Makarasamkramana

Makarasamkramana (Sanskrit: Makarasamkramana n.) = der Tag, an dem die Sonne in das zehnte Zeichen im Tierkreis (Steinbock) tritt.
Der Sanskrit-Ausdruck „Makarasamkramana“ (auch „Makara Sankramana“ oder „Makar Sankranti“ geschrieben) setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: Makara (das mythische Meereswesen, oft als Krokodil oder Seeungeheuer dargestellt, aber auch das Tierkreiszeichen Steinbock) und Samkramana (Übergang, Eintritt, Bewegung von einem Ort zum anderen). Wörtlich bedeutet es also „der Übergang der Sonne in das Zeichen des Steinbocks (Makara)“. Es bezeichnet den genauen astronomischen Zeitpunkt, an dem die Sonne vom Zeichen des Schützen (Dhanus) in das Zeichen des Steinbocks (Makara) wechselt – und das ist eines der wichtigsten Feste im hinduistischen Kalender.
Makarasamkramana markiert den Beginn der Uttarayana-Periode, der nördlichen Sonnenwende. In der spirituellen Tradition des Hinduismus gilt diese Zeit als besonders günstig, weil die Sonne ihre Reise in die nördliche Hemisphäre beginnt und die Tage länger und heller werden. Es ist ein Fest des Lichts, des Neubeginns und der inneren Ernte. Du kannst es dir wie einen kosmischen Atemzug vorstellen: Die Sonne wendet sich nach Norden, und mit ihr wendet sich auch dein Geist dem Höheren, dem Spirituellen zu. Viele Yogis und Suchende nutzen diesen Zeitpunkt für intensive Meditation, für das Setzen von Vorsätzen oder für besondere Reinigungsrituale.
Im Yoga-Kontext hat Makarasamkramana eine tiefe symbolische Bedeutung. Makara, das Krokodil oder Seeungeheuer, steht für die verborgenen, oft chaotischen Kräfte in dir – deine ungezähmten Instinkte, Ängste und tief sitzenden Muster. Der Übergang (Samkramana) ist der Moment, in dem du diese Kräfte nicht länger bekämpfst, sondern sie bewusst durchquerst und transformierst. Es ist, als ob du durch das Maul des Krokodils gehst und auf der anderen Seite als ein erleuchteter Mensch wieder auftauchst. In der Mythologie wird Makara auch als das Reittier (Vahana) des Flussgöttin Ganga und des Meeresgottes Varuna dargestellt – es ist also ein Wesen, das die Grenze zwischen dem Bewussten und dem Unbewussten, zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen bewacht.
Für dich als Übenden bedeutet das: Jeder Makarasamkramana ist eine Einladung, einen kleinen „Tod“ des Alten zu sterben, um im Licht des Neuen zu erwachen. Feiere diesen Tag also nicht nur äußerlich mit fliegenden Drachen und Sesam-Süßigkeiten, sondern auch innerlich, indem du dich bewusst von dem verabschiedest, was dich beschwert – und dem Licht in dir Raum gibst.