Dharmam cara

Dharmam cara (Sanskrit: dharmam carā wörtl.) = "Folge dem dharma" - Zitat aus den Upanishaden
Der Ausdruck dharmam cara kommt aus dem Sanskrit und bedeutet wörtlich so viel wie „handle nach Dharma“ oder „folge dem Dharma“.
Dharma ist ein vielschichtiges Konzept in indischer Philosophie und Religion: es umfasst moralische Pflichten, ethisches Verhalten, die Rolle, die jemand in der Gesellschaft oder im Leben innehat, sowie das kosmische Gesetz, das Ordnung und Harmonie gewährleistet. Dharmam cara ist daher kein enger Verhaltenskodex, sondern eine Aufforderung, im Einklang mit dem eigenen Rechtsein, den moralischen Verpflichtungen und dem übergeordneten Ordnungsprinzip zu handeln.
Praktisch heißt das: triff Entscheidungen, die verantwortungsvoll, gerecht und der Situation angemessen sind — sei es als Familienmitglied, als Schüler, als Herrscher oder als spirituell Suchender. Dabei spielt die Unterscheidung eine Rolle zwischen persönlicher Pflicht (svadharma) und allgemeiner Gerechtigkeit; oft wird geraten, der eigenen angemessenen Rolle treu zu bleiben, auch wenn das schwierig ist. In vielen Texten wird Dharma zugleich als Weg zur inneren Entwicklung und zum Wohlergehen der Gemeinschaft verstanden.
Kurzbeispiel aus der indischen Tradition: Im Mahabharata wird immer wieder betont, wie wichtig das Festhalten am Dharma ist — sogar wenn persönliche Opfer nötig sind. Ein bekanntes Motiv ist, dass ein Held seine Pflicht gegenüber Familie und Königreich erfüllt, weil dies seiner dharmischen Rolle entspricht, auch wenn es ihm Leiden bringt.