Kotari: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
[[Datei:Schere Haushaltsschere Klinge.jpg|mini|Kotari]] | |||
'''Kotari''' ([[Sanskrit]]: कोटरी koṭarī ''f.'') = die Schere, Beiname der Göttin Tripurasundari | '''Kotari''' ([[Sanskrit]]: कोटरी koṭarī ''f.'') = die Schere, Beiname der Göttin Tripurasundari | ||
| Zeile 4: | Zeile 6: | ||
Stell dir vor, du sitzt in der [https://www.yoga-vidya.de/ Meditation] und dein Geist springt unkontrolliert von einem Gedanken zum nächsten. Du versuchst, zur Ruhe zu kommen, aber die alten Muster, die Ängste, die Wünsche – all das klebt an dir wie Staub. Genau hier kommt die Energie der Kotari ins Spiel: Sie ist die Kraft, die mit einem einzigen, klaren Schnitt all das durchtrennt, was dich nicht länger dienlich ist. Sie schneidet die Knoten der Unwissenheit (Avidya), die Fesseln der Anhaftung und die [[Illusion]] des Egos. Es ist kein gewaltsamer Akt, sondern ein befreiender. Wie ein Chirurg, der mit einem präzisen Schnitt einen Tumor entfernt, befreit dich Kotari von dem, was dich krank macht – auf seelischer Ebene. | Stell dir vor, du sitzt in der [https://www.yoga-vidya.de/ Meditation] und dein Geist springt unkontrolliert von einem Gedanken zum nächsten. Du versuchst, zur Ruhe zu kommen, aber die alten Muster, die Ängste, die Wünsche – all das klebt an dir wie Staub. Genau hier kommt die Energie der Kotari ins Spiel: Sie ist die Kraft, die mit einem einzigen, klaren Schnitt all das durchtrennt, was dich nicht länger dienlich ist. Sie schneidet die Knoten der Unwissenheit (Avidya), die Fesseln der Anhaftung und die [[Illusion]] des Egos. Es ist kein gewaltsamer Akt, sondern ein befreiender. Wie ein Chirurg, der mit einem präzisen Schnitt einen Tumor entfernt, befreit dich Kotari von dem, was dich krank macht – auf seelischer Ebene. | ||
Ein passendes Zitat aus der yogischen Tradition, das diesen Geist einfängt, ist ein Vers aus der „[[Tripura Rahasya]]“ (einem klassischen tantrischen Text): „Durch die Gnade der Mutter, die mit der Schere der Unterscheidung ([[Viveka]]) die Illusion durchtrennt, erkennt der Sucher die ewige Einheit.“ Für deine eigene Praxis bedeutet das: Wenn du dich das nächste Mal auf deine [[Matte]] legst oder in der Stille sitzt, rufe dir die Energie der Kotari ins Bewusstsein. Bitte sie, alles wegzuschneiden, was nicht du selbst bist – nicht deine Gedanken, nicht deine Rollen, nicht deine Ängste. Nur das Reine, das Stille, das Wahre bleibt übrig. Und genau das ist der Kern deiner spirituellen Reise. | |||
==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||
Version vom 11. Mai 2026, 08:31 Uhr

Kotari (Sanskrit: कोटरी koṭarī f.) = die Schere, Beiname der Göttin Tripurasundari
Wörtlich übersetzt bedeutet „Kotari“ so viel wie „die Schere“ oder „die, die schneidet“. Auf den ersten Blick klingt das vielleicht nicht besonders spirituell, oder? Aber im tantrischen Kontext, besonders im Shri Vidya-System, bekommt dieser Begriff eine tiefe, fast schon mystische Bedeutung. Kotari ist ein Beiname der Göttin, genauer gesagt der Göttin Lalita Tripurasundari, die die höchste Form der weiblichen göttlichen Energie (Shakti) verkörpert.
Stell dir vor, du sitzt in der Meditation und dein Geist springt unkontrolliert von einem Gedanken zum nächsten. Du versuchst, zur Ruhe zu kommen, aber die alten Muster, die Ängste, die Wünsche – all das klebt an dir wie Staub. Genau hier kommt die Energie der Kotari ins Spiel: Sie ist die Kraft, die mit einem einzigen, klaren Schnitt all das durchtrennt, was dich nicht länger dienlich ist. Sie schneidet die Knoten der Unwissenheit (Avidya), die Fesseln der Anhaftung und die Illusion des Egos. Es ist kein gewaltsamer Akt, sondern ein befreiender. Wie ein Chirurg, der mit einem präzisen Schnitt einen Tumor entfernt, befreit dich Kotari von dem, was dich krank macht – auf seelischer Ebene.
Ein passendes Zitat aus der yogischen Tradition, das diesen Geist einfängt, ist ein Vers aus der „Tripura Rahasya“ (einem klassischen tantrischen Text): „Durch die Gnade der Mutter, die mit der Schere der Unterscheidung (Viveka) die Illusion durchtrennt, erkennt der Sucher die ewige Einheit.“ Für deine eigene Praxis bedeutet das: Wenn du dich das nächste Mal auf deine Matte legst oder in der Stille sitzt, rufe dir die Energie der Kotari ins Bewusstsein. Bitte sie, alles wegzuschneiden, was nicht du selbst bist – nicht deine Gedanken, nicht deine Rollen, nicht deine Ängste. Nur das Reine, das Stille, das Wahre bleibt übrig. Und genau das ist der Kern deiner spirituellen Reise.