutung.

Swami Sivananda lehrte, dass man in allem das Göttliche sehen und sich innerlich vor allen Wesen verneigen solle. Er empfahl, den Tag mit Pranama zu beginnen und zu beenden.

Pranama bei Yoga Vidya

In den Yoga Vidya Ashrams ist Pranama Teil des täglichen Lebens: beim Betreten des Tempels, zu Beginn und Ende von Satsang, Meditation und Yogastunde, bei Pujas und vor dem Bild der Meister Swami Sivananda und Swami Vishnudevananda. Auch die Begrüßung mit Om Namah Shivaya und gefalteten Händen ist eine Form von Pranama.

Praxistipps

  • Verbinde die äußere Geste bewusst mit einem inneren Gefühl von Respekt und Hingabe.
  • Beginne und beende deine Meditation oder Yogapraxis mit einem kurzen Pranama.
  • Probiere bei einer Puja die vollständige Niederwerfung aus und spüre das Loslassen.
  • Grüße andere Menschen mit gefalteten Händen und erinnere dich dabei an das Göttliche in ihnen.
  • Wenn eine körperliche Verneigung nicht möglich ist, kannst du sie auch innerlich (Manasa Puja) ausführen.

Pranama (Sanskrit: pranāma m.) Begrüßung, indem man die Handflächen zusammenlegt oder erst die Füße des anderen und dann die eigene Stirn berührt.

Siehe auch